{"id":7121,"date":"2011-05-12T12:16:00","date_gmt":"2011-05-12T10:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/chancen-durch-ein-bedingungsloses-grundeinkommen\/"},"modified":"2021-09-04T00:03:31","modified_gmt":"2021-09-03T22:03:31","slug":"chancen-durch-ein-bedingungsloses-grundeinkommen","status":"publish","type":"thema","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/chancen-durch-ein-bedingungsloses-grundeinkommen\/","title":{"rendered":"Die Vielfalt der M\u00f6glichkeiten ist bestechend &#8211; Chancen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen"},"content":{"rendered":"<p><i>Das bedingungslose Grundeinkommen ist kein arbeitsmarkt- und sozialpolitisches Instrument, sondern eines zur St\u00e4rkung der Freiheit. Als jedem Staatsb\u00fcrger bedingungslos gew\u00e4hrte Einkommensgarantie von der Wiege bis zur Bahre, anrechnungs- sowie besteuerungsfrei, erlaubte es eine vollkommene Umgestaltung unseres Transfersystems und noch viel mehr. Diese vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten anzudeuten, ist der Gegenstand der folgenden Thesen von Sascha Liebermann.[1]<\/i><\/p>\n<h3><span id=\"die-macht-des-arguments-und-der-geist-der-zeit\">Die Macht des Arguments und der Geist der Zeit<\/span><\/h3>\n<p>Wer vor f&uuml;nf Jahren eine Prognose dar&uuml;ber gewagt h&auml;tte, ob die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens auf irgendwelche &ouml;ffentliche Resonanz sto&szlig;en w&uuml;rde, h&auml;tte dem sicher eine geringe Wahrscheinlichkeit einger&auml;umt &#8211; selbst diejenigen, die der Idee zwar wohl gesonnen waren, die Chancen f&uuml;r eine &ouml;ffentliche Diskussion aber f&uuml;r gering, wenn nicht gar f&uuml;r abwegig hielten. Eine solche Einsch&auml;tzung konnte sich zugute halten, realistisch zu sein, denn die Agenda 2010 hatte breiten R&uuml;ckhalt &#8211; sei es durch schlichte Hinnahme der Entwicklung, sei es durch die Behauptung sie sei unab&auml;nderlich &#8211; in allen politischen Lagern, bei allen gro&szlig;en Interessenverb&auml;nden und letztlich auch bei den B&uuml;rgern. Man schaue sich nur an, wer alles in der Hartz-Kommission mitgewirkt hat. Manche w&uuml;rden ihre Beteiligung wohl gern aus der Geschichte tilgen wollen, da sie sich heute wieder als Streiter f&uuml;r diejenigen verstehen, die sie in die &#8218;Aktivierung&#8216; zu schicken bereit waren.<\/p>\n<p>Angesichts einer solchen Lage also musste der Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) wie eine Fabel vom guten Menschen erscheinen, und dieser Vorwurf wird den Vertretern durchaus bis heute gemacht. Wer behauptete, es biete eine Antwort auf die Herausforderungen der Gegenwart, machte sich l&auml;cherlich. In allen &ouml;ffentlichen Veranstaltungen, die ich bestritten habe, bekam ich den breiten R&uuml;ckhalt f&uuml;r eine aktivierende Sozialpolitik, besser: Arbeitshauspolitik, zu sp&uuml;ren. Kritisiert wurde allenfalls, dass die Falschen aktiviert werden. Eine Abkehr davon insgesamt schien unvorstellbar. Woran lag das, woran liegt es noch immer, dass die Diskussion &#8211; bei aller Ausbreitung &#8211; nur langsam vorankommt?