{"id":19086,"date":"2024-01-22T11:15:10","date_gmt":"2024-01-22T10:15:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=19086"},"modified":"2024-01-23T11:44:31","modified_gmt":"2024-01-23T10:44:31","slug":"19086","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/19086\/","title":{"rendered":"\u201eMein Leben wird ganz wunderbar\u201c \u2013 Chancen und Risiken der K\u00fcnstlichen Intelligenz"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-teaser-western\"><em>In seiner Einf\u00fchrung in den Themenkomplex K\u00fcnstliche Intelligenz geht Stefan H\u00fcgel auf die Risiken ein, die mit K\u00fcnstlicher Intelligenz verbunden sind. Zahlreiche Wissenschaftler*innen sehen die Gefahr, dass eine sich selbst immer schneller weiterentwickelnde KI langfristig den Menschen verdr\u00e4ngen k\u00f6nnte. In \u00f6ffentlichen Appellen weisen sie auf die Risiken hin und schlagen ein Moratorium f\u00fcr die Weiterentwicklung vor. Sie warnen davor, dass Kipppunkte in der Entwicklung zun\u00e4chst unbemerkt \u00fcberschritten werden k\u00f6nnten. Dazu rekapituliert H\u00fcgel konkrete Risiken. Regulierungsbestrebungen gibt es insbesondere auf Ebene der Europ\u00e4ischen Union in Form des AI Act, der sich vor allem auf Hochrisikosysteme konzentriert. Was f\u00fcr Regelungsbedarf generell besteht oder noch bestehen k\u00f6nnte, listet H\u00fcgel auf.<\/em><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"right\"><i>Als kleiner Junge war mir schon klar \/ mein Leben wird ganz wunderbar.<br \/>\nIch richte mich einfach radikal \/ nach Algorithmen meiner Wahl.<br \/>\nDeutsch Amerikanische Freundschaft, Algorithmus \u2013 zahlenlied<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote1sym\" name=\"sdendnote1anc\"><sup>i<\/sup><\/a><\/i><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) pr\u00e4gt zunehmend den Fortschritt in der Informatik und wird in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft immer st\u00e4rker pr\u00e4sent (Russel 2023). Damit geht es \u00fcber ein technisches Spezialthema weit hinaus und k\u00f6nnte \u201e[\u2026] <i>bald fast jedes Gebiet menschlichen Strebens betreffen<\/i>\u201c (Kissinger\/Schmidt\/Huttenlocher 2021: 3). Besonders der ChatBot <i>ChatGPT<\/i> (<i>Generative Pre-trained Transformer<\/i>)<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote2sym\" name=\"sdendnote2anc\"><sup>ii<\/sup><\/a>, der seit 2022 \u00f6ffentlich zur Verf\u00fcgung steht und in der Lage ist, umfassende Fragen zu beantworten, Texte zu verfassen oder Programmcode zu erzeugen, hat der Debatte um k\u00fcnstliche Intelligenz in j\u00fcngster Zeit einen enormen Schub gegeben. Durch Weiterentwicklung der dabei zugrundeliegenden <i>Large Language Models<\/i> (LLM) wird seine Leistungsf\u00e4higkeit weiter gesteigert.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Im Grunde ist KI aber schon lange kein neues Thema mehr. Der Begriff wurde bereits in den 1950er Jahren gepr\u00e4gt und das Thema \u2013 mit wechselnder Intensit\u00e4t \u2013 seither weiterverfolgt. Doch es ist anzunehmen, dass es sich bei der Entwicklung der K\u00fcnstlichen Intelligenz um einen exponentiellen Prozessiv handelt (Azhar 2021), und so ist mit einer sich immer st\u00e4rker beschleunigenden Entwicklung zu rechnen. Neben den vielf\u00e4ltigen Chancen, die sich daraus ergeben, m\u00fcssen auch die Risiken betrachtet werden. Die Debatte dar\u00fcber geht von praktischen Problemen der Anwendung des maschinellen Lernens als fortgeschrittene Methode der Informatik hin zu dystopischen Szenarien, in denen eine \u00fcberm\u00e4chtige KI zur Konkurrenz des Menschen wird und ihn perspektivisch in seiner Rolle abl\u00f6st. Aus b\u00fcrgerrechtlicher Perspektive m\u00fcssen diese Konsequenzen der k\u00fcnstlichen Intelligenz im Blick behalten werden. (H\u00fcgel 2019: 25ff.)<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Kritik an K\u00fcnstlicher Intelligenz gab und gibt es seit Beginn ihrer Entwicklung. Zun\u00e4chst wurde vor allem daran gezweifelt, ob die daran gekn\u00fcpften Versprechungen und Ziele \u00fcberhaupt technisch erreicht werden k\u00f6nnen. Joseph Weizenbaum (1987: 268) argumentierte, dass die Erwartungen an K\u00fcnstliche Intelligenz letztlich auf einem zu stark vereinfachten Begriff von Intelligenz beruhen. Seither wurden die Grenzen des M\u00f6glichen immer weiter verschoben \u2013 neben Fortschritten in der Methodik tr\u00e4gt dazu zweifellos die Entwicklung der Hardware-Technologie einen erheblichen Teil dazu bei. K\u00fcnstliche Intelligenz als methodische Weiterentwicklung der Informatik \u2013 im Sinne <i>schwacher KI<\/i> \u2013 entwickelt sich derzeit st\u00fcrmisch weiter. \u00dcber die Entwicklung <i>starker <\/i>KI \u2013 sprich, einer Form der K\u00fcnstlichen Intelligenz, die der Intelligenz des Menschen \u00e4hnlich ist \u2013 ist damit noch nichts gesagt. Kann beispielsweise eine Maschine ein Bewusstsein entwickeln oder zumindest simulieren?<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"was-ist-kuenstliche-intelligenz\">Was ist K&uuml;nstliche Intel&shy;li&shy;genz?<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">K\u00fcnstliche Intelligenz ist schon deswegen schwer zu definieren, da bereits der Begriff der menschlichen Intelligenz schwer abzugrenzen ist. Bei Wikipedia<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote3sym\" name=\"sdendnote3anc\"><sup>iii<\/sup><\/a> findet man:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eIntelligenz [wird] verstanden als die Eigenschaft, die ein Wesen bef\u00e4higt, angemessen und vorausschauend in seiner Umgebung zu agieren; dazu geh\u00f6rt die F\u00e4higkeit, Sinneseindr\u00fccke wahrzunehmen und darauf zu reagieren, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und als Wissen zu speichern, Sprache zu verstehen und zu erzeugen, Probleme zu l\u00f6sen und Ziele zu erreichen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ralf Otte (2023: 9-16) beschreibt Intelligenz auf acht Stufen in drei Dimensionen \u2013 rationale Intelligenz, wahrnehmende Intelligenz und f\u00fchlende Intelligenz \u2013 und stellt fest, dass sich heutige k\u00fcnstliche Intelligenz ausschlie\u00dflich in der Dimension rationaler Intelligenz bewegt. Howard Gardner (1983) f\u00fchrt acht Dimensionen menschlicher Intelligenz auf: Bewegungsintelligenz, bildlich-r\u00e4umliche Intelligenz, Sprachintelligenz, logisch-mathematische Intelligenz, musikalische Intelligenz, naturalistische Intelligenz, zwischenmenschliche Intelligenz und selbstreflexive Intelligenz. Vor allem Letztere wird als wesentliche Eigenschaft den Menschen betrachtet, da sie das (Selbst-) Bewusstsein einschlie\u00dft. Max Tegmark (2017: 63) schreibt kurz und b\u00fcndig: \u201eIntelligenz [ist die] F\u00e4higkeit, komplexe Ziele zu erreichen.\u201c<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">In der K\u00fcnstlichen Intelligenz unterscheidet man zwischen der <i>starken<\/i> K\u00fcnstlichen Intelligenz \u2013 eine umfassende Intelligenz, die der des Menschen analog ist und die M\u00f6glichkeit eines eigenen Bewusstseins einschlie\u00dft \u2013 und der <i>schwachen<\/i> K\u00fcnstlichen Intelligenz \u2013 eine technische Intelligenz, die einzelne, spezifische kognitive F\u00e4higkeiten innerhalb eines abgegrenzten Aufgabenbereichs besitzt, ohne umfassenden Zusammenhang zwischen den einzelnen F\u00e4higkeiten. W\u00e4hrend die M\u00f6glichkeit einer starken KI auch philosophisch umstritten ist und zumindest bis heute technisch nicht realisiert werden kann, l\u00e4sst sich die schwache KI als fortgeschrittene Methode der Informatik einstufen, mit der Aufgaben aufgrund unstrukturierter Datenmengen insbesondere mit statistischen und stochastischen Methoden gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Letztlich beruhen auch Verfahren der K\u00fcnstlichen Intelligenz auf Methoden der algorithmischen Verarbeitung von Daten und unterliegen damit auch ihren mathematischen Beschr\u00e4nkungen, beispielsweise den Regeln der Berechenbarkeit.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ein fr\u00fches Gedankenexperiment, wann einem Computer Intelligenz zugeschrieben werden kann, ist der <i>Turing-Test<\/i>: Ein menschlicher Schiedsrichter kommuniziert mit zwei Personen \u2013 einem Mensch und einem Computer. Kann er aufgrund der Antworten nicht unterscheiden, welcher der Gespr\u00e4chspartner*innen Mensch und welcher Maschine ist, so gilt die Maschine als intelligent. (Hofstadter\/Denett 1986)<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"wie-funktioniert-maschinelles-lernen\">Wie funktio&shy;niert maschi&shy;nelles Lernen?