{"id":8587,"date":"2018-08-01T23:00:00","date_gmt":"2018-08-01T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/doping-ein-ungeloestes-problem-des-sports-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:55","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:55","slug":"doping-ein-ungeloestes-problem-des-sports-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/223\/publikation\/doping-ein-ungeloestes-problem-des-sports-1\/","title":{"rendered":"Doping \u0096 ein ungel\u00f6stes Problem des Sports"},"content":{"rendered":"<p>in: vorg&auml;nge Nr. 223 (3\/2018), S. 39-54<\/p>\n<p><i>Die Versuche, mit Medikamenten und anderen chemischen Stoffen die eigene Leistungsf&auml;higkeit zu verbessern, sind weder eine Erfindung der Moderne, noch des Sports. Im Leistungssport wird Doping jedoch zunehmend problematisiert, kontrolliert und sanktioniert &ndash; bisher freilich ohne die Aussicht, dass sich dies abstellen lie&szlig;e. Wie sich Doping und der Kampf gegen Doping gemeinsam entwickelt haben, welche Rolle die Professionalisierung des Sports dabei spielte und warum der moderne Leistungssport ohne Doping kaum denkbar ist, schildert Michael Kr&uuml;ger im folgenden Beitrag.<\/i><\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"einleitung\">Einleitung<\/span><\/h2>\n<p>Doping wird als das gr&ouml;&szlig;te Problem des Sports unserer Zeit angesehen. Das Verbot von Doping im Sport hat den Zweck, die Gesundheit der Athleten zu sch&uuml;tzen und Betrug zu verhindern. &ldquo;<i>To protect the Athletes&rsquo; fundamental right to participate in doping-free sport and thus promote health, fairness and equality for Athletes worldwide<\/i>&rdquo;, wird im Strategic Plan der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) als ihr wichtigstes Ziel bezeichnet. Um dieses Ziel zu erreichen, soll systematisch und weltweit gegen Doping vorgegangen werden: &ldquo;<i>To ensure harmonized, coordinated and effective anti-doping programs at the international and national level with regard to detection, deterrence and prevention of doping<\/i>&rdquo;.[1] Die WADA war 1999 von Staaten und Sportorganisationen mit dem Ziel gegr&uuml;ndet worden, den Kampf gegen Doping effektiver zu f&uuml;hren und zu gewinnen.[2]<\/p>\n<p>Trotz aller Anti-Dopingma&szlig;nahmen scheint das Doping-Problem nicht nur nicht beherrscht zu werden, sondern weiter zu wachsen. Die Medien tragen wesentlich zu diesem Eindruck bei, weil sie auf der Suche nach Sensationen und Skandalen beim Thema Doping leicht f&uuml;ndig werden. Ein aktuelles Beispiel sind die j&uuml;ngsten Enth&uuml;llungen zum sogenannten russischen Staatsdoping, das von der investigativ arbeitenden ARD-Dopingredaktion aufgedeckt wurde.[3] Immer wieder geht es darum, dass Athleten unerlaubte Mittel nutzen, anstatt sich an die Regeln zu halten; dass &Auml;rzte, Betreuer und Funktion&auml;re Athleten beim Dopingbetrug unterst&uuml;tzen, anstatt sie davon abzuhalten; dass Sportverb&auml;nde bei der Kontrolle ihrer Dopingregeln versagen, anstatt die Regeln durchzusetzen; dass Staaten und Verb&auml;nde, anstatt Doping zu verbieten und zu kontrollieren, Doping unterst&uuml;tzen oder sogar verordnen. Obwohl es keine Menschengruppe gibt, die medizinisch und biochemisch so intensiv getestet und kontrolliert wird wie Hochleistungssportler, dreht sich die Dopingspirale weiter. Der &bdquo;gl&auml;serne Mensch&ldquo; ist im Hochleistungssport Wirklichkeit geworden,[4] und trotzdem verfestigt sich der Eindruck, dass es mit dem Dopingbetrug schlimmer statt besser werde. Der gl&auml;serne Athlet scheint an die Stelle des &bdquo;m&uuml;ndigen Athleten&ldquo; getreten zu sein.[5] Die Dopingexperten Verner M&oslash;ller und Paul Dimeo bezeichnen diese Entwicklungen als &bdquo;the end of sport&ldquo;.[6]<\/p>\n<p>Im Folgenden wird die Genese von Doping und Anti-Doping in ihren Grundz&uuml;gen geschildert. Danach wird das Dopinggeschehen in gr&ouml;&szlig;ere historische und soziale Kontexte gestellt, bevor &uuml;ber Hintergr&uuml;nde und Ursachen von Doping reflektiert wird. Doping geh&ouml;rt inzwischen zu den am intensivsten erforschten Themen des Sports. Der Beitrag st&uuml;tzt sich auf die wichtigsten Studien und Arbeiten zu diesem Feld.[7]<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"was-ist-doping-und-wie-haben-sich-doping-und-antidoping-entwickelt\">Was ist Doping und wie haben sich Doping und Antidoping entwickelt?<\/span><\/h2>\n<p>Die zentrale These der historisch und soziologisch ausgerichteten Studie von Marcel Reinold zur Geschichte des Dopings und Anti-Dopings lautet, dass es Doping erst gibt, seit es Anti-Doping gibt. Doping sei eine &bdquo;Konstruktion&ldquo;, so Reinold, genauer gesagt eine historische und soziale Konstruktion.[8] Doping sei das Ergebnis eines Diskurses, in dem die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln und Medikamenten im Sport als Doping bezeichnet und verboten wurde. Deshalb seien Doping und Anti-Doping nicht voneinander zu trennen.<\/p>\n<p>Die Diskussion &uuml;ber Doping geht zur&uuml;ck bis zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, als sich der moderne Leistungs- und Wettkampfsport in den westlichen, zivilisierten L&auml;ndern verbreitete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Debatte wieder aufgegriffen. Die Kriegserfahrungen von Soldaten haben wesentlich dazu beigetragen, dass insbesondere Aufputschmittel und Drogen, die in allen Armeen verwendet wurden und werden, auch im Leistungssport zum Einsatz kamen. Die bekannteste Aufputschdroge, die in der deutschen Wehrmacht anfangs sogar von der Armeef&uuml;hrung ausgegeben wurde, war Pervitin.[9] &Auml;hnliche Mittel mit denselben Wirkstoffen (Metamphetamine) wurden auch in anderen Armeen eingesetzt.[10] Pervitin war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der am weitesten verbreiteten Aufputschmittel im Sport. Ebenso haben der Vietnamkrieg, die Afghanistan-Kriege und die Irakkriege zur Verbreitung von Drogen, allgemein Suchtmitteln sowie Psychopharmaka beigetragen.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg machten sich insbesondere in Deutschland &Auml;rzte und Sport&auml;rzte Sorgen um die Gesundheit der Athleten. Sie wussten um die Gefahren von Aufputschmitteln, zumal viele von ihnen, wie Arthur Mallwitz, den Krieg (bei ihm waren es sogar beide Weltkriege) miterlebt und erfahren hatten, welche Rolle diese Mittel im Krieg bei den Soldaten der Wehrmacht gespielt hatten.[11]<\/p>\n<p>In Deutschland war die Dopingdefinition des Deutschen Sport&auml;rztebundes von 1952 ma&szlig;geblich und von nachhaltiger Wirkung.