<\/p>\n<p>Der entscheidende Haken an der Idee des BGEs war und ist die Maxime, auf der es ruht: dem B&uuml;rger zu vertrauen. Wer dieses Vertrauen wie selbstverst&auml;ndlich hatte und deswegen die Chancen des BGEs ausmalte, der sah sich mit allen m&ouml;glichen Anw&uuml;rfen konfrontiert: Idealist, Ideologe, Demagoge, er wurde als Neoliberaler und als Kommunist bezeichnet oder auch &#8211; wie sinngem&auml;&szlig; von Daniel Kreutz im Workshop &#8211; als Prediger einer Heilslehre. F&uuml;r die Linke, bei zaghafter Bef&uuml;rwortung mancher Auswirkungen auf das Verh&auml;ltnis von Lohnarbeit und Kapital, stie&szlig;en Sympathien f&uuml;r das BGE dort an ihre Grenze, wo die Stellung der B&uuml;rger in der Demokratie seine Einf&uuml;hrung rechtfertigen sollte. Denn der B&uuml;rger, das ist doch der Bourgeois, so schlug es einem entgegen. Er vertritt die Interessen des Kapitals, wie kann man ihm da vertrauen?<\/p>\n<p>Keinesfalls, so ein noch heute stets vorgebrachter Einwand, k&ouml;nne die Verrichtung &#8222;gesellschaftlich notwendiger&#8220; Arbeit, die mit Plackerei, Ausbeutung und Entfremdung gleichgesetzt wird, dem Einzelnen &uuml;berlassen werden &#8211; das ist widerspr&uuml;chlich genug, denn gerade deswegen spr&auml;che alles f&uuml;r ein BGE. Ihm hier eine Wahl, gar den &#8222;Ausstieg&#8220; aus der Erwerbsarbeit einzur&auml;umen, wie es das BGE (angeblich) vorschl&auml;gt, sei unsolidarisch, w&uuml;rden sich dadurch manche aus der Pflicht stehlen und sich ein sch&ouml;nes Leben machen.[2] Dieses Misstrauen n&auml;hrt sich aus der Vorstellung, der B&uuml;rger sei ein nur seinen Eigenvorteil suchendes Wesen, das deswegen durch staatliche Regulierung diszipliniert werden m&uuml;sse. Ohne diese Regulierung trage er gar nichts zum Gemeinwohl bei. Diese Vorstellung entspricht &uuml;brigens ganz der &#8211; dann allerdings ins Positive gewendeten &#8211; die Marktliberale vertreten. F&uuml;r sie ist der homo oeconomicus vern&uuml;nftig, weil er seinen Eigenvorteil suche, dazu m&uuml;sse man ihn allerdings durch eine Erwerbsverpflichtung schon n&ouml;tigen, fehle ihm sonst der &#8218;Anreiz&#8216; sich anzustrengen. Eine wenig beachtete und interessante Verwandtschaft ist zwischen beiden Denkhaltungen zu erkennen. Sie erkl&auml;rt auch, weshalb sowohl Linke als auch Marktliberale das Individuum f&uuml;r steuerungsbed&uuml;rftig &#8211; man k&ouml;nnte auch sagen: aufsichtsbed&uuml;rftig &#8211; halten und ein BGE ablehnen.[3] Ihnen geht es nicht um die Freiheit des B&uuml;rgers, sondern um die des Erwerbst&auml;tigen bzw. Marktteilnehmers, der keinesfalls so frei gelassen werden darf, wie es das BGE vorsieht.[4] &#8218;Steuerung&#8216; durch staatliche Andiehandnahme und Steuerung durch den Markt, der nur das als Leistung bewertet, was verkauft werden kann, sind zwei Seiten derselben Medaille. Nicht von ungef&auml;hr hat sich die Rede von der Anreizbed&uuml;rftigkeit des Menschen derart ausgebreitet, dass selbst in Kreisen, die von sozialer Gerechtigkeit in einem fort sprechen, sie zum gutem Ton geh&ouml;rt.<\/p>\n<p>Mit der Rede vom Anreiz wird zum Gesetz erkl&auml;rt, dass der Mensch nur tue, wof&uuml;r ihm Belohnung winke. Der Anreiz ist ein Stimulus, der von au&szlig;en kommt, wie die Karotte, die dem Esel vor sein Maul gehalten wird. Das Leben und alle Entscheidungen bilanziert der Einzelne stets in Soll und Haben, so die Vorstellung &#8211; am Ende muss die Habenseite &uuml;berwiegen. Hat man diese Denkverwandtschaft einmal aufgesp&uuml;rt, verblassen alle programmatischen Kontroversen der vermeintlich so unvers&ouml;hnlichen Lager von Linken und Neoliberalen. Allgemeine