{"id":9251,"date":"2009-09-11T12:56:00","date_gmt":"2009-09-11T10:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/menschen-und-buergerrechte-in-europa-eine-gemeinsame-podiumsdiskussion-von-amnesty-international-un\/"},"modified":"2021-08-30T15:40:40","modified_gmt":"2021-08-30T13:40:40","slug":"menschen-und-buergerrechte-in-europa-eine-gemeinsame-podiumsdiskussion-von-amnesty-international-un","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/205-206\/publikation\/menschen-und-buergerrechte-in-europa-eine-gemeinsame-podiumsdiskussion-von-amnesty-international-un\/","title":{"rendered":"Menschen- und B\u00fcrgerrechte in Europa. Eine gemeinsame Podiumsdiskussion von Amnesty International und Humanistischer Union"},"content":{"rendered":"<p>Aus: Mitteilungen Nr. 205\/206 (2+3\/2009), S. 35-37<\/p>\n<div><span class=\"migrated-image\"><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/bonn1bw.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4179 size-medium\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/bonn1bw.jpg\" alt=\"Menschen- und B&uuml;rgerrechte in Europa. 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F&uuml;r die SPD war der stellvertretende Vorsitzende des Unterbezirks Bonn, Ole Erdmann, erschienen.<\/p>\n<p>F&uuml;r die Gr&uuml;nen nahm die Aachener Kommunalpolitikerin und Bildungsexpertin Karin Schmitt-Promny teil. Die FDP wurde durch den Vizepr&auml;sidenten der Europ&auml;ischen Liberalen Jugend, Alexander Plahr aus Neuss, und die Linke durch die Vorsitzende ihres Bonner Kreisverbandes, Isabelle Casel, vertreten. Trotz intensiver Bem&uuml;hungen der Veranstalter fand sich kein Teilnehmer der CDU.<\/p>\n<p>Den etwa 35 Teilnehmern bot die Diskussion einen hilfreichen Einblick in die Parteiprogramme. Mit der Teilnehmerzahl waren die Veranstalter &uuml;brigens durchaus zufrieden &#8211; Veranstaltungen zur Europawahl werden oft kaum angenommen. Die Moderation &uuml;bernahm der Bonner Politologe Christoph L&ouml;venich, der souver&auml;n und professionell durch den Abend f&uuml;hrte. Dass es unterhaltsam zuging, war auch den Kandidaten zu verdanken.<\/p>\n<p>Obwohl sie alle von ihren Parteien auf Listenr&auml;ngen platziert wurden, die ihnen keine Chancen auf einen Einzug in das Europ&auml;ische Parlament einr&auml;umten, beteiligten sie sich leidenschaftlich an der Diskussion und boten ihr ganzes &Uuml;berzeugungsverm&ouml;gen auf.<\/p>\n<h5><span id=\"das-sterben-an-den-aussengrenzen-der-eu-fluechtlings-und-asylpolitik\">Das Sterben an den Au&szlig;en&shy;grenzen der EU: Fl&uuml;cht&shy;lings- und Asylpolitik<\/span><\/h5>\n<p>Erstes Thema des Abends war die Asyl- und Fl&uuml;chtlingspolitik der EU.<\/p>\n<p>Markus Schopp von der ai-Hochschulgruppe stellte die These in den Raum, dass die EU zur Zeit das Menschenrecht auf Schutz vor Verfolgung nicht hinreichend garantiere. Einer klaren Formulierung der UN-Menschenrechtskonvention st&uuml;nden sehr unterschiedliche Aufnahmekriterien der Mitgliedsstaaten gegen&uuml;ber, der Fl&uuml;chtlingsschutz gerate in der EU zum Gl&uuml;cksspiel f&uuml;r die Betroffenen.