{"id":17536,"date":"2021-12-16T13:10:23","date_gmt":"2021-12-16T12:10:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=17536"},"modified":"2021-12-27T10:23:09","modified_gmt":"2021-12-27T09:23:09","slug":"ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/234-vorgaenge\/publikation\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\/","title":{"rendered":"Ehemalige Gefangene als Mentor*innen f\u00fcr jugendliche Straft\u00e4ter*innen &#8211; Volltext"},"content":{"rendered":"<h2><span id=\"ein-paradigmenwechsel-in-der-straffaelligenhilfe\">Ein Paradig&shy;men&shy;wechsel in der Straf&shy;f&auml;l&shy;li&shy;gen&shy;hilfe<\/span><\/h2>\n<p>In: vorg\u00e4nge Nr. 234 (2\/2021), S. 61 &#8211; 70<\/p>\n<p><em>Resozialisierung als oberste Aufgabe des Strafvollzuges bedeutet gleichzeitig ein Recht Strafgefangener auf staatliche Unterst\u00fctzung bei der gesellschaftlichen Wiedereingliederung zum Ende ihrer Haftstrafe. Hierf\u00fcr ist das Konzept der Desistance bedeutsam, da es \u2013 anstelle eines problemzentrierten Fragens nach der Entstehung von Kriminalit\u00e4t \u2013 auf die Bedingungen f\u00fcr das Ablassen von kriminellem Verhalten fokussiert. Dieser Artikel stellt das in Anlehnung an Erkenntnisse der aktuellen Desistance-Forschung entwickelte Konzept des Credible Messengers vor. Dabei handelt es sich um ein innovatives Mentoringprogramm im Bereich der Resozialisierung, das zugleich ehemalige Gefangene und junge Straft\u00e4ter*innen dabei unterst\u00fctzt, straffrei zu leben.<\/em><\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3><span id=\"einleitung\">Einleitung<\/span><\/h3>\n<p>Straff\u00e4lligenhilfe und Justizvollzug weisen eine verfassungsrechtliche Bedeutung auf. Zum einen leitet sich die Zielvorgabe der Resozialisierung, welche sich programmatisch durch alle Bem\u00fchungen beider Bereiche zieht, aus dem Sozialstaatsprinzip (Art. 20 GG) ab. Zum anderen resultiert das Recht straff\u00e4llig gewordener Menschen auf Resozialisierung aus Art. 2 Abs. 1 iVm Art. 1 GG und hat daher verfassungsrechtlichen Rang (vgl. BVerfGE 35, 202, 236).<\/p>\n<p>Der Terminus Resozialisierung ist keinesfalls als gesetzlich oder anderweitig klar definierter Fachbegriff zu verstehen. Vielmehr gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen, die jedoch als kleinsten gemeinsamen Nenner allesamt die Formulierung des Bundesverfassungsgerichts aufgreifen, nach der das Ziel in der \u201eWiedereingliederung des Straft\u00e4ters und der Straft\u00e4terin [sic] in die Gesellschaft\u201c besteht (vgl. BVerfGE 35, 202, 235). Der Begriff Resozialisierung ist daher, Cornel folgend, als Kurzform f\u00fcr ein ganzes Programm zu begreifen, welches es auszugestalten gilt (Cornel 2018: 39ff.). Sichtbar wird dies daran, dass es in der Theorie sowie in der Praxis keinesfalls nur ein Modell der Resozialisierungsma\u00dfnahmen gibt. Vielmehr versucht eine Vielzahl unterschiedlichster Ans\u00e4tze die zentrale Frage zu beantworten, was geschehen muss, damit Menschen nicht mehr straff\u00e4llig werden. Besondere Bedeutung kommt dahingehend der Desistance-Forschung zu, die untersucht, welche Mechanismen Straft\u00e4ter*innen helfen k\u00f6nnen, die kriminelle Karriere abzubrechen und eine straffreie Lebensgestaltung langfristig aufrechtzuerhalten. Auf ihren Erkenntnissen aufbauend k\u00f6nnen verschiedene konkrete Programme entwickelt werden. Eines davon ist das der sogenannten Credible Messenger, ein neuartiges Resozialisierungskonzept, das gleichsam ehemaligen Strafgefangenen wie auch jungen Straft\u00e4ter*innen eine M\u00f6glichkeit der Wiedereingliederung bietet.<br \/>\nCredible Messenger: Ein zweifach wirkendes Resozialisierungskonzept<\/p>\n<p>Jede*r zweite Strafgefangene in Deutschland wird nach der Entlassung r\u00fcckf\u00e4llig. Die Re-Integration in die Gesellschaft wird durch fehlende soziale und \u00f6konomische Ressourcen der ehemaligen Gefangenen zus\u00e4tzlich erschwert.<br \/>\nZwei Gruppen stellen in der Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung eine besondere Herausforderung dar: ehemalige Strafgefangene und jugendliche sog. Intensivt\u00e4ter*innen. Ehemalige Strafgefangene stellen den Staat aufgrund ihrer hohen R\u00fcckfallquote (Jehle et al. 2016:94ff.) vor eine Herausforderung. Die Angst der Gesellschaft vor R\u00fcckf\u00e4lligkeit wiederum steigert das Misstrauen gegen\u00fcber ehemaligen Gefangenen und erschwert so die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Gerade die mit fehlenden sozialen und finanziellen Ressourcen verbundene Perspektivlosigkeit f\u00fchrt die Entlassenen h\u00e4ufig innerhalb der ersten Monate nach der Entlassung zur\u00fcck in die Kriminalit\u00e4t (Galli 2020:47f.).