{"id":19374,"date":"2024-05-29T15:22:58","date_gmt":"2024-05-29T13:22:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=19374"},"modified":"2024-05-29T17:35:35","modified_gmt":"2024-05-29T15:35:35","slug":"editorial-84","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/mitteilungen-251\/publikation\/editorial-84\/","title":{"rendered":"Editorial"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Mitglieder,<\/p>\n<p>es ist nicht zu verleugnen: Die Humanistische Union befindet sich in einer schwierigen Situation. Obwohl die Bedeutung der B\u00fcrgerrechte und ihrer Verteidigung gegen Gef\u00e4hrdungen stetig w\u00e4chst, gelingt es uns nicht im gew\u00fcnschten Ma\u00df, mit unseren Botschaften in der \u00d6ffentlichkeit durchzudringen. Unsere Mitgliederzahlen gehen zur\u00fcck \u2013 daraus ergibt sich ein Finanzdefizit, das langfristig den Bestand der Humanistischen Union gef\u00e4hrdet, wenn wir nicht deutlich gegensteuern.<\/p>\n<p>Nachdem wir uns im vergangenen Jahr personell neu aufgestellt haben, haben sich Bundesvorstand und Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrung die Aufgabe gestellt, sowohl neue Aktionsformen zu entwickeln als auch inhaltlich neue Akzente zu setzen. Dies betrifft sowohl die Themen der HU als auch die Aktionsformen, mit denen wir diese Themen in die \u00d6ffentlichkeit tragen. Den Auftakt bildete eine Videokonferenz, in der gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Landesverb\u00e4nde die Zukunft der Humanistischen Union diskutiert wurde. Dabei haben wir im Groben unsere \u00dcberlegungen zu Aktionsformen und Inhalten vorgestellt. Eine Darstellung findet sich in dieser Ausgabe der <em>Mitteilungen<\/em>. Diese \u00dcberlegungen sollen nun weiterentwickelt und umgesetzt werden \u2013 dazu rufen wir zur Beteiligung an einem Arbeitskreis <em>Quo vadis, HU?<\/em> auf, in dem wir weitere Ideen und konkrete Ma\u00dfnahmen entwickeln wollen.<\/p>\n<p>Zwei Entwicklungen sind nicht zu \u00fcbersehen, und als zukunftsf\u00e4hige B\u00fcrgerrechtsorganisation m\u00fcssen wir darauf reagieren: Sp\u00e4testens seit der Corona-Pandemie haben Videokonferenzen gegen-\u00fcber Pr\u00e4senzveranstaltungen massiv an Bedeutung gewonnen. Dem werden wir weiterhin verst\u00e4rkt Rechnung tragen \u2013 auch wenn man Pr\u00e4senzveranstaltungen und den damit verbundenen sozialen Umgang vermisst, haben Videokonferenzen einige Vor-teile: Sie lassen sich auch kurzfristiger unkomplizierter organisieren, und es entf\u00e4llt teilweise erheblicher Zeit- und Kostenaufwand f\u00fcr Reisen und die Organisation vor Ort. Dass sie von Ihnen\/Euch als Mitglieder gew\u00fcnscht werden, zeigt sich auch darin, dass die M\u00f6glichkeit einer Teilnahme per Video gut angenommen wird. Gleichzeitig erm\u00f6glichen wir so Menschen die Teilnahme, denen das sonst aus Zeit- oder Kostengr\u00fcnden nicht m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich wollen wir die HU an aktuellen Themen ausrichten, die aus unserer Sicht in Zukunft f\u00fcr die B\u00fcrgerrechte wesentlich sein werden. Manche b\u00fcrgerrechtlichen Themen verlieren mit der Zeit an Bedeutung, andere gewinnen oder kommen erst neu hinzu. Die Humanistische Union hat sich immer dadurch ausgezeichnet, dass wir die B\u00fcrgerrechte in ihrer ganzen Breite bearbeitet haben. Diese Vielfalt hat einige Vorteile \u2013 f\u00fcr manche Mitglieder macht sie die HU besonders attraktiv. Sie birgt aber auch das Risiko der Beliebigkeit; gleichzeitig k\u00f6nnen wir personell nicht jedes wichtige Thema besetzen.