{"id":8469,"date":"2020-10-16T16:46:00","date_gmt":"2020-10-16T14:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/stimmen-zur-wiedervereinigung\/"},"modified":"2020-10-16T12:00:00","modified_gmt":"2020-10-16T10:00:00","slug":"stimmen-zur-wiedervereinigung","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/230\/publikation\/stimmen-zur-wiedervereinigung\/","title":{"rendered":"Stimmen zur Wiedervereinigung"},"content":{"rendered":"<p>in: vorg\u00e4nge Nr. 230 (2\/2020)<\/p>\n<h5><span id=\"fg\">F.G.<\/span><\/h5>\n<p>44 Jahre <br \/>1989: Sch\u00fclerin der 8. Klasse\u00a0 <br \/>2020: Hausfrau<\/p>\n<p><i>1. Welche Hoffnungen oder Entt\u00e4uschungen verbanden Sie mit der Wende? <\/i><\/p>\n<p>Ich habe \u00fcber die Wende nicht nachgedacht. Mir ging es nicht schlecht. Ich war 1989 im Ferienlager in Tschechien und ich habe nur mitbekommen, dass viele abgehauen sind. Meine Eltern haben dar\u00fcber mit mir nach meiner Erinnerung nicht gesprochen.<\/p>\n<p><i>2. Haben sich diese f\u00fcr Sie erf\u00fcllt bzw. wie bewerten Sie die Wende heute?<\/i><\/p>\n<p>Vielleicht h\u00e4tte man manches behalten m\u00fcssen. Vor allem die Sicherheit des Arbeitsplatzes.<\/p>\n<p><i>3. Ist es f\u00fcr Sie heute noch relevant, dass Sie in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen sind? Warum bzw. warum nicht? <\/i><\/p>\n<p>Das ist f\u00fcr mich nicht mehr relevant. F\u00fcr mich ist egal, wo jemand in Deutschland geboren wurde.<\/p>\n<h5><span id=\"fw\">F.W.<\/span><\/h5>\n<p>68 Jahre<br \/>1989: Kraftfahrer\u00a0 <br \/>2020: Rentner<\/p>\n<p><i>1. Welche Hoffnungen oder Entt\u00e4uschungen verbanden Sie mit der Wende? <\/i><\/p>\n<p>Ich bin schon 73 \u00fcber die Mauer geklettert. Ich war 8 Wochen im Westen, mir war der Westen deshalb nicht fremd. Ich wurde &#150; als ich zur\u00fcck kam in die DDR &#150; zu vier Jahren Haft verurteilt. Mir stand deshalb in der Bundesrepublik eine Haftentsch\u00e4digung zu. Ich habe erstmal im Westen als Fernfahrer gearbeitet und mir die Welt angeguckt.<\/p>\n<p><i>2. Haben sich diese f\u00fcr Sie erf\u00fcllt bzw. wie bewerten Sie die Wende heute?<\/i><\/p>\n<p>Ich will den Osten nicht wiederhaben. Ich komme aber nicht mit der B\u00fcrokratie klar. Zum Beispiel wird mir vorgeschrieben, von wem ich Jauche abfahren lassen soll.<\/p>\n<p><i>3. Ist es f\u00fcr Sie heute noch relevant, dass Sie in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen sind? Warum bzw. warum nicht? <\/i><\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr mich relevant, in Ostdeutschland geboren zu sein. Ich m\u00f6chte heute kein Jugendlicher sein. Der Zusammenhalt war in der DDR anders. Die Menschen haben sich zu Ich-Menschen entwickelt.<\/p>\n<h5><span id=\"mw\">M.W. <\/span><\/h5>\n<p>88 Jahre<br \/>1989: Bereichsleiter bei der MTS (Ersatzteilhandel f\u00fcr die Landwirtschaft) <br \/>2020: Rentnerin<\/p>\n<p><i>1. Welche Hoffnungen oder Entt\u00e4uschungen verbanden Sie mit der Wende? <\/i><\/p>\n<p>Ich habe auf Freiheit insbesondere Reisefreiheit gehofft und dass die Bespitzelung von der Staatssicherheit aufh\u00f6rt. Die Bespitzelung war das schlimmste an der DDR, besonders die Ma\u00dfnahmen, die sich daraus ergaben.