{"id":12371,"date":"1975-11-16T12:40:00","date_gmt":"1975-11-16T11:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/kirche-und-klassenkampf\/"},"modified":"2021-08-24T21:46:31","modified_gmt":"2021-08-24T19:46:31","slug":"kirche-und-klassenkampf","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/16\/publikation\/kirche-und-klassenkampf\/","title":{"rendered":"Kirche und Klassenkampf"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 16 (Heft 4\/1975), S. 66-74<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"klassenkampf-ein-in-staat-und-kirche-verdraengtes-thema\">Klassen&shy;kampf &ndash; ein in Staat und Kirche verdr&auml;ngtes Thema<\/span><\/h2>\n<p>Die Begriffe Klasse und Klassenkampf [1] werden in der gegenw\u00e4rtigen politischen wie theologischen Diskussion der BRD &#8211; und nur auf diese wollen wir uns hier beziehen &#8211; m\u00f6glichst umgangen, gemieden oder nur in Form negativer Bezugnahme auf eine verwerfliche Vokabel oder ein Theorem des Gegners, der dann apriori linksradikal sein mu\u00df, erw\u00e4hnt. Die Hessischen Rahmenrichtlinien z.B. werden damit verteufelt, da\u00df sie das Thema Klassenkampf auch in den Schulen einf\u00fchren wollten, in der SPD spricht man lieber von Reformen und Langzeitprogrammen, in der &#8222;hohen Theologie&#8221; m\u00f6glichst gar nicht und in kirchenamtlichen Verlautbarungen nur im Stil von Horrorgeschichten von diesem Thema.<br \/>Affirmativ von Klassenkampf reden daher nur die Mitglieder marxistischer Gruppen, welche hierzu nicht nur ein historisches und theoretisches Recht, sondern durch Berufsverbote auch gegenw\u00e4rtige Veranlassung haben.<br \/>Die Verdr\u00e4ngung oder das Totschweigen des Klassenkampfgedankens und die Diffamierung seines Gebrauchs als &#8222;rote Semantik&#8221; bilden eine subtile Form der gegenw\u00e4rtigen ideologischen Fortsetzung des Klassenkampfes. Indem das harmonistische Gesellschaftsideal der b\u00fcrgerlichen Demokratie dabei nahtlos mit einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung verwoben wird, kann, wer letztere abschaffen will, als Feind der Demokratie denunziert und damit als staatsgef\u00e4hrdender Unruhestifter belangt werden [2]. Ohne eine Entlarvung der herrschaftsstabilisierenden Funktionen der gegenw\u00e4rtigen reaktion\u00e4ren Indoktrination in Politik, Hochschulen, Medien kann die klassenk\u00e4mpferische Absicht und Auswirkung dieser euphemistisch als &#8222;Tendenzwende&#8221; bezeichneten Kampagne weder analytisch identifiziert noch erfolgreich bek\u00e4mpft werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kirchliche-fehleinschaetzungen-des-klassenkampfes\">Kirchliche Fehlein&shy;sch&auml;t&shy;zungen des Klassen&shy;kampfes<\/span><\/h2>\n<p>Die Einw\u00e4nde des konservativen Christentums und seiner Theologie gegen ein sozialistisches Engagement des Christen erweisen sich zum gro\u00dfen Teil als Variationen der einen Grundauffassung, da\u00df die Klassenkampfvorstellung und das universelle Liebesgebot als Kern christlicher Botschaft absolut miteinander unvereinbar seien. Die Praxis der Liebe Jesu (auch in seinem Zorn) wird dabei ebenso unbeachtet gelassen wie eine exakte Begriffsbestimmung und Bedeutungsanalyse von Liebe im Neuen Testament; &#8222;Liebe&#8221; im Sinne des traditionellen und kirchenamtlichen Verst\u00e4ndnisses ist ein Wohlwollen, das &#8222;alle&#8221;, besonders aber die den andern angetanen Lieblosigkeiten versteht, verzeiht und &#8212; ausgenommen eigene Interessen werden tangiert &#8212; in verbaler Harmonie aufhebt. Der Gegensatz Klassenkampf\u00a0&#8212; christliches Liebesgebot wird dabei zum Gegensatz von Ha\u00df und Liebe, S\u00fcnde und Gnade \u00fcberhaupt zugespitzt und verf\u00e4lscht. Die Diskussion \u00fcber den Klassenkampf ist zus\u00e4tzlich belastet durch die Gleichsetzung von Klassenkampf und politischer Gewaltanwendung, so da\u00df der Christ nicht ohne einen Versto\u00df gegen das Gebot universeller Vers\u00f6hnung und Br\u00fcderlichkeit am Klassenkampf als &#8212; wie man behauptet: gewaltsamer &#8212; Beseitigung der bestehenden Ungerechtigkeiten teilnehmen kann.