{"id":19096,"date":"2024-01-22T12:10:07","date_gmt":"2024-01-22T11:10:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=19096"},"modified":"2024-01-24T14:50:50","modified_gmt":"2024-01-24T13:50:50","slug":"das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/","title":{"rendered":"Das Recht auf Faulheit im Lichte K\u00fcnstlicher Intelligenz"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-teaser-western\"><em>Naomi Klein zufolge handelt es sich um einen doppelten Raub, wenn einerseits Digitalfirmen verdeckt f\u00fcr das Training von generativer k\u00fcnstlicher Intelligenz urheberrechtlich gesch\u00fctztes Material verwenden. Und sie andererseits dies mit Narrativen \u00fcberlagern &#8211; von Klein als \u201eHalluzinationen\u201c bezeichnet, die beispielsweise behaupten, uns ein Leben frei von Arbeit mit Zeit f\u00fcr Mu\u00dfe erm\u00f6glichen zu k\u00f6nnen. Philip Dingeldey macht eine Tour d\u2019Horizon zur Rolle von Arbeit von der antiken Polis bis in unsere Zeit. Das Versprechen der Freiheit von Arbeit durch KI-Systeme sei allerdings kein falscher Sozialismus, wie Klein behauptet. Inzwischen existieren verschiedene Modelle unterschiedlicher Reichweite und Radikalit\u00e4t, die zeigen, wie mit einer Automatisierung, die zahlreiche Jobs \u00fcberfl\u00fcssig mache, umzugehen sei: Das reiche vom bedingungslosen Grundeinkommen \u00fcber einen Postkapitalismus bis zum Sozialismus mit unscharfen \u00dcberg\u00e4ngen. Kapitalistische Verh\u00e4ltnisse w\u00fcrden aber durch ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht so eingeschr\u00e4nkt werden k\u00f6nnen, dass die Verbindung von Lohn und Arbeit, von \u00dcberproduktion und dem von Klein beschriebenen Raub beseitigt w\u00fcrden.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"1-einleitung\">1. Einleitung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">In ihrem vielbeachteten Aufsatz <i>Der maskierte Raub<\/i> behauptet Naomi Klein (2023), dass Digitalfirmen f\u00fcr das Training von generativer K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) urheberrechtlich gesch\u00fctztes Material verwenden, was nicht nur ein Raub, sondern vampirisch-ausbeuterisch sei und schlie\u00dflich zu Privatisierung des geistigen Erbes f\u00fchren k\u00f6nne.<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote1sym\" name=\"sdendnote1anc\"><sup>i<\/sup><\/a> Dabei handelt es sich aber nicht um einen offensichtlichen Datendiebstahl. Der Raub werde von diversen Narrativen, die Klein als \u201eHalluzinationen\u201c beschreibt, verdeckt. Solche drogentripartigen \u201eKI-Halluzinationen\u201c seien zum Beispiel, dass die KI uns von Armut und Krankheiten befreien, den Klimawandel besiegen, Einsamkeit beenden und uns ein Leben frei von Arbeit mit viel Zeit f\u00fcr Mu\u00dfe und Kontemplation erm\u00f6glichen werde.<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eEs gibt eine Welt, in der generative KI als machtvolles, prognosef\u00e4higes Forschungswerkzeug und zur Aus\u00fcbung l\u00e4stiger Aufgaben verwendet werden k\u00f6nnte, um der Menschheit, anderen Lebewesen und unserer gemeinsamen Heimat zu nutzen. Aber damit dies geschieht, m\u00fcssen diese Technologien in einer \u00f6konomischen und sozialen Ordnung eingesetzt werden, die sich von unserer wesentlich unterscheidet: Sie m\u00fcsste auf die menschlichen Bed\u00fcrfnisse und den Schutz der planetarischen Systeme, die allen Leben erm\u00f6glichen, ausgerichtet sein\u201c (Klein 2023: 54).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Damit ist Klein nicht einfach nur eine Kritikerin digitaler Errungenschaften, sondern technikneutral: Es kommt darauf an, wer, in welchem sozio\u00f6konomischen (und eigentlich auch politischen) System Techniken wie und wozu einsetzt\/einsetzen darf. Gleichwohl kommt Klein zu dem Schluss, dass in einem oligopolistischen digitalen Kapitalismus die versprochenen L\u00f6sungen sozialer, \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Probleme falsch sind. Vielmehr komme es zu einem routinem\u00e4\u00dfigen Diebstahl im \u00dcberwachungskapitalismus, bedingt durch die einseitige Transparenz zur Informationskontrolle durch Tech-Konzerne (Zuboff 2018; vgl. auch Staab 2019: 229-240). Der digitale \u00dcberwachungskapitalismus werde durch einen Trick erm\u00f6glicht: Silicon Valley dringe mit seinen vermeintlich disruptiven Innovationen in rechtsfreie R\u00e4ume ein und bek\u00e4mpfe jeden Regulierungsversuch. Verz\u00f6gert w\u00fcrden solche Regulierungen sowie ein gesellschaftlich breiter Aufschrei \u2013 etwa gegen die Aushebelung des Datenschutzes durch Google, Meta etc.\u2013 durch philanthropische Versprechen und Heilsgeschichten, was alles m\u00f6glich und besser f\u00fcr alle werde, wenn sich die jeweilige Innovation erst durchsetze. Wenn sich die Gesellschaft erst des Schadens bewusstwerde, ist die Technologie schon so verbreitet, dass eine staatliche Regulierung eines globalen Marktes durch politische Akteur*innen und Gerichte noch weniger erfolgversprechend sei (Klein 2023: 54-56).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Metapher des Kapitalismus als Rauschgift (die \u201eKI-Halluzination\u201c als Trip) ist in der linken Kapitalismuskritik keineswegs neu. Kleins Kritik der Tech-Konzerne haftet beim Gebrauch der Metapher jedoch der Hauch einer Verschw\u00f6rungstheorie an \u2013 Tech-Konzerne nutzten die \u201eKI-Halluzinationen\u201c bewusst, um ihren Raub zu verschleiern \u2013, was nur dadurch relativiert wird, dass sie die Halluzinationen nicht nur den Fans unter denen, die konsumieren und nutzen, sondern auch den Tech-Vorst\u00e4nden zuschreibt (Klein 2023: 53). Gleichwohl macht Klein einen interessanten Punkt, der ihre Diagnose in Beziehung zu insbesondere einer der von ihr behandelten \u201eHalluzinationen\u201c betrifft: dass die KI uns von sinnloser oder l\u00e4stiger Arbeit befreien wird. Klein stellt klar, dass das Versprechen der Befreiung von Arbeit durch technische Entwicklungen ein \u201efalscher Sozialismus\u201c sei, und wir dann eigentlich \u00fcber einen echten Sozialismus diskutieren m\u00fcssten, w\u00e4hrend die generative KI aber den arbeits- und profitbasierten Kapitalismus st\u00e4rke. \u201eWir leben vielmehr unter kapitalistischen Bedingungen, und deshalb werden die arbeitenden Menschen nicht pl\u00f6tzlich frei, Philosophen und K\u00fcnstler zu werden, wenn der Markt mit Technologien geflutet wird, die ihre Aufgaben \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Tats\u00e4chlich werden diese Menschen vor dem Abgrund stehen\u201c (Klein 2023: 61). In der Tat ist auch Kleins Feststellung des Datendiebstahls, der zur Privatisierung des geistigen Erbes f\u00fchrt, keineswegs neu. Andere Autor*innen wie Timo Daum (2019: 318-320) bemerken, dass es eine digitale Industrie gibt, die einen vergesellschaftlichten <i>general intellect<\/i> als propriet\u00e4ren Service gewinnbringend anbietet.