{"id":8570,"date":"2018-11-22T04:00:00","date_gmt":"2018-11-22T03:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\/"},"modified":"2021-08-30T15:43:01","modified_gmt":"2021-08-30T13:43:01","slug":"drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\/","title":{"rendered":"Drei Versuche, die Popularit\u00e4t des Populismus zu verstehen"},"content":{"rendered":"<p>In: vorg&auml;nge Nr. 224 (4\/2018), S. 91-99<\/p>\n<p>&Uuml;ber die Aufl&ouml;sung klassischer Millieus und Lebenslagen, die zunehmende Politikverdrossenheit und einen latenten, aber weit verbreiteten Rassismus wird schon seit Jahrzehnten diskutiert und geschrieben. Dennoch haben die Wahlerfolge der Populisten viele liberale Denker*innen aufgeschreckt: Was ist passiert, dass sich so viele Menschen von den klassischen Parteien nicht mehr nur entt&auml;uscht zeigen, sondern ganz abwenden? Womit lassen sich umgekehrt die Erfolge (rechts-)populistischer Kandidat*innen und Bewegungen erkl&auml;ren, die nach traditionellen Ma&szlig;st&auml;ben weder praktikable noch akzeptable L&ouml;sungen f&uuml;r die zentralen politischen Probleme vorweisen k&ouml;nnen? Und was kann gegen die vielerorts zu beobachtende Polarisierung und Radikalisierung der politischen Lager unternommen werden? Zu diesen Fragen, die sich im Zuge des <i>populistic turn<\/i> stellen, gibt es mittlerweile zahlreiche Ver&ouml;ffentlichungen. Drei davon sollen hier kurz vorgestellt werden. Sie versuchen auf unterschiedliche Art und Weise, die Motive jener Abtr&uuml;nnigen in (Ost-)Deutschland, Frankreich und den USA besser zu verstehen. Im Einzelnen handelt es sich um:<\/p>\n<p><i>Johannes Hillje: R&uuml;ckkehr zu den politischen Verlassenen. Gespr&auml;che in rechtspopulistischen Hochburgen in Deutschland. Studie f&uuml;r das Progressive Zentrum, 26 S., Berlin 2018, unter <\/i><a href=\"http:\/\/www.progressives-zentrum.org\/die-verlassenen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>http:\/\/www.progressives-zentrum.org\/die-verlassenen\/<\/i><\/a><\/p>\n<p>Das in Berlin ans&auml;ssige Progressive Zentrum sowie die franz&ouml;sische Kampagnenschmiede Liegey Muller-Pons haben die Wahlmilieus des Front National bzw. der Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) in Frankreich bzw. Deutschland untersucht. Dazu befragte ein gemeinsames Forschungsprojekt 500 Haushalte in jeweils sechs Regionen Frankreichs und Deutschlands. F&uuml;r die deutschen Projektpartner hat Johannes Hillje eine Auswertung vorgelegt, die aus deutscher Sicht zentrale Ergebnisse der Befragung sowie Handlungsempfehlungen f&uuml;r die (deutsche) Politik vorstellt. Erkl&auml;rtes Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zur &Uuml;berwindung der gegenw&auml;rtig zu beobachtenden Spaltung der Gesellschaft zu leisten: &#8222;<i>Dieses Projekt m&ouml;chte einen ersten Schritt unternehmen und hat sich zur Aufgabe gemacht denjenigen zuzuh&ouml;ren, &uuml;ber die sonst geredet wird.<\/i>&#8220; (S.&nbsp;3)&nbsp; Mit relativ offen formulierten Fragen wurde abgerufen, welche Probleme die Befragten im Land bzw. im lokalen Umfeld ausmachen, was die Gr&uuml;nde f&uuml;r deren mutma&szlig;liche Politikverdrossenheit sind und welche Erwartungen sie an die k&uuml;nftige L&ouml;sung dieser Probleme haben. Die Regionen wurden danach ausgew&auml;hlt, dass sie eine hohe soziale und &ouml;konomische Benachteiligung sowie hohe Wahlergebnisse f&uuml;r die AfD bzw. den Front National aufwiesen, zugleich aber verschiedene politische (z.B. Ost\/ West-Deutschland) bzw. urbane Strukturen (Stadt, Kleinstadt\/Vorstadt, Land) repr&auml;sentieren. Bei den Befragten handelt es sich um Bewohner*innen der Wahlhochburgen &#8211; ob sie AfD bzw. FN gew&auml;hlt haben, wurde nicht explizit erfragt. Die Befragung der deutschen Teilnehmer*innen fand kurz vor der Bundestagswahl 2017 statt.<\/p>\n<p>Als wichtigstes bundespolitisches Problem benannte die H&auml;lfte der deutschen Befragten &#8222;Migration&#8220; &#8211; zum einen, weil die Aufnahme von Migrant*innen erhebliche Kosten verursache und damit Ressourcen binde, die an anderer Stelle fehlen. Au&szlig;erdem wird ihr Zuzug als Kriminalit&auml;tsrisiko gesehen, wobei &#8222;<i>eher von &Auml;ngsten vor als von pers&ouml;nlichen Erfahrungen mit Ausl&auml;nderkriminalit&auml;t gesprochen wird.