{"id":1441,"count":14,"description":"<h5>Ambivalenzen der Partizipation<\/h5>\n<p>vorg&auml;nge. Zeitschrift f&uuml;r B&uuml;rgerrechte und Gesellschaftspolitik, 51. Jahrgang, Heft&nbsp;3 (September 2012)\n<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kaum ein politischer Begriff hat in den letzten Jahrzehnten eine vergleichbare Karriere zu verzeichnen, wie die Partizipation. Einst von den Neuen Sozialen Bewegungen gegen einen Politikbetrieb erstritten, der dergleichen noch als ungebetene Einmischung in seine inneren Angelegenheiten begriff, wird sie mittlerweile von links bis rechts allseits begr&uuml;&szlig;t als Fortentwicklung der demokratischen Gesellschaft und als probates Mittel gegen die Sklerose des repr&auml;sentativen Systems. Sie ist fester Bestandteil der Governance in der Europ&auml;ischen Union wie in den Systemen globalen Regierens. Auf nationaler Ebene sind gr&ouml;&szlig;ere Projekte ohne Mitsprache und -entscheidung der B&uuml;rger kaum mehr vorstellbar und die Piraten feiern Erfolge mit dem Versprechen, deren Teilhabe auf neuen, digitalen Wege zu mehren.\n<\/p>\n<p>Doch in dem Ma&szlig;e, wie sich die Partizipation etabliert, r&uuml;cken auch ihre Ambivalenzen in den Blick. So verdeckt das &#132;Mehr Demokratie&#148;, mit'dem f&uuml;r direkte Formen der Volksbeteiligung geworben wird, dass sie in einem legitimatorisch nicht unproblematischen Verh&auml;ltnis zur repr&auml;sentativen Willensbildung stehen. Auch wird deutlich, dass die direkte Beteiligung der B&uuml;rger eine sozial voraussetzungsvolle Angelegenheit ist und dass die Erfolgschancen durchaus von dem sozialen Kapital des Engagierten ab-h&auml;ngen. Und dieses ist nicht gleich verteilt. Offen ist auch, inwieweit das &#132;Mehr Demokratie&#148; die Defizite der etablierten Repr&auml;sentation tats&auml;chlich abbaut, die den Ruf danach einst haben laut werden lassen. Mit Blick auf die supranationalen Ebenen lie&szlig;e sich eher von einer Kompensation sprechen und das Krankheitsbild &#132;Postdemokratie&#148;, das seit einigen Jahren diagnostiziert wird, zeugt zumindest von einer gewissen Resistenz des repr&auml;sentativen Systems gegen direktdemokratische Kuren. Dies soll nun kein Pl&auml;doyer gegen Partizipation sein, sondern die Analyse dieser Ambivalenzen soll den Blick &ouml;ffnen f&uuml;r gangbare Pfade einer Demokratisierung der Demokratie.<\/p>","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/199-vorgaenge\/","name":"vorg\u00e4nge 199: Ambivalenzen der Partizipation","slug":"199-vorgaenge","taxonomy":"publikationen","parent":854,"meta":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>vorg\u00e4nge 199: Ambivalenzen der Partizipation Archive - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/199-vorgaenge\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"vorg\u00e4nge 199: Ambivalenzen der Partizipation Archive - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ambivalenzen der Partizipation vorg&auml;nge. 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