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Wenn weder die Feststellung des Raubes noch der Halluzination neu ist, warum sind Kleins Thesen dann beachtenswert? Weil sie in der Synthese einen Dualismus \u2013 wenn auch nicht systematisch ausgearbeitet \u2013 der Arbeit markiert: Einerseits berauben Tech-Konzerne Menschen um ihre Arbeitsleistung, ihre Kreationen, andererseits versprechen dieselben Konzerne eine Freiheit von Arbeit \u2013 ob es sich dabei um eine bewusste L\u00fcge oder einen gesamtgesellschaftlichen ideologischen Verblendungszusammenhang handelt, sei dahingestellt. Im Kapitalismus ist die Freiheit von Arbeit aber kein Versprechen, sondern eine Drohung: die Drohung des Raubes des Menschenrechts auf Arbeit. Aus dem maskierten Raub \u2013 so kann man Klein weiterdenken \u2013 wird ein doppelter Raub. Der eine Teil dieses Dualismus (der Raub von menschlich geschaffenen Werken) ist eher jung; der andere Part (die Freiheit von Arbeit oder das Recht auf Faulheit) ist dagegen alt. Das historische Bestreben, die menschliche Arbeit zu \u00fcberwinden, ist nicht an digitalen Fortschritt gekoppelt. Diese technizistische oder utopische Debatte um Freiheit von Arbeit durch KI-Systeme ist im Anbetracht der Historie der Sozialtheorie in vielerlei Hinsicht eine Scheindebatte.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Daher sollen im Folgenden die wichtigsten kapitalismuskritischen Ideen zur Freiheit von Arbeit im Groben nachgezeichnet werden, um zu zeigen, inwiefern diese losgel\u00f6st von oder verbunden mit einer KI oder anderen technologischen Entwicklungen sind, um sie danach in die geschilderte Dualit\u00e4t einzuordnen.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"2-vormoderne\">2. Vormoderne<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Doch zun\u00e4chst sind ein paar Bemerkungen zum Streben einer Befreiung von Arbeit generell n\u00f6tig. Denn es gibt eine jahrhundertealte Tradition, Arbeit und Erwerbst\u00e4tigkeit nicht als Ethos, Menschenrecht oder Freiheit zu betrachten, sondern als Sklaverei und Unterdr\u00fcckung. Auch wenn es manchen bizarr erscheinen mag: Die Freiheit von Arbeit galt vielen Sozialtheoretiker*innen und Philosoph*innen als eine (negative) Freiheitsform. Mit verschiedenen Konzepten wurden seit der Antike Arbeit und Freiheit voneinander getrennt. Formen der Mu\u00dfe, der Freizeit, des Denkens und Philosophierens sowie der Politik galten als Gegenteile der Arbeitszeit und -kraft. Diese pejorative Verwendung des Begriffs <i>Arbeit<\/i> zeigt sich schon etymologisch. Das lateinische Wort <i>tripalium<\/i> bezeichnet ein Folterinstrument. Das dazugeh\u00f6rige Verb <i>tripalare<\/i> bedeutet <i>qu\u00e4len<\/i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote2sym\" name=\"sdendnote2anc\"><sup>ii<\/sup><\/a>. Der Formulierung vom \u201eJoch der Arbeit\u201c ist dem Zustand der Folter und der Sklaverei entlehnt. Kurz gesagt: Die Kritik der Arbeit und das Pochen auf Zeit abseits der Arbeit hat begriffsgeschichtliche Tradition.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Schon im klassischen Griechenland war der Arbeitsbegriff negativ konnotiert. Die Arbeit, damals vor allem k\u00f6rperlich bedingt, wurde vor allem auf Frauen, Sklaven und Nichtwohlhabende bezogen. Der M\u00fc\u00dfiggang wurde dagegen vor allem dem Adel zugeschrieben. M\u00fc\u00dfiggang wurde als frei kategorisiert, und Arbeit klassifizierte Aristoteles als Zwang. Nur derjenige, der frei von Zw\u00e4ngen ist, kann auch seine Freiheit ausleben (Arist. Pol. 1253 b 1-1254 a 18). Viele athenische Philosophen kamen zum Ergebnis, dass k\u00f6rperliche Arbeit Zeit und Kraft raube und unfrei mache, da man weder zwischenmenschliche Beziehungen pflegen noch am Gemeinwesen partizipieren k\u00f6nne. Dennoch wurde die Arbeit als Notwendigkeit akzeptiert. Durch harte Arbeit l\u00e4sst sich die Existenz sichern und eventuell Armut \u00fcberwinden, so der attisch-demokratische Politiker Perikles. Auch im republikanischen Rom sah es \u00e4hnlich aus. Zwar galt die Landwirtschaft als elementar wichtig, aber dennoch meinte Cicero, dass zumindest das Handwerk schmutzig und eine Werkstatt unedel sei. (Berthold\/Oschmiansky 2020)<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Diese Verurteilung der Arbeit als unfrei und unedel, als niedrige Tunsform, trotz ihrer Akzeptanz als notwendiges \u00dcbel f\u00fcr den Nichtadel, hat als Basis eine klare Differenzierung von zwei menschlichen Daseinsformen, die wir am klarsten bei Aristoteles (Arist. Pol. 1252 a 1-1253 b 23) formuliert finden: die Trennung der Sph\u00e4ren <i>polis<\/i> und <i>oikos<\/i>. Letzterer ist der Privathaushalt. Er ist eine vorpolitische Sph\u00e4re. Hier geht es um \u00f6konomische Fragen, um den Selbsterhalt und das \u00dcberleben der Familie. Es geht um die Befreiung von Not und die Befriedigung von Grundbed\u00fcrfnissen. Im Privaten offenbaren sich dabei \u00f6konomische und soziale Ungleichheiten. Der <i>oikos<\/i> ist somit die Sph\u00e4re der Hierarchie, Ungleichheit und Unfreiheit, denn hier werden Notwendigkeiten getan, Mangelbed\u00fcrfnisse befriedigt und Zw\u00e4nge durch Arbeit erf\u00fcllt. Die Arbeit wird daher konzeptuell assoziiert mit Zwang, Unfreiheit, Not und Sklaverei. Denn Sklav*innen blieben stets im <i>oikos<\/i> und dem Arbeitszwang f\u00fcr einen anderen verhaftet. Die <i>polis<\/i> wiederum ist die Sph\u00e4re, in die der Mensch (oder im attischen Fall: der Mann) treten kann, wenn die privaten Zw\u00e4nge und N\u00f6te \u00fcberwunden werden. (Meier 1983) Die <i>polis<\/i> ist damit das Gegenteil der \u00f6konomischen Basis. Hier agiert derjenige, der sich vom <i>oikos<\/i> befreien kann, als Freier und Gleicher und partizipiert am Gemeinwesen. Solange er noch vom <i>oikos<\/i> unterdr\u00fcckt wird, kann er f\u00fcr Aristoteles nicht legitim in die Sph\u00e4re der Freiheit gelangen und kann auch nicht \u00f6ffentlich wirken, da er ansonsten nicht das Gemeinwesen im Kopf haben kann, sondern nur sein \u00dcberleben. (Dingeldey 2022: 43f.\/54) Arbeit ist also f\u00fcr die griechischen Klassiker das Gegenteil von Politik, Freiheit, Gleichheit und Gemeinschaftlichkeit.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Das klassische Griechenland war also keinesfalls daf\u00fcr, Arbeit abzuschaffen. Dennoch ist Aristoteles\u2018 Theorie materialistisch, insofern er eine materielle Basis (<i>oikos<\/i>) annimmt, die befriedigt sein muss, um frei und gleich in der <i>polis<\/i> zu sein. \u00c4hnlich unterteilt dies Hannah Arendt (2011). Von John Locke \u00fcbernimmt sie die Unterteilung von <i>Arbeiten<\/i> und <i>Herstellen<\/i>. Beide sind im <i>oikos<\/i> anzusiedeln und entsprechen der Bed\u00fcrfnisbefriedigung und dem \u00dcberleben durch Produktion und Reproduktion. Zusammen mit dem <i>Handeln<\/i> ergeben diese drei f\u00fcr sie die <i>Vita activa<\/i>. Handeln ist dabei politisch, das gemeinsame Reden im Politischen, um das Gemeinwesen frei zu formen. Doch dar\u00fcber hinaus existiere die von Philosophen pr\u00e4ferierte <i>Vita contemplativa<\/i>. Diese bedeutet entweder Kunst oder aber Philosophieren. Politik, Kunst und Philosophie sind also Daseinsformen, die sich als das freiheitliche Gegenteil von Arbeit definieren.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"3-moderne\">3. Moderne<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Das typische Problem, das Arendt mit ihrer neoklassischen Kategorisierung aufweist, ist, dass das \u00d6konomische (als Soziales) immer weiter in das Gemeinwesen vordringt und die \u00d6ffentlichkeit inzwischen dominiert. W\u00e4hrend in der Antike die Arbeit zwar das Leben der Gesellschaft in der Basis bestimmt, aber als unfreiheitlich abgestempelt wird, hofft Arendt dar\u00fcber hinaus auf eine nur vage angedeutete Befreiung der Menschheit von Arbeit durch Technisierung \u2013 gemeint ist wohl Automatisierung (Arendt 2015: 35-79). Dass dementsprechend das Wirtschaftssystem ge\u00e4ndert werden muss (und wie) beleuchtet sie aber nicht mehr.