{"id":9352,"date":"2008-08-08T13:53:00","date_gmt":"2008-08-08T11:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/fuer-unsere-versammlungsfreiheit\/"},"modified":"2021-08-31T10:14:20","modified_gmt":"2021-08-31T08:14:20","slug":"fuer-unsere-versammlungsfreiheit","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/201\/publikation\/fuer-unsere-versammlungsfreiheit\/","title":{"rendered":"F\u00fcr unsere Versammlungsfreiheit"},"content":{"rendered":"<p>Breiter Protest gegen neues bayerisches Versammlungsgesetz. Aus: Mitteilungen Nr. 201, S. 12-14<\/p>\n<div><span class=\"migrated-image\"><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Demo210608_2.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4234 size-medium\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Demo210608_2-600x450.jpg\" alt=\"F&uuml;r unsere Versammlungsfreiheit\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Demo210608_2-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Demo210608_2-768x575.jpg 768w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Demo210608_2-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Demo210608_2-450x337.jpg 450w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Demo210608_2.jpg 956w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"news-single-imgcaption\">\n<\/div>\n<p><i>Der bayerische Landtag hat am 16. Juli ein neues Versammlungsgesetz beschlossen, dass zahlreiche H&uuml;rden f&uuml;r die Anmeldung und Durchf&uuml;hrung von Demonstrationen aufbaut. Gegen das Vorhaben hatte sich sowohl in den parlamentarischen Beratungen als auf der Stra&szlig;e viel Kritik aufgebaut. Seit Mai diesen Jahres protestierte ein breites B&uuml;ndnis aus Gewerkschaften, Parteien und NGOs &ndash; darunter auch die Humanistische Union &ndash; gegen die drohenden Einschr&auml;nkungen der Versammlungsfreiheit in Bayern. Auf der gemeinsamen Abschlussdemonstration des B&uuml;ndnisses am 20. Juni 2008 in M&uuml;nchen sprach Dr. Klaus Hahnzog, Beiratsmitglied der Humanistischen Union. Wir dokumentieren hier seine Rede vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Versammlung:<\/i><br \/>&nbsp;<br \/>Solange es in Deutschland den Kampf um demokratische Freiheiten gab, stand das Recht auf friedliche Versammlungen mit im Mittelpunkt. Jetzt droht in Bayern ein schlimmer R&uuml;ckschritt. Diesen R&uuml;ckschritt darf es nicht geben.<\/p>\n<p>Zun&auml;chst ist man ja zuversichtlich, wenn man folgende Feststellung liest: &#8222;<i>Die Versammlungsfreiheit ist Ausdruck der Freiheit, der Unabh&auml;ngigkeit und des Selbstbewusstseins m&uuml;ndiger B&uuml;rger.<\/i>&#8220; Das ist &ndash; man h&ouml;re und staune &ndash; der erste Satz des Gesetzentwurfs der Bayerischen Staatsregierung. Was dann folgt in diesem Gesetzentwurf und im umfangreichen, jedoch im Kern blo&szlig; kosmetischen &Auml;nderungsantrag der CSU, zeigt aber leider, dass der Eingangssatz purer Etikettenschwindel ist.<\/p>\n<p>Dabei hat die weitgehend auf Wilhelm Hoegner zur&uuml;ckgehende erste deutsche Verfassung nach der Befreiung von den Nazis 1946 in Art. 113 bestimmt: &#8222;<i>Alle Bewohner Bayerns haben das Recht sich ohne Anmeldung oder besondere Erlaubnis friedlich und unbewaffnet zu versammeln.