<br \/>Mit diesen beiden Fehleinsch\u00e4tzungen des Klassenkampfes verbindet sich die These, da\u00df es selbst dann, wenn es zugegebenerma\u00dfen in der Gesellschaft Konflikte gibt, die den Charakter des Klassenkampfes haben, trotzdem f\u00fcr die Kirche eine Ausnahmesituation gibt, wobei die Kirche als Ort der gelungenen Antizipation der \u00dcberwindung von Klassenstandpunkten ausgegeben wird. Diese Auffassung lebt nicht nur von der Unterstellung, da\u00df die Kirche sich \u00fcber die gesellschaftliche Realit\u00e4t, zu der sie geh\u00f6rt, so selbst\u00e4ndig erheben kann, da\u00df sie am (als vermeid-bar unterstellten) Klassenkampf nicht teilnimmt, sondern verbietet au\u00dferdem, von Klassenkampf innerhalb der Kirche zu reden, ungeachtet der in ihr selber praktizierten Formen von Klassenjustiz [3].<br \/>Die referierten Einsch\u00e4tzungen des Klassenkampfes und seines Verh\u00e4ltnisses zum Christentum interpretieren den Klassenkampf eindeutig als moralische Gr\u00f6\u00dfe, ohne dabei im geringsten die zentrale Bedeutung der strukturellen Gewalt f\u00fcr eine Neuinterpretation der Einsch\u00e4tzung von Gewalt in Moral und Ethik zur Kenntnis zu nehmen. Daher ist es klar, da\u00df der paradigmatische Widerspruch zwischen Christentum und Klassenkampf als der zweier sich widersprechender moralischer Haltungen aufgefa\u00dft wird. Im christlichen Milieu kann daher die Vorstellung erzeugt werden, als ob es sich beim Klassenkampf um ein durch pers\u00f6nliche Entscheidung gew\u00e4hltes Mittel der Politik wie Tarifverhandlungen, Streiks handle, das aber wegen seines gewaltm\u00e4\u00dfigen Charakters abzulehnen sei [4].<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"der-klassenkampf-als-strukturelle-groesse\">Der Klassen&shy;kampf als struk&shy;tu&shy;relle Gr&ouml;&szlig;e<\/span><\/h2>\n<p>F\u00fcr den Sozialisten stellt sich das Problem des Klassenkampfes von vornherein auf einer v\u00f6llig anderen Ebene. Der Klassenkampf bezieht sich auf Sachverhalte, die dem Willen und der Entscheidung der einzelnen Subjekte als davon unabh\u00e4ngige Strukturen vorausliegen. Insoweit die Begriffe Klasse und Klassenkampf analytisch-theoretisches Instrumentarium zur Beschreibung und Erkl\u00e4rung gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse sind, wird man daher zun\u00e4chst nach ihrer Leistungsf\u00e4higkeit bei der Systemanalyse und nicht nach ihren emotionalen Konnotationen fragen m\u00fcssen. Im Unterschied dazu ist jedoch die praktische Orientierungskraft und politische Relevanz dieser Begriffe von ihrem Erkenntniswert nicht zu trennen.<br \/>Gibt es in der Gesellschaft der BRD unbestreitbar eine gesellschaftliche Arbeitsteilung [5], dann gibt es auch eine Aufteilung der Gesellschaft in Klassen, insofern aus der Arbeitsteilung auch eine Aufteilung der Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber den gesellschaftlich produzierten \u00dcberschu\u00df und damit eine Polarisierung zwischen Kapital und Lohnarbeit resultiert. Die Aufteilung der Gesellschaft in Klassen bedeutet jedoch nicht nur das Entstehen einer Klassenstruktur, sondern auch einer Klassenherrschaft, deren Antagonismen in Form des Klassenkampfes ausgetragen werden, da jede Klasse bestrebt ist, die Gesellschaft in der Weise zu organisieren, da\u00df sie selber die f\u00fchrende Rolle bei der Verteilung des gesellschaftlich erarbeiteten Uberschusses einnimmt. Kapitalistische Klassenherrschaft ist dabei begr\u00fcndet in der Trennung der unmittelbaren Produzenten von der Verf\u00fcgung \u00fcber ihre Produktionsmittel. Zudem entscheidet der Lohnarbeiter weder \u00fcber die Aneignung und Verteilung des produzierten Mehrwertes, noch \u00fcber das, was produziert wird, noch \u00fcber die Arbeitsbedingungen, unter denen produziert wird. \u00dcber diesen Tatbestand k\u00f6nnen auch sogenannte sozialstaatliche Einrichtungen und die Partnerschaftsideologie nicht hinwegt\u00e4uschen.