{"id":19385,"date":"2024-05-29T16:06:00","date_gmt":"2024-05-29T14:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=19385"},"modified":"2025-09-09T12:02:25","modified_gmt":"2025-09-09T10:02:25","slug":"berichte-aus-den-regionen-3","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/mitteilungen-251\/publikation\/berichte-aus-den-regionen-3\/","title":{"rendered":"Berichte aus den Regionen"},"content":{"rendered":"<h4>Marburg: Klima&shy;ge&shy;rech&shy;tig&shy;keit: Yi Yi Prue sprach bei der HU Marburg<\/h4>\n<p>Die Klima- und Menschenrechtsaktivistin Yi Yi Prue hat am Dienstag, 27. Februar, Marburg besucht. Auf Einladung der Humanistischen Union Marburg berichtete sie im Technologie- und Tagungszentrum (TTZ) davon, wie sie die Flutkatastrophen in ihrer Heimat zur Klimaklage vor das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) gef\u00fchrt haben. Ada Spie\u00df \u00fcbersetzte ihren Vortrag ins Deutsche.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung wurde von Paula Weppert von Marburg.news organisiert und moderiert. Der Marburger HU-Vorsitzende Franz-Josef Hanke f\u00fchrte in die Veranstaltung ein. Er berichtete \u00fcber das Zusammentreffen mit Prue bei der Verleihung des Fritz-Bauer-Preises der Humanistischen Union am 14. Oktober 2023 in Rastatt. \u201eWir, die Humanistische Union, sind eine B\u00fcrgerrechtsorganisation. Wir betrachten Klimaschutz als ein B\u00fcrger- und damit Menschenrecht\u201c, erkl\u00e4rte Hanke.<\/p>\n<p>Marburgs B\u00fcrgermeisterin Nadine Berns-hausen begr\u00fc\u00dfte Prue auch im Namen des Magistrats. Bernshausen ist selbst Juristin, weshalb sie besonders beeindruckt von Prues Arbeit sei. \u201eMeine Hoffnung ist, dass sie uns allen helfen und Perspektiven er\u00f6ffnen, auch in einer Minderheitenrolle die Stimme zu erheben und Unglaubliches zu leisten\u201d, sagte Bernshausen.<\/p>\n<p>Unter dem Vortragstitel <em>Climate Justice<\/em> berichtete Prue davon, unter welchen Bedingungen sie aufwuchs und was sie dazu veranlasste ihren zuk\u00fcnftigen Weg als Klimaaktivistin zu bestreiten. Prue stammt aus den Chittagong Hill Tracts im S\u00fcdosten Bangladeschs an der Grenze zu Myanmar. Sie geh\u00f6rt der indigenen Volksgruppe der Marma an, die wie viele andere in dieser Region haupts\u00e4chlich von der Landwirtschaft lebt. Als Kind hatte sie miterlebt, wie ein Erdrutsch ihr Heimatdorf zerst\u00f6rte.<\/p>\n<p>In den 1960ern wurde ein Staudamm angelegt, der die W\u00e4lder teilte und die indigene Bev\u00f6lkerung zur Umsiedlung zwang. Gepr\u00e4gt vom damaligen B\u00fcrgerkrieg in den Chittagong Hill Tracts beschloss sie Anw\u00e4ltin zu werden, um den Marma in ihren Forderungen nach ihren Landrechten eine Stimme zu geben. Bei einem weiteren Monsun im Jahr 2017 starben mehr als 100 Menschen. Schlie\u00dflich zwang ein weiterer Erdrutsch viele die Chittagong-Region end-g\u00fcltig zu verlassen.<\/p>\n<p>Prue verfolgt seitdem das Ziel f\u00fcr diejenigen zu sprechen, die am meisten von der Klimakrise betroffen sind, denen aber am wenigsten zugeh\u00f6rt wird. \u201eEs war klar, dass die Naturkatastrophe von Menschen verursacht wurde\u201c, sagte Prue in ihrem Vortrag. Die extreme Abholzung der W\u00e4lder hatte dazu beigetragen, dass der Boden seinen Halt verlor. Angesichts der aktuellen Katastrophen setzte sich Prue das Ziel zu handeln, damit die folgenden Generationen \u00fcberhaupt eine Zukunft in ihrer Heimat haben.<\/p>\n<p>Mit ihrem Bericht \u00fcber Bangladeschs Lage kontaktierte sie Organisationen und Anw\u00e4lte weltweit. So kam sie schlie\u00dflich in Kontakt mit Menschenrechtsanwalt Prof. Dr. Remo Klinger. Zusammen entwickelten sie eine Verfassungsbeschwerde gegen die deutsche Bundesregierung, weil sie vers\u00e4umt hatte, angemessene Klimaschutzma\u00dfnahmen zu ergreifen.