{"id":12225,"date":"2004-03-02T18:30:00","date_gmt":"2004-03-02T17:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/die-stadt-im-kopf\/"},"modified":"2004-03-02T12:00:00","modified_gmt":"2004-03-02T11:00:00","slug":"die-stadt-im-kopf","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-165\/publikation\/die-stadt-im-kopf\/","title":{"rendered":"Die Stadt im Kopf"},"content":{"rendered":"<p>Beobachtungen zur neuen Hauptstadtdebatte<\/p>\n<p>aus: Vorg\u00e4nge Nr. 165 ( Heft 1\/2004), S.56-60<\/p>\n<p>Seit ungef\u00e4hr einem Jahr tritt eine sonst eher im Stillen formulierte und diskutierte Frage in das Rampenlicht der Berlin-Debatte: Was macht eigentlich die Hauptstadt aus? Der Tagesspiegel widmete der Frage &#132;was (ist) eigentlich so einmalig an Berlin, dass man uns darum beneiden w\u00fcrde, hier zu leben?&#148; im Sommer 2003 eigens eine achtteilige Serie im Lokalteil. Im Kern der Debatte geht es um das neue Selbstverst\u00e4ndnis, die ver\u00e4nderte Identit\u00e4t der Bundesrepublik Deutschland. Was soll einer Hauptstadt konkret (in Form von Transferleistungen) zugestanden werden? Und was zeichnet eine Hauptstadt symbolisch aus? Prominente Berliner antworteten im Tagesspiegel auf die Frage nach der Besonderheit eher verlegen; sie betonten jedoch die Potenziale und das F\u00f6rderungsw\u00fcrdige der Stadt sowie deren vorgeblich besonderen B\u00fcrger. In ihren Beitr\u00e4gen fanden sich immer wieder die gleichen gedanklichen Stadtlandschaften:[1]<\/p>\n<p>&#8211; Eine moderne Dienstleistungs- und Wissensstruktur (Dieter Grimm, Rolf Kreibich, Volker Hassemer, Sibyll Klotz und Volker Ratzmann), solle sich (weiter) &#150; auch im Sinne einer &#132;Menschenwerkstatt&#148; (Volker Hassemer) etablieren.<\/p>\n<p>&#8211; In den meisten Beitr\u00e4gen wurde auf die geographische Lage zwischen Ost und West rekurriert, meist wurde eine st\u00e4rkere Internationalisierung (Egon Bahr, Volker Hassemer, Rolf Kreibich, Sibyll Klotz und Volker Ratzmann) gefordert.<\/p>\n<p>Der Generationenkonflikt wurde euphemistisch als Chance der Alten, den Jungen &#132;fachliche und soziale Kompetenzen&#148; weiterzugeben, gewertet und zum Pl\u00e4doyer, die Alten nicht an den gesellschaftlichen Rand zu dr\u00fccken (Kreibich). Eine solche inhaltliche Aufl\u00f6sung findet sich gelegentlich, meist soll schlicht der Jugend eine st\u00e4rkere Rolle zukommen (Hassemer).<\/p>\n<p>&#8211; Durchgehend wird der zentralen historischen Rolle der Stadt besondere Bedeutung beigemessen (Kreibich, Hassemer, Klotz und Ratzmann). Die Einzigartigkeit der Stadt wurde aus der Doppelfunktion Berlins als Ost- und Westmetropole und damit einhergehender Symbolfunktion erkl\u00e4rt (Grimm, Hassemer). Bahr sieht Berlin als geopolitischen Schwerpunkt und fordert eine &#132;systematische Anwendung geopolitischer Gegebenheiten&#148;. Eine Hauptstadtkommission solle daher gebildet werden (Klotz und Ratzmann, Thierse), ein ,Forum Berlin&#8216; (Bahr). Grimm schl\u00e4gt vor, Berlin als Ort der Begegnung von Eliten und Identifikationspunkt f\u00fcr die bundesrepublkanische Bev\u00f6lkerung zu entwickeln &#8211; damit fordert er auch &#8220; Bundeskompetenz &#8222;ein.<\/p>\n<p>Wie kommt es zu diesen Reflexionen \u00fcber das Berlin der Gegenwart? Warum tauchen sie jetzt auf bzw. werden erst jetzt und mit Vehemenz \u00f6ffentlich?<\/p>\n<h5>Ende des Boomtow&shy;n-Traums: Bed&uuml;rfnis nach &#132;sicheren&#148; Raumbil&shy;dern?