<\/i>&#8220; Berichterstatter bei der Beratungen war &uuml;brigens der sp&auml;tere Staatssekret&auml;r Lacherbauer von der CSU. Das Grundgesetz ist dem fast wortgleich in Art. 8 gefolgt, hat allerdings einen Gesetzesvorbehalt f&uuml;r Versammlungen unter freiem Himmel hinzugef&uuml;gt.<\/p>\n<p>Das, was die CSU jetzt beabsichtigt, ist unw&uuml;rdig f&uuml;r ein Land, das sich stolz Freistaat nennt. Die f&uuml;r unsere Demokratie bitter notwendige &#8222;<i>Pressefreiheit der kleinen Leute<\/i>&#8220; ist dann dahin. Ich begr&uuml;&szlig;e es au&szlig;erordentlich, dass von einem breiten B&uuml;ndnis gegen dieses in Wahrheit Versammlungsbehinderungs- und -verhinderungsgesetz Widerstand geleistet wird: Von den Gewerkschaften &uuml;ber alle demokratischen Parteien bis hin zum Bund Naturschutz, dem Tierschutzverband Bayern, Journalisten, Richtern, Rechtsanw&auml;lten, vielen Gruppierungen, die sich f&uuml;r Frieden, Toleranz und gegen Neonazis und Rassismus einsetzen, Sch&uuml;ler, Studenten, Eltern, Lehrer, die Arbeitsgemeinschaft der Ausl&auml;nderbeir&auml;te, Wohlfahrtsverb&auml;nde, der Datenschutzbeauftragte &#8211; ich kann ja nicht alle aufz&auml;hlen &ndash; nur noch vielleicht meine Humanistische Union, die zwar kleiner ist als der Bayerische Bauernverband, aber im Kampf um die Grundrechte schon &ouml;fters in Karlsruhe erfolgreich war.<\/p>\n<p>Die CSU versucht dem oft mit unverhohlener Arroganz zu begegnen. So haben sich etwa die ver.di-Senioren aus Hannover besorgt an die Landtagsfraktionen gewandt, weil sie &ndash; nicht zu Unrecht &ndash; bef&uuml;rchten, dass in Bayern ein Pilotprojekt f&uuml;r andere L&auml;nder entstehen k&ouml;nnte. Die Antwort des federf&uuml;hrenden CSU Abgeordneten Welnhofer lautete u. a.: &bdquo;<i>Das seien v&ouml;llig substanzlose Bef&uuml;rchtungen, diese k&ouml;nnen Sie getrost vergessen.<\/i>&#8220; Meine pers&ouml;nliche kritische Bewertung ergibt sich aus vielerlei Erfahrungen:<\/p>\n<p>&bull;&nbsp;17 Jahre bayerischer Verfassungsrichter, dort immer noch aktiv, zuvor drei Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesverfassungsgericht,<\/p>\n<p>&bull;&nbsp;neun Jahre lang Kreisverwaltungsreferent in M&uuml;nchen und damit auch verantwortlich f&uuml;r die Versammlungsbeh&ouml;rde mit vielen Hunderten von F&auml;llen,<\/p>\n<p>&bull;&nbsp;aber auch als Teilnehmer vieler Demonstrationen von Wackersdorf, Mutlangen, Bonn, f&uuml;r Frieden und Anti-Apartheid bis hin zum Transrapid und Vorratsdatenspeicherung<\/p>\n<p>&bull;&nbsp;und als Sachverst&auml;ndiger im Bayerischen und S&auml;chsischen Landtag.<\/p>\n<p>Das Vorhaben der CSU und der Staatsregierung ist vor allem durch Dreierlei gekennzeichnet:<\/p>\n<p>1. &nbsp;von weiterer B&uuml;rokratisierung,<br \/>2. &nbsp;von verfassungsrechtlichen Verst&ouml;&szlig;en,<br \/>3. &nbsp;von einer H&auml;ufung von Straf- und Ordnungswidrigkeitstatbest&auml;nden.<\/p>\n<h5>Einige Beispiele<\/h5>\n<p>a) Im Grundgesetz und der noch versammlungsfreundlichen Bayerischen Verfassung hei&szlig;t es &bdquo;<i>ohne Anmeldung<\/i>&#8222;. Das wird im Gesetzentwurf einfach umformuliert. Statt Anmeldung hei&szlig;t es in Zukunft &bdquo;nur&#8220; Anzeige. Da kann keiner einen Unterschied benennen, gleichzeitig wird aber unverhohlen die Zahl der erforderlichen Angaben erh&ouml;ht. Zugleich wird ein Bu&szlig;geld bis zu 3.000 Euro eingef&uuml;hrt, wenn ein Punkt nicht &bdquo;<i>richtig oder nicht vollst&auml;ndig<\/i>&#8220; angezeigt ist. Die bisherige Anmeldfrist von 48 Stunden wird auf 72 Stunden erh&ouml;ht. Die Gewerkschaften bef&uuml;rchten zu Recht, dass damit mancher &Uuml;berraschungseffekt gef&auml;hrdet wird.