{"id":9496,"date":"2006-07-03T18:40:00","date_gmt":"2006-07-03T16:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/leitkultur-menschenrechte-erfolgreiche-veranstaltungsreihe-der-hu-frankfurtmain\/"},"modified":"2006-07-03T12:00:00","modified_gmt":"2006-07-03T10:00:00","slug":"leitkultur-menschenrechte-erfolgreiche-veranstaltungsreihe-der-hu-frankfurtmain","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/193\/publikation\/leitkultur-menschenrechte-erfolgreiche-veranstaltungsreihe-der-hu-frankfurtmain\/","title":{"rendered":"Leitkultur Menschenrechte. Erfolgreiche Veranstaltungsreihe der HU Frankfurt\/Main"},"content":{"rendered":"<p>Mitteilungen Nr. 193, S. 15-17<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr dieses Jahres lief die Veranstaltungsreihe &#8222;Leitkultur Menschenrechte&#8220; des Ortsverbands Frankfurt &#150; sehr erfolgreich: Wir konnten f\u00fcnf qualifizierte Referenten gewinnen und ein breites Publikum mit unseren Themen erreichen. Letzteres in doppeltem Sinne: die Veranstaltungen selbst waren mit 80 bis 110 Zuh\u00f6rerInnen gut besucht. Dar\u00fcber hinaus erreichten wir \u00fcber unseren Kooperationspartner Frankfurter Rundschau (FR) ein bundesweites Publikum, denn als Mitveranstalter ver\u00f6ffentlichte die FR jeweils wenige Tage vor der Veranstaltung die Thesen unserer Referenten. Was war Ziel der Reihe &#132;Leitkultur Menschenrechte&#147;, wie verlief sie &#150; und wie geht es weiter?<\/p>\n<h5><span id=\"ziele\">Ziele<\/span><\/h5>\n<p>&#8222;Leitkultur&#8220;-Debatten gibt es nicht erst seit Friedrich Merz. Das Wort &#132;Kultur&#147; klingt attraktiv &#150; doch welche Inhalte werden transportiert? Die oft von konservativer Seite gestellte Frage, was &#132;uns&#147; gegen\u00fcber anderen Weltregionen auszeichne, griff der Ortsverband Frankfurt auf &#150; um sie auf europ\u00e4ischer Ebene neu zu beantworten: Seit Dezember diskutierten wir intern, was uns verbindet, was das Wertvolle unserer Kultur ist. Ergebnis: die Errungenschaften der Aufkl\u00e4rung, der mit ihr entstandene Humanismus und die Menschenrechte, die sich aus ihr entwickelt haben.<br \/>Wichtig war uns, nicht nur auf einer juristischen Ebene zu diskutieren &#150; die ist zwar wichtig, wenn Konflikte sich im Verfassungsrechtlichen zuspitzen. Doch vor der rein rechtlichen Debatte liegt die ethische Diskussion: etwas vorschnell m\u00f6chte manche\/r f\u00fcr alles offen sein. Doch dann fehlen in aktuellen Kontroversen wie dem Karikaturenstreit oder misslungener Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen (Extrembeispiel: der \u00fcberlebende Teil der Familie S\u00fcr\u00fcc\u00fc) leicht die Ma\u00dfst\u00e4be. Zugleich werden \u00fcberholte Ma\u00dfst\u00e4be, \u00fcberwunden geglaubte verengte Orientierungen wieder in die Debatte geworfen, wie der Vorsto\u00df von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen mit ihrem &#132;B\u00fcndnis f\u00fcr Erziehung&#147; zeigt. Auch, um nicht stets von neuem Rezepte von vorgestern korrigieren zu m\u00fcssen, wollten wir uns dessen vergewissern, was unsere kulturelle Identit\u00e4t ausmacht. Dabei bewegen sich die Wertma\u00dfst\u00e4be von Aufkl\u00e4rung und Humanismus auf einem h\u00f6heren Abstraktionsniveau als die einfacheren Handlungsorientierungen z.B. der abrahamitischen Religionen. Die Abstraktion erm\u00f6glicht den universalen Geltungsanspruch, zugleich muss sie vorausgesetzt werden, um individuelle Freiheit zu gewinnen.