<\/i>&#8220; (S.&nbsp;9) An zweiter Stelle rangiert die Unzufriedenheit mit der politischen Praxis (bzw. der politischen Elite), die sich vor allem am Verhalten der Politiker (unehrlich, egoistisch, zu weit weg von den Menschen), am zu gro&szlig;en Einfluss von Wirtschaft und Lobbyist*innen auf politische Entscheidungen sowie an einer als mangelhaft wahrgenommenen Probleml&ouml;sungskompetenz der Politik festmacht. Auf den Punkt gebracht lautet diese Kritik: &#8222;<i>Wenn die Politik Probleme angeht, dann sind es nicht meine und sie tut es nicht in meinem Interesse.<\/i>&#8220; (S.&nbsp;10) Daraus entstehe ein &#8222;<i>Gef&uuml;hl der politischen Benachteiligung<\/i>&#8220;, das sich aus der &#8222;<i>mangelnden Anerkennung und falschen Bearbeitung der Probleme aus der eigenen Lebensrealit&auml;t<\/i>&#8220; (ebd.) speist.<\/p>\n<p>Gem&auml;&szlig; ihrem Anspruch, der sich zun&auml;chst auf das Verstehen der Befragten beschr&auml;nkt, unternimmt die Studie keinen Versuch, diese subjektiven Problembeschreibungen der Befragten mit objektiven Kriterien abzugleichen. F&uuml;r die mit der Migration verbundenen Fragen w&auml;re ein solcher Abgleich methodisch sicher aufw&auml;ndig, denn er w&uuml;rde beispielsweise bezogen auf die Kritik an der staatlichen Priorit&auml;tensetzung und der Ressourcenverteilung eine Untersuchung erfordern, welche sozialstaatlichen&nbsp;\/&nbsp;gesellschaftspolitischen Vorhaben h&auml;tten realisiert werden k&ouml;nnen, wenn es die Einwanderungswelle ab 2015 nicht gegeben h&auml;tte (&#8222;kontrafaktische Geschichte&#8220;). Das zweite Problemfeld &#8211; die Unzufriedenheit mit der politischen Praxis &#8211; ist einer empirischen Pr&uuml;fung dagegen leichter zug&auml;nglich: Hier zeigen j&uuml;ngere Untersuchungen zur Responsivit&auml;t politischer Entscheidungen in Deutschland, dass der Eindruck zunehmenden Alltagsferne politischer Entscheidungen und einer Benachteiligung ihrer Interessen keineswegs falsch ist. So stellen Els&auml;sser, Hense und Sch&auml;fer in ihrem 2016 vorgelegten Bericht &#8222;<i>einen deutlichen Zusammenhang zwischen den getroffenen politischen Entscheidungen und den Einstellungen der Bessergestellten<\/i>&#8220; fest, w&auml;hrend die Mehrzahl der (bundes-)politischen Entscheidungen von den Interessen der Einkommensschwachen abweicht. [1]<\/p>\n<p>Doch zur&uuml;ck zu den von der Studie identifizierten Problemfeldern: Bei der Abfrage, was die wichtigsten Probleme im lokalen Umfeld (Stadt\/Stadtteil) bzw. im pers&ouml;nlichen Alltag sind, werden andere Priorit&auml;ten sichtbar. F&uuml;r ihr lokales Umfeld problematisieren die Befragten vor allem den Mangel bzw. Schwund &ouml;ffentlicher Infrastrukturen (Postamt, &Auml;rzte, Kinderbetreuung, Beh&ouml;rden, Einkaufsm&ouml;glichkeiten) sowie die d&uuml;rftigen Nahverkehrsangebote, die im kleinst&auml;dtischen Umfeld bzw. auf dem Land viel dr&auml;ngender scheinen als konkrete Fragen der Migration\/Integration, die hier erst an dritter bzw. f&uuml;nfter Stelle genannt werden. &#8222;<i>Gerade wenn Menschen miterleben m&uuml;ssen wie lokale Angebote, etwa der alteingesessene Metzger oder sogar der Briefkasten aus ihrem Lebensumfeld verschwinden, scheint ein Gef&uuml;hl des &#8218;Verlassenwerdens&#8216; zu entstehen.<\/i>&#8220; (S.&nbsp;13) Diese Differenz setzt sich bei den im pers&ouml;nlichen Alltag identifizierten Problemen fort: Hier dominieren die Probleme mit der Berufswelt (entweder fehlende Arbeit, problematische Arbeitsbedingungen oder der schwierige Ausgleich zwischen Arbeit und Familie), finanzielle Sorgen bzw. die mangelhafte Infrastruktur.<\/p>\n<p>Was leitet Hillje aus diesen Befunden ab? Die &#8222;Deutungsmuster&#8220; der Befragten ergeben f&uuml;r ihn drei zentrale Einsichten:<\/p>\n<p>1. Zun&auml;chst einmal kehrt er die offensichtlichen Unterschiede hervor zwischen dem, was die Menschen als gr&ouml;&szlig;tes Problem des Landes (Migration), ihres Umfelds (Infrastruktur) sowie ihres eigenen Alltags (Arbeit) ausmachen. Doch was bedeutet dies? F&uuml;r Hillje handelt es sich um eine &#8222;<i>Verschiebung in der Verantwortungszuschreibung: Anstatt die meist sozialpolitischen Ursachen f&uuml;r die Alltagsprobleme zu benennen, werde jene gesellschaftlichen Gruppen zum Problem erkl&auml;rt, deren Probleme vermeintlich bevorzugt gel&ouml;st werden.