<\/p>\n<h4><span id=\"31-der-sozialismus-im-21-jahrhundert\">3.1 Der Sozialismus im 21. Jahrhundert<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die Sozialist*innen des 19. Jahrhunderts jedenfalls akzeptieren noch das Credo der Arbeit. 1848 erkl\u00e4rte Frankreich etwa das Recht auf Arbeit. In der Tat galt das Recht auf Arbeit als revolution\u00e4re Errungenschaft der Emanzipation. Nicht umsonst hat der liberale Alexis de Tocqueville (2006: 192-203) an der Behauptung des Rechts auf Arbeit kritisiert, dass w\u00fcrde ultimativ dazu f\u00fchren w\u00fcrde, dass der Staat zum Arbeitgeber w\u00fcrde, was wiederum sozialistisch sei. Sozialismus und Recht auf Faulheit sind \u2013 das musste Klein etwas verk\u00fcrzen \u2013 nicht per se identisch.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Anders als antike Philosophen will Karl Marx eine Befreiung f\u00fcr alle Menschen. Dabei sind Arbeit und Arbeitszeit im Industriekapitalismus die Quelle von Reichtum, der proletarische Mensch ist sklavisch eine Ressource. Die Arbeit m\u00fcsse aufh\u00f6ren, die Quelle des privaten Reichtums zu sein, und die Arbeitszeit d\u00fcrfe nicht mehr der Tauschwert der Produktion sein. Marx deduziert 1845\/46 gar aus seiner Geschichtsauffassung, \u201eda\u00df in allen bisherigen Revolutionen die <i>Art<\/i> der T\u00e4tigkeit stets unangetastet blieb [\u2026], w\u00e4hrend die kommunistische Revolution sich gegen die bisherige Art der T\u00e4tigkeit richtet, die Arbeit beseitigt und die Herrschaft aller Klassen mit den Klassen selbst aufhebt\u201c (Marx\/Engels 1958: 69f.). Mit dem Ende der Arbeit folge das Ende des Privateigentums und des Klassenkampfes.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Diese kapitalismuskritische Kritik der Arbeit ist aber am pointiertesten von Paul Lafargue formuliert worden, der in seinem 1880 erschienenen Buch ein <i>Recht auf Faulheit<\/i> verlangt. Sein Ausgangspunkt sind Arbeitszeiten von 12 bis 14 Stunden pro Tag und Zwangsarbeit. Dementsprechend sei das Recht auf Arbeit bei dieser Ausbeutung schandhaft. \u201eMan sagt, dass unsere Epoche das Jahrhundert der Arbeit sei; in Wirklichkeit ist es das Jahrhundert des Leids, des Elends und des Verfalls\u201c (Lafargue 2018: 18). Im Sinne der klassischen Philosophie verk\u00fcndet er: \u201eSobald sie Fabrikarbeit einf\u00fchren, hei\u00dft es ,Lebewohl\u2018 Freude, Gesundheit und Freiheit, ,Lebewohl\u2018 alles, was das Leben sch\u00f6n und lebenswert macht.\u201c (Lafargue 2018: 22) Die Arbeit wird \u2013 wie bei den Klassikern und Marx \u2013 mit Unterdr\u00fcckung, Elend und Sklaverei als das Gegenteil von Freiheit und Mu\u00dfe betrachtet.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Lafargue (2018: 24) stellt den Produktionsverlauf m\u00f6glichst absurd dar \u2013 und damit auch die Lohnarbeit. Die Massen an Arbeitsleistung w\u00fcrden zu \u00dcberproduktion f\u00fchren, ohne dass es entsprechende K\u00e4ufer*innen gebe. Die Konsequenz des Ungleichgewichts von Angebot und Nachfrage ist das Schlie\u00dfen von Fabriken. Arbeitslose m\u00fcssen sich nun um eine neue Anstellung bem\u00fchen. Anstatt die \u00fcberfl\u00fcssig gewordene Arbeit sein lassen zu k\u00f6nnen und die Mu\u00dfe zu genie\u00dfen, muss das Proletariat wegen der Lohnabh\u00e4ngigkeit um das \u00dcberleben k\u00e4mpfen und sieht die Anstellung als Rettung seiner Existenz. Die \u00dcberproduktion verursache so allgemeinen Bankrott. Dem Kapitalist w\u00fcrden kurzzeitig Darlehen helfen, danach werden im Imperialismus neue Absatzm\u00e4rkte gesucht und erobert. Haben sie dadurch einen \u00dcberschuss an Waren und Geld, exportieren sie die Arbeit und erschlie\u00dfen neue Bereiche und Sektoren. Ein erster Schritt dagegen m\u00fcsse keine technische Errungenschaft, sondern die Ideologiekritik sein. Dann k\u00f6nne das Proletariat das Recht auf Faulheit proklamieren. Hierzu hat der Autor eine konkrete Forderung: Die maximale Arbeitszeit d\u00fcrfe drei Stunden pro Tag betragen, und der Lohn m\u00fcsste hoch genug sein, dass man davon leben kann, da es mehr an Arbeitskraft nicht brauche. Den Rest des Tages d\u00fcrfe der Mensch faulenzen und feiern.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Aber anstatt mit dem industriellen Fortschritt die Arbeitszeit zu reduzieren und die Erholungszeit zu erh\u00f6hen, w\u00fcrde die Arbeit verdoppelt werden, als ob die Arbeiterschaft in Konkurrenz mit der Maschine trete. Die sklavische Arbeit habe \u201eunsere K\u00f6rper geschw\u00e4cht und unseren Geist kleingemacht\u201c (Lafargue 2018: 33), denn mit ihr gehe nicht nur Ausbeutung einher, sondern auch die Gehirnw\u00e4sche und ein Kulturverfall, der den Genuss verbietet und dauernden, enthaltsamen Flei\u00df verlangt. Die proletarische Bewegung h\u00e4tte im Zuge dieser Gehirnw\u00e4sche zwar die Bourgeoisie daf\u00fcr bek\u00e4mpft, dass sie ihr Geld und somit die Arbeiterschaft f\u00fcr sich arbeiten lassen und faul sein kann. Damit aber \u00fcbernahmen sie das Narrativ der Arbeit, dass nur derjenige, der arbeitet, essen solle. Anstatt die Freiheit zur Faulheit f\u00fcr alle zu fordern, sei die Forderung gewesen, dass auch der Kapitalist arbeiten solle. Die kapitalistische Reaktion sei Repression und Polizeischutz. Dies verursache zwei Extreme: einerseits sich durch \u00dcberarbeitung get\u00f6tet zu werden oder enthaltsam zu vegetieren, andererseits neue Begierden k\u00fcnstlich zu schaffen, damit der Mensch die Unmengen an Waren konsumiert. Viele Arbeiten w\u00fcrden unn\u00f6tig werden, wenn man die kapitalistischen Verh\u00e4ltnisse beseitige. Das gesamte Milit\u00e4r und der starke Export w\u00e4ren unn\u00f6tig. Stattdessen k\u00f6nnte das Volk mehr auf seine Gesundheit achten. Breche man den Konsumismus, so m\u00fcsste man nicht mehr unnat\u00fcrlich viel konsumieren.<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eUm Arbeit f\u00fcr alle Nichtsnutze der gegenw\u00e4rtigen Gesellschaft zu finden und die Weiterentwicklung der industriellen Werkzeuge auf unbestimmte Zeit zu f\u00f6rdern, wird die Arbeiterklasse, wie die Bourgeoisie, ihrer Vorliebe f\u00fcr Enthaltsamkeit Gewalt antun und ihre Konsumf\u00e4higkeit auf unbegrenzte Zeit ausbauen m\u00fcssen\u201c (Lafargue 2018: 47).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dagegen sieht Lafargue, wenn man Arbeit und Konsumismus \u00fcberkommen k\u00f6nnte, enorme pazifizierende M\u00f6glichkeiten. Denn ein Teil der Bourgeoisie w\u00fcrde sich dem Volk anschlie\u00dfen, wenn sie vom \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Konsum befreit werden w\u00fcrden. Au\u00dferdem diene die Faulheit einem neuen kulturellen H\u00f6hepunkt: \u201eIm System der Faulheit wird es, um die Zeit totzuschlagen, die uns Sekunde um Sekunde t\u00f6tet, dauernd Auff\u00fchrungen und Theatervorstellungen geben. Das ist eine Arbeit f\u00fcr unsere bourgeoisen Gesetzgeber\u201c (Lafargue 2018: 50).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Abschlie\u00dfend fasst er zusammen, dass das Recht auf Arbeit keine Freiheit und Gleichheit schaffe, denn dieses \u201eMenschenrecht\u201c sei nur das Recht des Kapitalisten auf Ausbeutung und das proletarische \u201eRecht auf Elend\u201c. Die Arbeit wird kontrastiert mit Freude und einer Befreiung von der kapitalistischen Moral.