{"id":18522,"date":"2023-04-25T11:59:48","date_gmt":"2023-04-25T09:59:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=18522"},"modified":"2025-02-26T11:59:41","modified_gmt":"2025-02-26T10:59:41","slug":"die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/237-238-vorgaenge\/publikation\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\/","title":{"rendered":"Die Schule diskriminiert und lehrt es: Ein Streitgespr\u00e4ch \u00fcber die gesellschaftlichen Funktionen der Bildungseinrichtungen"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-teaser-western\"><em>Im folgenden Gespr\u00e4ch gehen Freerk Huisken, Bildungs\u00f6konom und langj\u00e4hriger Schulkritiker, sowie Wolfram Grams, fr\u00fcherer Schulleiter und stellvertretender Bundesvorsitzender der Humanistischen Union, kontrovers der Frage nach, welche Bedeutung die Diskriminierung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in der Institution Schule hat \u2013 und ob es realistische Alternativen dazu gibt.<\/em><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">GRAMS: Herr Huisken, Sie haben als Lehrer gearbeitet, studierten Erziehungswissenschaften, Politikwissenschaft und Psychologie und waren bis zu Ihrer Emeritierung an der Universit\u00e4t Bremen Hochschullehrer f\u00fcr die Politische \u00d6konomie des Ausbildungssektors. Sie gelten als profunder Kenner und Kritiker der deutschen Schule. In Ihren vielf\u00e4ltigen Ver\u00f6ffentlichungen zum Thema beschreiben Sie die Schule als Diskriminierungsanstalt. In Ihren B\u00fcchern \u2013 zuletzt in den \u201eFl\u00fcchtlingsgespr\u00e4chen\u201c und in \u201eAlles bew\u00e4ltigt, nichts begriffen\u201c \u2013 verbinden Sie die Schule per se mit der Diskriminierung der Kinder und Jugendlichen. Mehr noch: Die Schule sortiere die Kinder und Jugendlichen und lehre sie, soziale \u201eSelektion\u201c f\u00fcr alternativlos zu halten.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">Nun sitzen Sie im Gespr\u00e4ch zusammen mit einem ehemaligen Direktor einer Schule, der Ihnen aus seiner Innenansicht der Schule nicht zu widersprechen vermag. Die Schule diskriminiert die ihr Anvertrauten durch das ihr eigene Prinzip des dissozialen Sortierens der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">Lassen Sie uns in einem ersten Schritt der gesellschaftlichen Funktion der Schule als \u201eTotaler Institution\u201c nachgehen, deren Aufgabe das Sortieren der ihr Anvertrauten ist. In einem zweiten Schritt k\u00f6nnten wir dar\u00fcber nachdenken, welche psychischen Verwerfungen, welche Leidensprozesse die Institution Schule zu bewirken vermag. Lassen Sie uns in einem dritten Schritt aber auch \u00fcber Gegenentw\u00fcrfe sprechen, \u00fcber jene Projekte und Menschen, die unerm\u00fcdlich den Dialog mit den Kindern und Jugendlichen suchen, um mit ihnen gemeinsam \u201edie Menschen zu st\u00e4rken und die Sachen zu kl\u00e4ren\u201c.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">Nun also zu unserem ersten Schritt. Wie gelangen Sie zu Ihrem Urteil, die Schule diskriminiere durch ihre Sortierungsfunktion?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">HUISKEN: Dass die hiesige Staatsschule diskriminiert, d.\u00a0h. Unterschiede zwischen Sch\u00fclern hervorbringt, ist ein unstrittiger Befund: Die Diskriminierungsanstalt produziert &#8218;gute&#8216; und &#8217;schlechte&#8216; Sch\u00fcler in einem f\u00fcr die jeweilige gesellschaftliche Nachfrage nach tauglichen Mitgliedern f\u00fcr die kapitalistische Arbeitswelt m\u00f6glichst funktional bestimmten Verh\u00e4ltnis. Der Auftrag der Schule \u2013 es ist, um das gleich vorweg zu sagen, nicht ihr einziger Auftrag \u2013 besteht darin, den gesamten Nachwuchs einer <i>Vorsortierung<\/i> zu unterziehen, an den sich jene lebensbiographisch entscheidende <i>Sortierung<\/i> anschlie\u00dft, der sich Schulabsolventen in der Konkurrenz ein Leben lang um die Sicherung von mehr bzw. mehrheitlich weniger erfreulichen Verdienstgelegenheiten unterwerfen m\u00fcssen, ehe sie \u2013 ebenfalls mehrheitlich \u2013 in der Altersarmut den Rest ihres Leben verbringen d\u00fcrfen. Als &#8217;schlechte&#8216; Sch\u00fcler werden dabei jene ermittelt, die im schulisch veranstalteten Leistungsvergleich bei vorgegebenen Lerninhalten und Lernmethoden schlechter abschneiden als ihre in- oder ausl\u00e4ndischen Mitsch\u00fcler.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ich bin mir im Klaren dar\u00fcber, dass die damit angedeutete Zweckbestimmung weniger unstrittig ist. Noch mehr Widerspruch ernte ich im Allgemeinen, wenn ich den Nachweis zu erbringen versuche, dass die schulisch ermittelte Sch\u00fclerhierarchie das <i>Werk<\/i> des schulischen Lernens ist, das \u00fcber das Verfahren der notwendig <i>chancengleichen Lernkonkurrenz<\/i> verl\u00e4uft. Lassen Sie mich dazu ein paar Worte zur Erl\u00e4uterung sagen: Wenn allen Sch\u00fclern \u2013 im gro\u00dfen Ganzen \u2013 dieselbe Zeit zum Lernen und zur Reproduktion des gleichen Lernstoffs einger\u00e4umt wird, und wenn diese Zeit weder am &#8218;langsamsten Schiff der Flotte&#8216; Ma\u00df nimmt noch jedem Sch\u00fcler die seinem Lerntempo entsprechende Zeit einr\u00e4umt, vielmehr so knapp bemessen ist, dass zwangsl\u00e4ufig Sch\u00fcler abgeh\u00e4ngt werden, dann bezeugt dieses Verfahren die schulische Zwecksetzung, mittels der Organisation des Lernens alle Sch\u00fcler auf die Notenskala von 1 bis 5 oder 6 zu verteilen; was zum Endergebnis hat, dass immer noch eine Mehrheit des Nachwuchses von weiterf\u00fchrender Bildung fern gehalten wird. Wenn \u00fcberdies das Ergebnis dieser schulischen Konkurrenz nicht der Auftakt zur schulischen <i>Behebung<\/i> von festgestellten Lerndefiziten ist, sondern zu ihrer <i>Fixierung<\/i> und <i>Exekution<\/i> gem\u00e4\u00df der jeweils schulrechtlich vorgegebenen Schullaufbahnen f\u00fchrt, dann wird zugleich mehr als deutlich, dass diese Sorte Lernen von der <i>R\u00fccksichtslosigkeit<\/i> gegen\u00fcber mitgebrachten oder schulisch erzeugten Lerndefiziten und gegen\u00fcber all jenen Befindlichkeiten lebt, mit denen Sch\u00fcler in der Schule antreten \u2013 von R\u00fccksichtslosigkeit<i> <\/i>gegen\u00fcber<i> <\/i>schulisch ausgetriebener Lernmotivation und untergrabenem Lerninteresse ganz abgesehen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Es baut diese <i>schulische<\/i> Diskriminierung somit kalkuliert auf jener <i>gesellschaftlichen<\/i> &#8218;Diskriminierung&#8216; auf, mit der ein Staatsvolk per Konkurrenz um den Verdienst auf die Hierarchie der Berufe verteilt wird. Schulsoziologisch gesprochen finden sich dar\u00fcber bekanntlich gro\u00dfe Teile des Volkes in der sogenannten &#8218;Bildungsferne&#8216; wieder; ein Begriff der zum einen zynisch verbucht, dass es f\u00fcr die Arbeit und das Leben der Volksmehrheit im Kapitalismus keine Bildung braucht, und in dem zum anderen festgehalten wird, dass der Nachwuchs dieser Volksmehrheit in der Pflichtschule mit einer &#8218;Vorsozialisierung&#8216; antritt, \u00fcber die per Lernkonkurrenz sicher gestellt wird, dass diese gesellschaftliche Diskriminierung \u2013 sagen wir ruhig etwas pauschal \u2013 nach Arm und Reich <i>reproduziert<\/i> wird.