{"id":20013,"date":"2025-05-22T13:08:11","date_gmt":"2025-05-22T11:08:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=20013"},"modified":"2025-05-22T13:08:11","modified_gmt":"2025-05-22T11:08:11","slug":"nie-wieder-ist-jetzt-ansprache-in-der-christuskirche-am-26-januar-2025","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-249\/publikation\/nie-wieder-ist-jetzt-ansprache-in-der-christuskirche-am-26-januar-2025\/","title":{"rendered":"Nie wieder ist jetzt: Ansprache in der Christuskirche am 26. Januar 2025"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-teaser-western\"><em>G\u00e1bor Lengyel, Seniorrabbiner der Liberalen J\u00fcdischen Gemeinde Hannover und \u00dcberlebender der Schoa, hielt in der Christuskirche in Hannover am 26. Januar 2025 im Rahmen der Matin\u00e9e &#8222;Nie wieder ist jetzt &#8211; Gedenkveranstaltung, 80 Jahre Befreiung von Auschwitz&#8220; die folgende hier abermals abgedruckte Ansprache \u00fcber die heutige Bedeutung der Losung Nie wieder Auschwitz.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Sehr verehrter Herr Ministerpr\u00e4sident Weil, lieber Stephan, sehr verehrte Frau Landesbisch\u00f6fin a.D. K\u00e4\u00dfmann, liebe Margot, lieber Herr Brandt, liebe Freundinnen und Freunde. Besonders freue ich mich, dass Freunde aus Erfurt, Bochum, Frankfurt und Braunschweig gekommen sind!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ich danke euch allen daf\u00fcr, dass Ihr euch gegen Antisemitismus und Rassismus einsetzt, erlaubt mir bitte, dass ich als Jude und schoa\u00fcberlebendes Kind, hier <i>nicht \u00fcber Antisemitismus spreche<\/i>!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Kann man zu Auschwitz etwas Neues, vielleicht Unbekanntes sagen? Und vor allem: Wem? Selbst wenn man etwas sagt, richtet sich die Rede doch an die Falschen, oder? Diejenigen, die aus \u00dcberzeugung zuh\u00f6ren, muss man kaum mahnen, sie sind ohnehin zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Es gibt zu dem ganzen Komplex so viele \u00c4u\u00dferungen, so viele Reden, aber seien wir ehrlich, was bleibt davon h\u00e4ngen? Abgesehen davon, dass die Zuh\u00f6renden in dem Augenblick best\u00e4tigen, dass der Redner neben interessanten Gedanken auch sch\u00f6ne und vielleicht bewegende Worte gefunden und das Thema angemessen historisch\/gesellschaftlich\/kulturell bearbeitet hat, ist es in den n\u00e4chsten Tagen h\u00e4ufig schon wieder vergessen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Es gibt aber <i>Ausnahmen<\/i>. Ich erw\u00e4hne eine Sternstunde im Bundestag, als Marcel Reif in drei Worten s\u00e4mtliche Informationen, die man \u00fcber gestern, heute und morgen wissen muss, zusammengefasst hat: \u201eSei ein Mensch.\u201c<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Da wir in einer Kirche sind, m\u00f6chte ich einen Satz zum 27. Januar von einem innigen christlichen Freund, Professor f\u00fcr Theologie zitieren: \u201edie gro\u00dfe Frage hinter allem Gedenken an diesen Tagen lautet auch, ob es \u00fcberhaupt sinnvoll ist von G\u2019tt zu reden. Hat G\u2019tt den Massenmord an seinem Volk, an das er gebunden hat, \u00fcberlebt?\u201c<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ich kann dem nichts mehr Hinzuf\u00fcgen!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Meine lieben Freundinnen und Freunde!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Am 27. Januar sprechen wir Juden nicht nur vom \u201eHolocaust-Tag\u201c, sondern von einem Gedenktag, der etwa meist im April begannen wird und \u201e<i>Jom ha\u2018Sikaron la\u2018Schoa u\u2018La\u2019Gwura\u201c<\/i>, \u201eTag des Gedenkens an Holocaust und Heldentum\u201c hei\u00dft. An diesem soll nicht nur der Opfer der Schoa gedacht werden, sondern auch an das Heldentum und den Widerstand der j\u00fcdischen Untergrundk\u00e4mpfer. Und das m\u00f6chte ich tun!