{"id":14319,"date":"2010-10-09T13:00:00","date_gmt":"2010-10-09T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungen\/termin\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/"},"modified":"2021-08-30T15:43:57","modified_gmt":"2021-08-30T13:43:57","slug":"laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am","status":"publish","type":"termin","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/","title":{"rendered":"&#8222;Helmut Kramer nachzusp\u00fcren ist wie ein Aufkl\u00e4rungsroman \u00fcber die bundesdeutsche Justiz&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Laudatio von Michael Pl&ouml;se f&uuml;r Helmut Kramer anl&auml;sslich der Verleihung des Fritz-Bauer-Preises am 9. Oktober 2010<\/p>\n<div><span class=\"migrated-image\"><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5558 size-medium\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197-1000x667.jpg 1000w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197-450x300.jpg 450w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"news-single-imgcaption\">\n<\/div>\n<p>Hatten Sie schon mal einen Anruf von Helmut Kramer? Kennen Sie das, wenn sich der Anrufer mit zur&uuml;ckhaltender Stimme zun&auml;chst vorsichtig erkundigt, ob er kurz ein paar Minuten Ihrer Zeit &#8211; Ihrer kostbaren Zeit &#8211; in Anspruch nehmen k&ouml;nne? Von so manchem Callcenter-Agenten w&uuml;rde man sich so viel ausgesuchte, ehrliche H&ouml;flichkeit erhoffen. Doch wenn Herr Kramer anruft, will er Sie nicht &uuml;ber die neuesten Tarifoptionen Ihres Telefonvertrages aufkl&auml;ren, sondern bringt schnell und eloquent einen rechts- oder justizpolitischen Knaller nach dem anderen zur Sprache. Ach, sagt er dann, das habe ich Ihnen wohl noch gar nicht erz&auml;hlt. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem sie sich besser setzen und einen Stift zur Hand nehmen sollten. Ich habe in der Vergangenheit leider viel zu selten einen Stift zur Hand genommen, obwohl ich einige dieser wertvollen Anrufe erhalten habe.<\/p>\n<p>Als er mich Anfang August anrief und mir die Ehre antrug, hier bei Ihnen heute anl&auml;sslich der Verleihung des Fritz-Bauer-Preises durch die Humanistische Union die Laudatio f&uuml;r ihn zu halten, stellte er mich dadurch auch vor manche Peinlichkeiten. Nicht nur, weil ich vieles von dem, was sich bei solcher Gelegenheit zu sagen geh&ouml;rt, eigentlich schon h&auml;tte wissen m&uuml;ssen, nun aber noch mal nachlesen musste. Auch verrate ich Ihnen nicht, was er &uuml;ber die gelegentliche Metamorphose von Laudatoren zu sp&auml;teren Fritz-Bauer-Preistr&auml;gern erw&auml;hnt hat. Es sollte wohl darum gehen, ein paar frische Ideen in den guten ehrw&uuml;rdigen Kreis einzubringen. In diesem Sinne also eine &Uuml;bergabe des Staffelstabs an die n&auml;chste Generation. Auch das ist offensichtlich eine weitere Kampagne von Helmut Kramer. Weiterhin solle in dieser Laudatio nicht so viel &uuml;ber ihn gesagt werden, das sei schon bei anderer Gelegenheit genug getan worden. Ich soll das Forum lieber nutzen, um etwas &uuml;ber die Jurist_innenausbildung zu erz&auml;hlen. Dazu sei zwar auch schon viel gesagt worden, aber offensichtlich noch nicht genug. &#8222;Naja, Sie wissen ja, wie das ist mit dem Nachwuchs&#8220;, setzt er dann an, &#8222;man kann sich ja gar nicht vorstellen heutzutage &#8211; wo sind sie &uuml;berhaupt, ich h&ouml;re so viele Kinderstimmen im Hintergrund. Habe ich Sie etwa im Ferienlager gest&ouml;rt?&#8220; Das hatte er. Und mit seiner Nachfrage wurde ich mir eines Umstands bewusst, der vielleicht nur linguistischer Natur ist, aber doch nicht trivial.<\/p>\n<p>Denn als Herr Kramer mich anrief und mir von Fritz Bauer erz&auml;hlte, war ich gerade damit besch&auml;ftigt, in einem Ferien<i>lager<\/i> im osterzgebirgischen Stammw&auml;hler_innenland der NPD, in der Funktion eines Lagerleiters sogenannte Transportlisten zu erstellen. Ist das nun die Gnade der sp&auml;ten Geburt, wie sie der vier Tage nach Kramer geborene Helmut Kohl f&uuml;r sich in Anspruch nahm, dass ich mir um solche wenigen, vielleicht nur sprachlichen Parallelit&auml;ten bisher keine Gedanken gemacht habe? Sicherlich, das Wenigste von dem, was wir tun, mag verd&auml;chtig sein, den Handlungen jener Schreibtischt&auml;ter auch nur &auml;u&szlig;erlich zu entsprechen, welche die an und von den Massen begangenen Verbrechen des Nationalsozialismus erst erm&ouml;glicht haben &#8211; wie Auschwitz, die Euthanasie, Zwangsarbeit, aber vorher auch schon die Rechtlosstellung von Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, Homosexuellen, Sinti und Roma. Es gibt Menschen, die sich in Kenntnis solcher Parallelit&auml;ten der Gefahr erst gar nicht aussetzen, in entsprechende Positionen zu gelangen. Andere entwickeln eine solche Sensibilit&auml;t erst im Amt, das ihnen Macht verleiht; Macht &uuml;ber andere zu entscheiden. Helmut Kramer wurde aktiv aus und in Verantwortung seines Amtes als Richter.<\/p>\n<p>Dem Wunsch des Geehrten folgend, werde ich nun also &uuml;ber Jurist_innenausbildung sprechen und zwar dar&uuml;ber, warum die Humanistische Union, indem sie Dr. Helmut Kramer mit dem Fritz-Bauer-Preis auszeichnet, einen wichtigen Beitrag zur juristischen Ausbildung leistet.<\/p>\n<p>Die Humanistische Union hat nach Bauers Tod &#8211; Frau Will hat es gerade erw&auml;hnt &#8211; den Fritz-Bauer-Preis gestiftet f&uuml;r Verdienste &#8211; besser: Taten &#8211; um die Humanisierung des Rechts auf dem Gebiet der Verteidigung der Grundrechte, der Erneuerung des Strafrechts, Strafprozessrechts und Strafvollzugsrechts. Eine vorherige Laudatorin, Charlotte Mark, hat es anl&auml;sslich der Verleihung des Fritz-Bauer-Preises 1976 &#8211; also weit vor mir, ein paar Jahre &#8211; an Werner Hill folgenderma&szlig;en ausgef&uuml;hrt: &#8222;Damit zeichnet die Humanistische Union Frauen und M&auml;nner aus, die Vernunft und lebendigen Herzschlag in sich vereinen.