<\/p>\n<p><i>2. Haben sich diese f\u00fcr Sie erf\u00fcllt bzw. wie bewerten Sie die Wende heute?<\/i><\/p>\n<p>Die W\u00fcnsche haben sich erf\u00fcllt. Entt\u00e4uscht bin ich von der kapitalistischen Ausbeutung und den vielf\u00e4ltigen Betr\u00fcgereien von M\u00e4chtigen. Die Arbeitslosigkeit hat viel Armut im Osten gebracht.<\/p>\n<p><i>3. Ist es f\u00fcr Sie heute noch relevant, dass Sie in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen sind? Warum bzw. warum nicht?<\/i><\/p>\n<p>Ich bin stolz auf meine ostdeutsche Herkunft. Wir mussten nicht arbeiten lernen, wir konnten es.<\/p>\n<h5><span id=\"bk\">B.K. <\/span><\/h5>\n<p>66 Jahre<br \/>1989: Lehrerin<br \/>2020: Pension\u00e4rin<\/p>\n<p><i>1. Welche Hoffnungen oder Entt\u00e4uschungen verbanden Sie mit der Wende?<\/i><\/p>\n<p>Ich war 1989\/90 im besten &#132;Familienalter&#147; und hatte keine hochfliegenden Tr\u00e4ume von einem Aufbruch in eine &#132;neue Welt&#147;. Nur die Herstellung von Normalit\u00e4t, wie sie in Westeuropa nach den beiden Weltkriegen entstanden war, forderten wir. Wir tr\u00e4umten von freiz\u00fcgiger Beweglichkeit ohne vorherige strenge Durchleuchtung, davon, ein Auto kaufen zu k\u00f6nnen, bevor ein halbes Erwerbsleben vorbei war, einen Handwerker zu bekommen, ohne mit Westgeld bestechen zu m\u00fcssen &#133; Auch Vorstellungen diskutierten wir, von Wahlen, die den Begriff verdienen, von Medien, die nicht nur \u00f6de predigen, von freier Meinungs\u00e4u\u00dferung ohne belangt zu werden. Wir hatten uns zu lange in politischer Vorsicht ge\u00fcbt.<\/p>\n<p><i>2. Haben sich diese f\u00fcr Sie erf\u00fcllt bzw. wie bewerten Sie die Wende heute?<\/i><\/p>\n<p>Die Chancen, die sich 1990 geboten haben, hat unsere Familie ergriffen. Unser Kind hat studiert, eine Familie im &#132;Westen&#147; gegr\u00fcndet und die Welt kennengelernt. Ich konnte mich beruflich entwickeln und habe die Vorteile und auch die Grenzen, Risiken und Nachteile des vereinten Deutschland kennengelernt. R\u00fcckblickend h\u00e4tte ich mir gew\u00fcnscht, da\u00df die wenigen positiven Aspekte der DDR-Gesellschaft nicht kommentarlos \u00fcber Bord geworfen worden w\u00e4ren.<\/p>\n<p><i>3. Ist es f\u00fcr Sie heute noch relevant, dass Sie in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen sind? Warum bzw. warum nicht?<\/i><\/p>\n<p>Das ist f\u00fcr mich nicht mehr relevant. Ich lebe jetzt in S\u00fcddeutschland und erlebe, dass Ost- und Westdeutsche gegenseitig noch Vorurteile haben. Deshalb braucht es die wechselseitige Kenntnis und die Auseinandersetzung mit den kollektiven Erinnerungen in Ost und West.<\/p>\n<h5><span id=\"sst\">S.St. <\/span><\/h5>\n<p>39 Jahre<br \/>1989: Zweitkl\u00e4ssler<br \/>2020: Parlamentarischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer im Landtag Sachsen-Anhalt<\/p>\n<p><i>1. Welche Hoffnungen oder Entt\u00e4uschungen verbanden Sie mit der Wende?<\/i><\/p>\n<p>Die Friedliche Revolution hat mich davor bewahrt, mich in eine sozialistische Pers\u00f6nlichkeit entwickeln zu m\u00fcssen. Stattdessen musste und durfte ich aufwachsen in einer Zeit, in der das einzig Best\u00e4ndige die permanente \u00c4nderung der Verh\u00e4ltnisse war.