{"id":19355,"date":"2024-05-24T13:40:37","date_gmt":"2024-05-24T11:40:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=19355"},"modified":"2024-05-24T13:40:37","modified_gmt":"2024-05-24T11:40:37","slug":"friedenspaedagogik-im-schatten-des-krieges-gegen-die-ukraine","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-244\/publikation\/friedenspaedagogik-im-schatten-des-krieges-gegen-die-ukraine\/","title":{"rendered":"Friedensp\u00e4dagogik im Schatten des Krieges gegen die Ukraine"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-teaser-western\"><em>Die Friedensp\u00e4dagogik ist durch den Ukrainekrieg in Argumentationsn\u00f6te geraten. Ulrich Frey er\u00f6rtert in seinem Beitrag, der auf einem Vortrag im Evangelischen Bildungszentrum in Bad Alexandersbad basiert, einige Problemfelder, die in der Perspektive der Friedenslogik zu bearbeiten sind. Beleuchtet werden Aspekte wie die zweifelhafte Sinnhaftigkeit des Abbruchs von Beziehungen zu Russland und die Rolle der Ruski Mir-Ideologie, au\u00dferdem die Bedeutung der Zivilgesellschaft f\u00fcr die Gewaltpr\u00e4vention und die prinzipielle Friedensbotschaft von Kultur. Andere Bereiche sind das verfassungsrechtliche Friedensgebot des Grundgesetzes nach Helmut Simon und das \u201ezivilisatorische Hexagon\u201c nach Dieter Senghaas sowie die international unterst\u00fctzte Peace Education als Bildungskonzept. Seine Sorge gilt dem Debattenbeitrag Ma\u00df des M\u00f6glichen der evangelischen Milit\u00e4rseelsorge. Gew\u00fcrdigt wird das beeindruckende pazifistische Testament der 2023 verstorbenen ehemaligen Vizepr\u00e4sidentin des Deutschen Bundestages, Antje Vollmer.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><i>Vorbemerkung<\/i>: Ich bin ein Zeitzeuge f\u00fcr Frieden und Krieg und lebenslang Lernender der Friedenserziehung, aber kein Wissenschaftler. Geboren 1937 in Schlesien, habe ich Krieg, Hunger, Elend, Vertreibung aus der Heimat, Kalten Krieg, Entspannung und Vers\u00f6hnungsarbeit hautnah und intensiv \u00fcber Jahrzehnte erlebt sowie zum Aufbau von Friedensstrukturen in Deutschland und Europa beitragen k\u00f6nnen und zwar seit meinem 15. Lebensjahr in der internationalen Jungendarbeit, beruflich nach dem zweiten juristischem Staatsexamen in der Entwicklungspolitik und als langj\u00e4hriger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Aktionsgemeinschaft Dienst f\u00fcr den Frieden (AGDF) (1972 -2000) und danach bis heute ehrenamtlich in der kirchlichen (Friedensethik) und s\u00e4kularen Friedensarbeit auf zivilgesellschaftlichen Feldern. Einige Erlebnisse aus dieser reichen Zeit werden hier verarbeitet.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"1-prinzipien-der-friedenserziehung\">1. Prinzipien der Friedens&shy;er&shy;zie&shy;hung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Einleitend m\u00f6chte ich zun\u00e4chst kurz nach dem Verst\u00e4ndnis von Friedenserziehung im Kontext des Ukraine-Krieges fragen. Uli J\u00e4ger konstatiert ganz allgemein, der \u201eFriedenserziehung gehe es immer um die F\u00f6rderung friedensorientierter und gewaltfreier Lernprozesse\u201c, sei es im Verh\u00e4ltnis von Eltern zu Kindern, von Lehrenden zu Sch\u00fcler*innen, bei der Reaktion auf milit\u00e4rische Interventionen oder im Verh\u00e4ltnis verfeindeter Konfliktparteien. J\u00e4ger bestimmt Friedensp\u00e4dagogik aber noch mehr als \u201eein umfassendes, internationales Projekt mit dem anspruchsvollen Ziel, einen substantiellen Beitrag zur Etablierung einer Kultur des Friedens zu leisten \u2013 in den jeweiligen Gesellschaften und weltweit. [\u2026] Erziehung zum Frieden hei\u00dft in erster Linie Erziehung zur Politik\u201c (J\u00e4ger 2006: 537f.\/543). Das passendste Verst\u00e4ndnis von Frieden f\u00fcr unser Thema hat Johan Galtung auf die Formel \u201eFrieden = direkter Friede + struktureller Friede + kultureller Friede\u201c gebracht. Zum kulturellen Frieden z\u00e4hlen nach Galtung zum Beispiel die Bereiche Religion, Ideologie, inklusive Nationalismus, Sprache und Kunst (Galtung 2007: 18\/341-366; Werkner\/Ebeling 2016: 22f.).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Das Konzept der Friedenslogik, das ich meinem Beitrag zugrunde lege, st\u00fctzt sich auf die Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung und die Erfahrungen aus einer langj\u00e4hrigen Praxis der zivilen Konflikbearbeitung (Plattform Zivile Konflikbearbeitung 2022). Hanne-Margret Birckenbach hat das Konzept der Friedenslogik als eine aufeinander abgestimmte Abfolge von f\u00fcnf Prinzipien beschrieben, die einen methodischen Leitfaden ergeben, \u201e<i>wie<\/i> [\u2026] L\u00f6sungen f\u00fcr konkrete Friedensprobleme gefunden werden k\u00f6nnen\u201c: \u201e<i>Gewaltpr\u00e4vention<\/i> vermindert Gewalt durch Vorbeugung. <i>Konflikttransformation<\/i> \u00fcberf\u00fchrt konfrontative in kooperative Formationen. Die <i>Dialogvertr\u00e4glichkeit<\/i> der Mittel erweitert Denk- und Kooperationsr\u00e4ume. <i>Normorientierte<\/i> <i>Interessenentwicklung<\/i> verkn\u00fcpft die Ethik des Friedens mit den Anwendungsbedingungen in der Wirklichkeit. <i>Fehlerfreundlichkeit<\/i> wird gebraucht, um aus den Erfahrungen zu lernen\u201c (Birkenbach 2023a: 6; vgl. auch Birkenbach 2023b: 43-46).<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \" align=\"left\"><span id=\"2-erlaeuterung-der-friedenslogik-durch-einige-beispiele-der-aktuellen-konfliktlage\">2. Erl&auml;uterung der Friedens&shy;logik durch einige Beispiele der aktuellen Konflikt&shy;lage<\/span><\/h3>\n<h4 class=\"\"><span id=\"21-russland-und-der-ukrainekrieg\">2.1 Russland und der Ukrai&shy;ne&shy;krieg<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Ist es klug, alle Kontakte zu Russland abzubrechen?