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Am 31. Dezember 1941 verfasste der j\u00fcdische Dichter Abba Kowner einen Aufruf zum Widerstand, nach dessen Verlesung im Ghetto Wilna die \u201eVereinigte Partisanen-Organisation\u201c gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Das Flugblatt beginnt mit den Worten \u201eLassen wir uns nicht wie die Schafe zur Schlachtbank f\u00fchren\u201c, einem Text bezogen auf einen Vers beim Propheten Jeremia (Kapitel 11, Vers 19). Mit diesem Jeremia-Vers wird das angeblich passive Verhalten der Juden in den Jahren des Holocaust beschrieben.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die zentrale Frage f\u00fcr Kowner lautete daher: welche M\u00f6glichkeiten des Widerstandes blieben den Juden gegen eine \u00dcbermacht, die beschlossen hatte, sie zu vernichten?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ich m\u00f6chte gerne \u00fcber einige L\u00e4nder sprechen.<\/p>\n<p class=\"v-zwischen\u00fcberschrift-2-western\">Zun\u00e4chst \u00fcber Deutschland<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Im Jahre 1933 lebten etwa 500.000 Juden in Deutschland. 200.000 Juden wurden ermordet. 15.000 Juden \u00fcberlebten in sog. privilegierten Mischehen, 5.000 entkamen dem Tod im Untergrund.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Der erste Bericht \u00fcber die j\u00fcdische kommunistische Widerstandsgruppe von <i>Herbert Baum<\/i> in Berlin, erschien 1961 in Warschau: \u201e<i>Bleter for geschichte<\/i>\u201c in jiddischer Sprache.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die ersten antifaschistischen Kampfschriften stammten noch von anderen Gruppen, so ein 19-seitiges Pamphlet, mit dem Titel: \u201eOrganisiert den revolution\u00e4ren Massenkampf gegen Faschismus\u201c. Viele Gruppenmitglieder, wie Heinz Rotholz, Heinz Birnbaum, Edith Frenkel und andere wurden schnell verhaftet. Nach einem Prozess wurden neun Todesurteile wegen \u201ekommunistischen Hochverrats\u201c verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p class=\"v-zwischen\u00fcberschrift-2-western\">Nun einige Worte zum Geschehen in Polen<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">1939 lebten 3.350.000 Juden in Polen. 370.000 haben den Krieg \u00fcberlebt, Fast drei Millionen wurden ermordet, das ist die H\u00e4lfte aller j\u00fcdischen Opfer.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst Warschau<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Trotz der widrigen Bedingungen schufen j\u00fcdische Organisationen und Parteien Anfang 1941 eine illegale Infrastruktur mit Zeitungen und Schulungen. Im Laufe des Jahres 1942 schlossen sich alle j\u00fcdischen Parteien und Gruppierungen zum <i>Zydowski Komitet Narodowy<\/i>, dem J\u00fcdischen Nationalkomitee zusammen. Das war der zivile Arm der Zydowska Organizacija Bojowa\/<i>ZOB<\/i>, der J\u00fcdischen Kampforganisation. Kommandant der <i>ZOB<\/i> wurde der zionistische Jugendf\u00fchrer Mordechai Anielewiecz.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Mordechai Anielewicz, der sp\u00e4tere Kommandant des Warschauer Ghettoaufstandes war zun\u00e4chst Mitglied des rechtszionistischen <i>Betar<\/i>, sp\u00e4ter trat er in der linkssozialistischen Jugendorganisation <i>Haschomer Ha\u2019Zair<\/i> bei.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Als die SS am 18. Januar 1943 das Warschauer Ghetto umstellte, um die verbliebenen Juden Warschaus in die Vernichtungslager zu transportieren, reagierten einige Kampfgruppen spontan mit bewaffnetem Widerstand.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">In seinem letzten Brief schrieb Mordechai Anielewicz: \u201eUnsere letzten Tage nahen. Aber solange wir noch Kugeln haben, so lange werden wir weiterk\u00e4mpfen und uns verteidigen.\u201c Der Aufstand wurde am 8. Mai 1943, dem 15. Tag des Aufstandes niedergeschlagen. Der Kibbuz <i>Jad Mordechai<\/i> in Israel tr\u00e4gt seinen Namen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ich m\u00f6chte auch den Namen einer Ghettok\u00e4mpferin erw\u00e4hnen, Zivia Lubetkin, Zivia geh\u00f6rte zur F\u00fchrung der linkssozialistischen Jugendorganisation <i>Dror<\/i>, der Freiheit.