<\/p>\n<p><i>2. Haben sich diese f\u00fcr Sie erf\u00fcllt bzw. wie bewerten Sie die Wende heute?<\/i><\/p>\n<p>Meine Generation hat in Ostdeutschland die oft umfassende Entwertung der Lebensl\u00e4ufe ihrer Eltern mitansehen und erleben m\u00fcssen. Meine Eltern geh\u00f6rten zu den wenigen, die das mit viel Gl\u00fcck nicht betraf. Diese kollektive Erfahrung neu zu ber\u00fccksichtigen, das w\u00fcnsche ich mir, wenn auf Ostdeutschland und die Friedliche Revolution geschaut wird.<\/p>\n<p><i>3. Ist es f\u00fcr Sie heute noch relevant, dass Sie in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen sind? Warum bzw. warum nicht?<\/i><\/p>\n<p>Meine Geburtsort Halle (Saale) definiert mich in den Augen vieler als ostdeutsch. So richtig passen will mir dieser Schuh nicht. Ich bin als Hallenser nach Stationen in Belfast, Jena und dem westlichen Berlin sehr zuf\u00e4llig wieder in Sachsen-Anhalt gelandet. Mehr als meine ostdeutsche Herkunft pr\u00e4gt mich die Erfahrung, dass sich die Verh\u00e4ltnisse sehr schnell \u00e4ndern k\u00f6nnen. Und Gewissheiten nur scheinbar sind.<\/p>\n<h5><span id=\"ad\">A.D. <\/span><\/h5>\n<p>70 Jahre<br \/>1989: Lehrerin<br \/>2020: Rentnerin<\/p>\n<p><i>1. Welche Hoffnungen oder Entt\u00e4uschungen verbanden Sie mit der Wende?<\/i><\/p>\n<p>Ich hoffte, dass ich weiter in meinem Beruf arbeiten konnte. Vieles von dem, an das ich glaubte, wurde infrage gestellt; dar\u00fcber war die Entt\u00e4uschung gro\u00df.<\/p>\n<p><i>2. Haben sich diese f\u00fcr Sie erf\u00fcllt bzw. wie bewerten Sie die Wende heute?<\/i><\/p>\n<p>Meine Hoffnung erf\u00fcllte sich. Die Wende musste kommen, da das System so nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig war und man Familien nicht politisch motiviert trennen konnte.<\/p>\n<p><i>3. Ist es f\u00fcr Sie heute noch relevant, dass Sie in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen sind? Warum bzw. warum nicht?<\/i><\/p>\n<p>Das ist f\u00fcr mich noch relevant, da ich versucht habe mir solche Werte wie Ehrlichkeit, Gemeinschaftssinn, Gerechtigkeit und andere auch in diesem Gesellschaftssystem zu bewahren.<\/p>\n<h5><span id=\"rd\">R.D. <\/span><\/h5>\n<p>71 Jahre<br \/>1989: 1. Bezirkssekret\u00e4r der URANIA in Karl-Marx-Stadt\u00a0 <br \/>2020: Senior<\/p>\n<p><i>1. Welche Hoffnungen oder Entt\u00e4uschungen verbanden Sie mit der Wende?<\/i><\/p>\n<p>Wir hofften auf den Einzug moderner Produktionsmittel in ostdeutsche Firmen und deren Sanierung mit Hilfe der Belegschaften bei wenig Entlassungen. Au\u00dferdem sollte die komplette berufliche und pers\u00f6nliche Neuorientierung gelingen.<br \/>Die Treuhand erwies sich leider als Handlanger der Konzerne und Banken bei der Aufteilung des Volksverm\u00f6gens. Das DDR-Bildungswesen wurde vollst\u00e4ndig negiert.<\/p>\n<p><i>2. Haben sich diese f\u00fcr Sie erf\u00fcllt bzw. wie bewerten Sie die Wende heute?<\/i><\/p>\n<p>Die Wende war unausweichlich: die Wirtschaft in Ostdeutschland am Boden; famili\u00e4re Trennungen durch die Mauer; st\u00e4ndig zunehmende Unzufriedenheit der Menschen nicht ewig aufrecht zu erhalten. Mir ist die Umorientierung im Beruf gelungen!