<\/h5>\n<p>Manches deutet darauf hin, dass der Zeitpunkt der Diskussion alles andere als zuf\u00e4llig ist: Denn gegenw\u00e4rtig scheint es um die kollektive Bew\u00e4ltigung des Boomtown-Traums der 1990er Jahre zu gehen. Nach dem offenkundigen Scheitern dieser Zukunftsvision f\u00fcr die Stadt, die in den euphorischen Anf\u00e4ngen der &#132;Berliner Republik&#148; entstanden war, setzt nunmehr eine Phase der Reflexion ein. Auf der politisch-administrativen Ebene ist Berlin Hauptstadt geworden &#150; jedoch besteht von Seiten der f\u00f6deral ausgerichteten Restrepublik Skepsis, was die Versorgungsw\u00fcnsche Berlins anbetrifft. Es kommt zunehmend zu einer Auseinanderentwicklung zwischen dem (Selbst)Bild der Region Berlin-Brandenburg und deren realer Entwicklung.[2]<\/p>\n<p>Dieses Auseinanderdriften wird nun mental zu verhindern versucht: durch die Suche nach einem neuen Image f\u00fcr die Stadt Berlin. Das alte Bild der Boomtown hat &#150; angesichts realer katastrophaler Arbeitsmarktzahlen und immenser Verschuldung &#150; keinen Bestand mehr: es beginnt die kollektive Suche nach einem neuen &#132;Raumbild&#148;. Es geht also um die Entwicklung einer mental map, einer kognitiven Karte der Hauptstadt, von der auf nationaler Ebene alle profitieren. Die Stadt muss sich jetzt durch einen neuen &#132;Bedeutungs\u00fcberschuss&#148; &#150; politisch, \u00f6konomisch und\/oder kulturell &#150; vor der restlichen Republik legitimieren. Ein solcher Bedeutungs\u00fcberschuss kann materieller als auch ideeller Natur sein, zum Beispiel durch identifikationsstiftende Funktionen.<\/p>\n<p>Funktion und Bedeutung solcher kognitiver Stadt-Karten liegen darin, dass sie einen wichtigen, h\u00e4ufig jedoch noch nicht gen\u00fcgend reflektierten Beitrag zur realen Stadtentwicklung leisten. Auf die Stadt Berlin \u00fcbertragen: Die Hauptstadt formt sich allm\u00e4hlich auch entlang der vorhandenen Vorstellungen \u00fcber sie. Die Herstellung und Perpetuierung r\u00e4umlicher Stereotype wird dann bestimmend f\u00fcr die tats\u00e4chliche politisch-\u00f6konomische Entwicklung der Stadt (vgl. Belina 2001). Fast scheint es, als w\u00fcrden gerade bei zunehmender Unsicherheit pr\u00e4zise imagin\u00e4re Raumkonstruktionen wichtiger, als ob sie Sicherheit in einer sich ver\u00e4ndernden Gesellschaft suggerierten.<\/p>\n<p>Wichtig f\u00fcr die Werkm\u00e4chtigkeit von Stadt-Bildern ist auch ihre Verankerung in historischen und aktuellen Ressourcen der Stadt: Raumbilder sind in der Regel nicht aus der Luft gegriffen, sondern greifen auf die historischen Bedeutungen wie auch auf aktuelle Ressourcen und Potenziale der Stadtregion zur\u00fcck. Wirtschaftlich, politisch und kulturell wurde in Geschichte und Gegenwart der Stadt gewisserma\u00dfen der ,Fundus` gelegt, aus dem sich aktuelle Raum- und Leitbilder speisen. Hierbei sind gerade geopolitische Erw\u00e4gungen einflussreich und pr\u00e4gen, meist unausgesprochen, die Vorstellungen vom Stadttraum. Solche historisch m\u00e4chtigen Konstruktionen sind in Berlin zum Beispiel:<\/p>\n<p>&#151; Berlin als geopolitisches Zentrum der Nazi-Herrschaft und die Vorstellungen von Germania als Zukunftsvision der Hauptstadt. Hier finden sich zwei Bilder nebeneinander: Extreme Architektur, extreme politische Positionen und Gewaltherrschaft, kriegerische Auseinandersetzung und Zerst\u00f6rung. Diese geopolitische Vergangenheit ist bis heute stark tabuisiert, wird jedoch seit kurzem innerdisziplin\u00e4r differenziert und innovativ aufgearbeitet.[3] Andererseits besteht bis heute das Bild der goldenen 1920er Jahre mit den rauschenden Parties und den, andererseits, verarmten, aber berlinschnauzigen und warmherzigen Arbeitern in der Weimarer Republik (das &#132;Zille-Millj\u00f6h&#8220;).