{"id":18048,"date":"2022-05-10T21:40:07","date_gmt":"2022-05-10T19:40:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=18048"},"modified":"2022-05-11T07:37:32","modified_gmt":"2022-05-11T05:37:32","slug":"landesverband-baden-wuerttemberg","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/mitteilungen-nr-246\/publikation\/landesverband-baden-wuerttemberg\/","title":{"rendered":"Landesverband Baden-W\u00fcrttemberg"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"\"><span id=\"brief-an-aktive-des-landesverbandes-vom-06042022\">Brief an Aktive des Landes&shy;ver&shy;bandes vom 06.04.2022<\/span><\/h3>\n<p>Ich gebe den von Olaf hereingegebenen Link zum Interview von J\u00fcrgen Roth mit dem hpd zu seinem Austritt aus der HU an Euch weiter:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/hpd.de\/artikel\/nur-noch-traditionspflege-20263\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/hpd.de\/artikel\/nur-noch-traditionspflege-20263<\/a><br \/>\nDie beim letzten Jour Fixe Anwesenden werden sich an die in unserer Runde gestellte Frage erinnern, ob jemand von uns dem unbehaglichen Eindruck an der PM des BuVo zum Urkraine-Krieg Ausdruck verleiht durch einen (schriftlichen) Aufschlag dazu.<br \/>\nNun sind dem Verlauten nach mehrere Menschen wegen dieser PM aus der HU ausgetreten, neben J\u00fcrgen Roth der fr\u00fchere (dito gr\u00fcne) Datenschutzbeauftragte Peter Schaar und die (dito gr\u00fcne) Claudia Roth.<br \/>\nMeiner Meinung nach verfehlt die PM den ganz schmalen Grad, der zwischen richtiger Entwicklungsanalyse des Konflikts und der politisch b\u00fcrgerrechtlichen Verurteilung der russischen Aggression liegt. Eine Entwicklung verstehend darlegen, hei\u00dft nicht, diese auch zu billigen. Letzteres wird man der Autorenschaft der PM nicht vorwerfen d\u00fcrfen.<br \/>\nUnd diesen Vorwurf kennen wir alle, die wir fordern, etwa kriminelles Geschehen in seinem gesellschaftlichen Entstehungszusammenhang zu verstehen, oder als StrafverteidigerInnen das Verst\u00e4ndnis vom Entstehen von schrecklichen Taten einfordern und in Abkehr vom S\u00fchne- und Rachestrafrecht einer &#8222;angemessenen&#8220; Bestrafung resp. Behandlung das Wort reden. Zu leicht wird da aus Verstehen unterstellte Rechtfertigung, gar Billigung.<br \/>\nAber der PM ist der Vorwurf zu machen, der verstehenden Entwicklung bei Verurteilung der Aggression nicht den nicht nur platzm\u00e4\u00dfig nachrangigen Platz einger\u00e4umt zu haben:<br \/>\nDie Entwicklung ist im Ergebnis wohl richtig dargestellt, die Aggression ist richtig verurteilt. Aber der Raum des Verst\u00e4ndnisses ist in der PM zu einer sowohl-als-auch-Rechtfertigung der Aggression verstehbaren Erkl\u00e4rung geronnen. Das ist der Vorwurf, der der PM zu machen ist. Und da stimme ich J\u00fcrgen Roth voll zu, mit dem ich in fr\u00fcherer gemeinsamer Zeit im BuVo der HU nicht immer gleicher Meinung war, und das auch f\u00fcr viele andere Aussagen im Interview weiter gilt.<br \/>\nEine ganz andere Sache ist, dass sich das Kriegsnarrativ seit Beginn des Krieges in unglaublich kurzer Zeit zum allumfassenden gesellschaftlichen Narrativ in unserer Gesellschaft entwickelt hat. Das w\u00e4re die Kritik, die ich in einer Stellungnahme der HU vermisse und die ich an einer Stellungnahme der HU zu einem kriegerischen Ereignisse zu \u00e4u\u00dfern f\u00fcr notwendig halte. \u00dcber Nacht haben wir eine Kriegsrhetorik, und wir m\u00fcssen schon 70 Jahre und mehr zur\u00fcck gehen, um solches wieder aufzufinden.