{"id":9169,"date":"2010-07-15T17:20:00","date_gmt":"2010-07-15T15:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/gesetzgebung-im-ungewissen\/"},"modified":"2021-08-30T15:40:51","modified_gmt":"2021-08-30T13:40:51","slug":"gesetzgebung-im-ungewissen","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/208-209\/publikation\/gesetzgebung-im-ungewissen\/","title":{"rendered":"Gesetzgebung im Ungewissen"},"content":{"rendered":"<p>&Uuml;ber Informationsl&uuml;cken des Gesetzgebers, die Nichtbefolgung von Gesetzen und effiziente Rechtsetzung. Ein Interview mit Dr. Corinna Sicko. Mitteilungen Nr. 208\/209 (1+2\/2010), S. 10-12<\/p>\n<div><span class=\"migrated-image\"><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/ausimg_9110-2a.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4131 size-medium\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/ausimg_9110-2a.jpg\" alt=\"Gesetzgebung im Ungewissen\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/ausimg_9110-2a.jpg 600w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/ausimg_9110-2a-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"news-single-imgcaption\">\n<\/div>\n<p><i>Ob Anti-Terror-Datei, BKA-Gesetz oder Video&uuml;berwachung &#8211; mehr und mehr Gesetze auch im Sicherheitsbereich werden bei ihrer Verabschiedung mit einem Evaluationsvorbehalt versehen. Die nachtr&auml;gliche Pr&uuml;fung der Aus- und Nebenwirkungen neuer Gesetze ist eine von drei Formen der Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung (GFA). Das methodische Arsenal der GFA auszubauen und f&uuml;r Anwender in Ministerien wie Verwaltungen handhabbar zu machen, diesen Zielen hat sich das Institut f&uuml;r Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung und Evaluation (InGFA) am Deutschen Forschungsinstitut f&uuml;r &ouml;ffentliche Verwaltung Speyer verschrieben. Im Interview erl&auml;utert Dr. Corinna Sicko die Ziele und Vorteile einer sozialwissenschaftlichen Begleitung der Rechtsentwicklung.<\/i><\/p>\n<p><i>Frau Sicko, in einem Vortrag haben Sie k&uuml;rzlich vom &#8222;Risikofaktor Recht&#8221; gesprochen. Das klingt ungew&ouml;hnlich, zumindest aus dem Mund einer Juristin. Was macht das Recht zum Risiko?<\/i><\/p>\n<p>Recht dient nat&uuml;rlich zun&auml;chst einmal der Risikovorsorge. Wenn man jedoch die Steuerungsebene betrachtet, dann stellt sich schon die Frage, ob die staatliche Rechtsetzung selbst ein Risiko darstellen kann. Wenn der Gesetzgeber t&auml;tig wird, wei&szlig; er ja im Zweifel nicht genau, was seine Gesetze bewirken. Er wird selten alle Daten haben und auch nicht die M&ouml;glichkeiten, die Auswirkungen seiner Gesetze bis ins Letzte zu &uuml;berblicken. Wenn man Risiko dann als Unsicherheit versteht, kommt man relativ schnell dazu, vom Risikofaktor Recht zu sprechen.<\/p>\n<p><i>Worin besteht das Risiko f&uuml;r den Gesetzgeber?<\/i><\/p>\n<p>Das gr&ouml;&szlig;te Risiko f&uuml;r mich als Gesetzgeber besteht darin, dass ich falsch regle. Das ergibt die sog. &#8222;Irrtumskosten&#8220; einer Regelung, wie Herr Scherzberg das mal formuliert hat. In monet&auml;ren Verh&auml;ltnissen ausgedr&uuml;ckt w&uuml;rde ich fragen &#8218;Was ist billiger: Gar nicht regeln oder falsch regeln?&#8216; Dieses Verh&auml;ltnis, das ist mein Verst&auml;ndnis vom Recht als Risikofaktor.