{"id":18911,"date":"2023-09-07T21:22:48","date_gmt":"2023-09-07T19:22:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=18911"},"modified":"2023-09-11T12:45:15","modified_gmt":"2023-09-11T10:45:15","slug":"kaeufliche-schulen-ausverkauf-des-rechts-auf-bildung","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-241\/publikation\/kaeufliche-schulen-ausverkauf-des-rechts-auf-bildung\/","title":{"rendered":"K\u00e4ufliche Schulen \u2013 Ausverkauf des Rechts auf Bildung"},"content":{"rendered":"<p><em>Das Recht auf Bildung gilt als eigenst\u00e4ndiges soziales und kulturelles Menschenrecht. Ihm ist der Anspruch auf freien Zugang aller zu Bildungseinrichtungen eigen. Gleichwohl bedroht das System der Privatschule das dahinterstehende Gleichheits- und Inklusionsprinzip. In seinem Beitrag beleuchtet Wolfram Grams, auf welch vielf\u00e4ltige Art das Menschenrecht auf Bildung durch Privatschulen unterschiedlichster Tr\u00e4gerschaft untergraben wird.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob Geld gl\u00fccklich mache, antwortete der Miteigent\u00fcmer des weltweit gr\u00f6\u00dften Unternehmens f\u00fcr Schokoladenprodukte Andreas Jacobs: \u201eMich macht auch gl\u00fccklich, dass ich keine Probleme habe, die Schul- und Universit\u00e4tskosten f\u00fcr meine Kinder zu tragen. Wenn ich das Geld nicht h\u00e4tte und sie sich selbst finanzieren m\u00fcssten, h\u00e4tte das vielleicht Auswirkungen auf ihre Ausbildung\u201c (Hellwig\/Jacobs 2023: 3). Der Gro\u00dfunternehmer erkennt und goutiert damit den Zusammenhang von finanziellen M\u00f6glichkeiten und dem Erwerb von Bildung. Im Artikel 26 der Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte wird im Kontrast dazu das Recht auf Bildung \u2013 auf unentgeltliche Bildung \u2013 in den Status eines Menschenrechts erhoben. Dort hei\u00dft es: \u201eJeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich [\u2026]\u201c. In Artikel 13 des Internationalen Pakts \u00fcber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte wird dies zudem im Sinne eines kulturellen Menschenrechts erweitert<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a>. Auch in der Kinderrechtskonvention wurde das Recht auf Bildung in Artikel 28 verankert. In Artikel 22 der Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention ist der Zugang zu unentgeltlicher Bildung f\u00fcr Kinder Gefl\u00fcchteter vorgeschrieben.<\/p>\n<p>Damit gilt das Recht auf Bildung als eigenst\u00e4ndiges soziales und kulturelles Menschenrecht. Ihm ist der Anspruch auf freien Zugang aller zu Bildungseinrichtungen eigen. Das bedeutet, dass dies f\u00fcr alle Menschen gleicherma\u00dfen gilt, unabh\u00e4ngig von ihrer Hautfarbe, ihrer kulturellen und ethnischen Herkunft, ihrer Sprache, ihrem Alter, ihrer Religion, ihrer sozialen Herkunft, ihres sozialen Status und auch ihres Verm\u00f6gens.<\/p>\n<p>Aufgabe der UN-Menschenrechtskommission und des UN-Ausschusses f\u00fcr wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte ist es, die Einhaltung dieses Rechts zu \u00fcberwachen. Im Zuge dieser Aufgabe inspizierte der UN-Sonderberichterstatter Vernor Mu\u00f1oz im Jahr 2006 das deutsche Bildungswesen und gelangte auf der Grundlage der obengenannten v\u00f6lkerrechtlichen Vertr\u00e4ge sowie der Europ\u00e4ischen Konvention \u00fcber Menschenrecht und dem \u00dcbereinkommen \u00fcber die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu einem vernichtenden Urteil bez\u00fcglich seiner sozialen Disparit\u00e4ten, (Overwien 2007) an denen sich in den zwischenzeitlich 17 verstrichenen Jahren nur kosmetisch etwas ge\u00e4ndert hat, wie die Abschaffung der Hauptschule in einigen Bundesl\u00e4ndern. Das deutsche Bildungssystem sei ein selektierendes System, in dem die Lernenden statt Unterst\u00fctzung Ausgrenzung erf\u00fchren. Die Bildungsinhalte und die Methoden ihrer Vermittlung seien verbesserungsbed\u00fcrftig, die demokratische Schulkultur durchaus entwicklungsbed\u00fcrftig. Der Bereich der vorschulischen Bildung und Erziehung m\u00fcsse ausgebaut werden und unbedingt unentgeltlich angeboten werden. Die Lehrer*innenbildung sei zu stark auf die zu lehrenden Unterrichtsf\u00e4cher ausgerichtet und viel zu wenig auf die p\u00e4dagogische Arbeit. Ein zentrales Problem jedoch sei das gegliederte Schulsystem, f\u00fchre es doch zu einem erheblichen sozialen Ausschluss (Sekretariat der St\u00e4ndigen Konferenz der Kultusminister der L\u00e4nder in der Bundesrepublik Deutschland 2006). Damit kn\u00fcpft Mu\u00f1oz an eine politische und p\u00e4dagogische Forderung an, die mit der Reformp\u00e4dagogik der zwanziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts begann und sich in der erfolglosen Forderung der US-amerikanischen Education Officers 1945 fortsetzte. Letztere hielten die Dreigliedrigkeit des deutschen Schulwesens f\u00fcr eine Ursache des German Mind, der mit der vermeintlichen Elitebildung einhergehenden autorit\u00e4ren Haltung der Deutschen (Bungenstab 1970; Grams 2020).<\/p>\n<p>Die deutschen Stimmen zum Bericht des UN-Berichterstatters d\u00fcrfen als hartleibig, arrogant und lernunf\u00e4hig beschrieben werden. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde Mu\u00f1oz als dreist und frei von Sachkenntnis diffamiert (Schmoll 2007). Der konservative Deutsche Lehrerverband schalt den UN-Vertreter in kolonialistischer Arroganz einen \u201eQuerulanten aus Costa Rica\u201c (Deutscher Lehrerverband 2006).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die zentrale Kritik des UN-Vertreters bezieht sich auf die soziale Selektion, die sich in Deutschland durch die Dreigliedrigkeit des Schulsystems ergibt. Wird zus\u00e4tzlich ein umfangreiches Sonderschulwesen in den Blick genommen, besteht keine Dreigliedrigkeit, sondern eine Vielgliedrigkeit: Neben der Existenz von Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Sonderschulen f\u00fcr seh- und h\u00f6rbehinderte Kinder und Jugendliche, f\u00fcr sogenannte geistig behinderte, f\u00fcr k\u00f6rperbehinderte und verhaltensauff\u00e4llige Kinder und Jugendliche gibt es Oberschulen, Integrierte Gesamtschulen, Kooperative Gesamtschulen, Gemeinschaftsschulen und anderes mehr. Die ehemaligen Sonderschulen erhielten euphemistische Bezeichnungen wie F\u00f6rderschule f\u00fcr Motorik, f\u00fcr emotionale und soziale Entwicklung und F\u00f6rderzentrum f\u00fcr Lernen \u2013 wobei sich die Frage stellt, ob die Schule ein Ort sein kann, an dem das F\u00f6rdern des Lernens nicht im Mittelpunkt steht?