{"id":8757,"date":"2018-05-15T12:30:00","date_gmt":"2018-05-15T10:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/antraege-an-die-mitgliederversammlung-2018\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:46","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:46","slug":"antraege-an-die-mitgliederversammlung-2018","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/236\/publikation\/antraege-an-die-mitgliederversammlung-2018\/","title":{"rendered":"Antr\u00e4ge an die Mitgliederversammlung 2018"},"content":{"rendered":"<p>in: HU-Mitteilungen Nr. 236 (2\/2018), S. 4-7<\/p>\n<p>(Red.) Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe der Mitteilungen lagen vier Antr&auml;ge an die Mitgliederversammlung vor. Weitere Antr&auml;ge (sofern sie sich nicht auf Satzungs&auml;nderungen beziehen) k&ouml;nnen noch bis zum Beginn der Versammlung eingereicht werden.<\/p>\n<h5><span id=\"antrag-1-satzungsaenderung\">Antrag 1: Satzungs&shy;&auml;n&shy;de&shy;rung<\/span><\/h5>\n<p>Die Mitgliederversammlung beschlie&szlig;t folgende &Auml;nderung der Vereinssatzung:<\/p>\n<p>In &sect;&nbsp;11 wird ein neuer Absatz 3 eingef&uuml;gt:<\/p>\n<p>&#8222;<i>Die Vorstandsmitglieder sind grunds&auml;tzlich ehrenamtlich t&auml;tig. Sofern Mitglieder des Bundesvorstands oder der Vorst&auml;nde von Landes-, Regional- oder Ortsverb&auml;nden f&uuml;r die Vorbereitung und Durchf&uuml;hrung von Rechtsschutzverfahren t&auml;tig werden, k&ouml;nnen sie auf der Grundlage eines Honorarvertrages eine ihrem Arbeitsaufwand entsprechende angemessene Verg&uuml;tung erhalten. Der Bundesvorstand ist erm&auml;chtigt, entsprechende Honorarvertr&auml;ge abzuschlie&szlig;en; er ist insoweit von der Anwendung des &sect;&nbsp;181 BGB befreit. Der Abschluss solcher Vertr&auml;ge ist der darauffolgenden Mitgliederversammlung zur Kenntnis zu geben.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Die Nummerierung der weiteren Abs&auml;tzen wird entsprechend angepasst.<\/p>\n<p><b>Begr&uuml;ndung:<\/b><\/p>\n<p>Die Bezahlung von Vorstandsmitglieder gemeinn&uuml;tziger Vereine ist nur dann zul&auml;ssig, wenn sie in der Vereinssatzung explizit geregelt ist. Das gilt f&uuml;r alle Zahlungen, die &uuml;ber eine reine Erstattung tats&auml;chlich angefallener Kosten im Rahmen der Vereinst&auml;tigkeit (etwa: Fahrtkosten) hinaus geht. Mit der vorgeschlagenen Satzungs&auml;nderung soll daf&uuml;r eine Grundlage geschaffen werden. Sie orientiert sich an vergleichbaren Regelungen anderer anerkannter Vereine, w&auml;hlt jedoch eine im Vergleich &#8222;enge&#8220; L&ouml;sung, die folgende Grenzen enth&auml;lt:<\/p>\n<ul>\n<li>sie ist auf einen sachlich begrenzten Bereich der Vereinsarbeit (die Mithilfe bei Rechtsschutzverfahren) beschr&auml;nkt<\/li>\n<li>sie enth&auml;lt weder einer pauschale Aufwandserstattung noch eine Ehrenamtspauschale f&uuml;r Vorstandsmitglieder.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit dieser engen Regelung wird dem besonderen Stellenwert von Rechtsschutzma&szlig;nahmen f&uuml;r die k&uuml;nftige Arbeit der HU Rechnung getragen. Der Bundesvorstand hat sich im vergangenen Jahr intensiv mit der Frage der Arbeitsschwerpunkte und Aktionsformen des Vereins befasst. Daraus entstand der Vorschlag einer st&auml;rkeren Fokussierung auf sogenannte Musterklagen. Er&nbsp;folgt der Einsicht, dass es zahlreiche Themenfelder der HU gibt (etwa: Bioethik, Datenschutz oder Sicherheitsrecht &#8230;) in denen die argumentative Kraft der HU, aber auch der weiteren B&uuml;rgerrechtsbewegung nicht ausreicht, um die Gesetzgeber von offensichtlich unsinnigen bzw. grundrechtsfeindlichen Vorhaben abzubringen bzw. neue Standards zu etablieren &#8211; bei denen aber durchaus die Chance besteht, dies vor Gericht zu erstreiten. Zugleich bieten Musterverfahren die Gelegenheit f&uuml;r eine zielgerichtete &Ouml;ffentlichkeitsarbeit sowie das Einwerben von Spenden.