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Zivia Lubetkin organisierte nach dem Krieg die illegale Einwanderung nach Pal\u00e4stina, wohin sie selbst 1946 emigrierte. Sie gr\u00fcndete den Kibbuz der Ghettok\u00e4mpfer\/<i>Lochamei Ha\u2018Gettaot<\/i> in Galil im Norden Israels, sie starb 1976.<\/p>\n<p>Bialystok<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Juden Bialystoks stellten bei Kriegsausbruch mit 46.000 Menschen die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Am 1. Juli 1943 im Ghetto entstand eine vereinigte Widerstandsorganisation, an deren Spitze der Linkssozialist Mordechai Tenenbaum stand. Sein Stellvertreter war der Kommunist Daniel Moszkowicz.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Zu den Initiatoren des Widerstands geh\u00f6rte auch Frau Chajke Grossman, sie war Mitglied der linkszionistischen Jugendbewegung <i>Haschomer Ha\u2019Zair<\/i> und nahm am im August 1943 am bewaffneten Aufstand im Ghetto teil. Sie \u00fcberlebte den Krieg und wanderte 1948 nach Israel aus. Sie wurde Kibbuzmitglied und ab 1969 langj\u00e4hrige Abgeordnete und Vizepr\u00e4sidentin der Knesset. Sie starb am 26. Mai 1996.<\/p>\n<p>Und nun Auschwitz<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Den einzigen wirksamen Widerstand leisteten die meist aus Griechenland und Polen stammenden j\u00fcdische H\u00e4ftlinge des \u201eSonderkommandos\u201c. Geplant war ein Aufstand des \u201eSonderkommandos\u201c aller Krematorien, doch durch tragische Umst\u00e4nde konnte nur das Krematorium IV zerst\u00f6rt werden. Der Aufstand begann am 7. Oktober 1944. Bei der anschlie\u00dfenden Flucht wurden alle Aufst\u00e4ndischen get\u00f6tet.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ich m\u00f6chte kurz die Hymne der j\u00fcdischen Partisanen \u201eSog nit kejnmol\u201c, geschrieben von Hirsch Glik, erw\u00e4hnen. Es ist das ber\u00fchmteste Lied des j\u00fcdischen Widerstandes im 2. Weltkrieg. Glik fiel mit der Waffe in der Hand 1944.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich die ber\u00fchmteste j\u00fcdisch &#8211; ungarische Fallschirmspringerin Chana Szenes erw\u00e4hnen, deren Name Symbol f\u00fcr Mut, Idealismus und Opferbereitschaft steht. Ihr Gedicht \u201eDer Span sei gepriesen\u201c kannte fr\u00fcher in Israel fast jedes israelische Schulkind.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Sie wurde am 7. Juli 1921 als Tochter einer wohlhabenden, assimilierten j\u00fcdischen Familie in Budapest geboren. Im Sommer 1939 wanderte sie als zionistische Idealistin nach Pal\u00e4stina in den <i>Kibbuz Nahalal<\/i> aus. Schon als Kind schrieb sie lyrische Gedichte.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">1943 meldete sie sich freiwillig zur zionistischen Kampftruppe <i>Palmach<\/i> und lie\u00df sich im Funken, Kodieren, Fotografieren und F\u00e4lschen von Dokumenten schulen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">In Kairo absolvierte sie erfolgreich einen Fallschirmspringerkurs und flog nach Jugoslawien. Als am 19. M\u00e4rz 1944 Adolf Eichmann mit 300 Wehrmachtssoldaten in Ungarn einmarschierte, wollte sie so schnell wie m\u00f6glich nach Budapest reisen, um der ungarisch-j\u00fcdischen Widerstandsgruppe zu helfen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Chana marschierte mehr als zwei Wochen lang in Richtung Ungarn. Kurze Zeit darauf wurde die Gruppe gefasst und erschossen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Am 15. Oktober 1944 \u00fcbernahm in Ungarn die faschistische Partei der \u201ePfeilkreuzler\u201c die Macht. Chana Szenes wurde auch gefasst und von einem ungarischen Gericht zum Tode verurteilt und hingerichtet.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Meine lieben Freundinnen und Freunde,<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">nun Widerstand bedeutet h\u00e4ufig T\u00f6ten!