<\/p>\n<p>Diese Vielzahl von Schulformen wird wiederum erg\u00e4nzt durch ein System Beruflicher Schulen, in dem Berufsschulen, Berufsfachschulen, Berufsoberschulen, Berufliche Gymnasien, Berufsgymnasien, Fachgymnasien, Berufsoberschulen, Fachoberschulen und Fachschulen koexistieren \u2013 um nur einige zu nennen. Sie erm\u00f6glichen auch alle Schulabschl\u00fcsse, die an allgemeinbildenden Schulen erworben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diese Un\u00fcberschaubarkeit der staatlichen, in den 16 Bundesl\u00e4ndern nochmals je unterschiedlich strukturierten \u00f6ffentlichen Schulen, wird wiederum erg\u00e4nzt durch ein komplexes System privater Schulen, die Bildung zum Erwerb anbieten, die Bildung als Waren feilbieten. Derzeit besuchen mehr als zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland eine Privatschule. (Hans B\u00f6ckler Stiftung 2023) Die Kosten f\u00fcr den Besuch einer Privatschule sind h\u00e4ufig erheblich. Oft wird der private Schulunterricht in Verbindung mit einem Internatsaufenthalt angeboten. Eltern, die ein Internat f\u00fcr ihre Kinder w\u00e4hlen, m\u00fcssen gut betucht sein. Monatliche Schul- und Internatskosten von 4000 Euro und mehr sind keine Seltenheit. Das private Internatsgymnasium Kurpfalz beispielsweise verlangt f\u00fcr den Schulbesuch ab Klasse zehn 3.920 Euro. F\u00fcr die j\u00fcngeren Geschwister ist das bereits f\u00fcr 3.820 Euro zu haben (Kurpfalz Internat 2023). Bei Vorauszahlung der gesamten Jahresgeb\u00fchr k\u00f6nnen die Eltern gar zwei Prozent der Kosten sparen. Zu diesem Preis bekommen die Kinder das exklusive Recht auf Teilnahme an einem Unterricht, der immer in einer Klassengr\u00f6\u00dfe von maximal zehn Sch\u00fcler*innen erteilt wird \u2013 so wirbt der private Schultr\u00e4ger auf seiner Homepage. Zwischen 3.567 und 4.000 Euro verlangt die Internatsschule Louisenlund in Schleswig-Holstein von den Eltern ihrer Sch\u00fcler*innen f\u00fcr den monatlichen Schulbesuch (Louisenlund 2023).<\/p>\n<p>Der Besuch einer privaten Grundschule in Bad Homburg schl\u00e4gt mit 9.600 Euro per anno zu Buche. Hinzugerechnet werden m\u00fcssen jedoch eine einmalige Anmeldegeb\u00fchr von 2000 Euro und ein Deposit von 3000 Euro, (Accadis International School) das als Sicherheit in der Form eines zinslosen Darlehens hinterlegt werden muss. Die Kosten des Besuchs der Leipziger International School werden auf der Homepage eines Zusammenschlusses von privaten Schulen mit \u201eab 750,- Euro\u201c monatlich angegeben. Daf\u00fcr erhalten die Eltern das Versprechen, in der Klasse ihrer Kinder seien nie mehr als zwanzig Mitsch\u00fcler*innen<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>Diese Liste l\u00e4sst sich fortsetzen. Die International School in Hamburg verlangt f\u00fcr den Besuch der gymnasialen Oberstufe 23.290 Euro pro Jahr. Dieser Preis beinhaltet ausschlie\u00dflich den Schulbesuch. Eine Unterbringung in einem Internat ist nicht vorgesehen. Die Exklusivit\u00e4t des Schulbesuchs der International School Hamburg wird unterstrichen durch einen t\u00e4glichen Fahrdienst der Schule: \u201eDie International School of Hamburg bietet ihren Sch\u00fclern einen freiwilligen Fahrdienst an. Zwei Schulbusse des Hamburger Verkehrsbetriebes (HVV) verkehren rund um die Hamburger Au\u00dfenalster. Sie halten an regul\u00e4ren Bushaltestellen. Diese Busse stehen nur unseren Sch\u00fclern und zu den angegebenen Zeiten morgens und nach der Schule zur Verf\u00fcgung\u201c (International School Hamburg 2023). Eine Begegnung mit jenen, die die Exklusivit\u00e4t st\u00f6ren k\u00f6nnten, wird so auch au\u00dferhalb der Schulgeb\u00e4ude ausgeschlossen. In der Erkl\u00e4rung der Menschenrechte hei\u00dft es in Artikel 26, die Bildung m\u00fcsse \u201eauf die volle Entfaltung der menschlichen Pers\u00f6nlichkeit und auf die St\u00e4rkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein\u201c. Sie m\u00fcsse \u201ezu Verst\u00e4ndnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religi\u00f6sen Gruppen beitragen\u201c. Ob soziale Be-Sonderung der einen und damit Absonderung der anderen dem Verst\u00e4ndnis, der Toleranz und der Freundschaft zwischen verschiedenen sozialen Gruppen dienen, mag getrost in Zweifel gezogen werden.<\/p>\n<p>Privatschulen sind diejenigen Schulen, die sich nicht in \u00f6ffentlicher, also staatlicher Tr\u00e4gerschaft befinden. Es sind Schulen in kirchlichem Besitz, in der Tr\u00e4gerschaft von Vereinen, Gesellschaften oder von Privatpersonen. Die privaten Schultr\u00e4ger, wie auch die sogenannten Wohlfahrtsverb\u00e4nde, nutzen f\u00fcr ihre Schulen den Euphemismus der \u201efreien\u201c Tr\u00e4gerschaft. Auf diese Weise ideologisiert wird deshalb von \u201efreien\u201c Schulen gesprochen, die sich \u2013 so die Implikation \u2013 von den unfreien staatlichen Schulen durch ihre Unabh\u00e4ngigkeit abheben. Anders als \u00f6ffentliche Schulen unterliegen sie folglich keiner demokratischen Kontrolle durch verpflichtend einzurichtende schulische Gremien wie Gesamt- und Schulkonferenzen. Zudem arbeiten sie als gewinnorientierte Unternehmen. Die privaten Tr\u00e4ger sind selbst f\u00fcr das Lehrpersonal und f\u00fcr die konzeptionelle Gestaltung verantwortlich, werden dabei nicht kontrolliert. Gleichwohl stehen Privatschulen in der Bundesrepublik unter staatlicher Aufsicht, indem Dezernent*innen der Schulaufsicht oder Oberstudiendirektor*innen staatlicher Schulen die Pr\u00fcfungsvorsitze \u00fcbernehmen. Privatschulen werden staatlich alimentiert. Die H\u00f6he dieser Alimentation unterscheidet sich in den Bundesl\u00e4ndern. Sie deckt aber in der Regel die Personalkosten. Das Land Bremen liegt bei der staatlichen Finanzierung der Privatschulen am unteren Ende einer Skala, an deren oberem Ende sich Baden-W\u00fcrttemberg befindet, wo besonders gro\u00dfz\u00fcgig alimentiert wird. In Bremen erhalten die privaten Gymnasien 