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">\u00dcbrigens \u2013 dies mein vorerst letzter Satz \u2013 scheint es die Kritiker des Umstands, dass die Schule es Sch\u00fclern aus den unteren Schichten der Gesellschaft auch heute noch extrem schwer macht \u2013 siehe PISA 2000 \u2013 sich \u00fcber h\u00f6here Bildung bis zum Studium vorzuarbeiten, nicht im Mindesten zu st\u00f6ren, dass ihre <i>Kritik<\/i> mit dem von ihnen \u2013 als fehlende Chancengleichheit falsch \u2013 <i>kritisierten Sachverhalt<\/i> seit Jahrzehnten in eintr\u00e4chtiger Koexistenz existiert.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">GRAMS: Die von Ihnen treffend kritisierte Vorsortierung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in den ersten neun, zehn, zw\u00f6lf oder mancherorts dreizehn Schuljahren war tats\u00e4chlich zugleich eine pr\u00e4zise Abbildung der fr\u00fchen Industriegesellschaft: Zuk\u00fcnftigen Arbeiterinnen und Arbeitern musste die \u201eVolks-Schule\u201c gen\u00fcgen, der kommenden Generation der \u201amittleren\u2018 Verwaltung und der Techniker das \u201eEinj\u00e4hrige\u201c der Realschule. F\u00fcr die vermeintliche Elite blieb das Gymnasium. Das Einj\u00e4hrige erhielt seinen Namen, weil die Absolventen der Realschulen bis 1918 nur ein Jahr in der Reichswehr dienen mussten. Diese Dreiteilung der Gesellschaft war in der Tat eine Widerspiegelung der Differenzierung der Arbeitswelt. Wo sie noch existiert, wird \u00fcbersehen, dass wir das Jahr 2022 schreiben. Die allerorten Einzug haltende Zweigliedrigkeit \u00e4ndert an diesem Prinzip nichts. Diskriminiert werden jene, die zu vermeintlich schlechten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern erkl\u00e4rt werden. Ich leitete viele Jahre eine gro\u00dfe berufsbildende Schule, die aus 17 unterschiedlichen Bildungsg\u00e4ngen bestand. In Fachschulen, Berufsfachschulen, Beruflichen Gymnasien und Fachoberschulen konnten alle schulischen Abschl\u00fcsse erworben werden. Ich beobachtete, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Berufsfachschulen, die den Hauptschulabschluss erwerben wollten, ihre gleichaltrigen Mitsch\u00fclerinnen der Fachschulen siezten. Sie erkl\u00e4rten es mir mit ihrer Unsicherheit gegen\u00fcber denen, die doch im Gegensatz zu ihnen so viel w\u00fcssten. Die Vorsortierung, von der Sie, Herr Huisken, sprechen, war durch sie hindurch gegangen. Doch zu den psychischen Verwerfungen, die Diskriminierung in und durch die Schule bewirken, kommen wir sp\u00e4ter. Es bleibt jedoch festzuhalten: Wenn die Biografie eines Kindes gepr\u00e4gt wird von dem steten Erlebnis, nur den R\u00e4ngen vier bis sechs auf der Notenskala zugeordnet zu werden, bleibt ein tiefsitzendes Gef\u00fchl f\u00fcr die eigene Unf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">Diese r\u00fccksichtslose Umgangsweise mit Kindern und Jugendlichen schreiben sie der \u201ehiesigen Staatsschule\u201c zu. Hier bitte ich Sie um eine Erl\u00e4uterung, weil zwischenzeitlich weit mehr als zehn Prozent aller Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in Deutschland private Schulen besuchen. Privatschulen nehmen aber in besonderem Ma\u00dfe die Vorsortierung \u00fcber die finanziellen M\u00f6glichkeiten der Eltern vorweg. Wer das Internat Schloss Salem besucht, hat kein Problem mit einem engen Zeitfenster, in dem von allen Kindern einer Gruppe das Gleiche gelernt werden muss. Angesichts der finanziellen Ausstattung der Eltern ist dieses Zeitfenster individuell dehnbar. Ist insofern die wachsende Anzahl von Privatschulen Ausdruck weiterer und vertiefter Vorsortierungen und die Privatschulen sind dabei der Katalysator?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">Eine zweite Frage zu dem von Ihnen bislang dargestellten Zusammenhang: Sie sagen, die Menschen w\u00fcrden \u201eper Konkurrenz um den Verdienst auf die Hierarchie der Berufe verteilt\u201c. Dieser Prozess setze zielgerichtet in den Schulen ein. Angesichts der Existenz eines Marktes, auf dem \u201edoppelt freie Lohnarbeiter\u201c ihre Arbeit feilbieten, darf doch die staatliche Institution Schule dem nicht nachstehen. Sie muss auf diesen Markt vorbereiten, ergo eine Vorauswahl mit dem Ziel treffen, jene zu erw\u00e4hlen, die auf lukrative Berufsaussichten vorbereitet werden, auf solche, die ein Auskommen mit dem Einkommen erm\u00f6glichen und auf solche, die als \u201eArbeitskraft minderer G\u00fcte\u201c bezeichnet werden k\u00f6nnen. Am untersten Rand dieser Hierarchie bef\u00e4nden sich dann dergestalt behinderte Menschen, deren Arbeitskraft nicht verwertbar erscheint. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet w\u00e4re die Schule ihrem Charakter nach eine Widerspiegelung der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse der Produktion \u2026<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">HUISKEN: Ihrer ersten Anmerkung kann ich nur zustimmen. Die \u201eReformen\u201c des Schulwesens sind Legion; ge\u00e4ndert wurden Lehrpl\u00e4ne, Lehrmethoden, Schulorganisationen usw. Nie jedoch wurde etwas grunds\u00e4tzlich an der Sortierungsfunktion des allgemeinbildenden staatlichen Schulwesens ge\u00e4ndert. Der \u00dcbergang von der Drei- zur Zweiz\u00fcgigkeit, die sich immer mehr durchsetzt, ist in dieser Hinsicht nur konsequent, da mit ihm unmittelbar die Scheidung des Schulvolkes nach zuk\u00fcnftiger Elite und nach der Masse der lohnarbeitenden Bev\u00f6lkerung <i>eingeleitet<\/i> wird.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Nur um an dieser Stelle Einw\u00e4nden zuvorzukommen: Nein, mir sind weder die Versuche, von Notenbewertungen zu schriftlichen Leistungsbewertungen \u00fcberzugehen noch die Beschl\u00fcsse entgangen, die Notengebung in den ersten Schuljahren der Grund\u00adschule auszusetzen. In beiden F\u00e4llen hat Schulpolitik \u2013 allerdings v\u00f6llig begriffslos \u2013 auf Widerspr\u00fcche und ihre schulisch <i>kontraproduktive<\/i><i>n<\/i> Wirkungen reagiert. Wo die Fixierung auf Noten dazu f\u00fchrt, dass Lernen nicht sach-, sondern <i>notenorientiert<\/i> erfolgt, da stehen nicht nur Erziehungsberechtigte, die ihren Kindern zu besseren Schulabschl\u00fcssen verhelfen wollen, sondern auch die \u2013 absurderweise \u2013 in rasantem Aufschwung befindlichen Nachhilfeeinrichtungen ziemlich ratlos vor der Frage, wo eigentlich die zu behebenden <i>sachlichen<\/i> M\u00e4ngel liegen, wenn der Sch\u00fcler mit einer 5 in Mathe oder Deutsch nach Hause kommt. Denn die Note h\u00e4lt nur den rein <i>quantitativen<\/i> Vergleich mit den Einser- oder Zweier-Sch\u00fclern fest, sagt \u00fcber <i>qualitative<\/i> sachliche Defizite nichts aus. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich beim Verzicht auf Notenbewertung in Grundschuljahren: Um zehn Jahre oder mehr wenigstens an der schulischen <i>Lernkonkurrenz<\/i> teilnehmen zu k\u00f6nnen, bedarf es beim Sch\u00fcler der Elementarausstattung in Sachen Lesen, Schreiben und Rechnen. Grundsch\u00fclern, die in der 1. oder 2. Schulklasse per Notenaussortierung abgeh\u00e4ngt werden \u2013 aus welchen Schichten die dann wohl kommen? \u2013, fehlt es daran; ihre Teilnahme an der Lernkonkurrenz ist dann zunehmend formaler Natur.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ihre Frage nach der Bedeutung der Privatschulentwicklung hierzulande schlie\u00dft unmittelbar an. Die Zeiten der privaten Alternativschulen \u2013 Glocksee, Freie Schule Frankfurt etc. \u2013, die noch versuchten, ohne Sch\u00fclersortierung auszukommen, sind ziemlich vorbei. Allerdings waren auch diese Alternativkonzepte an das Grundgesetz, sprich: an staatliche <i>Erlaubnis<\/i> gebunden, die so konsequent durchgesetzt wurde, dass nicht wenige Schulversuche ihre Bem\u00fchungen gar nicht erst umsetzen konnten. In Bremen wei\u00df man ein Lied davon zu singen. Alternativschulen, die von der Schulaufsicht gr\u00fcnes Licht bekamen, haben sich allerdings diese Unterwerfung unter staatliche Vorgaben teilweise so sehr zu Herzen genommen, dass sie ihre Werbung um weitere Sch\u00fcler mit dem Verweis untermauerten, dass ihre Absolventen nach Integration in die h\u00f6heren allgemeinbildenden Staatsschulen \u2013 aus dem vorgegeben Sortierungsverfahren durften und wollten sie sich ohnehin nicht ausklinken \u2013 immer hervorragende Zeugnisse erhalten h\u00e4tten. Eine merkw\u00fcrdige Werbung, die die Frage nahelegt, worin das <i>Alternative<\/i> der Erziehung wohl bestanden haben mag, wenn die so Erzogenen ausgerechnet in jener<i> Staatsschule<\/i> re\u00fcssieren, an der Alternativp\u00e4dagogen kein gutes Haar gelassen hatten.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Zunahme von staatlich zugelassenen allgemeinbildenden Privatschulen in Deutschland \u2013 Sie sprechen von mehr als 10 Prozent \u2013 ist, wenn man von reinen Konfessionsschulen absieht, die Antwort auf die Sorge der kleinen Schicht der <i>Verm\u00f6genden, <\/i>inwieweit ihr Nachwuchs es in der Staatsschule relativ sorgenfrei bis zum Abi schafft, das heute als die Voraussetzung f\u00fcrs Studium gilt, \u00fcber das allein der Zugang zu den meisten Jobs der Elite er\u00f6ffnet wird. Das Misstrauen in die Leistungsmotivation der eigenen Kinder wird durch <i>Geld<\/i> kompensiert. Mit Jahresschulgeldern zwischen 3.000 und 50.000\u00a0Euro l\u00e4sst sich in der privaten Lehranstalt das gew\u00fcnschte Ergebnis <i>einkaufen<\/i>. So gesehen ist der Boom von Privatschulen nichts anderes als eine zur hiesigen Geldwirtschaft <i>passende<\/i> <i>Erg\u00e4nzung<\/i> des Pflichtschulwesens: Wo es die Staatsschule schafft, den Nachwuchs der <i>Armen<\/i> dieser Gesellschaft durch chancengleiches Lernen nach Schulende wieder in jenen Status zu versetzen, aus dem sie entkommen sollten \u2013 \u201eMeinem Kind soll es sp\u00e4ter mal besser gehen!\u201c, lautet der regelm\u00e4\u00dfige und regelm\u00e4\u00dfig wieder untergrabene Wunsch von Eltern aus diesen Schichten \u2013, da darf es nicht wunder nehmen, dass es hierzulande zugelassen wird, den mit <i>Reichtum<\/i> &#8218;gesegneten&#8216; Familien schulisch die ihrem Status entsprechenden Schulkarrieren einzurichten.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Der zweiten Frage stehe ich etwas hilflos gegen\u00fcber. Ich bin zum einen nicht der Auffassung, dass Schule die Logik der kapitalistischen Gesellschaft \u201ewiderspiegelt\u201c \u2013 wenn man den Begriff mal w\u00f6rtlich nimmt. Sie leistet, wie im ersten Beitrag angedeutet, funktionale Vorarbeit durch die Verteilung des Nachwuchses auf die Hierarchie der Berufe und durch die Erziehung zu Konkurrenzsubjekten, \u00fcber die wir wohl noch reden werden. Es geht also um ein <i>praktisch-gesellschaftliche<\/i><i>s<\/i> Verh\u00e4ltnis, nicht um ein <i>geistiges<\/i>, wie dies die \u201eWiderspiegelungstheorie\u201c, auf die Sie sich wohl beziehen, anspricht. Diese Theorie redet \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von &#8218;Sein und Bewusstsein&#8216;, rezipiert jedoch den theoretischen Zusammenhang von K. Marx, auf den sich die Theorie beruft, <i>falsch<\/i>. Bewusstsein ist immer <i>bewusstes<\/i> Denken. Der Verstand ist keine geistlose Fl\u00e4che, auf der sich &#8218;Sein&#8216; blo\u00df widerspiegelt; mit Notwendigkeit schon gar nicht. Aber meinen Sie nicht auch, dass die Er\u00f6rterung dieses Zusammenhangs etwas vom Thema weg f\u00fchrt?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">GRAMS: Nein, ich denke nicht, dass uns der Begriff der Widerspiegelung vom Thema wegf\u00fchrt. Wenn wir einer gesellschaftlichen Institution den Charakter zuschreiben, so beschaffen zu sein, wie die je aktuellen Herrschaftsverh\u00e4ltnisse beschaffen sind, er\u00f6ffnen sich ganz praktische Dimensionen. Dann wird deutlich, warum die Schule Kinder sortiert. Es wird deutlich, warum sich mit der Industriegesellschaft die Dreigliedrigkeit des Schulwesens herausbildete. Es wird deutlich, warum Kinder mit Behinderungen in Sondereinrichtungen be-sondert werden, wie sie auch in der Arbeitswelt als Arbeitskraft minderer G\u00fcte be-sondert werden. Dann wird erkl\u00e4rbar, warum der Lehrerinnen- und Lehrerberuf den Beamtenstatus besitzt, dem ein Referendariat vorangestellt wird, das von vielen zuk\u00fcnftigen P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen als Einrichtung des Zurichtens und Sortierens erlebt wird \u2013 des Zurichtens auf einen Schulbetrieb, in dem sortiert wird. Der Begriff der Widerspiegelung, den Marx in der Deutschen Ideologie quasi vorbereitet, k\u00f6nnte aber auch erkl\u00e4ren, warum die Schule sich f\u00fcr die demokratischen Kr\u00e4fte einer Gesellschaft unter historisch g\u00fcnstigeren Bedingungen graduell zu ver\u00e4ndern vermag. Ihre Beispiele von Oskar Negts Glockseeschule in Hannover und den vielen weiteren Alternativen, die ihre Geburtsstunde in den fr\u00fchen siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatten, belegen dies, wie auch ihr Nischendasein bzw. ihr Niedergang unter ung\u00fcnstigeren gesellschaftlichen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">Lassen Sie mich auf Ihre \u00dcberlegungen zu den Nachhilfeeinrichtungen zur\u00fcckkommen, die sich in der Tat in einem rasanten Aufschwung befinden. In dem Ma\u00dfe, in dem die Schule Kinder ob ihrer vermeintlich geringeren Leistungen aussortiert, wird dies zum Gesch\u00e4ftsmodell gemacht und die Eltern, die es sich noch leisten k\u00f6nnen, investieren in die Steigerung der Leistungsf\u00e4higkeit ihrer Kinder. Gesellschaftliche Krisen, drohender sozialer Abstieg und Armut befeuern den Wunsch nach gr\u00f6\u00dferer Leistungsf\u00e4higkeit des Kindes. Das verspricht Profite f\u00fcr jene, die Angst vor dem sozialen Abstieg des Kindes f\u00fcr ihren Gewinn nutzen \u2013 eine pr\u00e4zise Abbildung der herrschenden Verh\u00e4ltnisse. Welche Empfindungen aber machen sich in einem Kind breit, das den Anforderungen nicht gen\u00fcgt, die in der Schule gestellt werden? Welche Empfindungen breiten sich in einem Kind aus, das erlebt, wie vermeintliches Unverm\u00f6gen mit pekuni\u00e4ren Mitteln ausgeglichen werden soll? Die Literatur bietet eine F\u00fclle an Beispielen f\u00fcr dieses Leiden: Am deutlichsten wird die Zerrei\u00dfprobe f\u00fcr Kinder in Hermann Hesses \u201eUnterm Rad\u201c beschrieben und in Alfred Andersch \u201eDer Vater eines M\u00f6rders\u201c. Bei Hesse begeht der in der Schule Gescheiterte Suizid. Alfred Andersch beschreibt autobiographisch eine Unterrichtsstunde bei Oberstudiendirektor Himmler, dem Vater des sp\u00e4teren Reichsf\u00fchrers SS. Er erlebt Dem\u00fctigung und Ausschluss.