<\/p>\n<p>Wie aber das abstrakte Gebilde &#132;Humanismus&#147; konkretisieren? Die Menschenrechte haben viele Facetten, aber nicht nur Redefreiheit beinhaltet mehr, als im Rahmen eines Handy-Flatratetarifs unbegrenzt zu schw\u00e4tzen &#150; insgesamt ist das Wissen um Menschenrechte oft begrenzt. Um die aktuelle Situation bei bestimmten Aspekten auszuleuchten, hat der Ortsverband Frankfurt Spezialisten zur Diskussion eingeladen &#150; wobei wir nicht \u00fcber die Organisationskapazit\u00e4t verf\u00fcgten, um alle Aspekte sofort zu w\u00fcrdigen. Manche wichtige Themen wie die Gleichstellung der Frau &#150; gerade auch im islamischen Bev\u00f6lkerungssegment! &#150; k\u00f6nnen erst im Herbst folgen.<\/p>\n<h5><span id=\"verlauf\">Verlauf<\/span><\/h5>\n<p>Auftakt der Reihe war Dr. Michael Schmidt-Salomons Vortrag &#132;Humanismus und Aufkl\u00e4rung als Leitkultur &#150; oder: Wer f\u00fcr alles offen ist, ist auch nicht ganz dicht&#147;. Vor \u00fcberf\u00fclltem Saal stellte Schmidt-Salomon Thesen aus seinem Manifest des Evolution\u00e4ren Humanismus vor. Er gliederte seinen Vortrag in vier Abschnitte, wobei er in den ersten beiden mit weit verbreiteten Vorurteilen aufr\u00e4umte: Unter der \u00dcberschrift &#132;Denn sie wissen nicht, was sie glauben &#8230;&#147; beleuchtete Dr. Schmidt-Salomon die Bibel, den grundlegenden Text christlicher Glaubens\u00fcberzeugungen. Viele behaupten, in der Bibel ein ethisches Fundament zu finden &#150; doch die meisten von ihnen w\u00fcssten nicht, was tats\u00e4chlich in der Bibel drinsteht, so Schmidt-Salomon. Er zitierte das Gebot von Sippenhaft im Dekalog, die Aufforderung, Hexen und Schwule zu t\u00f6ten und pyromanische Rachephantasien an allen Andersgl\u00e4ubigen, um festzustellen, &#132;dass s\u00e4mtliche religi\u00f6sen Quellentexte weit unter dem ethischen Mindeststandard jeder halbwegs zivilisierten Gesellschaft stehen&#147;.<\/p>\n<p>Nachdem Dr. Schmidt-Salomon Fakten \u00fcber den christlichen Quellentext dargestellt hatte, ging er ein zweites, ebenso weit verbreitetes Vorurteil an, das von den &#132;christlichen Werten&#147; &#150; denn all&#145; das, was uns heute f\u00fcr eine offene, demokratische und humane Gesellschaft wichtig ist, wurde seit der Renaissance und Aufkl\u00e4rung m\u00fchselig gegen die Kirchen erk\u00e4mpft. Unter dem Stichwort &#132;Traditionsblindheit&#147; analysierte Schmidt-Salomon, wie sich das Vorurteil der &#132;christlichen Werte&#147; dennoch halten kann, um schlie\u00dflich entschieden f\u00fcr Humanismus und Aufkl\u00e4rung als neue Leitkultur zu pl\u00e4dieren.<\/p>\n<p>&#132;Von der &#130;Erziehung nach Auschwitz&#8216; zur Menschenrechtsbildung&#147; lautete das Thema von Prof. Dr. Micha Brumlik. Micha Brumlik ist Professor f\u00fcr P\u00e4dagogik an der Universit\u00e4t Frankfurt und leitete von 2000 bis 2005 das Fritz-Bauer-Institut, das die Geschichte und Wirkung des Holocaust erforscht. Prof. Brumlik lieferte einen Abriss der p\u00e4dagogischen Diskussion und machte deutlich, dass es bei einer &#132;Erziehung nicht nach, sondern \u00fcber Auschwitz&#147; nicht nur um das Vermitteln kognitiven Wissens geht. Die Unterscheidung zwischen &#132;education about human rights&#147; und &#132;education for human rights&#147; zeigt, dass es darauf ankommt, eine ethische Motivation (bei Sch\u00fclerInnen) zu verankern. Damit ein solches &#132;moralisches Gef\u00fchl&#147; entwickelt wird, m\u00fcssen &#150; so Brumlik &#150; jedoch &#132;sehr voraussetzungsreiche Bedingungen&#147; erf\u00fcllt sein:<\/p>\n<p>&#132;1.\u00a0\u00a0 Die Anerkennung der Integrit\u00e4t anderer ist an die Erfahrung eigener Integrit\u00e4t und Anerkennung, die sich in Selbstgef\u00fchl, Selbstrespekt und Selbstachtung artikuliert, gebunden.