93 Prozent der Personalausgaben, \u201eder tats\u00e4chlichen Personalausgaben der entsprechenden \u00f6ffentlichen Schulen der Stadtgemeinde Bremen im jeweils vergangenen Haushaltsjahr\u201c (Senat der Freien Hansestadt Bremen 1956). Das findet \u2013 allerdings bei h\u00f6herer Alimentierung \u2013 seine Entsprechung in den anderen Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Privatschulgr\u00fcndungen k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig sein. Bei den mannigfaltigen kirchlichen und anderen konfessionsgebundenen Schultr\u00e4gern sind die Beweggr\u00fcnde in Bezug auf ihren Missionsanspruch und einem an der Karitas orientiertem Denken naheliegend. Daf\u00fcr sprechen die vielen kirchlichen Tr\u00e4ger in der Pflegeausbildung und den sozialp\u00e4dagogischen Berufen. Die Anzahl der Fachschulen f\u00fcr Sozialp\u00e4dagogik, an denen Erzieher*innen ausgebildet werden, die sich in katholischer oder evangelischer Tr\u00e4gerschaft befinden, erscheint un\u00fcberschaubar. Beispielsweise g\u00f6nnt sich die nieders\u00e4chsische Landeshauptstadt drei Fachschulen f\u00fcr Sozialp\u00e4dagogik, die sich in einem Stadtteil auf engstem Raum befinden \u2013 zwei von ihnen in konfessioneller Tr\u00e4gerschaft (Birkenhof 2023).<\/p>\n<p>Das Feld privater Schulen erscheint divers: Neben jenen, die sozialen Ausschluss durch hohe Preise f\u00fcr den Schulbesuch garantieren, exkludieren andere durch ihre Konfessionsgebundenheit. Die Vergabe von Stipendien an weniger beg\u00fcterte Sch\u00fcler*innen hat da eher eine Feigenblattfunktion. Daneben gibt es aber eine F\u00fclle redlicher Bem\u00fchungen von Vereinen und Zusammenschl\u00fcssen von Eltern, die ihren Kindern eine p\u00e4dagogische Alternative zur traditionellen Schule bieten wollen. Sie sind zumeist im Bundesverband der Freien Alternativschulen e. V. organisiert. Bei ihnen handelt es sich um von den Eltern und Lehrkr\u00e4ften in einem demokratischen Prozess selbstorganisierte Schulen, die sich zumeist in einer reformp\u00e4dagogischen Tradition sehen und die inklusive Schulen sein wollen (Bundesverband der Freien Alternativschulen 2023). Diesen Anspruch betont der Verband auch in seinen Tempelhofer Beschl\u00fcssen, ohne jedoch einen Bezugsrahmen zur oder einen Verweis auf die entsprechende UN-Resolution herzustellen (Beauftragter der Bundesregierung f\u00fcr die Rechte von Menschen mit Behinderungen 2008; Bundesverband der Freien Alternativschulen 2020).<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr die Gr\u00fcndung einer Privatschule aus lauterem reformp\u00e4dagogischen Bem\u00fchen war die Odenwaldschule, die im Verlaufe ihrer Geschichte traurige Ber\u00fchmtheit erlangte (Gruschka 2010; Kapucu 2021; Paul 2022). Daneben existiert eine F\u00fclle unterschiedlichst konzipierter privater Schulen aus der Tradition der Kinderladenbewegung, die reformp\u00e4dagogischen Ideen verpflichtet sind. Es muss aber hervorgehoben werden, dass die Elterninitiativen und alternativen Schulen anders als andere private Schulen den humanistischen Grundsatz der Inklusion betonen und sich damit \u00f6ffnen (Schneider 1987; Bierl 2019; Nohl 1963).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das alles bedeutet aber nicht, dass Privatschulen \u2013 wie immer sie sich als \u201eAlternativschulen\u201c politisch und p\u00e4dagogisch verorten \u2013 inklusiv zu arbeiten in der Lage sind. Die sich \u00f6konomisch exklusiv gerierenden Schulen mit ihren horrenden Schulgeldern schlie\u00dfen \u00e4rmere Menschen aus. Konfessionelle Schulen erm\u00f6glichen auch weniger Betuchten den Schulbesuch. An katholischen allgemeinbildenden Schulen sind h\u00e4ufig Kinder aus katholisch gepr\u00e4gten L\u00e4ndern anzutreffen und die Schultr\u00e4ger r\u00fchmen sich ob dessen ihrer Inklusionsf\u00e4higkeit. \u201eAlternativschulen\u201c werden zumeist von Kindern besucht, deren Eltern aus akademischen Milieus kommend einer alternativen weltanschaulichen Szene zuzuordnen sind. Allen gemeinsam ist aber der Ausschluss jener Kinder, deren Eltern und sie selbst nicht der finanziellen oder kulturellen Klientel angeh\u00f6ren, f\u00fcr die die jeweilige Privatschule konzipiert und geschaffen wurde.<\/p>\n<p>Dies sind vornehmlich die Kinder, die es angesichts ihrer Biographien schwerer haben als jene, die qua ihrer Geburt reich sind (Butterwegge\/Butterwegge 2021), und jene, deren Eltern aus einer spezifischen weltanschaulichen oder religi\u00f6sen Haltung f\u00fcr ihre Kinder auf die Suche nach einer alternativen Beschulung gehen. Wird von wenigen p\u00e4dagogisch alternativ orientierten Schulen abgesehen, finden sich in den Privatschulen keine behinderten Sch\u00fcler*innen in der Anzahl ihrer tats\u00e4chlichen Existenz. Gemessen an der Gesamtbev\u00f6lkerung m\u00fcssten in jeder Schulklasse mindestens zwei sogenannte behinderte Sch\u00fcler*innen sein, wird von einer Klassengr\u00f6\u00dfe von zwanzig Personen ausgegangen, betr\u00e4gt doch der Anteil \u201ebehinderter\u201c Menschen an der Gesamtbev\u00f6lkerung nahezu zehn Prozent. Da die Anzahl behinderter Menschen mit dem Alter zunimmt, ist jedoch die Quote behinderter Kinder deutlich geringer. (Statistisches Bundesamt 2022) Allerdings \u2013 so ist anzunehmen \u2013 wird auch diese Quote in Privatschulen nicht erreicht, da die \u00dcbernahme der Kosten durch die Eingliederungshilfe nach vorliegenden Gerichtsurteilen nicht erfolgt (Verwaltungsgericht Freiburg\/Brsg., Aktenzeichen 4 K 1481\/11). Gleiches gilt f\u00fcr die Anzahl der Kinder mit Fluchterfahrungen, f\u00fcr Kinder mit Migrationshintergrund und auch f\u00fcr solche Kinder, deren Eltern oder Gro\u00dfeltern als Arbeitsmigrantinnen und Migranten nach Deutschland kamen (Avenarius 2006; El-Mafaalani 2020). In gleicher Weise betrifft es alle armen Kinder, Kinder aus bildungsfernen gesellschaftlichen Schichten und anderen ausgegrenzten Gruppen, die jedoch gegenw\u00e4rtig einen nicht zu untersch\u00e4tzenden Anteil an der Gesamtbev\u00f6lkerung darstellen, ist doch die Quote der sehr armen Menschen in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>Dieser Vielfalt fliehen Eltern, die ihre Kinder in private Schulen schicken. Sie