<br \/>Da es sich beim Klassenkampf um einen grundlegenden Sachverhalt der Gesellschaftsstruktur \u00fcberhaupt handelt, ist der Klassenkampf auch auf allen Ebenen der gesellschaftlichen Wirklichkeit gegenw\u00e4rtig: auf der \u00f6konomischen, auf der politischen, auf der ideologischen Ebene. Er \u00e4u\u00dfert sich jedoch auf diesen verschiedenen Ebenen in unterschiedlicher Form, so da\u00df er f\u00fcr die politisch handelnden Subjekte nicht immer klar identifizierbar ist. Dies wird von den Agenten des Sp\u00e4tkapitalismus besonders auf der Ebene der kulturellen Apparate ausgenutzt, um \u00fcber gesteuerte Informationspolitik, soziale Kommunikation, zentrale Bildungseinrichtungen usw Klassengegens\u00e4tze zu verschleiern und den Gegner zu paralysieren oder notfalls zu kriminalisieren.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"theologie-und-kirche-nicht-jenseits-des-klassenkampfes\">Theologie und Kirche nicht jenseits des Klassen&shy;kampfes<\/span><\/h2>\n<p>Ist der Klassenkampf ein unvermeidbares strukturelles Datum, das nicht durch einen blo\u00dfen Willensakt der Individuen, durch pers\u00f6nliche Liebesanstrengung oder kirchliche Lehrentscheidung aus der Welt geschafft werden kann, dann ist es nur noch eine\u00a0S c h e i n f r a g e, ob man am Klassenkampf teilnehmen darf oder nicht. Man nimmt immer schon teil, ob man will oder nicht, was in gleicher Weise f\u00fcr die Individuen wie die Institutionen, f\u00fcr die Theologie wie f\u00fcr die Kirche gilt. Wer etwa die Tauglichkeit der Klassenanalyse bestreitet, indem er sich auf die Behauptung der wissenschaftlichen Unzul\u00e4nglichkeit des Klassenbegriffes zur\u00fcckzieht, handelt praktisch nicht nur so, da\u00df er sich der Konsequenz entzieht, durch Leugnung der Existenz von Klassen und des Klassenkampfes seinen eigenen Standpunkt explizit angeben zu m\u00fcssen, sondern liefert ungewollt einen Beitrag zum Klassenkampf, indem er von der Fiktion gesellschaftlicher Unabh\u00e4ngigkeit wissenschaftlichen Problematisierens ausgeht. Praktisch sind daher Theologie und Kirche immer auf einer Seite des Klassenkampfes, auch wenn sie oft &#8211; vielleicht sogar aus \u00dcberzeugung &#8211; sich darum bem\u00fchen, auf allen Seiten zu wirken oder sogar \u00fcber allen Gegens\u00e4tzen zu sein.<br \/>Ist der Klassenkampf eine strukturelle Gegebenheit sp\u00e4tkapitalistischer Gesellschaften, dann ist f\u00fcr das einzelne Subjekt wie f\u00fcr die Institutionen die Entscheidungsfrage in einer doppelten Weise gestellt: a) auf welcher Seite man am Klassenkampf teilnehmen will; b) ob man aktiv oder reaktiv, in bewu\u00dfter Ver\u00e4nderungsabsicht oder als regressives Moment teilzunehmen gedenkt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"wo-steht-der-christ\">Wo steht der Christ?<\/span><\/h2>\n<p>Ist die Teilnahme am Klassenkampf auch dem Christen strukturell auf gezwungen, dann mu\u00df gefragt werden, auf welcher Seite der Christ stehen sollte, wenn er der Sache Jesu gerecht werden will. Nun kann weder eine politische Option direkt aus der neutestamentlichen Jesus-Tradition als Legitimationsbasis abgeleitet werden, noch d\u00fcrfen Funktionen politischer Relevanz dieser Tradition auf eine blo\u00dfe Motivationshilfe f\u00fcr politische Entscheidungen reduziert werden. Trotzdem ist damit nicht eine \u00c4quidistanz der Sache Jesu zu allen politischen Programmen und gesellschaftlichen Klassen behauptet, denn sowohl das Verhalten Jesu wie auch die Inhalte seiner Botschaft lassen Priorit\u00e4ten erkennen, die bei der politischen Entscheidung des Christen nicht \u00fcbersehen werden d\u00fcrfen. Um Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse zu vermeiden, seien einige dieser Inhalte der Botschaft Jesu andeutungsweise genannt [6]:<\/p>\n<p>a) Gott will Frieden und Gerechtigkeit f\u00fcr alle. Er l\u00e4dt durch die Verk\u00fcndigung Jesu dazu ein, in diesen allgemeinen Heilswillen einzuwilligen und aus ihm heraus zu handeln.