{"id":18202,"date":"2022-09-19T16:30:56","date_gmt":"2022-09-19T14:30:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=18202"},"modified":"2022-10-15T07:54:52","modified_gmt":"2022-10-15T05:54:52","slug":"kampfdrohnen-die-zustimmung-des-bundestages-verhindern","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/236-vorgaenge\/publikation\/kampfdrohnen-die-zustimmung-des-bundestages-verhindern\/","title":{"rendered":"Kampfdrohnen!? Die Zustimmung des Bundestages verhindern!*"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Parteien der Ampel-Koalition des Deutschen Bundestages (SPD, B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen, FDP) haben sich in ihrem aktuellen Koalitionsvertrag f\u00fcr die Bewaffnung der Drohnen der Bundeswehr ausgesprochen. Der Bundestag wird deshalb voraussichtlich nach langj\u00e4hriger scharfer Auseinandersetzung besonders in der SPD und bei den Gr\u00fcnen entscheiden, bewaffnete Drohnen als Waffensystem in der Bundeswehr einzuf\u00fchren. Wie diese Diskussion bisher verlaufen ist und welche Gr\u00fcnde f\u00fcr bzw. gegen die Einf\u00fchrung bewaffneter Drohnen sprechen, beschreibt der folgende Beitrag. Der Autor fordert Kirchen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft auf, diese Forderung strikt abzulehnen.<\/em><\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"1-das-problem\">1. Das Problem<\/span><\/h3>\n<p>Im Koalitionsvertrag \u201eMehr Fortschritt wagen\u201c der SPD, der Gr\u00fcnen und der FDP vom 24. November 2021 haben sich die Parteien der neuen Ampel-Regierung zur hochstreitigen Frage der Bewaffnung von Drohnen wie folgt festgelegt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">\u201eBewaffnete Drohnen k\u00f6nnen zum Schutz der Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz beitragen. Unter verbindlichen und transparenten Auflagen und unter Ber\u00fccksichtigung von ethischen und sicherheitspolitischen Aspekten werden wir daher die Bewaffnung von Drohnen der Bundeswehr in dieser Legislaturperiode erm\u00f6glichen. Bei ihrem Einsatz gelten die Regeln des V\u00f6lkerrechts, extralegale T\u00f6tungen \u2013 auch durch Drohnen \u2013 lehnen wir ab.\u201c<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Bewaffnete Drohnen, auch Kampf- oder Killerdrohnen genannt, sind nach der Definition des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) \u201eunbemannte Luftfahrzeugsysteme, die von einer Pilotin oder einem Piloten im Einsatzgebiet ferngesteuert werden\u201c (UAS)<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a>. Nach Funktionen sind zu unterscheiden: a) Aufkl\u00e4rungs- und \u00dcberwachungsdrohnen, b) bewaffnete Drohnen (im Folgenden auch \u201eKampfdrohne\u201c genannt), sowie c) demn\u00e4chst zu erwartende vollautomatisierte Drohnen (autonome Killerroboter). Die Entwicklung von Aufkl\u00e4rungs- und \u00dcberwachungsdrohnen<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\"><strong>[3]<\/strong><\/a> wurde nach dem Abschuss eines US-amerikanischen Aufkl\u00e4rungsflugzeuges U2 \u00fcber Russland in den 1960er Jahren vorangetrieben. Die Bundeswehr setzt seit dem Kosovokrieg 1989\/1990 Aufkl\u00e4rungsdrohnen ein, die Lagebilder in Echtzeit an die Leitzentralen \u00fcbermitteln k\u00f6nnen. Dabei handelt es sich um die von Israel geleaste Drohne Heron 1, die seit 2010 in Afghanistan und seit 2016 in Mali eingesetzt wird. Der Bundestag beschloss 2018, die weiter entwickelte Drohne Heron TP zun\u00e4chst unbewaffnet zu leasen.<\/p>\n<p>Aufkl\u00e4rungs- und \u00dcberwachungs-Drohnen sind in westlichen L\u00e4ndern weitgehend unstrittig. Sie werden gegenw\u00e4rtig \u00fcberwiegend \u00fcber L\u00e4ndern eingesetzt, die eine unzureichende Luftverteidigung besitzen, so dass ein Verlust unwahrscheinlich ist. Aber die Milit\u00e4rtechnik tendiert zu einer zunehmenden Automatisierung des Kampfger\u00e4tes Drohne. Seit Jahren werden UAS&#8216; (Unmanned Aerial Systems) sowie UAVs (Unmanned Aerial Vehicles) entwickelt, die ohne menschliches Zutun funktionieren. Die k\u00fcnstliche Intelligenz in der Milit\u00e4rtechnologie bewirkt u.a. durch aktuelle Informationsaufnahme und Bilderkennung ein schnelles Reagieren und die Automatisierung des milit\u00e4rischen Kampfes. Die rasante Entwicklung milit\u00e4rischer Robotik f\u00fchrt zu \u201eLetalen Autonomen Waffensystemen\u201c (LAWS) unter Verlust menschlicher Kontrolle und Verantwortung.<\/p>\n<p>Zu unterscheiden von Drohnen und hier (noch) nicht weiter zu behandeln ist die Entwicklung zu einer umfassenden Vernetzung aller Lebensbereiche (\u201eInternet der Dinge\u201c) in einem prinzipiell unbegrenzten Datenraum (Cyberspace) mit negativen Auswirkungen auf wichtige Kommunikationswege und mit vielleicht unkontrollierbaren, unbeherrschbaren und verheerenden Folgen. Dazu geh\u00f6ren Waffen f\u00fcr den Einsatz im Weltraum (Cyberkriegs-Waffen), die Lahmlegung der IT-Infrastruktur, der Strom- und Wasserversorgung, von Krankenh\u00e4usern und Finanzinstituten von Gegnern.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\"><strong>[4]<\/strong><\/a> So machte der Computervirus \u201eStuxnet\u201c der USA etwa 1.000 iranische Zentrifugen unbrauchbar.<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\"><strong>[5]<\/strong><\/a> Die USA richten als 6. Teilstreitkraft die US Space Force (USSF) ein, die Bundeswehr den \u201eCyber- und Informationsraum\u201c (CIR) als eigenst\u00e4ndigen milit\u00e4rischen Organisationsbereich. Die NATO betreibt ein Kompetenzzentrum zur Cyberabwehr (CCDOE).<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\"><strong>[6]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Umgangssprachlich so genannte \u201eKampfdrohnen\u201c k\u00f6nnen ferngesteuerte Geschosse abfeuern, aber noch nicht selbst mit anderen Drohnen Luftk\u00e4mpfe ausfechten. Kampfdrohnen k\u00f6nnen mit Hilfe sog. \u201esignature strikes\u201c gezielt auf Menschen und Objekte eingesetzt werden(\u201etargeted killing\u201c).<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\"><strong>[7]<\/strong><\/a> Heute kann jedes Drohnensystem mit Aufkl\u00e4rungssensorik und Kampfmitteln best\u00fcckt werden. Kampfdrohnen steigern die milit\u00e4rische Wirksamkeit: unverz\u00fcgliche Einsatzbereitschaft, mehr Zielgenauigkeit, unbegrenzte Eindringf\u00e4higkeit in fremden Luftraum und Schonung eigener personaler und finanzieller Ressourcen. Auf der Negativseite stehen die territoriale Entgrenzung des Kriegs zwischen Staaten und in nicht-internationalen bewaffneten Konflikten, verringerte menschliche Kontrolle, Verletzung der Souver\u00e4nit\u00e4t anderer Staaten und die ethisch unzul\u00e4ssige extralegale T\u00f6tung von Menschen. Die USA setzen Drohnen seit dem 11.9.2001 zum \u201eextralegalen\u201c T\u00f6ten im \u201ewar on terror\u201c gegen al-Qaida-K\u00e4mpfer ein. Pr\u00e4sident Obama hat Luftschl\u00e4ge gegen Einzelpersonen in Pakistan, Irak, im Jemen und in Somalia ausgeweitet. Dabei wurden laut Angaben des Pentagon im M\u00e4rz 2016 150 \u201eK\u00e4mpfer\u201c get\u00f6tet. Nichtregierungsorganisationen sch\u00e4tzen die Zahl der im Drohnenprogramm Get\u00f6teten im vierstelligen Bereich, darunter auch hunderte Zivilisten.