<\/p>\n<p>Deshalb m&ouml;chte der Bundesvorstand Musterklagen als &#8222;Standardinstrument&#8220; in der Vereinsarbeit der HU etablieren. Dieser Vorschlag schlie&szlig;t andere Aktionsformen (etwa: Demonstrationen, Petitionen, Fachveranstaltungen, Publikationen &#8230;) nicht aus; sie sollen jedoch sinnvoll mit den Musterklagen verbunden und nach M&ouml;glichkeit so eingesetzt werden, dass sie die &ouml;ffentliche und politische Wirkung dieser Klagen unterst&uuml;tzen und verst&auml;rken. Die Grundz&uuml;ge dieses Konzepts wurden bereits auf der letzten Mitgliederversammlung vorgestellt.<\/p>\n<p>Unsere Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass solche Musterklagen (vor allem wenn es sich um mehrstufige Verfahren handelt) nicht &#8222;nebenbei&#8220; und allein mit ehrenamtlichen Mitteln zu stemmen sind &#8211; vor allem, wenn dies kontinuierlich und in mehreren Themenbereichen gleichzeitig betrieben werden soll. Daf&uuml;r muss juristischer bzw. technischer Sachverstand eingeworben bzw. eingekauft werden, <br \/>Um das Prinzip der grunds&auml;tzlich ehrenamtlichen Vorstandsarbeit nicht zu gef&auml;hrden, soll die Bezahlung ausdr&uuml;cklich auf jene Leistungen beschr&auml;nkt bleiben, die f&uuml;r Musterverfahren des Vereins erbracht werden. Alle &uuml;brigen T&auml;tigkeiten sind nicht erstattungsf&auml;hig.<\/p>\n<p><i>Antragsteller: Bundesvorstand<\/i><\/p>\n<h5><span id=\"antrag-2-humanistische-union-lehnt-das-berliner-volksbegehren-zur-ton-und-videoueberwachung-an-oeffentlichen-orten-ab\">Antrag 2: Humanis&shy;ti&shy;sche Union lehnt das Berliner Volks&shy;be&shy;gehren zur Ton- und Video&shy;&uuml;ber&shy;wa&shy;chung an &ouml;ffent&shy;li&shy;chen Orten ab <\/span><\/h5>\n<p>Die Humanistische Union lehnt den Gesetzesentwurf des &#8222;Aktionsb&uuml;ndnis f&uuml;r mehr Videoaufkl&auml;rung und Datenschutz&#8220; entschieden ab. Das von der CDU Berlin, der Gewerkschaft der Polizei und der Deutschen Polizeigewerkschaft unterst&uuml;tzte &Uuml;berwachungsb&uuml;ndnis hat in Berlin eine Initiative gestartet, die in einem Volksentscheid enden soll.<\/p>\n<p>In dem Volksentscheid w&uuml;rde &uuml;ber ein Gesetz abgestimmt, das es der Polizei erm&ouml;glichen soll, Menschen an &ouml;ffentlichen Orten mit Bild- und Tonaufnahmen zu &uuml;berwachen. Es handelt sich dabei, laut Gesetzesvorschlag, um Orte, an denen gef&auml;hrdete Objekte sind (wie Denkm&auml;ler und Friedh&ouml;fe); um gef&auml;hrliche Orte, an denen Straftaten verabredet, vorbereitet oder ver&uuml;bt werden k&ouml;nnten; um Orte, an denen gro&szlig;e Menschenansammlungen sind (wie Stra&szlig;enfeste, musikalische und sportliche Gro&szlig;veranstaltungen); und zus&auml;tzlich um gro&szlig;e Fahrradabstellpl&auml;tze. Die Initiative geht davon aus, dass in Berlin 50 Orte so gef&auml;hrlich sind, dass sie kontinuierlich mit 2500 Kameras (und einer nicht genannten Zahl von Mikrophonen) &uuml;berwacht werden