Arbeitszeitverk&uuml;rzung auf der einen, angebotsorientierte Arbeitsmarktpolitik auf der anderen: auf jeden Fall muss Erwerbsarbeit geleistet werden. Wo nicht gesteuert und reguliert wird, da l&auml;uft das Individuum in die Irre, entfernt sich vom Gemeinwohl, das gilt auch f&uuml;r andere Bereiche. Die Umgestaltung unseres Bildungswesens insbesondere der Hochschulen und Universit&auml;ten wird von dieser Deutung ebenso beherrscht. Das Denken in Zahlenkorrelationen und formalen Zielen hat die Oberhand gewonnen &#8211; sei dies Wettbewerbsf&auml;higkeit oder soziale Gerechtigkeit. Wo kein Nutzen ausgewiesen oder zu erreichende Zwecke messbar nachgewiesen werden k&ouml;nnen, da scheinen Leistungen f&uuml;r uns wertlos. Im Unterschied zu all den schwer greifbaren und nicht messbaren Leistungen wie elterliche Sorge f&uuml;r die Kinder, b&uuml;rgerschaftliches Engagement sowie Wissenschaft und Kunst als Kulturleistungen um ihrer selbst willen, erstrahlt Erwerbsarbeit in um so gr&ouml;&szlig;erem Glanz. Wird in ihr Leistung erbracht, so lasse sich das doch leicht feststellen, wenigstens in Gestalt eines bezifferbaren Wertsch&ouml;pfungsbeitrags &#8211; eine gro&szlig;e, schon lange bekannte und dennoch gut gepflegte Illusion. Was wer wo leistet und beitr&auml;gt, ist gar nicht bestimmbar angesichts der hoch differenzierten Arbeitsteilung. Ebenso ist der Umfang an Leistungen, die vorausgegangene Generationen erbracht haben und die wir wie selbstverst&auml;ndlich nutzen, nicht zu beziffern, das Eigene von der Leistung anderer gar nicht wirklich zu unterscheiden. Es ist diese gut gepflegte Illusion, die uns an Erwerbsarbeit um so mehr festhalten l&auml;sst, je weniger wir die Leistungsbeitr&auml;ge beziffern k&ouml;nnen. Wo alles gemessen und bilanziert, wo Leistung als Resultat von Anreizen betrachtet wird, da ist es ganz konsequent, die B&uuml;rger zu aktivieren &#8211; sonst l&auml;gen sie blo&szlig; antriebslos herum oder sorgten sich nur um ihren Vorteil. Eins greift ins andere, wie wir hieran sehen.<\/p>\n<p>Statt einer &Ouml;ffnung ist auch unter der Gro&szlig;en Koalition der jetzigen Bundesregierung eine noch straffere Ausrichtung der Sozialpolitik am Erwerbsprinzip zu beobachten, man beachte nur das Elterngeld. Nicht nur hat diese Sozialpolitik zwei Klassen von Eltern geschaffen, in ihr obsiegt auch das Prinzip, nicht Ver&auml;nderungen durch Handlungsr&auml;ume zu erm&ouml;glichen, nein, sie sollen durch Sanktion und Definition von Lebenszielen den B&uuml;rgern verordnet werden. Dieser Drang, dieses Bed&uuml;rfnis nach Steuerung und Planung, nach Aufsicht und Anleitung hilft auch zu verstehen, weshalb eine unb&auml;ndige Furcht davor besteht, jemand k&ouml;nne falsche Entscheidungen treffen und sie revidieren m&uuml;ssen &#8211; ein Studienabbruch z.B. ist durchaus eine vern&uuml;nftige Revision einer zuvor getroffenen Entscheidung. Gegen die Quote der Studienabbrecher m&uuml;sste nicht gek&auml;mpft werden, wenn wir uns fragten, weshalb sie denn abbrechen. Dabei wird ausgeschlossen, dass ein gro&szlig;er Anteil der Abbrecher auch mit Illusionen und zu wenig Sachinteresse an die Universit&auml;t geht, einige weichen auch nur der schwierigen Lage am Arbeitsmarkt aus, das ist ihnen nicht zu verdenken. Vern&uuml;nftige Entscheidungen nun dadurch zu verhindern oder zu erschweren, dass man die Z&uuml;gel anzieht, zeugt von einer Bildungspolitik, die zwar st&auml;ndig von Bildung spricht, sich aber nicht mehr fragt, worin Bildung besteht. Auch hier herrscht der Glaube, Bildung k&ouml;nne in den Einzelnen mit Eimern hineingegossen werden, nicht ist er selbst es, der sich bilden wollen muss, er wird zum Gef&auml;&szlig;, in das die Trichterp&auml;dagogik den Stoff einleitet.