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Lasst mich bitte angesichts der Kriege in der Ukraine und um Israel einige Gedanken zu \u201eKrieg und Pazifismus\u201c mit euch zu teilen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">\u201eAuf drei Prinzipien beruht die Welt: auf Wahrheit, Recht und Frieden\u201c, lesen wir in den Spr\u00fcchen der V\u00e4ter aus der m\u00fcndlichen Lehre, <i>Mischna<\/i>.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Das hebr\u00e4ische Wort f\u00fcr Frieden lautet <i>Schalom<\/i>. Es kommt von dem Verb <i>schalem<\/i>, was vollst\u00e4ndig bedeutet. Die Tora verwendet den Begriff <i>Schalom<\/i> im zwischenmenschlichen, internationalen und religi\u00f6sen Sinn.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Zusammengenommen l\u00e4sst sich <i>Schalom<\/i> am besten mit \u201eein Zustand vollkommener Harmonie in jeder Beziehung\u201c \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dennoch ist das Judentum keine bedingungslos pazifistische Religion. Der Weltfrieden ist ein Ideal, dass erst in der Zeit des Messias f\u00fcr erreichbar gehalten wird. Der gro\u00dfe j\u00fcdische Philosoph Maimonides schrieb im 12. Jahrhundert, dass das Judentum davon ausgeht, dass Krieg manchmal gerechtfertigt ist und dass es unterscheidet zwischen einem verpflichtenden Krieg und einem freiwilligen Krieg. Das Judentum ist eine Religion der Realit\u00e4t. Familienprobleme, Nachbarschaftsstreitigkeiten, religi\u00f6se Auseinandersetzungen, B\u00fcrgerkriege und internationale Konflikte sind bei uns an der Tagesordnung.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Angesicht des brutalen \u00dcberfalls Russlands am 24. Februar 2022 an die Ukraine, <i>nein<\/i>, eigentlich bereits am 20. Februar 2014 an Krim und des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 an israelischen Zivilisten und seitdem andauernden Krieges Israels auf sechs-sieben Fronten im Nahen-Osten, f\u00fchle mich gezwungen, als ehemaliger israelischer Soldat und Reservist auch einige pers\u00f6nliche Worte zu sagen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Der Ruf nach Frieden ist nicht immer ein moralisches Argument. M\u00fcssen die Deutschen Pazifisten sein? Ich denke nicht mehr: Seit fast einem Jahrhundert wissen wir, dass der Ruf nach Pazifismus angesichts von aggressiven Diktaturen oft nichts anderes ist als Appeasement und Akzeptanz dieser Diktaturen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Thomas Mann, entsetzt \u00fcber die Situation in Deutschland und die Selbstgef\u00e4lligkeit der freiheitlichen Demokratien, prangerte bereits 1938 aus dem Exil einen Pazifismus an, der \u201eden Krieg herbeif\u00fchrt, statt ihn zu bannen\u201c.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Und in der Paulskirche, wandte sich Man\u00e8s Sperber, der <i>Friedenspreistr\u00e4ger<\/i> des Jahres 1983, gegen die falsche Moral der Pazifisten jener Zeit, die Deutschland und Europa trotz der sowjetischen Bedrohung abr\u00fcsten wollten, Zitat: \u201eWer glaubt und glauben machen will, dass ein waffenloses, neutrales, kapitulierendes Europa f\u00fcr alle Zukunft des Friedens sicher sein kann, der irrt sich und f\u00fchrt andere in die Irre.\u201c<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Von Israel erwartet man mehr Moralit\u00e4t und Humanit\u00e4t als von anderen Staaten. Vielleicht wegen der j\u00fcdischen Religion? Oder weil Israel seine Existenz dem Wohlwollen der Welt verdankt, siehe den UN-Teilungsplan von 1947, nur zwei Jahre nach dem Holocaust?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><i>Aber<\/i>: Israel musste und muss bis heute mit unmoralischen Mitteln um seine Existenz k\u00e4mpfen! Dieser Widerspruch begleitet das Empfinden von uns Juden und f\u00fchrt gerade bei mir zu einer inneren Zerrissenheit!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">All das erz\u00e4hlte ich euch, obwohl ich ein K\u00e4mpfer f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung zwischen Pal\u00e4stinensern und Israelis und ein scharfer Kritiker der Entwicklung der politischen Landschaft in Israel seit dem sog. Sechstagekrieg von 1967 bin.