{"id":8591,"date":"2018-08-01T22:20:00","date_gmt":"2018-08-01T20:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/sexualisierte-gewalt-gegen-kinder-und-jugendliche-im-sport-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:56","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:56","slug":"sexualisierte-gewalt-gegen-kinder-und-jugendliche-im-sport-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/223\/publikation\/sexualisierte-gewalt-gegen-kinder-und-jugendliche-im-sport-1\/","title":{"rendered":"Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Sport"},"content":{"rendered":"<p>in: vorg&auml;nge Nr. 223 (3\/2018), S. 93-104<\/p>\n<p><i>In der sogenannten &#8222;M&uuml;nchener Erkl&auml;rung&#8220; verpflichten sich die Mitgliedsorganisationen des Deutschen Olympischen Sportbundes, Ma&szlig;nahmen gegen sexualisierte Gewalt im Sport zu ergreifen. Allerdings befindet sich die Diskussion um dieses Thema noch in vielen Vereinen und Verb&auml;nden im Anfangsstadium. Nach Begriffskl&auml;rungen zur sexualisierten Gewalt beschreiben Jeannine Ohlert und Bettina Rulofs spezifische Risikofaktoren im Sport. Sie stellen ein theoretisches Modell zum (zeitlichen) Ablauf eines Ereignisses schwerer sexualisierter Gewalt im Sport vor, den sogenannten &#8222;Grooming&#8220;-Prozess. Erst zwischen 2015 und 2017 wurden im Rahmen der Studie &raquo;Safe Sport&laquo; differenzierte Zahlen zu sexualisierter Gewalt im organisierten Sport in Deutschland erhoben. Die Ergebnisse zeigen u.a., dass insgesamt mehr als ein Drittel der 1529 Befragten einmal oder h&auml;ufiger eine Situation sexualisierter Gewalt im Sport erlebt hatten; bei 11% war es sogar schwere sexualisierte Gewalt. Zwei Drittel aller Betroffenen waren bei der ersten Gewalterfahrung noch nicht erwachsen. Frauen und M&auml;dchen sind deutlich h&auml;ufiger von sexualisierter Gewalt betroffen; ebenfalls Sportler_innen mit homosexueller oder bisexueller Orientierung im Vergleich zu heterosexuellen Athlet_innen. Der Beschreibung der Folgen von Gewalt und der M&ouml;glichkeiten der Pr&auml;vention sexualisierter Gewalt folgt der Hinweis, dass &auml;hnliche Studien, wie sie zum Wettkampf- und Leistungssport vorliegen, auch f&uuml;r das Breitensportniveau gebraucht werden.<\/i><\/p>\n<p>Durch die #MeToo-Kampagne gegen sexualisierte Gewalt bei gleichzeitigem Auftreten von Verdachtsf&auml;llen im Sport in verschiedenen L&auml;ndern (z.B. Fu&szlig;ball in England, Turnen in den USA, Alpiner Skilauf in &Ouml;sterreich, Fechten in Deutschland) ist das Thema sexuelle &Uuml;bergriffe im Sport in j&uuml;ngster Zeit vermehrt in den Fokus der &Ouml;ffentlichkeit geraten. Angesto&szlig;en wurde die Debatte im Sport jedoch bereits im Jahr 2010 durch die Berichterstattung &uuml;ber die Vorf&auml;lle sexualisierter Gewalt in Internatsschulen und kirchlichen Einrichtungen und den in der Folge eingesetzten Runden Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch auf Ebene der Bundesregierung. Im Fahrwasser der gesamtgesellschaftlichen und politischen Diskussion verabschiedete die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) bereits 2010 die so genannte &#8222;M&uuml;nchener Erkl&auml;rung&#8220;, in der sich alle Mitgliedsorganisationen des DOSB (z.B. Landessportb&uuml;nde, Spitzenverb&auml;nde und Verb&auml;nde mit besonderen Aufgaben) dazu verpflichteten, Ma&szlig;nahmen gegen sexualisierte Gewalt im Sport zu ergreifen. Dennoch befindet sich die Diskussion um das Thema sexualisierte Gewalt im Sport noch in vielen Vereinen und Verb&auml;nden im Anfangsstadium, wie die Daten der j&uuml;ngst durchgef&uuml;hrten Studien im Forschungsprojekt &raquo;Safe Sport&laquo; zeigen. Im Folgenden soll ein &Uuml;berblick gegeben werden &uuml;ber die vorliegenden Fakten und aktuellen Entwicklungen zum Thema sexualisierte Gewalt in den Sportorganisationen in Deutschland.