{"id":9410,"date":"2007-11-29T11:14:00","date_gmt":"2007-11-29T10:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/filme-fuer-eine-bessere-welt\/"},"modified":"2021-08-30T15:40:08","modified_gmt":"2021-08-30T13:40:08","slug":"filme-fuer-eine-bessere-welt","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/199\/publikation\/filme-fuer-eine-bessere-welt\/","title":{"rendered":"Filme f\u00fcr eine bessere Welt"},"content":{"rendered":"<p>Humanistische Union und Gustav Heinemann-Initiative engagieren sich beim &bdquo;One World Berlin&#8220; Festival, Mitteilungen Nr. 199, Seite 26 &#8211; 27<\/p>\n<div><span class=\"migrated-image\"><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/oneworld_38.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4259 size-medium\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/oneworld_38-600x299.jpg\" alt=\"Filme f&uuml;r eine bessere Welt\" width=\"600\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/oneworld_38-600x299.jpg 600w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/oneworld_38-768x383.jpg 768w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/oneworld_38-1000x499.jpg 1000w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/oneworld_38-800x399.jpg 800w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/oneworld_38-450x224.jpg 450w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/oneworld_38-540x270.jpg 540w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/oneworld_38.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"news-single-imgcaption\">\n<\/div>\n<p>Seit vier Jahren pr&auml;sentiert das &bdquo;One World Berlin &ndash; Filmfestival f&uuml;r Menschenrechte und Medien&#8220; Dokumentarfilme und l&auml;dt anschlie&szlig;end zu Expertengespr&auml;chen &uuml;ber die Themen ein. Die meisten Filme erleben ihre Deutschlandpremiere beim &bdquo;One World Berlin&#8220; und k&ouml;nnen von den Organisatoren EYZ Media f&uuml;r spezielle Veranstaltungen ausgeliehen werden. Die Humanistische Union Berlin engagierte sich auch dieses Jahr f&uuml;r das One World Berlin-Festival. Gemeinsam mit der Gustav Heinemann-Initiative bestritt die Humanistische Union die Er&ouml;ffnungsveranstaltung, pr&auml;sentierte zwei Filme und bot einen Workshop &uuml;ber die Nutzung von Videos, Filmen und neuen Medien f&uuml;r die B&uuml;rgerrechtsarbeit an.<\/p>\n<p><b>Er&ouml;ffnungsveranstaltung: <br \/>Menschenrechte in Zeiten des Anti-Terror-Kampfes<\/b><\/p>\n<p>Das Festival wurde am Mittwoch, dem 14. November, von seinem diesj&auml;hrigen Schirmherren Bernhard Docke er&ouml;ffnet. Der Rechtsanwalt berichtete von seinen Erfahrungen mit dem US-amerikanischen Rechtssystem und dessen Pervertierung in Guant&aacute;namo. Docke setzte sich f&uuml;r Murat Kurnaz ein, der nach seiner Verhaftung in Pakistan f&uuml;nf Jahr lang ohne Anklage in Guant&aacute;namo festgehalten, erniedrigt und gefoltert wurde. <br \/>Bernhard Docke wies darauf hin, dass der Fall Murat Kurnaz, aber auch die Auszeichnungen, die er f&uuml;r sein Engagement in dieser Sache erhalten hat, ein betr&uuml;bliches Bild auf den Zustand der Menschenrechte zu Beginn des 21. Jahrhunderts werfen. Er habe f&uuml;r seinen Mandanten nur getan, was im 21. Jahrhundert eigentlich selbstverst&auml;ndlich sein sollte: Ein rechtsstaatliches Verfahren, in dem belastende Hinweise offengelegt, M&ouml;glichkeiten der Verteidigung einger&auml;umt und richterliche Entscheidungen geachtet werden. Die Menschenrechte seien von den Vereinten Nationen als krisenfeste, eherne Grunds&auml;tze verabschiedet worden, die immer und &uuml;berall zu gelten haben. Deshalb m&uuml;sste sich die Achtung der Menschenrechte &bdquo;<i>gerade in Zeiten von Krisen, gerade in Zeiten von Kriegen<\/i>&#8220; beweisen.