<br \/>2.\u00a0Niemand kann Selbstgef\u00fchl, Selbstrespekt und Selbstachtung entfalten, der nicht seinerseits in allen wesentlichen Bez\u00fcgen toleriert, akzeptiert und respektiert worden ist.<br \/>3.\u00a0Selbstgef\u00fchl, Selbstrespekt und Selbstachtung sind die logischen und entwicklungsbezogenen Voraussetzungen daf\u00fcr, Einf\u00fchlung, Empathie in andere entfalten zu k\u00f6nnen.&#147;<\/p>\n<p>Wie das Konzept in schulischer Praxis umgesetzt werden kann, wurde an einzelnen Beispielen demonstriert.<\/p>\n<p>Claus Fussek hingegen widmete sich stark praxisorientiert der Situation in der Altenpflege. Anhand unz\u00e4hliger Beispiele verdeutlichte er, wie die Menschenw\u00fcrde einer stark wachsenden Gruppe mitten in Deutschland missachtet wird: Trotz vieler Konferenzen und b\u00fcrokratischer Zertifizierungen herrschen in (zu) vielen Alten- und Pflegeheimen inakzeptable Zust\u00e4nde, aufgrund derer sich Dekubitusgeschw\u00fcre entwickeln oder Pflegebed\u00fcrftige &#132;pflegeerleichternd&#147; in Windeln gewickelt statt zur Toilette gef\u00fchrt werden. Zu schnell wird auf Magensonden umgestellt, statt pflegebed\u00fcrftige Menschen ihre t\u00e4glichen Mahlzeiten in dem Tempo essen zu lassen, in dem sie kauen und schlucken k\u00f6nnen. Plastisch f\u00fchrte Fussek eine Wirklichkeit vor Augen, die gerne verdr\u00e4ngt wird. Viele Pflegebed\u00fcrftige stellen sehr reduzierte Erwartungen an den Alltag ihrer letzten Lebensjahre &#150; doch fehlt ihnen die Lobby, um selbst diese geringen Anspr\u00fcche durchsetzen zu k\u00f6nnen. Mit der F\u00fclle seiner negativen Beispiele betonte Fussek, dass es sich bei Fehlentwicklungen in den Altenheimen um keine &#132;Einzelf\u00e4lle&#147; handelt. Leider hat er die Erfahrungen, die er und sein Verein gesammelt haben, nicht statistisch aufbereitet. Wie stark schlechte Pflege verbreitet ist und wie viele Pflegeheime mit akzeptablen oder guten Standards arbeiten, blieb offen.<\/p>\n<p>Menschenrechte beanspruchen universale Geltung, machen auch v\u00f6lkerrechtlich nicht an den Landesgrenzen halt. Manchmal aber doch, so dass inzwischen auch deutsches Milit\u00e4r zu sogenannten &#132;humanit\u00e4ren Missionen&#147; in fremde L\u00e4nder aufbricht. Der Einsatz milit\u00e4rischer Streitkr\u00e4fte zeitigt immer auch Auswirkungen nach innen, so dass wir den Friedensforscher Dr. Peter Strutynski von der Universit\u00e4t Kassel einluden, der den Widerspruch zwischen dem Gebot der Nichteinmischung in &#132;innere Angelegenheiten&#147; fremder Staaten und dem auch v\u00f6lkerrechtlich gesicherten Anspruch auf Geltung der universalen Menschenrechte aufl\u00f6ste: Es gehe &#132;nicht um das &#130;ob&#145;, sondern allein um das &#130;wie&#145;&#147;. In f\u00fcnf Thesen fasste Dr. Strutynski zun\u00e4chst die Entwicklung der Menschenrechte von reiner, aber symbolisch wirksamer Deklamation in der Allgemeinen Erkl\u00e4rung vom 10. Dezember 1949 und fr\u00fcheren Quellen \u00fcber die v\u00f6lkerrechtlich verbindlichen Zivil- und Sozialpakte von 1966 bis zur Einsetzung des Internationalen Strafgerichtshofs zusammen. Mit den &#132;humanit\u00e4ren Interventionen&#147; setzt sich der UN-Sicherheitsrat \u00fcber die eigene Charta hinweg &#150; seit 1991 im Irak, in Somalia, Haiti, Bosnien, Kosovo etc. Im Ergebnis stifteten die Interventionen weder einen nachhaltigen Frieden noch leisteten sie einen Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung und der Menschenrechte. Eigentlich kein Wunder, denn &#132;Krieg selbst stellt einen schweren Rechtsbruch dar, indem das grundlegendste Menschenrecht, das Recht auf Leben und k\u00f6rperliche Unversehrtheit, verletzt wird&#147;.