<\/i>&#8220; (S.&nbsp;15) Damit konterkariert die Studie ihren eigenen, oben zitierten Anspruch &#8211; n&auml;mlich zuh&ouml;ren und verstehen zu wollen &#8211; und setzt &#8222;von au&szlig;en&#8220; mit einer Erkl&auml;rung an, in der die Unterschiede schlicht zu Fehleinsch&auml;tzungen bzw. Fehldiagnosen erkl&auml;rt werden. Der Tenor lautet: Weil Migrationsprobleme im Alltag der Befragten kaum eine Rolle spielen, kann deren Einsch&auml;tzung nicht stimmen, dass es sich bei der Migration um das zentrale Problem des Landes handelt. Ob man diese Schlussfolgerung teilen kann bzw. muss, ist fragw&uuml;rdig. Zun&auml;chst einmal handelt es sich bei den abgefragten Problemen um verschiedene Sozial- und Handlungsebenen (Land, Umfeld, pers&ouml;nlicher Alltag), die nicht aufeinander reduziert werden k&ouml;nnen. Das d&uuml;rfte den meisten Befragten aber bewusst sein. Wenn Sie deshalb f&uuml;r verschiedene Kreise verschiedene Probleme vorrangig nennen, muss das kein Widerspruch oder Fehler sein. Eine zentrale Erkenntnis der Alltagsgeschichte wie der teilnehmenden Beobachtung sozialer Gruppen besteht darin, dass mit diesen Methoden Beschreibungen (oder Einsichten) einher gehen, die von den strukturellen Beschreibungen einer Gesellschaft abweichen k&ouml;nnen. Die vorliegende Studienauswertung l&auml;sst leider nicht erkennen, inwiefern diese methodologischen Probleme bei den (nach Meinung des Autors fehlenden) Bez&uuml;gen zwischen den verschiedenen Problemkreisen hinreichend beachtet wurden. Zugleich zeigt sich in der vorschnellen Bewertung der Aussagen ein weiteres Ziel der Studie: Man will m&ouml;glichst praktikable Handlungsempfehlungen aussprechen, wie die Verlassenen und Ausgegrenzten wieder integriert werden k&ouml;nnen.&nbsp;<\/p>\n<p>2. Ein zweiter Befund der Studie dreht sich um die Frage, unter welchen Bedingungen sich die Befragten wieder mehr mit dem politischen Betrieb identifizieren bzw. wie sie in die Gesellschaft integriert werden k&ouml;nnten: Dazu m&uuml;ssten andere Priorit&auml;ten in der Bundespolitik wie in der Politikberichterstattung gesetzt werden. Sowohl die gesetzgeberische Arbeit, aber auch die mediale Berichterstattung gehe an den Problemen und Bed&uuml;rfnissen der Befragten vorbei, wenn beispielsweise au&szlig;enpolitischen Themen zu viel Aufmerksamkeit gewidmet werde, die Probleme &#8222;vor Ort&#8220; aber unbearbeitet bleiben. Das frustriere die Befragten und rufe bei ihnen ein Gef&uuml;hl der Benachteiligung hervor (S.&nbsp;20).<\/p>\n<p>3. Schlie&szlig;lich werde die &#8222;<i>Strukturschw&auml;chung der eigenen Umgebung<\/i>&#8220;, etwa durch den R&uuml;ckzug bzw. Abbau sozialer Angebote, von den Betroffenen als pers&ouml;nliche Entwertung wahrgenommen.<\/p>\n<p>F&uuml;r die Politik sieht Hillje folgende Handlungsm&ouml;glichkeiten, um diesem Zerfall entgegen zu wirken: Zuallererst m&uuml;ssten Politiker*innen die Abstiegs&auml;ngste, die bis weit in die Mittelklasse hinein reichen, ernst nehmen. Der vielfach beklagten Abwertung von bzw. Abneigung gegen Migranten l&auml;gen oft eigene Abwertungserfahrungen und mangelnde Solidarit&auml;t innerhalb der bundesdeutschen Gesellschaft zugrunde: &#8222;<i>Einer Gesellschaft, die sozial tief gespalten statt ausreichend ausgeglichen ist, fehlen wom&ouml;glich die Voraussetzungen f&uuml;r das Ma&szlig; an Humanit&auml;t, das ihr im Herbst 2015 &#8222;von oben&#8220; auferlegt wurde. Gleichzeitig sind es eben genau diese Entscheidungstr&auml;ger, welche die Solidarit&auml;t mit Fremden einforderten, aber auch die Solidarit&auml;t unter den Hiesigen zusammenschrumpfen lie&szlig;en.<\/i>&#8220; (S.&nbsp;21)<\/p>\n<p>Zugleich m&uuml;sse sich die Politik vermehrt um den Erhalt bzw. Ausbau sozialer Infrastrukturen bem&uuml;hen. &#8222;<i>Die Daseinsvorsorge hat integrierende Kraft f&uuml;r die Gesellschaft, wenn sie zerbr&ouml;ckelt oder zum Luxusgut wird, passiert das auch mit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt.<\/i>&#8220; (S.