<\/p>\n<p>Schopp skizzierte die Leerstellen der europ&auml;ischen Fl&uuml;chtlingspolitik: eine fehlende Verteilung der Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me auf alle europ&auml;ischen Staaten; menschenunw&uuml;rdige Zust&auml;nde in den s&uuml;dlichen Aufnahmel&auml;ndern; kein gemeinsames Aufnahmeverfahren; milit&auml;rische Aufr&uuml;stung der EU-Au&szlig;engrenze; das Abdr&auml;ngen von Bootsfl&uuml;chtlingen durch die EU-Grenzbeh&ouml;rden&#8230;<br \/>Alexander Plahr (FDP) stimmte mit dieser Zustandsbeschreibung weitgehend &uuml;berein.<\/p>\n<p>Es sei &#8222;besch&auml;mend, dass an Europas S&uuml;dgrenze tausende Menschen ertrinken&#8220;. F&uuml;r Verbesserungen bed&uuml;rfe es einer gemeinsamen EU-Asylpolitik &#8211; ein Punkt, in dem sich alle Kandidaten einig waren. Aber: Viele der Ankommenden seien &#8218;Wohlstandsfl&uuml;chtlinge&#8216;. &#8222;Daher m&uuml;ssen wir uns bem&uuml;hen, die Lebensbedingungen der Menschen in den Herkunftsl&auml;ndern zu verbessern, und zwar mithilfe der Prinzipien des Freihandels&#8220;. Ein Ende der EU-Subventionen f&uuml;r landwirtschaftliche Exporte und eine andere Fischereipolitik k&ouml;nnten helfen, den Strom der Fl&uuml;chtlinge einzud&auml;mmen.<\/p>\n<p>Karin Schmitt-Promny kritisierte die Rede von den &#8218;Wohlstandsfl&uuml;chtlingen&#8216; bei Plahr. Das Wohlstandsgef&auml;lle sei auch ein Erbe der kolonialen Vergangenheit Europas, deren negative Auswirkungen bis heute andauern. Daneben kritisierte sie die mangelhafte Abgrenzung zu Diktaturen in Afrika.<br \/>Ole Erdmann (SPD) sah in der Problemanalyse gro&szlig;e Einigkeit zwischen Amnesty International und den Parteien. Der Streit beginne bei der Frage, mit welchen praktischen Schritten eine Verbesserung der Situation zu erzielen sei.<\/p>\n<p>In der EU setzten sich Kommission und Parlament f&uuml;r einen weniger restriktiven Umgang mit Fl&uuml;chtlingen ein, als dies in vielen nordeurop&auml;ischen Staaten der Fall sei. Eine St&auml;rkung der gesamteurop&auml;ischen Ebene sei deshalb f&uuml;r den Fl&uuml;chtlingsschutz gewinnbringend. Zugleich betonte er die Notwendigkeit einer umfassenden europ&auml;ischen Migrationspolitik: &#8222;Europa braucht Einwanderung.&#8220; Daf&uuml;r m&uuml;sste aber noch die n&ouml;tige Akzeptanz in der Bev&ouml;lkerung erreicht werden.<\/p>\n<p>Isabelle Casel (Die Linke) sprach sich daf&uuml;r aus, dass alle Fl&uuml;chtlinge unabh&auml;ngig von ihren Fluchtgr&uuml;nden aufgenommen und gleichm&auml;&szlig;ig auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden. Der derzeitige Zustand sei nicht hinnehmbar: &#8222;Die Linke steht konsequent f&uuml;r das Recht auf Asyl!&#8220; Um die Ursachen der Flucht zu bek&auml;mpfen, sollten die Mitgliedsstaaten ihre Etats f&uuml;r Entwicklungshilfe auf 0,7% des Bruttoinlandsprodukts anheben und einen umfassenden Schuldenerlass f&uuml;r die betroffenen Staaten gew&auml;hren.