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">Welches Erleben macht sich in den Kindern breit, die aussortiert worden sind? Was hinterl\u00e4sst die Konkurrenzbeziehung im Denken und F\u00fchlen?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">HUISKEN: In der Tat stellt die Kl\u00e4rung Ihrer Frage eine wichtige Erg\u00e4nzung meiner Ausf\u00fchrungen zur Schule als Sortierungsinstitution dar. Dazu gleich.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ihre Ankn\u00fcpfung an meine kurze Bemerkung zur \u201eWiderspiegelung\u201c m\u00f6chte ich aber, wie Sie sich sicher vorstellen k\u00f6nnen, nicht unwidersprochen lassen. Sie ordnen diese Theorie in Zusammenh\u00e4nge ein und benutzen sie f\u00fcr Urteile, bei denen sie m.E. gar nichts zu suchen hat. Die Widerspiegelungstheorie nimmt ein <i>geistiges<\/i> Abbildungsverh\u00e4ltnis zwischen Bewusstsein und Sein an und bestreitet \u2013 in ihren radikalen Varianten \u2013, dass es autonomes Denken \u00fcberhaupt gibt. Letzteres kann und will ich Ihnen nun wirklich nicht ankreiden. Aber dass das Schulsystem und die kapitalistische Gesellschaft in einem Abbildungsverh\u00e4ltnis stehen, behaupten Sie dann schon. Ein <i>geistiges<\/i> kann es nicht sein, wenn wir von <i>gesellschaftlichen<\/i> Einrichtungen handeln. Aber selbst die reduzierte Auffassung Ihres Arguments, demzufolge \u2013 so verstehe ich Sie \u2013 sich in der Schule Elemente <i>wiederfinden <\/i>lassen, die es in der kapitalistischen Gesellschaft auch gibt, wie z.B. die Pflichterf\u00fcllung, die Konkurrenz nebst ihren Aussortierungsvorg\u00e4ngen, Unterwerfung unter Vorgaben, das Prinzip von Befehl und Gehorsam etc., erlauben weder den Schluss, dass sie diese Sachverhalte in der Schule finden lassen, <i>weil<\/i> es sie auch in der Gesellschaft gibt, und erst recht nicht, dass sie deren <i>notwendiges<\/i> &#8218;<i>Abbild<\/i>&#8218; sind. Denn erstens haben all die genannten Elemente ihren <i>eigenen<\/i> Grund, den es f\u00fcr sich zu ermitteln gilt \u2013 mit der Schulpflicht will der Staat Zugriff auf alle Kinder sicher stellen, Lehrplanvorgaben sollen ganz bestimmte geistige Kost in den Kinderk\u00f6pfen verankern, in der Schule gelten Staatsvorgaben unbedingt, weswegen es zu ihrer Erledigung des Beamten braucht usw. \u2013, zweitens gibt es in gleichgearteten L\u00e4ndern Schulen <i>ohne<\/i> verbindliche Schulpflicht, <i>ohne<\/i> verbeamtete Lehrer und <i>ohne<\/i> jene Vorsortierung, wie sie in der hiesigen Schule praktiziert wird, und drittens findet hier inzwischen auch Inklusion statt, werden immer mehr Lehrer nicht ins Beamtenverh\u00e4ltnis \u00fcbernommen etc.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Jetzt aber zu Ihrer Frage, die mir ebenfalls wichtiger ist. F\u00fcr alle Sch\u00fcler gilt n\u00e4mlich, dass die Sortierung nicht nur die Verteilung von Sch\u00fclern auf Bildungskarrieren leistet, sondern zugleich ein ganz eigenes <i>Erziehungsprogramm<\/i> enth\u00e4lt: Gelernt, einge\u00fcbt und &#8218;f\u00fcrs Leben&#8216; internalisiert wird zun\u00e4chst der Standpunkt, dass nicht so sehr die geistige Aneignung des Schulstoffs z\u00e4hlt, sondern dass man so lernen muss, dass man im bewerteten Ergebnis <i>besser <\/i>ist als Mitsch\u00fcler. Das hat die bekannten Folgen f\u00fcrs Lernen, die der Kenntnis der Sache nicht gut bekommen: Man lernt auswendig, man lernt nicht zu fr\u00fch, um nicht wieder alles vergessen zu haben, wenn die Arbeit ansteht, aber auch nicht zu sp\u00e4t, damit man mit dem verlangten Stoff durchkommt. Die Sch\u00fclerfrage, was denn in der Arbeit &#8218;dran komme&#8216;, belegt zus\u00e4tzlich diese anerzogene Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber dem vorgegebenen Lerninhalt und erst recht gegen\u00fcber seinem Wahrheitsgehalt. Man lernt daran, dass <i>Mit<\/i>sch\u00fcler immer zugleich <i>Konkurrenten<\/i> sind, die einem potentiell die bessere Bewertung <i>bestreiten: <\/i>Freunde sind dann die, die abschreiben lassen, und verdorben haben es mit dem Sch\u00fcler diejenigen Mitsch\u00fcler, die sich \u2013 warum wohl? \u2013 weigern, ihre richtigen Ergebnisse mit dem schw\u00e4cheren Sch\u00fcler zu teilen. In der Konkurrenz <i>z\u00e4hlt <\/i>nur, was von oben an stofflichem Inhalt und Lernverfahren <i>vorgegeben<\/i> ist. Sch\u00fclerinteressen an anderen Urteilen und Inhalten haben im Unterricht keinen Platz bzw. nur dann, wenn sie sich doch noch irgendwie mit dem Lehrplan vereinbaren lassen oder dem Lehrer bei Sch\u00fclern folgenlos Bonuspunkte eintragen. Eine solche Erziehung zur <i>Unterwerfung<\/i> unter alle Vorgaben von Schule und Lehrerschaft ist der Kern aller Konkurrenztugenden. Mit denen bin ich aber immer noch nicht fertig: Was einem auch in Fleisch und Blut \u00fcbergehen sollte ist die Lehre, dass der <i>Konkurrenzerfolg<\/i> trotz aller individuellen Anstrengungen <i>nicht in der Hand<\/i> der Konkurrierenden liegt; und zwar deswegen, weil die Bewertung immer eine vergleichende ist, die damit ihr Ma\u00df in Leistungen einer gesamten Sch\u00fclerpopulation hat. Es geh\u00f6rt also zum ausgebildeten Konkurrenzsubjekt dazu, dass es ihm zur Gewohnheit zu werden hat, sich von Konkurrenzbewertungen &#8218;<i>\u00fcberraschen<\/i>&#8218; zu lassen \u2013 ob sie einem nun passen oder nicht. Schlie\u00dflich ist festzuhalten, dass zugleich moralische Tugenden einge\u00fcbt werden. Denn <i>Einspr\u00fcche<\/i> <i>gegen Konkurrenzresultate<\/i> werden \u00fcberhaupt nur geh\u00f6rt, wenn sie auf Fehler im Konkurrenzverfahren verweisen, immanente <i>Ungerechtigkeiten<\/i> vortragen k\u00f6nnen, also das<i> eigene Interesse<\/i> in einen vom Lehrer zwar <i>geachteten,<\/i> aber deswegen von ihm noch l\u00e4ngst nicht befolgten Einspruchsgrund verwandeln.