<\/p>\n<p>Bildung und individuelles Wollen hingegen sind nicht voneinander zu trennen. Statt, wie gegenw&auml;rtig, der Erwerbspflicht beinahe eine Bildungspflicht an die Seite zu stellen, w&auml;re eine L&ouml;sung dort zu suchen, wo der Einzelne im Zentrum steht und sich einem Bildungsprozess &ouml;ffnen kann. Dazu m&uuml;ssten wir allerdings aufh&ouml;ren, steuern zu wollen. Auch m&uuml;ssten wir die Vorstellung aufgeben, den B&uuml;rgern zu sagen, was sie mit ihrem Leben anzufangen haben, nichts anderes aber bewirkt die Erwerbsverpflichtung. Auch in diesen Fragen also sind sich die vermeintlich unvers&ouml;hnlichen Lager, die allerorten aufeinander treffen, viel n&auml;her, als ihnen lieb ist.<\/p>\n<p>Erstaunlich ist bei all dieser Entwicklung, dass diese Kontroll- und Regulierungsplage kaum unserem t&auml;glichen Leben als B&uuml;rger, ja nicht einmal den Grundlagen unserer politischen Ordnung entspricht. Jedes Gemeinwesen muss in die Loyalit&auml;t seiner B&uuml;rger im Allgemeinen vertrauen, selbst f&uuml;r totalit&auml;re Regime gilt das. Die Loyalit&auml;t seiner B&uuml;rger, die ein Gemeinwesen ben&ouml;tigt, ist nicht erzwingbar. Demokratie kann nicht von dauerhaftem Bestand sein, wenn die B&uuml;rger nicht loyal handeln &#8211; Loyalit&auml;t hei&szlig;t auch, Engagement f&uuml;r Ver&auml;nderung. Sie geht aber noch weiter, denn die Demokratie erhebt dieses unerl&auml;ssliche Vertrauen zum Herrschaftsprinzip, in dem sie die &sbquo;Macht vom Volke&#8216; ausgehen l&auml;sst. Gesch&uuml;tzt wird dieses Fundament, indem das Gemeinwesen seinen Angeh&ouml;rigen leistungslos die B&uuml;rgerrechte verleiht und ihre Stellung als B&uuml;rger bedingungslos anerkennt. Die B&uuml;rgerrechte sch&uuml;tzen nicht nur vor &Uuml;bergriffen des Staates, sie heben sicht- und erfahrbar heraus, welches die Ordnungsprinzipien unseres Gemeinwesens sind. Wenn wir nun den Kontroll-, Mess- und Beaufsichtigungswahn, der sich in den vergangenen Jahren all zu deutlich gezeigt hat, zu dem gerade Beschriebenen ins Verh&auml;ltnis setzen, m&uuml;ssen wir uns fragen, wie sich beides miteinander vereinen lassen soll, ohne unser Gemeinwesen zu sch&auml;digen. Denn diese Entwicklung widerspricht den Prinzipien unserer politischen Verfasstheit.<\/p>\n<p>Wie es um unser Gemeinwesen steht, l&auml;sst sich an der auch im Workshop alsbald gestellten Frage ablesen, wer denn die sogenannte Drecksarbeit mache, wenn er das Einkommen nicht ben&ouml;tige, da er ein bedingungsloses Grundeinkommen beziehe? Nehmen wir diese Bedenken als Ausdruck dessen, was wir in unserem Gemeinwesen von den B&uuml;rgern halten &#8211; dann leben wir mitten im Arbeitshaus statt in einer politischen Gemeinschaft von B&uuml;rgern. Zweierlei fragt man sich unwillk&uuml;rlich: Wird denn heute jemand zu einer bestimmten T&auml;tigkeit gezwungen? Keineswegs &#8211; am ehesten noch die ALG II-Bezieher. Sollte sich also zuk&uuml;nftig niemand daf&uuml;r bereit erkl&auml;ren, freiwillig solche T&auml;tigkeiten zu ergreifen, wollen wir dann etwa Zwang anwenden? Arbeitsdienste einrichten? Nur so ist die Frage zu verstehen. &#8211; Dabei sind wir bislang tats&auml;chlich anders verfahren: wir haben h&ouml;here L&ouml;hne gezahlt, automatisiert oder Dinge selber erledigt.