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"begriffsklaerung\">Begriffskl&auml;rung<\/span><\/h2>\n<p>Bei der Besch&auml;ftigung mit dem Thema sexuelle &Uuml;bergriffe ist es notwendig, vorab zu kl&auml;ren, was genau unter einem &#8222;&Uuml;bergriff&#8220; und auch unter dem Begriff &#8222;sexuell&#8220; zu verstehen ist. Da weder in Deutschland noch international die Verwendung einheitlich ist, gibt es gro&szlig;e Schwierigkeiten, wenn die Zahlen verschiedener wissenschaftlicher Studien verglichen werden sollen. Im Bereich des Sports verwenden aktuellere Studien vermehrt den Begriff der &#8222;sexualisierten Gewalt&#8220; (engl. <i>sexual violence<\/i>), um eine Vereinheitlichung zu f&ouml;rdern. Daher wird dieser Begriff auch in diesem Beitrag genutzt. Sexualisierte Gewalt wird hier verstanden als jede Art sexualisierter Handlung, die darauf ausgerichtet ist, Menschen in ihrer Integrit&auml;t und W&uuml;rde zu verletzen. Darunter fallen unterschiedliche Formen der Machtaus&uuml;bung mit dem Mittel der Sexualit&auml;t, also Handlungen mit K&ouml;rperkontakt, ohne K&ouml;rperkontakt und auch grenzverletzendes Verhalten. Um dennoch verschiedene Formen sexualisierter Gewalt voneinander trennen zu k&ouml;nnen, schl&auml;gt Brackenridge (2001) vor, sexualisierte Gewalt speziell im Sport als ein Kontinuum zu beschreiben. Dieses reicht von sexueller Bel&auml;stigung &uuml;ber eine &#8222;graue Zone&#8220; bis hin zu sexuellem Missbrauch. Vertommen und Kolleg_innen erstellten auf Basis dieses Kontinuums schlie&szlig;lich drei Kategorien sexualisierter Gewalt, die nicht nur die Art der Situation, sondern zus&auml;tzlich die H&auml;ufigkeit der Erfahrung durch die betroffene Person einbeziehen (Vertommen et al., 2016). Auf diese Weise wird eine Situation sexueller Bel&auml;stigung (wie z.B. sexuell anz&uuml;gliche Bemerkungen), die bei einmaligem Vorkommen als leichte Form eingestuft wird, als moderate oder sogar schwere Form sexualisierter Gewalt gesehen, wenn eine Person sie h&auml;ufiger oder sogar dauerhaft erdulden muss. Unter <i>leichte sexualisierte Gewalt <\/i>fallen demnach Ereignisse wie anz&uuml;gliche Blicke, sexistische Witze oder auch Nachrichten in sozialen Medien mit sexuellem Inhalt, wenn diese einmalig (nicht &ouml;fter) stattfinden. Unter <i>moderater sexualisierter Gewalt <\/i>werden die gleichen Ereignisse eingestuft, wenn sie zwei bis viermal stattgefunden haben. Zus&auml;tzlich z&auml;hlt zu dieser Kategorie grenzverletzendes Verhalten wie Massagen, Ber&uuml;hrungen oder das Eindringen in die Intimsph&auml;re, wenn diese Ereignisse von den Betroffenen als unangenehm empfunden werden und einmalig passieren. Finden die bisher genannten Ereignisse jedoch h&auml;ufiger oder sogar regelm&auml;&szlig;ig statt, so z&auml;hlen sie zu <i>schwerer sexualisierter Gewalt<\/i>. Weiterhin fallen in diese letztgenannte Kategorie auch die in der Regel unter sexuellem Missbrauch subsumierten Verhaltensweisen wie erzwungene K&uuml;sse sowie versuchter oder erfolgter Sex gegen den eigenen Willen. Insgesamt ist bei dieser Abstufung zu ber&uuml;cksichtigen, dass auch sogenannte leichte Formen der sexualisierten Gewalt die Betroffenen subjektiv stark belasten k&ouml;nnen und gegebenenfalls Vorstufen von schweren &Uuml;bergriffen sind.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"spezielle-risikofaktoren-des-sports\">Spezielle Risiko&shy;fak&shy;toren des Sports<\/span><\/h2>\n<p>Als Bedingungen f&uuml;r die Entstehung von sexualisierter Gewalt im Sport werden h&auml;ufig sowohl die sozialen Strukturen des Sports angef&uuml;hrt, z.B. ungleiche Geschlechterverh&auml;ltnisse, die starke K&ouml;rperlichkeit des Sports, die Erfolgsausrichtung und Sozialisation in einer Risikokultur[1], enge Abh&auml;ngigkeitsverh&auml;ltnisse zwischen Trainer_innen und Athlet_innen im Leistungssport, als auch sportspezifische Situationen und Gelegenheiten, wie Umkleide- und Duschsituationen oder Kleidungsvorschriften und deren Kontrolle (Klein &amp; Palzkill, 1998; Rulofs, 2015). Eine besondere Schwierigkeit stellt die Situation zwischen Trainer_in und Athlet_in dar, die von Abh&auml;ngigkeiten und einem Machtgef&auml;lle gekennzeichnet sein kann. Sie bergen besondere Risiken f&uuml;r Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt. Dabei sind auch die Geschlechter- und Generationenverh&auml;ltnisse relevant. Trainer- und F&uuml;hrungspositionen im Sport sind &uuml;berwiegend von M&auml;nnern besetzt; das Alters- und Kompetenzgef&auml;lle zwischen heranwachsenden Sportler_innen und erwachsenen Betreuer_innen beinhaltet potentielle Gef&auml;hrdungen f&uuml;r Ausbeutung und Gewalt, insbesondere wenn junge Sportler_innen dem Ziel des sportlichen Erfolgs alles unterordnen und dieses gemeinsam mit dem Trainer bzw. der Trainerin erreichen m&ouml;chten (Brackenridge, 2001).