<\/p>\n<p>Im Freihandel k&ouml;nne sie jedoch keine L&ouml;sung des Problems sehen; sie forderte im Gegenteil &#8222;Importz&ouml;lle in den Entwicklungsl&auml;ndern&#8220;, damit sich deren &Ouml;konomien ungehindert entwickeln k&ouml;nnen. Der Lissaboner Vertrag versch&auml;rfe die bisherige Abschottungspolitik der EU, denn in ihm sei sogar vorgesehen, dass &#8222;den Auswirkungen der Klimakrise mit milit&auml;rischen Ma&szlig;nahmen&#8220; begegnet werden k&ouml;nne, so Casel. Sie kritisierte des weiteren die milit&auml;rische, bisweilen geheimdienstlich operierende europ&auml;ische Grenzschutzagentur (FRONTEX).<\/p>\n<p>Diese funktioniere als &#8222;Fl&uuml;chtlings-Abwehragentur&#8220; und geh&ouml;re abgeschafft bzw. in eine Aufnahmeagentur transformiert. <br \/>Zur Diskussion um die Fluchtgr&uuml;nde wurde aus dem Publikum heraus der ehemalige Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen, Jean Ziegler, mit der Forderung zitiert, man solle k&uuml;nftig Hunger als Asylgrund anerkennen &#8211; eine Forderung, die au&szlig;er Casels alle anderen Kandidaten ablehnten.<\/p>\n<h5><span id=\"die-demokratische-legitimation-der-eu\">Die demokra&shy;ti&shy;sche Legiti&shy;ma&shy;tion der EU<\/span><\/h5>\n<p>Zweites Thema des Abends waren die Bedeutung der Grundrechte in Europa und die demokratische Legitimation der EU.<\/p>\n<p>Hierbei wurden die Kandidaten zu den Grundlinien der Europapolitik befragt: Wie kann die europ&auml;ische Integration durch immer neue Vertragswerke gelingen? Welche Rolle spielt das Fehlen einer kritischen &Ouml;ffentlichkeit auf europ&auml;ischer Ebene? Warum gab es zum Vertrag von Lissabon keine Volksabstimmung in Deutschland? Wie k&ouml;nnen weitere Grundrechtseingriffe im Bereich der Innen- und Rechtspolitik verhindert werden?<\/p>\n<p>Ole Erdmann sah im Lissaboner Vertrag einen gro&szlig;en Fortschritt, da er insbesondere zur &#8222;Beschleunigung k&uuml;nftiger Entscheidungsprozesse&#8220; beitragen werde. Neben der Legitimit&auml;t des politischen Handelns auf europ&auml;ischer Ebene gehe es vorrangig um &#8216;Output-Legitimation&#8217;: &#8222;Die Menschen m&uuml;ssen sehen, dass die EU ihnen hilft.&#8220; Der neue Vertrag schaffe erst jene politische Arena, in der dann um Mehrheiten &#8211; etwa f&uuml;r eine st&auml;rkere Beachtung der Grundrechte &#8211; geworben werden k&ouml;nne. Zudem w&uuml;rden die Zust&auml;ndigkeiten und Entscheidungswege durch den Vertrag von Lissabon vereinfacht, was neben der St&auml;rkung des Europaparlaments zur Bildung einer europ&auml;ischen &Ouml;ffentlichkeit beitragen k&ouml;nnte.<\/p>\n<p>Karin Schmitt-Promny stimmte dieser hoffnungsvollen Sicht auf den Vertrag von Lissabon zu: Auch sie w&uuml;nsche sich eine st&auml;rkere kritische &Ouml;ffentlichkeit; auch sie sei eine leidenschaftliche Bef&uuml;rworterin des vorliegenden Vertragswerks, denn: &#8222;Dieser Vertrag stellt nicht das Ende, sondern eine Etappe der europ&auml;ischen Integration dar. Fortschritte in Sachen Demokratie und B&uuml;rgerrechte k&ouml;nnen bei weiteren Vertragswerken erzielt werden.&#8220;<br \/>Alexander Plahr ging noch einen Schritt weiter, indem er behauptete, dass das Thema &#8216;Lissabon-Vertrag&#8217; gar keine Rolle im Europawahlkampf mehr spiele: &#8222;Die Entscheidung ist gelaufen.