<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\"><strong>[8]<\/strong><\/a> Das Londoner Bureau of Investigative Journalism geht zwischen 2004 und 2014 von 3.204 bis 5.346 Opfern durch die Drohnenangriffe der USA aus.<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\"><strong>[9]<\/strong><\/a> Die Drohnen sind vom Boden aus nicht zu bemerken und deshalb f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung ein unberechenbarer Schrecken und eine Form von Terrorismus.<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\"><strong>[10]<\/strong><\/a><\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"2-der-deutsche-und-internationale-politische-prozess-zur-entscheidung-ueber-kampfdrohnen\">2. Der deutsche und inter&shy;na&shy;ti&shy;o&shy;nale politische Prozess zur Entschei&shy;dung &uuml;ber Kampf&shy;drohnen<\/span><\/h3>\n<p>Im Koalitionsvertrag von der vorherigen Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD vom 12.3.2018 hatte sich die Gro\u00dfe Koalition folgenderma\u00dfen festgelegt:<\/p>\n<p>\u201eWir werden im Rahmen der Europ\u00e4ischen Verteidigungsunion die Entwicklung der Euro-Drohne weiterf\u00fchren. Als \u00dcbergangsl\u00f6sung wird die Drohne HERON TP geleast. \u00dcber die Beschaffung von Bewaffnung wird der Deutsche Bundestag nach ausf\u00fchrlicher v\u00f6lkerrechtlicher, verfassungsrechtlicher und ethischer W\u00fcrdigung gesondert entscheiden. Hierzu wird die Bundesregierung eine gesonderte Vorlage erstellen und dem Deutschen Bundestag zuleiten. Vor einer zuk\u00fcnftigen Beschaffung von bewaffnungsf\u00e4higen Drohnen sind die konzeptionellen Grundlagen f\u00fcr deren Einsatz zu schaffen. V\u00f6lkerrechtswidrige T\u00f6tungen lehnen wir kategorisch ab, auch durch Drohnen.\u201c<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\"><strong>[11]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die Bundesregierung antwortete kurz darauf am 16.5.2018 auf eine Anfrage der Partei DIE LINKE zur Regulierung bewaffneter Drohnen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">\u201eDie Bundesregierung lehnt den Einsatz bewaffneter unbemannter Luftfahrzeuge nicht grunds\u00e4tzlich ab. In der Antwort (19\/1988) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE (19\/1406) verweist sie unter anderem auf das Komitee der Ministerbeauftragten des Europarats, das mit Zustimmung Deutschlands unter anderem festgestellt habe, \u201adass ein weitgehendes Einverst\u00e4ndnis dar\u00fcber bestehe, dass bewaffnete Drohnen als solche keine illegalen Waffen seien und dass die relevanten Bestimmungen des V\u00f6lkerrechts, die die Anwendung von Gewalt und die F\u00fchrung bewaffneter Auseinandersetzungen regeln, sowie internationale Menschenrechtsbestimmungen auf die Nutzung bewaffneter Drohnen anwendbar seien\u2018. Die Bundesregierung betont, dass jeder Waffeneinsatz im Rahmen der einschl\u00e4gigen Regeln des V\u00f6lkerrechts stattzufinden habe. \u201aDazu geh\u00f6ren das v\u00f6lkerrechtliche Gewaltverbot und seine Ausnahmetatbest\u00e4nde, das humanit\u00e4re V\u00f6lkerrecht und die internationalen Menschenrechtsbestimmungen.\u2018 Die Bundesregierung trete \u00fcberdies daf\u00fcr ein, bewaffnete unbemannte Luftfahrzeuge in internationale Abr\u00fcstungs- und R\u00fcstungskontrollregime einzubeziehen.\u201c<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\"><strong>[12]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Seitens der obergerichtlichen Rechtsprechung liegt ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes NRW vom 19.3.2019 \u2013 4A 1361\/15 vor. In der m\u00fcndlichen Urteilsverk\u00fcndung zog das Gericht im Falle des Jemen eine Grenze: \u201eDer Einsatz bewaffneter amerikanischer Drohnen im Jemen ist derzeit nicht generell unzul\u00e4ssig. \u2026 Selbst wenn bewaffnete Drohneneins\u00e4tze grunds\u00e4tzlich zul\u00e4ssig sind, d\u00fcrfen sie nicht gegen die Vorgaben des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts und des internationalen Menschenrechtsschutzes versto\u00dfen\u201c.<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\"><strong>[13]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Verhandlungen zur Einf\u00fchrung von \u201eKampfdrohnen\u201c wurden auf mehreren Ebenen gef\u00fchrt. Auf der UN-Ebene verhandelt die Jahresversammlung der \u201eUN-Konvention \u00fcber bestimmte konventionelle Waffen\u201c (CCW) in Genf seit Jahren unter Beteiligung des Ausw\u00e4rtigen Amtes \u00fcber die Regulierung autonomer<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\"><strong>[14]<\/strong><\/a> Waffensysteme.<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\"><strong>[15]<\/strong><\/a> Die Jahresversammlung beschloss bei der letzten Sitzung am 15.11.2019 noch keine Aufnahme eines international verbindlichen Verbotes von autonomen Waffensystemen. Stattdessen sollte die informelle Diskussion des Themas um weitere zwei Jahre verl\u00e4ngert werden. Die elf unverbindlichen Leitprinzipien im Abschlussbericht der Versammlung best\u00e4tigen nur, dass die Grundprinzipien des internationalen Rechts auf Killer-Roboter anwendbar sind. Bis Ende 2021 sollten Empfehlungen zur Kl\u00e4rung, Erw\u00e4gung und Entwicklung von Aspekten eines normativen und operativen Rahmenwerkes f\u00fcr Killer-Roboter diskutiert werden. 28 Staaten forderten einen international verbindlichen Verbotsvertrag \u00fcber autonome Waffensysteme (AWS), der festlegt, dass menschliche Kontrolle \u00fcber Gewaltanwendung zu gew\u00e4hrleisten ist. Aber einige Staaten, insbesondere die USA und Russland, die die Entwicklung autonomer Waffensysteme vorantreiben, verz\u00f6gerten eine solche Entscheidung. Deutschland und Frankreich bevorzugten nur einen unverbindlichen Verhaltenskodex oder eine politische Absichtserkl\u00e4rung, wonach alle Waffensysteme menschlicher Kontrolle unterliegen sollten. Das widerspricht der Forderung von Au\u00dfenminister Heiko Maas in den Vereinten Nationen 2018: \u201eUnterst\u00fctzen Sie hier in New York und in Genf unsere Initiative f\u00fcr eine \u00c4chtung vollautonomer Waffen, bevor es zu sp\u00e4t ist.\u201c<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\"><strong>[16]<\/strong><\/a> Israel, Russland und die USA forderten noch im Juni 2019, den Satz: \u201eEin Waffensystem, das un\u00fcberwachbar, unvorhersehbar oder zeitlich und r\u00e4umlich unbegrenzt ist, w\u00e4re rechtswidrig\u201c aus einem CCW-Entwurfspapier zu streichen.<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\"><strong>[17]<\/strong><\/a> Die zust\u00e4ndige UN-Konferenz CCW hat das Thema Mitte Dezember 2021 auf das n\u00e4chste Jahr vertagt. \u201eDann sollen Vorschl\u00e4ge gepr\u00fcft und m\u00f6gliche Vorkehrungen ausgearbeitet werden.