<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eSeit einem Jahrhundert bricht die erzwungene Arbeit ihre Knochen, zerschindet ihre Haut, qu\u00e4lt ihre Nerven; seit einem Jahrhundert zerrei\u00dft der Hunger ihre Eingeweide und l\u00e4sst ihr Gehirn halluzinieren [\u2026] Oh Faulheit, hab\u2018 Mitleid mit unserem langwierigen Elend! Oh, Faulheit, Mutter der K\u00fcnste und der edlen Tugenden, sei der Balsam der menschlichen \u00c4ngste!\u201c (Lafargue 2018: 53)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Daran kann man sehen, dass Lafargue \u2013 bei aller Polemik \u2013 eine klassische Semantik gebraucht. Die Arbeit gilt als <i>Schinden, Leid, Joch<\/i> und <i>Elend<\/i>, die Faulheit sind <i>Mu\u00dfe, Balsam, Tugend<\/i> und <i>Freiheit<\/i>. Modern an dieser klassischen Konzeptualisierung ist, dass die Mu\u00dfe, die Faulheit nun allen zukommen solle.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Erw\u00e4hnenswert ist abschlie\u00dfend auch, dass Lafargue die Technisierung erw\u00e4hnt: \u201eUnsere Maschinen, mit Feueratem, mit unerm\u00fcdlichen Gliedern aus Stahl, mit wunderbarer, unersch\u00f6pflicher Fruchtbarkeit, erf\u00fcllen ihre heilige Arbeit folgsam und von selbst\u201c (Lafargue 2018: 58f.). Erstaunlich ist daran, dass Lafargue, bevor von KI die Rede ist, schon von der Befreiung von Arbeit durch Automatisierung redet. Dies sei schon im industriellen Zeitalter m\u00f6glich. Sein st\u00e4rkeres Argument ist die \u00dcberproduktion, die einen sinnlosen Zirkel aus \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Arbeit und sinnlosen, \u00fcbers\u00e4ttigten Konsum generieren. Wenn diese \u00fcberwunden werden, sinkt im Industriezeitalter der Arbeitsbedarf. Den Rest k\u00f6nnte zum gr\u00f6\u00dften Teil die teilautomatische Produktion.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dies legt nahe, dass das Versprechen \u2013 oder die \u201eHalluzination\u201c \u2013, die KI k\u00f6nnte uns von Arbeit befreien, leer ist und Klein Recht hat, dass die Diskussion sich vielmehr um die Frage des Wirtschaftssystems drehen muss. Denn Lafargue behauptet gerade, dass eine Arbeitszeitreduktion nur von der Arbeiterschaft kritisiert wird, wenn der Lohn sinkt, und dass die \u00dcberwindung der Lohnarbeit im 19. Jahrhundert schon denkbar war, wenn man den Kapitalismus \u00fcberwinden w\u00fcrde. Selbst wenn er sich damit zeitgen\u00f6ssisch versch\u00e4tzt haben mag, stellt sich heute mit einer wesentlich fortgeschritteneren Technologie die Frage, ob wir \u00fcberhaupt eine KI br\u00e4uchten, falls wir uns von vielen Arbeiten befreien wollten, sondern eben vornehmlich ein anderes Wirtschaftssystem und eine \u00dcberwindung der konsumistischen Ideologie<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote3sym\" name=\"sdendnote3anc\"><sup>iii<\/sup><\/a>. Will man eine Debatte dar\u00fcber f\u00fchren, ob es ein Recht auf Faulheit gibt oder ob wir einen Gro\u00dfteil der menschlichen Arbeit (insbesondere Lohnarbeit) \u00fcberwinden wollen, scheint eine KI f\u00fcr diese Debatte nicht der entscheidende Punkt zu sein. Vereinfacht w\u00e4re die Regel: Mit dem Abbau des Konsumismus w\u00fcrden \u00dcberproduktion, Arbeitszwang und Imperialismus beendet. Dies f\u00fchre zu weniger Arbeit, denn bei weniger k\u00fcnstlich geschaffenen Bed\u00fcrfnissen k\u00f6nne auch der Grad an Produktivit\u00e4t sinken. Zudem beantwortet der Text, was die KI-Technologie, sofern sie von Arbeit befreien kann, nicht beantworten kann: wie Menschen in der Freizeit Selbstbestimmung und -entfaltung finden k\u00f6nnen und dass das Lohnarbeitssystem und der wachstumsbasierte Kapitalismus ein Hindernis daf\u00fcr sind.<\/p>\n<h4><span id=\"32-die-gegenwart\">3.2 Die Gegenwart<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die Grundparameter des Diskurses innerhalb linker Bewegungen (aber nicht darauf beschr\u00e4nkt) zwischen dem Recht auf Arbeit und dem Recht auf Faulheit, wobei Anh\u00e4nger*innen von Letzterem das Recht auf Arbeit als Pflicht zur Arbeit kritisieren, sind auch im Rahmen der KI-Diskussionen noch \u00e4hnlich zum 19. Jahrhundert.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Einerseits wird die These, die KI k\u00f6nnte Menschen von Arbeit befreien, von den Anh\u00e4nger*innen des Rechts auf Arbeit als Horrorszenario des Raubes der Arbeit (und des Lohnes) verstanden, ein Narrativ, das mit der Einf\u00fchrung jeder neuen Technologie angef\u00fchrt wurde, obgleich bislang keine Technologie zu Massenarbeitslosigkeit gef\u00fchrt hat. In dem Sinne w\u00e4re die Befreiung von Arbeit durch die KI dann \u2013 Klein weitergedacht \u2013 ein doppelter Raub: Erst werden menschliche Werke von der KI benutzt und weiterverarbeitet, ohne dies kenntlich zu machen, und dann werden den Menschen die Jobs genommen. Daher spielen auch nicht alle Akteur*innen, die KI-Systeme, neuronale Netze oder andere vermeintlich intelligente Technologien einsetzen wollen, das Narrativ, durch technische Entwicklung k\u00f6nnten wir von der Arbeit befreit werden, sondern f\u00fchren andere Argumente an, wie dass sich so der Fachkr\u00e4ftemangel und demographische Wandel ausgleichen lie\u00dfen und den Arbeitenden weniger stupide Aufgaben im Betrieb zuk\u00e4men etc. In der Tat ist die Angst vor technologisch bedingter Arbeitslosigkeit nicht neu, denn bei jeder technologischen Innovation im Kapitalismus f\u00fcrchteten Menschen um ihre Stelle\/ihren Lohn, ohne dass dies je eingetreten w\u00e4re. Jedoch, so wird behauptet, sei es dieses Mal anders, da die Informationstechnologie und insbesondere neuronale Netze einen bahnbrechenden destruktiven Charakter h\u00e4tten, bei dem Menschen jeder Qualifikation als Arbeitskraft (mindestens in der Produktion und dem Dienstleistungssektor wom\u00f6glich aber auch in Wissenschaft und Medizin) obsolet gemacht werden k\u00f6nnten (Ford 2016; Susskind\/Susskind 2015; vgl. hierzu Wajcman 2019: 22-25)<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote4sym\" name=\"sdendnote4anc\"><sup>iv<\/sup><\/a>. Kurz gesagt, die \u201eHalluzination\u201c, von der Klein in Bezug auf die Lohnarbeit schreibt, ist bislang kein fl\u00e4chendeckender Trip innerhalb des Technikoptimismus.<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote5sym\" name=\"sdendnote5anc\"><sup>v<\/sup><\/a> Gerade der Zusammenhang aus Lohn und Arbeit legt eine skeptische Haltung der Angestellten und Arbeiter*innen gegen\u00fcber Technologien nahe, die sie wom\u00f6glich ersetzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Anh\u00e4ngerschaft der Befreiung von Arbeit \u2013 erm\u00f6glicht durch neue Technologien, von denen die KI nur eine von mehreren w\u00e4re \u2013 sehen nicht immer einen direkten Zusammenhang zwischen Sozialismus und Recht auf Faulheit, wie es Klein und Lafargue tun. Prominent (vielleicht sogar hegemonial) ist in dem Kontext n\u00e4mlich insbesondere die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens: ein Einkommen, das alle B\u00fcrger*innen oder Einwohner*innen vom Staat bekommen w\u00fcrden, was ausgleichen sollte, dass Menschen keine oder weniger Lohnarbeit verrichten w\u00fcrden und insbesondere sogenannte <i>Bullshit-Jobs<\/i> (Graeber 2020)<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote6sym\" name=\"sdendnote6anc\"><sup>vi<\/sup><\/a> wegfallen k\u00f6nnten. Auch wenn die Idee an Lafargue erinnern mag, dass sinnlose T\u00e4tigkeiten