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Der russische Pr\u00e4sident Putin hat durch seinen v\u00f6lkerrechtswidrige Angriff mit dem Ziel, die Ukraine zu zerst\u00f6ren, die politische Frage auf die Tagesordnung gesetzt, ob alle Kontakte zu Russland abgebrochen werden sollten. Die Ukraine fordert, Russland aus internationalen Gremien auszuschlie\u00dfen. Aber nein: Verfeindete Staaten \u2013 wie \u00fcbrigens auch Privatpersonen \u2013 m\u00fcssen die M\u00f6glichkeit haben, direkt oder auf dem Umweg \u00fcber Dritte auf einander zuzugehen, wenn es um Fragen des gemeinsamen Interesses geht, um nicht gemeinsam in den Abgrund zu st\u00fcrzen. Das Institut f\u00fcr Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universit\u00e4t Hamburg (IFSH)<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote1sym\" name=\"sdendnote1anc\"><sup>i<\/sup><\/a> hat analysiert, Kontakte zu Russland seien n\u00f6tig, um gegenseitige milit\u00e4rische Fehlwahrnehmungen, etwa bei der Eskalation des Waffeneinsatzes bis hin zu Nuklearwaffen wie in der Kubakrise 1962 zu vermeiden. Je mehr Kooperation in Konflikten in den wichtigen Bereichen erhalten bleibt, desto mehr Friedensgestaltung ist m\u00f6glich. Der Beirat der Bundesregierung \u201eZivile Krisenpr\u00e4vention und Friedensf\u00f6rderung\u201c (2022) empfiehlt in seiner <i>Stellungnahme zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine<\/i>: \u201eAuch wenn die russische Regierung ihre Glaubw\u00fcrdigkeit verspielt hat, sind diplomatische M\u00f6glichkeiten weiterhin voll auszureizen, um eine Verhandlungsl\u00f6sung auf verschiedenen Ebenen voranzubringen\u201c.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dem steht die russische Position gegen\u00fcber, wie sie Dmitri Trenin (2022), Mitglied des Rates f\u00fcr Au\u00dfen- und Verteidigungspolitik Russlands, bei dessen 30. Jahrestagung am 14. Mai 2022 formuliert hat:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eTats\u00e4chlich strebt der Westen danach, Russland als unabh\u00e4ngigen Faktor aus der Weltpolitik zu dr\u00e4ngen und die russische Wirtschaft vollst\u00e4ndig zu zerst\u00f6ren. Ein Erfolg dieser Strategie w\u00fcrde es dem US-gef\u00fchrten Westen erm\u00f6glichen, die \u201aRussland-Frage\u2018 endg\u00fcltig zu l\u00f6sen und g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr einen Sieg in der Konfrontation mit China zu schaffen. [\u2026] Die Haltung eines solchen Gegners l\u00e4sst keinen Raum f\u00fcr einen ernsthaften Dialog, da auf der Grundlage eines Interessenausgleichs praktisch keine Aussicht auf einen Kompromiss besteht, vor allem nicht zwischen den Vereinigten Staaten und Russland\u201c.<\/p>\n<\/blockquote>\n<h4 class=\"\"><span id=\"22-ideologien\">2.2 Ideologien<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Ruskij Mir-Ideologien f\u00f6rdern gegenseitige Bedrohungen und mindern die Dialogvertr\u00e4glichkeit und normorientierte Interessenentwicklung.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Bei meinen sieben Reisen in die Sowjetunion von 1977 bis 1990 lernte ich, mit der ideologieges\u00e4ttigten Kalten-Kriegs-Mentalit\u00e4t in Ost und West umzugehen. Bei den offiziellen Partner*innen aus Politik, Wissenschaft und Kirchen brauchte es Zeit, um nach vielen Sachgespr\u00e4chen Vertrauen aufzubauen. Die Gastfreundschaft bei mehr \u201eprivaten\u201c Begegnungen ber\u00fchrte \u2013 trotz der immer pr\u00e4senten Erinnerung an den Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieg. Frieden zu schaffen, war der sehnlichste Wunsch. Ein besonderes Erlebnis war ein Empfang nach altem russischem Brauch mit Brot und Salz, bei dem Panzersperren an der Stra\u00dfe nach Moskau vor dem Flughafen Scheremetjewo, bis wohin die deutschen Panzer 1941 vorgedrungen waren. In meiner Dankesrede betonte ich, dass wir ohne Waffen aus Deutschland gekommen seien und nach Vers\u00f6hnung nach dem Grauen der gegenseitigen Vernichtung strebten. Viele andauernde Freundschaften sind bei den Besuchen unserer Leute in den Republiken von Archangelsk bis Georgien entstanden. Wir waren offizielle G\u00e4ste im Ausw\u00e4rtigen Amt in Moskau. Heute werden dort aber Vertreter*innen der AfD empfangen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Im Jahr 2014 (Hallbach 2019), als Russland die Krim annektierte und einen Stellvertreterkrieg im ukrainischen Donbas begann, bis hin zum Beginn des v\u00f6lkerrechtswidrigen Krieges ab dem 24. Februar 2022 gegen die Ukraine, haben Putin und Patriarch Kyrill I. (russisch-orthodoxe Kirche) die \u201eRussische-Welt\u201c-Ideologie als Hauptbegr\u00fcndung f\u00fcr die Invasion verwendet. Diese Lehre besagt, dass es eine transnationale russische Sph\u00e4re oder Zivilisation gibt, die \u201eHeiliges Russland\u201c oder \u201eHeilige Rus\u201c genannt wird. Sie umfasst vom Anspruch her Russland, die Ukraine und Wei\u00dfrussland (und manchmal Moldawien und Kasachstan) sowie ethnische Russ*innen und russischsprachige Menschen in der ganzen Welt. Sie geht davon aus, dass diese \u201erussische Welt\u201c ein gemeinsames politisches Zentrum (Moskau), ein gemeinsames geistiges Zentrum (Kiew als \u201eMutter aller Rus\u201c), eine gemeinsame Sprache (Russisch), eine gemeinsame Kirche (die russisch-orthodoxe Kirche, das Moskauer Patriarchat) und einen gemeinsamen Patriarchen (den Patriarchen von Moskau) hat, der \u2013 dem Konzept der <i>symphonia<\/i> entsprechend \u2013 mit einem gemeinsamen Pr\u00e4sidenten\/Nationalen F\u00fchrer (Putin) zusammenarbeitet, um diese russische Welt zu regieren und eine gemeinsame, unverwechselbare Spiritualit\u00e4t, Moral und Kultur aufrecht zu erhalten. Gegen diese \u201eRussische Welt\u201c steht der \u201ekorrupte Westen\u201c, angef\u00fchrt von den Vereinigten Staaten und den westeurop\u00e4ischen Nationen, der vor dem \u201eLiberalismus\u201c, der \u201eGlobalisierung\u201c, der \u201eChristenfeindlichkeit\u201c, den in Schwulenparaden propagierten \u201eRechten von Homosexuellen\u201c und dem \u201emilitanten S\u00e4kularismus\u201c kapituliert hat. Gegen\u00fcber dem Westen und denjenigen Orthodoxen, die dem Schisma und dem Irrtum verfallen sind (wie der \u00f6kumenische Patriarch Bartholom\u00e4us I. und andere orthodoxe Ortskirchen), stehen das Moskauer Patriarchat und Wladimir Putin als die wahren Verteidiger der orthodoxen Lehre, die sie im Sinne einer traditionellen Moral, eines rigorosen und unflexiblen Traditionsverst\u00e4ndnisses und der Verehrung des Heiligen Russlands verstehen und akzentuieren. Bei einer Reise auf die Krim im Jahre 2017 pries Putin den Zar Alexander III. (1881-1894) f\u00fcr seinen Einsatz f\u00fcr \u201enationale Traditionen\u201c. Der Zar habe fest daran geglaubt, \u201edass es f\u00fcr eine gro\u00dfe Nation entscheidend ist, ihre Identit\u00e4t zu wahren, dass jede Bewegung vorw\u00e4rts unm\u00f6glich ist ohne Respekt f\u00fcr die eigene Geschichte und Kultur und die eigenen spirituellen Werte.