&#8220; Wie Fritz Bauer selbst die Voraussetzungen f&uuml;r humanes Handeln in einem letztlich &ouml;ffentlichen Vortrag charakterisierte: &#8222;Sich einsetzen f&uuml;r die Humanisierung und Liberalisierung des Strafrechts, des Strafvollzugs und die Demokratisierung des Rechtswesens.&#8220; Damit &#8211; so m&ouml;chte man meinen &#8211; die Preise allgemein diese Tendenz haben, will die Humanistische Union vor allem Selbst&auml;hnlichkeiten in ihren Preistr&auml;gerinnen und Preistr&auml;gern suchen.<\/p>\n<p>Ich greife zu einem noch &auml;lteren Menschen, der der Arbeit von Herrn Kramer oft entgegengehalten wurde: Immanuel Kant, auf den sich viele Juristen bezogen haben, wenn sie sich auf Treue und Pflichterf&uuml;llung beriefen und, auf preu&szlig;ische Tugenden pochend, von ihrem Unrecht keine Kenntnis nehmen wollten. Immanuel Kant schreibt also &uuml;ber Vorbilder und was sie uns sagen k&ouml;nnen: &#8222;Man k&ouml;nnte (&#8230;) der Sittlichkeit nicht &uuml;bler raten, als wenn man sie von Beispielen entlehnen wollte. Denn jedes Beispiel, was mir davon vorgestellt wird, mu&szlig; selbst zuvor nach Prinzipien der Moralit&auml;t beurteilt werden, ob es auch w&uuml;rdig sei, zum urspr&uuml;nglichen Beispiel, das ist zum Muster zu dienen, (&#8230;).&#8220; Weiter unten: &#8222;Nachahmung findet im Sittlichen gar nicht statt, und Beispiele dienen nur zur Aufmunterung, das ist sie setzen die Tunlichkeit dessen, was das Gesetz gebietet, au&szlig;er Zweifel, sie machen das, was die praktische Regel allgemeiner ausdr&uuml;ckt, anschaulich, k&ouml;nnen aber niemals berechtigen, ihr wahres Original, das in der Vernunft liegt, bei Seite zu setzen und sich nach Beispielen zu richten.&#8220; Ja &#8222;(s)elbst der Heilige des Evangelii mu&szlig;&#8220; in diesem Punkt &#8222;(&#8230;) mit unserm Ideal der sittlichen Vollkommenheit verglichen werden, ehe man ihn daf&uuml;r erkennt.&#8220; Nun ist die Humanistische Union nicht daf&uuml;r bekannt, sich sozusagen mit heiligen Evangelii zu schm&uuml;cken oder dort ihre Ideen zu suchen. Ich war gestern auch in Wustrau und soll hier auch die herzlichsten Gr&uuml;&szlig;e vom Forum Justizgeschichte, das noch zur Sprache kommen wird, &uuml;bermitteln. Deren Teilnehmer_innen w&auml;ren hier sicherlich geschlossen anwesend, wenn nicht gerade jetzt, durch ung&uuml;nstige Planung in einer Parallelwelt mit vielen Terminen, dessen Tagung stattfinden w&uuml;rde. Wir haben gestern Abend den Fritz-Bauer-Film gesehen &#8211; ich glaube, Sie auch. Vielleicht erinnern Sie sich noch an das Beispiel, wie der sechseinhalbj&auml;hrige Fritz Bauer zu seiner Mutter kommt und fragt: &#8222;Du Mutti, was ist Gott?&#8220; Sie konnte es nicht beantworten und gab ihm nur einen Rat, den wir als Goldene Regel kennen: &#8222;Was du nicht willst, dass man dir tu&#8217;, das f&uuml;g&#8217; auch keinem anderen zu.&#8220; Das erinnert auch an Kant. An Kants &Uuml;berlegungen zum sittlichen Handeln, wonach wir unser Handeln nach Maximen ausrichten sollen, von denen wir wissen wollen &#8211; oder wollen k&ouml;nnen sollen -, dass auch diese zum allgemeinen Gesetz werden.<\/p>\n<p>Schauen wir uns nun zun&auml;chst nach den Maximen um, denen Helmut Kramer in seinem Leben und seiner Arbeit gefolgt ist und fragen wir uns anschlie&szlig;end, welche Vorbildfunktion er &#8211; indem er sich treu blieb &#8211; nicht nur f&uuml;r die Humanistische Union, sondern auch f&uuml;r eine ernstgemeinte Juristinnenausbildung, inwiefern er als Maxime dienen kann. Dabei wollen wir uns also nicht mit den Details des Bologna-Burn-Outs, wie Modularisierung, Clusterbildung oder Creditpoints-System aufhalten, sondern nach den Leitbildern f&uuml;r die Jurist_innenausbildung Ausschau halten.<\/p>\n<p>Das Arbeitsfeld, das Helmut Kramer bestellt hat, ist reich bes&auml;t. Den Spuren eines Juristen zu folgen, die nicht die eigenen sein k&ouml;nnen und die auch nicht auf gemeinsamen Erfahrungen und Lebenswelten basieren, ist eine &Uuml;bung in Gerechtigkeit. Es gilt, die Dinge in den Kontexten zu betrachten, in die sie hineingeworfen wurden, in denen sie stecken und sich verhalten; zu lernen, nicht gleich zu urteilen, sondern zu begreifen. Ich habe versucht, all die vielen Texte, die &uuml;ber Helmut Kramer geschrieben wurden und die ich Ihrer Aufmerksamkeit empfehle, weswegen ich sie nicht wiederhole &#8211; insbesondere von Ingo M&uuml;ller, aber auch von Peter Derleder und Kollegen &#8211;, darauf hin wahrzunehmen, was wohl die wichtigen Grunds&auml;tze f&uuml;r Helmut Kramer sind.<\/p>\n<p>Das Eine scheint mir zentral: das ist die Gleichheit vor dem Gesetz, und zwar vor allem als Rechtsanwendungsgleichheit. Hier sind ebenso sein Bem&uuml;hen, ich nenne es jetzt mal provokativ &#8222;im Kampf gegen die Klassenjustiz&#8220; &#8211; wie sie sich in Fangpr&auml;mien bei Ladendiebst&auml;hlen, im Familienrecht ausdr&uuml;ckt, aber auch bei der Hartz-IV-Gesetzgebung zu sehen; wie sein Einsatz f&uuml;r B&uuml;rgerrechtler_innen gemeint, die mit anderen Ma&szlig;st&auml;ben gemessen werden als ihre westdeutschen Kolleginnen und Kollegen viele Jahre vorher. Zu erinnern ist in diesem Zusammenhang an sein Engagement im Fall Daniela Dahn, die in Brandenburg Landesverfassungsrichterin werden sollte &#8211; das aber nicht wurde wegen einer &Auml;u&szlig;erung zum Waldheim-Prozess, die Herr Kramer nicht gebilligt, aber kontextualisiert hat, womit er seinem alten F&ouml;rderer und sp&auml;teren Kontrahenten Rudolf Wassermann das Wasser abgrub.