[12] Sie wurde letztlich von den Sportverb&auml;nden &uuml;bernommen. Die Einnahme leistungssteigernder Mittel und Medikamente sei gesundheitssch&auml;dliches Doping und versto&szlig;e gegen die Chancengleichheit im sportlichen Wettkampf. Deshalb sollte Doping ge&auml;chtet und verboten werden. Wenn Medikamente mit der Absicht eingenommen werden, die sportliche Leistung im Wettkampf zu erh&ouml;hen, m&uuml;sse von Doping gesprochen werden, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob die Leistungssteigerung tats&auml;chlich aufgrund des Medikaments erfolge oder nicht. Allein die Absicht zu dopen, sollte moralisch ge&auml;chtet und verboten werden.[13] Damit wurde eine verbreitete und ge&uuml;bte Praxis der Einnahme von leistungssteigernden Mitteln moralisch ins Unrecht gesetzt.<\/p>\n<p>Diese gesinnungsethische Definition von Doping war allerdings nicht geeignet, um gepr&uuml;ft und kontrolliert zu werden. Sie appellierte an die Fairness und den Sportsgeist der Athleten, &Auml;rzte und Betreuer ebenso wie an ihr Selbstverst&auml;ndnis, im Sport trotz aller Anstrengungen, aller Risiken und allem Kampf nicht den Prinzipien der Humanit&auml;t, der k&ouml;rperlichen Unversehrtheit und Gesundheit zuwider zu handeln. Deshalb sollte allein schon der Gedanke tabuisiert werden, gegen die Grunds&auml;tze eines humanen Spitzensports zu versto&szlig;en, ohne dass jedoch das Verbot kontrolliert werden konnte. Sie schuf jedoch ein Bewusstsein daf&uuml;r, dass Medikamente zur Leistungssteigerung im sportlichen Wettkampf weder mit dem Geist des Sports noch mit dem Ethos des Arztes vereinbar sind. &Auml;rzte sind verpflichtet, Kranken zu helfen. Ihre Aufgabe besteht jedoch nicht darin, Sportlern zu besseren Leistungen zu verhelfen. Grupe hat mehrfach gemahnt, dass der Versto&szlig; gegen dieses sportliche und &auml;rztliche Ethos durch Doping den Sport in seinem humanen Sinn und Selbstverst&auml;ndnis &bdquo;mitten ins &sbquo;Herz&lsquo;&ldquo; treffe. Doping sei kein Kavaliersdelikt.[14]<\/p>\n<p>Das Ziel eines humanen Leistungssports ohne Doping und Leistungsmanipulation wurde 1977 in der &bdquo;Grundsatzerkl&auml;rung f&uuml;r den Spitzensport&ldquo; des Deutschen Sportbundes ausdr&uuml;cklich noch einmal formuliert, als sich jedoch bereits ein ganz anderes Verst&auml;ndnis von Doping und Dopingkontrollen durchgesetzt hatte.[15] Der Philosoph und Ruder-Olympiasieger von 1960, Hans Lenk, hatte gefordert, den olympischen Leitspruch des <i>citius, altius, fortius <\/i>durch ein <i>humanius<\/i> zu erg&auml;nzen.[16] Sein Rezept gegen Doping war die Erziehung zum &bdquo;m&uuml;ndigen Athleten&ldquo; durch &bdquo;demokratisches Training&ldquo;.[17]<\/p>\n<p>In den 1960er Jahren erfolgte ein Paradigmenwechsel im Verst&auml;ndnis von Doping. Der Beschluss, Doping nicht mehr nur moralisch zu verurteilen, sondern die Einnahme von Dopingmitteln zu verbieten und die Einhaltung des Verbotes auch zu kontrollieren, zu &uuml;berpr&uuml;fen und Verst&ouml;&szlig;e sanktionieren zu wollen, ging von den Sportverb&auml;nden und am Ende vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) aus. Der Grund f&uuml;r diesen Wandel von der &bdquo;intensionalen zur extensionalen Definition&ldquo; lag darin, dass sich zu Beginn der 1960er Jahre Berichte &uuml;ber Dopingvorf&auml;lle h&auml;uften.[18] F&uuml;r das IOC und seinen Pr&auml;sidenten Avery Brundage spielte der Tod des d&auml;nischen Radfahrers Knud Enemark Jensen bei den Olympischen Spielen von Rom 1960 eine wichtige Rolle. Er wurde auf Doping zur&uuml;ckgef&uuml;hrt.[19] 1967 starb Tom Simpson bei der Tour de France am Mont Ventoux.[20]<\/p>\n<p>Nun definierten die Sportverb&auml;nde, an der Spitze das IOC, Doping anhand einer Liste verbotener Medikamente. Wer Medikamente zu sich nahm, die auf dieser Liste verzeichnet sind, galt als gedopt und musste mit Sanktionen rechnen. Die Liste wurde von der Medizinischen Kommission des IOC erstellt und enthielt zun&auml;chst eine Reihe aufputschender Mittel und Medikamente, die bis dahin im Wettkampf genommen und jetzt verboten waren. Ihr Verbot sollte nun auch kontrolliert werden. Diese extensionale Dopingdefinition schuf die M&ouml;glichkeit, Dopingvergehen objektiv durch Kontrollen nachzuweisen. Nun mussten jedoch entsprechende Strukturen aufgebaut werden, um Doping zun&auml;chst im Wettkampf und dann auch im Training kontrollieren zu k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem mussten Strafen f&uuml;r diejenigen Athleten definiert und durchgesetzt werden, denen die Einnahme eines Medikaments nachgewiesen werden konnte.<\/p>\n<p>Die Kehrseite dieser Dopingdefinition auf der Grundlage von konkreten, objektivierten Dopinglisten, von denen man sich die L&ouml;sung des Dopingproblems versprach, offenbarte sich jedoch erst nach und nach. Sie bestand darin, dass alle anderen Mittel und Medikamente, die nicht ausdr&uuml;cklich aufgef&uuml;hrt waren, als erlaubt galten. Nun kam es in der Folge nicht mehr nur zu einem Wettkampf der Athleten auf dem Platz und auf der Bahn, sondern auch der &Auml;rzte und Pharmazeuten, Mittel zu entwickeln und einzusetzen, die zwar wirksam sind, aber nicht auf der Dopingliste stehen. Der langj&auml;hrige Vorsitzende der Anti Doping Kommission des Internationalen Leichtathletik Verbandes (IAAF), Arne Ljungquist, sprach von einem &bdquo;Hase-Igel-Rennen&ldquo;, das nun einsetzte;[21] also zwischen denen, die die Dopinglisten erstellten sowie Verfahren und Methoden zur Kontrolle der verbotenen Mittel und Substanzen entwickelten, und den anderen Spezialisten und erfahrenen Experten, die alternative Methoden zu entwickeln versuchten, die wirksam waren, aber weder als verboten auf der Liste standen noch nachweisbar waren. Das Rennen ist bis heute nicht beendet.<\/p>\n<p>Der Wandel von der gesinnungsethisch motivierten, intensionalen zur pragmatisch-kriminologischen, extensionalen Dopingdefinition bedeutete den entscheidenden Schritt hin zur Institutionalisierung und B&uuml;rokratisierung von Anti-Doping. Doping und Anti-Doping entwickelten sich zu einem festen Bestandteil des modernen, organisierten Leistungssports, wie ihn auch Allen Guttmann in Anlehnung an Max Weber charakterisiert hatte.[22] Die Anti-Doping-B&uuml;rokratie reicht &uuml;ber die Grenzen der Sportverwaltung hinaus. Dopingverst&ouml;&szlig;e sind nicht mehr nur Regelverst&ouml;&szlig;e, die sportintern geregelt und sanktioniert werden. Durch spezifische Anti-Dopinggesetze in einigen L&auml;ndern, seit 2015 auch in Deutschland, sind dopende Athleten sowie ihre Helfer und Helfershelfer zu Kriminellen geworden, die &uuml;ber Sportgerichte hinaus von Gerichten verurteilt und bestraft werden k&ouml;nnen.