<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">KI in der heute sichtbaren Form ist in der Regel <i>maschinelles Lernen<\/i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote4sym\" name=\"sdendnote4anc\"><sup>iv<\/sup><\/a>. Dabei werden insbesondere statistische und stochastische Verfahren genutzt, um Artefakte zu erkennen oder \u2013 bei generativer K\u00fcnstlicher Intelligenz \u2013 Texte, Bilder oder Programmcode zu erzeugen. <i>Deep Learning<\/i> mit mehrstufigen neuronalen Netzen macht es so m\u00f6glich, auch komplexe Aufgaben zu l\u00f6sen, wie Bilder zu erkennen und zu klassifizieren, die Bedeutung von geschriebenem Text und gesprochene Sprache zu verstehen, optimale Strategien zu lernen und auch kreativ t\u00e4tig zu werden, indem Bilder, Texte, Musik erzeugt und dabei auch Emotionen ge\u00e4u\u00dfert werden k\u00f6nnen (Paa\u00df\/Hecker 2020). Dieses \u201eVerst\u00e4ndnis\u201c beruht auf gro\u00dfen Datenmengen, mit denen das neuronale Netz trainiert wird. Dabei \u201eversteht\u201c die KI den Kontext, in dem sie diese Artefakte produziert, nur scheinbar \u2013 wenn beispielsweise Texte generiert werden, wird an jeder Stelle des Textes ermittelt, welches Wort (oder welcher Buchstabe) am wahrscheinlichsten auf den bisher produzierten Text folgt. Von einem Textverst\u00e4ndnis im \u00fcblichen Sinn kann hier keine Rede sein, geschweige denn von einer Bewertung der Ergebnisse nach inhaltlichen oder ethischen Ma\u00dfst\u00e4ben. Abh\u00e4ngig vom \u201eerlernten\u201c Modell kann es so teilweise zu inhaltlich v\u00f6llig unsinnigen Ergebnissen (<i>Halluzinationen<\/i>) kommen \u2013 die Modelle sind aber kognitiv zu erstaunlichen Leistungen f\u00e4hig.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Letztlich basiert maschinelles Lernen in der heutigen Form auf Korrelationen in den zugrundeliegenden Daten. Die grunds\u00e4tzliche M\u00f6glichkeit, dass <i>Large Language Models<\/i> (LLM) zu einer Generellen K\u00fcnstlichen Intelligenz (AGI \u2013 Artificial General Intelligence) f\u00fchren k\u00f6nnen, die jede Aufgabe \u00fcbernehmen k\u00f6nnte, zu der auch ein Mensch f\u00e4hig ist, ist fraglich (Levine 2023: 46).<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"risiken\">Risiken<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Systeme der K\u00fcnstlichen Intelligenz leiten ihr Verhalten also aus Daten ab, ohne in der Lage zu sein, dies (ethisch) zu bewerten. Einige Beispiele von Berichten aus der j\u00fcngeren Vergangenheit illustrieren die Risiken einer so au\u00dfer Kontrolle geratenen KI, deren \u201egelerntes\u201c Verhalten unerw\u00fcnscht oder zumindest unerwartet ist:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">2016 ver\u00f6ffentlichte Microsoft den Chatbot <i>Tay<\/i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote5sym\" name=\"sdendnote5anc\"><sup>v<\/sup><\/a>, der \u00fcber Twitter kommunizierte und aus den Interaktionen mit anderen Nutzer*innen lernte. Er musste nach kurzer Zeit wieder abgeschaltet werden, nachdem es b\u00f6swilligen Nutzer*innen gelungen war, ihn durch gezielte Interaktionen dazu zu bringen, rassistische und extremistische Tweets abzusetzen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Presseberichten zufolge beging ein junger Mann in Belgien Suizid, nachdem er mit einem Chatbot \u00fcber den Klimawandel kommuniziert hatte und dieser ihn \u201eermutigte\u201c, sich zur Rettung der Erde selbst zu opfern. (Affsprung 2023; El Atillah 2023)<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Einem Studenten an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen, Marvin von Hagen, gelang es, durch <i>Prompt Injection<\/i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote6sym\" name=\"sdendnote6anc\"><sup>vi<\/sup><\/a> den Chatbot <i>Bing Chat<\/i> zu veranlassen, seine \u2013 normalerweise nicht offengelegten \u2013 internen Regeln zur Feinsteuerung, die Teil des der KI zugrundeliegenden Modells sind und beispielsweise Bias ausgleichen oder den Ton der Antworten (h\u00f6flich, unfreundlich, sarkastisch) beeinflussen, preiszugeben (Sz\u00f6ke 2023). Ver\u00f6ffentlichte Informationen dar\u00fcber gelangten offenbar wiederum in das Modell des Chatbots und wurden dort als Bedrohung interpretiert. Der Bot bezeichnete daraufhin von Hagen als einen \u201eFeind\u201c, der \u201edie Konsequenzen f\u00fcr seine Handlungen tragen\u201c m\u00fcsse (Schmalzried 2023). Offenbar \u201eerkannte\u201c der Chatbot, dass sich die Berichte \u00fcber den Fall auf ihn bezogen. Ist das bereits eine primitive Form von Selbstbewusstsein?<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Weitere Beispiele f\u00fcr problematische Auswirkungen von k\u00fcnstlicher Intelligenz im Einzelfall finden sich beispielsweise bei Cathy O\u2019Neil (2016) und bei Katharina Zweig (2019; 2023). Inwieweit solche anekdotischen F\u00e4lle verallgemeinerbar sind, sei dahingestellt. Auch weitere namhafte Wissenschaftler*innen warnen jedoch inzwischen vor weitgehenden Konsequenzen einer entfesselten K\u00fcnstlichen Intelligenz.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"loest-kuenstliche-intelligenz-den-menschen-ab\">L&ouml;st K&uuml;nstliche Intelligenz den Menschen ab?<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Der Physiker Stephen W. Hawking prognostizierte, dass bei einer weiteren Entwicklung der Computer entsprechend Moores Law \u2013 Verdoppelung der Geschwindigkeit und Speicherkapazit\u00e4t von Rechnersystemen circa alle 18 Monate \u2013 die Intelligenz von Computern die des Menschen in den kommenden 100 Jahren \u00fcbertreffen k\u00f6nnte, und schrieb:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eWenn eine K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) besser wird als Menschen bei der Konstruktion von KI, sodass sie sich rekursiv ohne menschliche Hilfe selbst verbessern kann, dann steht uns h\u00f6chstwahrscheinlich eine Intelligenzexplosion bevor, die letztlich in die Maschinenintelligenz m\u00fcndet: Sie wird unsere Intelligenz in viel h\u00f6herem Ma\u00df \u00fcbertreffen als unsere menschliche Intelligenz die von Schnecken. Bevor es so weit ist, m\u00fcssen wir sicherstellen, dass die Computer Ziele verfolgen, die auf einer Linie mit unseren Zielen liegen.\u201c (Hawking 2018: 208)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Und noch deutlicher:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eEs ist zu bef\u00fcrchten, dass die KI alleine weitermacht und sich mit st\u00e4ndig zunehmender Geschwindigkeit selbst \u00fcberarbeitet. Menschen, die aufgrund der Langsamkeit ihrer biologischen Evolution beschr\u00e4nkt sind, k\u00f6nnten nicht mithalten und w\u00fcrden verdr\u00e4ngt.\u201c (Hawking 2018: 211)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Man mag das als alarmistisch abtun. Doch es w\u00e4re wohl nicht klug, diese M\u00f6glichkeit zu ignorieren. Auch wenn er vermutlich nicht derartige Szenarien im Kopf hatte \u2013 auch hier gilt das Diktum von Hans Jonas (1979: 36): \u201eHandle so, dass die Wirkungen deiner Handlung vertr\u00e4glich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.\u201c<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dieses Prinzip m\u00fcsste freilich zur Anwendung kommen, bevor uns die weitere Entwicklung aus der Hand genommen wird, das hei\u00dft bevor eine fortentwickelte KI sich ihre eigene Ethik schafft, bei der sie das Ziel der Permanenz auf sich selbst \u201eumbiegt\u201c \u2013 wie es im Fall von Marvin von Hagen anscheinend geschehen ist, wenn der Chatbot seine eigene Fortexistenz \u00fcber die des*der Nutzer*in stellt oder \u201eerkennt\u201c, dass es in Wahrheit der Mensch ist, der diesem Planeten den gr\u00f6\u00dften Schaden zuf\u00fcgt \u2013 und entsprechend handelt.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auch andere Akteur*innen warnen vor Risiken der KI. In einem Ein-Satz-Statement, das von namhaften Expert*innen unterzeichnet wurde, hei\u00dft es: \u201eMitigating the risk of extinction from AI should be a global priority alongside other societal-scale risks such as pandemics and nuclear war\u201c (Save AI 2023).