{"id":12124,"date":"1970-01-05T16:45:00","date_gmt":"1970-01-05T15:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/der-humanismus-der-humanistischen-union-der-christliche-glaube-und-die-christlichen-kirchen\/"},"modified":"1970-01-05T12:00:00","modified_gmt":"1970-01-05T11:00:00","slug":"der-humanismus-der-humanistischen-union-der-christliche-glaube-und-die-christlichen-kirchen","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/7-1965\/publikation\/der-humanismus-der-humanistischen-union-der-christliche-glaube-und-die-christlichen-kirchen\/","title":{"rendered":"Der Humanismus der Humanistischen Union, der christliche Glaube und die christlichen Kirchen"},"content":{"rendered":"<p>Erkl\u00e4rung zu den Vorw\u00fcrfen von Vertretern der katholischen Kirche, die Humanistische Union f\u00fchre einen &#8222;Kampf gegen die Kirche&#8220;. Aus: vorg\u00e4nge Heft 7\/1965, S. 293<\/p>\n<p>In den vergangenen Wochen wurde die Humanistische Union erneut von Vertretern der katholischen Kirche angegriffen. Der Passauer Domprediger, Pater Michael Tupec, behauptete am 31. Mai, da\u00df die Humanistische Union eine &#8222;atheistische Grundlage&#8220; habe und ihr eigentliches Ziel, n\u00e4mlich &#8222;der Kampf gegen Kirche und Christentum&#8220;, sich aus den B\u00fcchern des &#8222;von der Union ins Leben gerufenen&#8220; Szczesny-Verlages ablesen lasse. Am 16. Juni erkl\u00e4rte der Pressereferent des Erzbisch\u00f6flichen Ordinariats M\u00fcnchen, Pr\u00e4lat Anton Maier, da\u00df die Humanistische Union bestrebt sei, &#8222;der Kirche jede Existenzberechtigung im \u00f6ffentlichen Raum abzusprechen und den christlichen Glauben mit allen Mitteln, auch mit den Mitteln der Unwahrheit, zu bek\u00e4mpfen&#8220;.<br \/>Angesichts dieser absolut falschen und diffamierenden Behauptungen stellt die Humanistische Union fest:<br \/>1. Die Humanistische Union hat weder eine atheistische noch irgendeine andere religi\u00f6s-weltanschauliche Grundlage. Sie ist von Nichtchristen und Christen gemeinsam in der \u00dcberzeugung ins Leben gerufen worden, da\u00df Humanit\u00e4t von jedem Menschen verwirklicht (und verfehlt) werden kann, gleich zu welchem &#8222;Glauben&#8220; oder &#8222;Unglauben&#8220; er sich bekennt. Der Humanismus der Humanistischen Union meint die durch die Natur und die Geschichte vorgegebene mitmenschliche Solidarit\u00e4t, die sich unabh\u00e4ngig von bestimmten Glaubens\u00fcberzeugungen vorfindet, entwickelt hat und entwickeln l\u00e4\u00dft.<br \/>2. Die Humanistische Union ist davon \u00fcberzeugt, da\u00df die religi\u00f6se oder weltanschauliche Deutung, die der Mensch seinem Dasein gibt, ein entscheidendes Merkmal seiner menschlichen Existenz ist. Neben dem Schutz und der Entwicklung der solidarischen Werte ist daher die Sicherung der personalen Glaubensentscheidung und Lebensweise die wichtigste Aufgabe eines freiheitlich-demokratischen Kulturstaates.<br \/>3. Die Humanistische Union glaubt mit dem von ihr vertretenen personalistischen Humanismus in \u00dcbereinstimmung zu sein mit Geist und Inhalt des Grundgesetzes. Sie ist der Versuch, in sich selbst das Modell einer offenen und pluralistischen Gesellschaft zu verwirklichen. Sie w\u00fcnscht Nichtchristen wie Christen volle und gleichberechtigte Informations-, Glaubens- und Bekenntnisfreiheit ohne Furcht vor Nachteilen zu sichern und die Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Weltdeutungen zu ermutigen, zugleich aber alle in ihren Glaubens\u00fcberzeugungen geschiedenen Einzelnen und Gruppen zur F\u00f6rderung der allgemeinverbindlichen zivilisatorischen und sittlichen Werte zusammenzuf\u00fchren.