<\/p>\n<p>Junge Straft\u00e4ter*innen sind unter den Straff\u00e4lligen \u00fcberproportional vertreten (Laubenthal et al. 2015:4f.).\u00a0 W\u00e4hrend deviantes Verhalten unter Jugendlichen mithin als ubiquit\u00e4r und episodenhaft gilt (D\u00f6lling 2008:156), spielt bei den schwereren Jugendstraftaten hingegen die Gruppe der sog. Intensivt\u00e4ter*innen eine besondere Rolle. So begehen etwa 10 Prozent aller jugendlichen Tatverd\u00e4chtigen etwa 50 Prozent der bekannt gewordenen Delikte (vgl. Grundies 1999; Block et al. 2009) und ca. 70-80 Prozent der schweren Gewaltstraftaten (vgl. Albrecht 1998). Im Umkehrschluss bedeutet dies: Wenn junge Intensivt\u00e4ter*innen Wege aus der Kriminalit\u00e4t finden, sinkt die Zahl der Delikte insgesamt drastisch.<\/p>\n<p>Die Probleme dieser T\u00e4ter*innengruppe leiten sich jedoch zumeist aus einem problembelasteten Umfeld ab (D\u00f6lling 2008:158). Es mangelt h\u00e4ufig an Stabilit\u00e4t sowie festen Bezugspersonen. Die Biographien der vom Staat eingesetzten Sozialarbeiter*innen oder Bew\u00e4hrungshelfer*innen unterscheiden sich allerdings in der Regel stark von den Lebenswelten der Jugendlichen. Zudem m\u00fcssen sie staatlichen Richtlinien folgen und eine professionelle Distanz bewahren. Den Jugendlichen f\u00e4llt es deshalb oft schwer, sich auf diese offiziellen Helfer*innen einzulassen, was den Beziehungsaufbau \u2013 und damit die Re-Integrationsaufgabe \u2013 erschwert.<\/p>\n<p>Der Einsatz von Mentor*innen mit \u00e4hnlichen lebensweltlichen Erfahrungen kann an dieser Stelle Abhilfe schaffen. Grundgedanke des Konzeptes ist es, ehemalige Strafgefangene, die den Ausstieg aus der Kriminalit\u00e4t geschafft haben, als glaubhafte Mentor*innen (Credible Messenger) f\u00fcr aktuell straff\u00e4llige junge Menschen anzustellen. Unter Mentoring wird \u201eeine zeitlich relativ stabile dyadische Beziehung\u201c zwischen einem*r Mentor*in mit einem bestimmten Erfahrungsschatz und einem*r weniger erfahrenen Mentee verstanden, die \u201edurch gegenseitiges Vertrauen und Wohlwollen gepr\u00e4gt\u201c ist. Ziel dieser Beziehung sind \u201edie F\u00f6rderung des Lernens und der Entwicklung sowie das Vorankommen\u201c der Mentees (Ziegler 2009:11). Insbesondere bei jugendlichen Adressat*innen mit individuellen wie umweltbezogenen Risikofaktoren zeigen Studien gro\u00dfe Effekte des Mentorings (St\u00f6ger, Ziegler 2012:139).<\/p>\n<p>Die Mentor*innen sind deshalb glaubhaft, weil sie \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht haben und daher am besten verstehen k\u00f6nnen, was in den Jugendlichen vorgeht, wie sie sich f\u00fchlen und wo Grenzen, Herausforderungen und Potenziale auf gesellschaftlicher, aber auch pers\u00f6nlicher Ebene liegen. Insbesondere der meist nicht geradlinige Lebensweg der Mentor*innen und deren individuellen Charaktereigenschaften sind es, die es ihnen erm\u00f6glichen, einen Zugang zu den jugendlichen Mentees zu erlangen (Aitken 2014:8). Dies schafft eine v\u00f6llig andere Basis f\u00fcr Vertrauen und gegenseitigen Austausch als es bei den offiziellen Helfer*innen m\u00f6glich ist. Die jungen Straft\u00e4ter*innen k\u00f6nnen sich mit den Mentor*innen identifizieren, da sie \u00e4hnliche biographische Erfahrungen teilen. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise die erlebten Folgen der Straff\u00e4lligkeit wie etwa Gerichtsverhandlung und Inhaftierung. Es ist weithin belegt, dass starke soziale Bindungen die Ver\u00e4nderung devianten Verhaltens erm\u00f6glichen, wenn positive Verhaltensweisen aus dem sozialen Umfeld \u00fcbernommen werden k\u00f6nnen. Werte und Normen, die nicht durch die eigene Bezugsgruppe vertreten werden, werden hingegen nicht \u00fcbernommen oder sogar abgelehnt (vgl. Hirschi 1969). Es gilt also, soziale Bezugsgruppen bereit zu stellen, die dem Werte- und Normsystem der Gesamtgesellschaft positiv gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<h3><span id=\"desistance-als-multifaktorieller-ansatz-in-resozialisierungskonzepten\">Desistance als multi&shy;fak&shy;to&shy;ri&shy;eller Ansatz in Resozi&shy;a&shy;li&shy;sie&shy;rungs&shy;kon&shy;zepten<\/span><\/h3>\n<p>Desistance beschreibt das Beenden kriminellen Verhaltens und den Abbruch krimineller Karrieren. Der Ausstieg aus einer kriminellen Karriere kann sowohl sehr abrupt als auch schleichend \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erfolgen. Das Ende strafrechtlich relevanter Aktivit\u00e4ten stellt dabei jedoch keine Ausnahme dar: der \u00fcberwiegende Teil delinquenter Personen begeht fr\u00fcher oder sp\u00e4ter keine Straftaten mehr (Hofinger 2012; Schneider 2008). Dennoch liegen wenige empirische Erkenntnisse \u00fcber diese Prozesse vor, was mitunter an einer fehlenden Definition von Desistance liegt. Die Kriterien, die erf\u00fcllt sein m\u00fcssen, um als desister zu gelten, sind unklar. Auch gibt es weder eine einheitliche Vorgabe f\u00fcr eine Mindestdauer ohne delinquente R\u00fcckf\u00e4lle, noch l\u00e4sst sich Kriminalit\u00e4t an sich einfach operationalisieren (Hofinger 2012; Schneider 2008; Walsh 2016).