\u201c<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\"><strong>[18]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die R\u00fcstungsindustrie, IT-Unternehmen und Staaten, die kein Verbot der Killer-Roboter wollen, nutzen die Zeit seit dem 15.11.2019. Deutsche R\u00fcstungsfirmen (z.B. Rheinmetall) und europ\u00e4ische R\u00fcstungsprojekte mit deutscher Beteiligung (Airbus\/Dassault und Kongsberg\/KNDS) arbeiten n\u00e4mlich an vollautonomen Waffensystemen. Der absehbar n\u00e4chste Schritt nach Einf\u00fchrung bewaffneter Drohnen ist die Einf\u00fchrung von autonomen Waffensystemen. Deshalb ist die Bundesregierung gehalten, diese in den Genfer Verhandlungen ausdr\u00fccklich v\u00f6lkerrechtlich verbindlich verbieten zu lassen.<\/p>\n<p>Auf der parlamentarischen Ebene stellte die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag durch ihre damalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gabriela Heinrich, den damaligen verteidigungspolitischen Sprecher Fritz Felgentreu sowie den damaligen abr\u00fcstungspolitischen Sprecher Karl-Heinz Brunner am 2.7.2020 folgende Kriterien f\u00fcr eine bedingte Zustimmung zur Bewaffnung von Drohnen auf:<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\"><strong>[19]<\/strong><\/a><\/p>\n<ul>\n<li>\u201eAusdr\u00fcckliches Verbot von extralegalen T\u00f6tungen, um die strikte Einhaltung des V\u00f6lkerrechts zu gew\u00e4hrleisten und uns ausdr\u00fccklich von der Praxis einzelner anderer Staaten abzugrenzen. Kategorische Ablehnung von vollautomatisierten Drohnen und anderen Waffensystemen, um die finale Entscheidung \u00fcber den Einsatz von Waffengewalt stets auf einem menschlichen Urteil begr\u00fcnden zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Erstellung und Offenlegung eines verbindlichen Einsatzkonzeptes f\u00fcr Drohnen, um ein H\u00f6chstma\u00df an Transparenz beim Einsatz von Drohnen gegen\u00fcber dem Parlament und der \u00d6ffentlichkeit zu erzeugen. Ebenfalls muss sichergestellt werden, dass das Parlament bei Ver\u00e4nderungen der allgemeinen Einsatzregeln informiert wird.<\/li>\n<li>Einsatz von Drohnen nur dann, wenn dieser explizit im jeweiligen Bundeswehrmandat vorgesehen ist, um auch hier ein hohes Ma\u00df an Transparenz und Kontrolle zu erzielen.<\/li>\n<li>Verortung des operativen Hauptquartiers mit den Kontroll- und Steuereinheiten f\u00fcr Drohnen im Einsatzland, um m\u00f6gliche v\u00f6lkerrechtliche Verwerfungen beim Einsatz von Drohnen auszuschlie\u00dfen. Gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche F\u00fcrsorge und psychologische Begleitung f\u00fcr das Bediener- und Kontrollpersonal, um m\u00f6gliche psychische Belastungen auszugleichen.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Von Seiten der Ebene der Bundesregierung schlie\u00dflich sprach sich die fr\u00fchere Bundesministerin der Verteidigung, Annegret Kramp-Karrenbauer, im Dezember 2019 f\u00fcr die Anschaffung bewaffneter Drohnen aus.<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\"><strong>[20]<\/strong><\/a> Das Bundesministerium der Verteidigung lieferte am 3.7.2020 auf 21 Seiten die im Koalitionsvertrag geforderte Vorlage als eine \u201eGrundlage f\u00fcr die anstehende parlamentarische Befassung und Entscheidung\u201c. In der Zusammenfassung hei\u00dft es:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">\u201eVerfassungsrechtlich bedarf jeder Einsatz bewaffneter deutscher Streitkr\u00e4fte grunds\u00e4tzlich der vorherigen konstitutiven Zustimmung des Deutschen Bundestages. Dies umfasst auch bewaffnete UAS. Hinsichtlich der v\u00f6lker- und verfassungsrechtlichen Vorgaben unterscheidet sich der Einsatz von UAS dabei nicht vom Einsatz anderer Waffensysteme.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Die Pr\u00fcfung zum Einsatz einer bewaffneten Drohne erfolgt nach den f\u00fcr den speziellen Einsatz aufgestellten Einsatzregeln (Rules of Engagement). Die konkrete Entscheidung zum Einsatz der Wirkmittel einer Drohne wird von den mit der Freigabebefugnis ausgestatteten milit\u00e4rischen Vorgesetzten getroffen. Ihr Einsatz unterliegt dem entsprechend geschulten Bedienpersonal, das grunds\u00e4tzlich in der N\u00e4he des jeweiligen Einsatzgebiets stationiert ist. Die Freigabe erfolgt regelm\u00e4\u00dfig in einem mehrstufigen Verfahren mit einer klaren Befehlsstruktur. Vorgaben zu Einsatzmodalit\u00e4ten und der Abbruch eines Einsatzes sind jederzeit m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Gerade in komplexen Lagen und\/oder in urbanen Gebieten, wie sie bereits heute vielfach Einsatzrealit\u00e4t f\u00fcr unsere Soldatinnen und Soldaten in vom Bundestag mandatierten Missionen sind, erweisen sich bewaffnete UAS gegen\u00fcber anderen derzeit verf\u00fcgbaren luftgest\u00fctzten Waffensystemen als vorteilhaft und er\u00f6ffnen zus\u00e4tzliche Optionen des Handelns.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Durch verbesserte F\u00e4higkeiten zur Aufkl\u00e4rung und damit auch zur Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kombattanten sowie der M\u00f6glichkeit des skalierbaren Einsatzes von Wirkmitteln (schon das Wissen um eine unmittelbare Reaktionsf\u00e4higkeit kann einen Gegner abschrecken) erm\u00f6glichen UAS eine lageangemessene und zeitnahe Reaktion. Damit wird sowohl dem Gebot des Humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts, zwischen unter Schutz stehenden Zivilpersonen und zivilen Objekten einerseits und legitimen milit\u00e4rischen Zielen andererseits zu unterscheiden (\u201eUnterscheidungsgebot\u201c), als auch dem \u201eExzessverbot\u201c Rechnung getragen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Bewaffnete Drohnen erh\u00f6hen nicht nur die Sicherheit und Reaktionsf\u00e4higkeit unserer eigenen Kr\u00e4fte und der unserer Partner im Einsatz, sie k\u00f6nnen auch signifikant zum Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung und ziviler Einrichtungen vor Ort beitragen. Daher sprechen sich das BMVg und die Bundeswehr f\u00fcr die Beschaffung bewaffneter UAS aus.\u201c<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\"><strong>[21]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Auf Dr\u00e4ngen der SPD lud der Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages am 5.10.2020 zu einer \u00f6ffentlichen Anh\u00f6rung zum Thema \u201eV\u00f6lkerrechtliche, verfassungsrechtliche und ethische Bewertung einer m\u00f6glichen Bewaffnung ferngef\u00fchrter, unbemannter Luftfahrzeuge der Bundeswehr\u201c ein. Dabei wurden die bekannten Positionen in Einzelheiten diskutiert, allerdings mit dem Schwerpunkt \u201eSicherheit der Soldaten und Soldatinnen\u201c. Gegenargumente wie z.B. gesicherte Kontrollm\u00f6glichkeiten, Verletzung des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts, Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung, die absehbar schiefe Ebene zu autonomen Waffen und ethische Bedenken wurden nicht vorrangig beraten. Der damalige verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Fritz Felgentreu, sagte nach der Anh\u00f6rung in der ARD, eine Zustimmung der SPD-Fraktion sei denkbar, wenn der \u201eEinsatz bewaffneter Drohnen f\u00fcr den Schutz der Soldaten am Boden festgeschrieben\u201c werde.