mit dem Recht auf Faulheit entfallen k\u00f6nnten, so verbliebe ein solches Grundeinkommen in einem wachstumsbasierten Kapitalismus und damit auch in der \u00dcberproduktion und dem Zusammenhang aus Lohn und Arbeit. In Bezug auf das bedingungslose Grundeinkommen variieren die Begr\u00fcndungen: Manche (idealistische) Akteur*innen meinen, dies w\u00fcrde in ein postmaterielles Zeitalter f\u00fchren, in dem immer weniger Menschen arbeiten k\u00f6nnen\/m\u00fcssen\/wollen (Precht 2018)<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote7sym\" name=\"sdendnote7anc\"><sup>vii<\/sup><\/a>; manche nehmen dies zum Anlass, den Sozialstaat abschaffen zu wollen und nicht nach Bedarf Transferleistungen auszuzahlen, sondern jedem das gleiche Minimum zu geben (Straubhaar 2017); andere lesen das Grundeinkommen quasisozialistisch und wollen die Wohlfahrtsstaatlichkeit gleichzeitig in einer Postarbeitsgesellschaft aufrechterhalten, wobei dies nur der erste reformistische Schritt hin zu einer postkapitalistischen technisierten Gesellschaft sein d\u00fcrfe (Srnicek\/Williams 2016: insb. 123-127; Mason 2016). So ergibt sich h\u00e4ufig die berechtigte Kritik von Links, das bedingungslose Grundeinkommen w\u00e4re eher eine neoliberale Agenda der Abschaffung der Wohlfahrtsstaatlichkeit, denn ein emanzipatorisches Instrument (Butterwegge 2023: 97-101) oder eine St\u00e4rkung sozialer Menschenrechte.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">So k\u00f6nnte man Klein relativieren (auf deskriptive Weise, die normative Frage, was davon w\u00fcnschenswert ist, ist wieder eine andere Frage): Falls wir uns von der Arbeit befreien wollen, brauchen wir nicht vornehmlich \u00fcber KI-Systeme zu reden, sondern m\u00fcssten stattdessen \u00fcber Sozialismus oder Postkapitalismus oder ein bedingungsloses Grundeinkommen reden. Der Diskurs \u00fcber KI und Freiheit von Arbeit scheint sich jedoch bei den Fans der Substituierung von menschlicher Arbeit nicht in Richtung Antikapitalismus zu entwickeln.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Innerhalb der kapitalismuskritischen Str\u00f6mungen, die auf Seiten des Rechts auf Faulheit stehen, ergibt sich daraus auch eine Diversit\u00e4t an Ideen und Bewertungen, was sowohl die Beurteilung der Rolle der KI oder der neuronalen Netze und der Automatisierung als auch die Ausgestaltung des Sozialsystems in Bezug auf technologische Innovationen betrifft.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">\u00c4hnlich zu Lafargue behaupten neuerdings etwa Nick Srnicek und Alex Williams (2016: 85f.), dass eine Postarbeitsgesellschaft eine Welt sei, in der Menschen \u2013 ganz nach Marx\u2018 \u201eReich der Freiheit\u201c (Marx\/Engels 1964: 828) \u2013 nicht an ihre Jobs gebunden sind, um ihr Leben kreativ zu bestreiten. Die Autoren erw\u00e4hnen konventionell, dass (Teil-)Automatisierung und KI-Technologien dazu f\u00fchren, Abl\u00e4ufe effektiver zu gestalten, sodass es weniger Arbeit f\u00fcr dieselbe Produktivit\u00e4t brauche. Das f\u00fchre im Kapitalismus entweder zur Vernichtung von Arbeitspl\u00e4tzen und\/oder dazu, dass die Angestellten unm\u00f6glich sich in der Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts weiterqualifizieren k\u00f6nnten, um eine Anstellung zu behalten. Insbesondere f\u00fchre im (Dienstleistungs-)Kapitalismus eine gestiegene Produktivit\u00e4t nicht zu einer Reduktion von Arbeit, sondern zu \u00dcberproduktion und Steigerung des Mehrwerts. Die Konsequenz sei: Die Prekarisierung w\u00fcrde in hochentwickelten \u00d6konomien steigen, die Zahl der Arbeitslosen wie auch die Dauer der Arbeitslosigkeit steige mit der Automatisierung, Slums werden wachsen, das Wirtschaftswachstum nehme ab, und es entstehe eine globale \u00d6konomie des \u00dcberlebenskampfes (Srnicek\/Williams 2016: 86-90\/99-105). Bis hierhin ist ihre Analyse nur eine Aktualisierung von Lafargue, unter Einbeziehung neuer technologischer Entwicklungen. Um ein sozialvertr\u00e4gliches Zukunftsszenario anzubieten, fordern die Autoren (etwas floskelhaft) Folgendes: Vollautomatisierung, eine Reduktion der Arbeitswoche respektive Arbeitszeit, ein universelles Grundeinkommen (als Erg\u00e4nzung des Wohlfahrtsstaates, wie auch immer dies konkret aussehen w\u00fcrde) und ein Ende der Leistungsethik (Srnicek\/Williams 2016: 109-127).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Erstaunlich ist an ihren Forderungen Mehreres: Anders als Lafargue konzentrieren sie sich fast ausschlie\u00dflich auf das Arbeitsethos und die Reduktion von Arbeitszeit, aber verlieren zuweilen die Aspekte des Konsumismus aus den Augen, obwohl dieser im 20. und 21. Jahrhundert stark zugenommen hat. Ihre Forderungen nach Reduktion der Arbeit m\u00fcssten, um konsistent zu sein, die \u00dcberproduktion st\u00e4rker ins Zentrum der Kritik r\u00fccken. Stattdessen fokussieren sie sich nun eher auf technologische Entwicklungen, die ein Recht auf Faulheit erm\u00f6glichen sollen. Obwohl ihr Narrativ dem von Lafargue entspricht, hat ihre Argumentation doch einen weniger umfassenden Punkt: Befreiung von Arbeit durch Technik und radikale Sozialreformen, statt Ideologiekritik (nicht nur des Arbeitsethos, sondern auch des Konsumismus) und ein Ende von Wachstum und \u00dcberproduktion. Zuweilen erg\u00e4nzen andere Kritiker*innen der Arbeit aus der Anh\u00e4ngerschaft des Postkapitalismus, dass ein universelles Grundeinkommen nur den \u00dcbergang in einen Postkapitalismus markieren w\u00fcrde und nicht die L\u00f6sung der Probleme und dass Maschinen, Algorithmen und KI-Technologien in einer automatisierten, aber demokratisch gelenkten Volkswirtschaft kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt werden m\u00fcssten (Mason 2016: 199-230).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Innerhalb des kapitalismuskritischen Diskurses des Rechts auf Faulheit gibt es auch relativierende Stimmen, was die Notwendigkeit von KIs betrifft. So bemerkt zwar etwa Dietmar Dath (2016: 17), dass weniger menschliche Arbeit n\u00f6tig wird, wo die menschliche Arbeit Apparate erschafft, die die Arbeit erleichtern oder obsolet machen. Jedoch konstatiert er auch, dass, um eine demokratisch gelenkte Wirtschaft oder demokratische Planwirtschaft zu realisieren und sich von Arbeit und \u00dcberproduktion befreien zu k\u00f6nnen, man nicht zwangsweise auf Algorithmen oder KI-Systeme angewiesen sei. Dies sind politische und \u00f6konomische Fragen, keine Fragen der Technologie. Zwar sollten wir keine Angst vor Maschinen haben, sondern vor dem Wirtschaftssystem, aber f\u00fcr sozialistische Ideen zur Freiheit von Arbeit sei Technologie eher ein Bonus, als die Erm\u00f6glichung einer Idee (die eben viel \u00e4lter ist als KI-Systeme) (Dath 2016: 45-47). Das macht Dath gerade zu keinem Technikpessimisten, da auch er Maschinenst\u00fcrmerei f\u00fcr falsch \u2013 obgleich f\u00fcr verst\u00e4ndlich \u2013 h\u00e4lt, wenn KI-Systeme oder die Automatisierung Jobs gef\u00e4hrden (oder wenn dies von Arbeitenden als Gefahr empfunden wird, mag man hinzuf\u00fcgen), wobei er gerade dem Kapital und nicht den Arbeitnehmer*innen eine gewaltige Maschinenst\u00fcrmerei attestiert, wenn technische Ger\u00e4te gerade nicht produziert werden, um Dinge sozial zu verbessern, sondern f\u00fcr exklusive Zwecke (Krieg, Vernichtung etc.) zu hohen Preisen vertrieben werden (Dath 2016: 77-79). Dementsprechend ist Dath nicht technikfeindlich, aber kapitalismuskritisch. In diesem Zuge lehnt er auch ein bedingungsloses Grundeinkommen \u2013 er spricht hier noch von \u201eExistenzgeld\u201c \u2013 ab, da dies kein starkes Eingreifen in die Produktion oder den Konsumismus bedeute. Kurz gesagt, dieser Reformismus sei nicht radikal genug. Die Ware-Geld-Beziehung und das Lohn-Arbeits-Verh\u00e4ltnis blieben unangetastet (Dath 2016: 40-44).