<\/p>\n<p><i>Was kann die Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung dazu beitragen, solche Risiken zu minimieren?<\/i><\/p>\n<p>Die Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung ist ja in Deutschland haupts&auml;chlich bekannt geworden durch Herrn B&ouml;hret. Er vertritt einen sehr umfassenden Ansatz, der alles absch&auml;tzen und viele Auswirkungen erfassen will. Aus diesem umfassenden Ansatz ergibt sich das Problem der Praktikabilit&auml;t. Wir gehen davon aus, dass aufgrund des sehr umfangreichen Verfahrens &#8211; sehr teuer, sehr zeitintensiv &#8211; es sich noch nicht in der Fl&auml;che durchsetzen konnte. Deshalb wollen wir vor allem versuchen, Module zu entwickeln, das Verfahren handhabbarer machen, auch in zeitlicher Hinsicht. Wenn sie heute eine prospektive Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung in Auftrag geben, dauert die drei Jahre. Da will der Gesetzgeber meist schon lange t&auml;tig geworden sein.<\/p>\n<p><i>Wie k&ouml;nnte es schneller gehen?<\/i><\/p>\n<p>Da ist nat&uuml;rlich die Frage, ob man sich nicht Kriterien &uuml;berlegt, wie tief so eine Pr&uuml;fung gehen soll. Eine Idee von uns: Wenn Gesetze neu erlassen werden, handelt es sich meist um Konvolute, von denen 90 Prozent der Regelungen nicht so spannend sind, zumindest im politischen Kontext. Man braucht eben Kriterien, wann eine Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung sinnvoll ist und was die Punkte sind, die ihren Umfang bestimmen. Wie tief muss rein gegangen werden? Was sind die Knackpunkte, auf die man sich beschr&auml;nkt?<\/p>\n<p><i>Wie gehen Sie bei einer begleitenden Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung vor?<\/i><\/p>\n<p>Wenn Sie ganz vorn ansetzen, m&uuml;ssen Sie fragen: &#8216;Was wollt Ihr damit erreichen?&#8217; Dann geht es uns nicht darum, diese Ziele an sich zu bewerten, sondern um die Frage: &#8216;K&ouml;nnen mit den vorgesehenen Mitteln, oder mit welchen Mitteln &#8211; um prospektiv zu sprechen &#8211; k&ouml;nnen diese Ziele erreicht werden?&#8217; Um diese Frage zu beantworten, kommt nat&uuml;rlich die komplette Methodik in Betracht. Die Frage nach den Kosten darf dabei nicht ausgeblendet werden, ebenso wenig wie die Akzeptanz beim Normadressaten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, juristisch gesprochen, die Frage nach der Geeignetheit, oder einfach gesagt die Frage nach der Datengrundlage. Auf welcher Informationsgrundlage entscheiden Sie?<\/p>\n<p><i>Welchen Einfluss kann eine wissenschaftliche Begleitforschung auf die Gesetzgebung nehmen?<\/i><\/p>\n<p>Unsere Vorschl&auml;ge k&ouml;nnen einerseits zeigen, was zur Zielerreichung geeignet ist.&nbsp; Andererseits k&ouml;nnen wir darauf hinweisen, welche Regelungsvorschl&auml;ge als falscher Weg betrachtet werden, was ge&auml;ndert werden sollte. Das w&auml;ren dann unsere Empfehlungen an den Gesetzgeber. Vielleicht auch: Ihr solltet noch hier oder da zus&auml;tzlich regeln. Bei der begleitenden Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung haben Sie selten die M&ouml;glichkeit, noch einmal komplett von der gesetzlichen Regelung herunter zu kommen. Die Vorentscheidung f&uuml;r eine gesetzliche Regelung ist meist schon gefallen.