&nbsp;22) Insofern solle die von der Koalition beschlossene (und mittlerweile eingesetzte) Kommission zur Herstellung gleichwertiger Lebensverh&auml;ltnisse [2] einen weiten Blick auf die strukturellen Ungleichheiten innerhalb Deutschlands einnehmen, um ein &#8222;ganzheitliches Konzept&#8220; f&uuml;r ein Mindestma&szlig; regionaler Daseinsvorsorge zu entwerfen. (S.&nbsp;21) Dazu geh&ouml;re aber auch, dass die Parteien sich nicht aus den strukturschwachen Regionen zur&uuml;ckziehen, sondern ihr Engagement dort deutlich verst&auml;rken &#8211; damit sie nicht den Kontakt zur dortigen Bev&ouml;lkerung verlieren, aber auch um ein Mindestma&szlig; an sozialen Dienstleistungen f&uuml;r die Menschen vor Ort zu bieten. (S.&nbsp;22) Diese Empfehlung beruht auf der Beobachtung, dass der Erfolg rechtspopulistischer Parteien und Bewegungen etwa in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern auch auf deren Image als &#8222;K&uuml;mmerer&#8220; vor Ort in der Lokalpolitik oder in der Jugendarbeit beruht.<\/p>\n<p>Die Vorschl&auml;ge, wie auf die Kritik der Entt&auml;uschten reagiert und wie die Politik Vertrauen zur&uuml;ckgewinnen k&ouml;nne, fallen recht bescheiden aus: sie beschr&auml;nken sich auf einzelne Ma&szlig;nahmen zur besseren Transparenz der Gesetzgebung (etwa den &#8222;legislativen Fu&szlig;abdruck&#8220;, mit dem der Einfluss von Interessenverb&auml;nden dokumentiert werden kann) und die Forderung, dass sich die Politik auch den gr&ouml;&szlig;eren, nicht innerhalb einer Legislaturperiode zu l&ouml;senden Herausforderungen stellen muss &#8211; etwa dem mit der Digitalisierung verbundenen Wandel der Berufs- und Arbeitswelt. Die Komplexit&auml;t dieser Herausforderung wird in der vorliegenden Studie jedoch nicht ansatzweise erkannt. Dazu braucht man sich nur anzuschauen, wie innerhalb weniger Jahre der Online-Handel, neue Formen der <i>Share-Economy<\/i> (Airbnb, Uber &#8230;) oder digitale <i>Start-Ups<\/i> viele bisher anerkannte Arbeits- und Sozialstandards au&szlig;er Kraft gesetzt haben. Wenn Hillje daher fordert, die Politik solle sich um &#8222;<i>jene Probleme [k&uuml;mmern], die durch die gro&szlig;en globalen Transformationen f&uuml;r ganze Teile der Gesellschaft entstehen, &#8230; um einen harten Aufprall ihrer B&uuml;rger in einer neuen Realit&auml;t zu verhindern<\/i>&#8220;, wirkt das wie ein frommer Wunsch, der die l&auml;ngst geschaffenen Tatsachen einer globalisierten Arbeitswelt kaum erahnt.<\/p>\n<p>W&auml;hrend Hilljes Auswertung auf einem deutsch-franz&ouml;sischen Vergleich beruht, lenkt der folgende Beitrag die Aufmerksamkeit auf die Ostdeutschen und deren Erfahrungen seit der Wiedervereinigung:<\/p>\n<p><i>Petra K&ouml;pping: &#8222;Integriert doch erst mal uns! &#8211; Eine Streitschrift f&uuml;r den Osten&#8220;. Ch. Links Verlag, Berlin 2018. 180 Seiten, 18 &#8364;<\/i><\/p>\n<p>Die Autorin, Jahrgang 1958, stammt aus Nordhausen, absolvierte in der DDR ein Fernstudium f&uuml;r Staats- und Rechtswissenschaften und war 1989\/90 B&uuml;rgermeisterin einer s&auml;chsischen Kleinstadt. Nach der Wiedervereinigung und einem vorl&auml;ufigen R&uuml;ckzug aus der Politik arbeitete sie zun&auml;chst im Au&szlig;endienst einer Krankenkasse und als Bankberaterin, bevor sie 1994 erneut in die Kommunalpolitik wechselte. 2009 wurde K&ouml;pping f&uuml;r die SPD in den S&auml;chsischen Landtag gew&auml;hlt, seit 2014 ist sie S&auml;chsische Staatsministerin f&uuml;r Gleichstellung und Integration. Mit anderen Worten: Die Frau wei&szlig;, wovon sie schreibt.<\/p>\n<p>Als Buchtitel w&auml;hlte die Autorin, was ihr von einem Pegida-Anh&auml;nger auf der Stra&szlig;e vorgehalten wurde. Darin steckt der Vorwurf, dass sich die deutsche Politik mehr um Migrant*innen anstatt um die sozialen Probleme (Ost-)Deutscher k&uuml;mmere. F&uuml;r K&ouml;pping ist jedoch klar, dass die 2015 sprunghaft gestiegenen Einwanderungszahlen zwar ein Ausl&ouml;ser, aber keinesfalls die Ursache f&uuml;r die gro&szlig;e Unzufriedenheit unter Ostdeutschen sind. Verantwortlich daf&uuml;r seien vielmehr &#8222;<i>unbew&auml;ltigte Dem&uuml;tigungen, Kr&auml;nkungen und Ungerechtigkeiten<\/i>&#8220; (9) in der Folge der Wiedervereinigung.