fliehen vor der gro\u00dfen Anzahl soziokulturell benachteiligter Kinder und Jugendlicher in den \u00f6ffentlichen Schulen. Sie f\u00fcrchten die Benachteiligung ihrer Kinder durch die F\u00f6rderung eben jener benachteiligten Gruppierungen. Sie f\u00fcrchten, es bleibe nicht hinl\u00e4nglich Zeit und Raum f\u00fcr die F\u00f6rderung der eigenen Kinder. Die Flucht vor jenen, mit denen man die eigenen Kinder nicht in Gemeinschaft sehen m\u00f6chte, die Forderung, \u201eSpiel nicht mit den Schmuddelkindern\u201c (Degenhardt 1975), gilt f\u00fcrderhin, zumal beim Kampf um die besseren Startbedingungen f\u00fcr den Nachwuchs mit h\u00e4rteren Bandagen gek\u00e4mpft wird angesichts zunehmender sozialer Verwerfungen und Zukunftsunsicherheiten. Eltern unternehmen viel, um ihre Kinder nicht den Zumutungen auszusetzen, die ein hoher Anteil armer und benachteiligter Kinder nach ihrem Daf\u00fcrhalten mit sich bringen k\u00f6nnte. Da werden Kinder mit dem ersten Wohnsitz bei den Gro\u00dfeltern angemeldet, um in den vermeintlichen Genuss einer Schule zu kommen, an der weniger Kinder mit Migrations- und Armutserfahrungen sind. Wer es sich leisten kann, w\u00e4hlt den extremeren Schritt zur Privatschule.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es sind aber nicht allein diese Verwerfungen, die dazu anhalten, dem staatlichen Schulsystem zu entkommen. Mittelschichtsorientierte Eltern versuchen, den \u00f6ffentlichen Schulen zu entkommen, weil diese zusehends verkommen. Der Investitionsr\u00fcckstand an den \u00f6ffentlichen Schulen betr\u00e4gt derzeit circa 48 Milliarden Euro, so sch\u00e4tzt die Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (Deutschlandfunk 2023) Schulleiter*innen in Hannover drohen mit der Einstellung des Unterrichts, weil angesichts baulicher M\u00e4ngel in 56 Prozent aller Schulen die hygienischen Bedingungen an ihren Schulen einen geordneten Betrieb nicht mehr zulassen (Grams 2022).<\/p>\n<p>Die Personallage an \u00f6ffentlichen Schulen ist aber, dass die Schulen am meisten belastende und zugleich desavouierende Problem. Sie ist desastr\u00f6s. Dies hat Auswirkungen auf die Qualit\u00e4t des Arbeitsplatzes Schule und damit auf die Attraktivit\u00e4t des Berufes des*r Lehrer*in. Eine der Ursachen dieser Dimension der Krise der Schulen ist der demographische Wandel. Allerdings war dies bereits vor \u00fcber zehn Jahren absehbar. Der damals prognostizierte erhebliche Mangel an Lehrkr\u00e4ften ist eine Dekade sp\u00e4ter Realit\u00e4t geworden. Zehn Jahre lang wurde dieses Problem von den Kultusb\u00fcrokratien angesichts des Rufs nach dem R\u00fcckzug des Staates aus der \u00f6ffentlichen Daseinsf\u00fcrsorge nicht in Angriff genommen. Zwischenzeitlich kann kaum ein Bundesland eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung gew\u00e4hrleisten. In Niedersachsen etwa betr\u00e4gt die aktuelle Unterrichtsversorgung 96,3 Prozent. In anderen Bundesl\u00e4ndern sieht es nicht besser aus (Nieders\u00e4chsisches Kultusministerium 2023; Ministerium f\u00fcr Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen 2023). Diese Zahl bedeutet konkret jedoch nicht, dass von den laut Lehrplan und Stundentafel zu erteilenden Unterrichtsstunden immerhin 96,3 Prozent erteilt werden \u2013 es bedeutet vielmehr einen Unterrichtsausfall von mindestens zehn Prozent, werden die Unterrichtsausf\u00e4lle (etwa durch Erkrankungen) von Lehrkr\u00e4ften mitkalkuliert. Schulen bed\u00fcrfen einer Unterrichtsversorgung von mindestens 107 Prozent \u2013 so die \u00e4u\u00dferst knappe Kalkulation der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft \u2013 wenn sie verl\u00e4sslich Unterricht gew\u00e4hrleisten wollen (Grams 2022).<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Lehrkr\u00e4fte von morgen sind die Sch\u00fcler*innen von heute. Sie erleben den Arbeitsplatz, den sie mit den Lehrenden teilen, mitnichten als attraktiv. Hygienem\u00e4ngel, Investitionsstau, Schmutz, mangelhafte technische und personelle Ausstattungen tun das \u00dcbrige. Zudem sinkt das Image des Lehrberufes, dermaleinst neben den Mediziner*innen mit dem h\u00f6chsten Prestige versehen, zusehends. Der Niedergang des Sozialprestiges des Berufs der Lehrerin und des Lehrers (Vodafone Stiftung Deutschland 2012; Reitmajer 2000) korrespondiert mit dem Niedergang der Bedeutung von Bildung im Sinne, \u201edass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenh\u00e4lt\u201c (Goethe 1977). Zunehmend werden die Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr Bildungsqualit\u00e4t durch Metriken ersetzt, die sich daran orientieren, welche Rendite aus der gewonnenen Qualifikation in Form lukrativer Stellen und Einkommenssteigerung abgeleitet werden kann (Brown 2015). Die mit einer klassischen humanistischen Bildung verbundenen Werte werden damit auf den Kopf gestellt. Kurzgesagt: Jugendliche \u2013 mit einer in Zeiten des hegemonialen Neoliberalismus erworbenen Biographie \u2013 erleben den Beruf ihrer Lehrer*innen als schlecht bezahlt, arbeitsintensiv und marginalisiert, also f\u00fcr das eigene Streben unattraktiv.<\/p>\n<p>Erkennbar ist f\u00fcr diese jungen Leute auch die F\u00fclle verschiedenster Problemlagen: In allen allgemeinbildenden Schulen nimmt die Konzentrationsf\u00e4higkeit der Kinder und Jugendlichen ab (Spitzer 2007: Spitzer 2012: 258ff.) und die Heterogenit\u00e4t der Lerngruppen zu. Diese Heterogenit\u00e4t ist eine Anforderung an das p\u00e4dagogische Personal, dem bislang in keiner Weise entsprochen wird. In t\u00f6richter Verkehrung eines Anspruchs an eine inklusive P\u00e4dagogik wird von \u201ezielgleicher Inklusion\u201c gesprochen \u2013 ein unaufl\u00f6sbarer Widerspruch: Lernzielgleichheit in einem Inklusionsprozess zu verlangen bedeutet, die Inklusion ad absurdum zu f\u00fchren. Bereits in den 1970er Jahren haben die Bremer Behindertenp\u00e4dagogen Jantzen und Feuser diesen Prozess als das Lernen an einem gemeinsamen Gegenstand in Kooperation auf dem jeweiligen Entwicklungsniveau des Lernenden beschrieben. (Feuser 1984; Jantzen 1983; Jantzen 1990) Mit einer anders gelagerten Forschungsintention, aber \u00e4hnlichem Ergebnis, postulierte bereits damals neben vielen anderen auch die Forschungsgruppe \u201eWahldifferenzierung\u201c an der Universit\u00e4t Hannover die Notwendigkeit einer Differenzierung auch der Lernziele. Die lernzielgleiche Behandlung einer heterogenen Lerngruppe sei absurd, weil unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und M\u00f6glichkeiten unterschiedliche Lernwege und Zeitstrukturen ben\u00f6tigen. (B\u00f6nsch\/Schittko 1979) Trotz aller differenzierten Forschung zum Gegenstand wird in Schul- und Kultusverwaltungen, in Schulen und unter Praktiker*innen \u2013 den Lehrkr\u00e4ften \u2013 die Ideologie der Lernzielhomogenit\u00e4t perpetuiert. Das System selbst perpetuiert sich, weil es zur zweiten Natur vieler wurde, die das System der Schule gestalten.