<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\"><strong>[22]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Auch die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Eva H\u00f6gl (SPD), hat sich klar f\u00fcr die Bewaffnung der neuen Bundeswehr-Drohnen ausgesprochen. \u201eIch hoffe sehr, dass noch in dieser Legislaturperiode \u00fcber die Anschaffung entschieden wird\u201c, sagte die SPD-Politikerin der ARD.<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\"><strong>[23]<\/strong><\/a><\/p>\n<h3 class=\"\"><\/h3>\n<h3 class=\"\"><span id=\"3-positionen-vor-dem-koalitionsvertrag-2021\">3. Positionen vor dem Koali&shy;ti&shy;ons&shy;ver&shy;trag 2021<\/span><\/h3>\n<p>Damit die Koalitionsparteien sich gem\u00e4\u00df Koalitionsvertrag von 2018 zur Bewaffnung der Drohne G-Heron TP einigen konnten, mussten sie trotz sachlicher Gegens\u00e4tze einen gemeinsamen Nenner finden. Im Vorfeld der Entscheidung der Fraktionen war in der SPD eine Debatte zu milit\u00e4rischen, technischen, wirtschaftlichen und ethischen Gesichtspunkten dringend erforderlich.<\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"31-die-spd-nahe-friedrich-ebert-stiftung-listete-als-wesentliche-grundsaetzliche-fragen-zur-einfuehrung-von-kampfdrohnen-auf24\">3.1 Die SPD-nahe Fried&shy;rich-E&shy;ber&shy;t-&shy;Stif&shy;tung listete als wesentliche grund&shy;s&auml;tz&shy;liche Fragen zur Einf&uuml;hrung von Kampf&shy;drohnen auf:<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\"><strong>[24]<\/strong><\/a><\/span><\/h4>\n<ul>\n<li>\u201eF\u00fchren die Entwicklung und Einf\u00fchrung automatisierter und sp\u00e4ter autonomer Waffensysteme in unsere Streitkr\u00e4fte schleichend zu einer technischen Eigendynamik in der Kriegf\u00fchrung?<\/li>\n<li>W\u00e4re eine solche Entwicklung mit demokratisch legitimierter Verantwortlichkeit zu vereinbaren? Oder w\u00fcrde die politische Entscheidungsautonomie immer mehr eingeschr\u00e4nkt? Wenn ja: Worin genau best\u00fcnde gegebenenfalls die Einschr\u00e4nkung politischer Kontrolle?<\/li>\n<li>K\u00f6nnte der Verlust politischer Kontrolle in Kriegs- und Konfliktsituationen die Folge sein? Und wie k\u00f6nnte bei einer zunehmenden Autonomisierung des milit\u00e4rischen Handelns die politische Entscheidungsautonomie und Kontrolle gewahrt bleiben?\u201d<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Einzelnen ergeben sich bestimmte Konsequenzen (mit Stichworten)<\/p>\n<ul>\n<li>\u201eSicherheitspolitische Konsequenzen\u201c (Erleichterung milit\u00e4rischer Interventionen, R\u00fcstungskontrolle, R\u00fcstungssteuerung, Vertrauensbildung und Verifikation)<\/li>\n<li>\u201eB\u00fcndnispolitische Konsequenzen\u201c (Einbindung Deutschlands in EU, NATO, b\u00fcndniskompatible Regelung)<\/li>\n<li>\u201eV\u00f6lkerrechtliche Konsequenzen\u201c (Prinzipien des V\u00f6lkerrechts: Unterscheidbarkeit von Kombattanten und Nicht-Kombattanten, Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit, milit\u00e4rische Notwendigkeit, Einhaltung v\u00f6lkerrechtlicher Normen, Vermeidung unn\u00f6tiger Leiden)<\/li>\n<li>\u201eNormativ-ethische Konsequenzen\u201c (Mensch als Verantwortungssubjekt, \u00dcbertragung von Leben und Tod an Computeralgorithmen, Gewissensentscheidung und Haftung)<\/li>\n<li>\u201eWirtschaftspolitische Konsequenzen\u201c (ziviler Sektor als Treiber der technologischen Entwicklung, Verkn\u00fcpfung von ziviler und milit\u00e4rischer Nutzung).<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"\"><\/h4>\n<h4 class=\"\"><span id=\"32-der-theologe-und-ethiker-marco-hofheinz-argumentierte-bezueglich-der-kampfdrohnen-in-dem-schema-von-pro-und-contra-fuer-die-nutzung-von-bewaffneten-drohnen-sprechen\">3.2 Der Theologe und Ethiker Marco Hofheinz argumen&shy;tierte bez&uuml;glich der Kampf&shy;drohnen in dem Schema von Pro und Contra. F&uuml;r die Nutzung von bewaffneten Drohnen sprechen:<\/span><\/h4>\n<ul>\n<li>\u201eder Schutz der Soldaten\u201c durch Kampfdrohnen aus den Gesichtspunkten der F\u00fcrsorgepflicht, des Sicherheitsgewinns und der eigenen Risikominderung<\/li>\n<li>\u201edie h\u00f6here Probleml\u00f6sungsf\u00e4higkeit\u201c von Kampfdrohnen aus Gr\u00fcnden der physischen Distanz zum Zielort, die l\u00e4ngeren Zeiten der Beobachtung und eventuell geringeren Kollateralsch\u00e4den und damit die F\u00e4higkeit, in \u201eDilemmasituationen affektfrei von Emotionen wie Rachegef\u00fchl, Wut oder Angst\u201c zu entscheiden.<\/li>\n<li>\u201eFortschrittsad\u00e4quanz\u201c hinsichtlich der Waffenentwicklung: Die technische Entwicklung von Waffen l\u00e4sst sich nicht aufhalten. Wer nicht mit r\u00fcstet, erleidet Nachteile im Vergleich zum Gegner. Das betrifft insbesondere das V\u00f6lkerrecht.<\/li>\n<li>\u201eDiskriminierbarkeit von Gebrauch und Missbrauch\u201c der Kampfdrohnen: Das Waffensystem selbst ist nicht schlecht, nur sein Missbrauch. Der Missbrauch verbietet also nicht den Gebrauch.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gegen die Nutzung von Kampfdrohnen sind analog zu den obigen vier Punkten ethische \u201eGrundbegriffe wie G\u00fcterabw\u00e4gung, Verantwortung, Recht und Moral\u201c zu bedenken, die auch theologisch von Belang sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine G\u00fcterabw\u00e4gung und Unterscheidung fordert Art. 51 Absatz 5b des Zusatzprotokolls zu den Genfer Konventionen. \u201eEin Angriff, bei dem damit zu rechnen ist, dass er auch Verluste an Menschenleben unter der Zivilbev\u00f6lkerung, die Verwundung von Zivilpersonen, die Besch\u00e4digung ziviler Objekte oder mehrere derartige Folgen zusammen verursacht, die in keinem Verh\u00e4ltnis zum erwarteten konkreten und unmittelbaren milit\u00e4rischen Vorteil stehen\u201c, ist verboten. Schwierig ist die G\u00fcterabw\u00e4gung wegen unterschiedlich beurteilter G\u00fcter. Leitend sind hier die \u201eUnteilbarkeit der Menschenw\u00fcrde\u201c und das christliche \u201eVerst\u00e4ndnis der Gottesebenbildlichkeit aller Menschen\u201c. Konterkariert wird der Grundsatz der G\u00fcterabw\u00e4gung und der Unterscheidung durch Programme des \u201etargeted killing\u201c f\u00fcr angezielte Personen und Orte sowie unbeteiligte Zivilisten (s.o.). Weil die milit\u00e4rische Entwicklung von den automatisierten zu den autonom wirksamen Waffen geht, ist zu bezweifeln, ob das \u201emoralische und v\u00f6lkerrechtliche Prinzip der Unterscheidung von Kombattanten und Zivilisten\u201c (EKD) \u00fcberhaupt durchgehalten werden kann.<\/li>\n<li>Die h\u00f6here \u201eProbleml\u00f6sungsf\u00e4higkeit\u201c von Kampfdrohnen ist illusorisch, weil Emotionen erst \u201edie ethische Urteilsbildung\u201c erm\u00f6glichen (z.B. Mitleid: \u201eWer ist mein N\u00e4chster?