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Damit ist Dath sogar eher in der Lafargue-Tradition einzuordnen als Srnicek und Williams oder andere Apologet*innen eines wie auch immer gearteten bedingungslosen Grundeinkommens. Denn sein Fokus ist weder, dass eine kapitalistische Technologie oder Digitalunternehmen die Menschen von Arbeit befreien werden, noch, dass ein Schritt zur Automatisierung zwingend notwendig sei, um Kapitalismusalternativen zu entwickeln, die nicht auf dem Konsumismus und der Lohnarbeit basieren w\u00fcrden. Vielmehr gebe eine Automatisierung f\u00fcr den Sozialismus m\u00f6gliche Instrumente, Arbeit zu \u00fcberwinden, was aber nicht politische, soziale oder \u00f6konomische Fragen l\u00f6st. Insofern ist er auch hier d\u2019accord mit Klein. Sein Punkt geht n\u00e4mlich eher in die Richtung, wie Menschen ihre Zeit m\u00f6glichst selbstbestimmt verbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Etwas vereinfacht teilt Dath die menschliche Zeit in vier Sorten ein: Arbeitszeit, Konsumzeit, politische Zeit und unbestimmte Zeit. Dass es \u00dcberschneidungen von Sorten bei bestimmten T\u00e4tigkeiten gibt, ist offenkundig. Die Regel, die er in der Folge aber aufstellt, geht in eine andere Richtung:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eNiemand darf in diesem Gemeinwesen [ein fiktives Gemeinwesen f\u00fcr Freiheit, Gerechtigkeit, Zivilisation und Sch\u00f6nheit] \u00fcber die Arbeitszeit einer anderen Person so verf\u00fcgen, da\u00df damit ein Zugewinn an Konsumzeit, politischer Zeit oder unbestimmter Zeit f\u00fcr diejenige Person erwirtschaftet wird, die fremde Arbeitszeit kommandiert und ihre Ergebnisse aneignet\u201c (Dath 2014: 15).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ein Umbuchungsverbot von Zeitsorten verschiedener Personen w\u00fcrde nicht nur das Bewusstsein f\u00fcr die Sorten steigern und wie diese einander bedingen. Es w\u00fcrde auch klarmachen, inwiefern Zeit uns Freiheit erm\u00f6glicht oder sie verhindert. Zudem w\u00fcrde es viele Machtbeziehungen in einer arbeitsteiligen Gesellschaft zerst\u00f6ren, und auch die Differenz von produktiven und reproduktiven Aufgaben w\u00fcrde vermindert werden. Dies d\u00fcrfte also keine Gesellschaft mehr sein, in der das Arbeitspensum der Angestellten oder Angeheuerten von Unternehmer*innen dazu genutzt wird, selbst die eigene Freizeit oder politische Zeit zu erh\u00f6hen. Die Kernthese, die f\u00fcr uns dabei relevant ist, ist, dass die Arbeitszeit der relevante Faktor ist, der Macht oder Freizeit verhindert. Eine kapitalistische, hierarchisch organisierte Gesellschafts- und Wirtschaftsform w\u00e4re so nicht denkbar. Die L\u00f6sung w\u00e4re, dass Freiheit von Arbeit gleich verteilt werden kann und nicht nur dem Wohlhabenden zugutekommt. In diesem Kontext kann dies auf Technik bezogen werden, da er Maschinen energetischer und informationeller Art vorsieht, die menschliche Selbstbestimmung erm\u00f6glichen sollen. Diese Maschinentypen d\u00fcrften nicht exklusiv kontrolliert werden. (Dath 2014: 15-17\/19-27)<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Das hei\u00dft, eine KI w\u00e4re nur dann tauglich, uns von Arbeit zu befreien, sie zu erleichtern und uns mehr Zeit f\u00fcr Politik, Kunst und Faulheit zu erm\u00f6glichen, wenn die Technik\/die Maschine unter kollektiv-demokratischer Kontrolle st\u00fcnde. Dath spricht der KI also nicht per se ab, emanzipatorisch sein zu k\u00f6nnen. Damit sie dies sein k\u00f6nnte, sollte man aber nicht auf Versprechen (die Drohungen sein k\u00f6nnen) von der Befreiung von Arbeit durch Privatunternehmen hoffen, sondern m\u00fcsste soziale Transformationen ansto\u00dfen.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"4-fazit\">4. Fazit<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die Debatte um eine Freiheit von Arbeit respektive einem Recht auf Faulheit, das die generative KI den Menschen erm\u00f6glichen soll, ist in kapitalistischen Verh\u00e4ltnissen also eine Scheindebatte. Das best\u00e4tigt Kleins These, dass Menschen im Kapitalismus ohne Arbeit nicht frei sind zu Kunst, Philosophie, Politik oder Faulheit sind, sondern ihre \u00f6konomische Absicherung bedrohen w\u00fcrde \u2013 durch das Verh\u00e4ltnis von Arbeit und Lohn. Wahrscheinlich gilt das zuerst f\u00fcr die von der generativen KI beraubten K\u00fcnstler*innen, Kreativen und Soloselbstst\u00e4ndigen. W\u00e4hrend man vermutet, die KI w\u00fcrde die Arbeit \u00fcbernehmen und dem Menschen die Kunst lassen, macht die KI zun\u00e4chst einmal Kunst und beraubt Kunstschaffende. Dadurch wird aus dem Versprechen der Freiheit von Arbeit nur die Drohung des doppelten Raubes. Fraglich bleibt bei den gegenw\u00e4rtigen Horrorszenarien, KI-Systeme k\u00f6nnten unsere Arbeit (und die Politik) \u00fcbernehmen, ob hier die von Klein behauptete Halluzination als Maskierung des Daten- und Werkraubes tats\u00e4chlich diskursiv wirkt oder ob dies nur eine Minderheit freudig erwartet. Denn in der Tat ist Maschinenst\u00fcrmerei und Kritik technologischer Fortschritte \u2013 bedingt durch die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren \u2013 nicht neu.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Genauso wenig ist aber die Debatte um eine Freiheit von Arbeit neu. Zwar ist sie stets daran gebunden, dass ein gewisser technischer Fortschritt es erm\u00f6glichen w\u00fcrde, nicht arbeiten zu m\u00fcssen. Dies h\u00e4ngt aber nicht von einer KI an, und vor allem steht die Technik dabei seltener im Fokus. In den kapitalismuskritischen Debatten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts steht vielmehr im Vordergrund, dass ein Recht auf Faulheit sich nur entfalten k\u00f6nne, wenn das soziale und \u00f6konomische System sich daf\u00fcr wandelt und den Kapitalismus \u00fcberwinde, um etwa die \u00dcberproduktion und den Konsumismus zu stoppen, oder mehr Zeit f\u00fcr Politik, Kunst oder Unbestimmtes zu gewinnen und die wirtschaftlichen und Zeitsorten-Hierarchien zu durchbrechen. Die zeitgen\u00f6ssische Technologie wird dabei meist eher als Bonus gelesen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Jedoch ist das Versprechen der Freiheit von Arbeit durch KI-Systeme kein falscher Sozialismus, wie Klein behauptet. Vielmehr existieren inzwischen verschiedene Modelle verschiedener Reichweite oder Radikalit\u00e4t, wie mit einer Automatisierung, die zahlreiche Jobs \u00fcberfl\u00fcssig mache, umzugehen sei: vom bedingungslosen Grundeinkommen \u00fcber einen Postkapitalismus bis zum Sozialismus, wobei die \u00dcberg\u00e4nge zueinander manchmal nicht trennscharf sein m\u00f6gen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen w\u00e4re indes aber nicht in der Lage, kapitalistische Verh\u00e4ltnisse derma\u00dfen einzud\u00e4mmen, dass die Verbindung von Lohn und Arbeit, von \u00dcberproduktion und dem von Klein beschriebenen Raub beseitigen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-autoreninfo-western\"><em><strong class=\"western\">Dr. <\/strong><strong class=\"western\">Philip Dingeldey<\/strong> ist einer von zwei Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrern der Humanistischen Union und hauptamtlicher Redakteur der <b>vor<\/b>g\u00e4nge. Im Wintersemester 2022\/23 hatte er die Gastprofessur f\u00fcr kritische Gesellschaftstheorie an der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen inne. Dingeldey hat Politische Theorie studiert und in Politikwissenschaft an der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt promoviert. Seine Forschungsinteressen sind Demokratietheorie, Rechtstheorie und -philosophie, kritische Theorie, Republikanismus, Liberalismus, \u00f6kologisches politisches Denken und Ideengeschichte. Zuletzt von ihm erschienen: Von unmittelbarer Demokratie zur Repr\u00e4sentation. Eine Ideengeschichte der gro\u00dfen b\u00fcrgerlichen Revolutionen (Transcript: Bielefeld 2021).