{"id":19241,"date":"2024-03-26T10:32:56","date_gmt":"2024-03-26T09:32:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=19241"},"modified":"2026-03-20T15:00:02","modified_gmt":"2026-03-20T14:00:02","slug":"die-freiheit-der-kunst-und-das-leben-in-der-forensik-2","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-243\/publikation\/die-freiheit-der-kunst-und-das-leben-in-der-forensik-2\/","title":{"rendered":"Die Freiheit der Kunst und das Leben in der Forensik"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-teaser-western\"><em>Am Beispiel der Kunsttherapie in der forensischen Psychiatrie Lippstadt-Benninghausen und der Kunst-Praxis Soest zeichnet der Beitrag von Susanne L\u00fcftner und Werner Bergmann die selbst gemachten Erfahrungen in der Kunsttherapie und den unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Umgang mit Insassen in der forensischen Psychiatrie \u2013 selbst noch nach der Entlassung \u2013 nach und zeigt auf, wie Kunst den Patient*innen helfen kann.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die Humanistische Union hat sich wiederholt mit den Gegebenheiten, den rechtlichen Bedingungen und dem sich daraus ergebenen Reformbedarf der Forensik befasst<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote1sym\" name=\"sdendnote1anc\"><sup>i<\/sup><\/a>. Die Notwendigkeit wird deutlich, wenn man sich zum Beispiel die Geschichte und Auseinandersetzung zwischen Susanne L\u00fcftner zusammen mit der Kunst-Praxis Soest und der westf\u00e4lischen Klinik f\u00fcr Psychiatrie Lippstadt-Benninghausen verfolgt. Die Erfahrungen, die L\u00fcftner als Kunstp\u00e4dagogin mit der Institution Forensik gemacht hat, zeugen von Intransparenz, \u00dcbergriffigkeit und Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit im Umgang mit Patient*innen \u2013 auch noch, nachdem diese aus der Forensik entlassen wurden. Diese pers\u00f6nlichen Erfahrungen werden im Folgenden geschildert und in einen b\u00fcrgerrechtlichen Kontext gestellt.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Nach einem Studium der Bildenden K\u00fcnste, aber auch der Geschichte, Philosophie und P\u00e4dagogik und sp\u00e4ter der personenzentrierten Kunsttherapie hat Susanne L\u00fcftner 1992 eine Stelle in der westf\u00e4lischen Klinik f\u00fcr Psychiatrie Lippstadt angetreten. Ihr besonderes Anliegen war das k\u00fcnstlerische Arbeiten mit (Langzeit-)Patient*innen und Erfahrungen als angehende Kunsttherapeutin zu machen. Sie fand ein Geb\u00e4ude auf dem Klinikgel\u00e4nde, in dem sie ein Atelier einrichten konnte. Bald lernte sie dort Alfred Stief, Gustav Struck und Karl Burkhardt kennen und war von ihren Werken, die bis dahin keine Beachtung gefunden hatten, beeindruckt. 1993 bereitete sie eine Ausstellung aller Patient*innen, mit denen sie gearbeitet hatte, vor, mit dem Titel: <i>Aus den Augen \u2013 aus dem Sinn<\/i>. Die Klinikleitung erlie\u00df einige Monate vor der Er\u00f6ffnung ein disziplinarisches begr\u00fcndetes Ausstellungsverbot f\u00fcr Stief und Struck, die beide in der dortigen Forensik untergebracht waren. L\u00fcftner k\u00fcndigte daraufhin ihre Anstellung in der Klinik.