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\"><strong>[3]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Unter den Bedingungen verschmutzter Schulr\u00e4ume, stetem Unterrichtsausfall und dem sozialen und psychischen Druck, das Lernziel ebenso schnell und qualitativ hochwertig zu erreichen, wie die \u201eBesten\u201c, kann das Lebensgef\u00fchl derer, die dem nicht gen\u00fcgen, nur in das Gef\u00fchl m\u00fcnden, nicht zu gen\u00fcgen. Die Reaktionen von Kindern und Jugendlichen darauf sind so vielf\u00e4ltig, wie die soziale Zusammensetzung der Schulklassen. Sie f\u00fchren aber h\u00e4ufig zu Formen der Verweigerung. Im Jahr 2021 verlie\u00dfen 47 000 Jugendliche die Schulen in Deutschland ohne Abschluss. Das entspricht sechs Prozent eines Jahrgangs (Bertelsmann-Stiftung 2023). In dieser Gruppe dominieren junge M\u00e4nner. Eine weitere Gruppe, die der Schule flieht, sind \u201eSchulschw\u00e4nzer\u201c. Dieser einmal gebr\u00e4uchliche Euphemismus verbietet sich angesichts des Problems: \u201eIn Niedersachsen sa\u00dfen 2014 540 Sch\u00fcler*innen in Arrest\u201c (Weckel\/Grams 2017: 16). Diese Schulpflichtigen sa\u00dfen ein, weil sie die Schule mieden. Sie mieden die Schule nicht grundlos (Grams 2017).<\/p>\n<p>Wenn Eltern es sich leisten k\u00f6nnen, w\u00e4hlen sie f\u00fcr ihre Kinder eine andere Fluchtroute: die Privatschule. Welcher Fluchtweg auch individuell gefunden wird, dem Ideal von Bildung wird auf diesem Weg nicht gefolgt. Die Flucht in die Privatschule bedeutet, den Weg des Kommerzes zu beschreiten, sprich, Bildung \u2013 wie viele andere soziale und kulturelle G\u00fcter im Kapitalismus auch \u2013 zur Handelsware zu erkl\u00e4ren. Damit entsteht Bildung minderer und h\u00f6herer G\u00fcte, abh\u00e4ngig von den je vorhandenen pekuni\u00e4ren M\u00f6glichkeiten von K\u00e4ufer*innen der Bildung. Damit aber wird das Bildungsgut seines eigentlichen Charakters entkleidet, ein emanzipatorisches Projekt zu sein. \u201eBildung zielt auf Gegengesellschaft, um \u00fcber sie ein neues Land zu finden\u201c (Heydorn 1972: 150). Dieses neue Land bedeutet gleichsam die Herausbildung des geistigen Bed\u00fcrfnisses des Menschen nach dem Menschen (Suchomlinski 1979; Suchomlinski 1981).<\/p>\n<p>Es ist diese zutiefst humanistische Maxime Wassili Suchomlinskis, die jeglichen sozialen Ausschluss eines Menschen kategorisch unterbindet. Damit unterstreicht er \u2013 p\u00e4dagogisch argumentierend \u2013 die Unabdingbarkeit des Rechts auf Bildung aller, wie dies auch im entsprechenden Menschenrecht gefordert wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass man mit Suchomlinski die K\u00e4uflichkeit von Bildung eine Menschenrechtsverletzung nennen kann, schlie\u00dft doch die K\u00e4uflichkeit jene aus, denen die Mittel zum Kauf fehlen.<\/p>\n<p>Die Existenz von Privatschulen, ja, das Streben nach exklusiven Bildungsangeboten konterkariert und degeneriert den Anspruch an Bildung dahingehend, sie f\u00fcr ein b\u00fcrgerliches Fortkommen mit dem Ziel zu instrumentalisieren, ein m\u00f6glichst gro\u00dfes St\u00fcck vom Kuchen abzubekommen. Martin Buber h\u00e4lt dem entgegen: \u201eDas Grundwort Ich-Du kann nur mit dem ganzen Wesen gesprochen werden. Die Einsammlung und Verschmelzung zum ganzen Wesen kann nie durch mich, kann nie ohne mich geschehen, Ich werde am Du; Ich werdend spreche ich Du. Alles wirkliche Leben ist Begegnung\u201c (Buber 1997: 15). Wird das Bildungsangebot zur Ware, reduzieren sich die M\u00f6glichkeiten der Begegnungen auf den Kreis derer, die sich die Ware Bildung leisten k\u00f6nnen \u2013 deren Verm\u00f6gen es folglich erm\u00f6glicht, Wissen effizient zu erwerben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bildung aber auf Wissenserwerb zu reduzieren, auf Qualifikation zu einem je spezifischen Zweck, ignoriert den Gehalt des Bildungsbegriffs, muss er doch in steter Verbindung mit dem Begriff der Erziehung betrachtet werden: Sie \u201e[\u2026] zielt [\u2026] auf die Realisierung und Herausbildung der F\u00e4higkeit zur Sinnentwicklung und Sinnverwirklichung der menschlichen T\u00e4tigkeit als sozialer T\u00e4tigkeit, d. h. auf die Entwicklung humaner Beziehungen zu sich selbst, zu den Menschen und zur Natur. Sie zielt auf humane gef\u00fchlsbegr\u00fcndete Haltungen\u201c (Jantzen 1990: 235). Bildung bezieht sich auf Inhalte. Diese Inhalte aber werden immer und notwendig in einem dialogischen Prozess zwischen Lehrenden und Lernenden transportiert, damit die Lernenden sie sich in einem aktiven Prozess selbstt\u00e4tig aneignen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch in privaten Bildungseinrichtungen sind selbstverst\u00e4ndlich am Dialog orientierte Prozesse der Wissensvermittlung, sind zwischenmenschliche Beziehungen m\u00f6glich. Sie finden jedoch immer unter Ausschluss derer statt, denen der Zugang verweigert wird. Das Postulat einer Bildung und Erziehung mit dem Ziel der \u201eHerausbildung des geistigen Bed\u00fcrfnisses des Menschen nach dem Menschen\u201c (Suchomlinski 1979) bleibt somit unerf\u00fcllt. Den Kindern und Jugendlichen, denen die Begegnung mit armen Kindern und Jugendlichen in Regelschulen verwehrt wird, wird damit zugleich eine M\u00f6glichkeit des Erwerbs der Mitmenschlichkeit verwehrt. Oder: Es wird ihnen das Bed\u00fcrfnis des Menschen nach dem Menschen verwehrt, auch das Bed\u00fcrfnis nach den Menschen, mit denen nichts zu tun haben zu m\u00fcssen sie gelehrt wird. Der anderen Seite, jenen, die ausgeschlossen werden, werden Wunden geschlagen. \u201eEs sind die Wunden, die Minderheiten verursachen, welche Macht und Reichtum konzentrieren und egoistisch verschwenden, w\u00e4hrend wachsende Mehrheiten sich in verwahrloste, verseuchte, ausgesonderte Randzonen fl\u00fcchten m\u00fcssen\u201c, so Papst Franziskus in einer Rede in Nairobi im Jahr 2015 (Jantzen 2020).