{"id":6822,"date":"2002-02-17T12:00:00","date_gmt":"2002-02-17T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/eine-welt-der-gerechtigkeit-und-des-friedens-sieht-anders-aus\/"},"modified":"2021-09-04T00:03:05","modified_gmt":"2021-09-03T22:03:05","slug":"eine-welt-der-gerechtigkeit-und-des-friedens-sieht-anders-aus","status":"publish","type":"thema","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/eine-welt-der-gerechtigkeit-und-des-friedens-sieht-anders-aus\/","title":{"rendered":"Eine Welt der Gerechtigkeit und des Friedens sieht anders aus"},"content":{"rendered":"<p><i>Eine Antwort auf das Manifest &#8222;Gerechter Krieg gegen den Terror&#8220; von 60 amerikanischen Intellektuellen*<\/i><\/p>\n<p><i>Vorbemerkung: Mit deutlicher Kritik am US-Krieg gegen den Terror als &#8222;Gefahr f&uuml;r die Welt&#8220; und seiner Unterst&uuml;tzung durch amerikanische Intellektuelle, aber auch an der Politik der &#8222;uneingeschr&auml;nkten Solidarit&auml;t&#8220; der deutschen und anderer europ&auml;ischer Regierungen haben sich 90 Pers&ouml;nlichkeiten aus Deutschland in einem Offenen Brief &#8222;Eine Welt der Gerechtigkeit und des Friedens sieht anders aus&#8220; zu Wort gemeldet. Sie reagieren damit auf das im Februar von 60 amerikanischen Intellektuellen herausgegebene Manifest &#8222;Gerechter Krieg gegen den Terror&#8220;, den diese &#8222;zum Schutz universeller Werte&#8220; f&uuml;r m&ouml;glich und verantwortbar halten (im Internet: <\/i><a href=\"http:\/\/www.fr-aktuell.de\/fr\/160\/t160039.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>www.fr-aktuell.de\/fr\/160\/t160039.htm<\/i><\/a><i>). <\/i><\/p>\n<p><i>Der seit Mitte M&auml;rz zirkulierende Offene Brief entspricht auch dem Wunsch von 150 US-Wissenschaftlern, die Anfang April mit einem Brief &#8222;An unsere Freunde in Europa&#8220; das Andere, der Kriegspolitik des US-Pr&auml;sidenten kritisch gegen&uuml;berstehende, Amerika zu Wort kommen lassen und die Freunde in Europa auffordern, sich einzumischen. Sie finden den Text auf der Homepage der &#8222;Internationalen &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkrieges&#8220; (IPPNW) unter: <a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.ippnw.de<\/a> bzw. <\/i><a href=\"http:\/\/www.fr-aktuell.de\/start\/doku\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>www.fr-aktuell.de\/start\/doku<\/i><\/a><i>).<\/i><\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>der Massenmord durch das terroristische Attentat am 11. September in Ihrem Land und der Krieg der USA in Afghanistan als Reaktion auf diesen Terror betrifft auch Europa, die islamische Welt und unser aller Zukunft. Es ist uns besonders wichtig, dass weltweit unter Intellektuellen der Zivilgesellschaften &uuml;ber die Ursachen und Folgen dieser Ereignisse ein offener und kritischer Dialog zu ihrer Bedeutung und Bewertung stattfindet. Verstehen Sie bitte unsere Antwort auf Ihr Manifest &#8222;gerechter Krieg gegen den Terror&#8220; als einen Beitrag in diesem Sinne.F&uuml;r den entsetzlichen Massenmord am 11. September gibt es keine moralische Rechtfertigung. Darin stimmen wir Ihnen uneingeschr&auml;nkt zu. Wir teilen auch die von Ihnen zugrunde gelegten moralischen Ma&szlig;st&auml;be, dass