<\/p>\n<p><i>Wie wichtig ist die Unabh&auml;ngigkeit der Untersuchenden?<\/i><\/p>\n<p>Ich denke, dar&uuml;ber muss man sich bewusst sein: Gesetze passieren im politischen Raum. Nat&uuml;rlich ist eine Unabh&auml;ngigkeit der Untersucher anzustreben &#8211; so weit als m&ouml;glich. Also wir, unser Institut, w&uuml;rden uns nicht reinreden lassen, was das Ergebnis anbelangt. Das versteht sich ja von selber! Man hat als Institut den Vorteil, dass man vergleichsweise unabh&auml;ngiger ist, als wenn die Untersuchung verwaltungsintern durchgef&uuml;hrt w&uuml;rde. Ein Problem haben Sie als Untersuchende, wenn Sie die Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung im Auftrag der Regierung durchf&uuml;hren. Nat&uuml;rlich werden Sie von manchen Befragten damit konfrontiert, die Ihnen vorwerfen: &#8216;Sie sind ja von denen beauftragt, Sie werden sicherlich kein Gutachten erstellen, dass den W&uuml;nschen der Regierung widerspricht.&#8217; Aber so macht man es sich zu leicht, finde ich. Die wissenschaftliche Unabh&auml;ngigkeit ist vorhanden, auf die legen wir sehr viel Wert.<\/p>\n<p><i>Sie sprachen von der Unabh&auml;ngigkeit der Ergebnisse Ihrer Untersuchungen. Wie sieht es hinsichtlich der ausgew&auml;hlten Methoden aus?<\/i><\/p>\n<p>Das war vielleicht missverst&auml;ndlich formuliert. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen wir auch die Methodik frei w&auml;hlen. Was Verfahren und Methodik anbelangt, deren Auswahl erfolgt nach wissenschaftlichen Standards und darauf wird auch Wert gelegt &#8211; zumindest von unserer Seite. Sie werden immer das Problem der Unabh&auml;ngigkeit und Objektivit&auml;t durch ihre Verfahren haben. In der Praxis geht es aber eher darum: Welche Fragen werden gestellt? Nat&uuml;rlich wird der Auftraggeber ein Interesse an gewissen Fragen haben, gewisse Schwerpunkte setzen. Eine weitere Frage ist: Wann bekommen Sie &uuml;berhaupt objektive Informationen? Nat&uuml;rlich verfolgen diejenigen, die Sie befragen, mit ihrer Antwort auch eine Strategie. Aber vielleicht sind das ja gerade die Aufgaben der Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung: relativ fr&uuml;h zu informieren, zu beteiligen, Transparenz zu gew&auml;hrleisten und dem Auftraggeber &#8211; wie in diesem Fall der Regierung &#8211; zu zeigen, wo die Konfliktlinien liegen.<\/p>\n<p><i>Welche Rolle spielt die Beteiligung von Experten und betroffenen B&uuml;rgern &#8211; der Normadressaten &#8211; im Verfahren der Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung?<\/i><\/p>\n<p>Ich selber bin zu der Auffassung gelangt, dass die Beteiligung ein ganz zentraler Punkt ist. Zum einen ist die Einbindung der Betroffenen wichtig, damit sich die Leute ihrerseits beteiligen, dass sie sich ernst genommen f&uuml;hlen und ernst genommen werden. Zum andern gilt nat&uuml;rlich: Sie bekommen als Gesetzgeber da Informationen, die sie h&ouml;chstwahrscheinlich nicht h&auml;tten, wenn sie das Gesetz im stillen K&auml;mmerlein ausformulieren. Manchmal werden Sie auch &uuml;berrascht, wenn der Gesetzgeber mit mehr Widerstand rechnet. Da hei&szlig;t es dann in der Praxis pl&ouml;tzlich: &#8216;Finden wir eigentlich gut, lediglich da und dort k&ouml;nnte man es anders machen.