<\/p>\n<p>Desistance-Prozesse waren lange kein Thema kriminologischer Forschung, da vielmehr der Frage nachgegangen wurde, wie abweichendes Verhalten entsteht (Rieker 2016). Zur Erkl\u00e4rung von Desistance-Prozessen lassen sich aktuell vor allem zwei Ans\u00e4tze unterscheiden. Laub und Sampson sehen in \u00e4u\u00dferen Bedingungen, sogenannten turning points, die Hauptursache f\u00fcr ein straf- und verurteilungsfreies Leben. Diese Wendepunkte gehen oftmals mit einer Zunahme sozialer Bindungen, beispielsweise durch eine Partnerschaft oder die Aufnahme eines Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses, einher. Die dadurch erh\u00f6hte soziale Kontrolle mache deviantes Verhalten unwahrscheinlicher (Laub, Sampson 2001; Hofinger 2012). Maruna weist zudem auf die Bedeutung interpersonaler Ver\u00e4nderungsprozesse hin (Maruna 2001). In Interviews mit ehemaligen Straft\u00e4ter*innen zeigte sich, dass sich desister und persister (r\u00fcckf\u00e4llig gewordene Straft\u00e4ter*innen) vor allem in ihrer Selbstwahrnehmung unterschieden. Die desister zeichneten sich durch Eigenverantwortlichkeit und ein positives Selbstbild aus (ebd.). Neuere Ans\u00e4tze bem\u00fchen sich um eine Integration dieser beiden Str\u00e4nge und verdeutlichen die Wechselwirkung von soziostrukturellen M\u00f6glichkeiten, der eigenen Handlungsf\u00e4higkeit sowie individuellen Einstellungs- und Verhaltens\u00e4nderungen (Rieker 2016).<\/p>\n<p>Auch wenn die Formulierung konkreter Implikationen nicht Ziel der Desistance-Forschung ist, lassen sich dennoch hilfreiche Anregungen ableiten (Kawamura, Hofinger 2012). Die Desistance-Forschung fokussiert vor allem auf die individuellen Prozesse der Betroffenen und legt damit nahe, im Rahmen der Straff\u00e4lligenhilfe auf die individuellen Bed\u00fcrfnisse der Klient*innen einzugehen und Ma\u00dfnahmen flexibel zu gestalten (Hofinger 2012). Zus\u00e4tzlich empfiehlt es sich, den Fokus auf die St\u00e4rken und Ressourcen der Betroffenen zu legen und ein positives Selbstbild zu f\u00f6rdern (Hofinger 2012, Maruna 2004). Ferner kann die M\u00f6glichkeit einer ehrenamtlichen T\u00e4tigkeit den Wunsch nach Wiedergutmachung erf\u00fcllen (Hofinger 2012). Uggen und Janikula konnten basierend auf den Daten einer prospektiven L\u00e4ngsschnittuntersuchung zeigen, dass Jugendliche, die in der Schulzeit einer ehrenamtlichen T\u00e4tigkeit nachgingen, eine geringere Verhaftungsrate im jungen Erwachsenenalter aufwiesen (Uggen, Janikula 1999). Die Autor*innen argumentieren, dass die informelle soziale Kontrolle, die durch ehrenamtliche Arbeit entsteht, antisoziales Verhalten hemmt. Dem Aufbau einer tragf\u00e4higen Beziehung zwischen Betreuer*in und Betreuten kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Diese Beziehung sollte partizipativ gestaltet sein und sich durch Wertsch\u00e4tzung und Respekt auszeichnen (Hofinger 2012).<\/p>\n<h3><span id=\"wirkfaktoren-aus-der-desistance-forschung-im-konzept-der-credible-messenger\">Wirkfak&shy;toren aus der Desistan&shy;ce-&shy;For&shy;schung im Konzept der Credible Messenger<\/span><\/h3>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der Intensit\u00e4t und Dauer der kriminellen Laufbahn kommt es bei betroffenen Jugendlichen nach einem kriminellen \u201eH\u00f6hepunkt\u201c zur signifikanten Abnahme des straff\u00e4lligen Verhaltens. Ausschlaggebend f\u00fcr den Abbruch der kriminellen Karriere und den Desistance-Prozess hin zu einem gesellschaftskonformen Lebensstil sind sowohl pers\u00f6nliche als auch soziale Faktoren. Zu den Ver\u00e4nderungen im sozialen Kontext k\u00f6nnen etwa die Aufnahme einer Arbeits- oder Ausbildungsstelle oder die Gr\u00fcndung einer Familie z\u00e4hlen. Auf der Ebene pers\u00f6nlicher F\u00e4higkeiten sind eine Einstellungs\u00e4nderung oder eine positive Ver\u00e4nderung der Selbstwirksamkeitserwartung bedeutsam (Mulvey et al. 2004:224f.). Insbesondere bei jugendlichen Intensivt\u00e4ter*innen gilt, dass sowohl die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung als auch die Entwicklung kognitiver und mentaler F\u00e4higkeiten nicht vollst\u00e4ndig abgeschlossen sind. Sie unterliegen daher in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe Ver\u00e4nderungen, als dies im Erwachsenenalter der Fall ist (ebd.).