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dies ist \u00fcberdies eine ganz grunds\u00e4tzliche Lehre &#8218;f\u00fcrs Leben&#8216;: Interessen gelten f\u00fcr sich nichts, sie m\u00fcssen <i>berechtigt<\/i>, also <i>geh\u00f6rig<\/i> sein, also in die vorherrschende Moralit\u00e4t des Rechtssystems passen, wenn sie \u00fcberhaupt Geh\u00f6r finden wollen. Dass sich aus Vortrag nebst Anh\u00f6rung von Einspruch oder Kritik bei Zust\u00e4ndigen \u2013 wer mag dazu wohl geh\u00f6ren? \u2013 dann nichts anderes ergibt, als es den Zust\u00e4ndigen zu <i>\u00fcberlassen<\/i>, inwieweit ein Einwand ernst genommen und ob der kritisierte Sachverhalt korrigiert wird, kennt man. Allerdings nicht als die selbst erkl\u00e4rte <i>Unm\u00fcndigkeit<\/i>, die es ist, sondern als erlaubte Freiheit. Allein die M\u00f6glichkeit des Vortrags eines um seinen eigentlichen Inhalt gebrachtes Interesse ist hierzulande f\u00fcr Viele schon der Inbegriff des demokratischen Wertesystem \u2013 weil: woanders darf man das ja nicht.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ich muss noch etwas hinzuf\u00fcgen: Das <i>ist<\/i> das Erziehungsprogramm. Es geh\u00f6rt zu dem sogenannten \u201eheimlichen Lehrplan\u201c, der in keinem Curriculum so verzeichnet steht \u2013 was jedoch seiner Wirksamkeit keinen Abbruch tut. Es sei denn, der eine oder andere Sch\u00fcler macht das nicht mit. Und daf\u00fcr gibt es die genannten guten, aber auch <i>schlechte<\/i> Gr\u00fcnde. Es darf n\u00e4mlich dann, wenn diese Standards zum Erziehungsprogramm geh\u00f6ren, nicht wunder nehmen, dass Sch\u00fcler sich die immer noch in der universit\u00e4ren Lehre und deswegen im Kopf von Lehrern vorhandenen <i>begabungstheoretischen Fehl<\/i>deutungen<i> von Erfolg <\/i>und<i> Misserfolg<\/i> in der Lernkonkurrenz einleuchten lassen; und entweder an ihrer angeblich schul<i>untauglichen<\/i> inneren <i>Anlage<\/i> ernsthaft und manchmal sogar suizidal verzweifeln oder sich den gesellschafts<i>tauglichen<\/i> Fehlschluss zu eigen machen, f\u00fcr jedes Missgeschick und f\u00fcr alle Besch\u00e4digungen, die &#8218;das Leben&#8216; unter dem Zweck des Geldverdienens f\u00fcr sie bereit h\u00e4lt, sich selbst als den <i>Schuldigen<\/i> auszumachen; was auf Dauer der p\u00e4dagogisch erw\u00fcnschten &#8218;Resilienz&#8216; erheblichen Abbruch tun kann.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Wenn Sch\u00fcler zugleich zum <i>Individualkult<\/i> angehalten werden, sich als <i>Selbst<\/i> beweihr\u00e4uchern sollen \u2013 und auch das geh\u00f6rt zu diesem Erziehungsprogramm \u2013, dann sind noch ganz andere \u00dcberg\u00e4nge zu beobachten als diejenigen, auf die es der P\u00e4dagogenschaft dabei ankommt. So ein Selbst \u2013 diese g\u00e4nzlich leere psychologische Erfindung, mittels derer der Mensch sich die Gesellschaftstauglichkeit als <i>seine Bestimmung<\/i> zurecht legen soll \u2013 kann n\u00e4mlich auch mal ganz andere Wege gehen. Wer etwa von fr\u00fch an dazu angehalten wird, in seine Schulhefte auf der ersten Seite den Spruch \u201eIch bin wertvoll\u201c zu kritzeln \u2013 wof\u00fcr es auch noch eine F\u00fclle anderer Techniken gibt \u2013, der kann auch schon mal auf die Idee kommen, dass die Schule mit ihren dauernden Misserfolgsbescheinigungen seinem wahren Selbst nicht gerecht wird. Dass so ein Sch\u00fcler es denn der Schule auf seine Weise zeigen will, dass er ein cooler Typ ist, ein Siegertyp eben, wei\u00df man. Es muss nicht gleich der Amoklauf sein, zu dem das <i>beleidigte Selbstbewusstsein<\/i> greift. Das <i>Angeben<\/i> vor Mitsch\u00fclern und Lehrern kennt eine F\u00fclle anderer Wege, sich ganz <i>au\u00dferhalb<\/i> der erw\u00fcnschten sozialen Bewertung wenigstens mal als <i>king<\/i> zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">GRAMS: Wenn ich Ihre Ausf\u00fchrungen zuspitze, ist der zentrale Charakter der Schule die Sortierung der Kinder und Jugendlichen. Diese Sortierung ist zugleich der heimliche Lehrplan, ja der eigentliche Charakter der Institution Schule: Gelernt werden soll, besser zu sein als die Konkurrenz; gelernt wird, dass der Mit-Sch\u00fcler, die Mit-Sch\u00fclerin, nicht zugleich Mitmensch ist. Dann wird der Konkurrent, die Konkurrentin zur potentiellen Gegnerin. Eine gewisse Parallelit\u00e4t zu gesellschaftlichen Konkurrenzverh\u00e4ltnissen ist nicht zu leugnen. Auf sie soll ja auch vorbereitet werden. Non scholae sed vitae discimus lautete der erste im Lateinunterricht erworbene Satz. Er war eine L\u00fcge: Seneca, dem dies als Zitat untergeschoben wird, schrieb in einem Brief an Lucilius, dass es umgekehrt sei, nicht f\u00fcr das Leben lernten wir, sondern ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Schule. Sie, Herr Huisken, sagen, wir lernten in der Schule viel f\u00fcr das Leben: Konkurrenzf\u00e4higkeit, die F\u00e4higkeit auszuschlie\u00dfen und Ausschluss zu ertragen, Misserfolge als eigene Unf\u00e4higkeit zu akzeptieren und zu individualisieren und damit zugleich die Menschen zu entsolidarisieren. Unter diesen Bedingungen entsteht die \u201aF\u00e4higkeit\u2018 der Unterwerfung und die F\u00e4higkeit andere Menschen zu unterwerfen, zu diskriminieren. Ich besuchte gemeinsam mit zwei Freunden das Gymnasium. Wir wuchsen in einem Stadtteil auf, in dem die meisten V\u00e4ter im gro\u00dfen Gummiwerk arbeiteten, um das sich das Wohngebiet gruppierte; ein Arbeiterviertel, genannt \u201eDie Conti\u201c. Der Mathematiklehrer holte uns regelm\u00e4\u00dfig gemeinsam mit den Worten an die Tafel, \u201enun werden wir sehen, was die Jungs aus dem Conti-Viertel k\u00f6nnen\u201c. Er f\u00fchrte uns vor. Ich erinnere zuerst Bem\u00fchen, dann Angst, sp\u00e4ter Schnee im Kopf und zum Schluss Wut und Unbotm\u00e4\u00dfigkeit. Ich erinnere h\u00e4misch lachende Gesichter, aber auch Besch\u00e4mung und Solidarit\u00e4t. Meine Schulzeit liegt ein halbes Jahrhundert zur\u00fcck. Jahrzehnte sp\u00e4ter war ich als Leiter einer Schule noch gen\u00f6tigt, gedem\u00fctigte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aufzufangen und mit Lehrerinnen und Lehrern so zu arbeiten, dass auch mit ihnen Ver\u00e4nderungen m\u00f6glich wurden. Diese Ausgrenzungsprozesse beschreibt auch Didier Eribon in seinem Buch \u201aR\u00fcckkehr nach Reims\u2018. Er beschreibt eindr\u00fccklich seinen Widerstand gegen die Ausgrenzungen, die ihm widerfuhren. Ich erlebte es bei meinen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern und ich erinnere es in Bezug auf meine Kindheit: ich st\u00f6rte den Unterricht, ich widersprach, ich \u201akasperte\u2018, ich widersetzte mich meinen jeweiligen Entwicklungsbedingungen entsprechend.