&#8217;<\/p>\n<p><i>Inwiefern sehen Sie die Gefahr, dass Ihre Arbeit der Akzeptanzbeschaffung f&uuml;r den Gesetzgeber dient? <\/i><\/p>\n<p>Ich sehe Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung nicht so negativ, als Instrument der Akzeptanzbeschaffung. Ich sehe vielmehr das Ziel, die Gesetze insofern zu verbessern, dass Sie weniger Probleme haben durch Nichtbefolgung. Es geht darum, zu erkennen: Wo gibt es Verbesserungsm&ouml;glichkeiten, Anpassungsbedarf oder vielleicht auch kompletten &Auml;nderungsbedarf? Jemand hat von der Effizienz gesetzlicher Regelungen gesprochen. Effizienz in dem Sinne, dass sie befolgt werden, m&ouml;glichst wenig Kosten verursachen und vor allem auch ihr Ziel erreichen. Wenn Sie davon ausgehen, dass eine gesetzliche Regelung grunds&auml;tzlich zur Zielerreichung geeignet ist, funktioniert sie nat&uuml;rlich nur, wenn sie befolgt wird. Und insofern ist die Akzeptanz der Normadressaten nat&uuml;rlich ein wichtiger Punkt. Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung hei&szlig;t dann eben nicht Akzeptanzbeschaffung &#8216;auf Teufel komm raus&#8217; f&uuml;r einen vorgefertigten Entwurf. Vielmehr geht es darum, einen Gesetzentwurf aufgrund der R&uuml;ckmeldungen, die man von den Adressaten erh&auml;lt, zu verbessern.<\/p>\n<p><i>Was halten Sie von einer Evaluation, die von den Anwendern der Gesetze selbst vorgenommen wird?<\/i><\/p>\n<p>Bei Eigenevaluation haben Sie nat&uuml;rlich das Problem, dass die eigenen Ziele der Anwender wesentlich st&auml;rker in die Untersuchung einflie&szlig;en. Wobei man andererseits ber&uuml;cksichtigen muss, dass bestimmte Fragen &#8211; gerade wenn es um formelle, interne Abl&auml;ufe geht &#8211; einer, der die Interna kennt, wesentlich besser beurteilen kann. Insofern denke ich, die Eigenevaluation ist, was Verfahrensstandards angeht, sicherlich gut und richtig. Wenn es dann aber um die materielle, die inhaltliche Seite geht, sieht das wieder anders aus. Irgendwann werden sie betriebsblind. Wenn Sie da jemanden von Au&szlig;en darauf schauen lassen, der hat einfach ganz andere Ideen und bringt einen anderen Blickwinkel ein.<\/p>\n<p><i>Hat die Begleitung von Gesetzgebungsverfahren Ihren Blick auf das Recht ver&auml;ndert?<\/i><\/p>\n<p>Ich glaube schlichtweg, dass sie derzeit zu kurz kommt. Ich bin Juristin, da sind Sie mit dem formellen Gesetzgebungsprozess vertraut, den kennen Sie. Wie ein Gesetzentwurf aber entsteht und was dahinter steckt, ist dabei zweitrangig. Seit ich mich damit n&auml;her besch&auml;ftige, denke ich vor allem, dass die inhaltlichen Fragen zu wenig beachtet werden. Sie haben als Gesetzgeber mehrere Probleme: Sie haben teilweise europarechtliche Vorgaben, die sie beachten m&uuml;ssen. Sie haben sachliche Probleme, die sie l&ouml;sen wollen &#8211; sei es jetzt Umweltschutz, sei es Integration, sei es sonst irgend etwas. Gerade bei gr&ouml;&szlig;eren Vorhaben ist es deshalb wichtig, dass sie sich eine entsprechende Datengrundlage verschaffen. Nicht umsonst mahnt das Bundesverfassungsgericht ja immer wieder an, dass der Gesetzgeber doch bittesch&ouml;n die vorhandenen und verf&uuml;gbaren Daten einflie&szlig;en l&auml;sst und die Pflicht hat, laufend zu pr&uuml;fen, ob seine gesetzlichen Regelungen noch passen.