<\/p>\n<p>Wie kommt es dann &uuml;berhaupt so weit?<\/p>\n<p>Offenbar leben wir in zwei Welten, der unseres Denkens und der unseres Handelns. In unserem Denken herrscht Misstrauen, wir deuten den gemeinschaftlichen Zusammenhalt als Resultat von Druck und Zwang. Die B&uuml;rger begreifen sich als dem Staat ausgeliefert, f&uuml;hlen sich an der Nase herumgef&uuml;hrt. Sie verlangen aber stets von ihm auch nach L&ouml;sungen. In unserem Handeln hingegen sind wir viel freiheitlicher, als wir denken. Niemand nimmt uns wesentliche Lebensentscheidungen ab. Wir m&uuml;ssen entscheiden, wie und wo wir Verantwortung wahrnehmen, sei es f&uuml;r den Lebenspartner und die Kinder, sei es f&uuml;r das Gemeinwesen. Ob wir eine Ausbildung machen oder studieren wollen, ganz unabh&auml;ngig davon, ob wir eine entsprechende Stelle finden, die Entscheidung selbst nimmt uns niemand ab. Keine Beh&ouml;rde teilt uns einen Beruf zu, es besteht auch kein Zwang, einen bestimmten zu ergreifen.<\/p>\n<p>Sicher, Entscheidungen werden nicht voraussetzungslos getroffen. Pers&ouml;nliche F&auml;higkeiten und Interessen, die sich in einem langen Bildungsprozess vor allem in der Herkunftsfamilie und dann auch in Bildungseinrichtungen ausformen, haben hier gro&szlig;es Gewicht. Ebenso wichtig ist, welche M&ouml;glichkeiten sich &uuml;berhaupt bieten, welche werden durch ein Gemeinwesen er&ouml;ffnet. Doch selbst unter den schwierigen Bedingungen heute, gibt es immer noch Alternativen. Der Entscheidungsf&auml;higkeit und -willigkeit des Einzelnen vertrauen wir in unserem Handeln sehr wohl, nicht aber im Denken.<\/p>\n<p>Genau hieran, am Vertrauen in den Einzelnen und in seine Gemeinwohlbindung, setzt der Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens an. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein B&uuml;rgereinkommen, denn die einzige Bezugsbedingung ist ein Status, nicht aber eine zu erbringende Leistung.[5] Dieser Status ist der einzige, in dem die Stellung der B&uuml;rger zum Gemeinwesen zum Ausdruck kommt, er ist deswegen zugleich der einzige, an den ein BGE gebunden werden sollte. Damit macht es mit den Grundlagen unseres Gemeinwesens ernst.<\/p>\n<p>Wir sehen hieran auf einfache Weise, dass der Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommen nichts Fabul&ouml;ses hat, weder widerspricht er unserer politischen Ordnung noch verlangt er Voraussetzungen, die nicht gegeben sind. Woran es hakt, ist einzig unser Denken &uuml;ber unser Handeln, die Kluft zwischen beiden ist die einzige Barriere, die wir zu &uuml;berwinden haben. Die Neigung in der politischen Debatte, statt offen mit Argumenten zu streiten, Feindbilder aufzubauen, ist ein weiteres Hindernis f&uuml;r unser Vorankommen ebenso wie die notorische Rede von den Machtverh&auml;ltnissen, der Kr&auml;ftekonstellation von Arbeit und Kapital und dergleichen, die uns angeblich daran hindern, die Dinge zum Besseren zu wenden. Wer so redet, auch wer schweigt, befestigt jedoch ebenso die Machtverh&auml;ltnisse, die er beklagt und an denen er mitwirkt, auch Gewerkschaften und Arbeitgeberverb&auml;nde. Andere verantwortlich zu machen entlastet &#8211; von der eigenen Verantwortung.