{"id":9164,"date":"2010-07-15T17:59:00","date_gmt":"2010-07-15T15:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/elena-wird-das-datenmonster-zur-strecke-gebracht\/"},"modified":"2021-08-30T15:40:51","modified_gmt":"2021-08-30T13:40:51","slug":"elena-wird-das-datenmonster-zur-strecke-gebracht","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/208-209\/publikation\/elena-wird-das-datenmonster-zur-strecke-gebracht\/","title":{"rendered":"ELENA \u0096 Wird das Datenmonster zur Strecke gebracht?"},"content":{"rendered":"<p>Mitteilungen Nr. 208\/209 (1+2\/2010), S. 4-6<\/p>\n<p>Nach rund halbj&auml;hrigem Untertauchen ist die Datenkrake ELENA p&uuml;nktlich zum medialen Sommerloch wieder aufgetaucht: Bundeswirtschaftsminister Rainer Br&uuml;derle (FDP) hatte Anfang Juli gegen&uuml;ber einer Tageszeitung ge&auml;u&szlig;ert, dass man verst&auml;rkt &uuml;ber ein Moratorium nachdenken m&uuml;sse. W&auml;hrend dem FDP-Minister finanzielle Belastungen des Mittelstandes durch die Sammelei von Arbeitnehmerdaten Sorge bereiten und ihn zum Stoppen des umstrittenen Vorhabens veranlassen k&ouml;nnten, bef&uuml;rchtet der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, dass die datenschutzrechtlichen Vorgaben angesichts der Kritik an der Praxistauglichkeit aufgeweicht w&uuml;rden. &#8222;Die Zweifel am Verfahren sind gewachsen&#8220;, erkl&auml;rte er. Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von ELENA insgesamt sind allerdings mehr als angebracht.<\/p>\n<h5><span id=\"was-ist-elena\">Was ist ELENA?<\/span><\/h5>\n<p>Die Abk&uuml;rzung ELENA steht f&uuml;r den ELektronischen EntgeltNAchweis. ELENA ist die Weiterentwicklung des schon unter der rot-gr&uuml;nen Regierung vorangetriebenen JobCard-Projekts.<br \/>Seit 1. Januar 2010 sind alle Arbeitgeber verpflichtet, f&uuml;r jeden ihrer Besch&auml;ftigten monatlich einen festgelegten Datensatz &uuml;ber das Arbeitsentgelt und zahlreiche weitere Arbeitnehmerdaten an die Deutsche Rentenversicherung zu &uuml;bermitteln, den diese in einer zentralen Stelle speichert. Betroffen sind alle ca. 36 Millionen Arbeitnehmer\/innen in Deutschland einschlie&szlig;lich der geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten (au&szlig;er in Privathaushalten), BeamtInnen, Richter\/innen und SoldatInnen.<\/p>\n<p>Die Datensammlung soll die bislang auf Papier erstellten Arbeits- und Verdienstbescheinigungen des Arbeitgebers ersetzen, die beim Beantragen bzw. beim Bezug von Arbeitslosengeld, &Uuml;bergangsgeld, Berufsausbildungsgeld, Wohngeld und Elterngeld von den B&uuml;rger\/innen vorgelegt werden m&uuml;ssen. Es ist geplant, in Zukunft weitere Bescheinigungen und Sozialleistungen in das ELENA-Verfahren miteinzubeziehen wie z.B. BAf&ouml;G, Prozesskostenhilfe, Arbeitslosengeld II.<\/p>\n<p>S&auml;mtliche Daten werden verschl&uuml;sselt und unter Pseudonym bei der sog. Zentralen Speicherstelle gespeichert. Eine Zuordnung der Daten zu einer bestimmten Person soll nur &uuml;ber die sog. Registratur Fachverfahren m&ouml;glich sein, die die Pseudonyme verwaltet. Ein Datenabruf soll nur erlaubt sein, wenn der betroffene B&uuml;rger mit seiner Signaturkarte, also seinem Schl&uuml;ssel, die erforderlichen Daten gegen&uuml;ber der zust&auml;ndigen Stelle (Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, Elterngeldstelle etc.), freigibt.