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">An der Universit\u00e4t Bremen, an der Sie bis zu Ihrer Emeritierung lehrten, entwickelten Ihre Kollegen Georg Feuser und Wolfgang Jantzen f\u00fcr die von Ihnen beschriebenen Prozesse den Begriff der Isolation. Isolation sei die Einschr\u00e4nkung der M\u00f6glichkeit der Aneignung des gesellschaftlichen Erbes, so eine k\u00fcrzeste Definition. Sie beschreiben diesen Vorgang in unserem Gespr\u00e4ch eindr\u00fccklich, wenn Sie deutlich machen, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in den obwaltenden Strukturen Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber den Lerngegenst\u00e4nden entwickeln. Ich bin geneigt, hier den Begriff der Entfremdung zu nutzen: Der Lerngegenstand wird ihnen entfremdet, sie selbst werden verdinglicht. Ein entsetzlicher Befund: Die Institution, die eine lustvolle Aneignung der Welt erm\u00f6glichen soll, bereitet zuk\u00fcnftige Erwachsene auf die Entfremdung von ihren Produkten vor, indem sie die Freude an der Befassung mit der Welt nimmt und damit zugleich die Freude am Erkennen der Welt. Oder bewegt sich die Schule als Institution in dem immanenten Widerspruch zwischen einer Institution, die Weltaneignung erm\u00f6glichen k\u00f6nnte, aber zugleich in die Hierarchie einer arbeitsteiligen und auf sozialer Ungleichheit basierenden Welt einf\u00fchren muss? Wenn dieser Widerspruch existiert, muss er auch in jenen existieren, die in den Schulen arbeiten. Das k\u00f6nnte erkl\u00e4ren, warum in den Kollegien M\u00e4nner und Frauen den Kampf gegen die Windm\u00fchlenfl\u00fcgel der Institution aufnehmen. Das k\u00f6nnte vielleicht auch erkl\u00e4ren, dass selbst in denen, die guten Willens eine andere, eine bessere Schule wollen, die Funktion der Schule wie Sie sie beschreiben \u2013 verankert ist.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">Gleichwohl gibt es nicht erst seit Rousseau, Pestalozzi oder Basedow mit seinem Philanthropinum Gegenmodelle. Ber\u00fchrende reformp\u00e4dagogische Bem\u00fchungen, wie die Schule Berg Fidel in M\u00fcnster, bestehen neben traditionellen Gymnasien, die es als Erfolg verbuchen, dass sie nicht von behinderten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern besucht werden, wie dies in Bremen geschah. In jedem Kollegium jeder Schule ist dieser Widerspruch erkennbar. Ist das Neue in der p\u00e4dagogischen Arbeit ein Hebel, um tats\u00e4chlich Neues zu schaffen, oder ist es \u201eEin Teil von jener Kraft, Die stets das B\u00f6se will und stets das Gute schafft\u201c? Oder anders: warum sind es oft jene, die unter der Schule litten, um dann die P\u00e4dagogik zu ihrem Beruf zu machen?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><a name=\"_GoBack\"><\/a>HUISKEN: Es bleibt erneut dabei: Ehe ich mich Ihrer Schlussfrage zuwende, n\u00f6tigt mich Ihre Zusammenfassung dazu, einige Klarstellungen vornehmen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Zun\u00e4chst zur Konkurrenz. Auch die Lernkonkurrenz ist nicht zu haben, ohne dass die Schule sie nicht zugleich durch Erziehungsma\u00dfnahmen erg\u00e4nzt, mit denen auf <i>M\u00e4\u00dfigung<\/i> jener <i>Gegens\u00e4tze<\/i> gedrungen wird, die jede Konkurrenz mit sich bringt. So gibt es z.\u00a0B. Gruppenarbeit mit dem Imperativ, sich wechselseitig bei der Aufgabenerledigung zu helfen \u2013 ein Imperativ, der dann, wenn es bei Klassenarbeiten ernst wird, sofort aus dem Verkehr gezogen wird \u2013; auf die Bildung einer Klassengemeinschaft wird Wert gelegt, Mobbing mit Disziplinarma\u00dfnahmen belegt, neuerdings wird auch per Inklusion auf Anerkennung von den und Respekt vor den &#8218;Schw\u00e4cheren&#8216; Wert gelegt usw. Damit durch die Erziehung zum Konkurrenzsubjekt, das ganz auf die individuelle Verfolgung seiner Interessen bei vorgegebenen Zielen und Verfahren festgelegt wird, das Gegeneinander der Konkurrierenden nicht auch noch den \u00fcbrigen schulischen Lernprozess bestimmt \u2013 wodurch wie Lehrerklagen belegen, schon mal der gesamte Unterricht sabotiert werden kann<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote1sym\" name=\"sdendnote1anc\"><sup>i<\/sup><\/a> \u2013, braucht das Konkurrenzsubjekt die Einf\u00fchrung in die daneben zu befolgenden<i> Ideale der Mitmenschlichkeit. <\/i>Die bleiben genau das, was sie sind, n\u00e4mlich moralische Ideale, die nur dann abgerufen werden, wenn es notwendig ist, Sch\u00fcler zur <i>Z\u00fcgelung<\/i> bei der Beteiligung an dem Konkurrenzgetriebe aufzurufen. Sie m\u00fcssen eben beides lernen \u2013 gerade auch f\u00fcr &#8218;das Leben&#8216; nach der Schule: Da hat das auf <i>Konkurrenz<\/i> verpflichtete Privatsubjekt sein freigesetztes <i>Erfolgsstreben<\/i> bei der Verfolgung der ihm aufgen\u00f6tigten Geldinteressen mit der gebotenen Portion &#8218;<i>Anstand<\/i>&#8218; gegen\u00fcber denjenigen zu betreiben, die ihm bei der Sicherung seines Eigennutzes im Wege stehen. Ein Widerspruch, aber einer, um den sich in dieser Gesellschaft <i>notwendigerweise<\/i> bem\u00fcht werden muss \u2013 wie jenen <i>Rechtsvorschriften<\/i> zu entnehmen ist, die greifen, wenn B\u00fcrger es bei der Wahrnehmung dieser Sorte Freiheitslizenz in der Konkurrenz \u00fcbertreiben.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Es k\u00f6nnte damit zugleich deutlich geworden sein, warum ich der theoretischen Einordnung der Folgen der schulischen Sortierung \u2013 nach Feuser und Jantzen \u2013 als \u201e<i>Isolation<\/i>\u201c<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote2sym\" name=\"sdendnote2anc\"><sup>ii<\/sup><\/a>, die auf die <i>\u201eEinschr\u00e4nkung der M\u00f6glichkeit der Aneignung des gesellschaftlichen Erbes\u201c <\/i>verweist, nicht zustimmen kann. Es spricht nichts dagegen, sich im geistig freien Raum einmal kreative Gedanken dar\u00fcber zu machen, wie man sich eine gute Schule <i>vorstellt<\/i>. Doch wenn man die realexistierende Schule <i>erkl\u00e4ren<\/i> will, dann reicht es nicht aus, das, was in der Schule mit Sch\u00fclern angestellt wird, als <i>Abwesenheit<\/i> bzw. <i>Einschr\u00e4nkung<\/i> von etwas blo\u00df <i>M\u00f6glichem<\/i>, also nur logisch negativ zu bestimmen. Kommt es nicht in erster Linie darauf an, zu ermitteln was und zu welchem Zweck hierzulande so, wie wir es in unserem kritischen Gespr\u00e4ch zusammengetragen haben, mit dem Nachwuchs umgegangen wird? Was n\u00fctzt eine theoretische Konstruktion, welche die Schule an etwas misst, was sie sogar zugestandenerma\u00dfen gerade <i>nicht<\/i> leistet und auch gar nicht leisten <i>soll<\/i>? Liegt dabei nicht immer der \u00dcbergang nahe, diese idealen Ma\u00dfst\u00e4be als den <i>eigentlichen<\/i> Auftrag der Schule zu unterstellen, an dem sie blo\u00df versagt? Dabei <i>versagt<\/i> diese Schule nicht, sie steht im Kapitalismus f\u00fcr einen g\u00e4nzlich <i>anderen Zweck<\/i>; und der hat mit der \u201eAneignung des gesellschaftlichen Erbes\u201c \u2013 was selbst noch, h\u00f6flich formuliert, eine sehr ausdeutungsf\u00e4hige Sentenz darstellt \u2013 nichts zu tun. Der Skandal der Schule liegt nicht darin, dass Sch\u00fclern etwas <i>entgeht, <\/i>sondern darin, dass sie f\u00fcr den Dienst in einem \u00f6konomischen und politischen System <i>funktional erzogen<\/i> werden, das \u2013 wie nicht nur der aktuelle Krieg gerade mehr als anschaulich macht \u2013 der Mehrheit der in ihm lebenden Menschen nicht gut bekommt.