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die vorbereite Ausstellung fand trotzdem \u00fcberaus erfolgreich in der Neu-Sankt-Thom\u00e4-Kirche, im Burghofmuseum und im B\u00fcrgerzentrum Alter Schlachthof in Soest statt. Mit Einwilligung der zwei K\u00fcnstler, ihrer Betreuer*innen und unter dem Schutz des damaligen Kreisdirektors als Schirmherren wurden auch die Arbeiten von Stief und Struck gezeigt. Die Ausstellung, begleitet von Vortr\u00e4gen, einer k\u00fcnstlerischen Performance sowie einer Filmreihe zum Thema Kunst und Psychiatrie erreichte vor dem Hintergrund des \u00f6ffentlich thematisierten Ausstellungsverbotes nicht nur gro\u00dfe lokale Beachtung. Verschiedene Medien waren aufmerksam geworden, ihre Berichte und TV-\u00dcbertragungen bewegten viele ausw\u00e4rtige Besucher*innen, die daraufhin die Ausstellung und Veranstaltungen anschauen und erleben wollten. Die Klinikleitung erteilte L\u00fcftner daraufhin ein Besuchsverbot f\u00fcr Struck und Stief. Begr\u00fcndet wurde es mit Sicherheitsbedenken und dass es eine Disziplinarma\u00dfnahme gegen die Insassen sei. Bis 2005, mehr als zehn Jahre lang, wurde dies f\u00fcr Stief aufrechterhalten. Eine Erkl\u00e4rung, wie die Sicherheitsbedenken und die Notwendigkeit der Disziplinarma\u00dfnahme begr\u00fcndet wird, konnte die Kunstpraxis auch nach mehrfachen Nachfragen nicht erhalten.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"die-kunst-praxis-soest\">Die Kunst&shy;-Praxis Soest<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die Erfahrungen mit der Klinik und den K\u00fcnstlern veranlasste L\u00fcftner 1994, zusammen mit Freund*innen und Unterst\u00fctzer*innen die Kunst-Praxis Soest zu gr\u00fcnden, zuerst finanziert \u00fcber ABM-Gelder. Ein F\u00f6rderverein wurde zwei Jahre sp\u00e4ter gegr\u00fcndet, unter anderem auch, um rechtliche Schritte verfolgen zu k\u00f6nnen. Die Arbeit der Kunst-Praxis wird seit 2000 vollst\u00e4ndig ehrenamtlich geleistet, die private Lebenshaltung von L\u00fcftner und ihren beiden, damals noch schulpflichtigen Kindern, wurde unter anderem durch ihre Lehrt\u00e4tigkeiten erm\u00f6glicht. Ziel der Kunst-Praxis ist es, k\u00fcnstlerisch ambitionierten Menschen mit und ohne psychische Einschr\u00e4nkungen durch die Erfahrung und Kommunikation k\u00fcnstlerischer Prozesse neue Wege zu sich selbst und zum Leben zu erm\u00f6glichen. Erg\u00e4nzende Angebote sind praktische Philosophie, Kunsttherapie, Vortr\u00e4ge zu gesellschaftlich relevanten Themen und die Ein\u00fcbung b\u00fcrgerlichen Engagements \u2013 auch mithilfe von Kunstaktionen, Performances etc.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">L\u00fcftner und der Vorstand des F\u00f6rderkreises der Kunst-Praxis Soest konnten trotz des Besuchsverbots den Kontakt zu den K\u00fcnstler*innen in der Forensik (\u00fcber ihre Betreuer*innen und deren Vermittlung) aufrechterhalten. Damit war auch der kontinuierliche Zugang zu ihren Kunstwerken, die der Outsider Art oder Art Brut zugeordnet werden, m\u00f6glich. Bis heute werden sie von L\u00fcftner in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"ein-bild-von-den-kuenstlern\">Ein Bild von den K&uuml;nstlern<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Alfred Stief kam 1952 als dritter von vier S\u00f6hnen in einer Arbeiterfamilie in Recklinghausen zur Welt. Ob seine leichte geistige Behinderung angeboren oder Folge einer Erkrankung ist, ist nicht bekannt. Er wuchs etwa ab seinem zehnten Lebensjahr in einer strengen katholischen Einrichtung f\u00fcr Kinder mit Behinderung auf. Privat machte er als Jugendlicher Bekanntschaft mit einer Nachbarin und erlernte so das H\u00e4keln. Diese Fertigkeit wurde dann die handwerkliche Grundlage f\u00fcr seine sp\u00e4teren komplexen k\u00fcnstlerischen Textil-Arbeiten.