\u201c<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Es gibt Widerspruch.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Orthodoxe Theologen wenden sich mit einer Erkl\u00e4rung gegen die Lehre von der \u201eRussischen Welt\u201c: \u201eF\u00fcr den Frieden der ganzen Welt, f\u00fcr das Wohlergehen der heiligen Kirchen Gottes, und f\u00fcr die Einheit aller lasst uns zum Herrn beten\u201c (G\u00f6ttliche Liturgie)<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote2sym\" name=\"sdendnote2anc\"><sup>ii<\/sup><\/a> (Raiser 2022: 33):<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eDie russische Invasion in die Ukraine am 24. Februar 2022 ist eine historische Bedrohung f\u00fcr ein Volk mit orthodoxer christlicher Tradition. Noch beunruhigender f\u00fcr die orthodoxen Gl\u00e4ubigen ist, dass die leitende Hierarchie der Russischen Orthodoxen Kirche sich geweigert hat, diese Invasion als das zu bezeichnen, was sie ist, und stattdessen vage Erkl\u00e4rungen \u00fcber die Notwendigkeit des Friedens angesichts der \u201aEreignisse\u2018 und \u201aFeindseligkeiten\u2018 in der Ukraine abgegeben hat, w\u00e4hrend sie die br\u00fcderliche Natur des ukrainischen und des russischen Volkes als Teil der \u201aHeiligen Rus\u2018 betonte, die Feindseligkeiten dem b\u00f6sen \u201aWesten\u2018 anlastete und sogar ihre Gemeinden anwies, in einer Weise zu beten, die die Feindseligkeit noch zus\u00e4tzlich f\u00f6rdert. Die Unterst\u00fctzung des Krieges von Pr\u00e4sident Wladimir Putin gegen die Ukraine durch viele Mitglieder der Hierarchie des Moskauer Patriarchats hat ihre Wurzeln in einer Form von orthodoxem ethnophyletischem religi\u00f6sem Fundamentalismus mit totalit\u00e4rem Charakter, genannt \u201aRuskii Mir\u2018 oder \u201adie Russische Welt\u2018, eine falsche Lehre, die viele in der orthodoxen Kirche anzieht, obgleich sie von der extremen Rechten und auch von katholischen und protestantischen Fundamentalisten aufgegriffen und verbreitet wurde.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Gruppe <i>\u201eChristliche Vision\u201c des Koordinierungsrats von Belarus<\/i> hat den Angriff auf die Ukraine am 24.2.2022 scharf verurteilt<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote3sym\" name=\"sdendnote3anc\"><sup>iii<\/sup><\/a>:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eWir, Priester, Theolog*innen und aktive Laien der orthodoxen, r\u00f6misch-katholischen, griechisch-katholischen, anglikanischen und evangelischen Kirche, verurteilen aufs Sch\u00e4rfste die Aggression des Putin-Regimes gegen die Ukraine. Im Namen Jesu Christi rufen wir dazu auf, den Angriff und die milit\u00e4rische Aggression zu stoppen! Wir sind emp\u00f6rt \u00fcber das verfassungswidrige Vorgehen des Lukaschenka-Regimes, das Territorium der Republik Belarus der ausl\u00e4ndischen Armee zur Durchf\u00fchrung von Aggressionen gegen ein anderes Land zur Verf\u00fcgung zu stellen.\u201c An Kirchenleitungen von Russland und Belarus appelliert die Gruppe, ihre Stimmen zur Verteidigung des Friedens zu erheben, die Aggression zu verurteilen und die Regierungen beider L\u00e4nder aufzufordern, die Feindseligkeiten einzustellen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Gruppe segnet, \u201ejeden belarussischen und russischen Soldaten, der sich weigert, an einer milit\u00e4rischen Aggression teilzunehmen\u201c.<\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"23-gewaltfreiheit\">2.3 Gewalt&shy;frei&shy;heit<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Zivilgesellschaft, Freiwilligen \u2013 und Friedensdienste f\u00f6rdern Verst\u00e4ndigung und Vers\u00f6hnung und damit die Gewaltpr\u00e4vention.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">OKR i.R. Klaus Eberl, Evangelische Kirche im Rheinland, ist der Motor der vers\u00f6hnenden <i>Initiative Pskow<\/i>. Seine Kirchengemeinde hat in 30-j\u00e4hriger Arbeit ein Heilp\u00e4dagogisches Zentrum in Pskow in der N\u00e4he von St. Petersburg f\u00fcr Behinderte eingerichtet: \u201eWir waren von Anfang an \u00fcberzeugt, dass zur Vers\u00f6hnung auch Taten geh\u00f6ren. Die bedr\u00fcckende Situation von Menschen mit einer Behinderung, die wir auf unserer Reise erlebt hatten, bot sich daf\u00fcr besonders an\u201c<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote4sym\" name=\"sdendnote4anc\"><sup>iv<\/sup><\/a>. Eine F\u00f6rderschule f\u00fcr geistig- und schwerstmehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche wurde gebaut. Mitarbeitende wurden gesucht und ein Konzept f\u00fcr die Arbeit mit Behinderten entwickelt. Das Zentrum wurde zum Leuchtturmprojekt f\u00fcr die Arbeit mit Behinderten in Russland. Die Initiative Pskow verurteilte den \u00dcberfall Putins \u2014 nicht der russischen Bev\u00f6lkerung \u2014 auf die Ukraine. Die Rahmenbedingungen des Projektes f\u00fcr die Zukunft sind unsicher.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Der <i>Freiwilligen- und Friedensdienst \u201eForum Ziviler Friedensdienst\u201c<\/i> unterst\u00fctzt auch w\u00e4hrend des laufenden Krieges ukrainische Partnerorganisationen mit Fachkr\u00e4ften des Zivilen Friedensdienstes (ZFD), humanit\u00e4re Hilfe bei der Bew\u00e4ltigung der Kriegsfolgen, bei der Dokumentation und Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen und Traumatisierungen, bei der Stabilisierung der Projektpartner und ihrer Teams, um zivilgesellschaftliche Strukturen aufrechtzuerhalten sowie Gewalt in gesellschaftlichen Konflikten vorzubeugen und zu reduzieren. Ein besonderes Projekt ist zusammen mit der Nachbarschaftsinitiative \u201eZatsikavleni\u201c (\u201eGute Nachbarschaft\u201c) die Belebung der Tradition der Hinterh\u00f6fe in Odessa. Sie sind wie fr\u00fcher Orte der sozialen Interaktion und Basis f\u00fcr eine starke und widerstandsf\u00e4hige Zivilgesellschaft. Ausgebildete Community-Koordinator*innen (CK) animieren zu Nothilfe und gegenseitiger Unterst\u00fctzung. (Ziviler Friedensdienst in der Ukraine 2023)<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Der Friedensdienst <i>Kurve Wustrow<\/i>, seit 2017 in der Ukraine mit dem Zivilen Friedensdienst aktiv, zielt auf eine Reduzierung und Pr\u00e4vention innerukrainischer Gewalt in politischen Konflikten in den unter ukrainischer Kontrolle stehenden Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk. Sie