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dennoch erlaube ich mir als Rabbiner, aber vor allen Dingen als Mensch, einige Worte zum 7. Oktober 2023 und dar\u00fcber hinaus zu sagen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Mit dem 7. Oktober hat der Staat Israel seinen ungeschriebenen Pakt mit dem gesamten j\u00fcdischen Volk gebrochen: daf\u00fcr zu sorgen, dass Juden nie wieder dasselbe erleiden und erdulden m\u00fcssen, was sie in den zwei Jahrtausenden, in den sie keinen eigenen Staat hatten, erlitten haben.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Seit der Staatsgr\u00fcndung funktionierte Israel \u00fcber Jahrzehnte auf der Basis einer liberalen Demokratie. War oder ist diese perfekt? Nat\u00fcrlich nicht. Gab es Rassismus oder andere Formen der Ungleichbehandlung der B\u00fcrger? Ja, leider, bis heute. Doch darin unterschied und unterscheidet sich Israel nicht grunds\u00e4tzlich von anderen demokratischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Doch bereits mit dem Sechstagekrieg 1967, mit der Eroberung jenes Teils Pal\u00e4stinas, das heute als \u201ebesetzte Gebiete\u201c oder \u201ebefreite Gebiete\u201c bezeichnet wird, \u00e4nderte sich in Teilen der israelischen Gesellschaft die politische Zielstellung.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Nach fast 2000 Jahren Diaspora das ganze Land Israel mit den heiligen j\u00fcdischen St\u00e4tten wieder in Besitz zu nehmen, wird in einigen Kreisen als <i>g\u00f6ttliches Zeichen<\/i> gesehen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Diese messianisch-fundamentalistische Ideologie wird in der heutigen Regierungskoalition von vielen Abgeordneten und Ministern der Knesset vertreten.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Doch schon fr\u00fch warnten israelische Intellektuelle vor den Folgen der Besatzung und der Siedlungspolitik f\u00fcr die eigene Gesellschaft. Die wachsende \u00dcberzeugung unter religi\u00f6s-messianischen Juden, das \u201evon Gott verhei\u00dfene Land\u201c nicht aufgeben zu k\u00f6nnen oder zu d\u00fcrfen, st\u00fcrzte den s\u00e4kular-demokratischen Staat Israel in eine tiefe ideologische Krise.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Kurzum eine Antwort auf die Frage: \u201eWelche Perspektiven sehe ich f\u00fcr die Zukunft?\u201c<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Erstens: Wir Juden trauern um die zahllosen gefallenen israelischen Soldaten und f\u00fchlen zugleich tiefes Mitgef\u00fchl und Empathie f\u00fcr die vielen unschuldigen Pal\u00e4stinenser in Gaza, im Libanon und in der Westbank.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Zweitens: Die westliche Welt muss <i>alles tun<\/i>, damit die Ideologie des schiitischen Islamismus gef\u00fchrt von Iran, von Hisbollah und die Jihadisten weltweit nicht die Oberhand gewinnt.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><i>Aktuell<\/i>: mit der allm\u00e4hlichen R\u00fcckkehr der Geiseln, f\u00fcr die Israel einen hohen Preis gezahlt hat und noch zahlen wird, gibt es vielleicht einen kleinen Funken Hoffnung auf einen dauerhaften Waffenstillstand im Nahen Osten. Nur Waffenstillstand, weil in der Westbank der \u201eFast-Krieg\u201c tobt und weil aktuell bei allen Beteiligten Angst, Misstrauen, Unsicherheit, Hass und Rachegef\u00fchle herrschen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><i>Gleichzeitig<\/i> m\u00fcssen die liberal-demokratischen Kr\u00e4fte in Israel von der gesamten westlichen Welt unterst\u00fctzt werden, damit diese rechtsnationale, ultraorthodoxe illiberale israelische Regierung abgel\u00f6st wird und die Pal\u00e4stinafrage endlich und dauerhaft gel\u00f6st wird.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Meine lieben Freundinnen und Freunde, nach den Kriegen kommt die Erinnerung &#8230;<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ich halte h\u00e4ufig Vortr\u00e4ge \u00fcber die Erinnerungskultur in Deutschland. Dabei versuche ich, einzelne Mosaiksteinchen aufzugreifen, wohl wissend, dass ich vieles auslasse und vielleicht unbeabsichtigt einige Menschen verletze.