<\/p>\n<p>Verschiedene Studien im Sport benennen zudem einige Personengruppen, die ein erh&ouml;htes Risiko besitzen, sexualisierte Gewalt zu erleben. So sind in der Regel Frauen und M&auml;dchen deutlich h&auml;ufiger von sexualisierter Gewalt betroffen als M&auml;nner bzw. Jungen. Weiterhin sind auch Sportler_innen mit homosexueller oder bisexueller Orientierung h&auml;ufiger Opfer von &Uuml;bergriffen als heterosexuelle Athlet_innen. Andere Personenmerkmale, die international als Risikofaktor f&uuml;r sexualisierte Gewalt gelten, sind das Vorliegen einer Behinderung (sowohl k&ouml;rperlicher als auch geistiger Art) oder auch ein Migrationshintergrund (Ohlert et al., 2018).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"der-grooming-prozess-im-sport\">Der &bdquo;Grooming&ldquo;-Prozess im Sport<\/span><\/h2>\n<p>Um Ereignissen sexualisierter Gewalt im Sport intensiver auf den Grund zu gehen, entwickelten Cense und Brackenridge (2001) auf Basis eines generellen Modells von Finkelhor (1984) sowie damals vorhandener empirischer Daten ein theoretisches Modell zum Ablauf eines Ereignisses schwerer sexualisierter Gewalt im Sport (siehe Abbildung 1).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" border=\"1\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/ohlert1.jpg\" width=\"380\" height=\"462\" alt=\"\"><\/p>\n<p>Abbildung 1: Modell der zeitlichen Entwicklung sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen im Sport (adaptiert nach Cense &amp; Brackenridge, 2001).<\/p>\n<p>So gehen die Autorinnen von verschiedenen Phasen im Ablauf aus, beginnend zun&auml;chst mit der Motivation der T&auml;terin bzw. des T&auml;ters und dem anschlie&szlig;enden &Uuml;berwinden der pers&ouml;nlichen Hemmungen sowie der allgemeinen externen Barrieren aufgrund der Kultur und Strukturen in der jeweiligen Sportart. Anschlie&szlig;end erfolgt die Auswahl einer Zielperson, bei welcher zun&auml;chst ggf. spezifische Barrieren (z.B. die Einbindung der Person in ein Team) umgangen werden m&uuml;ssen, um schlie&szlig;lich mit dem so genannten Grooming-Prozess zu beginnen. Grooming ist dadurch charakterisiert, dass die T&auml;terin bzw. der T&auml;ter zun&auml;chst im Laufe der Zeit bei der Zielperson eine Abh&auml;ngigkeit von der eigenen Person erzeugt, so dass eine Trennung unangenehme sportliche Konsequenzen f&uuml;r die Sportlerin bzw. den Sportler h&auml;tte. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass ein Aufstieg in eine h&ouml;here Leistungsstufe in Aussicht gestellt oder tats&auml;chlich umgesetzt wird, welcher abh&auml;ngig von der Person der T&auml;terin bzw. des T&auml;ters ist. Anschlie&szlig;end wird der Kontakt immer pers&ouml;nlicher, auch indem z.B. Gef&auml;lligkeiten gew&auml;hrt werden, die anderen Athlet_innen nicht zugestanden werden. Diese zun&auml;chst &#8222;unauff&auml;lligen&#8220; Situationen (z.B. Einzeltrainings oder auch Nachhilfe bei Schulproblemen) werden im Laufe der Zeit vermehrt in den privaten Bereich verschoben, w&auml;hrend gleichzeitig nach und nach auch die k&ouml;rperliche N&auml;he forciert wird. Ziel ist hier, dass die Athletin bzw. der Athlet durch die graduellen Verschiebungen den Punkt verpasst, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen. Erst nach dieser Phase erfolgt der eigentliche Missbrauch, der h&auml;ufig mehrere Jahre andauern kann (wie lange h&auml;ngt sowohl von den beteiligten Personen ab als auch von Dritten, die den Missbrauch unter Umst&auml;nden irgendwann bemerken). Im letzten Schritt des Modells sucht sich die T&auml;terin bzw. der T&auml;ter nach dem Ende des Missbrauchs in der Regel eine neue Zielperson. Falls er\/sie eine Art Beziehung zur ehemaligen Zielperson aufrecht erh&auml;lt, kann es zudem passieren, dass weitere Bel&auml;stigungen oder Bedrohungen erfolgen, auch wenn die eigentliche Missbrauchsphase bereits abgeschlossen ist.<\/p>\n<p>Bei der Anwendung des Modells sollte beachtet werden, dass dieses vor allem aufgrund qualitativer Daten entstanden ist und noch nicht quantitativ empirisch &uuml;berpr&uuml;ft wurde. Dennoch baut es auf einer Vielzahl von Studien auf, die sich im Detail mit dem Prozess des sexuellen Missbrauchs besch&auml;ftigt haben, und bildet daher wesentliche inhaltliche Aspekte sehr gut ab. Es sollte jedoch auch bedacht werden, dass sich das Modell mit schweren Formen sexualisierter Gewalt besch&auml;ftigt. F&uuml;r leichte oder moderate Formen finden sich m&ouml;glicherweise andere Einflussfaktoren. Es ist allerdings auch denkbar, dass diese leichten Formen sexualisierter Gewalt Teil des oben genannten Grooming-Prozesses sind und nicht getrennt betrachtet werden sollten, da sie irgendwann in schwerer sexualisierter Gewalt