[23]<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"hintergruende-und-ursachen-der-dopingspirale\">Hinter&shy;gr&uuml;nde und Ursachen der Doping&shy;spi&shy;rale <\/span><\/h2>\n<p><b>Leistungssteigernde Mittel in Sport und Gesellschaft<\/b><\/p>\n<p>Warum nehmen Sportler leistungssteigernde Mittel und Medikamente?<\/p>\n<p>Untersuchungen wie die des norwegischen Soziologen und Philosophen Gunnar Breivik haben gezeigt, dass Athleten alles tun, d.h. auch bereit sind, den Tod in Kauf zu nehmen, nur um zu gewinnen oder auch nur, um den letzten Kick bei einer au&szlig;ergew&ouml;hnlichen sportlichen Leistung oder Performance zu erleben.[24] Manchmal geht es darum, schwindende Kr&auml;fte zu kompensieren oder besondere Lust und Befriedigung zu empfinden. Sie &uuml;ben und trainieren, sie strengen sich an und k&auml;mpfen mit aller Kraft des Willens und des K&ouml;rpers, mit voller Anstrengung und Konzentration. Sie stellen ihr Leben und ihre Ern&auml;hrung bis zur Selbstaufgabe auf diesen Kampf ein und z&ouml;gern schlie&szlig;lich auch nicht, Aufputschmittel, Drogen und Medikamente zu sich zu nehmen, sei es um die Anstrengungen und die Schmerzen zu ertragen oder die Leistungsgrenzen &uuml;ber die ihnen auf nat&uuml;rliche Weise m&ouml;gliche Grenze hinaus zu verschieben.<\/p>\n<p>Von antiken Athleten ist &uuml;berliefert, dass sie sich nicht nur speziell ern&auml;hrten, sondern auch allerlei Wundermittel zu sich nahmen, um siegreich zu sein.<\/p>\n<p>Sich besonderer Mittel und Methoden zur Leistungssteigerung zu bedienen, war und ist bis heute nicht nur ein Ph&auml;nomen der Athletik und des Sports, sondern auch anderer Lebensbereiche. Im Arbeitsleben, in Armeen und in Kriegen, aber auch in der Kunst, in der Literatur, in der Musik und sogar in der Liebe werden Drogen und Medikamente genommen, um die Leistungsf&auml;higkeit zu verbessern oder auch nur zu erhalten, Erm&uuml;dung zu &uuml;berwinden, Schmerzen zu ertragen und nicht zuletzt, um Lust zu steigern. Die Geschichte der menschlichen Sexualit&auml;t ist voll von Mythen &uuml;ber Aphrodisiaka zur Steigerung der Potenz.[25] Dieses Beispiel zeigt nicht nur, wie eng der Zusammenhang von Lust und Leistung nicht nur im Sport ist, sondern verweist auch auf eine gewisse Ironie der Biologie und Leistungsphysiologie. Sie besteht darin, dass dieselben Mittel zur Steigerung der Lust, n&auml;mlich m&auml;nnliche Geschlechtshormone, auch zu den effektivsten Dopingmitteln z&auml;hlen.[26]<\/p>\n<p>Anabolika-Doping hat seinen Weg auch &uuml;ber die Bodybuilding- und Kraftsportszene in den Leistungssport gefunden.[27] In der DDR wurde der Einsatz von Anabolika mit Hilfe von Medizin, Wissenschaft und Pharmaindustrie perfektioniert.[28] Die in Fitness- und Bodybuilding-Studios umgesetzten Drogen, anabolen Steroide und sonstigen Medikamente sind Teil eines wachsenden Schwarzmarktes, in dem &auml;hnlich wie im Drogenhandel illegal Gesch&auml;fte auf Kosten der Gesundheit der Nutzer gemacht werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"pferdesport-und-radsport\">Pferdesport und Radsport<\/span><\/h2>\n<p>Im Pferdesport sollen bereits im 17. Jahrhundert Mittel eingesetzt worden sein, um Wetten zu manipulieren, indem favorisierte Pferde mit Arsen vergiftet wurden. Diese Praxis wurde verboten und unter Strafe gestellt, weil dadurch faire Wettchancen nicht mehr gegeben und somit hohe Wetteins&auml;tze gef&auml;hrdet waren. Dieses negative Doping wurde dann im Radsport positiv gewendet, indem die Rennfahrer entweder selbst Aufputschmittel sowie Drogengifte wie Arsen und Strychnin zu sich nahmen oder von ihren Managern verabreicht bekamen.[29] Sie erhofften sich dadurch zumindest f&uuml;r die Zeit des Wettkampfs eine h&ouml;here Leistungsf&auml;higkeit.<\/p>\n<p>&Uuml;ber die langfristigen Wirkungen dieser Drogen und Medikamente auf ihre Gesundheit machten sich die Athleten entweder keine Gedanken, oder sie wussten nichts davon. F&uuml;r die Fahrer ging es zun&auml;chst darum, &uuml;berhaupt die Strapazen solcher Stra&szlig;enrennen wie der Tour de France, die erstmals 1903 durchgef&uuml;hrt wurde, oder der Sechstagerennen in den Radsportarenen &uuml;berstehen zu k&ouml;nnen. Insbesondere w&auml;hrend der &bdquo;heroischen Epoche&ldquo; der Tour vor dem ersten Weltkrieg sind zahlreiche Geschichten (oder Mythen) &uuml;berliefert, die von der &bdquo;Tour der Leiden&ldquo; einschlie&szlig;lich der Manipulationen, T&auml;uschungen und zahllosen Mittel und Medikamente handeln, die den Fahrern verabreicht wurden.[30] Anfangs lautete das Prinzip, dass jeder Fahrer auf eigene Kosten und eigenes Risiko f&auml;hrt.[31] Die Fahrer waren Profis. Sie mussten ihren Sport selbst finanzieren und ihren Lebensunterhalt mit ihm verdienen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"sport-im-spaetkapitalismus\">Sport im Sp&auml;tka&shy;pi&shy;ta&shy;lismus<\/span><\/h2>\n<p>Der Hoch- und H&ouml;chstleistungssport etablierte sich als eine Art Abbild der kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die auf st&auml;ndige Leistungsoptimierung, auf Wachstum und Steigerung angewiesen ist. Christian Graf von Krockow (1927-2002), der sich auch mit dem gesellschaftlichen Ph&auml;nomen des Sports auseinandersetzte, betonte, dass &bdquo;Leistung, Konkurrenz und Gleichheit&ldquo; gleicherma&szlig;en Grundprinzipien des Sports wie der modernen, kapitalistischen Gesellschaft darstellen.[32] F&uuml;r den neomarxistischen Kulturkritiker Theodor W. Adorno (1903-1969) war der Sport Ausdruck und Instrument des Kapitalismus, um den Menschen k&ouml;rperlich auszubeuten und den Zw&auml;ngen der kapitalistischen Ordnung unterzuordnen.[33]<\/p>\n<p>Einig waren sich Krockow und Adorno in der Auffassung, dass der Sport, insbesondere der moderne Hochleistungssport, auf dem Gebiet der K&ouml;rperkultur den &bdquo;Geist des Kapitalismus&ldquo; atme, wie ihn Max Weber verstanden und interpretiert hatte.