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Damit bin ich bei meiner letzten Klarstellung. Ich sehe in der Sortierungsfunktion der Schule nicht ihren \u201eeigentlichen Charakter\u201c. Schule hat vielmehr <i>drei<\/i> zentrale, sich erg\u00e4nzende Funktionen zu erf\u00fcllen: Da ist die \u2013 hier von uns behandelte &#8211; <i>Sortierungsfunktion<\/i>, mit der der Sch\u00fcler zum Konkurrenzsubjekt erzogen wird. Sie wird komplettiert durch das, was ich die <i>Verdummungsfunktion<\/i> der Schule nennen m\u00f6chte. Sie stattet den Nachwuchs vor allem mit Ideologien und Moral aus, die zwar nichts als falsche Urteile \u00fcber ihr Leben hierzulande darstellen, aber brauchbar sind, um sich die herrschenden gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse, unter Absehung von all dem, was in ihnen den Menschen abgefordert und ihnen angetan wird, als ihm letztlich n\u00fctzliche Lebensumst\u00e4nde zurechtzulegen. Sie m\u00fcndet in der Erziehung zur<i> nationalen Identit\u00e4t<\/i>. Sich ganz selbstverst\u00e4ndlich als Deutscher zu f\u00fchlen<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote3sym\" name=\"sdendnote3anc\"><sup>iii<\/sup><\/a> und sich der deutschen Staatsf\u00fchrung geistig und praktisch zu akkommodieren, das zeitigt zurzeit seine Wirkungen, wo deutsche B\u00fcrger mit absoluter Mehrheit <i>f\u00fcr Krieg <\/i>und f\u00fcr die deutsche Beteiligung an ihm<i> <\/i>pl\u00e4dieren, also f\u00fcr das Abschlachten von Menschen und die Zerst\u00f6rung von all dem, was Menschen aufgebaut haben, Partei ergreifen, wenn der Krieg nur gegen den von der nationalen F\u00fchrung vorgef\u00fchrten &#8218;richtigen&#8216; Feind geht. Schlie\u00dflich erf\u00fcllt die Schule noch eine <i>Aufbewahrungsfunktion, <\/i>deren Bedeutung in den vergangenen Jahren der Pandemie \u00fcberdeutlich wurde. Wie sollten Eltern ihren Dienst, dessen Ertr\u00e4ge sie bekanntlich nicht selten zur &#8218;Doppelverdienerei&#8216; n\u00f6tigen, in Fabriken, B\u00fcros, Superm\u00e4rkten, Krankenh\u00e4usern usw. erf\u00fcllen, wenn es nicht eine Einrichtung g\u00e4be, in der ihre Kinder \u2013 immer h\u00e4ufiger \u2013 ganzt\u00e4glich betreut aufbewahrt werden? Man stelle sich vor \u2013 und das haben Schulpolitiker in der Pandemie als Schreckgespenst an die Wand gemalt \u2013, Kinder w\u00fcrden in der Zeit, in der ihre Altvorderen ihre Dienstherren reich machen, allein auf sich gestellt sein! W\u00fcrde nicht die Gefahr bestehen, dass sie hilflos dem Sumpf von Kriminalit\u00e4t, Drogen, Gewalt und Alkoholismus ausgeliefert w\u00e4ren \u2013 so das Schreckgespenst, das auch ein h\u00fcbsches Urteil \u00fcber hierzulande durchaus verbreitete Lebensverh\u00e4ltnisse enth\u00e4lt.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Wenn Sie am Ende nun fragen, ob es nicht<i> in der Schule<\/i> und in ihren Zwecken einen \u201eimmanenten Widerspruch (g\u00e4be) zwischen einer Institution, die Weltaneignung erm\u00f6glichen k\u00f6nnte, aber zugleich in die Hierarchie einer arbeitsteiligen und auf sozialer Ungleichheit basierenden Welt einf\u00fchren muss\u201c, daneben aber \u2013 so habe ich Sie wenigstens verstanden \u2013 behaupten, dass \u201ein jedem Kollegium jeder Schule &#8230; dieser Widerspruch erkennbar\u201c sei, ihn also <i>in gegens\u00e4tzliche Auffassungen von Lehrern zur Schule<\/i> verlagern, dann dementieren Sie selbst so etwas wie eine in der <i>Sache objektiv<\/i> verankerte Widerspr\u00fcchlichkeit. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie gute W\u00fcnsche und vern\u00fcnftige Schulvorstellungen von Lehrern als die der Sache &#8218;Schule&#8216; selbst eigenen \u2018M\u00f6glichkeiten&#8216; anheften m\u00f6chten. Das f\u00e4llt selbst unter Wunschdenken!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ihre Schlussfrage, warum so h\u00e4ufig gerade Menschen, die unter der Schule gelitten haben, Erzieher werden, ist damit auch eigentlich schon beantwortet. Offenkundig geh\u00f6ren die immer noch zu den<i> gut Erzogenen<\/i>, die sich nicht im Traum vorstellen k\u00f6nnen, dass die Schule genau das, was sie an ihr st\u00f6rt \u2013 Notenterror, Chancenungleichheit, Zeitdruck, Sortierung und Lehrer, die als deren Charaktermasken agieren usw. -, <i>auszeichnet<\/i>. Sie sind gut erzogene Idealisten, die der F\u00fchrung dieses Landes nicht zutrauen, dass sie schulpolitische Gr\u00fcnde hat, mit Kindern in der von uns kritisierten Weise umzugehen \u2013 nat\u00fcrlich nur zu ihrem Besten, erkl\u00e4ren sie. Diese Sorte Idealismus ist also ohne Vertrauen in nationale (Schul-)Politik nicht zu haben. Seitdem es diese Schule gibt, gibt es folglich auch <i>immer<\/i> diese Lehrer, die \u201ees besser machen\u201c wollen. Merkw\u00fcrdig ist das schon: Wo st\u00e4ndig aufs Neue dieser Bedarf artikuliert wird, muss man der hiesigen Staatsschule zumindest das Zeugnis ausstellen, dass sie ziemlich resistent ist gegen Anspr\u00fcche dieser p\u00e4dagogischen Idealisten. Sie bleibt, was sie ist, leistet ihre drei Funktionen und modernisiert sie regelm\u00e4\u00dfig. Die reformbem\u00fchten Lehrer konvertieren schlie\u00dflich massenhaft zu Realisten; was nur daf\u00fcr steht, dass sie ihrem Kopf schon lange nicht mehr zutrauen m\u00f6gen, nur einmal der schlichten Frage nachzugehen, <i>warum<\/i> diese Schule so ist wie sie ist.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">GRAMS: Wenn ich Ihre B\u00fccher nicht kennen w\u00fcrde, Ihre vielf\u00e4ltigen Aussagen zur Notwendigkeit des politischen Handelns gerade f\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer auch au\u00dferhalb der Schule, damit diese Schule nicht bleibt, wie sie ist, lie\u00dfen mich Ihre Ausf\u00fchrungen glauben, sie w\u00fcrden empfehlen, sich der Arbeit in gesellschaftlichen Institutionen zu enthalten, weil besonders in der Institution Schule sonst notwendig Herrschaft perpetuiert wird. In Ihren B\u00fcchern argumentieren Sie, dass wir im Hier und Jetzt wirken und es gemeinsam ver\u00e4ndern m\u00fcssen \u2013 auch um der Diskriminierung in und durch die Schule entgegen zu wirken.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\">In unserem Gespr\u00e4ch tat sich ein Dissens auf. Er betrifft vornehmlich die Einsch\u00e4tzung der Schule als gesellschaftliche Institutionen, die den Charakter besitzt, den diese Gesellschaft ausmacht: Sie ist eine auf dem Prinzip der Konkurrenz basierende. Brecht sagt es so: \u201eDas Heute geht gespeist durch das Gestern in das Morgen!\u201c Tats\u00e4chlich realisiert die Schule ein gestriges Prinzip, wenn wir Konkurrenz anstelle von Solidarit\u00e4t als r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt definieren. Menschen ben\u00f6tigen jedoch f\u00fcr ihre Entwicklung, f\u00fcr das Lernen und die Kreativit\u00e4t soziale Aufgehobenheit, Integration, Dialoge \u2013 Menschen, die ihnen Mitmensch sind. In der Schule \u2013 wie in jeder gesellschaftlichen Institution \u2013 koexistieren das Prinzip der Konkurrenz und der Diskriminierung als Abbild herrschender Verh\u00e4ltnisse neben Mitmenschlichkeit, Unterst\u00fctzung des Anderen, Dialog als Abbild des Bed\u00fcrfnisses des sozialen Wesens Mensch. Herr Huisken, Ihre radikale Kritik an der Institution Schule ist hilfreich f\u00fcr ihre notwendige Ver\u00e4nderung. Ich danke Ihnen f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p class=\"v-zwischen\u00fcberschrift-2-western\">Anmerkungen:<\/p>\n<div id=\"sdendnote1\">\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote1anc\" name=\"sdendnote1sym\">i<\/a>Vgl. F. Huisken, \u00dcber die Unregierbarkeit des Schulvolks, VSA 2007, S. 11\u00a0ff.