<\/p>\n<p>Das Zweite ist seine Motivation, Recht als Ma&szlig; der Macht zu nehmen, nicht nur als Mittel, und vor allem, sich als Richter seiner Position bewusst zu sein, als Schutzgarant der Schwachen, und ein Verst&auml;ndnis f&uuml;r die eigenen Amtspflichten zu haben. Der Fall von Erna Wazinski ist hier zentral, f&uuml;r den sich wahrscheinlich sonst niemand so h&auml;tte einsetzen k&ouml;nnen. Aber auch alle anderen T&auml;tigkeiten mit Kampagnencharakter, die Helmut Kramer angesto&szlig;en hat, w&auml;ren wohl kaum m&ouml;glich gewesen, wenn nicht Helmut Kramer, immerhin ein Richter am Oberlandesgericht, sie angesto&szlig;en h&auml;tte. Es gibt einen Abstand zwischen Querulantentum und berechtigtem Einsatz als professioneller direkter Aktion &#8211; wie sie sich viele Anw&auml;ltinnen und Anw&auml;lte als Vorbild nehmen k&ouml;nnen. Diese professionelle direkte Aktion braucht einen Schirm, und das ist der Schirm des Amtes; den hat Herr Kramer zu nutzen gewusst.<\/p>\n<p>Das dritte Element, das ich gesehen habe, ist Verantwortung und Vers&ouml;hnung. Seine Gedenkst&auml;ttenarbeit mit einem Schwerpunkt nicht nur auf dem Gedenken der Opfer, sondern auch auf dem Handeln der T&auml;ter; nicht nur kontextualisiert im Zeitpunkt der Tat, sondern im tatnachfolgenden, n&auml;mlich in der Bundesrepublik Deutschland begangenen Wirken &#8211; das zeichnet ihn aus und speziell seine Forderung nach entsprechenden Gedenkst&auml;tten, die es noch nicht zur Gen&uuml;ge gibt. Aber auch seine Versuche einen Kontakt mit der DDR herzustellen, die Hoffnung auf einen dritten Weg &#8211; die er heute f&uuml;r naiv erkl&auml;rt &#8211; und auch seine Vers&ouml;hnungsreise nach Polen mit seiner fr&uuml;heren Frau Helga Weigert; all das zeichnet sein Vers&ouml;hnungs- und Verantwortungsbewusstsein genauso aus wie die Reisen in die T&uuml;rkei, wo politische Strafjustiz unter einem Milit&auml;rregime noch auf der Tagesordnung stand.<\/p>\n<p>Der vierte Punkt ist die Frage danach, was ich zur&uuml;ckgeben muss? Wie h&auml;tte ich gehandelt? Das scheint mir zentral und das ist die Frage, die sich jede Juristin und jeder Jurist stellen muss, wenn sie sich mit dem Nationalsozialismus, aber auch mit der politischen Strafjustiz in der DDR oder der BRD auseinandersetzen. Diese Verantwortung brachte ihn vor die Tore von Mutlangen, machte ihn aber auch zum Verteidiger von Wehrdienstverweigerern &#8211; mit den bekannten Auswirkungen, auf die ich gleich noch eingehen werde.<\/p>\n<p>Das alles ist lange Zeit nur als Einzelk&auml;mpfertum m&ouml;glich gewesen, welches viele der Fritz-Bauer-Preistr&auml;gerinnen und Preistr&auml;ger auszeichnet. Bis in sein 40. Lebensjahr hinein hat er allein darum gerungen, mehr vom Zufall angeleitet und unterst&uuml;tzt von seiner Familie. Das &auml;nderte sich erst durch Freunde wie den Richter Ulrich Vultejus, der als Ein-Mann-Amtsgericht &uuml;ber eine gewisse Unabh&auml;ngigkeit verf&uuml;gte und &uuml;ber einen Willen, nicht die Karriere zum Ma&szlig;stab der Dinge zu machen. Diese Einstellung teilten Kramer und Vultejus, der nicht umsonst auch den Fritz-Bauer-Preis erhalten hat. Das Argument der Karriere war ein Nicht-Argument f&uuml;r Helmut Kramer und, wie dieser Preis, vor allem ein Mittel, sich f&uuml;r andere einzusetzen. Freunde also erm&ouml;glichten es ihm, seine Projekte zu verwirklichen, vor allem aber diejenigen, die ihm den Ansto&szlig; gaben, an Dingen Ansto&szlig; zu nehmen.<\/p>\n<p>Jedoch hatte er erst mit Barbara Kramer nicht nur eine feministische Note erhalten, sondern auch den aktionistischen Drive, der Kampagnen in gr&ouml;&szlig;erem Umfang &uuml;berhaupt m&ouml;glich macht, weil sie ihn &uuml;ber die &Ouml;TV in Kreise einf&uuml;hrte, die mehr als nur Freundschaften waren, n&auml;mlich in Verb&auml;nde. &Uuml;ber den Zufall zur Familie, &uuml;ber Freunde zum Verband, das ist also ein erfolgreiches Streben nach B&uuml;rgerrechten, in der SPD und in der &Ouml;TV. Sogar Konkurrenzverb&auml;nde unterst&uuml;tzte er, wie etwa bei der Gr&uuml;ndung der Neuen Richtervereinigung, deren Zeitschrift <i>Betrifft Justiz <\/i>nat&uuml;rlich ein Konkurrenzprojekt zu seiner lange herausgegebenen, fr&uuml;her <i>&Ouml;TV in der Rechtspflege <\/i>jetzt <i>Verdikt<\/i> hei&szlig;enden Zeitschrift war und die er trotzdem mit vielen Beitr&auml;gen gesegnet hat. Und nat&uuml;rlich durch die Gr&uuml;ndung des <i>Forum Justizgeschichte <\/i>mit dem Ziel, nachhaltige Wirkung entfalten zu k&ouml;nnen und vor allem Aufarbeitung zu betreiben.<\/p>\n<p>Das sind also die Bedingungen seines Handelns: Gleichheit vor dem Gesetz oder der Gesetzesanwendung; Recht als Ma&szlig; der Macht und Richter als Schutzgarant der Schwachen; Verantwortung und Vers&ouml;hnung sowie die Frage: Wie h&auml;tte ich gehandelt?<\/p>\n<p>Welche Konsequenzen hat das f&uuml;r die Jurist_innenausbildung? Mensch sollte annehmen, ein Studium, das so einen Juristen wie Helmut Kramer hervor gebracht hat, m&uuml;sste auch heute noch dazu taugen, f&uuml;r die Zukunft solche Menschen hervorzubringen. Indes, Helmut Kramers Studium verlief zun&auml;chst recht ziel- und orientierungslos. Das erst noch im Aufbau begriffene hoffnungsvolle Projekt der Sozialdemokratie, die Hochschule f&uuml;r Arbeit, Politik und Wirtschaft, mit juristischen Gr&ouml;&szlig;en wie Wolfgang Abendroth und dem Arbeitsrechtler Walter Bogs, waren f&uuml;r die Herausbildung des strukturellen Denkens von Helmut Kramer weit weniger pr&auml;gend als ausgerechnet der Carl-Schmitt-Sch&uuml;ler R&uuml;diger Altmann oder sein sp&auml;terer Doktorvater Ernst-Rudolf Huber. Wir lernen also f&uuml;r die Juristenausbildung: Man kann gar nicht so viel verkehrt machen. Auf M&ouml;glichkeiten, sich auszuprobieren, darauf kommt es an.