<\/p>\n<p><i>3. Ist es f\u00fcr Sie heute noch relevant, dass Sie in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen sind? Warum bzw. warum nicht?<\/i><\/p>\n<p>Ja, dass ich Lebenserfahrungen in zwei unterschiedlichen Gesellschaftsformationen gesammelt habe, hat mein eigenes Weltbild bef\u00f6rdert.<\/p>\n<h5><span id=\"vl\">V.L.<\/span><\/h5>\n<p>44 Jahre<br \/>1989: Sch\u00fcler der 8. Klasse\u00a0 <br \/>2020: Professor f. Kriminologie und Soziologie<\/p>\n<p><i>1. Welche Hoffnungen oder Entt\u00e4uschungen verbanden Sie mit der Wende?<\/i><\/p>\n<p>Mit der Wende verband ich die Hoffnung ohne Einschr\u00e4nkung Abitur machen und studieren zu k\u00f6nnen, was mir in der DDR definitiv verwehrt geblieben w\u00e4re. Aufgrund der religi\u00f6sen Zugeh\u00f6rigkeit meiner Familie war ich in keiner staatlichen Jugendorganisation und habe an keinen politisch verordneten Veranstaltungen teilgenommen. Au\u00dferdem wollte ich immer gern einmal nach London reisen, seitdem ich von meinem Onkel aus Westdeutschland eine Postkarte aus London mit dem Westminster Palace bekommen hatte.\u00a0<\/p>\n<p><i>2. Haben sich diese f\u00fcr Sie erf\u00fcllt bzw. wie bewerten Sie die Wende heute?<\/i><\/p>\n<p>Meine Hoffnungen haben sich mit der Wende erf\u00fcllt: Ich konnte Abitur machen und studieren und 1993 sa\u00df ich zum ersten Mal in einem Flugzeug auf dem Weg nach London &#150; aus dem Fenster konnte ich das house of parliament erkennen und begriff welches Gl\u00fcck ich habe, dass sich die politischen Verh\u00e4ltnisse ge\u00e4ndert hatten.<\/p>\n<p><i>3. Ist es f\u00fcr Sie heute noch relevant, dass Sie in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen sind? Warum bzw. warum nicht?<\/i><\/p>\n<p>Meine ostdeutsche Herkunft ist mir immer noch sehr wichtig, da ich den gr\u00f6\u00dften Teil meiner &#132;formative years&#147; in einem anderen Gesellschaftssystem erlebt habe und auch heute noch in meiner Generation die feinen Unterschiede im Verhalten und Denken zwischen ost- und westdeutsch sozialisierten Menschen wahrnehme. Die positiven wie negativen Erfahrungen aus diesem anderen System m\u00f6chte ich nicht missen.<\/p>\n<h5><span id=\"fst\">F.St.<\/span><\/h5>\n<p>67 Jahre<br \/>1989: Grundschullehrerin\u00a0 <br \/>2020: Rentnerin<\/p>\n<p><i>1. Welche Hoffnungen oder Entt\u00e4uschungen verbanden Sie mit der Wende?<\/i><\/p>\n<p>Ich war 30 und wollte nach Westberlin. Ich hatte in Potsdam und Berlin immer die andere Seite vor Augen und konnte nicht hin.<\/p>\n<p><i>2. Haben sich diese f\u00fcr Sie erf\u00fcllt bzw. wie bewerten Sie die Wende heute?<\/i><\/p>\n<p>F\u00fcr mich hat sich alles positiv entwickelt, ich hatte immer Arbeit und konnte Reisen. Meinen Freunden und meiner Verwandtschaft ging es schlechter.<\/p>\n<p><i>3. Ist es f\u00fcr Sie heute noch relevant, dass Sie in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen sind? Warum bzw. warum nicht?<\/i><\/p>\n<p>Ich bin stolz, Ostdeutsche sein. Ich bin hier geblieben und mir gef\u00e4llt es hier.<\/p>\n<h5><span id=\"hst\">H.St.<\/span><\/h5>\n<p>67 Jahre<br \/>1989: Ingenieur\u00a0 <br \/>2020: Rentner<\/p>\n<p><i>1. Welche Hoffnungen oder Entt\u00e4uschungen verbanden Sie mit der Wende?