Menschenw&uuml;rde, unabh&auml;ngig von Geschlecht, Hautfarbe und Religion, unantastbar ist, dass das Streben nach Demokratie ein wichtiges Fundament f&uuml;r den Schutz der Menschenw&uuml;rde, der individuellen Freiheiten, der Religionsfreiheit und der in der UN-Charta festgelegten Menschenrechte ist.Doch genau diese moralischen Werte, die f&uuml;r uns universale G&uuml;ltigkeit haben, veranlassen uns,auch den Krieg, den Ihre Regierung und ihre Verb&uuml;ndeten, uns eingeschlossen, in der Anti-Terror-Allianz in Afghanistan f&uuml;hren und dem bisher &uuml;ber 4000 unbeteiligte Menschen, darunter viele Kinder und Frauen, zum Opfer gefallen sind, mit derselben Sch&auml;rfe abzulehnen, wie wir den Massenmord an den unbeteiligten Menschen durch den Terroranschlag verurteilen. Es gibt keine universal g&uuml;ltigen Werte, die es erlauben, einen Massenmord mit einem weiteren Massenmord zu rechtfertigen. Der Krieg der so genannten Antiterror-Allianz in Afghanistan ist kein &sbquo;gerechter Krieg&#8216;, &#8211; ein ungl&uuml;ckseliger historischer Begriff, den wir nicht akzeptieren &#8211; er verletzt selbst die von Ihnen angef&uuml;hrte Bedingung &#8222;Unschuldige vor sicherem Leid zu bewahren&#8220; in krasser Form. Demokratische Staaten verf&uuml;gen &uuml;ber hinreichend entwickelte rechtsstaatliche Mittel, um Verbrechen innerhalb ihres Einflussbereiches zu bek&auml;mpfen und um Schuldige zur Rechenschaft zu ziehen. Es gilt diese erprobten Mittel in enger Zusammenarbeit mit anderen Staaten global zu erweitern.Uns ist es unverst&auml;ndlich, dass Sie in Ihrem Aufruf &uuml;ber den Massenmord an der afghanischen Zivilbev&ouml;lkerung als Folge des mit den modernsten Waffensystemen gef&uuml;hrten Bombenkrieges kein einziges Wort verlieren. Die Unantastbarkeit der W&uuml;rde des Menschen gilt nicht nur f&uuml;r Menschen in den Vereinigten Staaten, sondern auch f&uuml;r Menschen in Afghanistan, ja sogar f&uuml;r die Taliban und die Al Quaida-Gefangenen auf Guantanamo. Sie beschw&ouml;ren in Ihrem Aufruf die Universalit&auml;t Ihrer moralischen Ma&szlig;st&auml;be, machen diese gleichzeitig aber nur f&uuml;r sich geltend. Durch diesen selektiven Gebrauch stellen Sie gerade deren universale G&uuml;ltigkeit drastisch in Frage und lassen so &uuml;ber die Ernsthaftigkeit des eigenen Bekenntnisses gr&ouml;&szlig;te Zweifel aufkommen. Wie sollen die aus anderen Kulturkreisen diesen moralischen Ma&szlig;st&auml;ben gegen&uuml;ber vorgebrachten Zweifel ausger&auml;umt werden k&ouml;nnen, wenn ausgerechnet die Eliten US-amerikanischer Zivilisation, die sich als Verfechter und H&uuml;ter dieser Werte begreifen, den Glauben an die Universalit&auml;t dieser Werte in Verruf bringen? M&uuml;ssen nicht andere Nationen und Kulturkreise die Anwendung von zweierlei Ma&szlig;st&auml;ben als Ausdruck einer bis zur Gegenwart andauernden Arroganz und Ignoranz des Westens wahrnehmen?Auch k&ouml;nnen wir Ihnen angesichts der erdr&uuml;ckenden Last der historischen Tatsachen nicht folgen, wenn Sie schreiben, Ihr Land habe wohl &#8222;zu gewissen Zeiten &#8230; eine fehlgeleitete und ungerechte Politik verfolgt&#8220;. Die Vereinigten Staaten haben f&uuml;r die Befreiung Europas vom Joch des Nationalsozialismus einen