<\/p>\n<p>Helmut Kramer hat sich ausprobiert. Er hat in G&ouml;ttingen Geschichte und Kunstwissenschaften studiert, &auml;hnlich wie ich seine Probleme mit dem Abfassen l&auml;ngerer Texte in kurzer Zeit und sich dann besonnen, dass die Besch&auml;ftigung mit den franz&ouml;sischen Malern vielleicht doch nicht das Tool und die Voraussetzung ist, um zuk&uuml;nftig wirken zu k&ouml;nnen; nat&uuml;rlich unterst&uuml;tzt von den Bedenken der Eltern, kehrte er zum Jurastudium zur&uuml;ck. Seine Versuche, dem AStA politisch n&auml;her zu treten, kann man wohl als gescheitert ansehen. Stattdessen hat er sich mit studentischen Weiterbildungsangeboten im selbst organisierten Bereich &#8211; das, was wir heute Projekt-Tutorien nennen w&uuml;rden &#8211; engagiert. Zu denen lud er immerhin Geschichtsgr&ouml;&szlig;en wie Franz Wieacker ein und hat sich damit zwar in elit&auml;ren, aber freiwillig elit&auml;ren, weil offenen Veranstaltungen weitergebildet. Sein Interesse an der Geschichte, sein Streben nach Gewissheiten und Detailfragen brachten ihn dann auch nicht sofort in die Justiz; das war kein Antrieb, das war eine Laufbahn. Sondern es war vor allem die Besch&auml;ftigung mit seiner Dissertation zu den Fraktionsbildungen in der Paulskirche, d.h. eine Besch&auml;ftigung mit Abweichlern, mit Querk&ouml;pfen und mit der Frage: Wie kann ich so etwas organisieren? Aus der verfassungsrechtlichen Arbeit wurde daher eine verfassungsgeschichtliche Arbeit, die lange dauerte und trotzdem gelang. Noch heute ist sie &#8211; genau so wie Ingo Kramer neulich in seiner Laudatio erw&auml;hnt hat &#8211; f&uuml;r 28 Euro beim ZVAB (Zentrales Verzeichnis Antiquarischer B&uuml;cher) erh&auml;ltlich, noch immer einer 2. Auflage harrend und wert.<\/p>\n<p>Was war es dann aber, das Helmut Kramer zu einem Juristen gemacht hat, der mit Kant sozusagen nach Prinzipien handelt, die wir vorbildlich finden und die uns also selbst als Beispiel dienen k&ouml;nnen, als Illustration, und damit auch f&uuml;r heutige Juristinnen und Juristen als Wegstein, der Orientierung bietet. Das war nicht die juristische Ausbildung &#8211; die hat ihn zu etwas bef&auml;higt, das er anwenden konnte. Aber vielleicht war es wieder der Zufall und ein bemerkenswert ausgepr&auml;gter Sinn f&uuml;r Dinge, die man besser nicht anfasst, wenn man karrierem&auml;&szlig;ig voran kommen will. Das wurde ihm ja auch mehrfach von Kollegen gesagt. Doch Helmut Kramer ist daran nicht vorbei geschlittert, er ist darauf zugeprallt.<\/p>\n<p>1964 als Gerichtsassessor bei der Generalstaatsanwaltschaft in Braunschweig, jenem Gericht, an dem Fritz Bauer nicht nur gewirkt, sondern auch die W&uuml;rde des Menschen als unantastbares Postulat in die Mauern hat hauen lassen. Dort kam ihm ausgerechnet bei einer Vertretung im Jahre 1965 eine Aktennotiz oder ein Umlaufverfahren, eine zur Kenntnisgabe von Fritz Bauer in die Hand, den er selbst nie kennen gelernt hat; der f&uuml;r ihn auch keine wirkliche Orientierungsfigur sein konnte, denn er war eine zu beeindruckende und zugleich nebul&ouml;se Gestalt, um integrierend zu wirken. Diese Akte beinhaltete ein lang geh&uuml;tetes Geheimnis &uuml;ber die Beteiligung der Justiz an den Euthanasiema&szlig;nahmen des sog. Dritten Reichs und nannte viele Namen von Menschen, die Kollegen von Helmut Kramer waren. Kollegen, auf die er dann auch wieder w&auml;hrend seiner Besch&auml;ftigung mit der Wehrmachtsjustiz traf, als Vollstrecker von &uuml;ber 50 000 Todesurteilen. Wie geht man mit einer Situation um, in der sich die freundlichen Kollegen, die einen zum gemeinsamen Abendessen einladen, pl&ouml;tzlich als T&auml;ter erweisen, als M&ouml;rder, als unbewusst ihrer eigenen Verantwortung gegen&uuml;ber, weiterhin richtende und weiterhin das juristische Handwerkszeug in Anspruch nehmende B&uuml;rger, die Ansehen besa&szlig;en, in leitende Stellungen wie den BGH kamen und nicht zuletzt vor allem Vorgesetzte von Helmut Kramer waren, die &uuml;ber Schicksale &#8211; beispielsweise von Erna Wazinski &#8211; zu entscheiden hatten.<\/p>\n<p>Der Fall ist ihnen sicherlich bekannt. Es geht um eine junge Frau, die in einer zerbombten Stadt Dinge aus einem Koffer an sich nimmt, von denen sie meint, sie w&uuml;rden ihrer Mutter geh&ouml;ren, und infolgedessen wegen Volkssch&auml;digung zum Tode verurteilt wird. Dem Votum des jungen Gerichtsassessors wurde nicht gefolgt, nat&uuml;rlich sei es eine zwingende Notwendigkeit gewesen, sie zu verurteilen. Das Gericht hat die Sache nicht aufgehoben, die Mutter nicht entsch&auml;digt. Kramer lie&szlig; die Sache nur zeitweilig liegen. Sie lie&szlig; ihn nicht in Ruhe, bis er ihre Rehabilitierung erm&ouml;glicht hatte, und zwar nicht nur f&uuml;r dieses, sondern durch die entsprechenden Gesetzgebungsverfahren f&uuml;r alle jene Verfahren.<\/p>\n<p>Wir kommen jetzt zur Methodik der Jurist_innenausbildung. &#8222;Recht besteht nicht aus einer Summe von Rechtsnormen&#8220;, schreibt Helmut Kramer, &#8222;aus der &#8211; wie bei einer Logarithmentafel &#8211; ablesbar w&auml;re, was Recht ist. Was Recht ist, erweist sich vielmehr erst, wenn man die Werteordnung der Verfassung und ferner die Rechtswidrigkeit ins Auge fasst.