<\/p>\n<h5><span id=\"rechtsgrundlage\">Rechtsgrundlage<\/span><\/h5>\n<p>Bundestag und Bundesrat haben im M&auml;rz 2009 das ELENA-Verfahrensgesetz beschlossen (BGBl I Nr. 17 v. 1.4.2009, S. 634 ff.), das das Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises im Sozialgesetzbuch IV regelt (&sect;&sect; 95-104). Das Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales hat Ende Februar 2010 mit Zustimmung des Bundesrates eine Rechtsverordnung erlassen, in der Form und Inhalt der zu &uuml;bermittelnden Daten n&auml;her bestimmt sind.<\/p>\n<h5><span id=\"ziele-des-elena-verfahrens\">Ziele des ELENA-&shy;Ver&shy;fah&shy;rens<\/span><\/h5>\n<p>Nach Auffassung der Bundesregierung diene ELENA dem B&uuml;rokratieabbau und k&ouml;nne Kosten bei Arbeitgebern und der Verwaltung einsparen, wenn k&uuml;nftig auf Papierbescheinigungen verzichtet wird. Zudem k&ouml;nnten Antr&auml;ge auf Sozialleistungen schneller und fehlerfreier bearbeitet werden. F&uuml;r die B&uuml;rger\/innen w&uuml;rde die Antragstellung z.B. von Arbeitslosen- oder Wohngeld zudem diskreter, da sie nicht mehr bei ihrem (ehemaligen) Arbeitgeber wegen einer Arbeitsbescheinigung vorstellig werden m&uuml;ssten. Nach Einbeziehung aller Sozialleistungen sei ELENA schlie&szlig;lich geeignet, Leistungsmissbrauch weitgehend auszuschlie&szlig;en.<\/p>\n<h5><span id=\"welche-daten-werden-gespeichert\">Welche Daten werden gespei&shy;chert?<\/span><\/h5>\n<p>In Form von einzelnen Datenbausteinen und Datenfeldern werden unter anderem Name, Geburtsdatum, Anschrift, Steuerklasse und Kinderfreibetr&auml;ge des Besch&auml;ftigten, Angaben zum Arbeitgeber, zur T&auml;tigkeit, zu Art und H&ouml;he der Entgelte, den abgef&uuml;hrten Steuern und Sozialversicherungsbeitr&auml;gen, Art und Umfang von Fehlzeiten, Abmahnungen, Entlassungen\/K&uuml;ndigungen und deren Gr&uuml;nde erfasst. Dabei handelt es im Wesentlichen um Angaben, die bislang &#8211; allerdings nur wenn sie ben&ouml;tigt wurden &#8211; mit den amtlichen Formularen erhoben wurden, bspw. denen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit oder der Wohngeldstelle.<\/p>\n<h5><span id=\"wie-lange-werden-die-daten-gespeichert\">Wie lange werden die Daten gespei&shy;chert?<\/span><\/h5>\n<p>Die einzelnen Daten werden solange gespeichert, wie sie f&uuml;r eine Entgeltbescheinigung zum Bezug von Arbeitslosengeld, Wohngeld, Elterngeld etc. ben&ouml;tigt werden. Sie werden jedoch sp&auml;testens nach Ablauf von f&uuml;nf Jahren gel&ouml;scht. Die L&ouml;schung soll jeweils automatisch und feldgenau erfolgen. Das hei&szlig;t, ein Datum bleibt solange gespeichert, wie es im l&auml;ngsten Fall potentiell ben&ouml;tigt wird. Das ist bei den einzelnen Sozialleistungen jedoch sehr verschieden und kann bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes tats&auml;chlich bis zu f&uuml;nf Jahre zur&uuml;ckreichen.<\/p>\n<p>Nach telefonischer Auskunft der Deutschen Rentenversicherung Bund, die f&uuml;r die Umsetzung des ELENA-Verfahrens zust&auml;ndig ist, werden s&auml;mtliche Daten zun&auml;chst zwei Jahre gespeichert, unabh&auml;ngig davon, ob sie ben&ouml;tigt werden oder nicht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"ELENA-Ablaufschema\" height=\"225\" alt=\"ELENA-Ablaufschema\" hspace=\"5\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/RTEmagicC_elena-verfahren.jpg.jpg\" width=\"300\" vspace=\"5\" border=\"0\"><\/p>\n<p>Abb. 1: So funktioniert das ELENA-Verfahren (Grafik: Wikipedia)<\/p>\n<h5><span id=\"auskunftsrechte\">Auskunftsrechte<\/span><\/h5>\n<p>Jede\/r