\u201c). Deshalb sind \u201eKampfdrohnen nicht verantwortungsf\u00e4hig\u201c. Der Pilot der Drohne kann die Situation vor Ort nicht vollst\u00e4ndig \u00fcbersehen. Das trifft auf die Kampfdrohnen der USA zu, die aus weiter Ferne \u00fcber Relaisstationen gesteuert werden, aber auch auf die Bundeswehr-Drohnen, die im Unterschied dazu vor Ort bedient werden sollen. Die Tendenz zu vollautomatisierten Drohnen widerspricht dem humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrecht, weil menschliche Verantwortlichkeit und Rechtfertigung ausgeschlossen werden.<\/li>\n<li>Kampfdrohnen verw\u00e4ssern das Paradigma \u201eFrieden durch Recht\u201c des \u00f6kumenischen Leitbildes vom gerechten Frieden, wenn sie Zonen bewaffneter Konflikte ausweiten und damit das Kriegsv\u00f6lkerrecht, also das humanit\u00e4re V\u00f6lkerrecht, verletzen. Sie sind deshalb nicht nur \u201etechnisch\u201c zu bewerten. Zu diskutieren ist dar\u00fcber hinaus, ob Kampfdrohnen hinsichtlich der Grunds\u00e4tze von Diskriminierung und Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit nicht Atomwaffen gleichzusetzen sind.<\/li>\n<li>Kampfdrohnen sind ethisch nicht neutral. Die technischen Systemeigenschaften von Drohnen d\u00fcrfen nicht von ihren Auswirkungen z.B. auf die Konformit\u00e4t des V\u00f6lkerrechts im Sinne des allgemeinen Gewaltverbotes in Art. 2 Abs. 2 der Charta der Vereinten Nationen getrennt werden. Je weniger risikolos Krieg hinsichtlich seiner Konsequenzen f\u00fchrbar ist, desto akzeptabler wird er.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hofheinz fasste als Ergebnis zusammen: \u201eDer Schluss ist unvermeidlich und unumg\u00e4nglich, dass auf bewaffnete Drohnen \u2013 nicht zuletzt aufgrund eines Unterlaufens der Zuschreibung rechtlicher und moralischer Verantwortung sowie als Schritte auf dem Weg zu autonomen Waffensystemen \u2013 verzichtet und letztere international verboten werden sollten. In der milit\u00e4rischen Nutzenlogik der bewaffneten Drohnen liegt das Vorantreiben einer Automatisierung der Systeme bis hin zur sogenannten Autonomie.\u201c Das gelte auch, so Hofheinz, f\u00fcr die von der Bundeswehr gew\u00fcnschte Bewaffnung ihrer Drohnen.<a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\"><strong>[25]<\/strong><\/a><\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"33-albert-fuchs-und-odilo-metzler-von-pax-christi-beurteilten-die-theorien-des-gerechten-krieges-bellum-iustum-und-ius-ad-bellum-in-bezug-auf-die-kriegsdrohnenproblematik-in-fundamentaler-schaerfe\">3.3 Albert Fuchs und Odilo Metzler von Pax Christi beurteilten die Theorien des gerechten Krieges (bellum iustum und ius ad bellum) in Bezug auf die Kriegs&shy;droh&shy;nen&shy;pro&shy;ble&shy;matik in funda&shy;men&shy;taler Sch&auml;rfe.<\/span><\/h4>\n<p class=\"\">Das Drohnenprogramm von Pr\u00e4sident Obama laufe auf eine Norm\u00e4nderung hinaus, n\u00e4mlich auf einen Rechtsanspruch auf weltweite antizipatorische Selbstverteidigung gegen al-Qaida und assoziierte Kr\u00e4fte auch au\u00dferhalb von Gebieten aktiver Feindseligkeiten. Das stehe im Gegensatz zu dem Konzept von staatlicher Selbstverteidigung nach Art.\u00a051 der UN-Charta. Die Beurteilung und Rechtfertigung von Kriegsdrohnen entziehe den bellum iustum-Konzeptionen die Grundlagen und stelle sie damit in Frage.<a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\"><strong>[26]<\/strong><\/a><\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"4-positionen-nach-dem-koalitionsvertrag-2021\">4. Positionen nach dem Koali&shy;ti&shy;ons&shy;ver&shy;trag 2021<\/span><\/h3>\n<h4 class=\"\"><span id=\"41-die-fdp-hat-ihre-entscheidung-zur-anschaffung-bewaffneter-drohnen-nicht-revidiert\">4.1 Die FDP hat ihre Entschei&shy;dung zur Anschaffung bewaffneter Drohnen nicht revidiert.<\/span><\/h4>\n<p>Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, sagte am 8.7.2020 im Deutschlandfunk:<\/p>\n<p>\u201eDas prim\u00e4re Ziel sei, Einsatzkr\u00e4fte zu sch\u00fctzen und am besten auszur\u00fcsten. Die bewaffneten Drohnen seien ein strategisches Mittel, um die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten in den Einsatzgebieten zu sichern \u2026 Der Gegner solle wissen, dass \u201ewir uns wehren k\u00f6nnten\u201c. Die Drohnen seien, anders als noch vor ein paar Jahren, heute so technisch ausgereift, dass sie von der Luft aus genau erkennbar machten, wer sich in den Einsatzgebieten befinde. Sie dienten vor allem der Pr\u00e4vention und dem Schutz. Daher sei sie froh, dass nun Bewegung in die Diskussion um die Anschaffung bewaffneter Drohnen komme.\u201c<a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\"><strong>[27]<\/strong><\/a><\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"42-die-spd-resuemierte-in-dem-abschlussbericht-der-spd-arbeitsgruppe-zur-frage-der-bewaffnung-von-drohnen-vom-1210202128\">4.2 Die SPD res&uuml;mierte in dem &bdquo;Abschluss&shy;be&shy;richt der SPD-A&shy;r&shy;beits&shy;gruppe zur Frage der Bewaffnung von Drohnen&ldquo; vom 12.10.2021<a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\"><strong>[28]<\/strong><\/a>:<\/span><\/h4>\n<p>\u201eUnter Ber\u00fccksichtigung dieser \u00dcberlegungen kommt die Projektgruppe zu der Empfehlung, dass eine Bewaffnung\u00a0 von Drohnen der Bundeswehr zum Schutz der Soldatinnen und Soldaten bei mit dem V\u00f6lkerrecht und den B\u00fcndnisverpflichtungen Deutschlands in Einklang stehenden Auslandseins\u00e4tzen und unter klarer Ber\u00fccksichtigung unserer Grunds\u00e4tze und der Einhaltung der nachfolgenden Bedingungen in Erw\u00e4gung gezogen werden kann:<\/p>\n<ul>\n<li>Ausdr\u00fcckliches Verbot von extralegalen T\u00f6tungen \u2026<\/li>\n<li>Kategorische Ablehnung von vollautomatisierten Drohnen und anderen letalen autonomen Waffensystemen \u2026<\/li>\n<li>Erstellung und Offenlegung eines verbindlichen Einsatzkonzeptes f\u00fcr bewaffnete Drohnen durch die Bundesregierung \u2026.<\/li>\n<li>Einsatz von bewaffneten Drohnen nur dann, wenn dieser einschlie\u00dflich der hier aufgef\u00fchrten Konditionen explizit im vorgelegten Bundestagsmandat f\u00fcr den jeweiligen Auslandseinsatz der Bundeswehr vorgesehen ist, \u2026<\/li>\n<li>Verortung des operativ Entscheidenden im Einsatzgebiet \u2026<\/li>\n<li>Bestm\u00f6gliche Ausbildung, F\u00fcrsorge, Betreuung und Nachsorge \u2026\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"\"><span id=\"43-buendnis-90die-gruenen-verlautbarten\">4.3 B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen verlaut&shy;bar&shy;ten:<\/span><\/h4>\n<p>\u201eBewaffnete Drohnen wurden und werden vielfach auch von unseren B\u00fcndnispartnern f\u00fcr extralegale T\u00f6tungen und andere v\u00f6lkerrechtswidrige Taten eingesetzt. Ein solcher Einsatz ist f\u00fcr uns Gr\u00fcne undenkbar und mit dem deutschen Verfassungs- und Wehrrecht nicht vereinbar. Gleichzeitig erkennen wir an, dass diese Systeme Soldat*innen in gewissen Situationen besser sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Deshalb muss klar gemacht werden, f\u00fcr welche Einsatzszenarien der Bundeswehr die bewaffneten Drohnen \u00fcberhaupt eingesetzt werden sollen, bevor \u00fcber diese Beschaffung entschieden werden kann.