&#8220; Das schreibt er im Jahre 1975. Im gleichen Jahr in Bayern, n&auml;mlich in W&uuml;rzburg, pr&uuml;ft Prof. Hofmann Juristinnen und Juristen in der sog. M&auml;rchenklausur. Das war eine Klausur, in der alles m&ouml;gliche gefragt wurde; es ist also ein Gesinnungsaufsatz n&ouml;tig gewesen und es ging um das Grundgesetz. Zweit-Korrektor war ein Richter am Oberlandesgericht, der sagte: &#8222;Herr Hofmann, das m&uuml;ssen schon <i>Sie<\/i> machen. Wir Zivilrichter haben praktisch keine Ahnung vom Grundgesetz.&#8220; Dass das Grundgesetz pl&ouml;tzlich zum Ma&szlig; der Dinge wurde, und nicht das r&ouml;mische Recht oder die Verwaltungsverordnung, war eine hermeneutische Wendung, an der Helmut Kramer gro&szlig;en Anteil hatte. &#8222;Bei der Er&ouml;rterung etwa der Vertragsfreiheit&#8220;, so schreibt er auf das Zivilrecht bezogen, &#8222;darf die Frage nach ihrer Verwirklichungsbedingung nicht ungestellt bleiben. Inwieweit haben sich in dem freien Spiel der Kr&auml;fte Ungleichheiten entwickelt? Wie das Ziel der Vertragsfreiheit insbesondere den freien Wettbewerb oft ins Gegenteil gekehrt hat. Was besagt das Prinzip f&uuml;r den Durchschnittsb&uuml;rger noch heute? Wo gibt es f&uuml;r ihn M&ouml;glichkeiten, Vertr&auml;ge frei auszuhandeln? Dem Lehrer, der die Vertragsautonomie unreflektiert er&ouml;rtern will, bleiben nur alltagsfremde F&auml;lle. Vertr&auml;ge etwa &uuml;ber Familienschmuck oder antike M&ouml;bel.&#8220;<\/p>\n<p>Kramers Methodik ist zudem durch Schl&uuml;sselerlebnisse in seiner Jugend gen&auml;hrt worden, wo er noch am Volksempf&auml;nger hing und gebannt nicht nur den Feindsender h&ouml;rte, sondern auch das Attentat auf Hitler verfolgte und nicht glauben wollte, dass es nicht zum Erfolg gef&uuml;hrt hatte. Wo er als junger Mensch die Zwangsarbeiter auf den H&ouml;fen oder die aus dem KZ kommenden erlebte, oder die Ungerechtigkeiten, die der nationalsozialistische Direktor an seinem Br&uuml;der vollzog, weil dieser seine Mutter verteidigt hatte. All das hat Helmut Kramer sensibilisiert und ihm in seinem Wirken gezeigt, dass der Glaube an die Objektivit&auml;t eines gerichtlichen Erkenntnisverfahrens eine Selbstt&auml;uschung der Richterschaft und die juristische Methode ihr Werkzeug war. Mit ihr wurden die Todesurteile &#8211; in &uuml;ber 50 000 F&auml;llen begangene Morde &#8211; juristisch angestrichen, verrechtlicht nennen wir das heute, und der Terror mit einer Legalit&auml;tsfassade geschm&uuml;ckt. Kramer schreibt dazu: &#8222;Juristen in einem Unrechtssystem verk&ouml;rpern den Idealtypus eines Schreibtischt&auml;ters, zus&auml;tzlich durch die Art ihres Vorgehens, durch die Mittel, derer sie sich bedienen. Das Tatwerkzeug ist besonders auff&auml;llig: das juristische Rechtsanwendungsinstrumentarium. Mit Hilfe des erlernten Handwerks haben Juristen in den Jahren 1933 bis 1945 Unrechtsverhandlungen als das Gegenteil von Unrecht, als Wahrung und Verwirklichung des Rechts erscheinen lassen.&#8220;<\/p>\n<p>Wie aber die juristische Kunst in der Hand willf&auml;hriger Vollstrecker als effektives Tatwerkzeug selbst einer terroristischen, jede Rechtsgleichheit verleugnenden Staatsmacht taugt, ist es auch geeignet, als Ma&szlig; bzw. Schranke von Macht zu dienen, wenn gleicherma&szlig;en kritische wie kunstfertig genaue Jurist_innen es gegen sich selbst wenden. Das hat Helmut Kramer immer wieder mit gro&szlig;em Beharrungsverm&ouml;gen und methodischer Brillanz gezeigt. Aufkl&auml;rung &uuml;ber die T&auml;ter und ihr Wirken &uuml;ber den Moment der Tat hinaus, als Mahnung, das ist sein Anliegen in Wolfenb&uuml;ttel und beim <i>Forum Justizgeschichte<\/i>. Gleicherma&szlig;en ist er sensibel geworden f&uuml;r Schreibtischt&auml;ter aller Art. Wiewohl er nie einer Verharmlosung von Auschwitz durch Vergleiche mit aktuellen Pervertierungen des Rechtssystems das Wort geredet hat, hielt er doch unsere Sensibilit&auml;t f&uuml;r die &Auml;hnlichkeit ihrer Methoden wach. Etwa, wenn Verfassungsminister die Zusammenlegung von Polizei und Geheimdienst betreiben oder einer pr&auml;ventiven Erschie&szlig;ung mutma&szlig;licher Terroristen das Wort reden, wenn &#8222;&Ouml;ffentlich-Rechtler&#8220; den Milit&auml;rs einer der &auml;ltesten durch Menschen und B&uuml;rgerrechte gerahmten Demokratie Anleitungen f&uuml;r verfassungskonformes Foltern liefern oder CDU und FDP per Koalitionsvertrag die Wiedereinf&uuml;hrung der Milit&auml;rjustiz in Deutschland vereinbaren, dann bleibt dies nicht unwidersprochen. Wir werden von Helmut Kramer lesen; seine Artikel, seine Strafanzeigen, seine Klages&auml;tze, vielleicht ruft er uns auch an. Er ruft uns an, damit seine Texte auch Beachtung finden. Ich kann Ihnen nur raten, beachten Sie sie, sonst erliegen Sie wom&ouml;glich dem Eindruck, die Vernunft h&auml;tte sich in der Justiz oder im Bundestag ganz von allein verwirklicht.<\/p>\n<p>Sein Leitbild ist das des selbstreflektierten Juristen und der selbstreflektierten Juristinnen. &#8222;Interessant&#8220;, schreibt er &uuml;ber seinen Freund Vultejus, &#8222;sind dessen Lebenserinnerungen &#8218;Nachrichten aus dem Inneren der Justiz&#8217;. Lernen k&ouml;nnen j&uuml;ngere Jurist_innen daraus nicht nur, was menschliches Verhalten eines Richters bedeutet, sondern auch, wie wichtig Selbstkritik am eigenen fr&uuml;heren richterlichen Verhalten ist. Die allermeisten unserer Richter sind zu einem solchen Eingest&auml;ndnis von Fehlern und Unterlassungen unf&auml;hig. Eine Fehlerkultur in dem Sinne, dass man Fehler bekennen muss, um daraus zu lernen, w&auml;re f&uuml;r die deutsche Justiz bitter n&ouml;tig.