<\/p>\n<p>Die Beschreibung dieser Unrechtserfahrungen nimmt gro&szlig;e Teile des Buches ein. Dazu geh&ouml;rt an erster Stelle die Privatisierungs- und Abwicklungspolitik der Treuhand-Gesellschaft, mit der die Ostdeutschen nach 1990 nicht nur materiell, sondern auch symbolisch enteignet wurden. K&ouml;pping verweist auf die Verkaufsbilanz der Anstalt, wonach bis 1994 80% aller Unternehmen an Westdeutsche, 14% an ausl&auml;ndische Investoren und nur 6% an Ostdeutsche verkauft wurden (S.&nbsp;31). Ihr Fazit: Die Herkunft entschied ma&szlig;geblich &uuml;ber die Kaufchancen. An Beispielen aus ihrem Umfeld zeigt sie, wie westdeutsche Unternehmen die Privatisierung nutzten, um ostdeutsche Konkurrenten auszuschalten oder wie Versuche der (ehemaligen) Besch&auml;ftigten, ihre Betriebe selbst zu &uuml;bernehmen, von der Treuhand boykottiert wurden. Das ging so weit, dass die Treuhand f&uuml;r ost- und westdeutsche K&auml;ufer*innen unterschiedliche Kaufpreise vorgab. Der verbreiteten Argumentation, zur Abwicklung der maroden DDR-Wirtschaft habe es keine Alternative gegeben und die magere Verkaufsbilanz der Treuhand repr&auml;sentiere einfach die niedrige Leistungsf&auml;higkeit der ostdeutschen Wirtschaft, widerspricht K&ouml;pping vehement.[3] Dabei verweist sie auf ein Argument von Jana Hensel, die den radikalen Einbruch der Wirtschaftsleistung in der ehemaligen DDR im Vergleich zu anderen osteurop&auml;ischen Staaten hervorhebt: &#8222;<i>Nirgendwo im Ostblock brach die Wirtschaft nach 1989 so stark ein wie hier, nur Bosnien und Herzegowina wiesen &auml;hnliche Zahlen auf &#8211; nach dem Jugoslawienkrieg.<\/i>&#8220; (Hensel zit. nach S.&nbsp;35)<\/p>\n<p>Weitere Unrechtserfahrungen macht K&ouml;pping in der &Uuml;berleitung des DDR-Rentensystems auf das westdeutsche System aus: Zwar sei die generelle Umstellung gro&szlig;z&uuml;gig gewesen und die bestehenden DDR-Renten wurden aufgewertet; die Probleme zeigten sich aber in jenen Generationen, die nach der Wende noch berufst&auml;tig waren und erst sp&auml;ter in Rente gingen. Hier macht K&ouml;pping 17 spezielle Gruppen aus, die im Zuge der Renten&uuml;berleitung benachteiligt wurden. Dazu z&auml;hlen etwa in der DDR geschiedene Frauen (weil der in Westdeutschland &uuml;bliche Versorgungsausgleich fehlte), aber auch einzelne Berufsgruppen wie die Eisenbahner*innen, die Bergleute oder das medizinische Personal. Sie teilen das Schicksal, das spezielle Zusatzleistungen des DDR-Rentensystems entfallen sind und sie die westdeutschen Auffangleistungen (Betriebsrenten etc.) nicht in Anspruch nehmen konnten. Auch jenseits dieser Sonderf&auml;lle drohe vielen ostdeutschen Arbeitnehmer*innen durch das anhaltend niedrige Lohnniveau in Ostdeutschland die Altersarmut &#8211; weil ihre Rentenbeitr&auml;ge lohnbedingt zu niedrig ausfallen.&nbsp;<\/p>\n<p>Jenseits dieser &ouml;konomischen Benachteiligungen macht K&ouml;pping eine weitere Dimension der Entwertung aus, die f&uuml;r die Distanz der Ostdeutschen zur westdeutschen Demokratie mindestens genauso wichtig sei: Die bestehe darin, dass die westdeutsche Perspektive als quasi allein g&uuml;ltige Sicht auf das heutige Deutschland und den Einigungsprozess reklamiert werde. Das habe u.a. dazu gef&uuml;hrt, dass alle Errungenschaften der DDR im wiedervereinigten Deutschland als wert- und nutzlos angesehen wurden &#8211; ja teilweise sogar als Neuerfindungen ausgegeben werden, wenn sie Jahre sp&auml;ter wieder entdeckt wurden. Dazu geh&ouml;ren f&uuml;r K&ouml;pping die Leistungen des Bildungssystems, das mit deutlich weniger Selektion und Hierarchisierung auskam als heute, sich durch eine solide naturwissenschaftlich\/technische sowie polytechnische Grundausbildung auszeichnete und au&szlig;erdem die Lehrer weitgehend gleich bezahlte. Daneben hebt sie Errungenschaften in der &auml;rztlichen Versorgung (etwa durch Polikliniken\/&Auml;rztezentren), der Gleichberechtigung von Frauen und M&auml;nnern (zumindest innerhalb der Arbeitswelt) sowie der Kinderbetreuung hervor.<\/p>\n<p>Eine St&auml;rke des Buches besteht darin, dass K&ouml;pping die ganze Bandbreite der ostdeutschen Unrechtserfahrungen nach der Wiedervereinigung anschaulich und nachvollziehbar beschreibt. Dagegen fallen ihre Vorschl&auml;ge zur &Uuml;berwindung dieser Misere und zum politischen Umsteuern (S.