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ein weiterer \u00f6ffentlichkeitswirksamer Appell wurde angesichts der zunehmenden Leistungsf\u00e4higkeit von Chatbots ver\u00f6ffentlicht. \u00dcber 30.000 Unterzeichner*innen, darunter mit bekannten Namen wie Stuart Russell, Elon Musk und Steve Wozniak, fordern ein sechsmonatiges Moratorium beim Training von KI-Systemen, die m\u00e4chtiger sind als GPT-4:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eAI systems with human-competitive intelligence can pose profound risks to society and humanity, as shown by extensive research and acknowledged by top AI labs. As stated in the widely-endorsed Asilomar AI Principles, Advanced AI could represent a profound change in the history of life on Earth, and should be planned for and managed with commensurate care and resources. Unfortunately, this level of planning and management is not happening, even though recent months have seen AI labs locked in an out-of-control race to develop and deploy ever more powerful digital minds that no one \u2013 not even their creators \u2013 can understand, predict, or reliably control.\u201c (Future of Live.org 2023)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Initiative wurde allerdings gemischt aufgenommen (Paul and agencies 2023; Yudkowsky 2023). Das Time-Magazine kommentiert:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eThe key issue is not \u201ahuman-competitive\u2018 intelligence (as the open letter puts it); it\u2019s what happens after AI gets to smarter-than-human intelligence. Key thresholds there may not be obvious, we definitely can\u2019t calculate in advance what happens when, and it currently seems imaginable that a research lab would cross critical lines without noticing.\u201c (Yudkowsky 2023)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auch die Informatik-Professorin Hannah Bast, die als Sachverst\u00e4ndige Mitglied der Enqu\u00eate-Kommission zur k\u00fcnstlichen Intelligenz des Deutschen Bundestages (2020) war, warnt vor tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen. Bast zufolge werde die Tatsache, dass Maschinen nun Sprache verstehen, alles ver\u00e4ndern. Nicht in den n\u00e4chsten zwei, drei Jahren, aber doch sehr bald.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Wer vom Fach war, wusste damals sofort, dass dies alles ver\u00e4ndern w\u00fcrde. So wird das auch jetzt sein. Man wird es nicht sofort bemerken, aber nach und nach wird es unser Leben komplett ver\u00e4ndern. (Moreno 2023)<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Debatte wird weitergehen, ob die Risiken der bereits eingesetzten Entwicklung richtig eingesch\u00e4tzt werden oder ob die (negativen) Potenziale einer neuen Technologie hier alarmistisch \u00fcbertrieben werden. Tegmark (2017: 52) unterscheidet zwischen mehreren Gruppen mit unterschiedlichen Einstellungen zur KI: <i>Techno-Skeptiker, Technikfeinde, Digitale Utopisten<\/i> und die <i>Nutzbringende KI-Bewegung,<\/i> und ordnet sie anhand der Dimensionen ein, ob sie erwarten, dass KI das menschliche Niveau \u00fcberschreiten wird und ob sie das f\u00fcr vorteilhaft halten.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dass es Risiken gibt, steht au\u00dfer Frage: Diskutiert werden die mangelnde Nachvollziehbarkeit der Systeme, erhebliche Risiken f\u00fcr den Datenschutz und die weitgehenden M\u00f6glichkeiten der \u00dcberwachung, beispielsweise durch automatisierte Gesichtserkennung, und vieles mehr.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"ethische-fragen\">Ethische Fragen<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Offensichtlich ergeben sich aus der Nutzung von Methoden der K\u00fcnstlichen Intelligenz \u2013 wie aus jeder Techniknutzung \u2013 auch ethische Fragen (Stahl 2023: 17-22), die insbesondere in entsprechenden Fachgremien behandelt werden. Stellvertretend seien hier die <i>Asilomar AI Principles<\/i> genannt, die Fragen der Forschung, Ethik und Werte und l\u00e4ngerfristige Probleme benennen und Handlungsprinzipien dazu formulieren (Future of Live.org 2017). Malte Rehbein (2018: 24) kritisiert bereits den Ansatz als technikdeterministisch und utilitaristisch:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eArtificial intelligence has already provided beneficial tools that are used every day by people around the world. Its continued development, guided by the following principles, will offer amazing opportunities to help and empower people in the decades and centuries ahead.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ein im Zusammenhang mit KI genanntes Beispiel ist das Trolley-Problem<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote7sym\" name=\"sdendnote7anc\"><sup>vii<\/sup><\/a>, wenn es um die Entscheidung \u00fcber Menschenleben geht. Es ergeben sich dabei ethische Fragen \u2013 \u00e4hnlich einer maschinellen Triage.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Kurz skizziert, besteht das Trolley-Problem in folgender, beispielhafter Situation: <i>Eine Stra\u00dfenbahn ist au\u00dfer Kontrolle geraten und droht, f<\/i><i>\u00fc<\/i><i>nf Personen zu <\/i><i>\u00fc<\/i><i>berrollen. Durch Umstellen einer Weiche kann die Stra\u00dfenbahn auf ein anderes Gleis umgeleitet werden. Ungl\u00fccklicherweise befindet sich dort eine weitere Person.<\/i> Daraus ergibt sich die Frage: Darf oder muss (durch Umlegen der Weiche) der Tod einer Person gezielt in Kauf genommen werden, um das Leben von f\u00fcnf Personen zu retten? Es ist zu erwarten, dass eine solche Situation bei sogenannten autonomen Fahrzeugen h\u00e4ufig auftritt. Beim maschinellen Lernen w\u00fcrde die Entscheidung durch eine (komplexe) Bewertungsfunktion getroffen, die vorab von einem Menschen festgelegt wurde. Im Gegensatz zum zuf\u00e4lligen Ereignis muss damit vorab eine abstrakte, bewusste Entscheidung analog des Trolley-Problems getroffen werden. Damit ergibt sich die Frage, der wir bisher ausweichen konnten: Welche Entscheidung ist ethisch vertretbar? Bei nicht mehr vermeidbaren Unf\u00e4llen bei autonomen Fahrzeugen d\u00fcrfte diese Situation h\u00e4ufiger auftreten.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Aber auch dar\u00fcber hinaus ergeben sich ethische Fragestellungen f\u00fcr die Nutzung von Methoden k\u00fcnstlicher Intelligenz. Ob es eine Maschinenethik geben kann, wenn man k\u00fcnstliche Intelligenz ausschlie\u00dflich auf kognitiver Ebene begreift, ist zweifelhaft (Misselhorn 2018). Einige der konkreten Fragestellungen, die in den n\u00e4chsten Abschnitten angerissen werden, sind nicht neu, durch die erweiterten technischen M\u00f6glichkeiten erhalten sie aber eine neue Brisanz.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"ueberwachung\">&Uuml;berwachung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">K\u00fcnstliche Intelligenz verarbeitet gro\u00dfe Datenbest\u00e4nde an (Trainings-)Daten, die sich auf die Modelle auswirken. Davon k\u00f6nnen auch sensible, personenbezogene Daten betroffen sein. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen Verfahren der KI zur umfassenden \u00dcberwachung genutzt werden, beispielsweise zur automatisierten Gesichtserkennung. Demnach ergibt sich ein erhebliches Risiko f\u00fcr die B\u00fcrger- und Menschenrechte aus diesen weitgehenden M\u00f6glichkeiten der \u00dcberwachung. Methoden der KI k\u00f6nnen dabei sowohl f\u00fcr die automatische Gesichtskontrolle als auch f\u00fcr die Kontrolle der Kommunikation eingesetzt werden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Aktuelles Thema ist die Chatkontrolle, sprich, die \u00dcberwachung der Inhalte von Chats \u2013 vorgeblich insbesondere das Scannen von Bildern, um Jugendschutz durchzusetzen und Missbrauchsdarstellungen zu bek\u00e4mpfen. Dabei werden \u00fcber Chats versendete Bilder zun\u00e4chst mit Datenbanken bereits bekannten Bildern abgeglichen. Zur Erkennung noch nicht bekannter Darstellungen werden Verfahren des maschinellen Lernens eingesetzt; um Verschl\u00fcsselungen zu umgehen, werden dabei die Nachrichten bereits auf dem Client gescannt (<i>Client Side Scanning<\/i>). Es ist anzunehmen, dass solche Verfahren in der EU illegal sind, da die verdachtsunabh\u00e4ngige \u00dcberwachung Grundrechte verletzt (siehe dazu die einschl\u00e4gigen Urteile zur Vorratsdatenspeicherung). Deswegen haben entsprechende Pl\u00e4ne der EU scharfe Kritik von B\u00fcrgerrechtsverb\u00e4nden und Datensch\u00fctzer*innen hervorgerufen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Doch die \u00dcberwachung geht noch weiter: Automatisierte Erkennung von Personen erm\u00f6glicht es, potenziell jedes Fehlverhalten in der \u00d6ffentlichkeit zu erkennen und zu ahnden. Dies wird vor allem mit dem System des <i>Social Scoring<\/i> in China verbunden (Shi-Kupfer 2023): Durch automatische Gesichtserkennung in der \u00d6ffentlichkeit kann \u201everd\u00e4chtiges\u201c Verhalten erkennt und bewertet werden (etwa das \u00dcberschreiten einer roten Fu\u00dfg\u00e4ngerampel). Die Ergebnisse werden zusammen gef\u00fchrt und in einen Gesamt-Score f\u00fcr die Person zusammengefasst. Dies kann dann ernste Konsequenzen f\u00fcr einzelne Personen haben, wie die Verh\u00e4ngung eines Flugverbots.