&#8220;<\/p>\n<p>Sein Freund Vultejus, der sicherlich auch Anlass zu mancher Entt&auml;uschung gegeben haben mag, hatte Zweifel, ob die Menschlichkeit erlernbar ist. Aber sie kann durch positives Vorleben geschehen. Wer sich als einigerma&szlig;en junger Mensch &#8211; zumal Jurist &#8211; auf die Suche nach den Spuren eines Mannes macht, der derer so viele hinterlassen hat, dass man gar nicht wei&szlig;, wo man anfangen soll, dem wird ein Lehrst&uuml;ck zuteil, das Helmut Kramer wahrscheinlich allen Jurist_innen w&uuml;nschen mag. Einem nach ihrem oder seinem Selbstverst&auml;ndnis auch nur halbwegs kritischen Jurastudenten werden dank Erstsemesterheft von <i>Forum Recht<\/i> oder <i>freisch&uuml;&szlig;ler<\/i> die Spuren Kramers kaum verborgen bleiben: die braunen Wurzeln der Justiz, die T&auml;terlehre im Strafrecht und die Frage nach der Nummer 1 im<i> Sch&ouml;nfelder <\/i>(das NSDAP-Parteiprogramm). Allerdings verbinden wir diese Aufkl&auml;rung mit dem Namen Ingo M&uuml;ller, jenem Freund, Wegbegleiter und kritischen Mitjuristen, dessen literarisch gelungenes Werk &#8222;Furchtbare Juristen&#8220; ohne Kramers Anregungen und Recherchen kaum denkbar gewesen w&auml;re.<\/p>\n<p>Meine erste direkte Begegnung mit Helmut Kramer &#8211; nicht direkt, eher vermittelt &#8211; hatte ich im 8. Semester meines Studiums in einer Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts. Darin wurde der erfolgreiche Beschwerdef&uuml;hrer einer Verfassungsbeschwerde gegen das sogenannte Rechtsberatungsgesetz mit den ungewohnt pers&ouml;nlichen Worten vorgestellt: &#8222;Ein um die altruistische Rechtsberatung seit l&auml;ngerem bem&uuml;hter Richter a.D.&#8220;. Dass das Bundesverfassungsgericht dieses Nazigesetz zur Vertreibung ungeliebter, vor allem j&uuml;discher Rechtsanw&auml;lte aus der Rechtsberatung &#8211; nachdem sie bereits vom Anwaltsstand ausgeschlossen waren, weil die freie Advokatur nicht mehr Gewerbe, sondern Justizorgan sein sollte &#8211; f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;rt hatte, schien uns mehr als &uuml;berf&auml;llig.<\/p>\n<p>V&ouml;llig unverst&auml;ndlich, wie solch ein Gesetz so lange hat bestehen k&ouml;nnen. Wiewohl sich im Kapitalismus das Anwaltsmonopol durchaus als ein hinreichendes Erkl&auml;rungsmoment anbot. Das hinter dieser hart erk&auml;mpften Entscheidung ein so liebenswerter und freundlicher Helmut Kramer steckte, war indes wirklich eine &Uuml;berraschung. Ohne das engagierte Verteidigen und die linke Anwaltspraxis von Barbara Kramer in Braunschweig w&auml;re sie uns aber vielleicht auch nicht m&ouml;glich gewesen.<\/p>\n<p>Helmut Kramer nachzusp&uuml;ren ist wie ein Aufkl&auml;rungsroman &uuml;ber die bundesdeutsche Justiz und alles andere als selbstverst&auml;ndliche Aufarbeitung ihrer braunen Vergangenheit. Er kommt nicht als ein von durchsichtiger p&auml;dagogischer &Uuml;berbetontheit getragener und mundfertig vorbereiteter Moralbatzen-gespickter Telekolleg-Beitrag daher. Sie erleben vielmehr einen spannenden Justizthriller, dessen einziger Makel seine Realit&auml;t und deren offenes Ende ist. F&uuml;r Sie als Zeitzeug_innen, Weggef&auml;hrt_innen, Wegbereiter_innen, Unterst&uuml;tzer_innen, Gesinnungsgenoss_innen, Mitleidende oder Nacheifernde dieses langj&auml;hrigen Einzelk&auml;mpfers mag das vertrautes Terrain sein. F&uuml;r mich ist es die Ersch&uuml;tterung eines als selbstverst&auml;ndlich empfundenen &#8211; wenn auch intellektuell nicht vorausgesetzten &#8211; Status Quo, den zu erringen nicht nur Helmut Kramers, sondern auch Ihr Verdienst ist.<\/p>\n<p>Helmut Kramer wie auch die vor ihm im Andenken an Fritz Bauer ausgezeichneten Preistr&auml;ger_Innen sind f&uuml;r junge Menschen lebendiger Ansto&szlig;, Denkmal und Aha-Effekt. Stiftungen, Preise und Namenspatrone von Initiativen, die heute unsere Veranstaltung, Zeitungen und Jugendprojekte mit ihren Spenden bezuschussen und oft erst erm&ouml;glichen, sind aus der Arbeit von Helmut Kramer &#8211; als Anleiter, Unterst&uuml;tzer und Freund &#8211; nicht wegzudenken. Diese Menschen fehlen jetzt in Ihren Reihen. F&uuml;r uns sind sie vor allem Teil einer Geschichte, f&uuml;r die Mensch sich interessieren mag, die aber nicht Teil unserer Erinnerung oder Erfahrung ist. Gustav Heinemann, Werner Holtfort, Fritz Baue sind hier zu nennen. Insofern kann ich der Humanistischen Union nur danken, dass sie Helmut Kramer mit dem Fritz-Bauer-Preis ehrt und sie zugleich dazu begl&uuml;ckw&uuml;nschen. Denn dieser Preistr&auml;ger braucht die Humanistische Union wohl weniger dringend als diese ihn. Sie ehrt damit einen Menschen, der die von ihr verfolgten Maximen in vorbildhafter Weise vorgelebt hat und vorlebt. Damit beweist sie ihr Anliegen zugleich als ein m&ouml;gliches. Zugleich setzt sich damit wiederum selbst ein Vorbild, von dem gelernt werden kann. Das ist wohl auch der einzige Grund, warum ausgerechnet ein Mann wie Helmut Kramer, der solche Ehrungen nur mit Widerwillen und sichtlichem Ringen um Bescheidenheit &uuml;ber sich ergehen l&auml;sst, Preise wie diesen, ja sogar das Bundesverdienstkreuz erster Klasse entgegennimmt &#8211; ein Preis, der Fritz Bauer versagt blieb. Es ist sein Anliegen, dass geehrt wird, nicht trotz, sondern wegen der vielen Repressalien und gegen Bestrebungen, mit denen er sich herumschlagen musste. Ein Akt gelebter Solidarit&auml;t f&uuml;r die Nichtgenannten.<\/p>\n<p>Ausgezeichnet werden auch die vielen, die sein Anliegen erst angesto&szlig;en und erm&ouml;glicht haben. Neben den vielen Menschen, die ihn auf Probleme aufmerksam machten, auch diejenigen im Sinne eines Preises f&uuml;r ungewollte Kollateralsch&auml;den; jemand wie Schabowski &#8211; ein Preis f&uuml;r verbohrte Kontrahenten, die Kramer selten entt&auml;uschten, wenn sie sich berechenbar in seine Angriffe st&uuml;rzten. Die Dankesrede von Werner Hill (1976) bem&uuml;hte Ludwig B&ouml;rne mit dem Satz: &#8222;F&uuml;r die Freiheit kann man nichts Vern&uuml;nftigeres tun, als die Tyrannen zu reizen.