&nbsp;149 ff.) recht bescheiden aus: Sie beschr&auml;nken sich im Wesentlichen auf das Einfordern eines st&auml;rkeren Dialogs zwischen Ost und West sowie die Aufarbeitung des Wiedervereinigungsprozesses (insbesondere der Treuhand), etwa durch lokale Geschichtswerkst&auml;tten und eine Wahrheitskommission (was zur Vers&ouml;hnung in der deutschen Gesellschaft beitragen soll); auf das Einfordern solidarischen Verhaltens und die Bildung neuer B&uuml;ndnisse (zwischen verschiedenen Sozialgruppen und strukturschwachen Regionen in Ost und West) sowie auf Ma&szlig;nahmen zur Vermeidung der Altersarmut (durch eine Grundrente und einen Gerechtigkeitsfonds, mit dem die oben beschriebenen H&auml;rtef&auml;lle abgefedert werden sollen). Das alles ist noch keine nennenswerte politische Strategie, wie mehr Anerkennung f&uuml;r und Gerechtigkeit in Ostdeutschland herzustellen w&auml;re.<\/p>\n<p>Leider vergibt das Buch auch eine gro&szlig;e Chance daf&uuml;r, die aktuellen politischen Debatten um Migration durch eine spezifische Ostperspektive zu bereichern. Die Idee dazu ist bereits im Titel angelegt, wird im Buch aber nicht wirklich aufgegriffen: Wenn es n&auml;mlich nach 1989 in der Bundesrepublik nicht um eine gleichberechtigte Wiedervereinigung, sondern eine Integration des Ostens in das System der alten BRD geht, dann bietet sich ein Vergleich mit anderen Integrationsprozessen an. Lassen sich die geschilderten Erfahrungen der &#8222;Ossis&#8220; mit den Problemen vergleichen, die die deutsche Gesellschaft mit der Integration von Migrant*innen hat? Lie&szlig;e sich umgekehrt die Migrationsforschung nutzen, um politische Strategien zur besseren Anerkennung und Integration der Ostdeutschen zu finden? [4] Beides liefert das Buch nicht, weil es durchg&auml;ngig nur aus der Perspektive der benachteiligten Ostdeutschen spricht und sich letztlich nicht von jener Wagenburgmentalit&auml;t frei machen kann, die eingangs (S.&nbsp;11) kritisiert wird.<\/p>\n<p>Dennoch bleibt es ein Verdienst der Autorin, eine breitere &Ouml;ffentlichkeit auf die Erfahrungen der Ostdeutschen aufmerksam gemacht zu haben. Zumindest diese Botschaft scheint im Berliner Politikbetrieb langsam anzukommen, wenn man sich die k&uuml;rzlich eingesetzte Regierungskommission f&uuml;r Gleichwertige Lebensverh&auml;ltnisse (s.o.) oder das Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Treuhand-Politik [5] anschaut, die noch keine Kehrtwende markieren, aber immerhin erste Schritte zu einer deutsch-deutschen Ann&auml;herung in der Bewertung der ostdeutschen Entwicklung sein k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>In den USA sind der Aufstieg der Populisten sowie die Polarisierung der Gesellschaft deutlich weiter vorangeschritten als in Deutschland. Entsprechend gro&szlig; ist der Verst&auml;ndigungsbedarf. Unmittelbar nach dem Wahlerfolg Donald Trumps vor zwei Jahren nominierte die New York Times &#8222;<i>6 Books to Help Understand Trump&#8217;s Win<\/i>&#8220; [6]. Darunter findet sich auch das mittlerweile auf Deutsch vorliegende:<\/p>\n<p><i>Arlie Russell Hochschild: Fremd in ihrem Land. Eine Reise ins Herz der amerikanischen Rechten. Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. Campus Verlag, Frankfurt\/M. 2017, 429 Seiten 29.95 Euro.<\/i><\/p>\n<p>Hochschild will mit ihrem Buch eine Tiefengeschichte zu den &#8222;<i>gef&uuml;hlsm&auml;&szlig;igen Geboten und Verboten, zum Gef&uuml;hlsmanagement und den Kerngef&uuml;hlen<\/i>&#8220; jener Leute vorlegen, die sich von der Tea Party angesprochen f&uuml;hlen. Daf&uuml;r verl&auml;sst die Professorin aus Berkeley ihre liberale Umgebung und begibt sich zu einem Forschungsaufenthalt in den S&uuml;den, wo sie den direkten Austausch mit den Anh&auml;nger*innen der rechtspopulistischen Tea Party sucht. Ihre Reise f&uuml;hrt sie u.a. nach Baton Rouge und Lake Charles in Louisiana, Hochburgen der Tea Party, die am Golf von Mexiko liegen. Das &Ouml;l- und wasserreiche Gebiet galt einst als eine der gro&szlig;en Fisch- und Meeresfr&uuml;chtequellen der Vereinigten Staaten, woraus vor allem die einheimischem Cajun ihren Lebensunterhalt bezogen. Als es 1987 zu einem gro&szlig;en Fischsterben in der Region kommt und die Beh&ouml;rden eine Warnung vor dem Verzehr von Fischen und Meeresfr&uuml;chten aussprechen, entzieht das vielen die Lebensgrundlage. Die Wut der meisten B&uuml;rger richtete sich jedoch weniger gegen die Firmen, die diese gro&szlig;fl&auml;chige Verseuchung zu verantworten hatten, sondern gegen den Staat: &#8222;<i>In der Kette vom Fischernetz bis zum Teller &#8211; Fischer, Lebensmittell&auml;den, Spediteure, und Restaurantpersonal &#8211; waren alle w&uuml;tend auf die Beh&ouml;rden, die diese Warnung vor Meeresfr&uuml;chten herausgegeben hatten. Der Staat war ein Job-Killer &#8230;<\/i>&#8220; (S.