<\/p>\n<p>Der Lissabon-Vertrag steht hier nicht zur Abstimmung.&#8220; Nat&uuml;rlich k&ouml;nne man das Vertragswerk kritisieren, aber der derzeitige Zustand sei noch viel kritikw&uuml;rdiger. Zur St&auml;rkung der europ&auml;ischen &Ouml;ffentlichkeit bedarf es aus seiner Sicht einer Harmonisierung des Wahlrechts. Wenn gleichsam 27 Einzelabstimmungen zum Europaparlament stattfinden, k&ouml;nnten die Gemeinsamkeiten nicht sichtbar werden, eine gesamteurop&auml;ische Diskussion sich nicht herausbilden.<\/p>\n<p>Isabelle Casel wandte sich gegen ihre Vorredner, die den Vertrag als das kleinere &Uuml;bel zur jetzigen Situation akzeptierten. Sie kritisierte vor allem den zu geringen Stellenwert sozialer Grundrechte und eine Tendenz zur Militarisierung der gemeinsamen Au&szlig;enpolitik. Zudem forderte sie eine systemoffene Beschreibung der europ&auml;ischen Wirtschaftspolitik, wohingegen der Vertrag die Marktwirtschaft als allein geltende Maxime festschreibe. Sie kritisierte die mangelhafte Gewaltenteilung in der EU und sprach sich f&uuml;r einen neuen Verfassungsentwurf aus, der von einem Konvent &#8222;im Dialog mit den B&uuml;rgern&#8220; erarbeitet werden solle.<\/p>\n<p>In der anschlie&szlig;enden Fragerunde sprachen sich alle Kandidaten f&uuml;r die M&ouml;glichkeit eines europaweiten Volksentscheides aus. Bei der Frage, ob &uuml;ber weitere EU-Vertr&auml;ge durch einen Volksentscheid entschieden werden solle, legte sich jedoch nur Casel fest, die solche Abstimmungen f&uuml;r obligatorisch hielt. Plahr und Erdmann warnten hingegen, dass bei europ&auml;ischen Volksabstimmungen die B&uuml;rger oft nur aus Protest gegen ihre jeweiligen Regierungen die zur Abstimmung stehenden Vorschl&auml;ge ablehnten.<\/p>\n<h5><span id=\"europaeische-politik-und-ihre-auswirkungen-auf-die-buergerrechte-beispiel-datenschutz\">Europ&auml;ische Politik und ihre Auswir&shy;kungen auf die B&uuml;rger&shy;rechte &ndash; Beispiel Datenschutz<\/span><\/h5>\n<p>Im dritten thematischen Block folgte ein konkretes Fallbeispiel europ&auml;ischer Politik: die Vorratsdatenspeicherung und mit ihr die Auswirkungen innen- und rechtspolitischen Handelns der EU auf den Datenschutz der B&uuml;rger. Rainer Scholl von der Humanistischen Union kritisierte den Entscheidungsweg, der zur entsprechenden EU-Richtlinie gef&uuml;hrt hatte.<\/p>\n<p>Ohne Beteiligung der &Ouml;ffentlichkeit, ohne R&uuml;cksicht auf die Bedenken hinsichtlich der Risiken und der mangelnden Wirksamkeit des Vorhabens sei das Vorhaben umgesetzt worden. Die deutsche Bundesregierung habe sich auf ihre Umsetzungspflicht berufen, dabei sei sie selbst auf europ&auml;ischer Ebene an der Entwicklung der Vorgaben beteiligt gewesen. Hier zeige sich, wie nationale Regierungen die europ&auml;ische Ebene missbrauchen k&ouml;nnten, indem sie unpopul&auml;re Ma&szlig;nahmen &#8218;durch die Hintert&uuml;r&#8216; durchsetzen.