m&uuml;nden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"studienlage-zu-sexualisierter-gewalt-im-sport\">Studienlage zu sexua&shy;li&shy;sierter Gewalt im Sport<\/span><\/h2>\n<p>Im internationalen Raum liegen verschiedene empirische Studien vor, die je nach Definition und Sportkontext unterschiedliche Pr&auml;valenzraten sexualisierter Gewalt im Sport ermitteln. In einer Zusammenfassung der verschiedenen Studien kommt Fasting (2012) zu dem Ergebnis, dass die Pr&auml;valenz bei einer weiten Definition im Sinne von sexueller Bel&auml;stigung zwischen 14% und 73% variiert und bei einer engen Definition (ausschlie&szlig;lich sexuelle &Uuml;bergriffe mit K&ouml;rperkontakt) zwischen 2% und 22% liegt. Die erheblichen Spannweiten in den Daten verweisen auf das grunds&auml;tzliche Problem der Vergleichbarkeit der Untersuchungen. Zudem sind die Ergebnisse aufgrund unterschiedlicher Strukturen der Sportsysteme nicht unmittelbar auf Deutschland &uuml;bertragbar.<\/p>\n<p>In Deutschland generierten Klein und Palzkill (1998) auf der Basis von qualitativen Interviews erste Einsichten zu sexualisierter Gewalt im Sport, wobei sie den Fokus auf Gewalt gegen M&auml;dchen und Frauen richteten. Erst in den Jahren 2013 bis 2015 wurden im Rahmen der Studie &raquo;Safe Sport&laquo; erstmals differenzierte Zahlen zu sexualisierter Gewalt im organisierten Sport in Deutschland erhoben (Allroggen et al., 2016; Ohlert et al., 2017; Ohlert et al., 2018). Insgesamt 1.529 Kaderathlet_innen[2] ab 16 Jahren nahmen an einer umfangreichen Online-Befragung teil. Die Teilnehmenden stammten aus 128 verschiedenen Sportarten, die 57 Sportverb&auml;nden zugeordnet werden konnten.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen, dass insgesamt mehr als ein Drittel (37,6%) der Befragten einmal oder h&auml;ufiger im Leben eine Situation sexualisierter Gewalt im Sport erlebt hatten; bei 11,2% war es sogar schwere sexualisierte Gewalt (nach der oben beschriebenen Definition; siehe Abbildung 2).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" border=\"1\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Ohlert_Abbildung2.jpg\" width=\"380\" height=\"196\" alt=\"\"><\/p>\n<p>Abbildung 2: Pr&auml;valenz sexualisierter Gewalt im Sport unterteilt nach den verschiedenen Schweregraden.<\/p>\n<p>&Auml;hnlich wie in anderen Studien konnten auch bei &raquo;Safe Sport&laquo; Geschlechtsunterschiede gefunden werden (48% der Athletinnen und 23% der Athleten haben Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt); Sportler_innen mit nicht heterosexueller Orientierung waren h&auml;ufiger von sexualisierter Gewalt betroffen als Athlet_innen, die sich selbst als heterosexuell bezeichneten. Weitere, in anderen Studien h&auml;ufig nachgewiesene Unterschiede zwischen verschiedenen Subgruppen von Athlet_innen konnten jedoch nicht nachgewiesen werden. So zeigte sich weder ein erh&ouml;htes Risiko f&uuml;r Kadersport-Athlet_innen mit Migrationshintergrund noch f&uuml;r Kadersportler_innen mit k&ouml;rperlicher Behinderung (Menschen mit geistiger Behinderung wurden nicht befragt). Auch zwischen verschiedenen Alters-, Kader- oder Sportartengruppen ergaben sich keine Unterschiede in der Pr&auml;valenz sexualisierter Gewalt. Hervorzuheben ist, dass zwei Drittel aller Betroffenen bei der ersten Gewalterfahrung noch nicht erwachsen waren, und somit in einer Altersphase mit sexualisierter Gewalt konfrontiert wurden, in der Schutz und gesunde Entwicklungsbedingungen hoch bedeutsam sind (Allroggen et al., 2016).<\/p>\n<p>Sexualisierte Gewalt tritt aber nicht als isoliertes Ph&auml;nomen auf, sondern ist vielfach mit k&ouml;rperlicher und\/oder emotionaler Gewalt verbunden. Mit k&ouml;rperlicher Gewalt sind dabei in der &raquo;Safe Sport&laquo;-Studie Handlungen gemeint wie jemanden zu sch&uuml;tteln, zu schlagen oder zu w&uuml;rgen (und zwar au&szlig;erhalb des sportlichen Vollzugs). Emotionale Gewalt beinhaltet Handlungen von Mobbing &uuml;ber Erniedrigungen bis hin zur Androhung von k&ouml;rperlicher Gewalt. Auch f&uuml;r die in Deutschland befragten Kaderathlet_innen zeigte sich, dass lediglich 2% der Personen, die von sexualisierter Gewalt berichteten, ausschlie&szlig;lich dieser ausgesetzt waren (s. Abbildung 3). Mehr als die H&auml;lfte der Betroffenen (54%) erfuhr neben der sexualisierten Gewalt auch emotionale Gewalt in irgendeiner Form, und 43% berichteten, alle drei Gewaltformen mindestens einmal in ihrem Leben im Sportkontext erfahren zu haben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" border=\"1\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Ohlert_Abbildung3.jpg\" width=\"380\" height=\"119\" alt=\"\"><\/p>\n<p>Abbildung 3: &Uuml;berschneidung der Erfahrungen sexualisierter Gewalt mit Erfahrungen zu anderen Gewaltformen innerhalb des Sports.