<br \/>b) Gleichzeitig steht Gott aber gerade deswegen zun\u00e4chst auf seiten der jeweiligen Opfer der Geschichte und der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse, dh er ist zuerst und vor allem ein Gott der Armen, der Rechtlosen, der Ohnm\u00e4chtigen. Soll er auch ein Gott der Reichen, der Privilegierten, der M\u00e4chtigen werden, dann m\u00fcssen diese in einer radikalen Umkehr zuerst den Erstgenannten gleich werden, das hei\u00dft: sie m\u00fcssen von sich aus etwas f\u00fcr die Aufhebung der Klassengegens\u00e4tze tun.<br \/>c) Weil Gott will, da\u00df alle individuellen wie strukturellen Ungerechtigkeiten und Herrschaftsverh\u00e4ltnisse beseitigt werden, tendiert das Verhalten Jesu immer auf \u00dcberwindung der Gegens\u00e4tze, wobei allerdings sein eigenes Verhalten gerade parteilich und nicht neutral ist. Er tut nicht so, als ob alle schon eins w\u00e4ren, sondern handelt so, da\u00df alle eins werden k\u00f6nnen: Er baut soziale und religi\u00f6se Widerspr\u00fcche ab, artikuliert unterdr\u00fcckte Bed\u00fcrfnisse, befreit von unbegriffenen \u00c4ngsten und falschen G\u00f6ttern, praktiziert offene Solidarit\u00e4t mit den Ausgesto\u00dfenen und entwickelt so insgesamt risikofreudige Alternativen zum Status quo, wohlwissend, da\u00df er damit nicht unmittelbar den ewigen Frieden, sondern nur neue Konflikte mit den Machthabern schafft.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"notwendigkeit-politischer-parteinahme\">Notwen&shy;dig&shy;keit politischer Parteinahme<\/span><\/h2>\n<p>Soll die damit in der Botschaft Jesu eindeutig ausgesagte Parteinahme f\u00fcr die Entrechteten, Unterdr\u00fcckten und Ausgebeuteten nicht nur die schmerzliche Anwandlung eines frommen Gem\u00fctes bleiben, das sich h\u00f6chstens zu moralischen Appellen an die Herrschenden aufschwingt oder f\u00fcr die Ausgesto\u00dfenen, statt mit den Ausgesto\u00dfenen betet, dann mu\u00df diese Parteinahme auch politisch konkrete Z\u00fcge annehmen. Es gen\u00fcgt nicht blo\u00df die &#8222;gute Meinung&#8221;, im Klassenkampf auf der Seite der Unterdr\u00fcckten stehen zu wollen, wenn sowohl politische Effizienz als auch eine wirkliche Neuinterpretation des Glaubens durch dezidiertes Einnehmen des eigenen Klassenstandpunktes gelingen soll; denn nur im Kampf um seine Befreiung vermag der Mensch \u00fcber die Unmittelbarkeit seiner physischen Reproduktion hinaus seine wahrhaft menschliche Berufung zu erkennen. Dies bedeutet in der Gegenwart &#8212; ber\u00fccksichtigt man insbesondere die Entwicklung des internationalen Kapitals &#8212; den Eintritt in ein strategisches B\u00fcndnis mit der Arbeiterklasse und engagierte Teilnahme an ihrem antiimperialistischen und antimonopolistischen Kampf. Die Entscheidung f\u00fcr den Sozialismus ist nicht zu verwechseln mit moralischer Entr\u00fcstung, sondern entspringt der Einsicht in die Notwendigkeit der Ver\u00e4nderung der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft und den ihr zugrundeliegenden ungerechten kapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ueberparteilichkeit-eine-fiktion\">&Uuml;berpar&shy;tei&shy;lich&shy;keit eine Fiktion<\/span><\/h2>\n<p>Wer mit Berufung auf den universalen Heilsauftrag der Kirche demgegen\u00fcber eine \u00dcberparteilichkeit der Kirche reklamieren will, der verzeichnet die Situation in mehrfacher Weise:<\/p>\n<p>a) Auch wenn die Kirche allen das Heil verk\u00fcnden soll, hei\u00dft das nicht, da\u00df sie allen gleich nahe stehen kann, was sie faktisch ja auch nie getan hat. Aus der eschatologischen Differenz zu allen real vorfindlichen politischen Ordnungen folgt weder praktisch noch theoretisch eine politische Neutralit\u00e4t. Es gibt vielmehr ein legitimes B\u00fcndnis zwischen einem marxistischen Streben und K\u00e4mpfen f\u00fcr eine klassenlose Gesellschaft und der christlichen Hoffnung auf das Reich der Gerechtigkeit und des Friedens, das in Jesus angebrochen ist. Das christliche Wissen um Habgier und Machtbesessenheit des Menschen wird dabei ein revolution\u00e4res Engagement eher kritisch befl\u00fcgeln als resignativ l\u00e4hmen.