[34] Weber bezeichnete damit eine Haltung, in der eine T&auml;tigkeit zum Beruf wird, also ihren Sinn in sich selbst findet. Der Kapitalist gibt sich nicht damit zufrieden, etwas zu k&ouml;nnen und etwas zu haben, er will mehr: mehr k&ouml;nnen, mehr wissen, mehr haben. Er m&ouml;chte nicht etwas haben, um leben zu k&ouml;nnen, sondern er lebt, um mehr zu erwerben und mehr zu haben. Analog lie&szlig;e sich sagen, dass der Leistungssportler nicht Sport treibt, weil er seinen K&ouml;rper trainieren m&ouml;chte oder Spa&szlig; daran hat, sondern er hat Spa&szlig; daran, wenn er nach besseren Leistungen strebt und ihm bessere Leistungen gelingen. Citius, altius, fortius lautet das Motto der Olympischen Bewegung. Die st&auml;ndige Steigerung wird f&uuml;r den Leistungs- und Hochleistungssportler zum Selbstzweck. Diese Haltung unterscheidet sich grundlegend von der p&auml;dagogischen Gymnastik oder dem patriotischen Turnen, bei denen die k&ouml;rperliche &Uuml;bung Mittel zum Zweck, aber nicht Beruf ist. Die Spirale aus Leistungs- und Gewinnerwartung, Sensation und Spannung als Signum f&uuml;r die moderne, kapitalistische Kultur und Zivilisation scheint typisch f&uuml;r den Bereich des Sports, genauer gesagt des Berufssports zu sein.<\/p>\n<p>Diese kapitalistische Haltung zum Sport als Beruf traf paradoxerweise auch auf die fr&uuml;heren kommunistischen Staaten dieser Welt zu. In der Sowjetunion und der DDR, aber auch in China und bis heute in anderen totalit&auml;ren Staaten, unabh&auml;ngig von der jeweiligen Staatsideologie, bildete der Hoch- und H&ouml;chstleistungssport eine Insel des kapitalistischen Wettbewerbs und Fortschritts, wenn auch mit Einschr&auml;nkungen.[35] W&auml;hrend die Sportfunktion&auml;re den Sport und die Athleten als Mittel verstanden, um politische Ziele zu erreichen, wurde f&uuml;r die Athleten selbst der Sport zum Beruf, wie dies Max Weber als bezeichnend f&uuml;r den kapitalistischen Geist betrachtet hatte. Die Athleten in totalit&auml;ren Regimen unterliegen deshalb einem doppelten Zwang: einerseits dem Geist des Kapitalismus und andererseits der Herrschaft des Regimes. Ein weiteres Paradoxon besteht darin, dass die professionelle Haltung zum Sport als Beruf im Weberschen Sinne auch auf den Bereich des Amateursports zutraf, also auf den Sport, der in der b&uuml;rgerlichen westlichen Welt ausdr&uuml;cklich nicht als Beruf, sondern als &bdquo;Liebhaberei&ldquo; verstanden werden sollte.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"amateursport-und-berufssport\">Amateur&shy;sport und Berufssport<\/span><\/h2>\n<p>Die Unterscheidung von Berufs- und Amateursport kam erst mit den Olympischen Spielen der Neuzeit auf, die nach dem Willen der Gr&uuml;nder um Pierre de Coubertin im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nur f&uuml;r Amateure und nicht f&uuml;r Berufsathleten ge&ouml;ffnet waren. Amateure waren solche Sportler, die ihren Sport aus und als Vergn&uuml;gen, jedoch nicht als Profession betrieben. Die Amateurregel des IOC schloss Athleten aus, die ihren Lebensunterhalt mit Sport verdienten. Diese Regel wurde so streng gehandhabt, dass manchen Athleten wie dem US-amerikanischen Leichtathleten indianischer Abstammung, Jim Thorpe (1887-1953), nachtr&auml;glich seine Goldmedaille im Zehnkampf bei den Olympischen Spielen von Stockholm 1912 aberkannt wurde, weil er zuvor als professioneller Baseballspieler in den USA t&auml;tig war.[36] Der &ouml;sterreichische Skifahrer Karl Schranz (geb. 1938) wurde noch 1972 von den Olympischen Winterspielen in Innsbruck ausgeschlossen, weil er Werbung f&uuml;r eine Kaffeemarke gemacht haben soll.[37]<\/p>\n<p>Bis heute ist Trikotwerbung bei den Olympischen Spielen verboten. Im Unterschied zu Weltmeisterschaften und anderen gro&szlig;en Sportereignissen werden vom IOC als Veranstalter und Besitzer der Olympischen Spiele keine Pr&auml;mien an die Athleten gezahlt. Nach dem Olympischen Kongress 1981 in Baden-Baden wurde die Zulassungsregel 26 der Olympischen Charta jedoch ge&auml;ndert.[38] Nun durften auch professionelle Sportler an Olympischen Spielen teilnehmen. Die Schleusen f&uuml;r die Kommerzialisierung und Professionalisierung der Olympischen Spiele und des gesamten Leistungs- und Hochleistungssports waren damit ge&ouml;ffnet.<\/p>\n<p>Welchen Sinn hatte die Amateurregel und was hat sie mit den Dopingproblemen des Sports zu tun? Die Amateurregel l&auml;sst sich aus der Geschichte des Sports erkl&auml;ren. Sie wurde eingef&uuml;hrt, weil sich die elit&auml;re und adelige Tr&auml;gerschicht des britisch-englischen Sports, die Gentleman-Klasse, ein soziales Reservat schaffen wollte. Die &bdquo;Leisure Class&ldquo;, wie sie 1899 der amerikanische Soziologe Thorstein Veblen in seiner kritischen Analyse und Sozialsatire beschrieb, wollte auf demonstrative Weise unter sich bleiben.[39] Nur wer Sport zum Spa&szlig; treibt und nicht auf ihn angewiesen ist, kann ihn im &bdquo;richtigen&ldquo;, sportlich-fairen Geist betreiben, so die Auffassung der Vertreter des Amateursports seit der Gr&uuml;ndung des Internationalen Olympischen Komitees 1894 in Paris. Damals war auf einem von Pierre de Coubertin einberufenen Kongress zu Fragen des Amateursports die Ausrichtung der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen beschlossen worden, nur f&uuml;r Amateure.[40]<\/p>\n<p>&Auml;hnlich wie der Leistungssport ein kapitalistischer Stachel im Fleisch der sozialistischen und kommunistischen Staaten war, stellte der Amateurismus einen Anachronismus im Kapitalismus dar, zumindest im Sinne Max Webers. Die Idee des Amateurismus stammte aus der Welt des englischen Landadels (<i>gentry<\/i>) und der <i>Gentlemen<\/i>.[41] Sie passte nicht zu den kapitalistischen Prinzipien des Wachstums und Fortschritts, die auch f&uuml;r den modernen olympischen Leistungs- und Hochleistungssport galten: <i>citius &ndash; altius &ndash; fortius<\/i>. Es ist deshalb kein Zufall, dass Coubertin selbst den Amateurismus f&uuml;r eine &bdquo;bewundernswerte Mumie&ldquo; hielt,[42] die er ins Museum stellen wollte. Er hielt es f&uuml;r eine &bdquo;Utopie&ldquo; versuchen zu wollen, &bdquo;dem Kampfsport eine Leitlinie verbindlicher M&auml;&szlig;igung aufzuerlegen&ldquo;, sagte er in seiner Rundfunkansprache 1935. In dieser Rede vor den Olympischen Spielen von Berlin (1936) fasste der Gr&uuml;nder der olympischen Bewegung am Ende seines Lebens noch einmal die &bdquo;philosophischen Grundlagen des modernen Olympismus&ldquo; zusammen. Statt M&auml;&szlig;igung forderte er &bdquo;ungehemmte Freiheit&ldquo; f&uuml;r die Anh&auml;nger des olympischen Sports.[43]<\/p>\n<p>Coubertin erw&auml;hnte jedoch nicht, dass diese Freiheit auch darin bestehen kann, die eigene Gesundheit oder die des Gegners zu zerst&ouml;ren. Sein Ideal eines olympischen Athleten war der d&eacute;brouillard &ndash; der Typ eines gewieften, cleveren und kompromisslosen K&auml;mpfers, der im Sport genauso wie im wirklichen Leben seinen Mann steht.