<br \/>4. Der von dem derzeitigen Vorsitzenden der Humanistischen Union, Dr. Gerhard Szczesny, im Jahre 1962, gegr\u00fcndete Szczesny-Verlag ist kein Verlag der Humanistischen Union und h\u00e4ngt mit dieser weder rechtlich noch organisatorisch noch finanziell zusammen. Die B\u00fccher dieses Verlages sind also keine programmatischen \u00c4u\u00dferungen der Humanistischen Union, sondern werden von Dr. Szczesny als einem unabh\u00e4ngigen Staatsb\u00fcrger und Privatmann nach seinem pers\u00f6nlichen Gutd\u00fcnken ausgew\u00e4hlt. Er hat es als die Aufgabe seines Unternehmens bezeichnet, neben den vielen in der Bundesrepublik bestehenden christlichen Verlagen ein Forum f\u00fcr nichtchristliche Autoren und Anschauungen zu. schaffen. Als Autor und Verleger nichtchristlicher B\u00fccher befindet sich Dr. Szczesny ebenso sehr in \u00dcbereinstimmung mit den Zielen der Humanistischen Union wie z. B. jene ihrer Mitglieder, die christliche Theologen sind und mit ihrem Beitritt zur Humanistischen Union ihr christliches und kirchliches Wirken weder aufgegeben haben noch aufgeben sollen.<br \/>5. Es ist weder das Ziel der Humanistischen Union, irgendeine christliche oder nichtchristliche Glaubens\u00fcberzeugung zu bek\u00e4mpfen oder zu propagieren noch diese verschiedenen Glaubens\u00fcberzeugungen etwa zu Gunsten eines &#8222;humanistischen Glaubens&#8220; einzuebnen. Die Humanistische Union bejaht die Existenz der christlichen Kirchen und h\u00e4lt es f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df diese ihre Vorstellungen auch &#8222;im \u00f6ffentlichen Raum&#8220; zur Geltung zu bringen versuchen. Sie wird sich in keine antichristliche Frontstellung dr\u00e4ngen lassen, sondern will die demokratisch und human gesinnten Bekenner aller religi\u00f6sen und westanschaulichen Standpunkte vereinen, um totalit\u00e4re Bestrebungen in jedem Lager zu bek\u00e4mpfen.<br \/>Die Kritik der Humanistischen Union an bestimmten Vorg\u00e4ngen im christlichen Lager galt und gilt ausschlie\u00dflich politischen Forderungen und Bestrebungen, n\u00e4mlich solchen, die die Glaubens- und Lebensrechte der nichtchristlichen B\u00fcrger der Bundesrepublik bedrohen oder geeignet sind, die freie Entfaltung der menschlichen Person, die Freiheit der Information, der Kunst und Wissenschaft \u00fcberhaupt, einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[2539,2525,667],"autoren":[184],"publikationen":[1395],"class_list":["post-12124","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-humanismus","tag-verband-hu-geschichte","tag-vorgaenge-artikel","autoren-humanistische-union","publikationen-7-1965"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Der Humanismus der Humanistischen Union, der christliche Glaube und die christlichen Kirchen - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/7-1965\/publikation\/der-humanismus-der-humanistischen-union-der-christliche-glaube-und-die-christlichen-kirchen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Der Humanismus der Humanistischen Union, der christliche Glaube und die christlichen Kirchen - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Erkl\u00e4rung zu den Vorw\u00fcrfen von Vertretern der katholischen Kirche, die Humanistische Union f\u00fchre einen &#8222;Kampf gegen die Kirche&#8220;. 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