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend nahm Dr. Carsten Frerk das Gesch\u00e4ft mit der N\u00e4chstenliebe unter die Lupe: die kirchlichen Wohlfahrtsorganisationen Caritas und Diakonie, von denen viele glauben, dass die Kirchen dar\u00fcber &#132;viel Gutes&#147; tun. Anhand satten Zahlenmaterials wies Dr. Frerk nach, dass &#132;die gesamten kirchlichen Zusch\u00fcsse f\u00fcr Caritas und Diakonie nur 1,8 Prozent von deren Gesamtkosten abdecken&#147;. Doch nicht genug, hier ein weiteres Vorurteil \u00fcber Religionsgemeinschaften aufzudecken. Denn die kirchlichen Wohlfahrtsorganisationen sind mit zusammen rund 950.000 Besch\u00e4ftigten die mit Abstand gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber Deutschlands, weit vor Siemens (426.000 MitarbeiterInnen weltweit) oder DaimlerChrysler (366.000 MitarbeiterInnen weltweit) und zugleich diejenigen Arbeitgeber, die weit ins Privatleben ihrer Besch\u00e4ftigten hineinregieren, bis hinein ins Ehebett: Gleichgeschlechtliche Partnerschaften bilden f\u00fcr Besch\u00e4ftigte in Einrichtungen der Caritas ebenso einen K\u00fcndigungsgrund wie Ehescheidungen!<\/p>\n<p>In den letzten Wochen war das Antidiskriminierungsgesetz wieder in der Diskussion. Rot-Gr\u00fcn hatte die EU-Richtlinie nicht umgesetzt, Schwarz-Rot macht sich jetzt daran &#150; und hat den Kirchen einen Paragraphen eingef\u00fcgt, der ihnen das Beschneiden von Religionsfreiheit, sexueller Selbstbestimmung und eine Reihe weiterer Diskriminierungen gestattet, bis in kirchenseitig definierte Tochterunternehmen hinein. Wie elementare Grundrechte auch noch durch ein &#132;Antidiskriminierungsgesetz&#147; beschnitten werden, bezeichnete Frerk als &#132;fatal&#147;.<\/p>\n<h5><span id=\"resuemee\">Res&uuml;mee<\/span><\/h5>\n<p>Die Reihe &#132;Leitkultur Menschenrechte&#147; war in mehrfacher Hinsicht \u00e4u\u00dferst erfolgreich:<\/p>\n<p>&#149;\u00a0zentrale Anliegen der Menschen- und B\u00fcrgerrechte wurden formuliert<br \/>&#149;\u00a0mit unseren Themen erreichten wir ein gro\u00dfes lokales Publikum, das dar\u00fcber die HU als relevanten Akteur im politischen Diskurs kennen gelernt hat<br \/>&#149;\u00a0einige Personen interessieren sich jetzt n\u00e4her f\u00fcr die HU. Wir versuchen, den Kontakt zu pflegen, zu intensivieren &#150; und so neue Mitglieder zu gewinnen<br \/>&#149;\u00a0die Reihe lief in Kooperation mit Partnern wie der Frankfurter Rundschau oder dem Alibri-Verlag, die in bestimmten Bereichen gleiche Ziele wie wir verfolgen. Wir konnten eine Win-Win-Situation herstellen, in der sich unsere Partner mit der Reihe profilieren und so von ihr profitieren konnten<br \/>&#149;\u00a0neue Partner wurden erreicht: \u00fcber die Reihe wurden Kontakte zu anderen Organisationen gekn\u00fcpft, die \u00e4hnliche Ziele verfolgen. Gemeinsam geht das besser: die Vernetzung wird gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>F\u00fcr den &#150; gemessen am aktiven Kreis doch sehr kleinen &#150; Ortsverband Frankfurt war &#132;Leitkultur Menschenrechte&#147; eine gro\u00dfe Herausforderung, auch zeitlich eine hohe Belastung &#150; aber auch ein Erfolgssignal. Der OV muss den Generationswechsel schaffen: So manche\/r unserer Aktiven arbeitet schon seit Gr\u00fcndung der HU mit &#150; und zieht sich zunehmend zur\u00fcck. Es gilt, neue Mitstreiter\/innen zu gewinnen. Was