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Bis zum 36. Lebensjahr arbeitete er im Gartenbau und bei einer Baufirma. Wegen einer relativ geringf\u00fcgigen Straftat mit sexuellem Bezug, die er schwer alkoholisiert begangen hatte, kam er 1989 in den Ma\u00dfregelverzug. Er sollte als Bew\u00e4hrungsauflage eine Suchttherapie machen und verbrachte dann stattdessen 20 Jahre in verschiedenen Einrichtungen der forensischen Psychiatrie \u2013 \u201eunverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig lange\u201c, wie die Staatsanwaltschaft 2009 feststellte (mehr dazu unten).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Gustav Struck, geboren 1937 auf einem Bauernhof, wurde Landwirt, J\u00e4ger, medizinischer Bademeister und K\u00fcnstler. Nach einem Unfall lebte er seit 1964 f\u00fcr viele Jahre in verschiedenen psychiatrischen Kliniken. Sein Hof verfiel. In den wenigen Jahren au\u00dferhalb der Klinik zog es ihn immer wieder auf den verwilderten Hof mit wenigen H\u00fchnern und einem zahmen Schwein. Auf Initiative von L\u00fcftner konnte 1994 durch Bereitstellung einer externen Betreuerin seine Entlassung aus der Forensik in Benninghausen erreicht werden. Er bezog eine kleine Wohnung in Soest und hielt Kontakt zur Kunst-Praxis. Neben seinen expressiven Bildern, Zeichnungen und Objekten befasste er sich mit skurrilen Erfindungen und erlangte dazu auch Patente. Er starb 2001.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Karl Burkhard war der dritte K\u00fcnstler, den L\u00fcftner in der Klinik f\u00fcr Psychiatrie 1992 kennenlernte. Sie unterst\u00fctzte ihn und sammelte seine Zeichnungen, die Menschen, Tiere, Fabelwesen, anatomische Darstellungen, Zahlen, Tabellen, Visionen, Weltuntergangszenarien sowie christliche Motive beinhalten. Burkhard war sehr fromm und tr\u00e4umte von einer Pilgerreise nach Lourdes. Die politischen Entwicklungen bereiteten ihm \u2013 \u201ewegen des Fremdenhasses\u201c, wie er sagte \u2013 gro\u00dfe Sorgen. Er malte Volksempf\u00e4nger und lager\u00e4hnliche Geb\u00e4ude. Der Grund: Nur mit viel Gl\u00fcck und Dank der F\u00fcrsorge seiner Eltern, die ihn versteckt hielten, \u00fcberlebte er als mehrfach behinderter Mensch die Pogrome des Dritten Reiches. Nach der Beendigung ihrer Arbeit in der Klinik holte L\u00fcftner ihn oft von der Klinik ab, um ihn in der Kunst-Praxis zeichnen zu lassen und ihm den Kontakt zu Kindern und anderen Teilnehmer*innen zu erm\u00f6glichen. Durch den Verkauf einiger Zeichnungen konnte sie nach seinem Tode eine Grabstelle und eine kirchliche Beerdigung auf dem Patientenfriedhof in Benninghausen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"die-besondere-geschichte-von-alfred-stief\">Die besondere Geschichte von Alfred Stief<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Insbesondere die Geschichte von Alfred Stief erlangte deutschlandweit Aufmerksamkeit. Dies zeigt sich auch in den Berichten der <i>taz<\/i> vom 10. Juli 2010 und in der <i>Psychosozialen Umschau <\/i>(3\/2008, 2\/2009 und 4\/2014). Ausf\u00fchrlich wird hier der Lebenslauf in der Forensik seit 1989 bis zur Entlassung 2009 und den nachfolgenden Jahren in Soest bis zum Tode 2022 geschildert.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Wie bereits erw\u00e4hnt, wird f\u00fcr Alfred Stief nach dem Vorfall mit sexuellem Bezug unter Alkoholeinfluss 1989 eine gerichtliche Bew\u00e4hrung angeordnet und eine Entzugstherapie angeordnet. Da sich kein Therapieplatz findet, wird er 1990 in das westf\u00e4lische Therapiezentrum Lippstadt f\u00fcr Forensische Psychiatrie eingewiesen. Dort kommt er 1992 in Benninghausen in Kontakt mit L\u00fcftner, die ihn nach der Ausstellung A<i>us den Augen \u2013 aus dem Sinn<\/i> auf Anweisung der Klinikleitung nicht mehr besuchen darf. Nach einer kurzen Verlegung nach Marsberg