<br \/>b) Die Christen, die nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer umfassenden Imperialismusanalyse eine sozialistische Option gegen Gro\u00dfgrundbesitzer, Gener\u00e4le und Konzerne getroffen haben, tragen nicht den Klassenkampf in die Kirche hinein, sondern helfen den erniedrigten und geschundenen Mitchristen in aller Welt, ihren Klassenstandpunkt besser zu erkennen, ihre Lebenschancen und Zukunftsaussichten besser einzusch\u00e4tzen und ihre Ausbeuter klar und deutlich von denen zu trennen, die wirkliche Solidarit\u00e4t praktizieren. Der Verzicht auf die Verdeutlichung der Klassengegens\u00e4tze verschleiert nur die wahren Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse, erh\u00f6ht dadurch ihre Un\u00fcberwindbarkeit und ist alles andere als Vers\u00f6hnung.<br \/>c) Der Klassenkampf wird immer von oben begonnen, denn niemand will freiwillig ein Ausgebeuteter sein. Diejenigen tragen daher den Klassenkampf in die Kirche hinein, die Menschen ausbeuten und dem\u00fctigen und sich dabei nicht sch\u00e4men, Kirchenmitglieder sein zu wollen &#8212; nicht diejenigen, die sich gegen diesen doppelten Zynismus zur Wehr setzen. Solange die Kirchenleitungen der BRD nicht glaubhaft einen Interessenzusammenhang zwischen ihrer antisozialistischen Propaganda und den Interessen des Kapitals [7]zu widerlegen verm\u00f6gen, setzen sie sich dem begr\u00fcndete Verdacht aus, da\u00df sie h\u00f6chstens eine reiche Kirche f\u00fcr die Armen, aber keine arme Kirche der Armen sein wollen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-rolle-der-kirche-im-klassenkmapf-der-brd\">Die Rolle der Kirche im Klassenk&shy;mapf der BRD<\/span><\/h2>\n<p>Es kann nicht \u00fcbersehen werden, da\u00df die westdeutschen Kirchenleitungen und auch die meisten theologischen Lehrstuhlinhaber eine der hier entwickelten genau entgegengesetzte Option f\u00fcr ihre praktische Teilnahme am sich \u00e4u\u00dferst differenziert vollziehenden Klassenkampf der BRD getroffen zu haben scheinen. Es soll hier nicht \u00fcber den allseits bekannten Tatbestand lamentiert werden, da\u00df die Institution Kirche in der BRD \u00fcber einen so gro\u00dfen Besitz an Grundst\u00fccken, Geb\u00e4uden und Kapitaleink\u00fcnften verf\u00fcgt, da\u00df sie sicher sowohl alles andere als eine evangeliengem\u00e4\u00dfe Armut praktiziert, als auch einen erkl\u00e4rt antiproletarischen Charakter hat. Es soll auch nicht auf die sonderbare Nichtbeachtung der in immer st\u00e4rkere Antagonismen treibenden Expansion des internationalen Kapitalismus und Imperialismus seitens der westdeutschen Kirchenleitungen bei der Verteilung reichlich vorhandener kirchlicher Gelder n\u00e4her eingegangen werden [8]. Hier soll nur kurz auf die Teilnahme kirchlicher Stellen und Instanzen am Klassenkampf &#8212; bei gleichzeitiger verbaler Leugnung seiner Existenz &#8212; auf der Ebene der kulturellen Apparate aufmerksam gemacht werden.<br \/>W\u00e4hrend man sich \u00f6konomisch wohlwollend \u00fcber die freie Marktwirtschaft und die lobenswerte Kreativit\u00e4t der Unternehmer \u00e4u\u00dfert [9], und sich gleichzeitig als in der Mitbestimmungsfrage nach allen Seiten offen gibt, wird die insgesamt nicht mehr zu verheimlichende N\u00e4he zur Politik der CDU\/CSU durch eine apriorische \u00dcbereinstimmung in wesentlichen Wertvorstellungen erkl\u00e4rt. Andererseits schl\u00e4gt man jedoch um so deutlichere antisozialistische T\u00f6ne auf allen &#8222;gestimmten und ungestimmten Klavieren&#8221; des \u00f6ffentlichen Lebens an: in Kirchenzeitungen und Ordinariatsdrucksachen, in Sonntagsreden und Leserbriefen an die FAZ, in Rundfunkr\u00e4ten und katholischen Verlagen, in bisch\u00f6flichen Akademien und Instituten f\u00fcr christliche Sozialwissenschaft, im Kolpingwerk und bei den bisch\u00f6flichen Hilfswerken Adveniat und Misereor [10].