Arbeitnehmer\/in hat dem Gesetz nach ab 2010 den Anspruch, bei der Zentralen Speicherstelle und bei der Registratur Fachverfahren zu erfahren, welche Daten &uuml;ber ihn\/sie gespeichert sind. Angeblich sei eine Auskunft jedoch erst ab Januar 2012 technisch realisierbar, mit der Begr&uuml;ndung, dass die abrufenden Stellen, also die Sozialbeh&ouml;rden, erst ab 2012 auf die Daten zugreifen k&ouml;nnten. Nach Kritik von Bundesrat und Bundesdatenschutzbeauftragtem wird nun an einem Konzept gearbeitet, wie eine &#8222;Selbstauskunft&#8220; der Arbeitnehmer &uuml;ber ihre Daten schon vorher gew&auml;hrleistet werden kann. Allerdings soll diese Auskunft, die dann beim Datenschutzbeauftragten erfolgen wird, erst Mitte 2011 m&ouml;glich sein.<\/p>\n<h5><span id=\"was-kann-man-gegen-elena-tun\">Was kann man gegen ELENA tun?<\/span><\/h5>\n<p>Der Gesetzgeber hat keine M&ouml;glichkeit f&uuml;r die Arbeitnehmer\/ innen vorgesehen, der &Uuml;bermittlung und Speicherung ihrer Daten im ELENA-Verfahren zu widersprechen. Nach dem ELENA-Verfahrensgesetz sowie dem Bundesdatenschutzgesetz bestehen lediglich Auskunftsrechte und das Recht, fehlerhafte Daten zu berichtigen bzw. zu l&ouml;schen.<\/p>\n<p>Der\/die Betroffene kann theoretisch den Abruf der Daten durch die Sozialbeh&ouml;rden verhindern, indem er\/sie die erforderliche Zustimmung mit der Signaturkarte verweigert. Eine Verweigerung wird jedoch dazu f&uuml;hren, dass die beantragten Sozialleistungen abgelehnt werden.<\/p>\n<p>Arbeitgeber, die sich weigern, die Daten ihrer Mitarbeiter\/innen zu melden, drohen Bu&szlig;gelder bis zu 25.000 Euro. Jedoch werden nach Auskunft der Deutschen Rentenversicherung derzeit keine Pr&uuml;fungen vorgenommen, ob Arbeitgeber vollst&auml;ndig gemeldet haben. Mit Bu&szlig;geldern m&uuml;sse man daher noch nicht rechnen.<\/p>\n<h5><span id=\"welche-klagemoeglichkeiten-gegen-elena-bestehen\">Welche Klagem&ouml;g&shy;lich&shy;keiten gegen ELENA bestehen?<\/span><\/h5>\n<p>Arbeitnehmer\/innen haben zum einen die M&ouml;glichkeit, gegen ihren Arbeitgeber auf Unterlassung der &Uuml;bermittlung ihrer Daten vor dem Arbeitsgericht zu klagen. Dazu sollten sie zun&auml;chst ihrem Arbeitgeber untersagen, ihre Daten an die Zentrale Speicherstelle (ZSS) zu &uuml;bermitteln.<\/p>\n<p>Sie k&ouml;nnten ferner bei der speichernden Stelle, der ZSS bei der Deutschen Rentenversicherung die L&ouml;schung der &uuml;bermittelten Daten beantragen und &#8211; wenn sich die ZSS weigert &#8211; auf die L&ouml;schung ihrer Daten vor dem Sozialgericht klagen. Das Hauptargument in beiden F&auml;llen ist, dass die Daten in einer verfassungswidrigen, da unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen Datensammlung gespeichert werden.<\/p>\n<p>Zus&auml;tzlich k&ouml;nnen sie die &#8211; von der ZSS bis 2012 angeblich nicht realisierbare &#8211; Auskunft &uuml;ber ihre Daten einklagen. Damit lie&szlig;e sich zugleich belegen, dass ELENA nicht datenschutzkonform umgesetzt ist. Nach Papieren der ELENA-Gremien sei eine solche Klage auf Erteilung einer Auskunft beim Sozialgericht Hannover anh&auml;ngig.<br \/>Ende M&auml;rz reichten rund 22.000 Arbeitnehmer\/innen eine vom FoebuD und dem AK Vorrat organisierte Verfassungsbeschwerde gegen das ELENA-Verfahrensgesetz ein.