[44] Frauen wollte er dagegen nicht als Wettk&auml;mpfer im Olympiastadion sehen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-tendenz-zum-exzess\">Die Tendenz zum Exzess<\/span><\/h2>\n<p>In seinem Aufsatz &bdquo;La Psychologie du sport&ldquo; aus dem Jahr 1900, den Ernst Hojer 1972 ins Deutsche &uuml;bersetzte, reflektierte Coubertin grunds&auml;tzlich &uuml;ber das von seinem Beichtvater Pater Henri Didon &uuml;bernommene Motto<i> citius, altius, fortius<\/i>. Dieser Geist des modernen Sports bzw. der Olympischen Spiele der Neuzeit sei im Prinzip derselbe wie in der Antike: &bdquo;Das wiederum kann zu der Schlussfolgerung f&uuml;hren&ldquo;, meinte Coubertin am Ende seines Aufsatzes, &bdquo;da&szlig; heute wie damals eine Tendenz des Sports zum Exzess besteht; er strebt nach gr&ouml;&szlig;erer Geschwindigkeit, gr&ouml;&szlig;erer H&ouml;he und st&auml;rkerer Kraft &ndash; immer nach mehr.&ldquo; Und er f&uuml;gt hinzu: &bdquo;Das ist sein Nachteil, meinetwegen &ndash; im Hinblick auf das menschliche Gleichgewicht. Doch das ist auch sein Adel &ndash; und seine Poesie.&ldquo;[45]<\/p>\n<p>Die Amateurregel galt bis zum Ende der IOC-Pr&auml;sidentschaft von Avery Brundage. Dieser hielt sie f&uuml;r die beste Immunabwehr gegen Doping und Betrug im Sport;[46] denn wer Sport als Amateur, aus Vergn&uuml;gen und Spielerei betreibt, wer existentiell nicht auf den Sport und den Sieg im Sport angewiesen ist, der hat auch keine Veranlassung, sich selbst und andere zu betr&uuml;gen oder seine Gesundheit &uuml;ber Geb&uuml;hr aufs Spiel zu setzen, sondern nur so lange und wie es ihm Spa&szlig; macht. Aber das ist dann nicht mehr das Problem der Organisatoren von Amateursportveranstaltungen wie den Olympischen Spielen, sondern allein der Athleten selbst. Doping war also in den Augen von Brundage und anderen Olympiern wie Carl Diem nur ein Problem des Berufssports, aber nicht des olympischen Amateursports. &bdquo;Der Berufssport ist, mag er noch so sehr in der Sportspalte der Zeitung behandelt werden, nicht &sbquo;Sport&lsquo;, sondern das Gegenteil davon: Gewerbe, und zwar geh&ouml;rt er zum Schaustellerberuf, mit dem er auch vielfach Berufszucht und -strenge gemein hat. Es handelt sich hierbei nicht um ein Werturteil, sondern um einen Sachverhalt. Berufssport ist kein Sport&ldquo;, sagte Carl Diem.[47]&nbsp;<\/p>\n<p>Im Umfeld der Olympischen Spiele 1972, als erstmals systematische Dopingkontrollen im Wettkampf angesagt waren, wollte Brundage das Problem gar nicht wahrhaben und stimmte nur halbherzig zu, dass sich auch das IOC an der Finanzierung der Dopingkontrollen beteiligte.[48] Die Amateurregel konnte, &auml;hnlich wie heute die Anti-Doping-Regeln, nicht wirksam kontrolliert und durchgesetzt werden. Aber der Geist des Amateursports wirkte sich m&auml;&szlig;igend auf die Tendenz des Sports zum &bdquo;Exzess&ldquo; aus, weil die Athleten nicht ihre gesamte Existenz auf die Karte Sport setzen konnten, sondern Schule, Ausbildung, Studium und Beruf zumindest f&uuml;r die Mehrzahl der Amateursportler genauso wichtig waren wie ihr Sport. Mit dem Ende der Amateurregel ver&auml;nderte sich diese Balance der Lebensf&uuml;hrung von Leistungssportlern. Wer im Sport siegreich und erfolgreich sein wollte, musste ihn nun zu seinem Lebensmittelpunkt, zu seinem Beruf machen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"doping-im-amateursport\">Doping im Amateur&shy;sport<\/span><\/h2>\n<p>Tats&auml;chlich wurde auch schon zu Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit von Amateuren gedopt. Unklar ist allerdings, in welchem Umfang und in welcher Intensit&auml;t. Der erste aktenkundige Versto&szlig; gegen eine Dopingregel bei Olympischen Spielen fand 1908 bei den Olympischen Spielen von London im Marathonlauf statt. Die Organisatoren hatten ausdr&uuml;cklich in den Regeln zum Marathonlauf festgelegt, dass die Einnahme von &bdquo;Drugs&ldquo; verboten sei und zur Disqualifikation f&uuml;hre.[49] Der italienische Marathonl&auml;ufer Dorando Pietri, der als erster die Ziellinie &uuml;berquerte, hatte dagegen versto&szlig;en. Er war mit Strychnin und Atropin gedopt. Ebenso wie schon der Sieger des Marathonlaufs von 1904 in Saint Louis, Thomas Hicks. Damals hatte es allerdings noch kein Dopingverbot gegeben. Disqualifiziert wurde Pietri in London jedoch nicht wegen Doping, sondern weil er v&ouml;llig entkr&auml;ftet und orientierungslos nur mit Hilfe von &Auml;rzten und Betreuern die Ziellinie hatte &uuml;berqueren k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Das System des Amateursports wurde offiziell nach dem Olympischen Kongress von Baden-Baden 1981 aufgegeben. Daf&uuml;r gibt es mehrere Gr&uuml;nde: erstens wurde die Unterscheidung zwischen Amateuren und professionellen Athleten obsolet, seit die kommunistischen Staaten des Ostblocks mit der Sowjetunion und der DDR an der Spitze, ihre Athleten als &bdquo;Staatsamateure&ldquo; behandelten; sie handelten im staatlichen Auftrag und wurden auch vom Staat bezahlt und trainiert. Amateure im Westen waren dagegen Hobbysportler. Berufssportler wie beispielsweise Boxer, Radrennfahrer, Tennisspieler oder Bundesliga-Lizenzspieler durften dagegen nicht an Olympischen Spielen teilnehmen. Zudem wandte sich das Zuschauerinteresse immer mehr dem professionellen Sport zu. Das Interesse am Amateur- oder Hobbysport nahm dagegen ab.<\/p>\n<p>Mit dem Wechsel versch&auml;rfte sich jedoch das Dopingproblem. Sollten je gro&szlig;e Unterschiede zwischen Amateur- und Berufssport im Hinblick auf die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln und Medikamenten bestanden haben, ebneten sie sich nun endg&uuml;ltig ein. Beispiele sind Dopingf&auml;lle im professionellen Radsport und im olympischen Sport, insbesondere in der olympischen Leichtathletik, aber auch im Schwimmen und in den Kraftsportarten, etwa dem Gewichtheben. W&auml;hrend vom IOC und den traditionellen Amateursportverb&auml;nden nach und nach immer striktere Antidopingregeln und Listen mit verbotenen Medikamenten und Mitteln eingef&uuml;hrt wurden, geschah dies im Berufssport eher z&ouml;gerlich.[50] Im Berufsradsport, insbesondere bei den gro&szlig;en Stra&szlig;enrennen wie der Tour de France, hielten Fahrer, Betreuer und &Auml;rzte an der &uuml;blichen Praxis der Einnahme von aufputschenden und leistungssteigernden Mitteln und Medikamenten trotz Dopinglisten und Verboten fest. Kontrollen wurden weder konsequent durchgef&uuml;hrt noch ernst genommen.