\u201c<a href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\"><strong>[29]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die Delegierte Lene Greve stellte im Rahmen einer Anti-Drohnen-Kampagne in der Bundesdelegiertenkonferenz der Gr\u00fcnen am 28.1.2022 den Antrag, die Regierungsmitglieder und den Parteivorstand von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen aufzufordern:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">\u201e1. In dieser Legislaturperiode keine bewaffneten Drohnen anzuschaffen und keine vorhandenen Drohnen zu bewaffnen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">2. Eine breite partei-interne Debatte um die Folgen des Einsatzes bewaffneter Drohnen anzusto\u00dfen. Diese soll unter Federf\u00fchrung der BAG Frieden und unter Einbezug von Akteur:innen der Friedensbewegung stattfinden \u2013 beispielsweise im Rahmen eines Sonderparteitages.\u201c<a href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\"><strong>[30]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Dieser Antrag wurde von der Bundesdelegiertenkonferenz abgelehnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"44-die-kommission-justitia-et-pax-erlaeuterte-im-gespraech-mit-der-tagespost-durch-ihren-geschaeftsfuehrer-joerg-lueer\">4.4 Die Kommission Justitia et Pax erl&auml;uterte im Gespr&auml;ch mit der &bdquo;Tagespost&ldquo; durch ihren Gesch&auml;fts&shy;f&uuml;hrer J&ouml;rg L&uuml;er:<\/span><\/h4>\n<p>\u201e\u201aJustitia et Pax\u2018 kann die Entscheidung der Ampelparteien f\u00fcr den Einsatz bewaffneter Drohnen nachvollziehen. Es geht am Ende des Tages bei Drohnen wie bei vielen Waffen immer auch darum, unter welchen Bedingungen und wie sie eingesetzt werden. Dar\u00fcber wird man reden m\u00fcssen.\u201c Extralegale T\u00f6tungen, wie sie die USA durchf\u00fchren, seien auf keinen Fall akzeptabel, doch \u201ebewaffnete Drohnen als solches sehen wir nicht als ein grunds\u00e4tzliches Problem\u201c. Die Gefahr, dass die Hemmschwelle zur T\u00f6tung bei der ferngesteuerten Drohne gesenkt wird, sch\u00e4tzt L\u00fcer nicht als gro\u00df ein: Grunds\u00e4tzlich gelte, dass man sich an den Einsatz von Gewaltmitteln nicht gew\u00f6hnen d\u00fcrfe. Er sehe jedoch nicht, dass sich diese Problematik durch bewaffnete Drohnen versch\u00e4rfen w\u00fcrde. \u201eSie sind ein neues Mittel und sie haben auch eine ganze Reihe von Vorz\u00fcgen: In Afghanistan konnte man sehen, dass sie zu einem Mehr an Sicherheit von Truppen f\u00fchren k\u00f6nnen. Sie bringen allerdings auch Schwierigkeiten mit sich. Das ist dann jeweils im Einsatz von Mitteln abzuw\u00e4gen. Das Ziel muss die Minimierung des Gewalteinsatzes sein.\u201c<a href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\"><strong>[31]<\/strong><\/a><\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"5-fazit\">5. Fazit<\/span><\/h3>\n<p>Die Debatte zum Verbot von bewaffneten Drohnen sollte nicht als beendet angesehen werden. Der Festlegung des Koalitionsvertrages der Ampelparteien zum Trotz sollten die Kirchen, die Wissenschaft, die Zivilgesellschaft und die Friedensbewegung den Bundestag auffordern, die Bewaffnung von Drohnen abzulehnen. Mut dazu macht der \u00d6ffentliche Appell von 70 Forscher*innen aus der K\u00fcnstlichen Intelligenz und der Informatik \u201eDie Bewaffnung von Drohnen f\u00fcr die Bundeswehr stoppen \u2013 autonome Waffensystem \u00e4chten!\u201c vom 28.1.2022. Die Forscher und Forscherinnen argumentieren zus\u00e4tzlich zu den schon genannten Gr\u00fcnden gegen bewaffnete Drohnen:<\/p>\n<p>\u201eDie Bewaffnung von Drohnen macht eine autonome Waffenf\u00fchrung prinzipiell m\u00f6glich und stellt einen kritischen Wendepunkt dar. Der wissenschaftlich-technologische Stand ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass jede moderne ferngelenkte bewaffnete Drohne nur ein Software-Update von einer vollautonomen t\u00f6dlichen Waffe entfernt ist, ohne dass dies nachgewiesen werden kann! Bewaffnete Drohnen m\u00fcssen jetzt vermieden werden, bevor der Entwicklung hin zu vollautonomen Waffen kein Einhalt mehr geboten werden kann. Im \u00f6ffentlichen Diskurs \u00fcber die Bewaffnung von Drohnen wird die Gefahr einer schleichenden Automatisierung der Kriegsf\u00fchrung bisher unzureichend reflektiert \u2013 diese Debatte muss gef\u00fchrt werden! \u2026\u201c<a href=\"#_edn32\" name=\"_ednref32\"><strong>[32]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Ulrich Frey war Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Aktionsgemeinschaft Dienst f\u00fcr den Frieden (AGDF) von 1972 \u2013 2000 und ist Mitglied des Vorstandes der Martin-Niem\u00f6ller-Stiftung sowie der Arbeitsgemeinschaft Frieden der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er publiziert zu Fragen von Friedensethik und Friedenspolitik.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h3>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.spd.de\/fileadmin\/Dokumente\/Koalitionsvertrag\/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.spd.de\/fileadmin\/Dokumente\/Koalitionsvertrag\/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf<\/a> , S. 118 (Zugriff 2.2.2022).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a><a href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/bmvg-bundestag-bericht-drohnendebatte-274216%20vom%203.7.2020\"> https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/bmvg-bundestag-bericht-drohnendebatte-274216 vom 3.7.2020<\/a>, S. 19 (Zugriff 24.9.2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3] <\/a>Vgl. im Folgenden: Michael Staack, R\u00fcstungskontrolle ist nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df, und Alexander Graef, R\u00fcstungskontrolle: Unzeitgem\u00e4\u00df und reformbed\u00fcrftig, aber notwendig!, in: Die Friedenswarte, Vol. 92\/2017-2019, Issue 3-4, S. 170, S. 179; Ines-Jacqueline Werkner und Niklas Sch\u00f6rnig (Hrsg.), Cyberwar \u2013 die Digitalisierung der Kriegsf\u00fchrung. Fragen zur Gewalt, Band 6, Springer SV, 2019; Martin Pilgram, Kriegsdrohnen \u2013 Entwicklung und Stand, in: Mit Kampfdrohnen und Killerrobotern \u2013 f\u00fcr gerechten Frieden? Beilage zu Wissenschaft und Frieden 2\/20, Dossier 89, S. 3f.; J\u00fcrgen Altmann, Autonome Waffensysteme \u2013 der n\u00e4chste Schritt im qualitativen R\u00fcstungswettlauf? In: Ines-Jacqueline Werkner und Klaus Ebeling. Unbemannte Waffen und ihre ethische Legitimierung. Fragen zur Gewalt, Band 5, Springer SV, 2019, S. 111- 136.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> Vgl. u.a. Arbeitskreis Internationale Sicherheitspolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung, Neue digitale Milit\u00e4rtechnologien und autonome Waffensysteme. Die Zukunft der Kriegsf\u00fchrung, S. 3, August 2015, <a href=\"https:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/11622.