sind Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatist*innen. Die <i>Kurve Wustrow<\/i> unterst\u00fctzt die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen unabh\u00e4ngig davon, auf welcher Seite sie geschehen sind, die Schaffung von Lernorten zur Information \u00fcber Verbrechen und die gesellschaftliche Auseinandersetzung dazu. Au\u00dferdem werden Trainer*innen und Berater*innen aus sozialen Bewegungen mehrerer ukrainischer Regionen ausgebildet. Sie werden langfristig begleitet, um eigene Gruppen, andere Akteur*innen und Netzwerke zur konstruktiven Konfliktbearbeitung zu bef\u00e4higen<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote5sym\" name=\"sdendnote5anc\"><sup>v<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"24-kunst-und-kultur\">2.4 Kunst und Kultur<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Eklats und Skandale (zer)st\u00f6ren die Friedensbotschaft der Kultur und damit die normorientierte Entwicklung von Interessen an einer gemeinsamen Kultur.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Klassische Konflikte zwischen Kunst und Kultur einerseits und Politik andererseits sind wegen des Ukrainekrieges wieder aktuell. Wir erinnern uns an die Auseinandersetzungen um Bertolt Brecht wegen seiner Verteidigung der DDR. Im Rahmen der Maifestspiele 2023 des Staatstheaters Wiesbaden war die russisch-\u00f6sterreichische Sopranistin Anna Netrebko, nach eigenen Angaben \u201eweder Mitglied einer politischen Partei noch mit irgendeinem F\u00fchrer Russlands verbunden\u201c<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote6sym\" name=\"sdendnote6anc\"><sup>vi<\/sup><\/a>, in der Rolle der Abigaille in Giuseppe Verdis Oper <i>Nabucco<\/i> mit dem ber\u00fchmten \u201eGefangenenchor\u201c vor ausverkauftem Haus aufgetreten. Diese Festspiele waren dem Thema \u201epolitische Gefangene\u201c (!!) gewidmet. Das hat im Vorfeld des Abends zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Wiesbaden und dem Land Hessen einerseits und dem streiterprobten Intendanten des Staatstheaters, Uwe Eric Laufenberg, gef\u00fchrt, der sich als K\u00e4mpfer f\u00fcr die Freiheit der Kunst sieht. K\u00fcnstler*innen d\u00fcrften nicht ausgeschlossen werden. Der Skandal zog Kreise bis in die Ukraine und in das internationale Musikleben. Weil das Taras-Schewtschenko-Theater aus Charkiv, das auch zu den Festspielen eingeladen war, nicht \u00fcber das Engagement f\u00fcr die Netrebko informiert wurde, sagte es die Tournee ab.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auch im Literaturbetrieb geht es um Politik und Kunst. Der B\u00f6rsenverein des Deutschen Buchhandels hat den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2022 an den ukrainischen Schriftsteller und Musiker Zhadan verliehen, der die Russen \u201ehasst\u201c. Das ist das Gegenst\u00fcck zum Fall Netrebko. Zhadan hat in seinem Buch <i>Himmel \u00fcber Charkiv, <\/i>so etwa die Wochenzeitung <i>Die Zeit<\/i> die Russen als \u201eHorde\u201c, Verbrecher\u201c, \u201eTiere\u201c und \u201eUnrat\u201c bezeichnet und mit \u201eBrennt in der H\u00f6lle\u201c verunglimpft. <i>Die Zeit<\/i> antwortet auf die Frage \u201eDarf das sein?\u201c mit: \u201eLeider ja\u201c. Zhadan begr\u00fcndet seinen Ausfall so: \u201eDie Russen sind Barbaren, sie sind gekommen, um unsere Geschichte, unsere Kultur, unsere Bildung zu vernichten\u201c<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote7sym\" name=\"sdendnote7anc\"><sup>vii<\/sup><\/a>. Der Schriftsteller unterscheidet nicht zwischen Putin und dem russischen Volk. Der B\u00f6rsenverein verst\u00e4rkt mit der Preisverleihung den sich ausbreitenden Russenhass.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dagegen ist ein Nachdenken \u00fcber die Dimensionen des Ukrainekrieges n\u00f6tig, um sich dem Frieden zu n\u00e4hern. F\u00fcr einen Anreiz sorgte bei der Er\u00f6ffnung der Leipziger Buchmesse 2023 die Auszeichnung der russischen Lyrikerin Maria Stepanova mit dem Leipziger Buchpreis zur Europ\u00e4ischen Verst\u00e4ndigung. Lothar Schr\u00f6der schrieb in der \u201eRheinischen Post\u201c vom 25. April 2023 \u00fcber ihr Langgedicht <i>Winterpoem 20\/21<\/i>: \u201eSie ist eine Erkunderin der menschlichen Seele, des Leids, der Hoffnung, der Trauer\u201c und von einem \u00f6ffentlichen Auftritt aus Anlass der Buchmesse:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eDer Ukrainekrieg habe auch ihren Blick als Dichterin ver\u00e4ndert. Sie schaue jetzt anders auf ihre eigenen Texte und die der anderen. Denn lange Zeit habe sie in dem Glauben gelebt, dass wir nach den Gewaltexzessen des 20. Jahrhunderts in einem \u201apost-katastrophalen Zeitalter\u2018 angekommen seien. Doch habe sie jetzt erkannt, dass es sich tats\u00e4chlich nur um ein \u201aLeben im Vorfeld der Katastrophe\u2018 gehandelt habe\u201c<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote8sym\" name=\"sdendnote8anc\"><sup>viii<\/sup><\/a>.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Der freie Journalist Roland Bathon macht den Kreml wegen umfangreicher Repressionen f\u00fcr einen Niedergang der russischen Kultur verantwortlich. Doch es g\u00e4be \u201eHoffnungen f\u00fcr das \u00dcberleben einer Gegenszene\u201c (Bathon 2023; vgl. auch Golowina 2023: 22). Zu Beginn h\u00e4tten sich zahlreiche Musiker*innen, Schauspieler*innen und K\u00fcnstler*innen gegen den Krieg ausgesprochen. Wegen der Repressionen seien die \u201ekulturell Aktiven in drei Fraktionen\u201c zerfallen: diejenigen, die bei der \u00f6ffentlichen Verurteilung der Invasion bleiben, zweitens die verstummen, aber jede \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung vermeiden und drittens die, die sich dem Feldzug ihrer M\u00e4chtigen \u00f6ffentlich anschlie\u00dfen. Im Ausland w\u00fcrden die angepassten K\u00fcnstler*innen nicht mehr akzeptiert, w\u00e4hrend die regimekritischen \u201eumso mehr gefeiert\u201c w\u00fcrden, so russische Filmemacher 2022 beim Filmfestival in Cannes. Der Film des geflohenen Regisseurs Kiril Serebrennikow <i>Tschaikowskys Frau<\/i> nahm am Hauptwettbewerb teil. Regimekritische K\u00fcnstler*innen seien in Russisch verstehende L\u00e4nder geflohen, jedoch nicht in den \u201ezahlungskr\u00e4ftigen, aber sprachlich meist inkompatiblen Westen\u201c. Dort seien sie finanziell nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig. In der Musikszene seien die nicht angepassten russischen Musiker immer noch die erfolgreichsten. Deshalb bem\u00fche sich die russische Regierung gegenw\u00e4rtig <i>YouTube<\/i> zu sperren, \u201edas letzte frei zug\u00e4ngliche westliche Soziale Netzwerk\u201c. \u00dcber das Internet finde die nicht erw\u00fcnschte Musik \u00fcber schwer kontrollierbare Wege ins Land. Zu erwarten sei, dass verbotene Musik wie zu Sowjetzeiten wieder in die Subkultur von Moskau und St. Petersburg abwandere. \u201eSo liegt die gr\u00f6\u00dfte Hoffnung der russischen Kultur tats\u00e4chlich auf der kreativen Musikszene \u2013 ob jung oder alt. Sie ist auch geeignet, [\u2026] ein Licht f\u00fcr den Frieden zu verbreiten, inmitten einer tr\u00fcben, r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten \u201aRussischen Welt\u2018 des grauen Heldenpatriotismus\u201c (Barton 2023).