&nbsp;57\/445) Hochschild macht zwei Motive daf&uuml;r aus, warum die von der Umweltzerst&ouml;rung betroffenen Fischer dennoch einen st&auml;rkeren staatliche Umweltschutz ablehnen: weil die &Ouml;lindustrie immer wieder neue Arbeitspl&auml;tze schaffe (in den letzten Jahren dank des Fracking-Booms), und weil Umweltschutz als liberales bzw. linkes Anliegen verrufen sei.<\/p>\n<p>Es zeichnet Hochschilds Buch aus, dass sie sich offen f&uuml;r die Paradoxien des Rechtspopulismus zeigt und diese nicht als blo&szlig;e Irrt&uuml;mer abtut, sondern als Herausforderungen f&uuml;r ein Verst&auml;ndnis dieser fremden Welt begreift. Zu diesen Paradoxien z&auml;hlt auch, dass weder die Wirtschafts- noch die Sozialpolitik der Tea Party zur wirtschaftlichen bzw. sozialen Realit&auml;t der meisten ihrer Anh&auml;nger passt: Sie kritisiert die staatlichen Sozialleistungen, von den viele aus ihren Reihen profitieren; sie verfolgt eine Wirtschaftspolitik f&uuml;r Gro&szlig;konzerne, auf Kosten kleinerer und mittlerer Unternehmen.<\/p>\n<p>Als Kern der Tea-Party-Ideologie macht Hochschild drei Themen aus: Steuern, Religion und Ehre. Charakteristisch sei eine starke Abneigung gegen&uuml;ber dem Staat: dieser mische sich zu sehr in die Gesch&auml;fte der Firmen und der Religionsgemeinschaften ein; gebe sein Geld f&uuml;r die falschen Dinge aus und bediene am Ende doch nur die Interessen der Reichen und M&auml;chtigen. Genauso pr&auml;gend sei aber auch die Erfahrung der zahlreichen kulturellen Br&uuml;che (etwa zwischen Landes- und Bundesrecht) sowie die Abwertung durch die liberalen politischen wie kulturellen Eliten des Landes. Dies alles f&uuml;hre dazu, dass sich viele S&uuml;dstaatler*innen mittlerweile als Fremde in ihrem eigenen Land sehen, die sich von Staat und Politik abwenden. Die Religion habe bei ihnen jenen &#8222;<i>kulturellen Platz eingenommen, an dem Politik eine entscheidende Rolle h&auml;tte spielen k&ouml;nnen. Sie haben den Eindruck, dass die Politik ihnen nicht geholfen habe, wohl aber die Bibel.<\/i>&#8220; (S. 73\/445)<\/p>\n<p>In gewisser Weise ist dies die subjektivste der drei hier vorgestellten Abhandlungen, denn Hochschild beschreibt in ihrem Buch nicht nur das populistische Gegen&uuml;ber, sondern reflektiert auch ihr eigenes liberales Selbstverst&auml;ndnis. Sie konfrontiert sich selbst wie ihre Gespr&auml;chspartner*innen immer wieder mit den gegenseitigen Vorurteilen, Herabw&uuml;rdigungen und Dem&uuml;tigungen. Auch wenn sie keine kausale Erkl&auml;rung f&uuml;r den zutiefst gespaltenen Zustand der USA abliefern kann, ist ihr Buch dennoch uneingeschr&auml;nkt zu empfehlen.<\/p>\n<p><i>Sven L&uuml;ders<br \/>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Humanistischen Union<\/i><\/p>\n<p><b>Anmerkungen:<\/b><\/p>\n<p>1 Els&auml;sser, L.; Hense, S. &amp; Sch&auml;fer, A., Systematisch verzerrte Entscheidungen? Die Responsivit&auml;t der deutschen Politik von 1998 bis 2015 (Endbericht f&uuml;r das Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales), Berlin 2016.<\/p>\n<p>2 S. Kabinettsbeschluss v. 18.7.2018, unter <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/gleichwertige-lebensverhaeltnisseschaffen-1515788\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/gleichwertige-lebensverhaeltnisseschaffen-1515788<\/a>.<\/p>\n<p>3 Vgl. dazu Christa Luft in diesem Heft, S. 25 ff.<\/p>\n<p>4 Diese Perspektive haben j&uuml;ngst Naika Foroutan und Daniel Kubiak eingenommen: &#8222;Ausschluss und Abwertung. Was Muslime und Ostdeutsche verbindet.&#8220;, in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 7\/2018, S. 93 ff.<\/p>\n<p>5 S. Dierk Hoffmann, Transformation einer Volkswirtschaft, Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 216 v. 17.9.2018, S. 6, der das Selbstverst&auml;ndnis des Leiters des Forschungsprojektes am Dt. Institut f&uuml;r Zeitgeschichte wiedergibt.