w\u00e4re besser geeignet, als sich als lebendige Organisation zu pr\u00e4sentieren? Nach innen ist der Aufwand beides: Belastung des (zu) kleinen Kreises Aktiver und zugleich Chance, den Kreis zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>Im Herbst werden wir die Reihe &#132;Leitkultur Menschenrechte&#147; fortsetzen: Es gibt zu viele Facetten, die ungenannt geblieben sind. Der Publikumserfolg zeigt: Menschenrechte sind Thema, bleiben Thema &#150; unsere Aufgabe ist es, die Inhalte so greifbar zu machen, dass wir breite Kreise erreichen. Dabei ist die Frankfurter Strategie nicht neuerfunden, sondern wir setzen bewusst und aktiv Kooperationen und Marketing- \/ PR-Mechanismen ein, um die HU zu positionieren.<\/p>\n<p>Religionskritische Themen haben Konjunktur, die Zuh\u00f6rerzahlen zeigen es. Wir werden den Bedarf befriedigen &#150; vielleicht sogar passend zu Nikolaus. An erster Stelle stehen jedoch &#132;Klassiker&#147;: die Situation von Frauen. Diskussionen im Ortsverband ergaben, dass wir hier unterscheiden m\u00fcssen zwischen der Situation mitteleurop\u00e4ischer Frauen, die formal gleichberechtigt sind, gelegentlich sogar \u00fcber Gleichstellungsprogramme beruflich gef\u00f6rdert werden &#150; und dennoch strukturell benachteiligt werden: Allein der unterschiedliche Anteil von Studienabsolventinnen zu Managerinnen spricht B\u00e4nde. Das von Ingenieurinnen erzielte Einkommen liegt &#150; bei vergleichbaren Positionen &#150; in aller Regel unter dem ihrer m\u00e4nnlichen Kollegen. Diskriminierung l\u00e4uft also weiter, l\u00e4uft aber nicht mehr offensichtlich. Krasser sieht es bei Frauen aus, die dem islamischen Kulturkreis entstammen. Ihre Situation m\u00fcssen wir gesondert w\u00fcrdigen. Zu viele Probleme, die typische Mitteleurop\u00e4erinnen hinter sich gelassen haben, bestehen hier noch fort.<\/p>\n<p>Ein g\u00e4nzlich anderes Kapitel ist der Datenschutz. Der Begriff klingt altbacken, fast \u00fcberholt, doch stehen uns z.B. im Gesundheitswesen neue Wellen von Datenerfassungen bevor. Wer erh\u00e4lt Zugriff auf welche dieser Daten? Wie steht es um Konsumentenprofile &#150; die dank RFID immer individueller werden? (RFID-Chips sind kleine Funk-Chips, \u00fcber die jede Zahnb\u00fcrste oder Kaffeepackung eine individuelle Seriennummer &#150; wie die Fahrgestellnummer eines PKW &#150; bekommen k\u00f6nnen, die an der Ladenkasse mit dem Zahlungsmittel des Kunden (&#132;Payback&#147;- oder Kreditkarte) verkn\u00fcpft wird. Gegen den konservativen Slogan &#132;Datenschutz gleich T\u00e4terschutz&#147; gilt es hier, Grundaussagen griffig neu zu formulieren und so in den K\u00f6pfen zu verankern, welche Lebensrisiken der Verzicht auf Datenschutz produziert.<\/p>\n<p>Weiter geplant sind eine Podiumsdiskussion zu Wirtschaft und Menschenrechten und ein Vortrag \u00fcber den &#132;halbierten Liberalismus&#147;, \u00fcber den wir die historische Dimension erschlie\u00dfen: wie materialisierte sich aufkl\u00e4rerisches Gedankengut? Sobald Referenten und Termine feststehen, informiert der Ortsverband Frankfurt.<\/p>\n<p>Peter Menne<br \/>Mitglied des HU-Ortsverbandes Frankfurt\/M.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[2634],"tags":[750],"autoren":[321],"publikationen":[941],"class_list":["post-9496","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-veranstaltungsberichte","tag-frankfurt-veranstaltungsberichte","autoren-peter-menne","publikationen-941"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Leitkultur Menschenrechte. 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