m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Diese Bild- und Tonaufnahmen sollen nicht unverz&uuml;glich gel&ouml;scht, sondern einen Monat gespeichert werden. Die Polizei soll immer die modernste Technik und &#8218;intelligente Videoaufkl&auml;rung&#8216; einsetzen. Anstatt anlassbezogener Ma&szlig;nahmen und einer b&uuml;rgernahen Polizei, werden Millionen Unschuldiger unter Generalverdacht gestellt und Computerprogramme, die mittels Algorithmen verd&auml;chtiges von unverd&auml;chtigem Verhalten unterscheiden sollen, sollen die Arbeit der Polizei &uuml;bernehmen. Dabei geht es dem &Uuml;berwachungsb&uuml;ndnis nicht um das Verhindern von Verbrechen, sondern nur um die Aufkl&auml;rung.<\/p>\n<p>Die Humanistische Union lehnt diesen Gesetzesvorschlag entschieden ab. Er ist &uuml;berbordend. Er nimmt keine R&uuml;cksicht auf Grundrechte.<\/p>\n<p>Au&szlig;erdem &uuml;berschreitet er die Gesetzgebungskompetenz des Landes, weil er in erster Linie keine Verbrechen verhindern, sondern nur aufkl&auml;ren will. Die Ma&szlig;nahmen zur Aufkl&auml;rung von Straftaten werden allerdings vom Bund geregelt.<\/p>\n<p>Die Humanistische Union fordert den Senat auf, den Vorschlag des &Uuml;berwachungsb&uuml;ndnis durch den Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin auf seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit pr&uuml;fen zu lassen.<\/p>\n<p>Die Humanistische Union fordert die Regierungsparteien, die SPD, die Linke und B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen, und die anderen im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien auf, den Gesetzesentwurf des &Uuml;berwachungsb&uuml;ndnis entschieden abzulehnen.<\/p>\n<p>Die Humanistische Union begr&uuml;&szlig;t alle Initiativen, die sich gegen dieses Volksbegehren richten. Sie unterst&uuml;tzt ausdr&uuml;cklich die Mitgliedschaft des Landesverbands Berlin-Brandenburg in der Berliner Allianz f&uuml;r Freiheitsrechte und fordert alle auf, den Aufruf zu unterzeichnen: <a href=\"https:\/\/www.baff.berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.baff.berlin\/<\/a>.<\/p>\n<p><i>Antragstellerin: HU Berlin-Brandenburg. <br \/>Bei dem Text handelt es sich um einen Antragsentwurf des Landesvorstands, der auf der Mitgliederversammlung des LV Berlin-Brandenburg am 30. Mai beschlossen werden soll.<\/i><\/p>\n<h5><span id=\"antrag-3-unterstuetzung-der-erklaerung-unsere-antwort-fuer-demokratie-und-menschenrechte\">Antrag 3: Unter&shy;st&uuml;t&shy;zung der Erkl&auml;rung &bdquo;Unsere Antwort f&uuml;r Demokratie und Menschen&shy;rechte&ldquo;<\/span><\/h5>\n<p>Die HU unterst&uuml;tzt die Erkl&auml;rung &#8222;Unsere Antwort f&uuml;r Demokratie und Menschenrechte&#8220; und ruft ihre Mitglieder zur Unterschrift auf. Die Erkl&auml;rung lautet:<\/p>\n<p>&#8222;<i>Die Menschenrechte enden an keiner Grenze dieser Welt. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut in unserem Land Zuflucht suchen, und wenden uns gegen jede Ausgrenzung.<\/i>&#8220; (<a href=\"https:\/\/antwort2018.hirnkost.