<\/p>\n<p>&#151; Berlin als Frontstadt des kalten Krieges. Beide H\u00e4lften Berlins erf\u00fcllten innerhalb des jeweiligen politischen Systems der Nachkriegszeit eine Schaufensterfunktion: West-Berlin blieb, trotz seiner geographischen Lage, Teil der Westallianz und behauptete sich schlie\u00dflich. Neue gesellschaftliche Bewegungen Ende der 1960er Jahre nahmen ihren Ausgang in Charlottenburg und Kreuzberg. Ost-Berlin wurde ebenfalls mit einer ,Schaufensterfunktion` ausgestattet und au\u00dfenfinanziert: die \u00f6stliche H\u00e4lfte der Stadt blieb all die Jahre intellektuelles Zentrum der DDR.<\/p>\n<h5>Die Produktion von Berlin-&shy;Bil&shy;dern<\/h5>\n<p>Von Seiten der Wissenschaft werden heute verschiedene r\u00e4umliche Bilder \u00fcber Berlin angeboten und vermittelt. Insbesondere f\u00fcnf Bilder scheinen in der Stadtforschung zu dominieren: a) der &#132;echten&#148;, weil polarisierten Hauptstadt, des b) politisch-administriellen Berlins, des c) multikulturellen, internationalen Berlins, des d) intellektuellen sowie touristischen Durchlauferhitzers, und schlie\u00dflich e) der schrumpfenden Stadt. Diese f\u00fcnf Konstruktionen sollen im Folgenden holzschnittartig vorgestellt werden:<\/p>\n<p>a) Berlin wird als &#132;echte&#148; Gro\u00dfstadt pr\u00e4sentiert, weil sie sich durch eine zunehmen-de Polarisierung zwischen armen und reichen Stadtteilen charakterisiert. Eine Global City kann offenbar gar nicht mehr anders gedacht werden als eine zugleich quatered City (Peter Marcuse). In Berlin bildet sich dieser Polarisierungsdiskurs &#151; oder modisch: die sozialr\u00e4umliche Spreizung &#151; zum Beispiel in den Beschreibungen, Debatten und Bildern Nord-Neuk\u00f6llns (und spiegelbildlich: im Diskurs \u00fcber die prosperierende &#132;Neue und hippe Mitte&#148;) ab. Der Stadtteil Neuk\u00f6lln arrivierte in den vergangenen Jahren zum bundesweit bekannten Beispiel f\u00fcr sozialr\u00e4umliche Verarmungsprozesse. Die Stereotypisierung dieses einen Raumes erlaubt die gedankliche B\u00fcndelung von Perforationsprozessen, die in allen Schichten und in allen Stadtteilen beheimatet sind. Das &#132;Abrutschen&#148; des Stadtteils Neuk\u00f6lln und die daraus entstehenden sozialen Probleme werden jedoch nicht als Gemeinschaftsaufgabe gesehen, sondern auf die Individuen verlagert und als Teil einer neuen Hauptstadt-Realit\u00e4t aufgefasst: Durch den Statuswechsel zur Hauptstadt und Metropole k\u00f6nnen solche sozialen Opfer scheinbar nicht ausbleiben: alle Beteiligten empfinden so etwas wie ein r\u00e4umliches Schicksal.[4]<\/p>\n<p>b) Berlin als politisch-administrielle Hauptstadt: Das in den vergangenen Jahren geschaffene r\u00e4umliche Bild ist das des Regierungsviertels und das der (wieder) nach Berlin kommenden ausl\u00e4ndischen Botschaften. Dieser Entwicklung wird von wissenschaftlicher Seite gro\u00dfe Beachtung geschenkt. Welche Rolle spielt die &#132;Berliner Republik&#148; in der geistigen Landkarte des vereinigten Deutschlands? Eine erste Aufarbeitung der geopolitischen Rolle Berlins w\u00e4hrend der Naziherrschaft erfolgt erst seit wenigen Jahren; die Frage nach der Gewichtung von &#132;Zentralit\u00e4t&#148; in einem f\u00f6deralen Staat nimmt zu-nehmend Raum in der Debatte ein. Von politischer Seite werden dagegen inzwischen administrative Hauptstadtmodelle \u00e4 la Washington, D.C. angedacht<\/p>\n<p>c) Das multikulturelle, das internationale Berlin: Verschiedene Wissenschaftler weisen auf die besondere, weil stark ausgepr\u00e4gte multikulturelle Dimension der Stadt hin. Betont wird in dieser Argumentationslinie, dass die allermeisten Metropolen durch Internationalit\u00e4t und Zuwanderung gepr\u00e4gt seien, dies also elementar f\u00fcr die moderne Stadtentwicklung sei. Das r\u00e4umliche Stereotyp hierzu ist Kreuzberg, Inkubator und Ausgangspunkt