<\/p>\n<p>F\u00fcr Ma\u00dfnahmen der Terti\u00e4rpr\u00e4vention sind die Prozesse, die Desistance beg\u00fcnstigen, von zentraler Bedeutung. Ressourcenorientierte Programme wie das Good-Lives-Modell zielen besonders darauf ab, die individuellen Ressourcen der Klient*innen zu st\u00e4rken und realistische positive Ziele f\u00fcr die eigene Lebensgestaltung zu erarbeiten (vgl. Barnao et al. 2016). Die Biografie der eingesetzten Mentor*innen wird hier zu einem theoretisch fundierten und praktisch anwendbaren Werkzeug, da sie als \u201eBlaupause\u201c f\u00fcr eine positive Selbsterz\u00e4hlung und zur St\u00e4rkung einer nicht-kriminellen Identit\u00e4t beitragen kann. Kriminalit\u00e4tsfreie Alternativen f\u00fcr die individuelle Lebensgestaltung werden durch die Mentor*innen zu etwas real Erreichbaren, da sie den Ausstieg, trotz eines vergleichbaren Hintergrundes de facto bereits gelebt haben und somit authentisch vermitteln k\u00f6nnen. Die Identifikation mit Messengern erleichtert nicht nur die \u00dcbernahme der vermittelten Inhalte, sondern f\u00f6rdert au\u00dferdem die Selbstwirksamkeit der Jugendlichen bez\u00fcglich der Umsetzung neuer Verhaltensweisen zur individuellen Zielerreichung. Aus der bisherigen Forschung ist bekannt, dass Selbstwirksamkeit und Selbstwert bei der R\u00fcckfallprognose eine entscheidende Rolle insofern spielen, dass sie sich auf die intrinsische Motivation zur Abkehr von Kriminalit\u00e4t und der Erreichung eigener Lebensziele auswirken (Senkans 2020:126f.).<\/p>\n<p>Ebenfalls f\u00f6rdert die Mentor*innent\u00e4tigkeit die Desistance der Messenger selbst. In der Forschung wird davon ausgegangen, dass ehemalige Straft\u00e4ter*innen, die aus kriminellen Karrieren ausgestiegen sind, einen starken Wunsch nach gesellschaftlicher Wiedergutmachung haben (vgl. Brotherton et al. 2019; Cramer et al. 2018; Cid et al. 2018; Maruna 2001). Bei dem Konzept des Credible Messenger kann dieser Wunsch zu einer sehr hohen Motivation der Mentor*innen zu ihrer T\u00e4tigkeit f\u00fchren. W\u00e4hrend des Mentoring k\u00f6nnen sie den jungen Straft\u00e4ter*innen bei der Entwicklung zu einem kriminalit\u00e4tsfreien und damit gesellschaftskonformen Lebensstil verhelfen und so ihrem Bed\u00fcrfnis nach Wiedergutmachung nachgehen. Gleichzeitig k\u00f6nnen sie sich weiter mit ihrer eigenen kriminellen Vergangenheit auseinandersetzen, diese aufarbeiten und gleichsam ihren eigenen Desistance-Prozess st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die T\u00e4tigkeit bietet den ehemaligen Gefangenen au\u00dferdem die M\u00f6glichkeit, die eigene Handlungsf\u00e4higkeit und Selbstwirksamkeit zu sp\u00fcren. Sie \u00fcbernehmen Verantwortung und ihnen wird Vertrauen und Wertsch\u00e4tzung von Seiten des Staates entgegengebracht. So nehmen die ehemaligen Gefangenen den Staat in diesem Kontext nicht nur als repressives Organ wahr, was ihnen erm\u00f6glicht, selbst eine positive Rechtserfahrung zu machen. Positive Erfahrungen mit Staat und Recht wiederum haben einen positiven Einfluss auf die Befolgung von Gesetzen (Mulvey et al. 2004:224). Dadurch hat das Mentoringprogramm einen weiteren wertvollen, indirekten kriminalpr\u00e4ventiven Effekt, indem auch die Desistance der Mentor*innen selbst gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<h3><span id=\"umsetzung-des-konzeptes\">Umsetzung des Konzeptes<\/span><\/h3>\n<p>In Gruppentreffen mit ihren Mentor*innen lernen die Jugendlichen den Umgang mit pers\u00f6nlichen, kriminogenen Risikofaktoren wie beispielsweise den Umgang mit sozialen Konflikten, Strategien zur Affektkontrolle und pers\u00f6nlicher Zielerreichung sowie Kommunikationsstrategien. Gleichzeitig werden die Teilnehmer*innen ermutigt, individuelle Ziele und positive soziale Rollen zu erarbeiten. Gemeinsam werden realistische Handlungsstrategien f\u00fcr ein straffreies Leben erarbeitet. Dies kann f\u00fcr die jungen Menschen ein turning point sein, an dem sie sich selbst entscheiden, den Weg aus der Kriminalit\u00e4t zu gehen (vgl. Cid, Marti 2012).