<\/p>\n<p>In vielen Studien zu sexualisierter Gewalt und auch im Modell von Cense und Brackenridge stehen m&auml;nnliche Personen, insbesondere die Trainer als T&auml;ter im Fokus. Auch bei &raquo;Safe Sport&laquo; waren es ausschlie&szlig;lich m&auml;nnliche, erwachsene Personen, die als T&auml;ter bei <i>schwerer<\/i> sexualisierter Gewalt angegeben wurden. Dennoch legen die Studienergebnisse auch nahe, dass die T&auml;ter_innen etwas differenzierter betrachtet werden sollten: So waren bei <i>leichter <\/i>sexualisierter Gewalt auch 14% T&auml;terinnen zu identifizieren, zudem handelte es sich bei fast zwei Dritteln (60%) um andere Sportler_innen, bei 30% um jugendliche T&auml;ter_innen und in 49% der F&auml;lle war eine ganze Gruppe beteiligt (keine Einzelperson). Verantwortliche erwachsene Personen (Trainer_in, Betreuer_in, Physiotherapeut_in etc.) waren jedoch auch zu 20% f&uuml;r leichte sexualisierte Gewalt verantwortlich. Bei <i>schwerer<\/i> sexualisierter Gewalt hingegen waren in der Studie alle T&auml;ter erwachsen und m&auml;nnlich, allerdings handelte es sich bei 11% auch um einen anderen Sportler, und bei 21% nicht um eine direkt betreuende Person, sondern eine andere Person aus dem gleichen Verein. Demnach sollte in Pr&auml;ventionsprogrammen auch die Gruppe der gleichaltrigen Sportler_innen ber&uuml;cksichtigt werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"folgen-sexualisierter-gewalt\">Folgen sexua&shy;li&shy;sierter Gewalt<\/span><\/h2>\n<p>Das Erleben sexualisierter Gewalt, insbesondere in der Kindheit, hat Folgen f&uuml;r die betroffenen Personen. In mehreren Studien konnten vor allem psychische Konsequenzen wie ein erh&ouml;htes Depressionsrisiko, &Auml;ngste, psychotische St&ouml;rungen, Dissoziation, soziale Anpassungsprobleme und Pers&ouml;nlichkeitsst&ouml;rungen nachgewiesen werden, aber auch Folgen wie Essst&ouml;rungen, Substanzmissbrauch und risikoreiches Sexualverhalten (Maniglio, 2009). In der Studie &raquo;Safe Sport&laquo; zeigte sich, dass auch vermeintlich &#8222;leichte&#8220; Formen sexualisierter Gewalt durchaus Folgen haben k&ouml;nnen: So gaben immerhin 10% der befragten Athlet_innen, die leichte sexualisierte Gewalt erlebt hatten, an, dass sie aufgrund des Ereignisses unter psychischen Beschwerden litten, 2% sogar l&auml;nger als sechs Monate. Bei schwerer sexualisierter Gewalt waren diese Zahlen entsprechend h&ouml;her mit 53% f&uuml;r psychische Beschwerden (bei 32% l&auml;nger als sechs Monate). Insgesamt 11% der Betroffenen hatten aufgrund der Erfahrungen eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch genommen (Allroggen et al., 2016).<\/p>\n<p>Neben den pers&ouml;nlichen Konsequenzen f&uuml;r die Betroffenen sollte zudem im Sportsystem nicht au&szlig;er Acht gelassen werden, dass sexualisierte Gewalt auch Folgen f&uuml;r Vereine und Verb&auml;nde haben kann: In der Befragung der Kaderathlet_innen berichteten 5% der Betroffenen sexualisierter Gewalt von einem Wechsel der Trainingsgruppe, 4% von einem Vereinswechsel, und 1% von einem Wechsel der Sportart, zudem einige Athleten von reduzierter Motivation f&uuml;r den Sport. Hierbei sollte bedacht werden, dass die Dunkelziffer sicherlich deutlich h&ouml;her ist, denn diejenigen, die aufgrund der Ereignisse mit ihrem Sport komplett aufh&ouml;ren, konnten in dieser Befragung gar nicht erfasst werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"praevention-sexualisierter-gewalt\">Pr&auml;vention sexua&shy;li&shy;sierter Gewalt<\/span><\/h2>\n<p>Zur Pr&auml;vention sexualisierter Gewalt wurden seit 2010 Netzwerke im Sport und auch au&szlig;erhalb des Sports aufgebaut, die Angebote f&uuml;r Vereine zur Verf&uuml;gung stellen. Der Status Quo der Pr&auml;ventionsarbeit im organisierten Sport wurde im Projekt &raquo;Safe Sport&laquo; ebenfalls durch Befragungen &ndash; sowohl auf der Ebene der Verb&auml;nde als auch der Vereine &ndash; erhoben. Als wesentlicher Motor in der Entwicklung des Kinderschutzes und der Pr&auml;vention sexualisierter Gewalt k&ouml;nnen neben der Deutschen Sportjugend (dsj) im DOSB vor allem die Landessportb&uuml;nde und ihre Sportjugenden bezeichnet werden. So haben z.B. alle Landessportb&uuml;nde eine_n Beauftragte_n f&uuml;r das Thema benannt und fast alle die Thematik in Qualifizierungsma&szlig;nahmen eingebunden. Im Vergleich dazu ist f&uuml;r die nationalen Spitzenverb&auml;nde (zust&auml;ndig f&uuml;r den Wettkampf- und Leistungssport in einzelnen Sportarten) noch ein Nachholbedarf zu konstatieren (Rulofs et al., 2016). Es wurde bereits eine Vielzahl an Materialien entwickelt, die von Vereinen und Verb&auml;nden genutzt werden k&ouml;nnen und die &uuml;ber die jeweiligen Homepages abrufbar sind.