hervorragenden Beitrag geleistet. Als f&uuml;hrende Supermacht w&auml;hrend der Blockkonfrontation haben sie jedoch auch gro&szlig;e Verantwortung f&uuml;r schwer wiegende Fehlentwicklungen in der Welt auf sich geladen. Durch zahlreiche geheimdienstliche bis direkt milit&auml;rische Interventionen, so z.B. im Iran, Indonesien, Chile, Guatemala, El Salvador, Nicaragua, im Iran-Irak-Krieg auf der irakischen Seite und an vielen anderen Stellen haben die Vereinigten Staaten Regime unterst&uuml;tzt, die durch Staatsterrorismus und millionenfachen Mord an Oppositionskr&auml;ften regierten und Demokratisierungsprozesse verhinderten. Nicht selten fielen frei gew&auml;hlte Regierungen diesen Interventionen zum Opfer.Viele der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Stellungnahme hatten gehofft, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion w&uuml;rde eine neue &Auml;ra der Abr&uuml;stung, der V&ouml;lkerverst&auml;ndigung, des Dialogs der Kulturen und der Hoffnung f&uuml;r Milliarden von durch Hunger und Krankheit Not leidenden und gedem&uuml;tigten Menschen beginnen. Wir erwarteten und setzten uns daf&uuml;r ein, dass die westlichen Industriestaaten nach vier Jahrzehnten des Hasses, der gegenseitigen Bedrohung und des Wettr&uuml;stens ihre sch&ouml;pferischen Potentiale in den Dienst der &Uuml;berwindung von Armut, Umweltzerst&ouml;rung und der Entfaltung von Demokratie stellten. Diese Erwartungen wurden jedoch entt&auml;uscht. Die Vereinigten Staaten konzentrierten vielmehr ihre Phantasie, sowie ihre wissenschaftlich-technischen und &ouml;konomischen Kapazit&auml;ten darauf, ihre Position als die einzig verbliebene Supermacht in der Welt zu festigen und eine unipolare Weltordnung zu etablieren. In ihr versuchen sie, weitgehend in eigener Machtvollkommenheit &uuml;ber das Schicksal von V&ouml;lkern zu entscheiden. Viele Indizien, wie beispielsweise die systematische Errichtung von amerikanischen Milit&auml;rbasen auf dem Balkan, im Mittleren Osten und in Zentralasien erh&auml;rten diese Einsch&auml;tzung.In diesem Sinne erscheinen Analysen plausibel, nach denen die Vereinigten Staaten, entgegen offiziellen Verlautbarungen im Mittleren Osten und in Zentralasien einschlie&szlig;lich Afghanistan, nicht in erster Linie humanit&auml;re Ziele verfolgen, den Terrorismus bek&auml;mpfen oder der Verbreitung von Massenvernichtungsmitteln vorbeugen wollen, sondern sich vielmehr von geostrategischen Motiven leiten lassen. Durch ihren Zugriff auf die f&uuml;r die Weltwirtschaft existenziellen &Ouml;lquellen dieser Region und auf die &Ouml;ltransportrouten erh&ouml;hen die Vereinigten Staaten tats&auml;chlich in betr&auml;chtlichem Ausma&szlig; ihre geostrategischen Optionen, um ihre Hegemonialposition nicht nur gegen die angeschlagene Supermacht Russland und die aufsteigende Regionalmacht China, sondern auch gegen Europa und Japan f&uuml;r die n&auml;chsten Jahrzehnte zu festigen.Trotz der Differenzen &uuml;ber derartige Einsch&auml;tzungen stimmen wir alle darin weitestgehend &uuml;berein, dass die Konzentration von ungeheuren Machtpotentialen in einem einzigen Land der Welt und die milit&auml;rische F&auml;higkeit, anderen den eigenen Willen aufzwingen zu k&ouml;nnen, eine wichtige