<\/p>\n<p>Im deutschen Bildungswesen wird diese \u201eausgesonderte Randzone\u201c, in die sich Mehrheiten fl\u00fcchten m\u00fcssen, stetig sichtbarer. Privilegierte Privatschulen stehen einer unterfinanzierten \u00f6ffentlichen Bildung gegen\u00fcber. Schulen \u2013 gerade in sozialen Brennpunkten mit einer Unterrichtsversorgung von weniger als achtzig Prozent sind keine Seltenheit mehr. (Weser Kurier 2023: 11). Trotz des Fehlens von 10 000 Lehrkr\u00e4ften an nieders\u00e4chsischen Schulen wechselt ein Viertel der Studienreferendar*innen nach dem Abschluss des Referendariats in einen anderen Beruf<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\"><strong>[4]<\/strong><\/a>. (Weser Kurier 2023: 11).<\/p>\n<p>Das deutsche Bildungswesen befindet sich gegenw\u00e4rtig in einer tiefen Krise und unmittelbar vor einem Paradigmenwechsel. Einerseits existiert eine rechtliche Situation, die angesichts des Menschenrechts auf Bildung und der Existenz der UN-Behindertenrechtskonvention das Recht auf die Inklusion aller Kinder und Jugendlichen in das \u00f6ffentliche Bildungssystem festschreibt. Andererseits ist das \u00f6ffentliche Bildungswesen durch neoliberale Entstaatlichungs- und Sparma\u00dfnahmen solchen Verwerfungen ausgesetzt, dass es seinen origin\u00e4ren Aufgaben kaum mehr nachzukommen vermag. Auch deshalb erfolgt ein Sturm auf die Gymnasien, die nur in den seltensten F\u00e4llen der UN-Behindertenrechtskonvention folgen und Inklusion erm\u00f6glichen, und auf private Schulen. Wird diese \u00dcberlegung zu Ende gedacht, blieben jene Schulen, die alle Kinder und Jugendlichen aufnehmen, die nicht in Gymnasien und Privatschulen unterkamen. Diese Schulen tragen die B\u00fcrde der p\u00e4dagogischen Verantwortung, auch die zu unterst\u00fctzen, die der Unterst\u00fctzung in besonderer Weise bed\u00fcrfen, wodurch sich an diesen Schulen zugleich die Problemlagen h\u00e4ufen.<\/p>\n<p>Der so entstehende Paradigmenwechsel ist die Ghettoisierung der \u00f6ffentlichen Schulen. Die Entstehung \u201eausgesonderter Randzonen\u201c. Wird dieser Schritt vollzogen, ist das Menschenrecht auf Bildung ausgehebelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Dr. Wolfram Grams\u00a0\u00a0 ist Oberstudiendirektor a. D. Er hat Sozialp\u00e4dagogik, Politik und Philosophie in Hildesheim, Hannover und Marburg studiert und bei Reinhard K\u00fchnl mit einer Arbeit zur Kontinuit\u00e4t nazistischer Eliten im Bildungswesen von BRD und DDR promoviert. Er war langj\u00e4hrig als Lehrbeauftragter an Hochschulen, in der \u00f6ffentlichen Verwaltung und in der gewerkschaftlichen Arbeit. Zahlreiche Ver\u00f6ffentlichungen und Vortr\u00e4ge zur Allgemeinen P\u00e4dagogik, Sozialarbeit, Schule und Bildungspolitik. Langj\u00e4hrige T\u00e4tigkeit als Direktor beruflicher Schulen mit dem Schwerpunkt Sozialp\u00e4dagogik. Grams ist erster stellvertretender Vorsitzender der Humanistischen Union und Mitglied der <strong>vor<\/strong>g\u00e4nge-Redaktion.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"\">Literaturverzeichnis<\/h3>\n<p><em>Accadis International School<\/em> 2023: Geb\u00fchren und Beitr\u00e4ge, online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.accadis-isb.de\/images\/acc-isb-de\/ISB_Gebuehren_2022-23.pdf\">https:\/\/www.accadis-isb.de\/images\/acc-isb-de\/ISB_Gebuehren_2022-23.pdf<\/a>.<\/p>\n<p><em>Avenarius, Hermann<\/em> (Hrsg.) 2006: Bildung in Deutschland. Ein indikatorengest\u00fctzter Bericht mit einer Analyse zu Bildung und Migration. Konsortium Bildungsberichterstattung, Bielefeld.<\/p>\n<p><em>Beauftragter der Bundesregierung f\u00fcr die Rechte von Menschen mit Behinderungen<\/em> 2008: Die UN-Behindertenrechtskonvention. \u00dcbereinkommen \u00fcber die Rechte von Menschen mit Behinderungen, online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.institut-fuer-menschenrechte.de\/fileadmin\/Redaktion\/PDF\/DB_Menschenrechtsschutz\/CRPD\/CRPD_Konvention_und_Fakultativprotokoll.pdf\">https:\/\/www.institut-fuer-menschenrechte.de\/fileadmin\/Redaktion\/PDF\/DB_Menschenrechtsschutz\/CRPD\/CRPD_Konvention_und_Fakultativprotokoll.pdf<\/a>.<\/p>\n<p><em>Bertelsmann-Stiftung<\/em> 2023: Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss seit zehn Jahren auf hohem Niveau, online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2023\/maerz\/anteil-der-jugendlichen-ohne-schulabschluss-seit-zehn-jahren-auf-hohem-niveau\">https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2023\/maerz\/anteil-der-jugendlichen-ohne-schulabschluss-seit-zehn-jahren-auf-hohem-niveau<\/a>.<\/p>\n<p><em>Bierl, Peter<\/em> 2019: Geistiger Mist. 100 Jahre Waldorfschule, in: <em>Forum Wissenschaft<\/em>, Jg. 36, H. 4, S. 19\u201322.<\/p>\n<p><em>Birkenhof<\/em> 2023: Fachschule Sozialp\u00e4dagogik Birkenhof Bildungszentrum, Erzieher:in \u2013 Bildungsg\u00e4nge, Diakonie Kolleg Hannover. Online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.birkenhof-bildungszentrum.de\/bereich-sozialpaedagogik\/fachschule-sozialpaedagogik.html\">https:\/\/www.birkenhof-bildungszentrum.de\/bereich-sozialpaedagogik\/fachschule-sozialpaedagogik.html<\/a>.<\/p>\n<p><em>B\u00f6nsch, Manfred\/Schittko, Klaus<\/em> (Hrsg.) 1979: Offener Unterricht. Curriculare, kommunikative und unterrichtsorganisatorische Aspekte. Projektgruppe Wahldifferenzierung. Hannover.<\/p>\n<p><em>Brown, Wendy<\/em> 2015: Die schleichende Revolution. Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerst\u00f6rt, Berlin.<\/p>\n<p><em>Buber, Martin<\/em> 1997: Das dialogische Prinzip, Gerlingen.<\/p>\n<p><em>Bundesverband der Freien Alternativschulen<\/em> 2020: Tempelhofer Resolution des BFAS &#8211; Bildung ist politisch, Berlin. Online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.kischu.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bildung_ist_politisch.pdf\">https:\/\/www.kischu.