<\/p>\n<p>b) Jahrzehntelang waren in Bayern drei Personen die Mindestzahl f&uuml;r eine Versammlung. In Zukunft sollen es zwei Personen sein. Damit w&uuml;rden zwei Streikposten, zwei Flugblattverteiler, zwei Wahlk&auml;mpfer bereits anzeigepflichtig. Das erinnert fast an das Jahr 1874. Damals, vor &uuml;ber 130 Jahren, wurde ein sozialdemokratischer Redakteur der &bdquo;Hofer Zeitung&#8220;, der die vom Polizeireferenten erlassenen Versammlungsverbote kritisierte, u. a. wegen folgenden Gedichts wegen Beleidigung zu drei Monaten Gef&auml;ngnis verurteilt:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&bdquo;1. Wo Zweie steh&#8217;n und fl&uuml;stern, <br \/>da sieht die Polizei,<br \/>den Himmel sich verd&uuml;stern <br \/>und riecht Rebellerei.<br \/>F&auml;ngt an zu arretieren,<br \/>denn es k&ouml;nnt zu Aufruhr f&uuml;hren.\n<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&#8230;\n<\/p>\n<p class=\"bodytext\">4. Will einer sich versammeln,<br \/>&#8218;rennt flugs ein Commiss&auml;r, <br \/>das Maul ihm zu verrammeln <br \/>dem frechen R&auml;son&auml;r.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Hoffentlich kommt es nicht auch noch zu Vers 4.<\/p>\n<p>c) Es k&ouml;nnen detaillierte pers&ouml;nliche Daten bis zu Geburtstag und Geburtsort von Versammlungsleiter und Ordner verlangt werden, bei einer Demonstration mit 10.000 Teilnehmern von 200 Ordnern.<\/p>\n<p>d) Die bisherige M&ouml;glichkeit, per Telefon anzumelden, wurde gestrichen. Im Rahmen ihrer kosmetischen &bdquo;Verbesserungen&#8220; will die CSU dies wieder zulassen, allerdings nicht f&uuml;r den Normalfall, sondern nur f&uuml;r Eilversammlungen.<\/p>\n<p>Allein diese Beispiele zeigen, wie die B&uuml;rokratie anwachsen wird. Bei Infost&auml;nden von ver.di-Senioren mit 10 Teilnehmern sind Bescheide schon jetzt 11 Seiten stark nebst zwei Anlagen. In M&uuml;nchen gab es schon im vergangenen Jahr 782 anzeigepflichtige Versammlungen unter freiem Himmel, dann werden bald die 1000 &uuml;berschritten sein. Vielleicht w&auml;re es besser, wenn Edmund Stoiber statt in Br&uuml;ssel in Bayern f&uuml;r Entb&uuml;rokratisierung sorgen w&uuml;rde. Die CSU zieht doch auch sonst gegen aus ihrer Sicht bestehende &Uuml;berregulierungen zu Felde: Beim K&uuml;ndigungsschutz, beim Mindestlohn, beim Energiesparen.<\/p>\n<p>e) Versammlungsrecht ist von Natur aus sehr verfassungsgepr&auml;gt. Hier einige besonders bedenkliche geplante Vorschriften:<br \/><b>Das Militanzverbot<\/b>. Ich zitiere aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung: &bdquo;<i>Zu den Verhaltensweisen, die den Eindruck einsch&uuml;chternder Militanz und Gewaltbereitschaft erwecken k&ouml;nnen, z&auml;hlen insbesondere Trommelschlagen, Marschieren in Formation oder im Gleichschritt sowie das Mitf&uuml;hren und Verwenden von Fahnen, Fackeln oder Abzeichen. Auch hier ist aber zu beachten, dass etwa das Mitf&uuml;hren von Trommeln, Fahnen und anderen Hilfsmitteln zur Wirksamkeitssteigerung der Versammlung grunds&auml;tzlich erlaubt bleibt und nur dann unter das Militanzverbot f&auml;llt, wenn ein Gesamteindruck entsteht, der Gewalt- und Kampfbereitschaft vermittelt und andere einsch&uuml;chtert.