<\/p>\n<p>Alexander Plahr betonte, dass die FDP die Vorratsdatenspeicherung auf nationaler und europ&auml;ischer Ebene &#8222;entschieden abgelehnt&#8220; habe. Die Europ&auml;ische Union d&uuml;rfe jedoch nicht als abstrakter Gegner der Grundrechte betrachtet werden. &#8222;Es gibt f&uuml;r derartige Ma&szlig;nahmen Politiker, die &#8211; wie die Bundesregierung &#8211; pers&ouml;nlich verantwortlich sind!&#8220;, so Plahr.<\/p>\n<p>Problematisch sei, dass auf europ&auml;ischer Ebene keine klare Trennung von Regierung und Opposition bestehe, was die politische Verantwortlichkeit f&uuml;r einzelne Ma&szlig;nahmen verschleiere.<br \/>Isabelle Casel erinnerte daran, dass die Grundrechte nicht nur von der gro&szlig;en Koalition, sondern auch unter der rot-gr&uuml;nen Vorg&auml;ngerregierung &#8222;massiv beschnitten&#8220; wurden. Einig war sie sich mit Plahr, dass die Regierungen der Mitgliedsstaaten, und nicht die abstrakte Institution EU f&uuml;r diese Entwicklungen verantwortlich zu machen sei. &#8222;Wir sind heute die Partei des Grundgesetzes&#8220;, erkl&auml;rte sie augenzwinkernd und verwies auf die Forderungen der Linken, wonach die Speicherung biometrischer Daten abgeschafft und der Arbeitnehmerdatenschutz gesetzlich gest&auml;rkt werden sollen.<\/p>\n<p>Ole Erdmann befand sich nach eigenen Angaben bei der Vorratsdatenspeicherung in einer unangenehmen Situation: Die Sozialisten im Europaparlament und die SPD im Bundestag h&auml;tten der Vorratsdatenspeicherung zugestimmt. &#8222;Aber wir sind als Sozialdemokraten in der Region anderer Meinung, deshalb hat unser Bonner Bundestagsabgeordneter Ulrich Kelber auch dagegen gestimmt&#8220;, so Erdmann.<\/p>\n<p>Karin Schmitt-Promny wandte sich gegen die Angriffe an die Adresse der ehemaligen rot-gr&uuml;nen Bundesregierung: &#8222;Ich stehe zu den Fehlern von Rot-Gr&uuml;n, aber im Bereich des Datenschutzes und der B&uuml;rgerrechte habe ich ein reines Gewissen&#8220;. Schmitt-Promny betonte, dass es neben gesetzlichen Ma&szlig;nahmen f&uuml;r die St&auml;rkung des Datenschutzes auch darauf ankomme, den jungen Menschen Medienkompetenzen zu vermitteln. Niemand wolle auf das Internet verzichten, also m&uuml;sse man lernen, wie man sicher mit ihm umgehe.<\/p>\n<h5><span id=\"mehr-soziale-buergerrechte-oder-mehr-wirtschaftliche-freiheit\">Mehr soziale B&uuml;rger&shy;rechte oder <br \/>mehr wirtschaft&shy;liche Freiheit?<\/span><\/h5>\n<p>Zum Abschluss hatten die Zuh&ouml;rer Gelegenheit, weitere Fragen an die Kandidaten zu formulieren. Au&szlig;erdem sollten die Kandidaten pr&auml;gnant zusammenfassen, warum man ausgerechnet ihre Partei w&auml;hlen solle. Da alle Parteivertreter immer wieder betonten, dass sie die menschen- und b&uuml;rgerrechtlichen Anliegen von Organisationen wie Amnesty International und Humanistischer Union unterst&uuml;tzten, wurde eher allgemeine Priorit&auml;ten der Parteien sichtbar &#8211; mehr wirtschaftliche Freiheit oder mehr soziale B&uuml;rgerrechte als &#8222;zweite Seite der grundrechtlichen Medaille&#8220; war an diesem Abend die Frage.