<br \/>In offiziellen und offizi\u00f6sen kirchlichen Dokumenten wird der Eindruck erweckt, da\u00df der traditionelle Katalog der christlichen Tugenden und die Aufrechterhaltung der bestehenden sp\u00e4tkapitalistischen Verh\u00e4ltnisse der BRD weitgehend deckungsgleich seien. Jesu Botschaft von der Vers\u00f6hnung wird dabei als stumme Unterwerfung unter die etablierten \u00f6konomischen wie hierarchischen Autorit\u00e4ten mi\u00dfverstanden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"systemstabilisierende-tendenzen\">System&shy;sta&shy;bi&shy;li&shy;sie&shy;rende Tendenzen<\/span><\/h2>\n<p>Was mit Teilnahme der Kirche am Klassenkampf auf der Ebene der kulturellen Apparate gemeint ist, l\u00e4\u00dft sich auch schlaglichtartig an einigen zentralen Punkten der thematischen Auseinandersetzung und ihrer milieustabilisierenden Funktion verdeutlichen.<\/p>\n<p>a) Besonders h\u00e4ufig tritt in letzter Zeit die Behauptung auf, da\u00df durch den Sozialismus die Freiheit des Menschen gef\u00e4hrdet sei: in Gestalt von Rahmenrichtlinien, von Fundamentaldemokratie und neuerdings auch von Emanzipation als einem &#8222;teuflischen Erziehungsprinzip&#8220; [11]. Die in der kapitalistischen Propaganda des Westens breitgetretene Differenz zwischen formaler Demokratie und sozialistischem Etatismus wird von den Kirchenleitungen bereitwillig aufgegriffen und, um das Stichwort verweigerter Religionsfreiheit erg\u00e4nzt, in ein abschreckendes Bild vom Sozalismus eingebaut. Dabei wird sowohl die verweigerte Mitbestimmung in der Kirche selber verschwiegen wie auch ungekl\u00e4rt gelassen, welche Freiheit und wessen Menschenw\u00fcrde denn konkret gemeint sind: ob es um das Recht auf Mitbestimmung der unmittelbaren Produzenten oder das Recht der alleinigen Entscheidungsgewalt der Unternehmensleitungen, ob es um Freiheit als Selbstverwirklichung oder um eine marktgerechte Konsumentensouver\u00e4nit\u00e4t geht, um die Investitionsfreiheit des Unternehmens oder die Unfreiheit ausbildungswilliger Jugendlicher bei der Suche eines Arbeitsplatzes.<br \/>b) Die Interessengebundenheit der kirchlichen Argumentation wird derzeit besonders deutlich in der Auseinandersetzung um die Schulpolitik, die Rundfunkanstalten und die um Entspannung bem\u00fchte Ostpolitik sowohl der fr\u00fcheren Bundesregierung wie des Vatikans. Wird gegen die emanzipatorische P\u00e4dagogik und die ihren Ans\u00e4tzen folgende Bildungsreform noch die These vom gesellschaftlichen Pluralismus als Argumentationshilfe gegen ein oberstes Lernziel bem\u00fcht [12], so wird in der Auseinandersetzung um die vatikanische Ostpolitik das Gef\u00e4lligkeitsdenken der Kirchenleitungen gegen\u00fcber den durch die Entspannungspolitik desavouierten C-Parteien direkt als politische Gr\u00f6\u00dfe greifbar. Aber auch beim Rekurs auf den Pluralismus als Strukturprinzip demokratischer Gesellschaften entlarvt sich die Scheinhaftigkeit der Argumentation von selber. Wird der Gegner pauschal mit Ideologieverdacht belegt und als unwissenschaftlich etikettiert, so scheut man sich selber nicht, die grunds\u00e4tzliche Zugeh\u00f6rigkeit von Pluralismus und Konflikt, von Interesse und Macht, von Politik und Ver\u00e4nderbarkeit des Gesellschaftssystemszu verschweigen und beleuchtet stattdessen &#8222;die Schulen der Nation&#8221; im rosigen Licht friedlichen Nebeneinanders, aus dem heraus dann gleichsam naturw\u00fcchsig sich langsam der T\u00fcchtige aufgrund gr\u00f6\u00dferer Leistung auch bald zum sozial H\u00f6hergestellten weiterentwickeln darf.