<\/p>\n<p>Wir wollen deswegen einen neuen Schwerpunkt f\u00fcr die Arbeit der Humanistischen Union in den n\u00e4chsten Jahren setzen, der aus unserer Sicht eine hohe gesellschaftliche Relevanz besitzt, dessen Bedeutung eher noch zunehmen wird und der die B\u00fcrgerrechte in vielen Bereichen beeinflussen wird: die Folgen f\u00fcr die B\u00fcrgerrechte durch K\u00fcnstliche Intelligenz. Die hohe Bedeutung dieses Themas f\u00fcr Gesellschaft und Politik zeigt sich schon darin, dass auf europ\u00e4ischer Ebene gerade die KI-Verordnung (<em>AI Act<\/em>) beschlossen wurde, in dem ein Rahmen f\u00fcr die Anwendung der K\u00fcnstlichen Intelligenz \u2013 insbesondere in Hochrisikobereichen \u2013 gesetzt wird. Wir sehen hier Einfl\u00fcssen auf ein breites Spektrum von b\u00fcrgerrechtlichen Themen, vom Datenschutz \u00fcber politische Beeinflussung und die Zukunft der Medien bis zur Bildung und Strafverfolgung.<\/p>\n<p>Diese Schwerpunktsetzung bedeutet nicht, andere wichtige Themen aufzugeben \u2013 genannt seien Fragen von Staat und Kirche, zum Beispiel das Thema der Staatsleistungen an die Kirchen, das die HU seit Jahren mit hoher Kompetenz bearbeitet und bei dem wir auch wahrgenommen werden. Selbstverst\u00e4ndlich ist auch weiterhin unser Engagement gegen jede Form von Diskriminierung Basis unserer B\u00fcrgerrechtsarbeit. Weitere Themen der Humanistischen Union oder der <strong>vor<\/strong><em>g\u00e4nge<\/em> als ihrer wichtigsten Publikation sind die Selbstbestimmung am Lebensende, die M\u00f6glichkeit des Schwangerschaftsabbruchs, Kriminalpolitik, Versammlungsfreiheit, Inklusion, Identit\u00e4tspolitik, Frieden und viele mehr. Selbstverst\u00e4ndlich bleibt es uns auch weiterhin ein Anliegen, im Geiste Fritz Bauers Antisemitismus und Nationalismus entgegenzutreten \u2013 gerade angesichts der derzeitigen Entwicklungen nach dem Terrorakt der Hamas in Israel und des Gegenangriffs mit seinen Folgen in Gaza. Diese Themen m\u00fcssen wir im Auge behalten \u2013 wir m\u00fcssen dabei aber stets unsere M\u00f6glichkeiten und unsere Wirkung bedenken.<\/p>\n<p>Weitere Details zu unseren \u00dcberlegungen finden sich in dieser Ausgabe der Mitteilungen. Es ist auch der Auftakt zu einer verbandsinternen Diskussion, den wir in dem Arbeitskreis <em>Quo vadis, HU?<\/em> fortf\u00fchren wollen. Dazu seid Ihr und Sie herzlich eingeladen \u2013 letztlich h\u00e4ngt der Fortbestand der Humanistischen Union, der \u00e4ltesten B\u00fcrgerrechtsorganisation in Deutschland, von den Ideen und Aktivit\u00e4ten ihrer Mitglieder ab.<\/p>\n<p>Im Namen des Bundesvorstands und der Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrung gr\u00fc\u00dfe ich herzlich,<\/p>\n<p><em>Stefan H\u00fcgel<\/em><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[2948,2995],"tags":[],"autoren":[252],"publikationen":[3611],"class_list":["post-19374","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-verein","category-vereinsnachrichten","autoren-stefan-huegel","publikationen-mitteilungen-251"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Editorial - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/mitteilungen-251\/publikation\/editorial-84\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Editorial - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Liebe Mitglieder, es ist nicht zu verleugnen: Die Humanistische Union befindet sich in einer schwierigen Situation. 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