<br \/>Mit welchen Folgen die Menschenrechte in Guant&aacute;namo missachtet werden, wurde bei der anschlie&szlig;enden Lesung mit Tamer Yigit deutlich. Der Schauspieler trug Ausz&uuml;ge aus dem Erlebnisbericht &bdquo;F&uuml;nf Jahre meines Lebens &#8211; Ein Bericht aus Guantanamo&#8220; von Murat Kurnaz vor. Dass die Achtung der Menschenrechte nicht nur seitens der amerikanischen, sondern auch durch die deutsche Regierung infrage gestellt wird, war ein Schwerpunkt der abschlie&szlig;enden Podiumsdiskussion mit Hans-Christian Str&ouml;bele (B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen). Er berichtete von der Arbeit des BND-Untersuchungsausschusses, in dem deutlich wurde, welch sch&auml;biges Spiel deutsche Geheimdienste, Frank-Walter Steinmeier als damaliger Chef des Bundeskanzleramtes und das Bundesinnenministerium mit dem aus Bremen stammenden Kurnaz trieben. W&auml;hrend Mitarbeiter der CIA und des BND, die Kurnaz auf Guant&aacute;namo verh&ouml;rten, schnell von dessen Unschuld &uuml;berzeugt waren, versuchten jene alles, um Kurnaz R&uuml;ckkehr nach Deutschland zu verhindern und verl&auml;ngerten dessen Aufenthalt in dem Folterlager. Es spricht gegen die menschenrechtliche Fundierung deutschen Regierungshandelns, dass sie ihre illegalen Tricks (wie die versuchte Entziehung der Aufenthaltserlaubnis aufgrund einer fehlenden Meldung bei der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde) aber auch ihre fadenscheinige Begr&uuml;ndung, man habe in Kurnaz damals ein Sicherheitsrisiko f&uuml;r Deutschland gesehen, nachtr&auml;glich immer noch als legitime Entscheidung verteidigen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"workshop-zu-filmvideoneue-medien-und-menschenrechtsvermittlung\">Workshop zu &bdquo;Film\/Vi&shy;deo\/&shy;Neue Medien und Menschen&shy;rechts&shy;ver&shy;mitt&shy;lung&ldquo;<\/span><\/h2>\n<p>Auf dem Workshop am 17. November im Haus der Demokratie und Menschenrechte trafen zwei Welten aufeinander. Filmer und B&uuml;rgerrechtler diskutierten mit verschiedenen Schwerpunkten die Frage, wie man gegenseitig voneinander profitieren k&ouml;nne. <br \/>Der ganzt&auml;gige Workshop begann mit einem Einblick in die Arbeit von zwei K&uuml;nstlern. Meira Asher, Musikerin und Soundartist, wurde in den vergangenen Jahren mit multimedialen Performances bekannt, k&uuml;rzlich pr&auml;sentierte sie die experimentelle Dokumentation &bdquo;Woman see lot of things&#8220; &uuml;ber drei Kindersoldatinnen in Sierra Leone und Nigeria. Mit ihrem Film will Asher kein Urteil &uuml;ber die Frauen f&auml;llen, das &uuml;berl&auml;sst sie den Zuschauern. Ihr k&uuml;nstlerischer Ansatz setzt auf Dissonanzen zum Publikum. <br \/>Emmanuel Vaughan-Lee verfolgt mit dem von ihm initiierten &bdquo;Global Oneness Project&#8220; den gegenteiligen Ansatz: Bei seinen Begegnungen mit Menschen