<\/p>\n<p>Ole Erdmann war am ehesten bereit einzugestehen, dass er im politischen Alltagsgesch&auml;ft die B&uuml;rgerrechte als ein politisches Ziel unter anderen ansehe: &#8222;Die Sozialisten in Europa stehen f&uuml;r eine Ber&uuml;cksichtigung dieses Themas, aber wichtig sind uns auch die sozialen Rechte. Der Genuss sozialer Rechte ist f&uuml;r die Menschen geradezu Voraussetzung, um die b&uuml;rgerlichen Freiheitsrechte &uuml;berhaupt erst nutzen zu k&ouml;nnen.&#8220;<br \/>Karin Schmitt-Promny betonte den Wert der Zivilgesellschaft: &#8222;Initiativen wie die ihren sind Voraussetzung unseres politischen Handelns. Wir m&uuml;ssen f&uuml;r eine St&auml;rkung der au&szlig;erparlamentarischen Bewegungen eintreten und st&auml;rker zwischen Politik und Zivilgesellschaft kommunizieren.&#8220; Die Wahrung der Menschen- und B&uuml;rgerrechte sei eines von vier politischen Schwerpunkten, die die Gr&uuml;nen im Europawahlkampf neben der Wirtschafts-, Sozial-, und Umweltpolitik gesetzt h&auml;tten.<\/p>\n<p>Alexander Plahr reagierte darauf, indem er die B&uuml;rgerrechte gleich in einem noch exklusiveren Kreis ansiedeln wollte: &#8222;Die B&uuml;rgerrechte sind eines zweier liberaler Schwerpunktthemen. Daneben steht die wirtschaftliche Leistung. Wirtschaftliche Leistung und b&uuml;rgerliche Freiheiten gehen nur zusammen!&#8220; Plahr sah im &Uuml;brigen eine Trendwende in der Diskussion um pers&ouml;nliche Freiheiten: &#8222;Den Sch&auml;ubles dieser Welt wird langsam Einhalt geboten.&#8220;<\/p>\n<p>Isabelle Casel von der Linken betonte zum Abschluss, dass es notwendig sei, die sozialen B&uuml;rgerrechte st&auml;rker als in der Vergangenheit auf der europ&auml;ischen Ebene zu verankern. Ihre Partei stehe f&uuml;r ein B&uuml;ndnis mit zivilgesellschaftlichen Gruppen und f&uuml;r eine demokratisch legitimierte Politik. &#8222;Die EU soll sich als B&uuml;ndnis f&uuml;r die Menschen und nicht als ein weiteres Verteidigungsb&uuml;ndnis verstehen&#8220;, so Casel, was unter anderem durch einen europaweiten Mindestlohn m&ouml;glich sei.<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8212;<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Insgesamt verlief der Abend aus Sicht der Veranstalter erfolgreich. Neben dem Einblick in die Wahlprogramme und Positionen der Parteien, den das Publikum an diesem Abend erhielt, wurde umgekehrt auch den Kandidat\/innen eine Botschaft mitgegeben: Wie wichtig Menschen- und B&uuml;rgerrechte f&uuml;r viele W&auml;hler sind. Eine Wiederholung des Veranstaltungsformates bei weiteren in diesem Jahr stattfindenden Wahlen ist deshalb nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p><i>Florian Beger<br \/>vom Regionalverband K&ouml;ln\/Bonn der Humanistischen Union<\/i> <br \/><a href=\"http:\/\/www.florianbeger.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>www.florianbeger.de<\/i><\/a><\/p>\n","protected":false},"featured_media":4179,"template":"","categories":[],"tags":[695],"autoren":[1612],"publikationen":[929],"class_list":["post-9251","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-veranstaltungen-berichte","autoren-florian-beger","publikationen-205-206"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Menschen- und B\u00fcrgerrechte in Europa. 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