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/antwort2018.hirnkost.de<\/a>)<\/p>\n<p><b>Begr&uuml;ndung:<\/b><\/p>\n<p>Die sogenannte &raquo;Erkl&auml;rung 2018&laquo; die u.a. von Henryk M. Broder, Uwe Tellkamp, Thilo Sarrazin, Vera Lengsfeld, Eva Hermann (erst-)unterzeichnet wurde, unterstellt illegale Masseneinwanderung und dass Deutschland dadurch besch&auml;digt wird. Diese Erkl&auml;rung lautet:<\/p>\n<p>&#8222;<i>Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung besch&auml;digt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich daf&uuml;r demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Die Unterzeichner\/innen der &raquo;Erkl&auml;rung 2018&laquo; weichen den dr&auml;ngenden Fragen aus und reduzieren die Debatte auf ein Ph&auml;nomen, das nur eine Facette und eher Folge als Ausl&ouml;ser der gesamten Krise ist, n&auml;mlich die Migration. Sie treffen damit die Schw&auml;chsten und machen sie zu S&uuml;ndenb&ouml;cken. Das l&ouml;st kein einziges Problem und tr&auml;gt zu weiterer gesellschaftlicher Spaltung bei.<\/p>\n<p><i>Antragsteller: Wolfgang St&ouml;ger &amp; Wolfgang Killinger, M&uuml;nchen<\/i><\/p>\n<h5><span id=\"antrag-4-gegen-den-abbau-von-grund-u-freiheitsrechten-durch-die-novellierungen-der-polizeigesetze\">Antrag 4: Gegen den Abbau von Grund- u. Freiheits&shy;rechten durch die Novel&shy;lie&shy;rungen der Polizei&shy;ge&shy;setze<\/span><\/h5>\n<p>Die HU unterst&uuml;tzt die HU-Landes- und Regionalverb&auml;nde bei ihren Aktionen gegen die in verschiedenen Bundesl&auml;ndern geplanten &Auml;nderungen der Polizeiaufgabengesetze. Beispielhafte Unterst&uuml;tzung durch Koordination\/Abstimmung der Landesaktivit&auml;ten auf Bundesebene, Initiierung von Bundesaktivit&auml;ten, juristische Beratung der HU-Landesverb&auml;nde, Finanzielle Unterst&uuml;tzung von Landesaktivit&auml;ten, Vermittlung von Referenten\/innen, &#8230;<\/p>\n<p><b><br \/>Begr&uuml;ndung: <\/b><\/p>\n<p>Die Landesregierungen in Bayern, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bereiten derzeit folgenschwere &Auml;nderungen der Polizeigesetze vor. Diese f&uuml;hren zu einer deutlichen Beschr&auml;nkung der Grund- und Freiheitsrechte der B&uuml;rgerInnen.<\/p>\n<p>Die Ausweitung der Befugnisse der Polizei und vorgeblich notwendige Sicherheitsversch&auml;rfungen<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\"><i>z.B. vorsorgliche Aufenthalts- und Kontaktverbote, vorbeugende Inhaftierung sowie Durchsuchungs- und &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen auch ohne konkreten Tatverdacht (bei drohender Gefahr), Ausweitung der Video&uuml;berwachung, Einf&uuml;hrung von Elektroschockpistolen, elektronische Fu&szlig;fesseln f&uuml;r nicht genauer definierte &raquo;Gef&auml;hrder&laquo;, &#8230;<\/i><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>sind g&auml;nzlich unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, widersprechen allen rechtsstaatlichen Prinzipien und m&uuml;ssen verhindert werden.<\/p>\n<p><i>Antragsteller: Landesverband Bayern<\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[2639],"tags":[809],"autoren":[1558],"publikationen":[901],"class_list":["post-8757","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-delegiertenkonferenz","tag-verband-delegiertenkonferenz","autoren-geschaeftsfuehrung","publikationen-901"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Antr\u00e4ge an die Mitgliederversammlung 2018 - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/236\/publikation\/antraege-an-die-mitgliederversammlung-2018\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Antr\u00e4ge an die Mitgliederversammlung 2018 - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"in: HU-Mitteilungen Nr. 236 (2\/2018), S. 4-7 (Red.) 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