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bildung_ist_politisch.pdf<\/a>.<\/p>\n<p><em>Bundesverband der Freien Alternativschulen<\/em> 2023: Grunds\u00e4tze Freier Alternativschulen. Bundesverband der Freien Alternativschulen, online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.kischu.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Grundsaetze_Freier_Alternativschulen.pdf\">https:\/\/www.kischu.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Grundsaetze_Freier_Alternativschulen.pdf<\/a>.<\/p>\n<p><em>Bungenstab, Karl-Ernst<\/em> 1970: Umerziehung zur Demokratie? Re-education-Politik im Bildungswesen d. US-Zone 1945 &#8211; 1949. Diss., FU Berlin, Philos. Fak., 1969, u.d.T.: Bungenstab, Karl-Ernst: Re-Education nach 1945, D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p><em>Butterwegge, Carolin\/Butterwegge, Christoph<\/em> 2021: Kinder der Ungleichheit. Wie sich die Gesellschaft ihrer Zukunft beraubt, Frankfurt am Main.<\/p>\n<p><em>Degenhardt, Franz Josef<\/em> 1975: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern. Balladen Chansons, Grotesken, Lieder \/\/ Balladen, Chansons, Grotesken, Lieder. neu bearb. Ausg., Reinbek bei Hamburg.<\/p>\n<p><em>Deutscher Lehrerverband<\/em> (Hrsg.) 2006: Der UNO-Querulant aus Costa Rica. Kommentar zum Bericht des UNO-Beauftragten Vernor Mu\u00f1oz, online verf\u00fcgbar unter <a href=\"http:\/\/www.lehrerverband.de\/querul.htm\">http:\/\/www.lehrerverband.de\/querul.htm<\/a>.<\/p>\n<p><em>Deutschlandfunk<\/em> 2023: Sanierungsfall Schule: \u201eSchulen sind eher Baracken der Bildung\u201c, online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/sanierungsfall-schule-schulen-sind-eher-baracken-der-bildung-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/sanierungsfall-schule-schulen-sind-eher-baracken-der-bildung-100.html<\/a>.<\/p>\n<p><em>El-Mafaalani, Aladin<\/em> 2020: Mythos Bildung. Die ungerechte Gesellschaft, ihr Bildungssystem und seine Zukunft, K\u00f6ln.<\/p>\n<p><em>Feuser, Georg<\/em> (Hrsg.) 1984: Gemeinsame Erziehung Behinderter und nichtbehinderter Kinder im Kindertagesheim &#8211; Ein Zwischenbericht, Bremen.<\/p>\n<p><em>Goethe, Johann Wolfgang von<\/em> 1977 [1808\/1832]: Faust. Eine Trag\u00f6die; erster und zweiter Teil [Mit e. Abriss zur Entstehungsgeschichte, Anm. u. Literaturhinweisen von G\u00fcnther Fetzer. Vollst. Ausg. nach d. Text d. im Artemis-Verl. erschienenen \u201eGedenkausgabe der Werke, Briefe u. Gespr\u00e4che\u201c, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p><em>Grams, Wolfram<\/em> 2017: Was macht die Schule, wenn sie verweigert wird?, in: Weckel, Erik\/Grams, Meike (Hrsg.): <em>Schulverweigerung. Bildung, Arbeitskraft, Eigentum: eine Einf\u00fchrung<\/em>, Weinheim\/Basel, S. 190\u2013200.<\/p>\n<p><em>Grams, Wolfram<\/em> 2020: Die Nazis h\u00fcben und dr\u00fcben. Wie braun waren beide deutsche Staaten?, in: <em>Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik<\/em>, Jg. 65., H. 5, S. 105\u2013112.<\/p>\n<p><em>Grams, Wolfram<\/em> 2022: Bildung im Abseits oder: Die deutsche Schule im Schatten der Lufthansa, in: <em>vorg\u00e4nge. Zeitschrift f\u00fcr B\u00fcrgerrechte und Gesellschaftspolitik<\/em>, Heft 235 = Jg. 60, H. 3, S. 43\u201354.<\/p>\n<p><em>Gruschka, Andreas<\/em> 2010: \u201eErregte Aufkl\u00e4rung\u201c &#8211; ein p\u00e4dagogisches und publizistisches Desaster. In memoriam Katharina Rutschky. Unter Mitarbeit von Katharina Rutschky. Leverkusen.<\/p>\n<p><em>Hans-B\u00f6ckler-Stiftung<\/em> 2023: Privatschulen boomen, Chancengleichheit leidet, online verf\u00fcgbar unter B\u00f6ckler Impuls 10\/2012, Seite 3 (boeckler.de).<\/p>\n<p><em>Hellwig, Silke\/Jacobs, Andreas<\/em> 2023: \u201eVerm\u00f6gen geht mit Verantwortung einher\u201c, in: <em>Weser Kurier<\/em> vom 20.05.2023, S. 3.<\/p>\n<p><em>Heydorn, Heinz-Joachim<\/em> 1972: Zu einer Neufassung des Bildungsbegriffs, Frankfurt am Main.<\/p>\n<p><em>International School Hamburg<\/em> 2023: Bus Service, Hamburg, online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.ishamburg.org\/admissions\/bus-service\">https:\/\/www.ishamburg.org\/admissions\/bus-service<\/a>.<\/p>\n<p><em>Jantzen, Wolfgang<\/em> 1983: Abbildtheorie und Stereotypentwicklung &#8211; ein methodologischer Beitrag zur Diagnose des Lernens und der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung bei schwerstbehinderten Kindern und Jugendlichen, in: Feuser, Georg\/Jantzen, Wolfgang (Hrsg.): <em>Jahrbuch f\u00fcr Psychopathologie und Psychotherapie III\/1983. Studien zur kritischen Psychologie<\/em>, K\u00f6ln, S. 111\u2013158.<\/p>\n<p><em>Jantzen, Wolfgang<\/em> 1990: Allgemeine Behindertenp\u00e4dagogik, Bd. 2: Neurowissenschaftliche Grundlagen, Diagnostik, P\u00e4dagogik und Therapie, Weinheim.<\/p>\n<p><em>Jantzen, Wolfgang<\/em> 2020: Seele, Sinn und Emotionen. Essays zu Grundfragen der Humanwissenschaften, Gie\u00dfen.<\/p>\n<p><em>Kapucu, Gamze<\/em> 2021: Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in p\u00e4dagogischen Institutionen. Eine Untersuchung beg\u00fcnstigender Faktoren f\u00fcr die Entstehung sexualisierter Gewalt am Beispiel der Odenwaldschule, Hamburg. Online verf\u00fcgbar unter <a href=\"http:\/\/epub.sub.uni-hamburg.de\/epub\/volltexte\/campus\/2021\/123234\/\">http:\/\/epub.sub.uni-hamburg.de\/epub\/volltexte\/campus\/2021\/123234\/<\/a>.<\/p>\n<p><em>Kurpfalz Internat<\/em> 2023: Schul- und Internatskosten. Kurpfalz Internat, online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.kurpfalz-internat.de\/lagekost\/kosten.htm\">https:\/\/www.kurpfalz-internat.de\/lagekost\/kosten.htm<\/a>, zuletzt aktualisiert am 17.05.2023.<\/p>\n<p><em>Louisenlund<\/em> 2023: Kostenblatt f\u00fcr interne Sch\u00fcler. Internat und Privatschule Louisenlund. online verf\u00fcgbar unter Kostenblatt_fuer_interne_Schueler_in_Louisenlund_ 2022_23.pdf.<\/p>\n<p><em>Ministerium f\u00fcr Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen<\/em> 2023: Handlungskonzept Unterrichtsversorgung, D\u00fcsseldorf. Online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/schulministerium.nrw\/system\/files\/media\/document\/file\/handlungskonzept-unterrichtsversorgung-14-12-2022.pdf\">https:\/\/schulministerium.nrw\/system\/files\/media\/document\/file\/handlungskonzept-unterrichtsversorgung-14-12-2022.pdf<\/a>.