Quelle der Instabilit&auml;t von grenz- und kultur&uuml;berschreitenden Beziehungen ist. Sie ist auch eine Quelle des Ohnmachtsgef&uuml;hls und der Dem&uuml;tigung vor allem f&uuml;r jene Menschen geworden, die sich als Opfer dieser Machtungleichheit empfinden. Die Anwesenheit von amerikanischen Soldaten in Reichweite islamischer Heiligt&uuml;mer in Saudi-Arabien z.B., die von vielen Moslems offensichtlich als ein Stachel im eigenen Fleisch und als Angriff auf die eigene Kultur und das Selbstwertgef&uuml;hl empfunden wird, symbolisiert die als bedrohlich empfundene Machtungleichheit. Die als ungerecht wahrgenommene eigene Unterlegenheit ruft affektive Enthemmungen hervor und mobilisiert ein ungeheures Reaktionspotential bis zur Bereitschaft, auch das eigene Leben durch Selbstmordattentate zu opfern. Derartige Reaktionen als Folge der Instabilit&auml;t der Machtbalance in der gegenw&auml;rtig unipolaren Weltordnung sind nicht kulturspezifisch. Sie k&ouml;nnten in jedem anderen Teil der Welt und zu jedem anderen Zeitpunkt in neuer Form ausgel&ouml;st werden. Ein Krieg der &Uuml;berlegenen gegen die Selbstmordattentate der Unterlegenen ist ein Anachronismus. Er entfesselt Hemmungen und mobilisiert, wie im Israel-Pal&auml;stina-Konflikt, noch gr&ouml;&szlig;ere Bereitschaft zu terroristischen Anschl&auml;gen und terroristischen Milit&auml;reins&auml;tzen. Die gegenw&auml;rtige Weise der Globalisierung, die soziale Ungleichheiten versch&auml;rft und kulturelle Differenzierungen zerst&ouml;rt, tr&auml;gt ihren Teil zu den Instabilit&auml;ten und Spannungen bei, die sich in gewalttr&auml;chtigen Reaktionen entladen.Mit Sorge beobachten wir, dass f&uuml;hrende Pers&ouml;nlichkeiten aus dem Umfeld Ihres Pr&auml;sidenten immer offensiver den Europ&auml;ern totalen Gehorsam gegen&uuml;ber Amerika abverlangen und erpresserisch jegliche Kritik aus Europa mit &Auml;u&szlig;erungen wie &#8222;Europa braucht Amerika, Amerika braucht aber Europa nicht&#8220; im Keim ersticken wollen. Die &#8222;uneingeschr&auml;nkte Solidarit&auml;t&#8220; unserer und manch anderer europ&auml;ischer Regierungen zu den Vereinigten Staaten und ihre Bereitschaft, den Antiterror-Krieg kritiklos mitzutragen, wird hier von vielen Menschen als Entm&uuml;ndigung und Schw&auml;che empfunden. Die politische Klasse in Europa hat offensichtlich nicht begriffen, dass sie mit ihrer Unterw&uuml;rfigkeit gegen&uuml;ber der &uuml;berm&auml;chtigen und einzigen Supermacht nicht nur eine perspektivlose Politik macht, sondern auch noch f&uuml;r die Agitation rechtsradikaler Kr&auml;fte ein g&uuml;nstiges Klima erzeugt. Zu unserem eigenen Bedauern haben Regierungen der EU-Staaten bisher auch vers&auml;umt, eine eigenst&auml;ndige EU-europ&auml;ische Au&szlig;en-, Sicherheits- und Friedenspolitik f&uuml;r den Nahen und Mittleren Osten sowie f&uuml;r Zentralasien und f&uuml;r ihre Beziehungen zur islamischen Welt zu entwickeln, die auf Kooperation, auf Unteilbarkeit der Menschenw&uuml;rde und der Menschenrechte beruht. Ja, es ist sogar zu bef&uuml;rchten, dass sie auf Grund ihrer Konzeptionslosigkeit und trotz ihrer Kritik letztlich auch bereit sein k&ouml;nnten, einen amerikanischen Krieg gegen den Irak moralisch zu legitimieren oder gar aktiv