<br \/>\nIch verweise auf die Einw\u00fcrfe von Harald Welser vom Montag (05.04.2022, auf you tube nachzuh\u00f6ren.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/audio\/tagesgespraech\/harald-welzer-ueber-die-rueckkehr-ueberholt-geglaubter-ansichten?id=12164768\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.srf.ch\/audio\/tagesgespraech\/harald-welzer-ueber-die-rueckkehr-ueberholt-geglaubter-ansichten?id=12164768<\/a><br \/>\nUnd verweise auf das Gegenmodell einer nicht in milit\u00e4rischen Kategorien vorgenommenen Ann\u00e4herung an den Krieg in der Ukraine, wie er im Interview von Franz Alt mit J\u00fcrgen Gr\u00e4sslin vom R\u00fcstungsinformationsb\u00fcro (RIB, Aktion Aufschrei etc.) und Monika Griefahn zum Audruck kommt.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"NEIN ZUM KRIEG \u2013 SOLL DIE UKRAINE KAPITULIEREN?\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/f3T8hj5YQuc?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nHier muss meiner Meinung aus b\u00fcrgerrechtlicher Sicht angesetzt werden, denn wie das &#8222;kriegerische Narrativ&#8220; &#8211; wenn&#8217;s denn nur ein &#8222;Narrativ&#8220; w\u00e4re &#8211; stets weiter- und dann auch ausgeht, das hat uns die Geschichte unz\u00e4hlige Male geleert. Da stehen Menschen wie ich, die sich als Pazifisten verstehen, pl\u00f6tzlich recht einsam da und werden erst mal mit der Frage an die Wand genagelt, wie ich dies denn mit dem alliierten Krieg gegen Hitler-Deutschland sehe.<br \/>\nAbendlichen Gru\u00df, und eine alptraumfreie Nacht w\u00fcnscht Euch Allen<br \/>\nUdo Kau\u00df, Freiburg<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"automatisiertes-agieren-in-ungewissen-sozialen-raeume-offene-rechtspolitische-fragen-im-kontext-von-teil-autonomem-fahren-bis-zu-automatisierten-steuerbescheiden\">Automatisiertes Agieren in ungewissen sozialen R\u00e4ume<br \/>\nOffene rechtspolitische Fragen im Kontext von (teil-)autonomem Fahren bis zu automatisierten Steuerbescheiden<\/span><\/h3>\n<p>Vortrag mit anschlie\u00dfender Diskussion im Rahmen der Vortragsreihe TACHELES<\/p>\n<p>Zeit: Donnerstag, 12. 5. 2022, 19.15<br \/>\nOrt: Universit\u00e4t Freiburg, Kollegiengeb\u00e4ude I, H\u00f6rsaal 1098\u001csowie als Livestream online unter strafrecht-online.org\/tacheles<\/p>\n<p>Bereits heute sind automatisierte Fahrerassistenzsysteme im \u00f6ffentlichen Stra\u00dfenverkehr zugelassen und vermehrt unterwegs (aktiver Spurhalte-, Spurwechselassistent; neues StVG, \u00a7 1a- 1j). Ihre Pr\u00e4senz in ADAC-Testberichten, Videodemonstrationen (YouTube) und Bewertungsportalen sowie Unfallberichten werfen nicht nur offene Fragen bez\u00fcglich Verl\u00e4sslichkeit, Sicherheit und Rechtsrahmung auf, sondern auch hinsichtlich gesellschaftlicher Akzeptanz, Zulassungsf\u00e4higkeit, Sicherung der B\u00fcrgerrechte und demokratiepolitischer Gestaltung der Systeme.<\/p>\n<p>Der Vortrag f\u00fchrt ein in die steuerungs- und sicherheitstechnische Definition, Einordnung und institutionelle Rahmung (teil-)autonomen Fahrens, erl\u00e4utert die Grenzen der Technik und verdeutlicht den grundlegenden Wandel von instrumenteller Technik hin zu plakativen Visionen \u201aintelligenter\u2018 Systeme und Infrastrukturen. Sie agieren in offenen sozialen Kontexten, \u201alernen\u2018 anhand ihrer \u201aUmgebung\u2018 und k\u00f6nnen entsprechend autonom und zielgerichtet \u201ahandeln\u2018: so die BMBF-Plattform Lernende