<\/p>\n<p>Um ihre Klage zu st\u00fctzen, reiste sie nach Nepal und Bangladesch, um mit Betroffenen der Katastrophen zu sprechen. Sie wollte vor allem junge Menschen miteinbeziehen, deren Zukunft von den Katastrophen betroffen ist. Viele Klimafl\u00fcchtlinge seien in die St\u00e4dte gezogen, um dort im informellen Sektor \u2013 beispielsweise als Textilarbeiter, Hausangestellte oder Rikscha-Fahrer \u2013 zu arbeiten. Eine Situation blieb ihr besonders in Erinnerung.<\/p>\n<p>Sie besuchte das Munda-Dorf im Mangrovenwald Bangladeschs, dessen Bewohnende haupts\u00e4chlich von Landwirtschaft und Fischerei leben. Als sie um ein Glas Wasser bat, z\u00f6gerten sie. \u201eDas Grundwasser war stark verdreckt, schmeckte bitter und war von untrinkbarer Qualit\u00e4t\u201d, berichtete Prue.<\/p>\n<p>Neben den wiederkehrenden Katstrophen f\u00fchrt der steigende Meeresspiegel zur Versalzung des Grundwassers und der Erde. F\u00fcr eine Gesellschaft, die haupts\u00e4chlich von der Landwirtschaft lebt, ist der fortschreitende Klimawandel daher eine Existenzbedrohung. \u201eDie Menschen, die ich in Bangladesch traf, waren diejenigen, die am meisten von der Klimakrise betroffen sind, aber am wenigsten zu ihr beigetragen haben\u201d, erl\u00e4uterte Prue. \u201eDie Klimakrise ist in Bangladesch kein abstraktes Ph\u00e4nomen, sondern Teil des allt\u00e4glichen Lebens.\u201c<\/p>\n<p>Zahlreiche Bilder von Prues Reise zu den Betroffenen der Klimakrise veranschaulichten ihren Vortrag. Darunter war auch das Bild eines Jungen, der versuchte seine Schafe auf dem letzten trockenen Fleck zu halten, w\u00e4hrend das Wasser um sie herum stieg.<\/p>\n<p>Prue appellierte daher an jeden, die eigenen Verhaltensmuster und Lebensweise zu \u00fcber-denken. Es gehe um unsere Zukunft und die der nachfolgenden Generationen. Es m\u00fcsse auch mehr Druck auf die Entscheidungstragenden in der Politik ausge\u00fcbt werden und diejenigen unterst\u00fctzt werden, die jetzt schon an vorderster Front k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Die Situation in Bangladesch d\u00fcrfe nicht vergessen werden, denn die Klimakrise verschwindet nicht, nur weil man aufh\u00f6rt hinzusehen. \u201eFr\u00fcher oder sp\u00e4ter wird sie die ganze Welt betreffen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Amelie Berting<\/em><\/p>\n<h4>Berlin Branden&shy;burg: Mitglie&shy;der&shy;ver&shy;samm&shy;lung ohne Vorstands&shy;wahlen und Aktiven&shy;treffen<\/h4>\n<p>Auf der Mitgliederversammlung des Landesverbandes Berlin-Brandenburg vom 25. April 2024 wurde der Vorstand entlastet. Nach l\u00e4ngerer Diskussion fassten die anwesenden HU-Mitglieder folgenden Beschluss:<\/p>\n<p>\u201eEs wird heute keine Wahl des Landesvorstandes geben.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Neuwahl des Landesvorstandes wird innerhalb der n\u00e4chsten Monate eingeladen werden.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Monaten wird es ein Treffen pro Monat in der HU-Gesch\u00e4ftsstelle geben. Das erste dieser Treffen wird auf dem Interessiertentreffen am Dienstag, den 7. Mai, festgelegt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr dieses \u201aAktiventreffen neu\u2018 werden alle Mitglieder eingeladen. Weitere Online-Treffen sind m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>Daraus folgt f\u00fcr die Aktivit\u00e4ten des Landesverbands: Themen und Ideen sind vorhanden, aber Aktive werden noch gesucht.