stellte er immer wieder fest, dass sie letztendlich alle dasselbe wollten, n&auml;mlich Einheit und Liebe. Mit dem &bdquo;Global Oneness Project&#8220; m&ouml;chte er Dialoge und neue Wege des Denkens und Arbeitens in der Welt ansto&szlig;en. Daf&uuml;r reist er um die Welt, f&uuml;hrt Interviews mit Menschen, die sich f&uuml;r eine bessere Welt engagieren, und stellt die so entstandenen Kurzfilme kostenlos ins Internet. In der sympathisch hemds&auml;rmeligen Art der Amerikaner empfahl er den Teilnehmern, einfach eine Kamera in die Hand zu nehmen und anzufangen. &bdquo;<i>Die Kosten sind nicht mehr so hoch. Und mit dem Internet haben wir die M&ouml;glichkeit, einfach und schnell die Filme zu ver&ouml;ffentlichen<\/i>.&#8220; B&uuml;rgerinitiativen k&ouml;nnten so mit einem gut gemachten Film ein breiteres Publikum erreichen als mit langen Texten.&nbsp; Angie J. Koch, die Chefin des renommierten Filmverleihs Neuzeitfilm, betonte dagegen die gestiegenen Publikumsanspr&uuml;che und die Bedeutung gro&szlig;er Namen, wenn an die Kinoverwertung von Filmen gedacht werde. Sie illustrierte ihre Ausf&uuml;hrungen mit den hochgelobten Dokumentationen &bdquo;The Devil came on Horseback&#8220; und &bdquo;We are together&#8220;. Beide Filme sollen 2008 im Kino laufen. Der erste Film erz&auml;hlt von der Wandlung des amerikanischen Elitesoldaten Brian Steidle, der in Darfur auf einer Beobachtermission war und anschlie&szlig;end die Probleme Darfurs in den USA auf die politische Agenda brachte. An der Werbung f&uuml;r den Film beteilige sich die deutsche NGO &bdquo;Rettet Darfur&#8220; &ndash; umgekehrt werbe der Streifen f&uuml;r deren Kampagne. Ihr Ziel sei, so Angie Koch, verschiedene Gruppen an einen Tisch zu bringen und eine maximale Aufmerksamkeit f&uuml;r das Anliegen des Films zu erreichen. Bei dem zweiten Film, dem ruhig-poetischen &bdquo;We are together&#8220; &uuml;ber das singende Waisenhaus Agape in S&uuml;dafrika, sei die Rolle von bekannten Pers&ouml;nlichkeiten noch wichtiger, so Koch. Auf der Premiere waren Bono, Alicia Keys und Iman. In Deutschland sollen &auml;hnlich bekannte Musiker f&uuml;r die Pr&auml;sentation des Films gewonnen werden. Dr. Claudia Lohrenscheit vom Deutschen Institut f&uuml;r Menschenrechte berichtete &uuml;ber ihre Versuche, Fragen der Menschenrechtsbildung f&uuml;r Jugendliche und J&uuml;ngere aufzubereiten. Bei der Ansprache von Jugendlichen sei es wichtig, dass sie wie Erwachsene angesprochen w&uuml;rden. Das Material m&uuml;sse interaktiv sein, Spa&szlig; machen und auf eigenen Erfahrungen aufbauen. Mit dem Fragebogen &bdquo;Menschenrechts-Bingo&#8220;, den sie auch in der Bildungsarbeit einsetzt, l&ouml;ste sie unter den Teilnehmenden schnell eine intensive Diskussion &uuml;ber verschiedene Menschenrechte aus. So zeigte sie praktisch, wie schwierige Themen angesprochen werden k&ouml;nnen.&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ein-langer-essay-ueber-die-freiheit\">Ein langer Essay &uuml;ber die Freiheit<\/span><\/h2>\n<p>Am Sonntag pr&auml;sentierten HU und GHI die dreist&uuml;ndige BBC-Dokumentation &bdquo;The Trap: What happened to our dream of freedom&#8220; (GB 2007). Curtis zeichnet nach, wie sich w&auml;hrend des Kalten Krieges ein reduzierter Begriff von Freiheit in Wissenschaft und Politik durchsetzt. &bdquo;The Trap&#8220; zeigt eine Politik, die vom selbstbez&uuml;glichen Menschenbild des Rational Choice ausgeht, wonach man niemandem vertrauen k&ouml;nne und stets nach seinem eigenen Gl&uuml;ck streben solle. Dies f&uuml;hrt zu Misstrauen und Paranoia.