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote2\">\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote2anc\" name=\"sdendnote2sym\">ii<\/a>\u201eIsolation\u201c, das meint ja wohl eine Lage ohne jeden menschlichen Kontakt wie etwa in der Einzelhaft, trifft die <i>Sache<\/i> nicht. Sortierung per Konkurrenz unterstellt immer den <i>Kontakt<\/i> mit <i>Gleichinteressierten<\/i>, die um &#8218;knappe G\u00fcter&#8216; <i>streiten<\/i>. Der Begriff mag allenfalls als <i>Bild<\/i> f\u00fcr das <i>Gef\u00fchl<\/i> von Aussortierten durchgehen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote3\">\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote3anc\" name=\"sdendnote3sym\">iii<\/a>Vgl. dazu F. Huisken, Fl\u00fcchtlingsgespr\u00e4che 2015ff, VSA 2020,S. 69 ff.<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[5,47],"tags":[653,3031,3068,3033,3069,3067,3070,667],"autoren":[3066],"publikationen":[3030],"class_list":["post-18522","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-bildung","category-lebensweisen-pluralismus","tag-bildung","tag-diskriminierung","tag-erziehung","tag-gleichbehandlung","tag-paedagogik","tag-schule","tag-streitgespraech","tag-vorgaenge-artikel","autoren-freerk-huisken-und-wolfram-grams","publikationen-237-238-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Schule diskriminiert und lehrt es: Ein Streitgespr\u00e4ch \u00fcber die gesellschaftlichen Funktionen der Bildungseinrichtungen - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/237-238-vorgaenge\/publikation\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Schule diskriminiert und lehrt es: Ein Streitgespr\u00e4ch \u00fcber die gesellschaftlichen Funktionen der Bildungseinrichtungen - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Im folgenden Gespr\u00e4ch gehen Freerk Huisken, Bildungs\u00f6konom und langj\u00e4hriger Schulkritiker, sowie Wolfram Grams, fr\u00fcherer Schulleiter und stellvertretender Bundesvorsitzender der Humanistischen Union, kontrovers der Frage nach, welche Bedeutung die Diskriminierung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in der Institution Schule hat \u2013 und ob es realistische Alternativen dazu gibt. GRAMS: Herr Huisken, Sie haben als Lehrer gearbeitet, studierten [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/237-238-vorgaenge\/publikation\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-02-26T10:59:41+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"33\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/237-238-vorgaenge\\\/publikation\\\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/237-238-vorgaenge\\\/publikation\\\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\\\/\",\"name\":\"Die Schule diskriminiert und lehrt es: Ein Streitgespr\u00e4ch \u00fcber die gesellschaftlichen Funktionen der Bildungseinrichtungen - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2023-04-25T09:59:48+00:00\",\"dateModified\":\"2025-02-26T10:59:41+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/237-238-vorgaenge\\\/publikation\\\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/237-238-vorgaenge\\\/publikation\\\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/237-238-vorgaenge\\\/publikation\\\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 237\\\/238: Diskriminierende Realit\u00e4ten\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/237-238-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Die Schule diskriminiert und lehrt es: Ein Streitgespr\u00e4ch \u00fcber die gesellschaftlichen Funktionen der Bildungseinrichtungen\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Die Schule diskriminiert und lehrt es: Ein Streitgespr\u00e4ch \u00fcber die gesellschaftlichen Funktionen der Bildungseinrichtungen - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/237-238-vorgaenge\/publikation\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Die Schule diskriminiert und lehrt es: Ein Streitgespr\u00e4ch \u00fcber die gesellschaftlichen Funktionen der Bildungseinrichtungen - Humanistische Union","og_description":"Im folgenden Gespr\u00e4ch gehen Freerk Huisken, Bildungs\u00f6konom und langj\u00e4hriger Schulkritiker, sowie Wolfram Grams, fr\u00fcherer Schulleiter und stellvertretender Bundesvorsitzender der Humanistischen Union, kontrovers der Frage nach, welche Bedeutung die Diskriminierung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in der Institution Schule hat \u2013 und ob es realistische Alternativen dazu gibt. GRAMS: Herr Huisken, Sie haben als Lehrer gearbeitet, studierten [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/237-238-vorgaenge\/publikation\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2025-02-26T10:59:41+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"33\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/237-238-vorgaenge\/publikation\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/237-238-vorgaenge\/publikation\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\/","name":"Die Schule diskriminiert und lehrt es: Ein Streitgespr\u00e4ch \u00fcber die gesellschaftlichen Funktionen der Bildungseinrichtungen - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2023-04-25T09:59:48+00:00","dateModified":"2025-02-26T10:59:41+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/237-238-vorgaenge\/publikation\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/237-238-vorgaenge\/publikation\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/237-238-vorgaenge\/publikation\/die-schule-diskriminiert-und-lehrt-es-ein-streitgespraech-ueber-die-gesellschaftlichen-funktionen-der-bildungseinrichtungen\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 237\/238: Diskriminierende Realit\u00e4ten","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/237-238-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Die Schule diskriminiert und lehrt es: Ein Streitgespr\u00e4ch \u00fcber die gesellschaftlichen Funktionen der Bildungseinrichtungen"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation\/18522","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/media?parent=18522"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/categories?post=18522"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/tags?post=18522"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/autoren?post=18522"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikationen?post=18522"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}