neuer sozialer Bewegungen und happenings (z.B, des Kamevals der Kulturen). Auch das im Entstehen begriffene und viel beachtete j\u00fcdische Leben in Berlin kann als Teil dieser Multikulturalit\u00e4t aufgefasst werden. Die st\u00e4rkere Pr\u00e4senz von ethnischen \u00d6konomien bzw, die st\u00e4rkere sichtbare Beteiligung von Migrantinnen und Migranten am Wirtschaftsleben werden auf Internationalisierungsprozesse zur\u00fcck gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>d) Berlin pr\u00e4sentiert sich als intellektueller Durchlauferhitzer auf verschiedenen gesellschaftlichen Niveaus. Die Stadt bestimmt das geistige Leben der Republik (mit): Erinnert sei an die Love-Parade, die mittels der Party als Massenph\u00e4nomen identit\u00e4tsstiftend f\u00fcr viele junge Menschen wirkt. Dabei handelt es sich, wenn man so will, um eine in den Tiergarten verlagerte demokratisierte Massenversion des Glamours, der in der Mitte der Stadt beheimatet ist. Weiterhin sprechen die zahlreichen Parades, die von vielen Touristen besucht werden, eine eindeutige Sprache: diese Stadt ist der Ort, an dem gro\u00dfe Veranstaltungen zu urspr\u00fcnglich &#132;queeren&#148; Themen stattfinden k\u00f6nnen (Love Parade f\u00fcr Techno-Fans; Karneval der Kulturen f\u00fcr die Migrantinnen und Migranten; Christopher Street Day f\u00fcr die Homosexuellen). Auf gehobenem intellektuellen Niveau findet sich eine neue Schicht von jungen Facharbeitern und Selbst\u00e4ndigen, die, haupts\u00e4chlich im Bezirk Mitte, ihrem beruflichen Traum in Medien- und Modewelten nachjagen. F\u00fcr die steigenden Zahlen an Studierenden stellen die drei Universit\u00e4ten und die zwei Fachhochschulen einen intellektuellen Durchlauferhitzer dar: ein stabiles Arbeitsverh\u00e4ltnis finden sie in der Stadt nach dem Studium eher selten. Doch ein Studium in der Hauptstadt bringt eine besondere intellektuelle und emotionale Bindung an diese Stadt mit sich, die mutma\u00dflich ganze Generationen an Ausbildungsjahrg\u00e4ngen pr\u00e4gen wird. Berlin verk\u00f6rpert so in der Tat schon das Bild eines Katalysators f\u00fcr Kulturen und Eliten<\/p>\n<p>&#151; im Grunde handelt es sich um eine Fortf\u00fchrung der vormaligen alimentierten Schaufenster- und Vorbildfunktion. Das r\u00e4umliche Stereotyp ist das der Massen im Tiergarten und der Touristen auf dem Pariser Platz.<\/p>\n<p>e) Berlin &#151; die schrumpfende Stadt. Dieses Bild, meist symbolisiert durch das Bild der verlassenen &#132;Platte&#148;, beginnt sich langsam in den K\u00f6pfen zu verankern. Dieses Bild wird auf weite Teile Ostberlins transplantiert. Die Versuche, Leerst\u00e4nde durch Umbau&#151;und Abrissma\u00dfnahmen effektiv zu bek\u00e4mpfen und das Scheitern dieser Politiken ist das Ergebnis einer Orientierung an einer vordergr\u00fcndigen, wenig differenzierten Wahrnehmung der Stadtproblematik. Die Stigmatisierung der &#132;Platte&#8220;[5] im Osten und des M\u00e4rkischen Viertels im Westen ist ein r\u00e4umliches Bild, das viele Wissenschaftler transportieren, auch wenn damit eine starke Verallgemeinerung der Stadtteilentwicklung einher geht.<\/p>\n<p>Erstaunlich ist, wie sich alte Bilder (das gro\u00dfe Berlin vs. das provinzielle Bonn) halten und wie sehr darin das Selbstverst\u00e4ndnis der Nachkriegszeit verblasst ist: welche Hauptstadt, welches Selbstverst\u00e4ndnis, welche Identit\u00e4t soll sich das f\u00f6derale, wieder-vereinigte Deutschland geben? Die hier nur kurz umrissenen Raumbilder gestalten die Hauptstadtdebatte sowie die Stadtentwicklungspolitik gegenw\u00e4rtig wesentlich mit; sie strukturieren auf diese Weise auch die Zukunft der Stadt.