<br \/>Professor Doktor Bernd Ladwig von der Freien Universit&auml;t Berlin beantwortete in den Pausen Fragen zum Film und wies auf bestimmte einseitige und verk&uuml;rzende Darstellungen der Theorien im Film hin. Doch insgesamt ist, so war die einhellige Meinung nach dem dritten Teil, &bdquo;The Trap&#8220; sei eine sehr gelungene essayistische Dokumentation, die einen gro&szlig;en argumentativen Bogen spannt und dabei viele aktuelle Fragen und Theorien aufgreift und gelungen miteinander verbindet. Entsprechend lange wurde nach dem Film in der Kneipe &uuml;ber die Thesen des Films weiter diskutiert.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"der-bedrueckende-film-ueber-folter-oder-von-911-zu-abu-ghraib\">Der bedr&uuml;ckende Film &uuml;ber Folter oder: von 9\/11 zu Abu Ghraib<\/span><\/h2>\n<p>Zum Abschluss pr&auml;sentieren HU und GHI am 21. November den spielfilmlangen Dokumentarfilm &bdquo;Taxi zur H&ouml;lle&#8220; (Taxi to the Dark Side, D\/USA\/GB 2007) von Alex Gibney. Der Film wurde auf den Filmfestivals in Tribeca (New York) und Chicago als beste Dokumentation ausgezeichnet. Gibney beginnt seinen Film 2002 mit der Verhaftung des afghanischen Taxifahrers Dilawar. F&uuml;nf Tage sp&auml;ter stirbt er in Afghanistan in einem US-Gef&auml;ngnis. Vor seinem Tod wurde er gefoltert. Gibney zeigt in &#8222;Taxi zur H&ouml;lle&#8220;, wie es dazu kam, dass US-amerikanische Soldaten folterten und wie deren Regierung Folter einerseits zulie&szlig; und andererseits leugnete. Dabei gelang es Gibney, die T&auml;ter vor die Kamera zu bekommen.<br \/>Nach dem eindrucksvollen, sachlich argumentierenden Film diskutierten Andrea Arndt und Britta Jenkins (beide vom Behandlungszentrum f&uuml;r Folteropfer) mit unserer Bundesvorsitzenden Rosemarie Will &uuml;ber die Gegenwart der Folter im 21. Jahrhundert. Damit schloss sie den Kreis zur Er&ouml;ffnung.<\/p>\n<p>Axel Bussmer<br \/>Landesvorstand der Humanistischen Union Berlin-Brandenburg<\/p>\n","protected":false},"featured_media":4259,"template":"","categories":[2634],"tags":[749],"autoren":[174],"publikationen":[937],"class_list":["post-9410","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-veranstaltungsberichte","tag-berlin-veranstaltungsberichte","autoren-axel-bussmer","publikationen-937"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Filme f\u00fcr eine bessere Welt - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/199\/publikation\/filme-fuer-eine-bessere-welt\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Filme f\u00fcr eine bessere Welt - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Humanistische Union und Gustav Heinemann-Initiative engagieren sich beim &bdquo;One World Berlin&#8220; Festival, Mitteilungen Nr. 199, Seite 26 &#8211; 27 Seit vier Jahren pr&auml;sentiert das &bdquo;One World Berlin &ndash; Filmfestival f&uuml;r Menschenrechte und Medien&#8220; Dokumentarfilme und l&auml;dt anschlie&szlig;end zu Expertengespr&auml;chen &uuml;ber die Themen ein. 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