<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h3>\n<p align=\"justify\">Arendt, Hannah 2011 [1958]: Vita activa oder Vom t\u00e4tigen Leben, M\u00fcnchen\/Z\u00fcrich.<\/p>\n<p align=\"justify\">Arendt, Hannah 2015: Was ist Politik? Fragmente aus dem Nachlass, M\u00fcnchen\/Z\u00fcrich.<\/p>\n<p align=\"justify\">Aristoteles 1995: Politik (= Philosophische Schriften in sechs B\u00e4nden, Bd. 4), Darmstadt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Berthold, Julia\/Oschmiansky, Frank 2020: Der Arbeitsbegriff im Wandel der Zeit, in: Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung online vom 27.02.2020, <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/arbeit\/arbeitsmarktpolitik\/305854\/der-arbeitsbegriff-im-wandel-der-zeiten\/\">https:\/\/www.bpb.de\/themen\/arbeit\/arbeitsmarktpolitik\/305854\/der-arbeitsbegriff-im-wandel-der-zeiten\/<\/a> (Stand: 12.09.2023).<\/p>\n<p align=\"justify\">Butterwegge, Christoph 2023: Das bedingungslose Grundeinkommen. Sozialpolitische Sackgasse oder K\u00f6nigsweg der Demokratie?, in: vorg\u00e4nge. Zeitschrift f\u00fcr B\u00fcrgerrechte und Gesellschaftspolitik, Nr. 241 = Jg. 61, H. 1, S. 91-103.<\/p>\n<p align=\"justify\">Chalmers, Madeleine 2023: AI Narratives and the French Touch, in: Cave, Stephen\/ Dihal, Kanta (Hrsg.): Imagining AI: How the World Sees Intelligent Machines, Oxford, S. 39-54.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dath, Dietmar 2014: Klassenkampf im Dunkeln. Zehn zeitgem\u00e4\u00dfe sozialistische \u00dcbungen, Hamburg.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dath, Dietmar 2016: Maschinenwinter. Wissen, Technik, Sozialismus, Berlin.<\/p>\n<p align=\"justify\">Daum, Timo 2019: K\u00fcnstliche Intelligenz als vorerst letzte Maschine des digitalen Kapitals, in: Nuss, Sabine\/Butollo, Florian (Hrsg.): Marx und die Roboter. Vernetzte Produktion, K\u00fcnstlicher Intelligenz und lebendige Arbeit, Berlin, S. 311-326.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dingeldey, Philip 2022: Von unmittelbarer Demokratie zur Repr\u00e4sentation. Eine Ideengeschichte der gro\u00dfen b\u00fcrgerlichen Revolutionen, Bielefeld.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ford, Martin 2016: Aufstieg der Roboter. Wie unsere Arbeitswelt gerade auf den Kopf gestellt wird \u2013 und wie wir darauf reagieren m\u00fcssen, Kulmbach.<\/p>\n<p align=\"justify\">Graeber, David 2020: Bullshitjobs. Vom wahren Sinn der Arbeit, Stuttgart.<\/p>\n<p align=\"justify\">Klein, Naomi 2023: Der maskierte Raub. K\u00fcnstliche Intelligenz und die Halluzination der Tech-Konzerne, in: Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik, Jg. 68, H. 6, S. 53-62.<\/p>\n<p align=\"justify\">Lafargue, Paul 2018 [1880]: Das Recht auf Faulheit, Stuttgart.<\/p>\n<p align=\"justify\">Marx, Karl\/Engels, Friedrich 1958 [1845\/46]: Werke, Bd. 3, Berlin.<\/p>\n<p align=\"justify\">Marx, Karl\/Engels, Friedrich 1964 [1894]: Werke, Bd. 25, Berlin.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mason, Paul 2016: Postkapitalismus. Grundrisse einer kommenden \u00d6konomie, Berlin.<\/p>\n<p align=\"justify\">Meier, Christian 1983: Die Entstehung des Politischen bei den Griechen, Frankfurt am Main.<\/p>\n<p align=\"justify\">Muggenthaler, Ferdinand 2023: Auf den Weg in die KI-tokratie? K\u00fcnstliche Intelligenz und die autorit\u00e4re Gefahr, in: Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik, Jg. 68, H. 9, S. 57-66.<\/p>\n<p align=\"justify\">Precht, Richard David 2018: J\u00e4ger, Hirten, Kritiker. Eine Utopie f\u00fcr die digitale Gesellschaft, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Precht, Richard David 2023: Das Ende der M\u00fchsal?, in: Philosophie Magazin vom 07.09.2023, <a href=\"https:\/\/www.philomag.de\/artikel\/das-ende-der-muehsal\">https:\/\/www.philomag.de\/artikel\/das-ende-der-muehsal<\/a> (Stand: 12.09.2023).<\/p>\n<p align=\"justify\">Srnicek, Nick\/Williams, Alex 2016: Inventing the Future. Postcapitalism and a World without Work, London\/New York.<\/p>\n<p align=\"justify\">Staab Philipp 2019: Digitaler Kapitalismus. Markt und Herrschaft in der \u00d6konomie der Unknappheit, Berlin.<\/p>\n<p align=\"justify\">Straubhaar, Thomas 2017: Radikal gerecht. Wie das bedingungslose Grundeinkommen den Sozialstaat revolutioniert, Hamburg.<\/p>\n<p align=\"justify\">Susskind, Richard\/Susskind, Daniel 2015: The Future of the Professions: How Technology Will Transform the Work of Human Experts, Oxford.<\/p>\n<p align=\"justify\">Tocqueville, Alexis de 2006: Kleine Politische Schriften, Berlin.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wajcman, Judy 2019: Automatisierung: Ist es diesmal wirklich anders?, in: Nuss, Sabine\/Butollo, Florian (Hrsg.): Marx und die Roboter. Vernetzte Produktion, K\u00fcnstlicher Intelligenz und lebendige Arbeit, Berlin, S. 22-35.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zuboff, Shoshana 2018: Das Zeitalter der \u00dcberwachungskapitalismus, Frankfurt am Main\/New York.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h3>\n<div id=\"sdendnote1\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote1anc\" name=\"sdendnote1sym\">i<\/a> So sind KI-Systeme zumindest gereift genug, um es dem digitalen Kapital zu erm\u00f6glichen, ihren Datenextraktionsimus zu optimieren und aus Datenmeeren und -str\u00f6men verwertbare Informationen und daraus wiederum ein rentables Gesch\u00e4ft zu machen, sei es mit dem Verkauf von Informationen oder der Wiederverwendung von menschlich geschaffenen Werken (Daum 2019: 311f.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote2\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote2anc\" name=\"sdendnote2sym\">ii <\/a>Davon stammen in romanischen Sprachen die entsprechenden Worte f\u00fcr <i>Arbeit<\/i>, etwa das spanische <i>trabajo<\/i> oder das franz\u00f6sische <i>travailler<\/i>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote3\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote3anc\" name=\"sdendnote3sym\">iii <\/a>Daher wird Lafargue auch seltener in Bezug auf moderne Technologien rezipiert. Eine sinnvolle Rezeption im technologischen Kontext ist verortet im Rahmen eines franz\u00f6sischen metareflexiven Narrativs, statt eines Futurismus oder einer erh\u00f6hten Geschwindigkeit der Produktion (vgl. auch Chalmers 2023: 39-54).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote4\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote4anc\" name=\"sdendnote4sym\">iv <\/a>Vgl. hierzu den Beitrag von Annabell Lamberth im vorliegenden Heft.