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Erinnerung an die Vergangenheit ist seit jeher ein zentrales Element der J\u00fcdischen Erfahrung. Das Wort <i>Zachor<\/i>\/<i>Erinnere dich<\/i> erscheint 169-Mal in der Bibel. Aber wir fragen uns st\u00e4ndig: Wie viel Geschichte ist n\u00f6tig? Woran sollten wir uns erinnern? Wie viel d\u00fcrfen wir vergessen?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Erlaubt mir bitte, dass ich einige kritische Worte zur Erinnerungskultur in Deutschland, aus <i>meiner rein pers\u00f6nlichen Sicht<\/i> sage.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Mir geht es hier um die \u00f6ffentlichen Gedenkfeiern von Politik und Kirche organisierten am 9. November und am 27. Januar.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Diese Veranstaltungen folgen h\u00e4ufig dem Muster: Juden tragen die Hauptlast des Erinnerns vor einem christlichen Publikum. Allzu oft lassen wir Juden f\u00fcr und mit den Christen gedenken. Das ist bewegend \u2013 aber was bewegen solche Veranstaltungen wirklich? Inwiefern ber\u00fchren sie die Kirche und die \u00d6ffentlichkeit nachhaltig?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die heutige Veranstaltung hier ist eine bisher einmalige positive Ausnahme, wegen Margot und wegen der besonderen Musik, lieber Herr Brandt, habe ich zugesagt.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Aktuell besteht eine weitere \u201eGefahr\u201c, n\u00e4mlich die Gefahr der Einebnung der Erinnerung. Wird der Holocaust in eine Reihe mit anderen Verbrechen gestellt \u2013 Stichwort Postkoloniale Debatte \u2013 droht seine spezifische Bedeutung als pr\u00e4zedenzloses Ereignis der Geschichte zu verwischen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auschwitz war nicht nur ein Genozid, sondern ein industriell durchorganisiertes Massenvernichtungsprojekt. Die Versuche, Auschwitz aus seinem singul\u00e4ren Erinnerungsrahmen in einem universellen zu \u00fcberf\u00fchren, verleiten heute dazu, dass die spezifischen ideologischen Grundlagen des nationalsozialistischen Antisemitismus aus dem Bewusstsein zu verdr\u00e4ngen, und Begriffe wie Genozid\/Vernichtung auf Israel zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Diese Debatte, die derzeit hitzig an den Universit\u00e4ten und in den Feuilletons gef\u00fchrt wird, kann ich hier nicht aufl\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dieser Diskurs hat jedoch konkrete Auswirkungen auf die Erinnerungslandschaft der Bundesrepublik.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Hier ist die Erinnerung an den Holocaust eng mit nationalem Selbstverst\u00e4ndnis und nationaler Verantwortung, Stichwort \u201cStaatsr\u00e4son\u201c, verkn\u00fcpft. Die Gleichsetzung der Schoa mit den Kolonialverbrechen, die erinnert und aufgearbeitet werden m\u00fcssen, f\u00fchrt auf vielen Demonstrationen bereits zu einer Relativierung der deutschen Schuld.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><i>Andererseits<\/i> warnt Mosche Zimmermann, nicht ganz wort-w\u00f6rtlich: \u201eIsrael hat eine Taktik \u00fcbernommen, um die Schoa zum \u201eBesitzwert\u201c, damit in einen \u201eVorteil\u201c zu verwandeln und letztlich auch Israelkritik mit Antisemitismus gleichzusetzen\u201c.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">In der sog. MEMO-Jugendstudie 2023 berichtete <i>nur jede zehnte Befragte<\/i> von T\u00e4ter*innen unter den eigenen Vorfahren!