<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"3-verschiedene-zugaenge-zur-friedenserziehung\">3. Verschie&shy;dene Zug&auml;nge zur Friedens&shy;er&shy;zie&shy;hung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Friedenserziehung betrifft sehr unterschiedliche Lebensbereiche von der Religion bis zur Politik. Entsprechend divers verwurzelt ist Friedenserziehung. Ich akzentuiere drei Bereiche.<\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"31-verfassungsrecht\">3.1 Verfas&shy;sungs&shy;recht<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Der fr\u00fchere Richter am Bundesverfassungsgericht Helmut Simon hat das Friedensgebot des Grundgesetzes f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland aus seinem Text in neun Punkten extrapoliert:<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Leitend bekennt die Pr\u00e4ambel, \u201evon dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen\u201c, habe sich \u201edas Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben\u201c. Art. 1 Abs. 2 bekr\u00e4ftigt \u201edie unverletzlichen und unver\u00e4u\u00dferlichen Menschenrechte als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt\u201c, Art. 20 Abs. 3 die Bindungen an \u201eRecht und Gesetz\u201c und an die \u201eallgemeinen Regeln des V\u00f6lkerrechts\u201c (Art. 25), wozu auch das v\u00f6lkerrechtliche Gewaltverbot geh\u00f6rt. Art. 26 Abs. 1 Satz 1 konkretisiert das Verbot des \u201eAngriffskrieges und von friedensst\u00f6renden Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der V\u00f6lker zu st\u00f6ren\u201c und den Auftrag an den Gesetzgeber zur P\u00f6nalisierung aller Verst\u00f6\u00dfe gegen dieses verfassungsrechtliche Verdikt (Art. 26 Abs. 1 Satz 2) sowie die Genehmigungspflichtigkeit von \u201ezur Kriegsf\u00fchrung bestimmter Waffen\u201c (Art. 26 Abs. 2). Art. 24 Abs. 1 erlaubt es, Hoheitsrechte durch (einfaches) Bundesgesetz auf \u201ezwischenstaatliche Einrichtungen\u201c zu \u00fcbertragen. Art. 23 enth\u00e4lt eine Verpflichtung zur Mitwirkung an der europ\u00e4ischen Einigung, Art. 24 Abs. 2 die M\u00f6glichkeit der Einordnung in ein \u201eSystem gegenseitiger kollektiver Sicherheit\u201c. Art. 24 Abs. 3 gebietet die Unterwerfung unter eine allgemeine, umfassende, obligatorische internationale Gerichtsbarkeit. Art. 20 Abs. 1 regelt das Demokratiegebot und seine besondere Relevanz f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis von Gesetzgeber und Exekutive in der Friedens- und Sicherheitspolitik. (Deieroth 2010)<\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"32-zivilisierte-konfliktbearbeitung-das-zivilisatorische-hexagon\">3.2 Zivili&shy;sierte Konflikt&shy;be&shy;a&shy;r&shy;bei&shy;tung: das zivili&shy;sa&shy;to&shy;ri&shy;sche Hexagon<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Das <i>zivilisatorische Hexagon<\/i> von Dieter Senghaas (1995: 37ff.) mit sechs Komponenten f\u00fcr eine \u201ezivilisierte Konfliktbearbeitung\u201c als \u201etheoretischer Unterbau f\u00fcr die Entwicklung der Friedensf\u00e4higkeit von Menschen, Gesellschaften und Staaten\u201c (J\u00e4ger 2015) ist ein Ergebnis der Forschung zu Entwicklungsl\u00e4ndern und der Friedensforschung. Die Komponenten Gewaltmonopol, Rechtsstaatlichkeit, demokratische Partizipation, soziale Gerechtigkeit, konstruktive Konfliktstruktur und Interdependenzen und Affektkontrolle k\u00f6nnen im Verbund der vielf\u00e4ltigen R\u00fcckkoppelungen Gewalt transformieren und so eine \u201eKultur des Friedens\u201c f\u00f6rdern.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><i><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"286\" height=\"176\" class=\"size-full wp-image-19356 alignleft\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hexagon.png\" alt=\"\" \/><br clear=\"left\" \/>\u00c1bb. 1: Schaubild \u201eDas zivilisatorische Hexagon\u201c.<\/i><\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"33-vereinte-nationen-peace-education\">3.3 Vereinte Nationen: Peace Education<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><i>Im internationalen Bereich<\/i> hat <i>Peace Education<\/i> als Bildungskonzept nach dem Zweiten Weltkrieg in offiziellen internationalen Dokumenten und Rahmenvereinbarungen einen festen Platz gefunden, unter anderem in der Pr\u00e4ambel der UNESCO: \u201eDa Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden\u201c (UNESCO 1945). Die Vereinen Nationen haben in dem Beschluss zu einer \u201eDekade f\u00fcr eine Kultur des Friedens und der Erziehung zur Gewaltlosigkeit f\u00fcr die Kinder der Welt 2000-2010\u201c das Konzept der Kultur des Friedens als Bildungsziel festgehalten. \u201eKultur des Friedens wird dort definiert als ein Set von Werten, Einstellungen, Verhaltensweisen und Lebensweisen, die Gewalt ablehnen und Konflikte verhindern, indem sie an den tieferen Wurzeln der Probleme ansetzen durch Dialog und Verhandlungen zwischen Individuen, Gruppen und Nationen [\u2026] Bildung ist zentral f\u00fcr die Schaffung einer Kultur des Friedens\u201c (Kruck 2022: 5f.).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dieses Verst\u00e4ndnis einer Kultur des Friedens wird aber in der kritischen Friedensp\u00e4dagogik und in der \u201edekolonialen Perspektive\u201c als \u201eliberales Peacebuilding\u201c kritisiert, das \u201enur auf reine Haltungs- und Verhaltens\u00e4nderungen abziele und dabei die strukturellen Bedingungen vernachl\u00e4ssige. [\u2026] Es diene der Befriedung mithilfe eines nicht-kontextualisierten Curriculums, das den Opfern (z.B. Bewohner*innen von Fl\u00fcchtlingslagern) die Notwendigkeit der Haltungs- und Verhaltens\u00e4nderung aufb\u00fcrde ohne die strukturellen und geopolitischen Faktoren zu ber\u00fccksichtigen, welche Konflikte und Gewalt f\u00f6rdern\u201c (Kruck 2022: 8).