mitzutragen.Als Besorgnis erregend empfinden viele von uns den wachsenden Einfluss fundamentalistischer Kr&auml;fte in den Vereinigten Staaten auf die politische Elite Ihres Landes, der unverkennbar auch vor dem Wei&szlig;en Haus nicht Halt macht. Die Aufteilung der Welt in Gut und B&ouml;se, die Stigmatisierung ganzer Staaten samt ihrer Bev&ouml;lkerungen ist dazu geeignet, rassistischen, nationalistischen und religi&ouml;sen Fanatismus zu sch&uuml;ren, die Menschen ihrer F&auml;higkeit zu differenzierter Wahrnehmung der lebendigen Wirklichkeit und der Einsicht zu berauben, dass Andersartigkeit und kulturelle Vielfalt kein Ungl&uuml;ck, sondern ein Segen f&uuml;r alle darstellen und dass das Wohlergehen auch der M&auml;chtigsten dieser Erde auf Dauer davon abh&auml;ngt, dass die Welt als ein Ganzes gesehen wird, dessen Reichtum und Sch&ouml;nheit in den Unterschieden besteht.Fundamentalismus beginnt damit, die eigene Kultur als die einzig wahre, einzig gute und sch&ouml;ne zu erkl&auml;ren. Fundamentalistische Reaktionen auf reale Konflikte unserer Welt verschlie&szlig;en unsere Augen vor zivilen und gewaltfreien L&ouml;sungen dieser Konflikte und setzen die Eskalation zwischen Terrorismus und Krieg erst recht in Gang.Mit Best&uuml;rzung haben wir von unseren amerikanischen Freunden und Kolleginnen auch vernommen, dass Gelehrte und Journalisten unter Druck gesetzt und als Verr&auml;ter denunziert werden, wenn sie den Kriegskurs ihrer Regierung kritisch betrachten oder ablehnen. Sorgen Sie daf&uuml;r, dass der Meinungspluralismus und die liberale Tradition in Ihrem Land nicht unter dem Vorwand der Terrorismusbek&auml;mpfung beeintr&auml;chtigt werden. Helfen Sie mit, dem Vormarsch des fundamentalistischen Geistes in den Vereinigten Staaten Einhalt zu gebieten. Die amerikanischen Werte, auf die Sie sich mit Stolz beziehen, stehen auf dem Pr&uuml;fstand.Zur Bek&auml;mpfung der terroristischen Selbstmordattentate gibt es sicherlich verschiedene Wege. Unsere Meinungen gehen dar&uuml;ber auseinander. Wir alle sind jedoch zutiefst davon &uuml;berzeugt, dass die Achtung der Menschenw&uuml;rde eine Grundvoraussetzung f&uuml;r alle L&ouml;sungswege darstellt. Nur wenn weltweit und bei den &ouml;konomisch und milit&auml;risch schw&auml;cheren Nationen und Kulturkreisen die Auffassung einkehrt, dass der Westen als der &ouml;konomisch und milit&auml;risch m&auml;chtigste Kulturkreis es mit der Universalit&auml;t der Menschenw&uuml;rde ernst meint, dass diese nicht eine blo&szlig;e Floskel ist, von der je nach Bedarf Gebrauch gemacht wird, nur dann erh&ouml;ht sich die Chance, dass terroristische Selbstmordattentate nicht die beabsichtigte Resonanz erfahren, sondern in allen L&auml;ndern auf vehemente Ablehnung stossen. Erst wenn die Schw&auml;cheren dieser Welt sich in der Auffassung sicher wissen, dass kein auch noch so m&auml;chtiger Staat ihre W&uuml;rde verletzen, sie dem&uuml;tigen und ihre Lebensbedingungen willk&uuml;rlich beeintr&auml;chtigen wird, erst dann sch&ouml;pfen diese Menschen Kraft und Bereitschaft, ihre Augen und Herzen f&uuml;r die moralischen Werte anderer Kulturen zu &ouml;ffnen. Erst dann sind auch die Voraussetzungen daf&uuml;r gegeben, dass ein echter Dialog zwischen den