<\/p>\n<p>Eine &Auml;nderung des Dopingverhaltens und der Dopingmentalit&auml;t erfolgte erst, als sich der Staat in das Sport- und Dopinggeschehen einmischte. Diese Einmischung erfolgte auf zweierlei Art und Weise. Erstens durch spezifische Anti-Dopinggesetze, die in einigen L&auml;ndern schon fr&uuml;h erlassen wurden, beispielsweise in Frankreich und Italien, und die in den 1990er Jahren dazu f&uuml;hrten, dass w&auml;hrend der Tour de France Razzien gegen Doping durchgef&uuml;hrt wurden, die beinahe zum Ende dieses Radsportereignisses gef&uuml;hrt h&auml;tten. Zweitens f&uuml;hrten diese Dopingskandale im neuen Jahrhundert zur Gr&uuml;ndung der WADA und der nationalen Anti-Dopingkommissionen (NADA). Mit der Gr&uuml;ndung dieser Agenturen verlagerten sich die Verantwortung und Kontrolle von Dopingvergehen im Sport von den Sportverb&auml;nden mit dem IOC an der Spitze hin zu den Staaten. Der Kampf gegen Doping im Sport ist nun nicht mehr nur eine Angelegenheit des Sports, sondern auch der staatlichen Politik und der Steuerzahler; denn die Finanzierung der WADA und der NADAs und damit die Finanzierung der Dopingkontrollen erfolgt zu wesentlichen Teilen und in vielen L&auml;ndern ausschlie&szlig;lich aus Steuermitteln.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"resumee\">Resumee<\/span><\/h2>\n<p>Die Dopingthematik verdeutlicht, dass der Sport seinen Charakter als mehr oder weniger private Eigenwelt eingeb&uuml;&szlig;t hat.[51] Er steht nicht mehr f&uuml;r sich, sondern ist Teil von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft geworden. Zumindest scheint dies auf den Hochleistungssport zuzutreffen. Er steht f&uuml;r den &bdquo;Geist des Kapitalismus&ldquo;, f&uuml;r Leistung, Konkurrenz und Chancengleichheit. F&uuml;r ihn gelten sowohl die spezifischen Regeln der jeweiligen Sportart als auch die Regeln des Kapitalismus. Hochleistungssportler betreiben Sport nicht als Hobby, sondern als Beruf. Wenn Hobby- und Freizeitsportler Drogen, Medikamente oder sonstige leistungssteigernde Mittel und Medikamente einnehmen, wie dies massenhaft der Fall ist, entspricht das zwar nicht dem Geist eines fairen Sports, der der Gesundheit dienlich sein soll; aber es wird nicht kontrolliert und auch nicht sanktioniert. Dopende Freizeitsportler verhalten sich dabei nicht anders als Menschen, die leistungssteigernde Mittel und Medikamente in anderen Lebenszusammenh&auml;ngen einnehmen. Solange sie dies nicht im Stra&szlig;enverkehr oder am Arbeitsplatz tun, ist das auch nicht verboten.<\/p>\n<p>Professionelle Hochleistungssportler handeln jedoch nicht als Privatpersonen, sondern als &ouml;ffentliche Personen, die die Regeln ihres Berufs einhalten m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Der professionelle Spitzensport unterliegt heute mehr denn je den Prinzipien unserer kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Er ist auf Konkurrenz, Wachstum und Steigerung angelegt: Citius, altius, fortius. Allerdings handelt es sich um einen regulierten Wachstumsmarkt. Nicht alle Mittel zur Steigerung sind erlaubt. Die Versuchung wird deshalb weiterhin bestehen, gegen diese Regeln zu versto&szlig;en, um sich Vorteile in diesem Wettbewerb zu verschaffen. Doping wird auch in Zukunft ein Bestandteil des Sports bleiben, genauso wie dies f&uuml;r andere kriminelle Delikte in anderen Bereichen unserer Wirtschaft und Gesellschaft zutrifft. Staat und Sport werden deshalb, wie Sysyphos im Mythos, ihre Aufgabe nie erledigen k&ouml;nnen, ihre Regeln zu pr&uuml;fen, deren Einhaltung zu kontrollieren und Verst&ouml;&szlig;e gegen die Regeln zu sanktionieren.<\/p>\n<p><b>PROF. DR.&nbsp;MICHAEL KR&Uuml;GER<\/b><i>&nbsp;&nbsp; ist Professor f&uuml;r Sportwissenschaften mit den Schwerpunkten Sportp&auml;dagogik und Sportgeschichte am Institut f&uuml;r Sportwissenschaft der WWU M&uuml;nster. Er forscht und lehrt zu historisch-politischen sowie p&auml;dagogisch-sozialen und ethischen Fragen und Problemen der Sportentwicklung. Zahlreiche Publikationen und Lehrb&uuml;cher; aktuelle Forschungsprojekte zur Geschichte des Dopings sowie zur Geschichte der Sportmedizin in Deutschland. J&uuml;ngste Ver&ouml;ffentlichungen: Visual Sources in the History of Sports: Potential, Problems, and Perspectives with Selected Examples of Sporting Art. In: Historical Social Research, 43(2\/2018), S. 72-91; German fu&szlig;ball-recent developments and origins. In: German Journal of Exercise and Sport Research, 48(2\/2018), S. 1-9 (gemeinsam mit Herzog Markwart &amp; Reinhart Kai).<\/i><\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literaturverzeichnis\">Literaturverzeichnis<\/span><\/h2>\n<p>Adorno, Theodor W. (2003): Prismen ohne Leitbild. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp.<\/p>\n<p>Blickensd&ouml;rfer, Hans; Baumann, Erich (1997): Tour de France. Mythos und Geschichte eines Radrennens. Neuausg. K&uuml;nzelsau: Sigloch.<\/p>\n<p>Breivik, Gunnar (2003): Doping Games in Elite Sports. In: Michael Kr&uuml;ger (Hg.): Menschenbilder im Sport. Schorndorf: Hofmann (Reihe Sportwissenschaft, 32).<\/p>\n<p>British Olympic Council (1908): The Fourth Olympiad: London 1908. London.<\/p>\n<p>Brundage, Avery; Coubertin, Pierre de; Curtius, Ernst; Diem, Carl (1971): Die Olympischen Spiele. Mit einem Vorwort von Rudolf Hagelstange. Unter Mitarbeit von Dietrich Klose (Red.). Stuttgart: Philipp Reclam jun. (Universal-Bibliothek, Nr. 9330).<\/p>\n<p>Coubertin, Pierre de (1967): Der Olympische Gedanke. Reden und Aufs&auml;tze. &Uuml;bersetzung aus dem Franz&ouml;sischen von H.-J. Lope. Unter Mitarbeit von O. Andersen und Liselott Diem. Schorndorf: Karl Hofmann.<\/p>\n<p>Coubertin, Pierre de (1974): Einundzwanzig Jahre Sportkampagne. (1887 &#8211; 1908). Ratingen: Henn.<\/p>\n<p>Coubertin, Pierre de; Daume, Willi (1996): Olympische Erinnerungen. [100 Jahre Olympische Spiele der Neuzeit]. &Uuml;berarb. und aktualisierte Ausg. Frankfurt\/M: Ullstein (Ullstein-Buch, 35612).<\/p>\n<p>Deutscher Sportbund (DSB) (Hg.) (1977): Grundsatzerkl&auml;rung f&uuml;r den Spitzensport. Beschlu&szlig; des Hauptausschusses des deutschen Sportbundes am 11. Juni 1977 in Baden-Baden.<\/p>\n<p>Diem, Carl (1960): Wesen und Lehre des Sports und der Leibeserziehung. 2. Aufl. Berlin: Weidmannsche Verlagsbuchhandlung.<\/p>\n<p>Dimeo, Paul (2013): Drugs, Alcohol and Sport. A Critical History. Hoboken: Taylor and Francis (Sport in the Global Society). Online verf&uuml;gbar unter <a href=\"http:\/\/gbv.eblib.com\/patron\/FullRecord.aspx?p=1397126\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/gbv.eblib.com\/patron\/FullRecord.aspx?p=1397126<\/a>.<\/p>\n<p>Dresen, Antje; Form, Laurens; Brand, Ralf (Hg.) (2015): Dopingforschung. Perspektiven und Themen. Schorndorf: Hofmann (Beitr&auml;ge zur Lehre und Forschung im Sport, 187).