[3] Alle diese Ans&auml;tze zielen darauf ab, das Thema sexualisierte Gewalt in den Vereinen und Organisationen zu enttabuisieren und den betreuenden Personen Handlungssicherheit durch Wissensaufbau und formale Regeln zu geben, w&auml;hrend gleichzeitig eine St&auml;rkung der Athlet_innen erfolgt, damit diesen im Falle eines &Uuml;bergriffs oder einer Grenz&uuml;berschreitung das Gef&uuml;hl der Hilflosigkeit genommen wird. Insbesondere durch klare Umgangsregeln, Ethik-Codes und die Vorlage erweiterter F&uuml;hrungszeugnisse soll potentiellen T&auml;ter_innen signalisiert werden, dass im jeweiligen Verein eine &#8222;Kultur des Hinsehens&#8220; praktiziert wird, die alle Personen sch&uuml;tzt. Gleichzeitig werden auf diese Weise Trainer_innen vor falschen Vorw&uuml;rfen gesch&uuml;tzt.<\/p>\n<p>Die Erhebungen im Projekt &raquo;Safe Sport&laquo; zeigen jedoch, dass die von den Verb&auml;nden entwickelten Pr&auml;ventionsma&szlig;nahmen noch zu selten die Ebene der Vereine an der Basis des Sports erreichen. Nur gut ein Drittel der Vereine in Deutschland gibt z.B. an, sich aktiv gegen sexualisierte Gewalt im Sport einzusetzen. Dagegen ist beispielsweise in ca. einem Drittel der Vereine keine einzige spezifische Ma&szlig;nahme zur Pr&auml;vention sexualisierter Gewalt implementiert. Eine Selbstverpflichtung oder ein Ethik-Code wird in 31% der Vereine von Trainer_innen unterschrieben; 29% der Vereine haben verbindliche Regeln f&uuml;r den Umgang mit Kindern und Jugendlichen definiert; 26% der Vereine verlangen ein F&uuml;hrungszeugnis von Mitarbeitenden und regelm&auml;&szlig;ige Schulungen zur Pr&auml;vention sexualisierter Gewalt werden nur in 9% der Vereine durchgef&uuml;hrt (Hartmann-Tews et al., 2016). Diese noch relativ schwach ausgepr&auml;gte Pr&auml;ventionsstruktur in den Sportvereinen ist angesichts der Ergebnisse der Kaderathlet_innen-Befragung umso bedenklicher, denn sexualisierte Gewalterfahrungen machen Athlet_innen am h&auml;ufigsten im Kontext des Vereins (deutlich seltener im Olympiast&uuml;tzpunkt, Sportinternat etc.; Allroggen et al., 2016).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"aktuelle-entwicklungen-im-sportsystem-in-deutschland\">Aktuelle Entwick&shy;lungen im Sportsystem in Deutschland<\/span><\/h2>\n<p>Die Ergebnisse der Studie &raquo;Safe Sport&laquo; wurden bundesweit im organisierten Sport, aber auch in der Presse mit vergleichsweise gro&szlig;em Interesse aufgenommen und dienten bereits als Anlass, erste Ma&szlig;nahmen abzuleiten. Zun&auml;chst wurden f&uuml;r die verschiedenen Organisationstypen des Sports in Deutschland spezifische Handlungsempfehlungen entwickelt: f&uuml;r die Landessportverb&auml;nde, Spitzenverb&auml;nde, Verb&auml;nde mit besonderen Aufgaben, Sportvereine und das Verbundsystem Nachwuchsleistungssport (hierzu geh&ouml;ren die Sportinternate, Nachwuchsleistungszentren, Eliteschulen des Sports sowie die Olympiast&uuml;tzpunkte). Diese Handlungsempfehlungen wurden an die Mitgliedsorganisationen des DOSB und der dsj weitergegeben und sollen dort als Grundlage f&uuml;r die Initiierung von Ma&szlig;nahmen gegen sexualisierte Gewalt dienen.<\/p>\n<p>Weiterhin konnte aufgrund der &raquo;Safe Sport&laquo;-Ergebnisse erreicht werden, dass das Thema sexualisierte Gewalt Eingang fand in das Attribute-System der Potentialanalyse-Kommission des DOSB. Diese Kommission wird laut aktueller Planungen daf&uuml;r zust&auml;ndig sein, das von der Bundesregierung f&uuml;r alle leistungssportlich orientierten Sportverb&auml;nde zur Verf&uuml;gung gestellte F&ouml;rdergeld auf die Verb&auml;nde zu verteilen. Hierzu wird ein so genanntes Potentialanalysesystem (PotAS) verwendet, innerhalb welchem verschiedene verbandsbezogene Aspekte bewertet werden, um das Potential des jeweiligen Verbandes einzusch&auml;tzen, zuk&uuml;nftig bei internationalen gro&szlig;en Wettk&auml;mpfen (insbes. Olympischen Spielen) erfolgreich zu sein (PotAS Kommission, 