kommt er 1995 zur\u00fcck in Klinik nach Lippstadt. Einige Jahre sp\u00e4ter kommt er in die Ma\u00dfregelvollzugklinik in Rheine, wo er sich 2005 einer Kehlkopfkrebsoperation unterziehen muss. Danach kann er nicht mehr sprechen. Das Kontaktverbot zu L\u00fcftner und der Kunst-Praxis wird aufgehoben. Er verbleibt bis 2007 in Rheine, um dann nach Bad Pyrmont und anschlie\u00dfend zur\u00fcck nach Rheine verlegt zu werden, wo er bis 2009 in der Forensik verbleibt. Schon in den Jahren 2005 und 2006 hatte sich die Kunst-Praxis Soest mit anwaltlicher Hilfe um Aufkl\u00e4rung und Beistand bem\u00fcht \u2013 zun\u00e4chst erfolglos.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">In Rheine wird Stief mit Psychopharmaka und Sedativa behandelt und verliert jede Kreativit\u00e4t. Die Kunst-Praxis Soest und L\u00fcftner stellen 2008 Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Klinik wegen Misshandlung und Freiheitsberaubung. Hierf\u00fcr finden sie den Rechtsanwalt Lutz Eisel \u00fcber den Psychiatrischen Verband als kompetenten Strafverteidiger. Er legt Beschwerde gegen die Fortdauer der Unterbringung, angeordnet durch das Landgericht M\u00fcnster im November 2008, ein. Denn jede Fortdauer verletze den Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit. Stief bekommt Recht. Damit wird er aus dem Ma\u00dfregelvollzug entlassen. Stief verbleibt vorerst in einem Altenheim bei Osnabr\u00fcck. Seit 2005 besucht L\u00fcftner, immer in Begleitung eines weiteren Kunst-Praxis-Mitglieds, ihn jeden Monat \u2013 sowohl in der MRV-Klinik in Rheine und auch im Seniorenheim bei Osnabr\u00fcck. Im Jahr 2012 konnte L\u00fcftner \u2013 inzwischen zur gesetzlichen Betreuerin bestellt \u2013 endlich die Umsiedlung in ein Seniorenheim nach Soest bewirken. Dort gut betreut kann Stief die Kunst-Praxis besuchen, sich weiter seiner k\u00fcnstlerischen Arbeit und einer ehrenamtlichen T\u00e4tigkeit widmen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die gerichtlichen Auseinandersetzungen haben damit aber noch kein Ende. Nach der Entlassung von Stief aus dem Ma\u00dfregelvollzug klagt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe gegen L\u00fcftner auf Unterlassung von acht Aussagen, unter anderem jene, Stief sei zu Unrecht in die Forensik geraten und gegen seinen Willen sediert worden. Die Klage drohte mit hoher Geldstrafe oder Inhaftierung. Komplett abgewiesen mit der Unterlassungsklage in erster Instanz beschloss der Verband in die zweite Instanz zu gehen. Auch hier wurde die Unterlassungsklage bis auf einen Punkt nahezu vollst\u00e4ndig abgewiesen. L\u00fcftner war also nach Entlassung von Stief weitere zwei Jahre gerichtlich gefordert.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Stiefs k\u00fcnstlerische Arbeiten haben nicht nur in Soest Beachtung gefunden. Es gab internationale Ausstellungsbeteiligungen: zum Beispiel in New York und Paris, in Deutschland in der Galerie Zander in K\u00f6ln, in der Galerie K\u00f6nig in M\u00fcnster, zum Kulturhauptstadtjahr 2010 in der Kunsthalle Recklinghausen Outdoor &amp; Outside, in der Kunsthalle D\u00fcsseldorf Avatar und Atavismus etc. Seine Werke haben Eingang in wichtige Kunstsammlungen gefunden, wie die ber\u00fchmte Sammlung Prinzhorn in Heidelberg und die Sammlung <i>Collecting Madness<\/i> von Karin und Gerhard Damann.