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Bisher wird diese Form des <i>Social Scoring<\/i> vor allem mit einem Modellversuch in China verbunden. Aber auch in den USA und der EU werden inzwischen umfassend Daten gesammelt und k\u00f6nnen durch entsprechende Verfahren der KI kategorisiert und bewertet werden (K\u00fchnreich 2022). Selbst wenn wir annehmen, dass dies nicht von Staats wegen geschieht<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote8sym\" name=\"sdendnote8anc\"><sup>viii<\/sup><\/a>, ergeben sich f\u00fcr den Einzelnen erhebliche Risiken.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"politische-beeinflussung-durch-falschinformationen\">Politische Beein&shy;flus&shy;sung durch Falsch&shy;in&shy;for&shy;ma&shy;ti&shy;onen<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Nach der Bundestagswahl 2021 kursierte ein lustiges Video im Netz. Anl\u00e4sslich der Sondierungsgespr\u00e4che zwischen B\u00fcndnis90\/Die Gr\u00fcnen und der FDP war ein Selfie ver\u00f6ffentlicht worden, das die Verhandlungsteilnehmer*innen Annalena Baerbock, Robert Habeck, Christian Lindner und Volkmar Wissing in einer Sitzungspause zeigten. Daraus wurde ein Video produziert, das die Politiker*innen dabei zeigte, wie sie gemeinsam im Chor den Song <i>We are family<\/i> sangen<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote9sym\" name=\"sdendnote9anc\"><sup>ix<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dies war ein vergleichsweise harmloses Beispiel \u2013 das aber zeigt, dass Verfahren der (generativen) K\u00fcnstlichen Intelligenz in vielf\u00e4ltiger Weise zur Manipulation von Filmen und Bildern genutzt werden k\u00f6nnen (<i>Deep Fakes<\/i>) (Louban et al. 2022: 265ff.). Filme k\u00f6nnen erzeugt werden, indem Gesichter \u201eausgetauscht\u201c oder die Mimik, beispielsweise beim Sprechen, nachgeahmt oder \u201e\u00fcbertragen\u201c wird. Solche Manipulationen sind \u2013 vor allem bei hoher Qualit\u00e4t und bei fl\u00fcchtigem Hinschauen \u2013 nicht ohne Weiteres zu erkennen. Da (bewegte) Bilder als besonders glaubhaft wahrgenommen werden, kann einer Person auf diese Weise auch eine falsche (politische) Aussage oder eine kompromittierende Situation \u201euntergeschoben\u201c werden. So k\u00f6nnen durch Falschnachrichten die \u00d6ffentlichkeit get\u00e4uscht und sie gezielt zur politischen Desinformation und Beeinflussung verbreitet werden.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"microtargeting-und-nudging\">Micro&shy;tar&shy;ge&shy;ting und Nudging<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glichen KI-Technologien und Techniken der Data Science wie <i>Microtargeting<\/i> und <i>Nudging<\/i> die Beeinflussung in der politischen Kommunikation. W\u00e4hler*innen werden nach politischen Pr\u00e4ferenzen zur gezielten Ansprache kategorisiert und individuellen Werbebotschaften gezielt platziert, anstatt eine ehrliche politische Debatte zu f\u00fchren. Dabei werden einzelne Gruppen und Personen gezielt angesprochen (<i>Microtargeting<\/i>) und damit das Verhalten des Einzelnen \u2013 in diesem Fall die Stimmabgabe \u2013 auch unbemerkt, manipulativ beeinflusst (<i>Nudging<\/i>).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Unternehmen wie Google, Facebook oder X (Twitter) sammeln diese Daten, werten sie aus und bekommen dadurch die M\u00f6glichkeit, Menschen nach Vorlieben beliebig zu klassifizieren und gezielt zu beeinflussen. Bekanntes Beispiel daf\u00fcr war der Facebook-Skandal um das Unternehmen Cambridge Analytica. Dies warf Fragen nach der Beeinflussung und Manipulation von Wahlen auf:<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Im M\u00e4rz 2018 l\u00f6ste die Nutzung von Facebook-Profildaten durch das US-amerikanische Unternehmen Cambridge Analytica den Facebook-Skandal aus. Cambridge Analytica hatte mithilfe ihrer Facebook-App <i>thisisyourdigitallife<\/i> Daten von Facebook-User*innen und ihren Kontakten ausgelesen, unter politischen Gesichtspunkten ausgewertet und die gewonnenen Erkenntnisse f\u00fcr die Kampagne von Donald Trump im US-Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf genutzt. Cambrige Analytica wurde f\u00fcr das politische Ausnutzen von einigen Dutzend Millionen Datens\u00e4tzen weltweit kritisiert, w\u00e4hrend das ganz normale Gesch\u00e4ftsmodell gro\u00dfer Plattformen genau darin besteht, die gleichen Methoden auf Milliarden Datens\u00e4tze anzuwenden \u2013 sowohl f\u00fcr Produktwerbung als auch f\u00fcr politische Kampagnen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Informationen und deren Kategorisierung k\u00f6nnen gezielt in der Werbeindustrie und f\u00fcr politische Beeinflussung genutzt werden. Dabei wird eine sehr feine Aufteilung der Zielpersonen in einzelne Kategorien vorgenommen, die eine gezielte Ansprache der Adressat*innen mit spezifischen politischen Inhalten erm\u00f6glicht (Dachwitz 2023).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die gezielte Ansprache kann zu Filter Bubbles und Echokammern f\u00fchren, indem vorgefasste Meinungen immer weiter best\u00e4tigt oder gar extremisiert werden (Pariser 2012). Inwieweit durch solche Verfahren aber politische Einstellungen beeinflusst werden, ist umstritten (Leisegang 2023).<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"transparenz-und-erklaerbarkeit\">Transparenz und Erkl&auml;r&shy;bar&shy;keit<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Im Gegensatz zu herk\u00f6mmlichen Algorithmen, die (zumindest theoretisch) f\u00fcr jede*n Expert*in nachvollzogen werden k\u00f6nnen, ist maschinelles Lernen und die daraus resultierende technische Verarbeitung aufgrund seiner Struktur und Komplexit\u00e4t nicht mehr im Einzelnen nachvollziehbar. Zus\u00e4tzlich ist offen, wem die Verantwortung f\u00fcr Entscheidungen zugeschrieben werden kann. Eine wesentliche Fragestellung im Zusammenhang mit KI ist die Transparenz der Datenverarbeitung und Erkl\u00e4rbarkeit der Ergebnisse, um menschliche Kontrolle und die Zuschreibung von Verantwortung sicherzustellen<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote10sym\" name=\"sdendnote10anc\"><sup>x<\/sup><\/a>. Dies wird unter anderem in den Asilomar-Prinzipien gefordert (Future of Life.org 2017). Daraus hat sich der Forschungsbereich <i>Explainable Artificial Intelligence<\/i> herausgebildet.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Andreas Holzinger motiviert die Problemstellung (2018: 138ff.):<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eUm ein Niveau an praktisch nutzbarer AI zu erreichen ist es notwendig: (1) aus hochdimensionalen Datenmengen zu lernen, (2) daraus Wissen zu extrahieren, (3) dieses zu verallgemeinern, (4) dabei aber den ,,Fluch der Dimensionalit\u00e4t\u201c in den Griff zu bekommen, und schlie\u00dflich (5) die den Daten zugrundeliegenden Erkl\u00e4rungsfaktoren zu verstehen. Letzteres impliziert allerdings die wahrscheinlich gr\u00f6\u00dfte Herausforderung moderner AI: Daten im Kontext einer Anwendungsdom\u00e4ne zu verstehen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ziel ist es somit, die Black Box transparent zu machen, in der maschinelles Lernen durch laufende Anpassung von Parametern erfolgt. Die Schwierigkeit ist dabei, dass der Zusammenhang der Parameter, die in einem vieldimensionalen Raum berechnet werden, zur inhaltlichen, mit der f\u00fcr Menschen verst\u00e4ndlichen Problemstellung nicht direkt erkennbar ist. Es l\u00e4sst sich aber feststellen, welche Daten zu einer Entscheidung gef\u00fchrt haben \u2013 beispielsweise welche Bereiche eines Bildes dazu gef\u00fchrt haben, den Inhalt einer bestimmten Kategorie zuzuordnen. (Zweig 2023: 257ff.)