<\/p>\n<p>Die Mentor*innen werden unter psychologischer Begutachtung sorgf\u00e4ltig ausgew\u00e4hlt sowie w\u00e4hrend der gesamten Projektlaufzeit p\u00e4dagogisch geschult und begleitet. Eine weitere Besonderheit des Projektes ist, dass die Mentor*innent\u00e4tigkeit im Rahmen einer sozialversicherungspflichtigen Anstellung ausgef\u00fchrt wird. Die Credible Messenger werden demnach nicht \u201enur\u201c ehrenamtlich t\u00e4tig, sondern f\u00fcr ihre Arbeit entlohnt. Dies soll zum einen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern und einen ersten Schritt in die finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit erm\u00f6glichen. Zum anderen sollen f\u00fcr die Mentor*innen die Erfahrung von Anerkennung und Selbstwirksamkeit gest\u00e4rkt werden (Aitken 2014:23).<\/p>\n<h3><span id=\"fazit-und-ausblick\">Fazit und Ausblick<\/span><\/h3>\n<p>Das Konzept einer Hilfe zur Selbsthilfe f\u00fcr die Jugendlichen bei gleichzeitiger St\u00e4rkung der Resozialisierung ehemaliger Strafgefangener durch ihre Einbindung in die Kriminalpr\u00e4vention und Straff\u00e4lligenhilfe ist nachhaltig angelegt. Das Entgegenbringen von Vertrauen in die ehemaligen Gefangenen von \u00f6ffentlicher Seite f\u00f6rdert die gesellschaftliche Bereitschaft zur Vergebung und steigert die Chancen f\u00fcr die Wiedereingliederung. Vorurteile und Stigmatisierungen k\u00f6nnen reduziert und T\u00fcren f\u00fcr Integration und soziale Teilhabe ge\u00f6ffnet werden. Dies kann zur Senkung der allgemeinen Kriminalit\u00e4tsfurcht beitragen.<\/p>\n<p>Es handelt sich dabei um eine neue Praktik in der Straff\u00e4lligenarbeit sowie in der sozialen Kriminalpr\u00e4vention. Die Innovation des Ansatzes liegt in dessen Ressourcenorientierung: Eine eigentlich als Problem verstandene Gesellschaftsgruppe wird hier zur L\u00f6sung eines Problems. Im internationalen Kontext werden Messenger-Programme, die Menschen mit Kriminalit\u00e4tserfahrungen in die Betreuung devianter Jugendlicher einbinden, bereits vielerorts erfolgreich und unter unterschiedlichen kulturellen, rechtlichen und politischen Ausgangsbedingungen praktiziert (vgl. Brotherton et al. 2019; Cramer et al. 2018; Cid et al. 2018; Aitken 2014). In den USA ist dieser Ansatz zunehmend fester Bestandteil der Jugendkriminalpr\u00e4vention und hat bereits jetzt gro\u00dfe Erfolge erzielt, indem er zur Reduzierung von Jugendkriminalit\u00e4t um bis zu 50 Prozent gef\u00fchrt hat (vgl. Lynch et al. 2018).<br \/>\nAuch innerhalb Deutschlands haben mehrere Projekte bereits erfolgreich die Idee des Mentoring in ihre Konzepte integriert. In der<\/p>\n<p>Suchtbehandlung, Psychiatrie und Schulpr\u00e4vention werden \u201eglaubw\u00fcrdige Akteur*innen\u201c mit ihren spezifischen biographischen Erfahrungen bereits seit langem f\u00fcr verschiedene pr\u00e4ventive sowie rehabilitative Zwecke eingesetzt (vgl. Walsh &amp; Gansewig 2020; Utschakowski 2012; Gr\u00fcner et al. 2002). Ein solches Vorgehen ist im Kontext der Kriminalpr\u00e4vention in Deutschland indes neu.<br \/>\nGlaubhafte Mentor*innen ersetzen keineswegs bereits vorhandene sozialarbeiterische oder psychologische Wiedereingliederungsma\u00dfnahmen, sondern sind insgesamt als Erweiterung der Klaviatur jugendkriminalpr\u00e4ventiver Ma\u00dfnahmen anzusehen. Als solche haben sie sich jedoch vielerorts als \u00e4u\u00dferst erfolgreich erwiesen. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik auch in Deutschland das Potenzial eines solchen Ansatzes erkennt und die Erkenntnisse der Desistance-Forschung k\u00fcnftig vermehrt in Resozialisierungsma\u00dfnahmen einflie\u00dfen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><em><strong>Saskia Jaschek<\/strong> 1992,\u00a0 Rehabilitationswissenschaften M.A., besch\u00e4ftigt sich vornehmlich mit Themen der Jugendkriminalit\u00e4t, Subjektivierungsprozessen und Perspektiven der Queer und Gender Studies; arbeitet bei Tatort Zukunft e.V. in der Projektentwicklung. s.jaschek@tatort-zukunft.org<\/em><br \/>\n<em><strong>Julian Knop<\/strong> 1985, Kriminologe M.A., Vorstandsvorsitzender von Tatort Zukunft e.V. und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Rehabilitationswissenschaften der Humboldt Universit\u00e4t zu Berlin. J\u00fcngste Ver\u00f6ffentlichung: \u201eEin bisschen wie zu Hause\u201c. Langzeitbesuche als Ma\u00dfnahme zur erweiterten Einbindung von Au\u00dfenkontakten im Jugendstrafvollzug (Kriminologische und sanktionenrechtliche Forschungen, 26). Berlin: Duncker &amp; Humblot. j.knop@tatort-zukunft.org<\/em><br \/>\n<em><strong>Marie Langner<\/strong> 1995, Juristin B.A., arbeitet bei Tatort Zukunft e.V. in der Projektentwicklung. J\u00fcngste Ver\u00f6ffentlichung: Suizide als Herausforderung f\u00fcr den Justizvollzug \u2013 Rechtliche Aspekte, Empirische Erkenntnisse und Pr\u00e4vention, in: Berliner Rechtszeitschrift, Jg.