&#8220; Dieses Schwert des Reizens der Tyrannen hat Kramer bisher immer vortrefflich zu f&uuml;hren gewusst. Zu ehren sind aber vor allem die Menschen, ohne die seine Kraft vielleicht schon lange versagt h&auml;tte: Barbara Kramer, ohne die er heute sicherlich nicht hier w&auml;re und vielleicht auch nie diese aktionsreiche Schaffenskraft h&auml;tte entwickeln k&ouml;nnen, die erst durch Vernetzung m&ouml;glich wurde; G&uuml;nter Schwardt-Christen, der unerm&uuml;dliche Bote des Kramer; Christian Kramer, der seine Texte zusammengefasst und immer wieder versucht hat, sie in eine Form zu bringen, die als ann&auml;hernd abgeschlossen bezeichnet werden kann. Aber ich m&ouml;chte an dieser Stelle auch die Pf&ouml;rtnerin der Wustrauer Richterakademie nennen, die rechtzeitig das Tor ge&ouml;ffnet hat, wenn Herr Kramer mit Taschen &uuml;berladen und &uuml;berh&ouml;hter Geschwindigkeit auf seinem Fahrrad um die Ecke bog und fast kollidiert w&auml;re.<\/p>\n<p>Der famili&auml;re Aspekt f&uuml;hrt uns zu Kant zur&uuml;ck. Er schreibt in einer weiteren Abwandlung des kategorischen Imperativs: &#8222;Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person als auch in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals blo&szlig; als Mittel brauchst.&#8220; Oft hat Mensch als Au&szlig;enstehender das Gef&uuml;hl, Helmut Kramer ist mehr Mittel der sich verwirklichenden Vernunft als deren Zweck. So sehr der Nationalsozialismus und die eigene Verstrickung darin in den meisten deutschen Familien verdr&auml;ngt worden ist, so pr&auml;sent, vielleicht sogar penetrant war er bei den Kramers in Wolfenb&uuml;ttel zu Hause. Doch wenn die Enkel da sind, dann kommt Helmut Kramer aus sich heraus und &#8211; das wurde mir versichert &#8211; ist ein ganz anderer Mensch. Dann ist das getriebene und verbissene weg und er genie&szlig;t es zu erkl&auml;ren und vorzulesen, mit den Kindern die Sterne zu beschauen. So sehr wir die Gegenw&auml;rtigkeit seiner Texte vermissen w&uuml;rden, wir k&ouml;nnen ihm nur mehr von diesen Momenten w&uuml;nschen und vor allem viel Gesundheit!<\/p>\n<p>Heute haben wir schon viel &uuml;ber das Selbstverst&auml;ndnis, die Arbeit und Projekte von Helmut Kramer geh&ouml;rt. Sie haben sicherlich viel &uuml;ber Ihr Selbstverst&auml;ndnis und Ihre Projekte diskutiert. Morgen stehen vielleicht noch wichtige Fragen an. Auch dabei k&ouml;nnen Sie etwas von Ihrem Preistr&auml;ger lernen. Eine Jurist_in muss nicht nur die Rechtsgeschichte kennen, darin waren die Juristen in Weimar und Nazideutschland vermutlich besser geschult als die heutigen Examinierten. Er und sie m&uuml;ssen nicht nur wissen, wem das Recht dient oder besser dienen sollte. Er und sie m&uuml;ssen sich immer vor Augen halten, dass die Inanspruchnahme der Grund- und Menschenrechte, die wir heute als selbstverst&auml;ndlich voraussetzen und zum Ma&szlig;stab einer politischen Vermessung der Welt erheben, noch vor nicht allzu langer Zeit strafbare Handlungen, wenigstens aber genehmigungspflichtige, stark kontrollierte oder limitierte Privilegien darstellten. Erst der Kampf ums Recht macht aus dem politischen Anspruch eine durch die Rechtsprechung gesch&uuml;tzte Rechtsposition, einen Freiraum. Es gilt aber nicht nur, diesen Freiraum gegen die immer w&auml;hrende Versuchung einer unter Sicherheitserw&auml;gungen notwendig erscheinenden oder im Angesicht leerer Kassen und unter R&uuml;cksicht auf zuk&uuml;nftige Generationen angeblich zwingend erforderlichen Verk&uuml;rzung dieser Freiheiten oder Freiheitserm&ouml;glichungen zu verteidigen.<br \/>Der Freiraum muss auch vergr&ouml;&szlig;ert werden und jene einbeziehen, die strukturell noch ausgeschlossen werden oder, obwohl sie dazugeh&ouml;ren, faktisch ausgeschlossen sind. Das Antidiskriminierungsrecht mag so manches b&uuml;rgerliches Rechtsverst&auml;ndnis auf den Kopf stellen, es ist jedoch die Bedingung und Zukunft der Freiheitsrechte. Wer sich die Themen der Humanistischen Union anschaut, findet viel davon, die Homepage wurde erneuert, es werden ad&auml;quate jugendtypische Plattformen, wie Verschl&uuml;sselungsserver, bereitgestellt &#8211; auch das ein Grund sp&auml;terer Klagen, wie praktisch!<\/p>\n<p>Ich m&ouml;chte zum Abschluss aber noch mit auf den Weg geben, dass die Humanistische Union sich nicht dem Eindruck aussetzen darf, ein elit&auml;rer Verein zu sein, in dem nur Mitglied werden kann, wer ein Studium absolviert hat. Eine bessere Loge f&uuml;r B&uuml;rgerrechte etwa, der nur diejenigen, die ihre Freiheit auch kennen und verteidigen k&ouml;nnen, angeh&ouml;ren. Die Humanistische Union muss sich als unterst&uuml;tzende und verst&auml;rkende Gef&auml;hrtin an die Seite der Widerstrebenden stellen. Dort, wo sie sind: am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Uni, im Knast, in der Psychiatrie und auf dem Amt. Vor allem auch in der Netzwelt. Dazu braucht sie einen Namen, der auch f&uuml;r die Adressaten Verkn&uuml;pfungen bietet. F&uuml;r die, die mit B&uuml;rgerrechten oder den Vorstellungen vom &#8222;Mut zur Freiheit&#8220; nicht zugleich Zukunft verbinden k&ouml;nnen, weil sie andere Probleme haben.