<\/p>\n<h5><span id=\"aktueller-stand\">Aktueller Stand<\/span><\/h5>\n<p>Nach massiven Protesten von Gewerkschaften u.a. wegen der Erfassung von Streiktagen, sah sich die Bundesregierung um den Jahreswechsel 2009\/2010 herum gezwungen, &Auml;nderungen am ELENA-Verfahren anzuk&uuml;ndigen. In der Folge wurde der Umfang der zu &uuml;bermittelnden Daten minimal verringert: Bei Fehlzeiten wird nun nicht mehr zwischen unrechtm&auml;&szlig;igen, rechtm&auml;&szlig;igen Streiks und Aussperrungen unterschieden, sondern derartige Fehlzeiten werden nunmehr in der Sammelrubrik &#8222;sonstige unbezahlte Fehlzeit&#8220; erfasst, in der auch bspw. die Pflege eines kranken Kindes ohne Krankengeldbezug, unentschuldigtes Fehlen u.a. gemeldet werden.<br \/>Ferner hat der Deutsche Gewerkschaftsbund ein Anh&ouml;rungsrecht &#8211; nicht etwa ein Mitwirkungs- oder Mitentscheidungsrecht &#8211; f&uuml;r den Aufbau der einzelnen Datens&auml;tze erhalten. Diese &Auml;nderung des SGB IV hat der Deutsche Bundestag am 17.6.2010 beschlossen. Ein Anh&ouml;rungsrecht von Arbeitnehmervertreter\/innen bei der Festlegung der Datenfelder oder die Streichung einiger weniger Datenfelder &auml;ndert jedoch nichts an der grundlegenden Problematik.<\/p>\n<h5><span id=\"kritik-an-elena\">Kritik an ELENA<\/span><\/h5>\n<p>Beim ELENA-Verfahren handelt es sich um eine Vorratsdatenspeicherung, ohne dass zum Zeitpunkt der Speicherung tats&auml;chlich ein bestimmter Zweck vorliegt. Der in der Gesetzesbegr&uuml;ndung angegebene Zweck, n&auml;mlich Kosten f&uuml;r Arbeitgeber zu senken und die Verwaltung effizienter zu gestalten sind lediglich abstrakt formulierte Ziele, die nicht ohne weiteres die Speicherung von Millionen von personenbezogenen Daten rechtfertigen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Bei den in der ZSS gesammelten Daten handelt es sich um sehr sensible Daten &uuml;ber die Einkommensverh&auml;ltnisse aller abh&auml;ngig besch&auml;ftigten Menschen, darunter l&auml;ngere Krankheits- und andere Fehlzeiten sowie subjektive Daten wie Abmahnungen und K&uuml;ndigungsgr&uuml;nde, die als Freitext &uuml;bermittelt werden.<\/p>\n<p>ELENA schafft eine Datensammlung, ohne dass sicher ist, dass die Daten &uuml;berhaupt ben&ouml;tigt werden. Das Gebot der Datensparsamkeit wird zudem durch den Umfang der erfassten Daten verletzt.<\/p>\n<p>Die &Uuml;bermittlung und Speicherung der Daten ist unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig. Der gemutma&szlig;te Nutzen, n&auml;mlich Einsparung von anfangs 86 Millionen Euro bei den Arbeitgebern und B&uuml;rokratieabbau in der Verwaltung rechtfertigen nicht die Vorratsspeicherung derart sensibler Daten von Millionen Arbeitnehmer\/innen.<\/p>\n<p>Die zentrale Speicherung birgt ein gro&szlig;es Missbrauchsrisiko und Gefahren f&uuml;r die Datensicherheit. Angesichts der Datenskandale der letzten Zeit, welche gravierende Schwachstellen bei der Datensicherheit aufzeigten, ist eine solche Datenbank nicht zu verantworten.<\/p>\n<p>Eine derartige Datensammlung weckt Begehrlichkeiten. Zwar ist zur Zeit im Gesetz eine Verwendung der Daten zu anderen als den dort genannten Zwecken nach anderen Rechtsvorschriften ebenso wie eine Beschlagnahme ausgeschlossen. Eine &Auml;nderung des Gesetzes und damit eine Zweckentfremdung der Daten ist aber bei entsprechenden Mehrheiten m&ouml;glich.