\u00a01, H.\u00a01\/2020, S.\u00a062-72. m.langner@tatort-zukunft.org<\/em><br \/>\n<em><strong>Jana Sophie Lanio<\/strong> 1995, Psychologin M.Sc., Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Tatort Zukunft e.V. J\u00fcngste Ver\u00f6ffentlichung: Bode, L., Ernst, S., F\u00e4hrmann, J., Knauer, F., Knop, J. &amp; Lanio, J.S. (2021). Jugendstrafvollzug und Corona \u2013 Rechtstats\u00e4chliche Ver\u00e4nderungen in deutschen Jugendstrafanstalten im Zuge der Coronapandemie, in: Zeitschrift f\u00fcr Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe, 3, 206-213. j.lanio@tatort-zukunft.org<\/em><\/p>\n<h3><span id=\"literaturverzeichnis\">Literaturverzeichnis:<\/span><\/h3>\n<p>Aitken, Jonathan 2014: Meaningful Mentoring \u2013 A policy paper for the Centre for Social Justice, London, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.centreforsocialjustice.org.uk\/core\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/mm.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.centreforsocialjustice.org.uk\/core\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/mm.pdf<\/a> [letzter Aufruf: 13.01.2021].<br \/>\nBarnao, Mary et al. 2016: The Good Lives Model: A New Paradigm for Forensic Mental Health, in: Psychiatry, Psychology and Law, Jg. 23, H. 2, S. 288-301.<br \/>\nBlock, Tobias et al. 2009: Jugendliche Mehrfach- und Intensivt\u00e4ter in Hamburg. Neue Wege zur Beschreibung eines alten Problems, in: Zeitschrift f\u00fcr Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe, Jg. 20, H. 2; S. 129-140.<br \/>\nBrotherton, David C. et al. 2019: Final Second Year Report, Credible Messenger Mentoring Intervention Project, Washington D.C. [bisher unver\u00f6ffentlichtes Dokument].<br \/>\nCid, Jos\u00e9; Marti, Joel 2012: Turning Points and Returning Points: Understanding the Role of Family Ties in the Process of Desistance, in: European Journal of Criminology, Jg. 9, H. 6; S. 603-620.<br \/>\nCid, Jos\u00e9 et al. 2018: The Transition from Prison to Community: the Role of Mentoring in Desistance and Reentry. 18. Konferenz der European Society of Criminology, Sarajevo 29.8.-1.9.2018 [unver\u00f6ffentlichte Pr\u00e4sentation, auf Anfrage von Jos\u00e9 Cid erhalten].<br \/>\nCornel, Heinz 2018: Zum Begriff der Resozialisierung; in: Cornel, H. et al. (Hrsg.): Resozialisierung, 4. Aufl., Baden-Baden, S. 31-62.<br \/>\nCramer, Lindsey 2018: Evaluation Report on New York City\u2019s Advocate, Intervene, Mentor Program, Urban Institute, Washington D.C., abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.urban.org\/sites\/default\/files\/publication\/99228\/nyc_aim_evaluation_report_0.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.urban.org\/sites\/default\/files\/publication\/99228\/nyc_aim_evaluation_report_0.pdf<\/a> [letzter Aufruf: 13.01.2021].<br \/>\nD\u00f6lling, Dieter 2008: Grundstrukturen der Jugenddelinquenz, in: Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie, Jg. 2; S. 155-161.<br \/>\nGalli, Thomas 2020: Weggesperrt. Warum Gef\u00e4ngnisse niemandem n\u00fctzen, Hamburg.<br \/>\nGrundies, Volker 1999: Polizeiliche Registrierungen von 7 bis 23j\u00e4hrigen\u202f: Befunde der Freiburger Kohortenuntersuchung, in: Albrecht, Hans-J\u00fcrgen (Hrsg.): Forschungen zu Kriminalit\u00e4t und Kriminalit\u00e4tskontrolle am Max-Planck-Institut f\u00fcr ausl\u00e4ndisches und internationales Strafrecht in Freiburg i. Br., Freiburg, S. 371\u2013402.<br \/>\nGr\u00fcner, Michael et al. 2002: Gewalt in der Schule \u2013 was ist zu tun? Eine praktische Handreichung f\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer, Hamburg, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/epub.sub.uni-hamburg.de\/\/epub\/volltexte\/2007\/33\/pdf\/gewalt_pdfpropertysource.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/epub.sub.uni-hamburg.de\/\/epub\/volltexte\/2007\/33\/pdf\/gewalt_pdfpropertysource.pdf<\/a> [letzter Aufruf: 13.01.2021].<br \/>\nHirschi, Travis 1969: Causes of Delinquency, 1. Aufl., Kalifornien.<br \/>\nHofinger, Veronika 2012: Desistance from crime \u2013 eine Literaturstudie. 1. Teilbericht zur Evaluation von Haftentlassenen, Wien, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.irks.at\/assets\/irks\/Publikationen\/Forschungsbericht\/Desistance_Literaturbericht.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.irks.at\/assets\/irks\/Publikationen\/Forschungsbericht\/Desistance_Literaturbericht.pdf<\/a> [letzter Aufruf: 13.01.2021].