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">In Aufnahme dieser Kritik spricht das Inter-Agency Network for Education in Emergencies (INEE, Internationales Netzwerk f\u00fcr Bildung in Notsituationen) von \u201ekonfliktsensiblen Bildungssystemen\u201c. INEE hat Leitprinzipien der konfliktsensiblen Bildung formuliert. In einer Bildungs \u2013 und Konfliktanalyse sind unter anderem der Kontext von Bildung und Konflikten sowie M\u00f6glichkeiten der Konfliktversch\u00e4rfung oder -entsch\u00e4rfung zu untersuchen. In Anwendung des \u201eDo no harm\u201c-Prinzipes d\u00fcrfen keine Gruppen bevorzugt werden. Unzul\u00e4ssig sind die F\u00f6rderung von Hass und Ausgrenzung sowie die Verst\u00e4rkung von Geschlechterungerechtigkeit. Zentral ist die Beteiligung der Betroffenen. Die Priorit\u00e4t liegt bei der Pr\u00e4vention, sprich dem Schutz von Einrichtungen und Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch und Ausbeutung. Zur Umsetzung dieser Leitprinzipien m\u00fcssen praktische und theoretische Ansatzpunkte im jeweiligen Kontext gefunden werden sowie Institutionen und Strukturen des Bildungswesens. (Kruck 2022: 12ff.)<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"4-friedenslogik-versus-sicherheitslogik-antje-vollmers-niederlage\">4. Friedens&shy;logik versus Sicher&shy;heits&shy;lo&shy;gik: Antje Vollmers Niederlage?<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die Evangelische Milit\u00e4rseelsorge konzipiert die Friedensp\u00e4dagogik in der Konsequenz des Krieges in der Ukraine von der Sicherheitslogik her. Reiner Anselm (Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen), schreibt unter Verweis auf den Diskussionsbeitrag der Evangelischen Milit\u00e4rseelsorge <i>Ma<\/i><i>\u00df<\/i><i> des M\u00f6glichen<\/i>, einem Policy-Papier: \u201eIn der jetzt anstehenden Neuakzentuierung gilt es dann auch, die anderen Felder evangelischer Friedensethik, gerade auch die zivile Friedensarbeit und die Friedensp\u00e4dagogik mit den Elementen der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik zu verklammern\u201c (Anselm 2023: 44f.) Der \u201eDebattenbeitrag\u201c ist nach Meinung des Herausgebers, des Evangelischen Milit\u00e4rbischofs Felmberg, \u201eanschlussf\u00e4hig an vorangegangene Diskurse in den Kirchen, aber auch pointiert genug, um die Diskussion, die jetzt n\u00f6tig ist, weiterzubringen\u201c (Evangelisches Bundesamt f\u00fcr die Bundeswehr im Auftrag des Evangelischen Milit\u00e4rbischofs 2023: 4).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Autor*innen des Textes, die alle der Milit\u00e4rseelsorge verbunden sind (Dirck Ackermann, Reiner Anselm, Katja Bruns, Michael Haspel, Friedrich Lohmann, Bernd Oberdorfer), m\u00f6chten im Rahmen der \u201eFriedensbildung\u201c (Evangelisches Bundesamt f\u00fcr die Bundeswehr im Auftrag des Evangelischen Milit\u00e4rbischofs 2023: 63) konstruktiv \u00fcberlegen, \u201ewie mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre umgegangen werden soll, die eine werteorientierte Motivation und Legitimation von milit\u00e4rischen Eins\u00e4tzen weitgehend diskreditiert haben, nicht zuletzt, weil Ziele benannt wurden, die mit den bereitgestellten Mitteln nicht zu erreichen waren.\u201c Zusammenfassend schlie\u00dft das Papier:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eIn einem solchen Ordnungsmodell [des menschenrechtsorientierten Multilateralismus] werden das Recht auf Selbstverteidigung und die Pflicht zu einer an Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit orientierten Nothilfe wichtig bleiben, [\u2026] Evangelische Ethik wird sich an der Debatte um die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit beteiligen. Hierzu bedarf es komplexer G\u00fcterabw\u00e4gungen und einer Orientierung bei Pflichtenkollisionen. Am ehesten gelingen kann dies in einem Ethiktypus, der Friedensethik als Verantwortungsethik entwickelt. Dietrich Bonhoeffers \u00dcberlegungen zur \u201aStruktur des verantwortlichen Lebens\u2018 in seinen Fragmenten zur \u201aEthik\u2018 k\u00f6nnen gerade mit Blick auf die Aporien und Dilemmata des Politischen Ankn\u00fcpfungspunkte bieten. Im Begriff der Verantwortung werden die moralischen Bindungen und Pflichten mit den Folgen des eigenen, individuellen und kollektiven, Handelns vermittelt. Damit wird evangelische Friedensethik im Horizont einer Ethik des Politischen responsiv, wirklichkeitsges\u00e4ttigt, situationskompatibel, nah an Handlungskontexten politischer Verantwortung \u2013 mit einem Wort: \u201arealistisch\u2018 \u2013 entwickelt werden k\u00f6nnen\u201c (Evangelisches Bundesamt f\u00fcr die Bundeswehr im Auftrag des Evangelischen Milit\u00e4rbischofs 2023: 64).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die nicht nur von mir sehr gesch\u00e4tzte fr\u00fchere Vizepr\u00e4sidentin des Deutschen Bundestages Antje Vollmer, verstorben am 15. M\u00e4rz 2023, eine lebenslange K\u00e4mpferin der aktiven Gewaltfreiheit und damit der Friedenslogik, hat in ihrem Verm\u00e4chtnis <i>Was ich noch zu sagen h\u00e4tte<\/i> unter dem Eindruck von Panzertransporten von West nach Ost und von Ost nach West geschrieben:<\/p>\n<blockquote class=\"western\">\n<p>\u201eNein, sie [die Panzer im Ukraine-Krieg] w\u00fcrden diesmal erneut den waffenstarrenden Abgrund zwischen zwei Machtbl\u00f6cken markieren, an dem die Welt sich vielleicht zum letzten Mal in einer Konfrontation mit m\u00f6glicherweise apokalyptischem Ausgang gegen\u00fcbersteht. Wir befanden uns also wieder im Kalten Krieg und in einer Spirale der gegenseitigen existenziellen Bedrohung \u2013 ohne Ausweg, ohne Perspektive. Alles, wogegen ich mein Leben lang politisch gek\u00e4mpft habe, war mir in diesem Moment pr\u00e4sent als eine einzige riesige Niederlage\u201c (Vollmer 2023).