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Nachdem Alfried Stief nach Soest gezogen war, strengte die Beh\u00f6rde der Klinik eine weitere polizeiliche \u00dcberwachung von Ihm an. Nur durch weitere juristische Unterst\u00fctzung konnte die Kunst-Praxis dies abwenden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Am 9. November 2022 ist Alfred Stief nach zehn Jahren freien Lebens und Schaffens in Soest verstorben und wurde dort auf dem Osthofenfriedhof beigesetzt. Die Kunstwerke von ihm sind ebenso wie die Werke von Burkhard und Struck im kleinen, privaten Museum der Kunst-Praxis untergebracht.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Diese Geschichte zeigt deutlich die Schwierigkeiten, die Rechte und Freiheiten der im Ma\u00dfregelvollzug untergebrachten Personen zu sichern. Deutliche Defizite zeigen sich in dem Auskunftsverhalten der Klinik. Auskunftsrechte bestehen de facto nicht, viele Entscheidungen und Ma\u00dfnahmen werden in den Begr\u00fcndungen nicht ausreichend belegt. Gutachterverfahren bleiben undurchsichtig und erscheinen manchmal sogar beliebig. H\u00e4ufige Betreuerwechsel erschweren die Kommunikation nach Au\u00dfen. Insbesondere die Kommunikation mit der Au\u00dfenwelt muss f\u00fcr die Insassen der Forensik deutlich verbessert werden. Eventuelle \u00dcberheblichkeiten der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden, wie in den geschilderten F\u00e4llen, sind inakzeptabel. Weitere \u00dcberwachungen nach der Entlassung sind \u00fcbergriffig und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig. Eine Transformation des Sanktionsrechts und der Ma\u00dfregelungen ist, wie in vielen Beitr\u00e4gen dieses Heftes gefordert, so zeigen die Erfahrungen von L\u00fcftner mit der Forensik und (ehemaligen) Insassen, dringend anzustreben.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ein Einsatz zur Verbesserung ist auch das Bestreben der Humanistischen Union.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-autoreninfo-western\"><em><strong class=\"western\">Susanne L\u00fcftner<\/strong> studierte Bildende K\u00fcnste und personenbezogene Kunsttherapie. Mit vielf\u00e4ltigen Lehrt\u00e4tigkeiten vermittelt sie ihre Erfahrungen mit Kommunikation und durch k\u00fcnstlerische Prozesse Menschen neue Wege zu finden. Sie gr\u00fcndete die Kunst-Praxis Soest als offene Bildungseinrichtung. Weitere Infos zur Kunst-Praxis und Susanne L\u00fcftner: www.kunst-praxis.de und www.susanne-lueftner.de.<\/em><\/p>\n<p class=\"v-autoreninfo-western\"><em><strong class=\"western\">WERNER Bergmann <\/strong>ist Diplom-Ingenieur und \u00d6konom. Zudem ist er seit Oktober 2023 Mitglied des Bundesvorstands der Humanistischen Union und der Redaktion der <b>vor<\/b>g\u00e4nge. Neben seiner beruflichen Orientierung ist er vielf\u00e4ltig in lokale soziale Aktivit\u00e4ten eingebunden. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind Technologie-Entwicklung, Wirtschaftspolitik, \u00d6konomieanpassung, Klimaschutz und das Verh\u00e4ltnis von Staat und Kirche.<\/em><\/p>\n<p class=\"v-zwischen\u00fcberschrift-2-western\">Anmerkungen:<\/p>\n<div id=\"sdendnote1\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote1anc\" name=\"sdendnote1sym\">i <\/a>Vgl. hierzu auch den Beitrag von Heinz Kammeier in diesem Heft.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[47,2957],"tags":[3445,3448,3450,3451],"autoren":[3449],"publikationen":[3419],"class_list":["post-19241","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-lebensweisen-pluralismus","category-strafvollzug","tag-forensik","tag-freiheitsentzug","tag-kunst","tag-kunstfreiheit","autoren-susanne-lueftner-werner-bergmann","publikationen-vorg-243"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Freiheit der Kunst und das Leben in der Forensik - 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