2018). Indem die Pr&auml;vention sexualisierter Gewalt explizit als Attribut in das System aufgenommen wurde, erhalten Sportverb&auml;nde, welche eine_n Ansprechpartner_in zum Thema sexualisierte Gewalt und ein Pr&auml;ventionskonzept sowie einen Verhaltenscodex vorweisen k&ouml;nnen, zuk&uuml;nftig voraussichtlich mehr F&ouml;rdergelder als Verb&auml;nde, die diese Ma&szlig;nahmen noch nicht ergriffen haben. Dies kann als gro&szlig;er Erfolg bezeichnet werden, denn hierdurch bekommen die leistungsorientiert arbeitenden Sportverb&auml;nde einen finanziellen Anreiz, sich mit dem Schutz vor sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Aus Sicht des Breitensports w&auml;re jedoch als wichtige weitere Grundlage zur Pr&auml;vention sexualisierter Gewalt eine Studie notwendig, welche belastbare Zahlen liefern kann zur Pr&auml;valenz sexualisierter Gewalt in denjenigen Sportvereinen, die <i>&uuml;berwiegend breitensportlich <\/i>orientiert sind, denn die Ergebnisse der Athlet_innenbefragung aus &raquo;Safe Sport&laquo; sind lediglich aussagekr&auml;ftig f&uuml;r den Wettkampf- und Leistungssport und k&ouml;nnen nicht ohne weiteres auf den Breitensport &uuml;bertragen werden. Da jedoch eine hohe Zahl der Kinder und Jugendlichen ihren Sport auf Breitensportniveau und in kleinen, rein ehrenamtlich gef&uuml;hrten Vereinen treiben, w&auml;re eine solche Studie sehr wichtig f&uuml;r Erkenntnisse dar&uuml;ber, ob und inwiefern der Schutz junger Menschen vor Gewalterfahrungen im Breitensport angemessen entwickelt ist.<\/p>\n<p><b>JEANNINE OHLERT<\/b><i>&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1975, Dipl.-Psych., Dr. phil, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule K&ouml;ln sowie an der Klinik f&uuml;r Kinder- und Jugendpsychiatrie\/Psychotherapie des Universit&auml;tsklinikum Ulm; aktuelle Forschungsfelder sind das Thema sexualisierte Gewalt im Sport, die Pers&ouml;nlichkeitsentwicklung junger Athlet_innen sowie Gruppenprozesse in Sportmannschaften.<\/i><\/p>\n<p><b>BETTINA RULOFS&nbsp;<\/b><i>&nbsp; Jahrgang 1971, Dipl.-Sportlehrerin, Dr. sportwiss., Akademische Oberr&auml;tin am Institut f&uuml;r Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule K&ouml;ln; aktuelle Forschungsfelder sind Kinderschutz und die Pr&auml;vention sexualisierter Gewalt, soziale Konstruktion von Geschlecht im Sport, Management von Diversit&auml;t im organisierten Sport, F&ouml;rderung von Inklusion im Schulsport.<\/i><\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h2>\n<p>Allroggen, M., Ohlert, J., Gramm, C. &amp; Rau, T. (2016). Erfahrungen sexualisierter Gewalt von Kaderathlet\/-innen. In B. Rulofs (Hrsg.), <i>&#8222;Safe Sport&#8220; &ndash; Schutz von Kindern und Jugendlichen im organisierten Sport in Deutschland: Erste Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Analyse von H&auml;ufigkeiten, Formen, Pr&auml;ventions- und Interventionsma&szlig;nahmen bei sexualisierter Gewalt.<\/i> K&ouml;ln: Deutsche Sporthochschule K&ouml;ln, S.&nbsp;9&ndash;12.<\/p>\n<p>Brackenridge, C. (2001). <i>Spoilsports. Understanding and preventing sexual exploitation in sport.<\/i> London: Routledge.<\/p>\n<p>Cense, M. &amp; Brackenridge, C. (2001). Temporal and developmental risk factors for sexual harassment and abuse in sport. <i>European Physical Education Review<\/i>, 7 (1), S. 61&ndash;79.<\/p>\n<p>Fasting, K. (2012). <i>What do we know about sexual harassment and abuse in sport in Europe?<\/i> Vortrag bei der Europ&auml;ischen Konferenz &#8222;Safer, better, stronger! Prevention of sexual harassment and abuse in sport&#8220;, Berlin.<\/p>\n<p>Finkelhor, D. (1984). <i>Child sexual abuse. New theory and research.<\/i> New York: Free Press.<\/p>\n<p>Hartmann-Tews, I., Rulofs, B., Feiler, S. &amp; Breuer, C. (2016). Zur Situation der Pr&auml;vention und Intervention in Sportvereinen. In B. Rulofs (Hrsg.), <i>&#8222;Safe Sport&#8220; &ndash; Schutz von Kindern und Jugendlichen im organisierten Sport in Deutschland: Erste Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Analyse von H&auml;ufigkeiten, Formen, Pr&auml;ventions- und Interventionsma&szlig;nahmen bei sexualisierter Gewalt. <\/i>K&ouml;ln: Deutsche Sporthochschule K&ouml;ln, S.&nbsp;18&ndash;21.<\/p>\n<p>Klein, M. &amp; Palzkill, B. (1998). <i>Gewalt gegen M&auml;dchen und Frauen im Sport. Pilotstudie im Auftrag des Ministeriums f&uuml;r Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen.<\/i> D&uuml;sseldorf: Ministerium f&uuml;r Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen.<\/p>\n<p>Maniglio, R. (2009). The impact of child sexual abuse on health. <i>A systematic review of reviews. Clinical psychology review<\/i>, 29 (7), S. 647&ndash;657. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.cpr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.cpr<\/a>. 2009.08.003<\/p>\n<p>Ohlert, J., Rau, T., Rulofs, B. &amp; Allroggen, M. (2017). Pr&auml;valenz und Charakteristika sexualisierter Gewalt im Spitzensport in Deutschland. <i>Leistungssport<\/i>, 47 (3), S. 44&ndash;47.<\/p>\n<p>Ohlert, J., Seidler, C., Rau, T., Rulofs, B. &amp; Allroggen, M. (2018). Sexual violence in organized sport in Germany. <i>German Journal of Exercise and Sport Research<\/i>, 48 (1), S.&nbsp;59-68. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s12662-017-0485-9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/s12662-017-0485-9<\/a><\/p>\n<p>PotAS Kommission. (2018). <i>Attributesystem<\/i>. Zugriff am 21.03.2018. Verf&uuml;gbar unter <a href=\"https:\/\/www.potas.de\/files\/Attributesystem.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.potas.de\/files\/Attributesystem.pdf<\/a><\/p>\n<p>Rulofs, B. (2015). Sexualisierte Gewalt. In W. Schmidt, N. Neuber, T. Rauschenbach, H.-P. Brandl-Bredenbeck, J. S&uuml;&szlig;enbach &amp; C. Breuer (Hrsg.), <i>Dritter Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht<\/i>. Schorndorf: Hofmann, S.&nbsp;370&ndash;392.<\/p>\n<p>Rulofs, B., Wagner, I. &amp; Hartmann-Tews, I. (2016). Zur Situation der Pr&auml;vention und Intervention in den Mitgliedsorganisationen des DOSB\/der dsj. In B. Rulofs (Hrsg.), &#8222;<i>Safe Sport&#8220; &ndash; Schutz von Kindern und Jugendlichen im organisierten Sport in Deutschland: Erste Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Analyse von H&auml;ufigkeiten, Formen, Pr&auml;ventions- und Interventionsma&szlig;nahmen bei sexualisierter Gewalt <\/i>(S.&nbsp;13&ndash;17). K&ouml;ln: Deutsche Sporthochschule K&ouml;ln.<\/p>\n<p>Thiel, A., Mayer, J. &amp; Digel, H. (2010). <i>Gesundheit im Spitzensport &ndash; Eine sozialwissenschaftliche Analyse.<\/i> Schorndorf: Hofmann.<\/p>\n<p>Vertommen, T., Schipper-van Veldhoven, N., Wouters, K., Kampen, J. K., Brackenridge, C. H., Rhind, D. J. A. et al. (2016). Interpersonal violence against children in sport in the Netherlands and Belgium. <i>Child Abuse &amp; Neglect<\/i>, 51, S. 223&ndash;236. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.chiabu.2015.10.006\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.chiabu.2015.10.006<\/a><\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h2>\n<p>(1) Die Sozialisation in einer Risikokultur basiert darauf, dass Athlet_innen in ihrem Sport h&auml;ufig an ihre Grenzen und zum Teil dar&uuml;ber hinaus gehen m&uuml;ssen, um ihre Leistungsf&auml;higkeit zu erweitern. Hierdurch entsteht das Risiko, dass eigene Grenzen von den Sportler_innen gar nicht mehr erkannt werden Thiel, Mayer und Digel (2010).<\/p>\n<p>(2) Als Kaderathlet_innen gelten alle Sportler_innen, die aufgrund ihrer Leistungen in der eigenen Sportart f&uuml;r eine Auswahlmannschaft ihres Bundeslandes (D\/C- bzw. D-Kader) oder f&uuml;r das deutsche Nationalteam (B- bzw. A-Kader) nominiert wurden.<\/p>\n<p>(3) Materialien der dsj unter <a href=\"http:\/\/www.dsj.de\/kinderschutz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.dsj.de\/kinderschutz<\/a>; Materialien des LSB NRW unter <a href=\"http:\/\/www.lsb.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.lsb.nrw\/<\/a> unsere-themen\/gegen-sexualisierte-gewalt-im-sport<\/p>\n","protected":false},"featured_media":15059,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1530,1529],"publikationen":[880],"class_list":["post-8591","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-bettina-rulofs","autoren-jeannine-ohlert","publikationen-880"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Sport - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/223\/publikation\/sexualisierte-gewalt-gegen-kinder-und-jugendliche-im-sport-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Sport - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"in: vorg&auml;nge Nr. 223 (3\/2018), S. 93-104 In der sogenannten &#8222;M&uuml;nchener Erkl&auml;rung&#8220; verpflichten sich die Mitgliedsorganisationen des Deutschen Olympischen Sportbundes, Ma&szlig;nahmen gegen sexualisierte Gewalt im Sport zu ergreifen. 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