<\/p>\n<p><em>Nieders\u00e4chsisches Kultusministerium<\/em> 2023: Statistische Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2022\/2023 bei 96,3 Prozent \u2013 Kultusministerin Hamburg: \u201eZahlen best\u00e4tigen gro\u00dfen Handlungsbedarf\u201c, Hannover. Online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.mk.niedersachsen.de\/startseite\/aktuelles\/presseinformationen\/statistische-unterrichtsversorgung-im-schuljahr-2022-2023-bei-96-3-prozent-kultusministerin-hamburg-zahlen-bestatigen-grossen-handlungsbedarf-219259.html\">https:\/\/www.mk.niedersachsen.de\/startseite\/aktuelles\/presseinformationen\/statistische-unterrichtsversorgung-im-schuljahr-2022-2023-bei-96-3-prozent-kultusministerin-hamburg-zahlen-bestatigen-grossen-handlungsbedarf-219259.html<\/a>.<\/p>\n<p><em>Nohl, Hermann<\/em> 1963: Erziehergestalten, G\u00f6ttingen.<\/p>\n<p><em>Overwien, Bernd<\/em> (Hrsg.) 2007: Recht auf Bildung. Zum Besuch des Sonderberichterstatters der Vereinten Nationen in Deutschland, Opladen.<\/p>\n<p><em>Paul, Timmy<\/em> 2022: Der Fall Odenwaldschule. \u00dcber die Entstehung von sexuellem Missbrauch in p\u00e4dagogischen Kontexten, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p><em>Reitmajer, Valentin<\/em> 2000: Berufsbild und -prestige der Lehrerinnen und Lehrer in Bayern. Forschungsprojekt der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen, Lehrstuhl f\u00fcr Schulp\u00e4dagogik, Unterrichtsmitschau ; Dokumentation und Ergebnisse, Oberding.<\/p>\n<p><em>Schmoll, Heike<\/em> 2007: Dreistes Urteil \u00fcber das deutsche Schulsystem. UN-Sonderberichterstatter Mu\u00f1oz: Dreistes Urteil \u00fcber das deutsche Schulsystem \u2013 Inland, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21.03.2007.<\/p>\n<p><em>Schneider, Peter<\/em> 1987: Einf\u00fchrung in die Waldorfp\u00e4dagogik, Stuttgart.<\/p>\n<p><em>Sekretariat der St\u00e4ndigen Konferenz der Kultusminister der L\u00e4nder in der Bundesrepublik Deutschland<\/em> 2006: Das Recht auf Bildung, Bericht des Sonderberichterstatters, Vernor Mu\u00f1oz. Deutschlandbesuch (13. &#8211; 21. Februar 2006). Sekretariat der St\u00e4ndigen Konferenz der Kultusminister der L\u00e4nder der Bundesrepublik Deutschland, online verf\u00fcgbar unter MunozBericht[1].doc.pdf (rundschau-hd.de).<\/p>\n<p><em>Senat der Freien Hansestadt Bremen<\/em> 1956: Gesetz \u00fcber das Privatschulwesen und den Privatunterricht (Privatschulgesetz) vom 3. Juli 1956 \u00a7 20; in: Brem.GBl. 1956, 77 Gliederungsnummer: 223-d-1Gesetz \u00fcber das Privatschulwesen und den Privatunterricht (Privatschulgesetz) vom 3. Juli 1956 \u00a7 20, online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.transparenz.bremen.de\/metainformationen\/gesetz-ueber-das-privatschulwesen-und-den-privatunterricht-privatschulgesetz-vom-3-juli-1956-69264?template=20_gp_ifg_meta_detail_d\">https:\/\/www.transparenz.bremen.de\/metainformationen\/gesetz-ueber-das-privatschulwesen-und-den-privatunterricht-privatschulgesetz-vom-3-juli-1956-69264?template=20_gp_ifg_meta_detail_d<\/a>.<\/p>\n<p><em>Spitzer, Manfred<\/em> 2007: Vorsicht Bildschirm! Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p><em>Spitzer, Manfred<\/em> 2012: Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p><em>Statistisches Bundesamt<\/em> 2022: Schwerbehinderte Menschen in Deutschland nach Geschlecht und Altersgruppen, online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Gesundheit\/Behinderte-Menschen\/Tabellen\/schwerbehinderte-alter-geschlecht-quote.html\">https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Gesundheit\/Behinderte-Menschen\/Tabellen\/schwerbehinderte-alter-geschlecht-quote.html<\/a>.<\/p>\n<p><em>Suchomlinski, Wassili<\/em> (Hrsg.) 1979: Die weise Macht des Kollektivs, Berlin\/DDR.<\/p>\n<p><em>Suchomlinski, Wassili<\/em> 1981: Mein Herz geh\u00f6rt den Kindern. Aufzeichnungen eines Erziehers, Berlin\/DDR.<\/p>\n<p><em>Vodafone Stiftung Deutschland<\/em> 2012: Lehre(r) in Zeiten der Bildungspanik. Eine Studie zum Prestige des Lehrerberufs und zur Situation an den Schulen in Deutschland. D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p><em>Weckel, Erik\/Grams, Meike<\/em> 2017: Ph\u00e4nomen, Bildung, Arbeitskraft und Eigentum, in:\u00a0 Weckel, Erik\/Grams, Meike (Hrsg.): <em>Schulverweigerung. Bildung, Arbeitskraft, Eigentum: eine Einf\u00fchrung<\/em>, Weinheim\/Basel, S. 16\u201326.<\/p>\n<h3 class=\"\">Anmerkungen:<\/h3>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1] <\/a>Dieser multilaterale v\u00f6lkerrechtliche Vertrag, der die Einhaltung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Menschenrechte garantieren soll, wurde am 19. Dezember 1966 von der UN-Generalversammlung einstimmig verabschiedet. Vgl. hier insbes. Art. 2.2.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2] <\/a><a href=\"https:\/\/www.privatschulenportal.de\/\">https:\/\/www.privatschulenportal.de\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3] <\/a>Vgl. dazu den Aufsatz von Marianne Egger de Campo in dieser Ausgabe.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4] <\/a>Weser Kurier vom 15.05.2023, S. 11.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[2973,5,47],"tags":[653,3072,3301],"autoren":[1488],"publikationen":[3269],"class_list":["post-18911","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-armut","category-bildung","category-lebensweisen-pluralismus","tag-bildung","tag-inklusion","tag-privatschulen","autoren-wolfram-grams","publikationen-vorg-241"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>K\u00e4ufliche Schulen \u2013 Ausverkauf des Rechts auf Bildung - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-241\/publikation\/kaeufliche-schulen-ausverkauf-des-rechts-auf-bildung\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"K\u00e4ufliche Schulen \u2013 Ausverkauf des Rechts auf Bildung - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Das Recht auf Bildung gilt als eigenst\u00e4ndiges soziales und kulturelles Menschenrecht. 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