<br \/>\nJehle, J\u00f6rg-Martin 2016: Legalbew\u00e4hrung nach strafrechtlichen Sanktionen. Eine bundesweite R\u00fcckfalluntersuchung 2010 bis 2013 und 2004 bis 2013, Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz, M\u00f6nchengladbach, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.bmjv.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Service\/StudienUntersuchungenFachbuecher\/Legalbewaehrung_nach_strafrechtlichen_Sanktionen_2010_2013.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.bmjv.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Service\/StudienUntersuchungenFachbuecher\/Legalbewaehrung_nach_strafrechtlichen_Sanktionen_2010_2013.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1<\/a> [letzter Aufruf:13.01.2021].<br \/>\nKawamura-Reindel, Gabriele 2018: Desistance from crime. Anregungen f\u00fcr die Soziale Arbeit mit straff\u00e4llig gewordenen Menschen, in: Soziale Arbeit, Jg. 67; H. 8, S. 287-295.<br \/>\nLaub, John H.; Sampson, Robert J. 2001. Understanding Desistance from crime. Crime and Justice, Jg. 28, S. 1-69.<br \/>\nLaubenthal, Klaus et al. 2015: Jugendstrafrecht, 3. Aufl., Heidelberg.<br \/>\nLynch, Mathew et al. 2018: Arches Transformative Mentoring Program. An Implementation and Impact Evaluation in New York City, New York City, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.urban.org\/sites\/default\/files\/publication\/96601\/arches_transformative_mentoring_program_0.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.urban.org\/sites\/default\/files\/publication\/96601\/arches_transformative_mentoring_program_0.pdf<\/a> [letzter Aufruf: 13.01.2021].<br \/>\nMaruna, Shadd 2001: Making good: How ex-convicts reform and rebuild their lives, Washington D.C.<br \/>\nMaruna, Shadd et al. 2004: The Liverpool Desistance Study and Probation Practice: Opening the dialogue, in: Probation Journal, Jg. 51, H. 3, S. 221-232.<br \/>\nMulvey, Edward P.\u00a0 et al. 2004: Theory and Research on Desistance from antisocial activity among serious adolescent offenders, in: Youth violence and juvenile justice, Jg. 2, H. 3, S. 213-236.<br \/>\nRieker, Peter et al. 2016: Einleitung: Desistance als konzeptioneller Rahmen f\u00fcr die Untersuchung von Reintegrationsprozessen, in: Soziale Probleme, Jg. 27, H. 2, S. 147-154.<br \/>\nSchneider, Vera 2008: Kriminelle Karrieren, in: Steller, Max; Volbert, Renate (Hrsg.): Handbuch der Rechtspsychologie, G\u00f6ttingen u.a., S. 57-67.<br \/>\nSenkans, Svenja 2020: Desistance erkennen und unterst\u00fctzen, in: Maelicke, Bernd; Wein, Christopher (Hrsg.): Resozialisierung und systemischer Wandel, Baden-Baden, S. 119 &#8211; 135.<br \/>\nSt\u00f6ger, Heidrun; Ziegler, Albert 2012: Wie effektiv ist Mentoring? Ergebnisse von Einzelfall- und Metaanalysen, in: Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, Jg. 7, H. 2, S.\u00a0131-146.<br \/>\nUggen, Christopher Janikula, Jennifer 1999: Voulunteerism and Arrest in the Transition to Adulthood; in: Social Forces, Jg. 78; H. 1, S. 331-326.<br \/>\nUtschakowski, J\u00f6rg 2012: EX-IN-Ausbildungen: Experienced Involvement \u2013 Pro &amp; Contra, in: Psychiat Prax, Jg. 39, H. 5, S. 202-203.<br \/>\nWalsh, Maria 2016: Desistance \u2013 Ans\u00e4tze und Befunde der Forschung zum Abbruch krimineller Karrieren, in: Forum Kriminalpr\u00e4vention, Jg. 7, H. 3, S. 22-25, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.forum-kriminalpraevention.de\/files\/1Forum-kriminalpraevention-webseite\/pdf\/2016-03\/desistance-forschung.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.forum-kriminalpraevention.de\/files\/1Forum-kriminalpraevention-webseite\/pdf\/2016-03\/desistance-forschung.pdf<\/a> [letzter Aufruf: 13.01.2021].<br \/>\nWalsh, Maria; Gansewig, Antje 2020: Berichte des Nationalen Zentrums f\u00fcr Kriminalpr\u00e4vention Nr. 1: Fr\u00fchere Extremisten in der schulischen Pr\u00e4ventionsarbeit. Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis, Bonn.<br \/>\nZiegler, Albert 2009: Mentoring: Konzeptuelle Grundlagen und Wirksamkeitsanalyse, in: St\u00f6ger, Heidrun et al. (Hrsg.): Mentoring: Theoretische Hintergr\u00fcnde, empirische Befunde, und praktische Anwendungen, Lengerich u. a., S. 7-31.