<\/p>\n<p>6 S. <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2016\/11\/10\/books\/6-books-to-help-understand-trumpswin.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nytimes.com\/2016\/11\/10\/books\/6-books-to-help-understand-trumpswin.html<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[791,667],"autoren":[139],"publikationen":[879],"class_list":["post-8570","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-rezension","tag-vorgaenge-artikel","autoren-sven-lueders","publikationen-879"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Drei Versuche, die Popularit\u00e4t des Populismus zu verstehen - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Drei Versuche, die Popularit\u00e4t des Populismus zu verstehen - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"In: vorg&auml;nge Nr. 224 (4\/2018), S. 91-99 &Uuml;ber die Aufl&ouml;sung klassischer Millieus und Lebenslagen, die zunehmende Politikverdrossenheit und einen latenten, aber weit verbreiteten Rassismus wird schon seit Jahrzehnten diskutiert und geschrieben. Dennoch haben die Wahlerfolge der Populisten viele liberale Denker*innen aufgeschreckt: Was ist passiert, dass sich so viele Menschen von den klassischen Parteien nicht mehr [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-30T13:43:01+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"20\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/publikation\\\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/publikation\\\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\\\/\",\"name\":\"Drei Versuche, die Popularit\u00e4t des Populismus zu verstehen - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2018-11-22T03:00:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-30T13:43:01+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/publikation\\\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/publikation\\\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/publikation\\\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 224: Der Osten als Vorreiter? Rechtspopulismus im Gefolge wirtschaftlicher und politischer Umbr\u00fcche\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Drei Versuche, die Popularit\u00e4t des Populismus zu verstehen\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Drei Versuche, die Popularit\u00e4t des Populismus zu verstehen - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Drei Versuche, die Popularit\u00e4t des Populismus zu verstehen - Humanistische Union","og_description":"In: vorg&auml;nge Nr. 224 (4\/2018), S. 91-99 &Uuml;ber die Aufl&ouml;sung klassischer Millieus und Lebenslagen, die zunehmende Politikverdrossenheit und einen latenten, aber weit verbreiteten Rassismus wird schon seit Jahrzehnten diskutiert und geschrieben. Dennoch haben die Wahlerfolge der Populisten viele liberale Denker*innen aufgeschreckt: Was ist passiert, dass sich so viele Menschen von den klassischen Parteien nicht mehr [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-30T13:43:01+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"20\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\/","name":"Drei Versuche, die Popularit\u00e4t des Populismus zu verstehen - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2018-11-22T03:00:00+00:00","dateModified":"2021-08-30T13:43:01+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/drei-versuche-die-popularitaet-des-populismus-zu-verstehen\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 224: Der Osten als Vorreiter? Rechtspopulismus im Gefolge wirtschaftlicher und politischer Umbr\u00fcche","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Drei Versuche, die Popularit\u00e4t des Populismus zu verstehen"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation\/8570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/media?parent=8570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/categories?post=8570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/tags?post=8570"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/autoren?post=8570"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikationen?post=8570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}