<\/p>\n<p>[1] Ich beziehe mich hier auf die 8-teilige Serie &#132;Berlin &#8211; die geduldete Hauptstadt?&#148;, die seit Juli 2003 im Tagesspiegel abgedruckt wurde.<br \/>[2] Als Indikatoren f\u00fcr die reale Entwicklung seien an dieser Stelle die Arbeitslosenzahlen genannt, die sich spiegelbildlich zum R\u00fcckgang der Anteile der sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten seit Anfang der 1990er Jahre erh\u00f6ht haben. Aktuell liegt die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Berlin bei 18,3% und zeigt &#8211; verglichen mit den Daten aus dem Jahre 2000 &#8211; eine drastische Zunahme um mehr als f\u00fcnf Prozent (2000: 12,7%).<br \/>[3] Vgl. hierzu die Arbeiten von Klaus Kost (zur Gro\u00dfstadtfeindlichkeit) und den geographischen Arbeitskreisen &#132;Geschichte der Geographie&#148; und &#132;Politische Geographie&#148;.<br \/>[4] Kreuzberg, das \u00e4hnliche soziale Probleme hat, ist mit einer solchen Stigmatisierung sehr viel weniger konfrontiert. In Neuk\u00f6lln aber arbeitet keine Lobby mehr gegen dieses r\u00e4umliche Bild an, man ist schon Opfer, w\u00e4hrend man in Kreuzberg noch gestaltet (zum Mythos Kreuzberg siehe auch: Lang 1998)<br \/>[5] Marzahn ist ein gutes Beispiel f\u00fcr die Wirkungsm\u00e4chtigkeit von Raumbildern: w\u00e4hrend der Stadt-teil im \u00f6ffentlichen Diskurs immer wieder als Paradebeispiel f\u00fcr die Verwahrlosung von Wohngebieten angef\u00fchrt wird, liegt de facto die Arbeitslosenquote in einigen Verkehrzellen bei 2,1 Prozent.<\/p>\n<p>Literatur<br \/>Belina, Bernd 2001: Umk\u00e4mpfte Ideologien: Krimineller vs. \u00f6ffentlicher Raum; in: Politische Geographie, hg. v. Paul Reuber\/G\u00fcnter Wolkersdorfer, Heidelberg<br \/>Best, Ulrich\/Gebhardt, Dirk 2001: Stigma-Stadtpl\u00e4ne Berlins; in: Politische Geographie, hg. v. Paul Reuber\/G\u00fcnter Wolkersdorfer, Heidelberg<br \/>Borst, Renate\/Kr\u00e4tke, Stefan 2000: Berlin: Metropole zwischen Boom und Krise, Opladen B\u00fcrkner, Hans Joachim 2003: Schlagwort Schrumpfung&#8230;; in: IRS-Aktuell, Juli<br \/>Lesemann, Frank 2001: Migration und Integration in Berlin, Opladen<br \/>H\u00e4u\/3ermann, H. et al 1992: Stadt und Raum. Soziologische Analysen, Opladen<br \/>H\u00e4uf3ermann, H.\/A. Kapphan 2001: Die geteilte Stadt, Opladen<br \/>Kost, Klaus 2000: Gro\u00dfstadtfeindlichkeit im Rahmen deutscher Geopolitik; in: Diekmann. Irene et al,. Geopolitik. Grenzg\u00e4nge im Zeitgeist 1890 bis zur Gegenwart, Potsdam<br \/>Lang, Barbara 1998: Mythos Kreuzberg. Ethnografie eines Stadtteils (1961-1995), Frankfurt\/Main Marcuse, Peter 1989: ,Dual City&#8216;: a muddy metaphor for a quartered city; in: International Journal of urban and regional research 13, H. 4, S. 697-708<br \/>Schmals, Klaus M. (Hg.) 2000: Migration und Stadt, Opladen<br \/>Schulz, Marion 2000: Das neue Zentrum von Berlin; in: Geographische Rundschau 52, H.8-8, S. 27-32<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2399],"publikationen":[1464],"class_list":["post-12225","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-felicitas-hillmann","publikationen-vorg-165"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Stadt im Kopf - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-165\/publikation\/die-stadt-im-kopf\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Stadt im Kopf - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Beobachtungen zur neuen Hauptstadtdebatte aus: Vorg\u00e4nge Nr. 165 ( Heft 1\/2004), S.56-60 Seit ungef\u00e4hr einem Jahr tritt eine sonst eher im Stillen formulierte und diskutierte Frage in das Rampenlicht der Berlin-Debatte: Was macht eigentlich die Hauptstadt aus? 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