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Vollmer folgt dem Konzept der Friedenslogik. Friedensethisch und friedenspolitisch hat sie im Sinne des Bildungsziels der \u201eDekade f\u00fcr eine Kultur des Friedens und der Erziehung zur Gewaltlosigkeit f\u00fcr die Kinder der Welt 2000-2010\u201c gearbeitet (Kruck 2022: 8). Sie kritisiert den Niedergang der europ\u00e4ischen Friedenspolitik nach 1989, weil die von Gorbatschow gewollten gewaltfreien Initiativen f\u00fcr ein Europa im Sinne der \u201eCharta von Paris f\u00fcr ein neues Europa\u201c (1990) von der Hybris des Westens, \u201esich zum Sieger zu erkl\u00e4ren\u201c nicht mitgetragen wurden. Gorbatschows gewaltfreier Ansatz zur Umwandlung der Sowjetunion wurde in Russland und im Westen als Schw\u00e4che gedeutet. \u201eNeben diesem Hang zum Heroischen und zur Selbsterh\u00f6hung liegt hier die Wurzel, die ich f\u00fcr den Grundirrtum einer europ\u00e4ischen Identit\u00e4t halte: das scheinbar unausrottbare Bed\u00fcrfnis nach nationalem Chauvinismus.\u201c Antje Vollmer endet mit der schlichten pazifistischen Bitte zum Lernen: \u201eDer Hass und die Bereitschaft zum Krieg und zur Feindbildproduktion ist tief verwurzelt in der Menschheit, gerade in Zeiten gro\u00dfer Krisen und existentieller \u00c4ngste. Heute aber gilt: Wer die Welt wirklich retten will, diesen kostbaren einzigartigen wunderbaren Planeten, der muss den Hass und den Krieg gr\u00fcndlich verlernen. Wir haben nur diese eine Zukunftsoption\u201c (Vollmer 2023).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-autoreninfo-western\"><em><strong class=\"western\">Ulrich Frey<\/strong> ist Mitglied des Vorstandes der Martin-Niem\u00f6ller-Stiftung e.V. und des \u00d6kumenischen Instituts f\u00fcr Friedenstheologie; Mitarbeit zu Friedensfragen in der Evangelischen Kirche im Rheinland. eMail: ulrich.frey@web.de.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h3>\n<p align=\"justify\"><em>Anselm, Reiner<\/em> 2023: Ma\u00df des M\u00f6glichen. Die Friedensethik muss in Konsequenz des Krieges in Osteuropa zwar nicht neu geschrieben werden, aber anders, in: <em>Zur Sache BW<\/em>, Nr. 43 = H., S. 44-45.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Bathon, Roland<\/em> 2023: Zur\u00fcck in den Untergrund, in: <em>IPG-Demokratie und Gesellschaft<\/em> vom 02.03.2023.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Beirat der Bundesregierung Zivile Krisenpr\u00e4vention und Friedensf\u00f6rderung<\/em> 2022: Stellungnahme: Zum Russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Empfehlungen des Beirats der Bundesregierung Zivile Krisenpr\u00e4vention und Friedensf\u00f6rderung, Berlin; <a href=\"https:\/\/beirat-zivile-krisenpraevention.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Stellungnahme_russischer_Angriffskrieg_ge-gen_die_Ukraine_Beirat_Zivile_Krisenpraevention_2022_05_11.pdf\">https:\/\/beirat-zivile-krisenpraevention.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Stellungnahme_russischer_Angriffskrieg_ge-gen_die_Ukraine_Beirat_Zivile_Krisenpraevention_2022_05_11.pdf<\/a> (letzter Aufruf 16.6.223).<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Birckenbach, Hanne-Margret<\/em> 2023a: Friedenslogik verstehen. Frieden hat man nicht. Frieden muss man machen, Frankfurt am Main.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Birckenbach<\/em> 2023b: Dennoch friedenslogisch denken und handeln! F\u00fcnf zivilgesellschaftliche Arbeitsfelder, in: <em>Wissenschaft &amp; Frieden<\/em>, H. 2, S. 43-46.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Deiseroth, Dieter<\/em> 2010: Das Friedensgebot des Grundgesetzes. Anspruch und Wirklichkeit nach 60 Jahren, in: <em>vorg\u00e4nge. Zeitschrift f\u00fcr B\u00fcrgerrechte und Gesellschaftspolitik<\/em>, Nr. 189 = Jg. 49, H. 1, S. 103-115.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Evangelisches Bundesamt f\u00fcr die Bundeswehr im Auftrag des Evangelischen Milit\u00e4rbischofs<\/em> (Hrsg.) 2023: Ma\u00df des M\u00f6glichen. Perspektiven evangelischer Friedensethik angesichts des Krieges in der Ukraine. Ein Debattenbeitrag, Berlin, <a href=\"https:\/\/www.bundeswehr.de\/resource\/blob\/5586906\/60b681196328321d90e4fcf9297a7501\/mass-des-moeglichen-data.pdf\">https:\/\/www.bundeswehr.de\/resource\/blob\/5586906\/60b681196328321d90e4fcf9297a7501\/mass-des-moeglichen-data.pdf<\/a> (letzter Aufruf 31.05.2023).<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Galtung, Johann<\/em> 2007: Frieden mit friedlichen Mitteln. Friede und Konflikt, Entwicklung und Kultur, M\u00fcnster.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Golowina, Maria<\/em> 2023: Die Wischmopp-Falle, in: <em>Der Freitag<\/em> vom 25.05.2023, S. 22.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Hallbach, Uwe<\/em> 2019: Kirche und Staat in Russland. Nationale und au\u00dfenpolitische Akzente von Orthodoxie, SWP-Studie 2019\/S 08, <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publikation\/kirche-und-staat-in-russland-1\">https:\/\/www.swp-berlin.org\/publikation\/kirche-und-staat-in-russland-1<\/a> (letzter Aufruf 11.05.2023).<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>J\u00e4ger, Uli<\/em> 2006: Friedenserziehung: Grundlagen, Herausforderungen und Chancen einer Erziehung zum Frieden, in: Imbusch, Peter\/Zoll, Ralf (Hrsg.): <em>Friedens- und Konfliktforschung. Eine Einf\u00fchrung<\/em>, 4. \u00fcberarbeitete Auflage, Wiesbaden, S. 537-557; <a href=\"https:\/\/www.friedensbildung-bw.de\/fileadmin\/friedensbildung-bw\/redaktion\/Literatur\/JAEGER-fbs-friedenspaedagogik-2006.pdf\">https:\/\/www.friedensbildung-bw.de\/fileadmin\/friedensbildung-bw\/redaktion\/Literatur\/JAEGER-fbs-friedenspaedagogik-2006.pdf<\/a>., 1ff., 7 (letzter Aufruf 6.5.2023).<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>J\u00e4ger, Uli<\/em> 2015: Frieden, in: <em>Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung<\/em> vom 19.03.2015, <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/lernen\/politische-bildung\/193093\/frieden\/\">https:\/\/www.bpb.de\/lernen\/politische-bildung\/193093\/frieden\/<\/a> (letzter Aufruf: 15.02.2024).<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Kruck, Anne <\/em>2022: Friedensbildung international: Erkenntnisse aus Peace-Education-Programmen. Berlin.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Plattform Zivile Konflikbearbeitung<\/em> 2022: Stellungnahme aus der der AG Friedenslogik der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung \u201eF\u00fcr konsequent friedenslogisches Handeln im Ukraine-Konflikt\u201c, in: <em>Plattform Zivile Konflikbearbeitung<\/em> vom 17.2.2022, <a href=\"https:\/\/pzkb.de\/friedenslogik\/\">https:\/\/pzkb.de\/friedenslogik\/<\/a> (letzter Aufruf 15.5.2023).