<\/i><\/p>\n<p>Wir haben ein Haus gebaut. Ich habe gehofft, meine Arbeit zu behalten, und habe mich gef\u00fcrchtet, sie zu verlieren.<\/p>\n<p><i>2. Haben sich diese f\u00fcr Sie erf\u00fcllt bzw. wie bewerten Sie die Wende heute?<\/i><\/p>\n<p>Bis 97 ja, dann kann mit der Treuhandprivatisierung die K\u00fcndigung. Danach kam die Auffanggesellschaft, wir blieben am Markt, aber die Bezahlung war zu knapp. 2000 gab es wieder ein Angebot vom alten Betrieb. Dadurch, dass ich bis zum Schluss Arbeit hatte, werte ich das Ganze positiv. Ich konnte mein Haus gut zu Ende bauen, auch deshalb, weil meine Frau Arbeit hatte.<\/p>\n<p><i>3. Ist es f\u00fcr Sie heute noch relevant, dass Sie in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen sind? Warum bzw. warum nicht?<\/i><\/p>\n<p>Ja es ist relevant. Meine Familie ist eine Fl\u00fcchtlingsfamilie, wir kamen aus der Gegend s\u00fcdlich von Posen, an der Grenze zu Schlesien mit Nichts. Im Osten konnte ich mir eine gute Existenz schaffen. Ohne die DDR w\u00fcrde ich heute hier nicht sitzen.<\/p>\n<h5><span id=\"th\">T.H.<\/span><\/h5>\n<p>78 Jahre<\/p>\n<p><i>1. Welche Hoffnungen oder Entt\u00e4uschungen verbanden Sie mit der Wende?<\/i><\/p>\n<p>Mit der Wende verbanden sich zun\u00e4chst Hoffnungen auf eine Demokratisierung der DDR. Zusammen mit vielen Freunden in der Bundesrepublik favorisierten wir Egon Bahrs Gedanken vom Wandel durch Ann\u00e4herung, hin zu einem wie auch immer gearteten &#132;3. Weg&#147; friedlichen und gleichberechtigten Miteinanders.<\/p>\n<p><i>2. Haben sich diese f\u00fcr Sie erf\u00fcllt bzw. wie bewerten Sie die Wende heute?<\/i><\/p>\n<p>Die mit dem Wegfall der Grenzen endlich Realit\u00e4t gewordene offene Welt und neue berufliche Perspektiven brachten f\u00fcr mich einen Zugewinn an Lebensqualit\u00e4t. Was bleibt, ist das Engagement f\u00fcr eine sozialere,\u00a0 nicht vorrangig auf Profit orientierte Verwaltung der Welt.<\/p>\n<p><i>3. Ist es f\u00fcr Sie heute noch relevant, dass Sie in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen sind? Warum bzw. warum nicht?<\/i><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte die Erfahrungen meiner DDR-Sozialisation nicht missen: Antifaschismus, Antirassismus und konsequente Verurteilung von Antisemitismus waren wichtige Koordinaten, bef\u00f6rdert durch Literatur, Kunst\u00a0 und Kultur und die praktizierte Solidarit\u00e4t Gleichgesinnter gegen dogmatische Verengung und Willk\u00fcr.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[558],"publikationen":[874],"class_list":["post-8469","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-redaktion","publikationen-874"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Stimmen zur Wiedervereinigung - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/230\/publikation\/stimmen-zur-wiedervereinigung\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Stimmen zur Wiedervereinigung - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"in: vorg\u00e4nge Nr. 230 (2\/2020) F.G. 44 Jahre 1989: Sch\u00fclerin der 8. 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