<br \/>c) Das auffallende Theoriedefizit des kirchlichen Milieus und seiner Wortf\u00fchrer in dieser Auseinandersetzung mit den &#8222;linken Systemver\u00e4nderern&#8221; zeigt sich in eigens dazu aufgelegten Schrif tenreihen [13] durch eine immer wiederkehrende und daher beinahe schon r\u00fchrend wirkende Zufluchtnahme zu Elaboraten der kulturpolitisch engagierten Professoren Hans Maier, Hermann L\u00fcbbe, Helmut Schelsky. Dabei gibt es im kirchlichen Milieu noch nicht einmal ein Bewu\u00dftsein davon, da\u00df die Autoren L\u00fcbbe und Schelsky in ihren Werken eher eine philosophische bzw. religionssoziologische Schadenfreude \u00fcber die Rezeptionsbereitschaft eines von ihnen wegen seiner geistigen Unterentwicklung verachteten Milieus an den Tag legen. Das B\u00fcndnis funktioniert trotzdem unangefochten als dasjenige von Tr\u00e4gern einer mittelst\u00e4ndischen Ordnung und aufgekl\u00e4rten b\u00fcrgerlichen Ideologen durch gemeinsame Abwehrhaltung gegen den Klassengegner.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"rueckwirkungen-einer-strategischen-allianz-auf-christen-und-marxisten\">R&uuml;ckwir&shy;kungen einer strate&shy;gi&shy;schen Allianz auf Christen und Marxisten<\/span><\/h2>\n<p>Christen, die sich f\u00fcr den Sozialismus engagieren, gehen unter anderem von der \u00dcberlegung aus, da\u00df eine strategische Allianz von Christen und Marxisten g\u00fcnstige R\u00fcckwirkungen auf Praxis- und Theoriebildung beider Verb\u00fcndeten haben w\u00fcrde:<\/p>\n<p>a) Durch Eintritt der Christen in den revolution\u00e4ren Kampf erfolgt nicht nur eine erhebliche Verbreiterung der sozialen Basis f\u00fcr revolution\u00e4re Prozesse, sondern es ergeben sich auch neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr einen Aufbau der Kirche von der Basis her. Je mehr das Proletariat zum Subjekt der Politik, desto mehr kann auch das Volk zum wirklichen Tr\u00e4ger von Kirche werden.<br \/>b) Verbunden mit einer Politisierung des Christen, der es lernt, in seinem Bewu\u00dftsein strategisch-politische Probleme und Alternativen mit seiner Glaubens\u00fcberzeugung zu vermitteln, ist auch die Chance einer &#8222;Eschatologisierung&#8220; des Marxisten, insofern dieser neue Perspektiven sowohl f\u00fcr die Kulturrevolution als auch f\u00fcr die Verkn\u00fcpfung von \u00f6konomischer und kultureller Entwicklung durch eine enge Zusammenarbeit mit Christen gewinnt.<br \/>c) Ergeben sich aus der strategischen Allianz von Christen und Marxisten Notwendigkeit und M\u00f6glichkeit einer aus der Praxis heraus entwickelten Theologie, so sind auch auf die marxistische Religionskritik R\u00fcckwirkungen in dem Sinne zu erwarten, da\u00df sie lernt, durch Anwendung des historischen Materialismus auf ihre eigenen Grundlagen diese den gewandelten Verh\u00e4ltnissen entsprechend weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>In der BRD ist, im Unterschied zu romanischen (traditionell katholischen) L\u00e4ndern, der Bewu\u00dftseinsbildungsproze\u00df in Richtung auf ein solches B\u00fcndnis nur bei einzelnen Gruppen im Gang. Da\u00df die Amtskirche ihrerseits an einer im Hinblick auf das Christentum positiven Ver\u00e4nderung des Marxismus nicht interessiert ist, weil ein solcher Vorgang notwendig mit einem Ver\u00e4nderungsproze\u00df aufseiten der Christen und der Kirche, der zur Sache Jesu zur\u00fcckf\u00fchren m\u00fc\u00dfte, verkn\u00fcpft ist, liegt auf der Hand.<\/p>\n<p>Verweise:<\/p>\n<p>1 Man vergleiche Klaus von Beyme, Artikel Klassenkampf,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 in:\u00a0Sowjetsystem und demokratische Gesellschaft, Bd III, Freiburg 1969, 633-669.<br \/>2 Man vergleiche die &#8222;Gesetze zur inneren Sicherheit&#8221;, deren Entwurf zur Verabschiedung vorliegt. Der Text kann den Bundesdrucksachen Nr 7\/2854 und 7\/2772 entnommen werden.<br \/>3 Vgl hierzu KNA-Informationsdienst Nr 22, Seite 7 (29. Mai 1975).<br \/>4 Da\u00df Papst Paul VI in seiner Enzyklika Populorum Progressio demgegen\u00fcber die Berechtigung zur gewaltm\u00e4\u00dfigen Entfernung von Gewaltherrschaft anerkannte, wird dabei immer stillschweigend \u00fcbergangen (vgl Populorum Progressio Nr 31).