<\/p>\n<p>Nach den Pl&auml;nen der Bundesregierung soll die Datensammlung zuk&uuml;nftig sogar auf alle Sozialleistungen ausgeweitet werden, u.a. um Missbrauch auszuschlie&szlig;en und die Verwaltungseffizienz weiter zu erh&ouml;hen. Das w&uuml;rde bedeuten, dass weitere personenbezogene, zum Teil sehr sensible Daten k&uuml;nftig zentral gespeichert werden k&ouml;nnten. Ein Blick in die von den Sozialbeh&ouml;rden derzeit bereitgehaltenen Formulare f&uuml;r den Antrag auf Leistungen zeigt die Vielfalt der abgefragten Daten.<\/p>\n<p>Damit ist eine Ausweitung des Umfangs der gespeicherten Daten und der Zugriffsberechtigten vorprogrammiert: Eine umfassende Datenbank mit Arbeitnehmerdaten und m&ouml;glicherweise weiteren Daten wird entstehen.<\/p>\n<p>Der von der Bundesregierung angegebene Spareffekt f&uuml;r Arbeitgeber ist l&auml;cherlich: Es sollen anfangs 85 Millionen Euro sein. Bei 3 Millionen Arbeitgebern w&auml;ren dies rund 28 Euro pro Arbeitgeber und Jahr. Dagegen gerechnet werden m&uuml;ssen aber die Ausgaben der Arbeitgeber f&uuml;r die Umstellung auf die neue Meldepflicht, die deutlich h&ouml;her als 28 Euro sein werden &#8211; gerade f&uuml;r kleinere Betriebe. Auch f&uuml;r die Arbeitnehmer\/innen wird es teurer als gedacht: Die ben&ouml;tigte Signaturkarte wird nicht f&uuml;r 3,30 Euro pro Jahr zu haben sein, wie der Normenkontrollrat berechnet hat. Zur Zeit muss noch mit Kosten von 20 Euro pro Jahr gerechnet werden. Nicht einmal das Kostenargument tr&auml;gt also. Die b&uuml;rgerrechtlichen Kosten sind hingegen immens.<\/p>\n<p>Ob nach den &Auml;u&szlig;erungen von Bundeswirtschaftsminister Br&uuml;derle das ELENA-Verfahren tats&auml;chlich gestoppt wird, ist zu bezweifeln. Daf&uuml;r wurde bereits zu viel Geld in den Aufbau der Infrastruktur gesteckt. Dabei w&auml;re es allerh&ouml;chste Zeit, &uuml;ber Alternativen nachzudenken, die ohne eine zentrale Speicherung auskommen und die die volle Kontrolle der Daten durch die Betroffenen gew&auml;hrleisten.<\/p>\n<p><i>Martina Kant<br \/>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Humanistischen Union<\/i><\/p>\n<p>Informationen zur Verfassungsbeschwerde und weiteren Protesten gegen ELENA unter <a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/shortcuts\/elena\/\">www.humanistische-union.de\/shortcuts\/elena\/<\/a>.<br \/>Die Webseite der Deutschen Rentenversicherung Bund enth&auml;lt zahlreiche Dokumente zum ELENA-Verfahren (Rechtsgrundlagen, FAQ etc.): <a href=\"https:\/\/www.das-elena-verfahren.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.das-elena-verfahren.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":15120,"template":"","categories":[],"tags":[834],"autoren":[219],"publikationen":[925],"class_list":["post-9164","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-elena","autoren-martina-kant","publikationen-208-209"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>ELENA \u0096 Wird das Datenmonster zur Strecke gebracht? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/208-209\/publikation\/elena-wird-das-datenmonster-zur-strecke-gebracht\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"ELENA \u0096 Wird das Datenmonster zur Strecke gebracht? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Mitteilungen Nr. 208\/209 (1+2\/2010), S. 4-6 Nach rund halbj&auml;hrigem Untertauchen ist die Datenkrake ELENA p&uuml;nktlich zum medialen Sommerloch wieder aufgetaucht: Bundeswirtschaftsminister Rainer Br&uuml;derle (FDP) hatte Anfang Juli gegen&uuml;ber einer Tageszeitung ge&auml;u&szlig;ert, dass man verst&auml;rkt &uuml;ber ein Moratorium nachdenken m&uuml;sse. 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