<\/p>\n<p>Fotheringham, William (2007): Put me back on my bike. Die Tom-Simpson-Biografie. Bielefeld: Covadonga.<\/p>\n<p>Gilberg, Runar; Breivik, Gunnar; Loland, Sigmund (2007): Anti-doping in Sport. The Norwegian Perspective. London: Routledge.<\/p>\n<p>Goodman, Jordan (Hg.) (1995): Consuming habits. Drugs in history and anthropology ; [this book has its origins in a conference &hellip; in London in July 1991, under the title of &#8222;Peculier Substances: the History of Stimulants and Narcotics&#8220;]. London: Routledge.<\/p>\n<p>Grupe, Ommo (2002): Doping und Leistungsmanipulation aus sportethischer Sicht. In: Helmut Digel und Hans Hermann Dickhuth (Hg.): Doping im Sport. T&uuml;bingen: Attempto-Verl (Sport in der heutigen Zeit, 2), S. 58&ndash;76.<\/p>\n<p>Guttmann, Allen (2004): From ritual to record. The nature of modern sports. [Updated] with a new afterword. New York: Columbia Univ. Press.<\/p>\n<p>Herzog, Dagmar (2018): Lust und Verwundbarkeit. Zur Zeitgeschichte der Sexualit&auml;t in Europa und den USA. 1. Auflage. G&ouml;ttingen: Wallstein (Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts, 24).<\/p>\n<p>Hoberman, John M. (1994): Sterbliche Maschinen. Doping und die Unmenschlichkeit des Hochleistungssports. Aachen: Meyer &amp; Meyer.<\/p>\n<p>Hojer, Ernst; Anselm, R.; Ashtari, K. (1972): Schule. Sport. Erziehung. Gedanken zum &ouml;ffentlichen Erziehungswesen (Pierre de Coubertin). Schorndorf.<\/p>\n<p>Holt, Richard (1993): Sport and the British. A modern history. 1st issued as a Clarendon paperback 1992, repr. Oxford: Clarendon Press. Online verf&uuml;gbar unter <a href=\"http:\/\/www.gbv.de\/dms\/bowker\/toc\/9780192852298.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.gbv.de\/dms\/bowker\/toc\/9780192852298.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>Kl&auml;ber, Mischa (2010): Doping im Fitness-Studio. Die Sucht nach dem perfekten K&ouml;rper. Bielefeld: transcript (K&ouml;rperKulturen). Online verf&uuml;gbar unter <a href=\"http:\/\/deposit.d-nb.de\/cgi-bin\/dokserv?dok_ext=htm&amp;dok_var=1&amp;id=3524711&amp;prov=M\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/deposit.d-nb.de\/cgi-bin\/dokserv?id=3524711&amp;prov=M&amp;dok_var=1&amp;dok_ext=htm<\/a>.<\/p>\n<p>Krockow, Christian von (1980): Sport, Gesellschaft, Politik. Eine Einf&uuml;hrung. M&uuml;nchen: Piper (Serie Piper, 198).<\/p>\n<p>Krockow, Christian von (1990): Die Deutschen in ihrem Jahrhundert. 1890 &#8211; 1990. Neue, rev. u. erw. Ausg. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.<\/p>\n<p>Kr&uuml;ger, M.; Nielsen, S.: Die Entstehung der Nationalen Anti-Doping Agentur in Deutschland (NADA) im Kontext der Gr&uuml;ndung der Welt Anti-Doping Agentur (WADA). In: <i>Sport und Gesellschaft <\/i>10<i> <\/i>(1), S. 55&ndash;94.<\/p>\n<p>Kr&uuml;ger, Michael (2004): Adorno, der Sport und die kritische Sporttheorie. In: <i>Sportwissenschaft <\/i>34 (1), S. 21-32.<\/p>\n<p>Kr&uuml;ger, Michael (2005): Einf&uuml;hrung in die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports. Teil 3: Leibes&uuml;bungen im 20. Jahrhundert. Sport f&uuml;r alle. 2., neu bearb. Aufl. Schorndorf: hofmann. (Sport und Sportunterricht, 10).<\/p>\n<p>Kr&uuml;ger, Michael (2006): Doping im Radsport &#8211; zivilisationstheoretische Anmerkung zu einer langen Geschichte. In: <i>Sport und Gesellschaft<\/i>. 3 (3), S. 324-352.<\/p>\n<p>Kr&uuml;ger, Michael; Becker, Christian; Nielsen, Stefan (2015): German Sports, Doping, and Politics. A History of Performance Enhancement.<\/p>\n<p>Lanham: Rowman &amp; Littlefield Publishers. Online verf&uuml;gbar unter <a href=\"http:\/\/gbv.eblib.com\/patron\/FullRecord.aspx?p=2032747\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/gbv.eblib.com\/patron\/FullRecord.aspx?p=2032747<\/a>.<\/p>\n<p>Kr&uuml;ger, Michael; Becker, Christian; Nielsen, Stefan; Reinold, Marcel (2014): Doping und Anti-Doping in der Bundesrepublik Deutschland 1950 bis 2007. Genese, Strukturen, Politik. Hildesheim: Arete Verlag.<\/p>\n<p>Latzel, Klaus (2009): Staatsdoping. Der VEB Jenapharm im Sportsystem der DDR. K&ouml;ln, Wien u.a: B&ouml;hlau.<\/p>\n<p>Lenk, Hans (1979): &#8222;M&uuml;ndiger Athlet&#8220; und &#8222;demokratisches Training&#8220;. In: Hartmut Gabler, Hans Ebersp&auml;cher, Erwin Hahn, Jan Kern und Guido Schilling (Hg.): Praxis der Psychologie im Leistungssport. 1. Auflage. Berlin, M&uuml;nchen, Frankfurt a.M.: Verlag Bartels &amp; Wernitz KG (Trainerbibliothek, Band 19), S. 483&ndash;503.<\/p>\n<p>Lenk, Hans (1984): The Essence of Olympic Man: Toward an Olympic Philosophy and Anthropology. In: <i>International Journal of Physical Education<\/i> 21 (2), S. 13.<\/p>\n<p>Ljungquist, Arne (2002): Pharmakologische Manipulation der sportlichen Leistung. Ist das Hase-Igel-Rennen unendlich? In: Helmut Digel und Hans Hermann Dickhuth (Hg.): Doping im Sport. T&uuml;bingen: Attempto-Verlag (Sport in der heutigen Zeit, 2), S.&nbsp;77&ndash;86.<\/p>\n<p>Maennig, Wolfgang (2003): From the Mature Athlete to the Homo Sportivus Oeconomicus. In: Michael Kr&uuml;ger (Hg.): Menschenbilder im Sport. Schorndorf: Hofmann (Reihe Sportwissenschaft, 32), S. 174&ndash;193.<\/p>\n<p>Meutgens, Ralf (Hg.) (2007): Doping im Radsport. Bielefeld: Delius Klasing Verl.<\/p>\n<p>Moller, Verner; Waddington, Ivan; Hoberman, John M. (Hg.) (2015): Routledge handbook of drugs and sport. London: Routledge.<\/p>\n<p>M&oslash;ller, Verner; Dimeo, Paul (2013): Anti-doping &ndash; the end of sport. In: <i>International Journal of Sport Policy and Politics<\/i>, S. 1&ndash;14. DOI: 10.1080\/19406940.2013.798740.<\/p>\n<p>Nationales Olympisches Komitee f&uuml;r Deutschland (Hg.) (1982): Der Kongre&szlig;. Berichte und Dokumente zum 11. Olympischen Kongre&szlig;, Baden-Baden 1981. Unter Mitarbeit von Christoph Vedder (Red.). 11. Olympischer Kongre&szlig;. Baden-Baden, 23.09. &#8211; 26.09.1981. M&uuml;nchen: NOK.<\/p>\n<p>Pieper, Werner (Hg.) (2002): Nazis on Speed. Drogen im 3. Reich. L&ouml;hrbach: Pieper und The Gr&uuml;ne Kraft.<\/p>\n<p>Pr&uuml;ller, Heinz (1970): Weisser Lorbeer. Die Karl-Schranz-Story. Wien: Express V.<\/p>\n<p>R&auml;tsch, Christian; Hofmann, Albert (2008): Pflanzen der Liebe. Aphrodisiaka in Mythos, Geschichte und Gegenwart ; mit Rezepten und praktischen Anwendungen. Essen: Magic-Bookworld-Verl.<\/p>\n<p>Reinold, Marcel (2010): Doping. In: Michael Kr&uuml;ger und Hans Langenfeld (Hg.): Handbuch Sportgeschichte. Schorndorf: Hofmann (Beitr&auml;ge zur Lehre und Forschung im Sport, 173), S. 362&ndash;377.<\/p>\n<p>Reinold, Marcel (2016): Doping als Konstruktion. Eine Kulturgeschichte der Anti-Doping-Politik. 