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/11622.pdf<\/a> (Zugriff 25.9.2020); Philipp von Wussow, Keine Aussicht auf Cyberfrieden, in: Zur Sache BW, Ausgabe 37, 1\/2020, S. 8ff.; IMI-Analyse 2016\/35, in: Ausdruck Oktober 2016 \u201eStrategien im Cyberkrieg \u2013 Verschiedene Perspektiven auf das f\u00fcnfte Schlachtfeld\u201c, <a href=\"https:\/\/www.imi-online.de\/2016\/09\/26\/strategien-im-cyberkrieg\/\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.imi-online.de\/2016\/09\/26\/strategien-im-cyberkrieg\/<\/a> (Zugriff 24.9.2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> Der Spiegel, K\u00fchler Krieg, Nr. 39\/2016, S. 17.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Thomas Gruber, Strategien im Cyberkrieg. Verschiedene Perspektiven auf das f\u00fcnfte Schlachtfeld, in: Informationsstelle Militarisierung (IMI), Ausdruck Oktober 5\/2016, S. 31.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> Vgl. ausf\u00fchrlich zur Problematik: Annika Schledorn, Das Verh\u00e4ltnis der Menschenrechte zum humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrecht am Beispiel von \u201etargeted killings\u201c, in: Die Friedenswarte, Vol. 93, 2020, Issue 1-2, S. 195-216.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> S. <a href=\"http:\/\/securitydata.newamerica.net\/drones\/pakistan-analysis.html\" rel=\"nofollow noopener\">http:\/\/securitydata.newamerica.net\/drones\/pakistan-analysis.html<\/a> (Zugriff 1.10.2020) sowie\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.thebureauinvestigates.com\/stories\/2017-01-01\/drone-wars-the-full-data\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.thebureauinvestigates.com\/stories\/2017-01-01\/drone-wars-the-full-data<\/a> (Zugriff 27.9.2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> Andere NGOs berichten ebenfalls zu dem Thema: Amnesty International hat beispielsweise in Pakistan neun Zivilisten als eindeutig illegale Opfer recherchiert.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Karl-Heinz Brunner, <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/aussen-und-sicherheitspolitik\/artikel\/\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/aussen-und-sicherheitspolitik\/artikel\/<\/a> wider-den-grenzenlosen-krieg-1331\/ (Zugriff 4.9.2020); Kai Biermann und Thomas Wiegold, Der Krieg der Drohnen, in: Bl\u00e4tter November 2015, <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2015\/november\/\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2015\/november\/<\/a> der-krieg-der-drohnen (Zugriff 4. 9. 2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/themen\/koalitionsvertrag-zwischen-cdu-csu-und-spd-195906\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/themen\/koalitionsvertrag-zwischen-cdu-csu-und-spd-195906<\/a> (Zugriff 4.9.2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2018_05\/555046-555046\">https:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2018_05\/555046-555046<\/a> (Zugriff 4.9.2020); Details \u00fcber die nach dem Wunsch der Bundeswehr zu beschaffende Kampfdrohne vom Typ G-Heron TP, die daf\u00fcr ben\u00f6tigte Logistik auf dem Fliegerhorst Jagel bei Schleswig, die Ausbildung der Piloten und die \u201evernetzte Operationsf\u00fchrung\u201c beim Betrieb der Drohnen berichtete Detlef Mielke (DFG-VK) in: (Keine) Kampfdrohnen f\u00fcr die Bundeswehr, Zivilcourage 1\/2020, S. 12ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&amp;Datum=19.03.2019&amp;Aktenzeichen=4%20A%201361%2F15\">https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen &amp;Datum=19.03.2019&amp;Aktenzeichen=4%20A%201361%2F15<\/a>, S. 9 (Zugriff 30.9.2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> Zum Begriff von autonomen, \u00fcberwacht-autonomen und teil-autonomen Waffensystemen vgl. die Ausf\u00fchrungen des International Committee of the Red Cross (ICRC): Autonomous Weapon Systems: Technical, military and\u00a0 humanitarian aspects. Expert meeting report, Genf 2014, 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.killer-roboter-stoppen.de\/2019\/11\/spiel-auf-zeit\/\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.killer-roboter-stoppen.de\/2019\/11\/spiel-auf-zeit\/<\/a> (Zugriff 24.9.2020); Thomas K\u00fcchenmeister, Autonome Waffen: Killerroboter au\u00dfer Kontrolle?, in: Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik, September 2019; <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/aussenpolitik\/themen\/abruestung-ruestungskontrolle\/autonome-waffen\/2276700\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/aussenpolitik\/themen\/abruestung-ruestungskontrolle\/autonome-waffen\/2276700<\/a> (Zugriff 3.2.2022).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> Zur deutschen Haltung zu AWS: J\u00fcrgen Altmann, autonome Waffensysteme \u2013 der n\u00e4chste Schritt im qualitativen R\u00fcstungswettlauf? In: Ines-Jacqueline Werkner und Marco Hofheinz (Hrsg.), Unbemannte Waffen und ihre ethische Legitimierung. Fragen zur Gewalt, Band 5, Springer SV, 2019, S.\u00a0127ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> Thomas K\u00fcchenmeister, Autonome Waffen: Killerroboter au\u00dfer Kontrolle?, in: Bl\u00e4tter, September 2019, S. 4.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> Vereinte Nationen, <a href=\"https:\/\/unric.org\/de\/autonomewaffen20122021\">https:\/\/unric.org\/de\/autonomewaffen20122021<\/a> (Zugriff 17.5.2022).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Brief an die Mitglieder der Fraktion, s. <a href=\"https:\/\/augengeradeaus.net\/2020\/07dokumetation-kriterien-der-spd-fuer-entscheidung\">https:\/\/augengeradeaus.net\/2020\/07dokumetation-kriterien-der-spd-fuer-entscheidung<\/a> (Zugriff 24.9.2020); siehe auch: Rolf M\u00fctzenich, Exekutive Exekutionen durch bewaffnete Drohnen? Braucht Deutschland Kampfdrohnen? SPD, 12.7.2013.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/kramp-karrenbauer-setzt-bewaffnete-drohnen-fur-die-bundeswehr-auf-die-tagesordnung-3EYW6JHU2JBZ5OMGITMPIT7SPQ.html\">https:\/\/www.rnd.de\/politik\/kramp-karrenbauer-setzt-bewaffnete-drohnen-fur-die-bundeswe hr-auf-die-tagesordnung-3EYW6JHU2JBZ5OMGITMPIT7SPQ.html<\/a>. (Zugriff 24.9.2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/bmvg-bundestag-bericht-drohnendebatte-274216\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/bmvg-bundestag-bericht-drohnendebatte-274216<\/a> vom 3.7.2020, S. 1f. (Zugriff 24.9.2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/augengeradeaus.net\/2020\/10\/dronewatch-folgt-auf-die-debatte-ueber-bewaffnete-droh\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/augengeradeaus.net\/2020\/10\/dronewatch-folgt-auf-die-debatte-ueber-bewaffnete-droh<\/a> nen-die-entscheidung\/ (Zugriff 6.10.2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/wehrbeauftragte-hoegl-fuer-bewaffnete-drohnen-100.html\">https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/wehrbeauftragte-hoegl-fuer-bewaffnete-drohnen-100. html<\/a> (Zugriff 3.2.2022).