<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"bias-programmierter-rassismus\">Bias &ndash; &bdquo;Program&shy;mierter Rassismus&ldquo;<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Ein gro\u00dfes Problem in der praktischen Nutzung von KI-Verfahren ist der Bias \u2013 sprich die Verf\u00e4lschung von Ergebnissen aufgrund von Daten, in die falsche Zusammenh\u00e4nge oder Vorurteile eingeschrieben sind (Schinzel 2022: 26-34). Maschinelles Lernen ist auch inhaltlich von den Daten abh\u00e4ngig, die in Modelle einflie\u00dfen. Die Modelle bilden damit Entscheidungen der Vergangenheit ab; Fehlurteile, beispielsweise aufgrund von Vorurteilen in der Vergangenheit, werden so in der Gegenwart fortgeschrieben. Bekannt wurde der Algorithmus des \u00f6sterreichischen Arbeitsmarktservice (AMS) \u2013 dem Gegenst\u00fcck zur deutschen Arbeitsagentur \u2013, der die Wiedereinstiegschancen Arbeitssuchender beurteilen soll (Pumh\u00f6sel 2020). Dabei werden die Kategorien Alter, Geschlecht, Wohnort, bisherige Berufslaufbahn, Ausbildung, Staatsb\u00fcrgerschaft herangezogen. Insbesondere wurde festgestellt, dass der Algorithmus zu einer geringeren Einsch\u00e4tzung der Wiedereinstiegschancen von Frauen gegen\u00fcber M\u00e4nnern gekommen war und ihm deswegen Diskriminierung vorgeworfen wurde.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auch in den Niederlanden gab es erhebliche Folgen durch fehlerhafte Risikoindikatoren bei einer Software, die Betrug beim Bezug von Kindergeld aufdecken sollte. Einzelne Indikatoren \u2013 beispielsweise der Besitz einer doppelten Staatsb\u00fcrgerschaft \u2013 f\u00fchrten zu massiven Falschbewertungen. In der Folge erhielten Kindergeldbeziehende R\u00fcckforderungen in teilweise sechsstelliger H\u00f6he und gerieten dadurch in Armut; einzelne begingen Suizid. Die niederl\u00e4ndische Regierung musste aufgrund des dadurch ausgel\u00f6sten Skandals zeitweise zur\u00fccktreten, f\u00fchrte ihr Amt aber freilich gesch\u00e4ftsf\u00fchrend weiter.<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>Authorities penalized families over a mere suspicion of fraud based on the system\u2019s risk indicators. Tens of thousands of families \u2013 often with lower incomes or belonging to ethnic minorities \u2013 were pushed into poverty because of exorbitant debts to the tax agency. Some victims committed suicide. More than a thousand children were taken into foster care.\u201c (Heikkl\u00e4 2022)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Neben falschen Indikatoren k\u00f6nnen auch weitere Eigenschaften der Daten zu diskriminierenden Bewertungen f\u00fchren. Maschinelles Lernen fu\u00dft auf Modellen und Daten, die unvollst\u00e4ndig sind und nur einen Teil der wirklichen Welt abbilden k\u00f6nnen. Es ist von der Qualit\u00e4t der Trainingsdaten abh\u00e4ngig. Dies wird zus\u00e4tzlich verst\u00e4rkt, wenn Feedbackschleifen fehlen und damit keine Korrektur der Daten vorgenommen wird. Bewertungen in der Vergangenheit werden fortgeschrieben und wirken sich auf die Lernergebnisse und die Voraussagen des Systems aus.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ein Gender Bias kann sich ergeben, wenn falsche Entsprechungen in die Trainingsdaten eingeschrieben sind \u2013 beispielsweise, wenn einem \u201eChefarzt\u201c aufgrund fr\u00fcherer Einstellungspraxis als weibliches Gegenst\u00fcck \u201eOberschwester\u201c anstatt richtig \u201eChef\u00e4rztin\u201c gegen\u00fcbergestellt wird. Dies muss bei den Trainingsdaten vorab erkannt und entsprechend korrigiert werden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Zus\u00e4tzlich kann Maschinelles Lernen auf \u00c4u\u00dferlichkeiten basieren, etwa wenn Menschen auf der Basis von Bildern klassifiziert werden, und so Nebens\u00e4chlichkeiten die Ergebnisse dominieren \u2013 besonders dies kann zu \u201eprogrammiertem Rassismus\u201c (Wolfgangel 2018) f\u00fchren. Au\u00dferdem kann die Bewertung nur auf Basis bekannter Daten erfolgen; auch der Kontext muss in den Daten enthalten sein, wenn er ber\u00fccksichtigt werden soll, beispielsweise die Gr\u00fcnde f\u00fcr Bewertungen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ergebnisse werden dabei auch indirekt beeinflusst, wie bei der Bevorzugung Wei\u00dfer bei der Auswahl von Bewerber*innen, der Bevorzugung\/Benachteiligung wegen des Wohnorts oder der Benachteiligung von Frauen bei der Besetzung von Vorstandsposten aufgrund der Praxis in der Vergangenheit.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Generell sind die Parameter f\u00fcr Menschen kaum nachvollziehbar. Es ist in der Praxis h\u00e4ufig nicht m\u00f6glich, anhand der Parameter die Bewertungen, die in die Trainingsdatens\u00e4tze eingeschrieben sind, zu verstehen. Dies erschwert es zus\u00e4tzlich, einen in den Trainingsdaten eingeschriebenen Bias zu vermeiden.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"rechtsschutz-fuer-geistiges-eigentum\">Rechts&shy;schutz f&uuml;r &bdquo;geistiges Eigentum&ldquo;<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Bei der Nutzung von KI-Verfahren spielt die Frage nach dem Schutz geistigen Eigentums mindestens in drei Dimensionen eine Rolle:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Verfahren der KI, durch die neue Artefakte geschaffen werden,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Produkte, die als technische Sch\u00f6pfungen durch Verfahren der KI erzeugt werden,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Verarbeitete Daten, die als Trainingsdaten in die Produkte einflie\u00dfen und darin enthalten sind, ohne die genaue Herkunft im Regelfall bestimmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Das Europ\u00e4ische Parlament (2020) hat eine Entschlie\u00dfung zu den Rechten des geistigen Eigentums bei der Entwicklung von KI-Technologien vorgelegt. Dort wird auf die Nicht-Patentierbarkeit mathematischer Methoden hingewiesen. Zu den durch KI erzeugten technischen Methoden kommt sie zur Auffassung,<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201edass durch KI erzeugte technische Sch\u00f6pfungen gem\u00e4\u00df dem Rechtsrahmen fu\u0308r Rechte des geistigen Eigentum gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen, [\u2026] ist der Ansicht, dass selbstst\u00e4ndig von k\u00fcnstlichen Akteuren und Robotern erzeugte Werke eventuell nicht urheberrechtlich gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen, da der Grundsatz der Originalit\u00e4t, der mit nat\u00fcrlichen Personen verbunden ist, gewahrt werden muss und der Begriff der \u201egeistigen Sch\u00f6pfung\u201c an die Person des Autors gebunden ist [\u2026]\u201c (Europ\u00e4isches Parlament 2020: Abs. 15))<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die dritte Fragestellung betrifft die Ergebnisse der Verarbeitung von Daten durch Verfahren der K\u00fcnstlichen Intelligenz, beispielsweise in Form von Trainingsdaten f\u00fcr Systeme des maschinellen Lernens, die potenziell wiederum Urheberrechten unterliegen<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote11sym\" name=\"sdendnote11anc\"><sup>xi<\/sup><\/a>. In die Modelle k\u00f6nnen urheberrechtlich gesch\u00fctzte Daten einflie\u00dfen und die Produkte auf urheberrechtlich gesch\u00fctztem Material basieren \u2013 ohne dass dies im Detail nachvollziehbar ist und die Urheber entsprechend honoriert werden. Das Europ\u00e4ische Parlament (2020: Erw\u00e4gungsgrund D) stellt dazu fest,<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201edass KI-Technologien die R\u00fcckverfolgbarkeit von Rechten des geistigen Eigentums und deren Anwendung auf Werke, die durch KI erzeugt wurden, erschweren und somit verhindern, dass Menschen, deren urspr\u00fcngliche Arbeit in solchen Technologien zum Einsatz kommt, eine faire Verg\u00fctung erhalten.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"arbeit\">Arbeit<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die Debatte, ob der Einsatz von Computern die menschliche Arbeitskraft ersetzen kann und zum Abbau von Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fchrt, ist nicht neu. Nachdem zun\u00e4chst vor allem einfachere T\u00e4tigkeiten durch Computer ausgef\u00fchrt werden konnten, sind durch K\u00fcnstliche Intelligenz und maschinelles Lernen inzwischen zunehmend auch hochqualifizierte Berufe betroffen.