<\/i>&ldquo; Selbst viele Polizisten haben unter der rechtsstaatlichen Forderung auf &bdquo;Normenklarheit&#8220; &ndash; die f&uuml;r Beh&ouml;rden und Betroffene gilt &ndash; Angst vor der Aufgabe, den &bdquo;Gesamteindruck&#8220; zu beurteilen.<\/p>\n<p>Die Behandlung der schon oben erw&auml;hnten <b>Daten von Versammlungsleitern und Ordnern<\/b>. Allein nutzen diese gar nichts, zur Bewertung m&uuml;ssen dann in der Regel Polizei- und Verfassungsschutzbeh&ouml;rden gefragt werden. So wurde dann auch von Versammlungsbeh&ouml;rden gefordert, es sollten Informationsvorschriften wie nach dem Verfassungsschutzgesetz geschaffen werden. Letzten Endes werden dann Dateien entstehen. Da ist vielleicht ersichtlich: Aha: Sicherheitskonferenz in M&uuml;nchen, Flughafendemo gegen Abschiebung, G8 in Heiligendamm. Zwar keine individuellen Verst&ouml;&szlig;e, aber das erinnert mich an unsere Regel beim Stra&szlig;enfu&szlig;ball: Drei Ecken ein Elfmeter. Die Folgen werden bemerkbar, etwa bei der Jobsuche am Flughafen oder in einem sonst sicherheitsrelevanten Bereich, der bei uns als drittgr&ouml;&szlig;tem Waffenexporteur sehr gro&szlig; ist.<\/p>\n<p>Die <b>Datenerhebung durch Film, Tonband, Notizen <\/b>usw. Da wird von Datensch&uuml;tzern offiziell bem&auml;ngelt, dass &Uuml;bersichtsaufzeichnungen bis zu einem Jahr aufgehoben werden. Mit der heutigen Technik kann dann jeder einzelne Teilnehmer identifiziert werden. Die Datenerhebungen k&ouml;nnen u. U. auch geheim erfolgen. Dies gilt selbst f&uuml;r Veranstaltungen in geschlossenen R&auml;umen, wo sie generell, auch offen bisher nicht durch Art. 8 Abs. 2 Grundgesetz gedeckt waren. Erstaunlich &ndash; insbesondere wohl f&uuml;r die CSU selbst &ndash; war, dass beim Hearing im Landtag am 8. Mai diesen Jahres auch drei von der CSU benannte Professoren an vielen Punkten verfassungsrechtliche Bedenken erhoben.<\/p>\n<p>f) Die mit Strafe (bis zu zwei Jahren Gef&auml;ngnis oder Geldstrafe) oder Bu&szlig;geld (bis zu 3.000 Euro) <b>sanktionierten Verst&ouml;&szlig;e <\/b>sind ausgeweitet worden. Insgesamt sind es jetzt fast 30. In Zukunft empfiehlt sich f&uuml;r alle ein kleines juristisches Staatsexamen, bevor man zu einer Demo geht.<\/p>\n<p>Die Summe dieser restriktiven, zum Teil verfassungswidrigen Vorschriften ergibt, dass das Gesetz insgesamt nicht der Verfassung entspricht. Das Bundesverfassungsgericht hat in den letzten Jahren in einer Vielzahl von leider notwendigen, aber begr&uuml;&szlig;enswerten Urteilen vom Lauschangriff &uuml;ber Rasterfahndung bis hin zur Online-Durchsuchung immer wieder betont, die Grundprinzipien des Grundgesetzes sch&uuml;tzen die &bdquo;Unbefangenheit&#8220; des Einzelnen und wenden sich gegen die &bdquo;Einsch&uuml;chterung&#8220; des nicht unter Generalverdacht stehenden B&uuml;rgers. Der Veranstalter, Ordner oder Teilnehmer einer friedlichen Versammlung muss doch mindestens so gesch&uuml;tzt werden wie ein Autofahrer vor dem unb&auml;ndigen Autokennzeichenscanning. Vor einiger Zeit hat Herr Minister Herrmann ja in N&uuml;rnberg mit dem Dalai Lama gesprochen. Da ging es bestimmt auch um die Versammlungsfreiheit in China und Tibet. Hoffentlich hat der Dalai Lama nicht dieses geplante Gesetz mitgenommen. Da k&auml;me er vom &bdquo;Regen in die Traufe&#8220;.