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ich schlage deshalb vor, dass an den Gedenkveranstaltungen zum 27. Januar oder 9. November, Nachkommen der T\u00e4terInnen, die sich ernsthaft mit der Nazivergangenheit von Familienangeh\u00f6rigen auseinandersetzen, die \u201eFestansprache\u201c im Bundestag, in Landtagen oder in Kirchen halten! Liebe Margot, ich danke dir vom Herzen, f\u00fcr deine pers\u00f6nliche Auseinandersetzung mit deiner Familiengeschichte! Gerade das habe ich mit der Bundestagspr\u00e4sidentin B\u00e4rbel Bas in Berlin und mit der Landtagspr\u00e4sidentin, Hanna Naber pers\u00f6nlich im Oktober 2024 besprochen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Meine lieben Freundinnen und Freunde,<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">zur Erinnerung und zur Mahnung geh\u00f6rt der Slogan \u201eNie wieder ist jetzt\u201c! Welche Assoziationen ruft er in mir wach?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Lehre aus der Schoa f\u00fcr uns J\u00fcdinnen und Juden hei\u00dft: NIE WIEDER AUSCHWITZ!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Als meine Kinder (heute sind sie 54 und 50!) zur Schule gingen hat man die NS-Zeit in den sechsten und sp\u00e4teren Klassen durchgenommen, um die Sch\u00fcler daf\u00fcr zu sensibilisieren, wie es dazu kommen konnte, dass so viele Menschen einer menschenverachtenden Ideologie anschlossen. Die Sch\u00fcler*innen konnten es nicht verstehen und waren alle der \u00dcberzeugung, dass man selbst immer wieder aufstehen und sich gegen Unrecht erheben solle.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Und schon damals hie\u00df es: \u201eW\u00e4hret den Anf\u00e4ngen\u201c. Jetzt sind wir in der Situation, genau dies zu tun. Deshalb kann man zu dem Schluss kommen, dass mit \u201eNie wieder ist jetzt\u201c eine treffende Antwort auf die Bedrohung von rechts gefunden ist.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><i>Die andere Seite der Medaille<\/i> ist aber, dass es sehr unterschiedliche Einsch\u00e4tzungen dar\u00fcber gibt, ob wir wirklich in einer Situation sind, die die Aussage \u201enie wieder ist jetzt\u201c rechtfertigt. Meine pers\u00f6nliche Meinung ist, dass sich die meisten Experten in den vergangenen zwanzig Jahren geirrt haben. Noch vor ungef\u00e4hr zehn Jahren wurde behauptet, dass wir trotz zahlreicher regionaler Kriege, trotz Sarrazin und AFD in einer der demokratischsten Epoche Deutschlands leben w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ist die Situation heute mit der Endphase der Weimarer Republik vergleichbar? Ich wei\u00df es nicht! Tatsache ist aber, dass sich die allgemeine Einsch\u00e4tzung \u201eein Vergleich mit Weimar ist nicht zul\u00e4ssig\u201c von Experten im Verlauf der vergangenen zehn Jahren deutlich gewandelt hat, hin zur Parole \u201edie Demokratie ist gef\u00e4hrdet\u201c.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Das Problem ist wie immer, dass viele Menschen im Land nicht direkt betroffen sind. Es ist doch so: Wenn morgen die AFD regiert, dann m\u00fcssen sich viele Menschen kaum Sorgen machen, weil sie Wei\u00dfe und Deutsche sind. Was f\u00fcr einen Grund sollte es f\u00fcr diese Leute geben, f\u00fcr ein \u201enie wieder ist jetzt\u201c einzutreten? Ich kenne zurzeit kaum wei\u00dfe Menschen, die Deutschland aus politischen Gr\u00fcnden verlassen und auch die Frage stellen: aber wohin?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ich als Rabbiner, sage: das betrifft uns alle, unsere Gesellschaft, seien es Schwarze, Menschen mit anderer sexueller Orientierung, Sinti oder Roma oder Muslime, Juden und nat\u00fcrlich alle Christen \u2013 es geht immer um Menschen. Das Grundgesetz verspricht: Die W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar. Das bedeutet: <i>Wenn andere Menschen diskriminiert werden, geht es um uns alle<\/i>.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Wenn wir uns erinnern und in die Geschichte schauen, dann sehen wir, dass das B\u00f6se, der Hass nicht allein von Diktatoren und Rassisten ausgeht, sondern dass der Verlust von Demokratie von den Schweigenden, von den Leisen, von den Gef\u00fchllosen erm\u00f6glicht wird. Hass und Ausgrenzung werden m\u00f6glich durch jene, die zuschauen, die tatenlos danebenstehen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ich gehe noch einen Schritt weiter: wenn man diese Formel h\u00f6rt, k\u00f6nnte man spontan aber auch so reagieren: \u201eNie wieder ist jederzeit\u201c und f\u00fcr alle und an allen Orten.