1st ed. Bielefeld: Transcript Verlag (Histoire, v.104). Online verf&uuml;gbar unter <a href=\"https:\/\/ebookcentral.proquest.com\/lib\/gbv\/detail.action?docID=4818970\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/ebookcentral.proquest.com\/lib\/gbv\/detail.action?docID=4818970<\/a>.<\/p>\n<p>Sch&auml;fer, Josef Hermann (2003): Ministerialrat Dr. med. Arthur Mallwitz (1880-1968). Ein Leben f&uuml;r Sport, Sportmedizin und Gesundheitsvorsorge: eine Aufarbeitung seines Nachlasses. Essen: Datext.<\/p>\n<p>Veblen, Thorstein (2011): Theorie der feinen Leute (Original: Theory of the Leisure Class, 1899). Eine &ouml;konomische Untersuchung der Institutionen. 2. Aufl., ungek&uuml;rzte Ausg. Frankfurt, M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. (Fischer, 17625).<\/p>\n<p>Waddington, Ivan; Hoberman, John Milton; M&oslash;ller, Verner (Hg.) (2015): Routledge handbook of drugs and sport. London: Routledge (Routledge International Handbooks). Online verf&uuml;gbar unter <a href=\"http:\/\/search.ebscohost.com\/login.aspx?AN=1016433&amp;db=nlebk&amp;direct=true&amp;scope=site\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/search.ebscohost.com\/login.aspx?direct=true&amp;scope=site&amp;db=nlebk&amp;AN=1016433<\/a>.<\/p>\n<p>Weber, Max (2015): Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. Vollst. Ausg., 2. Aufl. Hamburg: Nikol.<\/p>\n<p>Wheeler, Robert W. (1979): Jim Thorpe. World&#8217;s Greatest Athlete. Rev. ed. Norman, London: University of Oklahoma Press.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h2>\n<p>1. Vorwort des WADA-Strategieplanes 2014, <a href=\"https:\/\/www.wada-ama.org\/en\/resources\/world-anti-doping-program\/strategic-plan\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.wada-ama.org\/en\/resources\/world-anti-doping-program\/strategic-plan<\/a> (Zugriff 19.2.2018).<\/p>\n<p>2. Kr&uuml;ger und Nielsen; Waddington et al. 2015.<\/p>\n<p>3. <a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/doping\/geheimsache-doping102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.sportschau.de\/doping\/geheimsache-doping102.html<\/a> (Zugriff 8.3.2018)<\/p>\n<p>4. Der Topathlet als &bdquo;gl&auml;serner&ldquo; Mensch ist seit Jahren zu einem Topos der Doping- und Anti-Doping Berichterstattung geworden, z.B. <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/article152973429\/Die-einzigartige-Tortur-der-deutschen-Topathleten.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.welt.de\/sport\/article152973429\/Die-einzigartige-Tortur-der-deutschen-Topathleten.html<\/a> (Zugriff 22.2.2018).<\/p>\n<p>5. Dieser Begriff geht auf Hans Lenk zur&uuml;ck (Lenk 1979); s. auch Maennig 2003, der als Alternative zum m&uuml;ndigen zwar nicht den gl&auml;sernen Athleten (athleta vitreus), sondern den Homo Sportivus Oeconomicus sah.<\/p>\n<p>6. M&oslash;ller und Dimeo 2013<\/p>\n<p>7. Aus der inzwischen beinahe un&uuml;berschaubaren Anzahl an j&uuml;ngeren Publikationen seien als &Uuml;berblickswerke genannt: M&oslash;ller et al. 2015 und Dresen et al. 2015. Die gr&uuml;ndlichste historisch-soziologische Einzelstudie stammt von Reinold 2016. Siehe au&szlig;erdem eigene Studien Kr&uuml;ger et al. 2014; Kr&uuml;ger et al. 2015; grundlegend ist die Pionierarbeit von Hoberman 1994.<\/p>\n<p>8. Reinold 2016<\/p>\n<p>9. Pieper 2002<\/p>\n<p>10. Goodman 1995<\/p>\n<p>11. Sch&auml;fer 2003<\/p>\n<p>12. Im Folgenden nach Reinold 2016, bes. S. 71-124.<\/p>\n<p>13. Reinold 2016, S. 90\/91.<\/p>\n<p>14. Grupe 2002, hier S. 60.<\/p>\n<p>15. Deutscher Sportbund (DSB) 1977<\/p>\n<p>16. Lenk 1984<\/p>\n<p>17. Lenk 1979<\/p>\n<p>18. Reinold 2016, S. 97<\/p>\n<p>19. Dimeo 2013<\/p>\n<p>20. Fotheringham 2007<\/p>\n<p>21. Ljungquist 2002<\/p>\n<p>22. Guttmann 2004<\/p>\n<p>23. Das Gesetz gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Gesetz &#8211; AntiDopG) wurde im Dezember 2015 vom Deutschen Bundestag verabschiedet.<\/p>\n<p>24. Breivik 2003; Gilberg et al. 2007<\/p>\n<p>25. Herzog 2018; R&auml;tsch und Hofmann 2008<\/p>\n<p>26. Testosteron als k&ouml;rpereigenes m&auml;nnliches Geschlechtshormon war lange Zeit nicht nachweisbar, wenn es im Sport als anaboles Dopingmittel eingesetzt wurde. Zu den aus dieser sportlichen Sicht unerw&uuml;nschten Nebenwirkungen bei M&auml;nnern und Frauen geh&ouml;ren gravierende Auswirkungen auf die Sexualit&auml;t.<\/p>\n<p>27. Kl&auml;ber 2010<\/p>\n<p>28. Latzel 2009<\/p>\n<p>29. Reinold 2010; Kr&uuml;ger 2006; Meutgens 2007<\/p>\n<p>30. Blickensd&ouml;rfer und Baumann 1997, S. 19-27.<\/p>\n<p>31. Kr&uuml;ger 2006, S. 331.<\/p>\n<p>32. Krockow 1980<\/p>\n<p>33. Adorno 2003, S. 79; Kr&uuml;ger 2004<\/p>\n<p>34. Weber 2015<\/p>\n<p>35. Krockow 1990, S. 286-288<\/p>\n<p>36. Wheeler 1979<\/p>\n<p>37. Pr&uuml;ller 1970<\/p>\n<p>38. Nationales Olympisches Komitee f&uuml;r Deutschland 1982<\/p>\n<p>39. Adorno 2003 berief sich in seiner kapitalistischen Kulturkritik auf Veblen 2011<\/p>\n<p>40. Coubertin und Daume 1996, S. 18\/19.<\/p>\n<p>41. Holt 1993, S. 98-116.<\/p>\n<p>42. Coubertin und Daume 1996, S. 17.<\/p>\n<p>43. Coubertin 1967, S. 151.<\/p>\n<p>44. Coubertin 1974, darin Coubertins Rede &uuml;ber die &bdquo;Philosophie des D&eacute;brouillard&ldquo; am 30. Juli 1907 anl&auml;sslich der Verleihung des &bdquo;Diplom des D&eacute;brouillards&ldquo; des &bdquo;Sport Populaires&ldquo; an der Sorbonne in Paris, S. 169-174.<\/p>\n<p>45. Hojer et al. 1972, S. 113.<\/p>\n<p>46. Brundage hielt deshalb auch an der Idee Coubertins vom Sport als einer religio athletae fest Brundage et al. 1971<\/p>\n<p>47. Diem 1960, S. 25.<\/p>\n<p>48. Kr&uuml;ger et al. 2015, S. 62\/63.<\/p>\n<p>49. British Olympic Council 1908, S. 72.<\/p>\n<p>50. Kr&uuml;ger 2006<\/p>\n<p>51. Kr&uuml;ger 2005, S. 172-180.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1522],"publikationen":[880],"class_list":["post-8587","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-michael-krueger","publikationen-880"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Doping \u0096 ein ungel\u00f6stes Problem des Sports - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/223\/publikation\/doping-ein-ungeloestes-problem-des-sports-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Doping \u0096 ein ungel\u00f6stes Problem des Sports - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"in: vorg&auml;nge Nr. 223 (3\/2018), S. 39-54 Die Versuche, mit Medikamenten und anderen chemischen Stoffen die eigene Leistungsf&auml;higkeit zu verbessern, sind weder eine Erfindung der Moderne, noch des Sports. 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