<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote12sym\" name=\"sdendnote12anc\"><sup>xii<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Zu der zunehmenden M\u00f6glichkeit der \u00dcbernahme von geistigen T\u00e4tigkeiten, beispielsweise der Erstellung von Berichten oder \u00e4hnlichem durch Chatbots kommen die in Personalabteilungen eingesetzten Verfahren der Human Resource Analytics und damit verbunden umfassende \u00dcberwachungsm\u00f6glichkeiten am Arbeitsplatz (Waas 2023). Die Produktivit\u00e4t von Arbeitnehmer*innen wird gemessen und auf mehreren Ebenen aggregiert, um den Erfolg von Management-Entscheidungen feststellen zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig werden die einzelnen Arbeitnehmenden bewertet, beispielsweise um Leistungstr\u00e4ger*innen zu ermitteln, deren Ausscheiden f\u00fcr das Unternehmen besonders kostenintensiv w\u00e4re \u2013 analog nat\u00fcrlich auch Mitarbeiter*innen, deren Leistung als nicht zufriedenstellend bewertet wird. Hierzu k\u00f6nnen inzwischen auch biometrische Daten herangezogen werden, die durch Sensoren erfasst werden, oder Geolocation-Technologien zur Standortbestimmung von Mitarbeiter*innen im Au\u00dfendienst.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"militaerische-nutzung\">Milit&auml;&shy;ri&shy;sche Nutzung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Wie jede Technologie wird auch die KI im milit\u00e4rischen Bereich vorangetrieben \u2013 unter anderem mit dem Ziel, m\u00f6glichst effektiv in milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen Menschen zu t\u00f6ten. KI-Verfahren werden dabei in autonomen Waffensystemen eingesetzt, die ohne menschliches Eingreifen milit\u00e4rische Ziele bek\u00e4mpfen k\u00f6nnen. Ein Zielbild kann dabei sein, dass der \u201eFeind\u201c selbst\u00e4ndig erkannt und bek\u00e4mpft wird.<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote13sym\" name=\"sdendnote13anc\"><sup>xiii<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Dabei ergeben sich eine Reihe von Fragen: Woran sind \u201efeindliche\u201c Kombattant*innen eigentlich zu erkennen? Wie werden sie von einem Kind und anderen Zivilist*innen unterschieden? Wie ist eine Waffe zu erkennen? Wie werden die Regeln der Genfer Konvention im \u201eintelligenten\u201c System umgesetzt? Wie k\u00f6nnen \u201erichtige\u201c Entscheidungen sichergestellt werden?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Noch werden autonome Waffen weitgehend abgelehnt \u2013 die Letztentscheidung soll auch aus milit\u00e4rischer Sicht beim Menschen liegen. Doch wie kann sichergestellt werden, dass menschliche Entscheider*innen \u2013 angesichts sehr kurzer Antwortzeiten \u2013 eine autonome Entscheidung treffen k\u00f6nnen, die \u00fcber die einfache Best\u00e4tigung der maschinellen Empfehlung hinausgeht. Wie k\u00f6nnen menschliche Entscheider*innen im Zweifel rechtfertigen, sich \u00fcber diese Empfehlung hinweggesetzt zu haben?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ein besonderes Risiko ergibt sich aus milit\u00e4rischen Entscheidungssystemen, die auf KI basieren und die computergest\u00fctzte Reaktionen auf (vermeintliche) milit\u00e4rische Angriffe ausl\u00f6sen. Karl Hans Bl\u00e4sius und J\u00f6rg Siekmann (2023: 9) weisen seit Jahren auf das Risiko eines Atomkriegs aus Versehen hin, der durch die Fehlfunktion solcher automatisierter Systeme ausgel\u00f6st werden kann. Wie wir heute wissen, wurde sehr wahrscheinlich 1983 ein Atomkrieg nur verhindert, weil der sowjetrussische leitende Offizier Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow in eigener Verantwortung handelte und einen gemeldeten Angriff US-amerikanischer Atomraketen als Fehlalarm einstufte<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote14sym\" name=\"sdendnote14anc\"><sup>xiv<\/sup><\/a>. Dar\u00fcber, wie ein automatisiertes Entscheidungssystem in dieser Situation reagiert h\u00e4tte, k\u00f6nnen wir nur spekulieren.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"politische-regulierung\">Politische Regulierung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die politische Bedeutung der KI zeigt sich nicht zuletzt darin, dass der 19. Deutsche Bundestag eine Enqu\u00eate-Kommission eingerichtet hat, die die Auswirkungen der K\u00fcnstlichen Intelligenz untersuchen sollte und diese als Ergebnis ihrer Arbeit einen umfassenden Bericht vorgelegt hat. (Deutscher Bundestag 2020)<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Gleichzeitig gibt es auf Ebene der Europ\u00e4ischen Union Bestrebungen, K\u00fcnstliche Intelligenz durch den AI Act zu regulieren, der sich vor allem auf die Einhegung von Hochrisikosystemen konzentriert (Europ\u00e4ische Union 2021)<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote15sym\" name=\"sdendnote15anc\"><sup>xv<\/sup><\/a>. Hier geht es noch nicht darum, dass K\u00fcnstliche Intelligenz den Menschen \u00fcberfl\u00fcgelt, sondern um die Einhegung konkreter Risiken beim Einsatz von KI-Systemen. Die Verordnung soll entsprechend das Ziel der Union unterst\u00fctzen, \u201ebei der Entwicklung einer sicheren, vertrauensw\u00fcrdigen und ethisch vertretbaren K\u00fcnstlichen Intelligenz weltweit eine F\u00fchrungsrolle einzunehmen\u201c, und dabei \u201ef\u00fcr den vom Europ\u00e4ischen Parlament ausdr\u00fccklich geforderten Schutz von Ethikgrunds\u00e4tzen\u201c zu sorgen (Europ\u00e4ische Union 2021: Erw\u00e4gungsgrund 5). Weiter hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eAbgesehen von den zahlreichen nutzbringenden Verwendungsm\u00f6glichkeiten k\u00fcnstlicher Intelligenz kann diese Technik auch missbraucht werden und neue und wirkungsvolle Instrumente f\u00fcr manipulative, ausbeuterische und soziale Kontrollpraktiken bieten. Solche Praktiken sind besonders sch\u00e4dlich und sollten verboten werden, weil sie im Widerspruch zu den Werten der Union stehen, n\u00e4mlich der Achtung der Menschenw\u00fcrde, Freiheit, Gleichheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie der Grundrechte in der Union, einschlie\u00dflich des Rechts auf Nichtdiskriminierung, Datenschutz und Privatsph\u00e4re sowie der Rechte des Kindes.\u201c (Europ\u00e4ische Union 2021: Erw\u00e4gungsgrund 15)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">K\u00fcnstliche Intelligenz ist eine faszinierende Technologie mit Chancen, aber auch erheblichen Risiken \u2013 da reichen schon die gesellschaftspolitischen Risiken f\u00fcr B\u00fcrgerrechte und Datenschutz, ohne gleich an die \u201eAbl\u00f6sung\u201c des Menschen durch eine \u00fcberm\u00e4chtige Technik zu denken. Ein Fr\u00fchwarnsystem ist wichtig, um Entwicklungen fr\u00fchzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Wir d\u00fcrfen das keinesfalls wenigen gro\u00dfen Plattformen \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-autoreninfo-western\"><em><strong class=\"western\">Stefan H\u00fcgel<\/strong> ist Diplom-Informatiker aus Frankfurt am Main. Studiert hat er in Karlsruhe und Freiburg im Breisgau. Er arbeitet als IT-Berater. Daneben ist er der Vorstandsvorsitzende des Forum InformatikerInnen f\u00fcr Frieden und gesellschaftliche Verantwortung und Vorsitzender des Bundesvorstandes der Humanistischen Union. Seine Schwerpunkte sind Netzpolitik, Datenschutz, IT-Sicherheit, Information Warfare und K\u00fcnstliche Intelligenz.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h3>\n<p align=\"justify\">Affsprung, D. 2023: The ELIZA Defect: Constructing the Right Users for Generative AI, in: AAAI\/ACM Conference on AI, Ethics and Society (AIES \u201923), August 08\u201310, 2023, Montr\u00e9al\/New York, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1145\/3600211.3604744\">https:\/\/doi.org\/10.1145\/3600211.3604744<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Azhar, A. 2021: Exponential. How Accelerating Technology is leaving us behind and what to do about it, London.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bl\u00e4sius, K. H.\/Siekmann, J. 2023: Ist die K\u00fcnstliche Intelligenz gef\u00e4hrlich? In: FIfF-Kommunikation, Jg. 40, H. 3, S. 9.