Kulturen in Gang kommt.Wir brauchen moralisch begr&uuml;ndete, weltweit akzeptable und allseits geachtete gemeinsame Spielregeln im Zusammenleben der Menschen, welche die Kooperation anstelle von Konfrontation in den Vordergrund r&uuml;cken und den durch die beschleunigte Ver&auml;nderung der Lebenswelt und die st&auml;ndig wachsenden Gewaltpotentiale erzeugten Bedrohungs&auml;ngsten sowie den daraus resultierenden Sicherheitsbed&uuml;rfnissen der Menschen den Boden entziehen. Damit er&ouml;ffnen sich M&ouml;glichkeiten, die vornehmlich auf wirtschaftliche Belange orientierte Globalisierung gerechter zu gestalten, die weltweite Armut wirksam anzugehen, gemeinsam die globalen Umweltrisiken zu entsch&auml;rfen, Konflikte mit friedlichen Mitteln zu meistern und eine Weltkultur zu schaffen, die nicht in einer, sondern in sehr vielen Sprachen reden kann.Wir rufen Sie auf, &uuml;ber diese und andere Perspektiven f&uuml;r unser aller Zukunft mit uns und mit den Intellektuellen aus anderen Teilen der Welt in einen offenen Dialog einzutreten.Presserechtlich verantwortlich: Hans Peter D&uuml;rr, Mohssen Massarrat, Heiko Kauffmann, Frank Uhe, c\/o IPPNW, K&ouml;rtestr. 10, 10967 Berlin* Die englische Originalfassung wurde im Februar 2002 mit der &Uuml;berschrift &#8222;What We&#8217;re Fighting For&#8220; &#8222;als eine Stellungnahme des Institute for American Values ver&ouml;ffentlicht. In den deutschen Medien wurde diese Stellungnahme unter der hier angegebenen &Uuml;berschrift ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p><b>UnterzeichnerInnen:<\/b><\/p>\n<p>Prof. Dr. Hans Ackermann, Marburg &#8211; Dr. Stephan Albrecht, Hamburg &#8211; Dr. Franz Alt, Baden-Baden &#8211; Prof. Dr. Elmar Altvater, Berlin &#8211; Carl Amery, M&uuml;nchen &#8211; Prof. Dr. Klaus J. Bade, Osnabr&uuml;ck &#8211; Prof. Dr. Hans-Eckehard Bahr, Bochum &#8211; Tobias Baur, Berlin &#8211; Franz J. Bautz, M&uuml;nchen &#8211; Prof. Dr. J&ouml;rg Becker, Solingen &#8211; Dr. Peter Becker, Marburg &#8211; Dr. Wolfgang Bender, Kronberg &#8211; Prof. Dr. Adelheid Biesecker, Bremen &#8211; Michael Bouteiller, L&uuml;beck &#8211; Prof. Dr. Elmar Br&auml;hler, Leipzig &#8211; Dr. Dieter Bricke, Bergen &#8211; Dr. Nikolaus und Nedialka Bubner, Berlin &#8211; Annelie Buntenbach, Berlin &#8211; Prof. Dr. Andreas Buro, Gr&auml;venwiesbach &#8211; Prof. Dr. Wolfgang D&auml;ubler, Dusslingen &#8211; Gerhard Diefenbach, Aachen &#8211; Hermann H. Dieter, Trebbin-Blankensee &#8211; Prof. Dr. Dr. Klaus D&ouml;rner, Hamburg &#8211; Tankred Dorst, M&uuml;nchen &#8211; Prof. Dr. Dr. Hans-Peter D&uuml;rr, M&uuml;nchen &#8211; Dr. Matthias Engelke, Trier &#8211; Prof. Dr. Andreas Flitner, T&uuml;bingen &#8211; Helmut Frenz, Hamburg &#8211; Prof. Dr. Georges F&uuml;lgraff, Berlin &#8211; Prof. Dr. Bernhard Glaeser, Berlin &#8211; Prof. Dr. Ulrich Gottstein, Frankfurt &#8211; Dr. Franz-Theo Gottwald, M&uuml;nchen &#8211; J&uuml;rgen Gr&auml;sslin, Freiburg &#8211; Bernd Hanfeld, Hamburg &#8211; Dr. Dirk-Michael Harmsen, Karlsruhe &#8211; Prof. Dr. Bodo Hambrecht, Berlin &#8211; Prof. Dr. Heinz und Brigitte H&auml;berle, Herrsching &#8211; Irmgard Heilberger, Neuburg &#8211; Christoph Hein, Berlin &#8211; Prof. Dr. Peter Hennicke, Wuppertal &#8211; Detlef Hensch, Berlin &#8211; Prof. Dr. Wolfgang Hesse, Marburg &#8211; Prof. Dr. Helmut Holzapfel, Kassel &#8211; Ina H&ouml;nninger, We&szlig;ling &#8211; Prof. Willi Hoss und Heidemarie Hoss-Rohweder, Stuttgart &#8211; Prof. Dr. Ferdinand Hucho, Berlin &#8211; Prof. Dr. J&ouml;rg Huffschmid, Bremen &#8211; Otto J&auml;ckel, Wiesbaden &#8211; Prof. Dr. Siegfried und Dr. Margarete J&auml;ger, Duisburg &#8211; Prof. Dr. Walter Jens, T&uuml;bingen &#8211; Heiko Kauffmann, Meerbusch &#8211; Prof. Dr. Wolfgang Klein, Berlin &#8211; Dr. Till M&uuml;ller-Heidelberg, Bingen &#8211; Irmgard Koll, M&uuml;llheim &#8211; Hans Krieger, M&uuml;nchen &#8211; Prof. Dr. Ekkehart Krippendorff, Berlin &#8211; Helmar Krupp, Weingarten &#8211; Reinhard Mokros, M&ouml;nchengladbach &#8211; Nils Leopold, Berlin &#8211; Herbert Leuninger, Hofheim &#8211; Frauke Liesenborghs, M&uuml;nchen &#8211; Volker Lindemann, Schleswig &#8211; Prof. Dr. Dr. Dieter S. Lutz, Hamburg &#8211; Prof. Dr. Birgit Mahnkopf, Berlin &#8211; Prof. Dr. Mohssen Massarrat, Osnabr&uuml;ck &#8211; Prof. Dr. Ingeborg Maus, Frankfurt &#8211; Prof. Dr. Klaus Michael Meyer-Abich, Essen &#8211; Prof. Dr. Klaus Meschkat, Hannover &#8211; PD Dr. Klaus Metz, Berlin &#8211; Prof. Dr. Dietmar Mieth, T&uuml;bingen &#8211; Prof. Dr. Norman Paech, Hamburg &#8211; Gunda Rachert, Osnabr&uuml;ck &#8211; Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard Richter &#8211; Dr. Fredrik Roggan, Bremen &#8211; Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Berlin &#8211; Prof. Dr. Werner Ruf, Kassel &#8211; Peter R&uuml;hmkorf, Hamburg &#8211; Prof. Dr. Fritz Sack, Hamburg &#8211; Dr. Gerd Dieter Schmid, Fischbachau &#8211; Horst Schmitthenner, Frankfurt &#8211; Prof. Dr. J&uuml;rgen Schneider, G&ouml;ttingen &#8211; PD Dr. Schiltenwolf, Heidelberg &#8211; Friedrich Schorlemmer, Wittenberg &#8211; Prof. Dr. Herbert Schui, Buchholz &#8211; Prof. Dr. Randeria Shalini, Berlin &#8211; Tilman Spengler, Ambach &#8211; Prof. Dr. Dorothee S&ouml;lle, Hamburg &#8211; Eckart Stevens-Bartol, M&uuml;nchen &#8211; Prof. Dr. Harmen Storck, Hannover &#8211; Frank Uhe, Berlin &#8211; Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Witzenhausen &#8211; Peter Vonnahme, Kaufering &#8211; Dr. Reinhard Vo&szlig;, Bad Vilbel &#8211; Peter Wahl, Bonn &#8211; G&uuml;nter Wallraff, K&ouml;ln &#8211; Dr. Rainer Werning, Frechen &#8211; Christa Wichterich, Bonn &#8211; Walter Wilken, Hannover &#8211; Frieder-Otto Wolf, Berlin &#8211; Dr. Herbert Wulf, Pinneberg<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[46,6],"tags":[],"class_list":["post-6822","thema","type-thema","status-publish","hentry","category-anti-terror-kampf","category-frieden"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Eine Welt der Gerechtigkeit und des Friedens sieht anders aus - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/eine-welt-der-gerechtigkeit-und-des-friedens-sieht-anders-aus\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Eine Welt der Gerechtigkeit und des Friedens sieht anders aus - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Eine Antwort auf das Manifest &#8222;Gerechter Krieg gegen den Terror&#8220; 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