<\/p>\n<p>Auf der Mitgliederversammlung und dem Interessiertentreffen vom 7. Mai betonten die anwesenden HU-Mitglieder, dass es viele wichtige Themen gebe, zu denen die Position der HU gefragt sei. Das breite Themensprektrum der HU und der damit verbundene Blick auf die gro\u00dfen Zusammenh\u00e4nge wurde als Vorteil und Alleinstellungsmerkmal genannt. Genannt wurden au\u00dferdem die Verteidigung der klassischen Freiheitsrechte im Bereich der Innen- und Justizpolitik, der Schutz der B\u00fcrgerrechte im Internet, die Umsetzung sozialer Grundrechte (wie das Recht auf Wohnen, Bildung und soziale Absicherung), die Finanzierung der Kirchen durch den Staat, die Trennung von Staat und Kirche, die\u00a0 m\u00f6gliche Neugestaltung des Abtreibungsrechts, wie Demokratien erfolgreich das Klima sch\u00fctzen k\u00f6nnen, der Kampf gegen Rechtsextremismus und m\u00f6gliche Reformen der bundesdeutschen Demokratie.<\/p>\n<p>Diese und andere Themen k\u00f6nnen mit Interessierten on- und offline, in Informationsveranstaltungen, wie Vortr\u00e4gen, Podiumsdiskussionen und Filmpr\u00e4sentationen mit anschlie\u00dfenden Publikumsgespr\u00e4chen, und mit Informationsst\u00e4nden auf Demonstrationen, Stadtteilfesten und Parteitagen, diskutiert werden. Auch dar\u00fcber wurde am 7. Mai gesprochen und es wurden bereits erste Ideen entwickelt.<\/p>\n<p><strong>Die n\u00e4chsten Aktiventreffen<\/strong><\/p>\n<p>Das erste monatliche Aktiventreffen ist am Dienstag, den 11. Juni, um 19.00 Uhr in der HU-Gesch\u00e4ftsstelle. Diese Treffen sind vorl\u00e4ufig immer am zweiten Dienstag im Monat. Das hei\u00dft die n\u00e4chsten Treffen sind am 9. Juli, 13. August, 10. September, 8. Oktober und so weiter.<\/p>\n<p>Sie sind f\u00fcr alle, auch f\u00fcr Nicht-Mitglieder, offen. Damit der Landesverband weiterbestehen kann, ist es wichtig, dass sich mehrere Menschen finden, die Zeit und Energie in eine aktive Arbeit stecken wollen.<\/p>\n<p>Falls ihr zu den Aktiventreffen nicht kommen k\u00f6nnt, euch aber im Landes-verband Berlin-Brandenburg engagieren wollt, schreibt eine Mail an <a href=\"mailto:bussmer@humanistische-union.de\">bussmer@humanistische-union.de<\/a>.<\/p>\n<p>Wenige Tage nach der Mitgliederversammlung hatten wir einen Stand auf der Freiwilligenb\u00f6rse. Weil ein Bild mehr als tausend Worte sagt: <a href=\"https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/pressemeldungen\/einige-impressionen-von-der-17-berliner-freiwilligenboerse\/\">https:\/\/berlin.humanistische-union.de\/pressemeldungen\/einige-impressionen-von-der-17-berliner-freiwilligenboerse\/<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Axel Bussmer<\/em><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[2634,2948,2995],"tags":[661,805,2546,770],"autoren":[3626],"publikationen":[3611],"class_list":["post-19385","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-veranstaltungsberichte","category-verein","category-vereinsnachrichten","tag-berlin-termine","tag-marburg-termine","tag-publikationen-hu-mitteilungen","tag-verbandsnachrichten","autoren-amelie-berting-und-axel-bussmer","publikationen-mitteilungen-251"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Berichte aus den Regionen - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/mitteilungen-251\/publikation\/berichte-aus-den-regionen-3\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Berichte aus den Regionen - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Marburg: Klima&shy;ge&shy;rech&shy;tig&shy;keit: Yi Yi Prue sprach bei der HU Marburg Die Klima- und Menschenrechtsaktivistin Yi Yi Prue hat am Dienstag, 27. 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