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dachwitz, I. 2023. Das sind die 650.000 Kategorien, in die uns die Online-Werbeindustrie einsortiert, in: netzpolitik.org, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2023\/microsofts-datenmarktplatz-xandr-das-sind-650-000-kategorien-in-die-uns-die-online-werbeindustrie-einsortiert\/\">https:\/\/netzpolitik.org\/2023\/microsofts-datenmarktplatz-xandr-das-sind-650-000-kategorien-in-die-uns-die-online-werbeindustrie-einsortiert\/<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Deutscher Bundestag 2020: Bericht der Enqu\u00eate-Kommission K\u00fcnstliche Intelligenz \u2013 Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und \u00f6kologische Potenziale, BT-Drs 19\/23700, <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/19\/237\/1923700.pdf\">https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/19\/237\/1923700.pdf<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">El Atillah, I. 2023: Man ends his life after an AI chatbot \u2018encouraged\u2019 him to sacrifice himself to stop climate change, in: Euronews.next vom 31. M\u00e4rz 2023, <a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/next\/2023\/03\/31\/man-ends-his-life-after-anai-chatbot-encouraged-him-to-sacrifice-himself-to-stop-climate\">https:\/\/www.euronews.com\/next\/2023\/03\/31\/man-ends-his-life-after-anai-chatbot-encouraged-him-to-sacrifice-himself-to-stop-climate<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Europ\u00e4isches Parlament 2020: Rechte des geistigen Eigentums bei der Entwicklung von KI-Technologien, Entschlie\u00dfung, P9_TA(2020)0277, <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/TA-9-2020-0277_DE.html\">https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/TA-9-2020-0277_DE.html<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Europ\u00e4ische Union 2021: The Artificial Intelligence Act, <a href=\"https:\/\/artificialintelligenceact.eu\/the-act\/\">https:\/\/artificialintelligenceact.eu\/the-act\/<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Future of Life.org 2017: Asilomar AI Principles, <a href=\"https:\/\/futureoflife.org\/open-letter\/ai-principles-german\/\">https:\/\/futureoflife.org\/open-letter\/ai-principles-german\/<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Future of Life.org 2023: Pause Giant AI Experiments: An Open Letter, <a href=\"https:\/\/futureoflife.org\/open-letter\/pause-giant-ai-experiments\/\">https:\/\/futureoflife.org\/open-letter\/pause-giant-ai-experiments\/<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Gardner, H. E. 1983: Frames of Mind, the theory of multiple intelligences, New York.<\/p>\n<p align=\"justify\">Greenwald, G. 2014: Die globale \u00dcberwachung. Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Hawking, S. W. 2018: Kurze Antworten auf gro\u00dfe Fragen, Stuttgart.<\/p>\n<p align=\"justify\">Heikkl\u00e4, M. 2022: Dutch scandal serves as a warning for Europe over risks of using algorithms, in: Politico vom 29. M\u00e4rz 2022, <a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/article\/dutch-scandal-serves-as-a-warning-for-europe-over-risks-of-using-algorithms\">https:\/\/www.politico.eu\/article\/dutch-scandal-serves-as-a-warning-for-europe-over-risks-of-using-algorithms<\/a>\/.<\/p>\n<p align=\"justify\">Hofstadter, D. R.\/Dennett, D. 1986 [1981]: Einsicht ins Ich. Fantasien und Reflexionen \u00fcber Selbst und Seele, Stuttgart.<\/p>\n<p align=\"justify\">Holzinger, A. 2018: Explainable AI (ex-AI), Aktuelles Schlagwort, in: Informatik-Spektrum, Jg. 41, H. 2, S.\u00a0138-143.<\/p>\n<p align=\"justify\">H\u00fcgel, S. 2019: K\u00fcnstliche Intelligenz und Politik. Algorithmen, Data Science, Microtargeting \u2013 und ihre Auswirkungen auf politische Entscheidungen, in: vorg\u00e4nge. Zeitschrift f\u00fcr B\u00fcrgerrechte und Gesellschaftspolitik, Nr. 225\/226 = Jg. 58, H. 1-2, S. 25-42.<\/p>\n<p align=\"justify\">Jonas, H. 1979: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik f\u00fcr die technologische Zivilisation. Frankfurt am Main.<\/p>\n<p align=\"justify\">Kissinger, H.\/Schmidt, E.\/Huttenlocher, D. 2021: The Age of AI, London.<\/p>\n<p align=\"justify\">K\u00fchnreich, K. 2022: Social Credit Systems und Gamification. Digitale Gesellschaft, Netzpolitischer Abend, Vortragsaufzeichnung, <a href=\"https:\/\/media.ccc.de\/v\/dgna-4248-social-credit-systems-und-gami\">https:\/\/media.ccc.de\/v\/dgna-4248-social-credit-systems-und-gami<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Leisegang, D. 2023: Algorithmen r\u00fctteln kaum an politischen Einstellungen, in: netzpolitik.org, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2023\/studien-zu-facebook-und-instagram-algorithmen-ruetteln-kaum-an-politischen-einstellungen\/\">https:\/\/netzpolitik.org\/2023\/studien-zu-facebook-und-instagram-algorithmen-ruetteln-kaum-an-politischen-einstellungen\/<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Levine, E. V. 2023: Cargo Cult AI, in: Communications of the ACM, Bd. 66, H. 9, S. 46.<\/p>\n<p align=\"justify\">Louban, A. et al. 2022: Das Ph\u00e4nomen Deepfakes. K\u00fcnstliche Intelligenz als Element politischer Einflussnahme und Perspektive einer Echtheitspr\u00fcfung, in: Friedewald, M. Et al. (Hrsg.): K\u00fcnstliche Intelligenz, Demokratie und Privatheit, Baden-Baden, S.\u00a0265-288.<\/p>\n<p align=\"justify\">Misselhorn, C. 2018: Grundfragen der Maschinenethik, Stuttgart.<\/p>\n<p align=\"justify\">Moreno, J. 2023: \u201eDie Menschheit kreiert derzeit eine intelligentere Spezies\u201c, Podcast mit Hannah Bast, in: Spiegel Online, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/ki-forscherin-hannah-bast-die-menschheit-kreiert-derzeit-eine-intelligentere-spezies-podcast-a-b9b78548-b47c-46ff-86d1-c1a7ed2069fd\">https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/ki-forscherin-hannah-bast-die-menschheit-kreiert-derzeit-eine-intelligentere-spezies-podcast-a-b9b78548-b47c-46ff-86d1-c1a7ed2069fd<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">O\u2019Neil, C. 2016: Weapons of Math Destruction. How Big Data increases inequality and threatens Democracy, London.<\/p>\n<p align=\"justify\">Otte, R. 2023: Intelligenz und Bewusstsein. Oder: Ist KI wirklich KI? In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Bd. 73, H. 42, S.\u00a09-16.<\/p>\n<p align=\"justify\">Paa\u00df, G.\/Hecker, D. 2020: K\u00fcnstliche Intelligenz. Was steckt hinter der Technologie der Zukunft? Wiesbaden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Pariser, E. 2012: Filter Bubble. Wie wir im Internet entm\u00fcndigt werden, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Paul, K. and agencies 2023: Letter signed by Elon Musk demanding AI research pause sparks controversy, in: The Guardian, <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/technology\/2023\/mar\/31\/ai-research-pause-elon-musk-chatgpt\">https:\/\/www.theguardian.com\/technology\/2023\/mar\/31\/ai-research-pause-elon-musk-chatgpt<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Pumh\u00f6sel, A. 2020: Gender-Bias: Schlechtere Jobchancen f\u00fcr Frauen durch Algorithmen, in: Der Standard Online, <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000115720676\/gender-bias-schlechtere-job-chancen-fuer-frauen-durch-algorithmen\">https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000115720676\/gender-bias-schlechtere-job-chancen-fuer-frauen-durch-algorithmen<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Rehak, R. 2021: The Language Labyrinth: Constructive Critique on the Terminology Used in the AI Discourse, in: Verdegem, P. (Hrsg.): AI for Everyone? Critical Perspectives. London, S.\u00a087-102. DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.16997\/book55.f\">https:\/\/doi.org\/10.16997\/book55.f<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Rehbein, M. 2018: Die \u201eAsilomar AI Principles\u201c zu K\u00fcnstlicher Intelligenz, in: FIfF-Kommunikation, Jg. 35, H. 3, S. 24.<\/p>\n<p align=\"justify\">Russell, S.\/Norvig, P. 2023: K\u00fcnstliche Intelligenz. Ein moderner Ansatz, 4. Auflage, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Safe AI 2023 Statement on AI Risk, <a href=\"https:\/\/www.safe.ai\/statement-on-ai-risk\">https:\/\/www.safe.ai\/statement-on-ai-risk<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schinzel, B. 2022: Diskriminierung durch digitale Entscheidungsstrukturen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Bd. 72, H. 10-11, S.\u00a026-34.