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[2957],"tags":[],"autoren":[2968,2966,2967,2965],"publikationen":[854,2954],"class_list":["post-17536","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-strafvollzug","autoren-jana-sophie-lanio","autoren-julian-knop","autoren-marie-langner","autoren-saskia-jaschek","publikationen-vorgaenge","publikationen-234-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ehemalige Gefangene als Mentor*innen f\u00fcr jugendliche Straft\u00e4ter*innen - Volltext - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/234-vorgaenge\/publikation\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Ehemalige Gefangene als Mentor*innen f\u00fcr jugendliche Straft\u00e4ter*innen - Volltext - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ein Paradig&shy;men&shy;wechsel in der Straf&shy;f&auml;l&shy;li&shy;gen&shy;hilfe In: vorg\u00e4nge Nr. 234 (2\/2021), S. 61 &#8211; 70 Resozialisierung als oberste Aufgabe des Strafvollzuges bedeutet gleichzeitig ein Recht Strafgefangener auf staatliche Unterst\u00fctzung bei der gesellschaftlichen Wiedereingliederung zum Ende ihrer Haftstrafe. Hierf\u00fcr ist das Konzept der Desistance bedeutsam, da es \u2013 anstelle eines problemzentrierten Fragens nach der Entstehung von Kriminalit\u00e4t [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/234-vorgaenge\/publikation\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-12-27T09:23:09+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"15\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/234-vorgaenge\\\/publikation\\\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/234-vorgaenge\\\/publikation\\\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\\\/\",\"name\":\"Ehemalige Gefangene als Mentor*innen f\u00fcr jugendliche Straft\u00e4ter*innen - Volltext - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2021-12-16T12:10:23+00:00\",\"dateModified\":\"2021-12-27T09:23:09+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/234-vorgaenge\\\/publikation\\\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/234-vorgaenge\\\/publikation\\\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/234-vorgaenge\\\/publikation\\\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 234: Strafvollzug in der Pandemie\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/234-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Ehemalige Gefangene als Mentor*innen f\u00fcr jugendliche Straft\u00e4ter*innen &#8211; Volltext\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Ehemalige Gefangene als Mentor*innen f\u00fcr jugendliche Straft\u00e4ter*innen - Volltext - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/234-vorgaenge\/publikation\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Ehemalige Gefangene als Mentor*innen f\u00fcr jugendliche Straft\u00e4ter*innen - Volltext - Humanistische Union","og_description":"Ein Paradig&shy;men&shy;wechsel in der Straf&shy;f&auml;l&shy;li&shy;gen&shy;hilfe In: vorg\u00e4nge Nr. 234 (2\/2021), S. 61 &#8211; 70 Resozialisierung als oberste Aufgabe des Strafvollzuges bedeutet gleichzeitig ein Recht Strafgefangener auf staatliche Unterst\u00fctzung bei der gesellschaftlichen Wiedereingliederung zum Ende ihrer Haftstrafe. Hierf\u00fcr ist das Konzept der Desistance bedeutsam, da es \u2013 anstelle eines problemzentrierten Fragens nach der Entstehung von Kriminalit\u00e4t [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/234-vorgaenge\/publikation\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-12-27T09:23:09+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"15\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/234-vorgaenge\/publikation\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/234-vorgaenge\/publikation\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\/","name":"Ehemalige Gefangene als Mentor*innen f\u00fcr jugendliche Straft\u00e4ter*innen - Volltext - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2021-12-16T12:10:23+00:00","dateModified":"2021-12-27T09:23:09+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/234-vorgaenge\/publikation\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/234-vorgaenge\/publikation\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/234-vorgaenge\/publikation\/ehemalige-gefangene-als-mentorinnen-fuer-jugendliche-straftaeterinnen\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 234: Strafvollzug in der Pandemie","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/234-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Ehemalige Gefangene als Mentor*innen f\u00fcr jugendliche Straft\u00e4ter*innen &#8211; Volltext"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation\/17536","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/media?parent=17536"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/categories?post=17536"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/tags?post=17536"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/autoren?post=17536"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikationen?post=17536"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}