<\/p>\n<p><i>Sie k&ouml;nnen die Laudatio von Michael Pl&ouml;se hier auch nachh&ouml;ren (Dauer: ca. 43&nbsp;Minuten): <\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":5558,"template":"","categories":[2634],"tags":[751,850],"autoren":[264],"class_list":["post-14319","termin","type-termin","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-veranstaltungsberichte","tag-veranstaltungsberichte-audio","tag-verband-fritz-bauer-preis","autoren-michael-ploese"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>&quot;Helmut Kramer nachzusp\u00fcren ist wie ein Aufkl\u00e4rungsroman \u00fcber die bundesdeutsche Justiz&quot; - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"&quot;Helmut Kramer nachzusp\u00fcren ist wie ein Aufkl\u00e4rungsroman \u00fcber die bundesdeutsche Justiz&quot; - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Laudatio von Michael Pl&ouml;se f&uuml;r Helmut Kramer anl&auml;sslich der Verleihung des Fritz-Bauer-Preises am 9. Oktober 2010 Hatten Sie schon mal einen Anruf von Helmut Kramer? Kennen Sie das, wenn sich der Anrufer mit zur&uuml;ckhaltender Stimme zun&auml;chst vorsichtig erkundigt, ob er kurz ein paar Minuten Ihrer Zeit &#8211; Ihrer kostbaren Zeit &#8211; in Anspruch nehmen k&ouml;nne? [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-30T13:43:57+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"2000\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1333\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"29\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/veranstaltungsberichte\\\/2010\\\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/veranstaltungsberichte\\\/2010\\\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\\\/\",\"name\":\"\\\"Helmut Kramer nachzusp\u00fcren ist wie ein Aufkl\u00e4rungsroman \u00fcber die bundesdeutsche Justiz\\\" - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/veranstaltungsberichte\\\/2010\\\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/veranstaltungsberichte\\\/2010\\\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/08\\\/fbp2010_0197.jpg\",\"datePublished\":\"2010-10-09T11:00:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-30T13:43:57+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/veranstaltungsberichte\\\/2010\\\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/veranstaltungsberichte\\\/2010\\\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/veranstaltungsberichte\\\/2010\\\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/08\\\/fbp2010_0197.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/08\\\/fbp2010_0197.jpg\",\"width\":2000,\"height\":1333},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/veranstaltungsberichte\\\/2010\\\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Termine\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/termine\\\/%year%\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Veranstaltungen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/themen\\\/veranstaltungen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"Veranstaltungsberichte\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/themen\\\/veranstaltungen\\\/veranstaltungsberichte\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"&#8222;Helmut Kramer nachzusp\u00fcren ist wie ein Aufkl\u00e4rungsroman \u00fcber die bundesdeutsche Justiz&#8220;\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"\"Helmut Kramer nachzusp\u00fcren ist wie ein Aufkl\u00e4rungsroman \u00fcber die bundesdeutsche Justiz\" - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"\"Helmut Kramer nachzusp\u00fcren ist wie ein Aufkl\u00e4rungsroman \u00fcber die bundesdeutsche Justiz\" - Humanistische Union","og_description":"Laudatio von Michael Pl&ouml;se f&uuml;r Helmut Kramer anl&auml;sslich der Verleihung des Fritz-Bauer-Preises am 9. Oktober 2010 Hatten Sie schon mal einen Anruf von Helmut Kramer? Kennen Sie das, wenn sich der Anrufer mit zur&uuml;ckhaltender Stimme zun&auml;chst vorsichtig erkundigt, ob er kurz ein paar Minuten Ihrer Zeit &#8211; Ihrer kostbaren Zeit &#8211; in Anspruch nehmen k&ouml;nne? [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-30T13:43:57+00:00","og_image":[{"width":2000,"height":1333,"url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"29\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/","name":"\"Helmut Kramer nachzusp\u00fcren ist wie ein Aufkl\u00e4rungsroman \u00fcber die bundesdeutsche Justiz\" - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197.jpg","datePublished":"2010-10-09T11:00:00+00:00","dateModified":"2021-08-30T13:43:57+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/#primaryimage","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/fbp2010_0197.jpg","width":2000,"height":1333},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/veranstaltungsberichte\/2010\/laudatio-von-michael-ploese-fuer-helmut-kramer-anlaesslich-der-verleihung-des-fritz-bauer-preises-am\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Termine","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/termine\/%year%\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Veranstaltungen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"Veranstaltungsberichte","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/veranstaltungsberichte\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"&#8222;Helmut Kramer nachzusp\u00fcren ist wie ein Aufkl\u00e4rungsroman \u00fcber die bundesdeutsche Justiz&#8220;"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/termin\/14319","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/termin"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/types\/termin"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/media\/5558"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/media?parent=14319"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/categories?post=14319"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/tags?post=14319"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/autoren?post=14319"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}