<br \/>5 Es w\u00e4re erm\u00fcdend, hier sowohl den weiteren marxistischen Theoriekontext zu entfalten, als auch auf die Bedeutung der BRD f\u00fcr den kapitalistischen Imperialismus in Einzelanalysen einzugehen.<br \/>6 Vgl H. Kessler, Erl\u00f6sung als Befreiung, D\u00fcsseldorf 1972; \u00e4hnliche \u00dcberlegungen finden sich in einem noch unver\u00f6ffentlichten Entwurf von K. Sch\u00e4fer, M\u00fcnster 1975.<br \/>7 Der Vortrag von Kardinal D\u00f6pfner, Ethische Grunds\u00e4tze einer Wirtschaftsf\u00fchrung aus der Sicht der katholischen Kirche, vom 11. M\u00e4rz 1975 kann keinerlei Hoffnungen in der hier angedeuteten Richtung wecken.<br \/>8 Es w\u00e4re hier n\u00e4her zu untersuchen, wie und welche Projekte in der Dritten Welt durch die bisch\u00f6flichen Hilfswerke Adveniat und Misereor gef\u00f6rdert werden. Insbesondere w\u00e4re zu \u00fcberpr\u00fcfen, welche deutschen Bisch\u00f6fe Projekte unterst\u00fctzen, die sich eine Ausrottung der lateinamerikanischen &#8222;Theologie der Befreiung&#8221; zum Ziel gesetzt haben.<br \/>9 Man vergleiche wiederum die Rede von Kardinal D\u00f6pfner vor dem Bundesverband der deutschen Industrie.<br \/>10 Durch eine besonders unangenehme Mischung von christlich eingekleidetem Antisozialismus und einem durch private Geh\u00e4ssigkeit verdeckten Theoriedefizit tut sich dabei besonders W. Weber, der Leiter des M\u00fcnsteraner Instituts f\u00fcr christliche Sozialwissenschaften, hervor, der nicht nur die Unternehmer insachen Theologie und Kirche, sondern auch die Kirche insachen Sp\u00e4tkapitalismus und Unternehmer mehr eifrig als klug ber\u00e4t und dabei, so sachlich t\u00f6richt wie methodisch unfair, alle politisch relevanten nachkonziliaren Neuans\u00e4tze in der Theologie kurzerhand als Handlangerdienste f\u00fcr den Kommunismus abstempelt.<br \/>11 Vgl U. Benedix, MdB, in: Kirchenzeitung f\u00fcr das Erzbistum K\u00f6ln, 7. 3.1975.<br \/>12 Vgl H. R. Launen, P\u00e4dagogik &#8212; Instrument der System\u00fcberwindung? in: Kirche und Gesellschaft Nr 16, K\u00f6ln 1974.<br \/>13 Vgl die Reihe &#8222;Kirche und Gesellschaft&#8221; der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle M\u00f6nchengladbach, wiederum unter F\u00fchrung von W. Weber, sowie die Reihe &#8222;Initiativen&#8221; des Herder-Verlages Freiburg.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>&#8230; Anderswo vollzieht sich Strukturwandel: Der Erzbischof von Besancon hat sich schon in den ersten Tagen des Streiks mit den LIP-Arbeitern solidarisiert, mit ihnen demonstriert. In Spanien werden ehrw\u00fcrdige Bisch\u00f6fe von regierungsfreundlichen Zeitungen als &#8222;Kommunisten&#8221; bezeichnet; in Belgien unterst\u00fctzt der Klerus Streiks in der Borinage, und in Brasilien kursieren Hirtenbriefe gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung. Vielleicht wird eine Zeit kommen, in der man nicht mehr mutige Theologen mit Exkommunikation bedroht, sondern Mietwucher und Aktiengewinne, und vielleicht wird der Erzbischof von K\u00f6ln eines Tages sich mit den streikenden Arbeitern der Fordwerke solidarisieren. Nein. Vielleicht doch nicht.<\/p>\n<p><i>Heinrich B\u00f6ll in seinem Beitrag f\u00fcr eine Festschrift zum 70. Geburtstag des katholischen Theologen Karl Rahner (1974), die wegen dieses Beitrags bis heute von keinem katholischen Verlag ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/i><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2452,2451],"publikationen":[856],"class_list":["post-12371","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-herbert-vorgrimler","autoren-kuno-fuessel","publikationen-856"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kirche und Klassenkampf - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/16\/publikation\/kirche-und-klassenkampf\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kirche und Klassenkampf - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg\u00e4nge Nr. 16 (Heft 4\/1975), S. 66-74 Klassen&shy;kampf &ndash; 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