Systeme mit ihren Experimentierfeldern und \u201eGesch\u00e4ftsmodellinnovationen\u201c in Form von \u00f6ffentlich-privaten Dienstleistungsplattformen (\u00d6PP) in den Bereichen Mobilit\u00e4t, Gesundheit und Pflege, oder die automatisierte Steuerverwaltung mithilfe ELSTER. Anhand der Charakterisierung historisch entstandener Infrastruktursysteme und ihrer zugeh\u00f6rigen Rahmenbedingungen (Ordnungskonzepte, rechts \/wirtschaftspolitische Regulierung, Norm(ier)ung) wird die diesen Systemen inh\u00e4rente Formatierungs- und Konstitutionalisierungsmacht sozialer R\u00e4ume aufgezeigt. Neben offenen zivil-\/strafrechtlichen Haftungs- und Zurechnungsfragen werfen sie verfassungsrechtliche wie demokratiepolitische Fragen auf und fordern eine technische wie rechtliche und politische Accountability ein \u2013 auch hinsichtlich der mit der Skalierbarkeit der Systeme und ihrer Gesch\u00e4ftsmodelle verbundenen Verteilungs- und Sozialordnungseffekte. Begriffe aktueller EU-Rechtsrahmung K\u00fcnstlicher Intelligenz, wie \u201evertrauensw\u00fcrdige KI\u201c, \u201esolide Risiko-Methodik\u201c, \u201eHuman-in-the-Loop\u201c oder \u201eDaten-Governance\u201c werden damit \u201ain Frage\u2018 gestellt.<\/p>\n<p>Referentin: Dr. Eva Geisberger, Informatikerin und (Rechts)Soziologin, M\u00fcnchen, Leiterinder acatech-Studie agendaCPS \u2013 Integrierte Forschungsagenda Cyber-physical-Systems<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"50-jahre-radikalenerlass-hat-er-der-demokratie-genuetzt\">50 Jahre &bdquo;Radi&shy;ka&shy;len&shy;er&shy;lass&ldquo; &ndash; Hat er der Demokratie gen&uuml;tzt?<\/span><\/h3>\n<p><em>Veranstaltung des DGB S\u00fcdbaden, unterst\u00fctzt von AKJ und der HU-Baden-W\u00fcrttemberg<\/em>.\u001c<\/p>\n<p>Termin: 25.05.2022, 19:00<br \/>\nOrt: Gewerkschaftshaus Freiburg,<br \/>\nFriedrichstra\u00dfe 41-43, 79098 Freiburg<\/p>\n<p>Der sogenannte Radikalenerlass von 1972, gemeinsam beschlossen von den Ministerpr\u00e4sidenten der damaligen Bundesl\u00e4nder und Bundeskanzler Willy Brandt, l\u00f6ste eine systematische \u00dcberpr\u00fcfung der Bewerber f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst aus. Tausenden wurde der Zugang zu ihren Berufen verwehrt, Hunderte wurden entlassen. Der Erlass wurde Jahre sp\u00e4ter von Willy Brandt schlicht als \u201eFehler\u201c benannt, jedoch nie offiziell beerdigt. Heute, 50 Jahre danach, sind die von ihm Betroffenen weder rehabilitiert noch entsch\u00e4digt.<br \/>\nDer Politikwissenschaftler Prof. Georg F\u00fclberth, Autor zahlreicher Arbeiten zur aktuellen Politik ebenso wie zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, beleuchtet die politischen Hintergr\u00fcnde des \u201eRadikalenerlasses\u201c und versucht eine Bewertung der Auswirkungen auf die gesellschaftliche Entwicklung unseres Landes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[2995],"tags":[],"autoren":[335,1548],"publikationen":[2994],"class_list":["post-18048","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-vereinsnachrichten","autoren-britta-schinzel","autoren-dr-udo-kauss","publikationen-mitteilungen-nr-246"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Landesverband Baden-W\u00fcrttemberg - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/mitteilungen-nr-246\/publikation\/landesverband-baden-wuerttemberg\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Landesverband Baden-W\u00fcrttemberg - 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