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a> Arbeitskreis Internationale Sicherheitspolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung, Neue digitale Milit\u00e4rtechnologien und autonome Waffensysteme. Die Zukunft der Kriegsf\u00fchrung, S. 6ff., August 2015, <a href=\"https:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/11622.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/11622.pdf<\/a> (Zugriff 25.9.2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[25]<\/a> Marco Hofheinz, Abusus non tollit usum? Ein kleines theologisch-ethisches Argumentarium zum Gebrauch von Kampfdrohnen, in: Ines-Jacqueline Werkner, Marco Hofheinz (Hrsg.), Unbemannte Waffen und ihre ethische Legitimierung, Fragen zur Gewalt, Band 5, Springer SV, 2019, S. 137\u2013169. Mit \u00e4hnlichem Ergebnis (Auswahl): Der Physiker J\u00fcrgen Altmann, Zur Beurteilung automatisierter und autonomer Waffensysteme, in: Ines-Jacqueline Werkner und Klaus Ebeling (Hrsg.), Handbuch Friedensethik, Springer SV, 2017, S. 793\u2013803; BICC, HSFK, IFSH, INEF (Hrsg.), Friedensgutachten 2020, Im Schatten der Pandemie: letzte Chance f\u00fcr Europa, transcript-Verlag, 2020, S. 103; Christian M\u00f6lling, LAWS Verbotsprozess und sicherheitspolitische Implikationen, Stellungnahme der DGAP vom 6.11.2019; Europ\u00e4isches Parlament 2014 -2019, Entschlie\u00dfung vom 12.9.2018 zu autonomen Waffensystemen, Nr.\u00a04 (2018\/2752(RSP), <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/<\/a> TA-8-2018-0341_DE.html (Zugriff 30.9.2020); \u00d6kumenischer Rat der Kirchen, Protokollpunkt zu t\u00f6dlichen Waffensystemen \u2013 \u201eKillerroboter\u201c, Exekutivausschuss 20.-26.11.2019, Dok. Nr.\u00a004 rev. <a href=\"https:\/\/www.oikoumene.org\/de\/resources\/documents\/executive-committee\/minute-on-lethal-autonomous-weapons-systems-killer-robots\">https:\/\/www.oikoumene.org\/de\/resources\/documents\/executive-committee\/minute-on-lethal-autonomous-weapons-systems-killer-robots<\/a> (Zugriff 30.9.2020); Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Kundgebung der Synode 2019 in Dresden, <a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/kundgebung-ekd-synode-frieden-2019-51648.htm\">https:\/\/www.ekd.de\/kundgebung-ekd-synode-frieden-2019-51648.htm<\/a> (Zugriff 24.9.2020); Renke Brahms, Friedensbeauftragter der EKD, <a href=\"https:\/\/www.evangelische-friedensarbeit.de\/artikel\/2018\/ekd-friedensbeauftragter-anschaffung-von-drohnen-nochmals-ueberdenken\">https:\/\/www.evangelische-friedensarbeit.de\/artikel\/2018\/ekd-friedensbeauftragter-anschaffung-von-drohnen-nochmals-ueberdenken<\/a> (Zugriff 6.10.2020); Bernhard Koch, Die Gegenwart, Leben unter Drohnen, Frankfurter Allgemeine Zeitung 3.2.2014; <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/die-gegenwart\/drohnenkrieg-leben-unter-droh\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/die-gegenwart\/drohnenkrieg-leben-unter-droh<\/a> (Zugriff 30. 9. 2020); Organisationen und Gruppen aus Kirchen, Friedensbewegung und Zivilgesellschaft, wie die internationale Kampagne \u201eStop Killer Robots\u201c (<a href=\"https:\/\/www.stopkillerrobots.org;\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.stopkillerrobots.org;<\/a> Zugriff 30.9.2020) und das Netzwerk Friedens\u00adko\u00adoperative (<a href=\"https:\/\/www.friedenskooperative.de;\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.friedenskooperative.de;<\/a> Zugriff 30. 9. 2020), fordern durchg\u00e4ngig die \u00c4chtung sogenannter Killerroboter.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">[26]<\/a> Odilo Metzler und Albert Fuchs, Theorie(n) des gerechten Krieges zur Kriegsdrohnenproblematik, in: Wissenschaft und Frieden, Dossier 89, Beilage zu Wissenschaft und Frieden 2\/2020 (Mit Kampfdrohnen und Killerrobotern \u2013 f\u00fcr gerechten Frieden?), S.\u00a06ff.,<a href=\"https:\/\/www.wissenschaft-und-frieden.de\/seite.php?dossierID=093\"> https:\/\/www.wissenschaft-und-frieden.de\/seite.php?dossierID=093<\/a> (Zugriff 26. 9. 2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">[27]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/fdp-politikerin-zu-bewaffneten-drohnen-strack-zimmermann-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/fdp-politikerin-zu-bewaffneten-drohnen-strack-zimmermann -100.html<\/a> (Zugriff 2.2.2022).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">[28]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.spd.de\/fileadmin\/Dokumente\/Sonstiges\/20211012_Bericht_PG_Drohnen.pdf\">https:\/\/www.spd.de\/fileadmin\/Dokumente\/Sonstiges\/20211012_Bericht_PG_Drohnen.pdf<\/a> (Zugriff 3.2.2022).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\">[29]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.gruene.de\/themen\/frieden-und-menschenrechte\/%20Fragen%20und%20Antworten.%20Wie\">https:\/\/www.gruene.de\/themen\/frieden-und-menschenrechte\/ Fragen und Antworten. Wie<\/a> stehen die Gr\u00fcnen zu bewaffneten Drohnen? (Zugriff 3.2.2022).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\">[30]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/antraege.gruene.de\/47bdk\/aufruestungsspirale_beenden_entschiedene_friedenspolitik_statt_drohen_-27683\">https:\/\/antraege.gruene.de\/47bdk\/aufruestungsspirale_beenden_entschiedene_friedenspolitik _statt_drohen_-27683<\/a> (Zugriff 3.2.2022).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\">[31]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.die-tagespost.de\/politik\/der-kampf-um-bewaffnete-drohnen-hat-ein-ende-art-223753\">https:\/\/www.die-tagespost.de\/politik\/der-kampf-um-bewaffnete-drohnen-hat-ein-ende-art-223 753<\/a> (Zugriff 3.2.2022).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref32\" name=\"_edn32\">[32]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.kasseler-friedensforum.de\/663\/appelle\/Die-Bewaffnung-von-Drohnen-fuer-die-Bundeswehr-stoppen-autonome-Waffensysteme-aechten\/(Zugriff\">https:\/\/www.kasseler-friedensforum.de\/663\/appelle\/Die-Bewaffnung-von-Drohnen-fuer-die-Bundeswehr-stoppen-autonome-Waffensysteme-aechten\/(Zugriff<\/a> 3.2.2022); vgl. auch die Beilage zu \u201eWissenschaft und Frieden\u201c 4\/2021, das reichhaltige Dossier 93 \u201eK\u00fcnstliche Intelligenz zieht in den Krieg\u201c, hrsg. von der Informationsstelle Wissenschaft und Frieden e.V. (WIFF) und dem Forum InformatikerInnen f\u00fcr Friedens und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF).<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[6],"tags":[],"autoren":[161],"publikationen":[854,2996],"class_list":["post-18202","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-frieden","autoren-ulrich-frey","publikationen-vorgaenge","publikationen-236-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kampfdrohnen!? 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