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote5\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote5anc\" name=\"sdendnote5sym\">v <\/a>So werden auch Horrorszenarien entwickelt, dass KI-Systeme bald alle Jobs automatisieren k\u00f6nnten und dies mit einem Kontrollverlust der Zivilisation einhergehen, wenn diese Systeme nicht beschr\u00e4nkt oder von staatlicher Seite reguliert werden, da die Automatisierung nicht in H\u00e4nden von Unternehmensleitungen liegen d\u00fcrften (vgl. hierzu Muggenthaler 2023: 58-62).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote6\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote6anc\" name=\"sdendnote6sym\">vi <\/a>Ein Bullshit-Job ist \u2013 David Graeber zufolge \u2013 eine (nicht unbedingt schlecht bezahlte) Lohnarbeit, die als sinnlos, unn\u00f6tig oder sch\u00e4dlich wahrgenommen wird, sodass selbst Arbeitnehmer*innen die Existenz ihre Jobs nicht rechtfertigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote7\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote7anc\" name=\"sdendnote7sym\">vii <\/a>Am widerspr\u00fcchlichsten ist hier gewiss Richard David Precht. Einerseits redet er davon, das bedingungslose Grundeinkommen k\u00f6nne in eine postmaterialistische \u00c4ra f\u00fchren, in der es keinen Sozialstaat mehr brauche und dies Freiheit bedeute; neuerdings f\u00fchrt er die Idee, KI-Systeme k\u00f6nnten menschliche Arbeit obsolet machen, als Argument daf\u00fcr an, dass dies eine Chance sei, Marx\u2018 Ideen zu verwirklichen (Precht 2023). Precht laviert also irgendwo zwischen einem idealistisch gef\u00e4rbten Marxismus (schon ein Widerspruch in sich) und einem progressivem Neoliberalismus, ohne auf Konsistenz zu achten.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":19119,"template":"","categories":[2973,2952,7],"tags":[3359,3360,3204,3361,3362,667],"autoren":[3207],"publikationen":[3345],"class_list":["post-19096","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-armut","category-kuenstliche-intelligenz","category-sozialpolitik","tag-arbeit","tag-faulheit","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-recht-auf-arbeit","tag-recht-auf-faulheit","tag-vorgaenge-artikel","autoren-philip-dingeldey","publikationen-vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Das Recht auf Faulheit im Lichte K\u00fcnstlicher Intelligenz - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Das Recht auf Faulheit im Lichte K\u00fcnstlicher Intelligenz - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Naomi Klein zufolge handelt es sich um einen doppelten Raub, wenn einerseits Digitalfirmen verdeckt f\u00fcr das Training von generativer k\u00fcnstlicher Intelligenz urheberrechtlich gesch\u00fctztes Material verwenden. Und sie andererseits dies mit Narrativen \u00fcberlagern &#8211; von Klein als \u201eHalluzinationen\u201c bezeichnet, die beispielsweise behaupten, uns ein Leben frei von Arbeit mit Zeit f\u00fcr Mu\u00dfe erm\u00f6glichen zu k\u00f6nnen. Philip [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2024-01-24T13:50:50+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/vorg242_1-cropped-1-2-e1706006657415.png\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"900\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"776\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/png\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"33\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\\\/publikation\\\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\\\/publikation\\\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\\\/\",\"name\":\"Das Recht auf Faulheit im Lichte K\u00fcnstlicher Intelligenz - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\\\/publikation\\\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\\\/publikation\\\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2024\\\/01\\\/vorg242_1-cropped-1-2-e1706006657415.png\",\"datePublished\":\"2024-01-22T11:10:07+00:00\",\"dateModified\":\"2024-01-24T13:50:50+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\\\/publikation\\\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\\\/publikation\\\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\\\/publikation\\\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2024\\\/01\\\/vorg242_1-cropped-1-2-e1706006657415.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2024\\\/01\\\/vorg242_1-cropped-1-2-e1706006657415.png\",\"width\":900,\"height\":776},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\\\/publikation\\\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 242: K\u00fcnstliche Intelligenz und Menschenrechte\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Das Recht auf Faulheit im Lichte K\u00fcnstlicher Intelligenz\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Das Recht auf Faulheit im Lichte K\u00fcnstlicher Intelligenz - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Das Recht auf Faulheit im Lichte K\u00fcnstlicher Intelligenz - Humanistische Union","og_description":"Naomi Klein zufolge handelt es sich um einen doppelten Raub, wenn einerseits Digitalfirmen verdeckt f\u00fcr das Training von generativer k\u00fcnstlicher Intelligenz urheberrechtlich gesch\u00fctztes Material verwenden. Und sie andererseits dies mit Narrativen \u00fcberlagern &#8211; von Klein als \u201eHalluzinationen\u201c bezeichnet, die beispielsweise behaupten, uns ein Leben frei von Arbeit mit Zeit f\u00fcr Mu\u00dfe erm\u00f6glichen zu k\u00f6nnen. Philip [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2024-01-24T13:50:50+00:00","og_image":[{"width":900,"height":776,"url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/vorg242_1-cropped-1-2-e1706006657415.png","type":"image\/png"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"33\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/","name":"Das Recht auf Faulheit im Lichte K\u00fcnstlicher Intelligenz - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/vorg242_1-cropped-1-2-e1706006657415.png","datePublished":"2024-01-22T11:10:07+00:00","dateModified":"2024-01-24T13:50:50+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/#primaryimage","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/vorg242_1-cropped-1-2-e1706006657415.png","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/vorg242_1-cropped-1-2-e1706006657415.png","width":900,"height":776},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/publikation\/das-recht-auf-faulheit-im-lichte-kuenstlicher-intelligenz\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 242: K\u00fcnstliche Intelligenz und Menschenrechte","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorgaenge-nr-242-kuenstliche-intelligenz-und-menschenrechte\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Das Recht auf Faulheit im Lichte K\u00fcnstlicher Intelligenz"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation\/19096","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/media\/19119"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/media?parent=19096"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/categories?post=19096"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/tags?post=19096"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/autoren?post=19096"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikationen?post=19096"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}