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Das \u201eNie wieder\u201c bezieht sich ja auf einen totalen Verlust oder genauer auf eine totale Verweigerung von Menschlichkeit. Um dem \u201eNie wieder\u201c eine positive Grundlage zu geben, m\u00fcsste es also um universale ethische Grunds\u00e4tze gehen. In diesem Sinne m\u00fcsste auch die deutsche Erinnerungskultur stets die Jahre der Vorgeschichte von Verachtung und Entrechtung und Zerst\u00f6rung mit einbeziehen, die zu \u201eAuschwitz\u201c gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Lasst mich bitte meine Ansprache mit einer pers\u00f6nlichen Botschaft schlie\u00dfen:<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Vivian Silver, eine vierundsiebzigj\u00e4hrige J\u00fcdin aus Kanada, die vor vielen Jahren nach Israel eingewandert und eine Aktivistin f\u00fcr Frauenrechte, f\u00fcr Verst\u00e4ndigung zwischen Pal\u00e4stinensern und Israelis war, wurde am 7. Oktober von Hamas-Terroristen ermordet. Wie sollte die \u00fcberlebende Familie reagieren? Pal\u00e4stinenser\/Araber-Hasser werden oder trotzdem die Hand zur Vers\u00f6hnung reichen?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Und wie sollte G\u00e1bor Lengyel reagieren? Ich, ein Kind, das die Schoa \u00fcberlebt hat, dessen Mutter und viele Verwandte von den Nazis ermordet wurden. Sollte ich nur Nazi-J\u00e4ger oder Hetzer gegen Deutsche und Migranten sein? Nein, ich bin eher ein Br\u00fcckenbauer und reiche meine Hand zur Vers\u00f6hnung.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Vivian Silvers Familie hat eine Stiftung gegr\u00fcndet und ab November 2024 einen Preis von je 15.000 $ an j\u00fcdische und pal\u00e4stinensische Frauen vergibt, die sich f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung zwischen Pal\u00e4stinensern und Israelis einsetzen. Am 21. November 2024 wurde die israelische-pal\u00e4stinensische Christin Dr. Rula Hardal (eine gute Freundin von mir!) ausgezeichnet!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Wir m\u00fcssen die Jugendlichen zum Denken anregen und ihnen die Komplexit\u00e4t der damaligen und heutigen Realit\u00e4t vermitteln. Sie sollten dabei nicht mit hohlen Werten belehrt werden! Vielmehr sollen sie untereinander diskutieren lernen, was f\u00fcr und gegen ein Mitmachen oder Helfen in bestimmten Situationen spricht! Erziehung m\u00fcsse \u2013 so der j\u00fcdische Philosoph, Adorno \u2013 zur \u201ekritischen Selbstreflexion\u201c f\u00fchren!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Der \u201eNie wieder Gedanke\u201c beginnt in der KITA, in den Schulen und in den Familien. Meine pers\u00f6nliche Lehre aus der Schoa ist: mein Engagement in Israel, in Deutschland f\u00fcr die Demokratie. Deshalb gehe ich mit meinem TANDEM Projekt, mit einer jungen Muslima in Schulen und mache Workshops zur Demokratief\u00f6rderung!<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Vielen Dank!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-autoreninfo-western\"><em><strong class=\"western\">Dr. G\u00e1bor Lengyel<\/strong> ist Seniorrabbiner der Liberalen J\u00fcdischen Gemeinde Hannover.<\/em><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[37,6,47,2982],"tags":[4160,4158,678,3317,3859,3226,3858,4159,4157,667],"autoren":[4156],"publikationen":[4140],"class_list":["post-20013","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-europa-internationales","category-frieden","category-lebensweisen-pluralismus","category-neonazis","tag-21-januar","tag-auschwitz","tag-frieden","tag-gaza","tag-holocaust","tag-israel","tag-judentum","tag-nie-wieder-ist-jetzt","tag-shoa","tag-vorgaenge-artikel","autoren-gabor-lengyel-2","publikationen-vorg-249"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Nie wieder ist jetzt: Ansprache in der Christuskirche am 26. 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