<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Raiser, Konrad<\/em> 2022: Orthodoxe Theologen verurteilen die Lehre von der \u201eRussischen Welt\u201c, in: <em>Junge Kirche<\/em>, H. 2, S. 33.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Senghaas, Dieter<\/em> 1995: Hexagon-Variationen. Zivilisierte Konfliktbearbeitung trotz Fundamentalpolitisierung., in: Ropers, Norbert\/Debiel, Tobias (Hrsg.): <em>Friedliche Konfliktbearbeitung in der Staaten-und Gesellschaftswelt<\/em>, Bonn, S. 37-54.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Trenin, Dmitri <\/em>2022: Die Politik und die Umst\u00e4nde. K\u00f6nnen wir das Land erhalten und es weiterentwickeln? Vortrag bei der 30. Jahrestagung des Rates f\u00fcr Au\u00dfen- und Verteidigungspolitik am 14.5.2022 in Moskau, in: Wilfried Schreiber: Aktuelles220530_WT_IIP vom 30.05.2022 (letzter Aufruf 17.05.2023).<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Vollmer, Antje<\/em> 2023: Antje Vollmers Verm\u00e4chtnis einer Pazifistin: Was ich noch zu sagen h\u00e4tte, in: <em>Berliner Zeitung<\/em> vom 23.02.2023, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/ein-jahr-ukraine-krieg-kritik-an-gruenen-antje-vollmers-vermaechtnis-einer-pazifistin-was-ich-noch-zu-sagen-haette-li.320443\">https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/ein-jahr-ukraine-krieg-kritik-an-gruenen-antje-vollmers-vermaechtnis-einer-pazifistin-was-ich-noch-zu-sagen-haette-li.320443<\/a> (letzter Aufruf 26.05.2023).<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Werkner, Ines-Jacqueline\/Ebeling, Klaus<\/em> 2016: Zum Friedensbegriff der Friedensforschung, in: Werkner, Ines-Jacqueline\/Ebeling, Klaus (Hrsg.): <em>Handbuch Friedensethik<\/em>, Wiesbaden, S. 17-31.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Ziviler Friedensdienst in der Ukraine<\/em> 2023: FriEnt-Impulse 02\/2023; Publikation \u201eDie Zukunft wird aus den ukrainischen Kellern kommen\u201c des Forums Ziviler Friedensdienst; <a href=\"https:\/\/www.forumzfd.de\/de\/Kovbasyuk\">https:\/\/www.forumzfd.de\/de\/Kovbasyuk<\/a> (letzter Aufruf 11.05.2023).<\/p>\n<p align=\"justify\">\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h3>\n<div id=\"sdendnote1\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote1anc\" name=\"sdendnote1sym\">i <\/a><a href=\"https:\/\/ifsh.de\/news-detail\/neue-ifsh-kurzanalyse-trotz-angriffskrieg-kontakt-zu-russland-halten\">https:\/\/ifsh.de\/news-detail\/neue-ifsh-kurzanalyse-trotz-angriffskrieg-kontakt-zu-russland-halten<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote2\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote2anc\" name=\"sdendnote2sym\">ii <\/a><a href=\"https:\/\/jochenteuffel.files.wordpress.com\/2022\/06\/erklaerung-orthodoxer-theologen-zur-lehre-von-der-e2809erussischen-welt-ruskij-mir.pdf\">https:\/\/jochenteuffel.files.wordpress.com\/2022\/06\/erklaerung-orthodoxer-theologen-zur-lehre-von-der-e2809erussischen-welt-ruskij-mir.pdf<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote3\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote3anc\" name=\"sdendnote3sym\">iii <\/a><a href=\"https:\/\/www.noek.info\/nachrichten\/osteuropa\/belarus\/2299-belarus-gruppe-christliche-vision-verurteilt-angriff-auf-die-ukraine\">https:\/\/www.noek.info\/nachrichten\/osteuropa\/belarus\/2299-belarus-gruppe-christliche-vision-verurteilt-angriff-auf-die-ukraine<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote4\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote4anc\" name=\"sdendnote4sym\">iv <\/a><a href=\"https:\/\/www.braunschweiger-zeitung.de\/wirtschaft\/presseportal\/article234726141\/Putins-Krieg-gegen-die-Ukraine-Sorge-um-deutsches-Versoehnungsprojekt-Behindertenarbeit-in-der-Stadt-Pskow-ist-seit-Jahrzehnten-ein-Leuchtturmprojekt.html\">https:\/\/www.braunschweiger-zeitung.de\/wirtschaft\/presseportal\/article234726141\/Putins-Krieg-gegen-die-Ukraine-Sorge-um-deutsches-Versoehnungsprojekt-Behindertenarbeit-in-der-Stadt-Pskow-ist-seit-Jahrzehnten-ein-Leuchtturmprojekt.html<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote5\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote5anc\" name=\"sdendnote5sym\">v <\/a><a href=\"https:\/\/www.kurvewustrow.org\/ukraine\">https:\/\/www.kurvewustrow.org\/ukraine<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote6\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote6anc\" name=\"sdendnote6sym\">vi <\/a><a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/kultur\/anna-netrebko-wiesbaden-maifestspiele-streit-ukraine-pussy-riot-laufenberg-zr-92111571.html\">https:\/\/www.merkur.de\/kultur\/anna-netrebko-wiesbaden-maifestspiele-streit-ukraine-pussy-riot-laufenberg-zr-92111571.html<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote7\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote7anc\" name=\"sdendnote7sym\">vii <\/a><a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Friedenspreis-fuer-Russen-Hass-7317325.html?seite=all\">https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Friedenspreis-fuer-Russen-Hass-7317325.html?seite=all<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote8\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote8anc\" name=\"sdendnote8sym\">viii <\/a><a href=\"https:\/\/rp-online.de\/kultur\/wie-die-lyrikerin-maria-stepanova-den-ukraine-krieg-in-ihren-versen-vorauserahnte_aid-89156951\">https:\/\/rp-online.de\/kultur\/wie-die-lyrikerin-maria-stepanova-den-ukraine-krieg-in-ihren-versen-vorauserahnte_aid-89156951<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":19339,"template":"","categories":[5,37,6],"tags":[678,3600,3602,3601,3229,3120,3121,667],"autoren":[161],"publikationen":[3527],"class_list":["post-19355","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-bildung","category-europa-internationales","category-frieden","tag-frieden","tag-friedensethik","tag-friedenspaedagogik","tag-konflikt","tag-krieg","tag-russland","tag-ukraine-krieg","tag-vorgaenge-artikel","autoren-ulrich-frey","publikationen-vorg-244"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Friedensp\u00e4dagogik im 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