<\/p>\n<p><i>Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/i><\/p>\n<p><i>Die Fragen stellte Sven L&uuml;ders.<\/i><\/p>\n<p><b>Rechtsgrundlagen der Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung:<\/b><\/p>\n<p>&sect; 44 Gemeinsame Gesch&auml;ftsordnung der Ministerien (GGO) und st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, das eine Prognose-, Beobachtungs- und Nachbesserungspflicht des Gesetzgebers insbesondere aus grundrechtlichen Schutzpflichten ableitet (vgl. BVerfGE 50, S. 290, 333; BVerfGE 56, 54, 78; BVerfGE 88, 203, 263).<\/p>\n<p><b>Informationen:<\/b><\/p>\n<p>Carl B&ouml;hret\/G&ouml;tz Konzendorf: Leitfaden zur Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung. Stuttgart 2000, unter <a href=\"http:\/\/www.verwaltung-innovativ.de\/nn_684684\/DE\/Buerokratieabbau\/Gesetzesfolgenabschaetzung\/gesetzesfolgenabschaetzung__node.html?__nnn=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.verwaltung-innovativ.de\/&#8230;<\/a> (-&gt; B&uuml;rokratieabbau -&gt; GFA).<\/p>\n<p>Marion Albers\/ Ruth Weinzierl (Hrsg.), Menschenrechtliche Standards in der Sicherheitspolitik. Beitr&auml;ge zur rechtsstaatsorientierten Evaluierung&nbsp; von Sicherheitsgesetzen. Baden-Baden (Nomos) 2010<br \/>Institut f&uuml;r Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung und Evaluation Speyer (InGFA): <a href=\"http:\/\/www.ingfa-speyer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.ingfa-speyer.de<\/a>.<\/p>\n<h5>Kriterien der Geset&shy;zes&shy;fol&shy;ge&shy;n&shy;ab&shy;sch&auml;t&shy;zung<\/h5>\n<ol>\n<li>Geeignetheit: Kann die gesetzliche Norm zur Erreichung der politischen Ziele beitragen?<\/li>\n<li>Praktikabilit&auml;t: Ist die Norm f&uuml;r die Beh&ouml;rden anwendbar und f&uuml;r die B&uuml;rger einl&ouml;sbar?<\/li>\n<li>&Ouml;konomische Effizienz: Welches Kosten\/Nutzen-Verh&auml;ltnis ergibt sich in der Anwendung der Norm?<\/li>\n<li>Gerechtigkeitsfolgen: Welche Verteilungswirkungen entfaltet die Norm?<\/li>\n<li>Systemische Folgen: Welche Wechselwirkungen entfaltet die Norm? Welche Nebenfolgen ergeben sich im Nahbereich (z.B. mitbetroffene B&uuml;rger, die nicht Normadressaten sind), im Fernbereich oder gemessen an globalen Ma&szlig;st&auml;ben (Nachhaltigkeit, &Ouml;kologie&#8230;).<\/li>\n<li>Nachvollziehbar: Ist die Norm verstehbar\/verst&auml;ndlich?<\/li>\n<li>Welche Akzeptanz erzielt die Norm bei den Anwendern und Adressaten?<\/li>\n<\/ol>\n<p>(nach: BMI, Arbeitshilfe zur Gesetzesfolgenabsch&auml;tzung, Berlin 2009; B&ouml;hret\/Konzendorf 2000)<\/p>\n","protected":false},"featured_media":4131,"template":"","categories":[16],"tags":[681],"autoren":[139],"publikationen":[925],"class_list":["post-9169","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-rechtspolitik","tag-rechtspolitik","autoren-sven-lueders","publikationen-208-209"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Gesetzgebung im Ungewissen - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/208-209\/publikation\/gesetzgebung-im-ungewissen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Gesetzgebung im Ungewissen - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"&Uuml;ber Informationsl&uuml;cken des Gesetzgebers, die Nichtbefolgung von Gesetzen und effiziente Rechtsetzung. 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