<\/p>\n<p>Nun versucht die CSU ihr Vorhaben damit zu begr&uuml;nden, Ziel sei, Versammlungen der Neonazis besser einschr&auml;nken oder verbieten zu k&ouml;nnen. In Wirklichkeit treffen die Versch&auml;rfungen aber alle, kleine und gro&szlig;e Versammlungen. Zum Teil werden sich viele &uuml;berlegen, ob sie die vielen, oft nicht &uuml;berschaubaren Risiken &uuml;berhaupt auf sich nehmen wollen. Das schadet der Demokratie. Herr Minister Herrmann br&uuml;stet sich in bew&auml;hrter CSU-Manier wieder einmal damit, Bayern sei das erste Land, das das Problem angepackt hat. Die S&auml;chsische Staatsregierung hat aber schon zuvor einen eigenen Gesetzentwurf vorgelegt. Dieser &uuml;bernimmt das Bundesversammlungsgesetz &#8211; nat&uuml;rlich in seiner Ausgestaltung durch die liberale Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts &#8211; als Landesrecht und schafft &auml;hnlich wie dieses eigene Regelungen f&uuml;r sch&uuml;tzenswerte Tage und Orte vor Neonazi-Kundgebungen und Aufm&auml;rsche. Das g&auml;lte bei uns etwa f&uuml;r die KZ-Gedenkst&auml;tten Dachau und Flossenb&uuml;rg oder das ehemalige Reichsparteitagsgel&auml;nde in N&uuml;rnberg.<\/p>\n<p>Vor allem ist aber auch gegen die Rechtsextremen b&uuml;rgerschaftliches Engagement der Demokraten wirksam und sinnvoll. Wie Sachsen werden auch Brandenburg und Sachsen-Anhalt verfahren. Dort k&auml;me niemand auf den Gedanken, etwas wie in Bayern zu machen. Dort sind die Rufe &bdquo;Wir sind&nbsp; das Volk&#8220; und die Montagsdemonstrationen in vielen St&auml;dten nicht vergessen. Auch wir sollten an Willy Brandts Aufforderung &bdquo;Mehr Demokratie wagen&#8220; denken.<\/p>\n<p>Wir werden weiterhin gegen diesen bayerischen Sonderweg k&auml;mpfen. Wenn er von der CSU weiter verfolgt wird, dann im n&auml;chsten Landtag und auch vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Schreibt in den n&auml;chsten Tagen noch Petitionen an den Landtag. Wir werden nicht locker lassen. Die Stra&szlig;en und Pl&auml;tze sollen auch in Zukunft allen geh&ouml;ren, die friedlich demonstrieren wollen. Wir wollen, dass die Versammlungsfreiheit das bleibt, als was sie das Bundesverfassungsgericht bezeichnet hat: &bdquo;<i>Ein St&uuml;ck urspr&uuml;nglicher ungeb&auml;ndigter unmittelbarer Demokratie<\/i>&#8222;.<\/p>\n<p><i>Dr. Klaus Hahnzog<\/i><\/p>\n<p><i>Die bayerische SPD hat nach der Verabschiedung des Gesetzes angek&uuml;ndigt, dass sie eine Verfassungsbeschwerde gegen das neue Versammlungsgesetz pr&uuml;fe.<\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":4234,"template":"","categories":[],"tags":[670],"autoren":[523],"publikationen":[934],"class_list":["post-9352","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-versammlungsfreiheit","autoren-klaus-hahnzog","publikationen-934"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>F\u00fcr unsere Versammlungsfreiheit - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/201\/publikation\/fuer-unsere-versammlungsfreiheit\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"F\u00fcr unsere Versammlungsfreiheit - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Breiter Protest gegen neues bayerisches Versammlungsgesetz. 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