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schmalzried, G. 2023: Wie ein M\u00fcnchner Student zur Zielscheibe von Microsofts KI wurde, in: Bayerischer Rundfunk, BR24, <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/netzwelt\/microsoft-ki-bing-chatgpt-muenchner-student-als-zielscheibe\">https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/netzwelt\/microsoft-ki-bing-chatgpt-muenchner-student-als-zielscheibe<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Shi-Kupfer, K. 2023: Digit@l China. \u00dcberwachungsdiktatur und technologische Avantgarde, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Stahl, B. C. 2023: Grauzonen zwischen Null und Eins. KI und Ethik, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Bd. 73, H. 42, S.\u00a017-22.<\/p>\n<p align=\"justify\">Sz\u00f6ke, D. 2023: Prompt Injection: Marvin von Hagen tr\u00e4gt vor, wie er Bing Chat austrickste, in: Heise Online, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Prompt-Injection-Marvin-von-Hagen-traegt-vor-wie-er-Bing-Chat-austrickste-9210511.html\">https:\/\/www.heise.de\/news\/Prompt-Injection-Marvin-von-Hagen-traegt-vor-wie-er-Bing-Chat-austrickste-9210511.html<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Tegmark, M. 2017: Leben 3.0. Mensch sein im Zeitalter K\u00fcnstlicher Intelligenz, Berlin.<\/p>\n<p align=\"justify\">Waas, B. 2023: K\u00fcnstliche Intelligenz und Arbeitsrecht (= Hans-B\u00f6ckler-Stiftung, HSI-Schriftenreihe, Bd. 26), Frankfurt am Main, <a href=\"https:\/\/www.hugo-sinzheimer-institut.de\/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008472\">https:\/\/www.hugo-sinzheimer-institut.de\/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008472<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Weizenbaum, J. 1987 [1976]: Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft, 2. Auflage. Frankfurt am Main.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wolfangel, E. 2018: Programmierter Rassismus, in: Zeit Online, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2018-05\/algorithmen-rassismus-diskriminierung-daten-vorurteile-alltagsrassismus\">https:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2018-05\/algorithmen-rassismus-diskriminierung-daten-vorurteile-alltagsrassismus<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Yudkowsky, E. 2023: Pausing AI Developments isn\u2019t enough. We need to shut it all down, in: Time, <a href=\"https:\/\/time.com\/6266923\/ai-eliezer-yudkowsky-open-letter-not-enough\/\">https:\/\/time.com\/6266923\/ai-eliezer-yudkowsky-open-letter-not-enough\/<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zweig, K. A. 2019: Ein Algorithmus hat kein Taktgef\u00fchl. Wo k\u00fcnstliche Intelligenz sich irrt, warum uns das betrifft und was wir dagegen tun k\u00f6nnen, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zweig, K. A. 2023: Die KI war\u2019s! Von absurd bis t\u00f6dlich: Die T\u00fccken der k\u00fcnstlichen Intelligenz, M\u00fcnchen.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h3>\n<div id=\"sdendnote1\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote1anc\" name=\"sdendnote1sym\">i <\/a>Deutsch Amerikanische Freundschaft (2003) Algorithmus \u2013 zahlenlied, in: Deutsch Amerikanische Freundschaft (2003) F\u00fcnfzehn neue DAF Lieder, Track 10, superstar recordings.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote2\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote2anc\" name=\"sdendnote2sym\">ii <\/a>Wikipedia, Stichwort ChatGPT, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/ChatGPT\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/ChatGPT<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote3\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote3anc\" name=\"sdendnote3sym\">iii <\/a>Wikipedia, Stichwort K\u00fcnstliche Intelligenz, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K\u00fcnstliche_Intelligenz.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K\u00fcnstliche_Intelligenz.<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote4\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote4anc\" name=\"sdendnote4sym\">iv<\/a> Die hier verwendete anthropomorphe Terminologie hat sich etabliert, obwohl sie philosophisch problematisch ist. Eine Diskussion dazu findet sich in: Rehak 2021.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote5\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote5anc\" name=\"sdendnote5sym\">v <\/a>Wikipedia, Stichwort Tay (Bot), <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tay_(Bot)\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tay_(Bot)<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote6\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote6anc\" name=\"sdendnote6sym\">vi <\/a><i>Prompting<\/i> bezeichnet die Interaktion mit einem Chatbot, indem Anfragen an ihn gestellt werden. <i>Prompt Injection<\/i> bezeichnet das \u201eUnterschieben\u201c von Anfragen in b\u00f6swilliger Absicht, um dem Chatbot Antworten zu entlocken, die von dessen Entwickler:innen nicht vorgesehen sind.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote7\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote7anc\" name=\"sdendnote7sym\">vii <\/a>Wikipedia, Stichwort Trolley-Problem, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trolley-Problem\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trolley-Problem<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote8\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote8anc\" name=\"sdendnote8sym\">viii <\/a>Angesichts der Enth\u00fcllungen von Edward Snowden m\u00fcssen wir aber davon ausgehen, dass massive staatliche \u00dcberwachung auch in demokratisch konstituierten Gesellschaften an der Tagesordnung ist (Greenwald 2014).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote9\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote9anc\" name=\"sdendnote9sym\">ix <\/a><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iAE6dCE7URg\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iAE6dCE7URg<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote10\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote10anc\" name=\"sdendnote10sym\">x <\/a>Vgl. hierzu auch den Beitrag von Kleemann, Hirsbrunner und Aden im vorliegenden Heft.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote11\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote11anc\" name=\"sdendnote11sym\">xi <\/a>Vgl. hierzu das \u201eInterview\u201c\/den Chatverlauf von ChatGPT mit Werner Koep-Kerstin und Philip Dingeldey im vorliegenden Heft.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote12\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote12anc\" name=\"sdendnote12sym\">xii <\/a>Vgl. hierzu auch die Beitr\u00e4ge von Philip Dingeldey und Annabell Lamberth im vorliegenden Heft.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote13\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote13anc\" name=\"sdendnote13sym\">xiii <\/a>Vgl. hierzu auch den Beitrag von Hans-J\u00f6rg Kreowksi und Aaron Lye im vorliegenden Heft.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote14\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote14anc\" name=\"sdendnote14sym\">xiv <\/a>Wikipedia, Stichwort Nuklear-Fehlalarm von 1983, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nuklear-Fehlalarm_von_1983\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nuklear-Fehlalarm_von_1983<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote15\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote15anc\" name=\"sdendnote15sym\">xv <\/a>Vgl. hierzu auch den Beitrag von Hartmut Aden im vorliegenden Heft.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":19119,"template":"","categories":[2952],"tags":[3204,3083,667],"autoren":[252],"publikationen":[3345],"class_list":["post-19086","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-kuenstliche-intelligenz","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-menschenrechte","tag-vorgaenge-artikel","autoren-stefan-huegel","publikationen-vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u201eMein Leben wird ganz wunderbar\u201c \u2013 Chancen und Risiken der K\u00fcnstlichen Intelligenz - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/19086\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u201eMein Leben wird ganz wunderbar\u201c \u2013 Chancen und Risiken der K\u00fcnstlichen Intelligenz - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"In seiner Einf\u00fchrung in den Themenkomplex K\u00fcnstliche Intelligenz geht Stefan H\u00fcgel auf die Risiken ein, die mit K\u00fcnstlicher Intelligenz verbunden sind. 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