<\/p>\n<p>Wie weitreichend die Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens sein k&ouml;nnten, ist in der &ouml;ffentlichen Diskussion kaum sichtbar. Allenfalls dort scheinen die Chancen auf, wo Kritiker Bef&uuml;rwortern vorhalten, es als Wunderwaffe oder Allheilmittel zu feiern. Beides ist das BGE nicht. Wie entsteht aber der Eindruck, es k&ouml;nnte so verstanden werden? Eine Antwort hierauf ist einfach: das BGE hebt den Zweck auf, der gegenw&auml;rtig politischen Entscheidungen den Weg weist, der das gesamte Sozialsystem bestimmt und das Bildungswesen pr&auml;gt: die Ausrichtung an Erwerbsarbeit, ganz gleich wer sie wie definiert. Es ist also nicht &uuml;berraschend, dass dann, wenn diese Verkn&uuml;pfung aufgehoben wird, sich vieles in einem anderen Licht zeigt und wo zuvor Probleme gesehen wurden, keine mehr bestehen.<\/p>\n<p>Das bedingungslose Grundeinkommen ist kein arbeitsmarkt- und sozialpolitisches Instrument, sondern eines zur St&auml;rkung der Freiheit. Als jedem Staatsb&uuml;rger bedingungslos gew&auml;hrte Einkommensgarantie von der Wiege bis zur Bahre, anrechnungs- sowie besteuerungsfrei, erlaubte es eine vollkommene Umgestaltung unseres Transfersystems und noch viel mehr. Diese vielf&auml;ltigen M&ouml;glichkeiten anzudeuten, ist der Gegenstand der folgenden Thesen.<\/p>\n<h3><span id=\"chancen-eines-bedingungslosen-grundeinkommens-thesen-und-kommentare\">Chancen eines bedin&shy;gungs&shy;losen Grund&shy;ein&shy;kom&shy;mens &ndash; Thesen und Kommentare<\/span><\/h3>\n<p>Zugespitzt soll nun in Gestalt von Thesen und Kommentaren einige Beispiele[6] dargelegt werden, wo &uuml;berall ein BGE M&ouml;glichkeiten des Wandels er&ouml;ffnet. Ob diese M&ouml;glichkeiten ergriffen werden, das h&auml;ngt davon ab, ob die B&uuml;rger sie ergreifen wollen.<\/p>\n<h4><span id=\"das-bge-anerkennt-die-buerger-als-fundament-des-gemeinwesens-foerdert-den-gemeinschaftlichen-zusammenhalt-und-staerkt-die-demokratie7\">Das BGE anerkennt die B&uuml;rger als Fundament des Gemein&shy;we&shy;sens, f&ouml;rdert den gemein&shy;schaft&shy;li&shy;chen Zusam&shy;men&shy;halt und st&auml;rkt die Demokratie.[7]<\/span><\/h4>\n<p>Die B&uuml;rger werden um ihrer selbst willen anerkannt. Was f&uuml;r unser demokratisches Gemeinwesen unerl&auml;sslich ist, wird damit ausdr&uuml;cklich hervorgehoben: Vertrauen in die B&uuml;rger und ihre Bereitschaft, sich dort einzubringen, wo sie es f&uuml;r wichtig und richtig erachten. Indem die B&uuml;rger sich durch das BGE in ihrer Stellung als B&uuml;rger anerkennen, bringt es ihre Gleichheit zum Ausdruck, ganz wie es f&uuml;r eine Demokratie notwendig ist.<\/p>\n<h4><span id=\"das-bge-stellt-jegliches-engagement-gleich-hebt-die-bewertungshierarchie-zwischen-erwerbsarbeit-und-anderen-taetigkeiten-auf-und-foerdert-damit-vielfaeltiges-engagement\">Das BGE stellt jegliches Engagement gleich, hebt die Bewer&shy;tungs&shy;hi&shy;er&shy;a&shy;r&shy;chie zwischen Erwerbs&shy;a&shy;r&shy;beit und anderen T&auml;tigkeiten auf und f&ouml;rdert damit vielf&auml;l&shy;tiges Engagement.<\/span><\/h4>\n<p>Das BGE erm&ouml;glicht vielf&auml;ltiges Engagement. Ob F&uuml;rsorge f&uuml;r die Kinder, ob Ehrenamt oder was auch immer &#8211; das BGE macht sie gleicherma&szlig;en m&ouml;glich. Berufliches Engagement wird dadurch zu einem unter anderen und ist nicht mehr dasjenige, dem jeder &#8211; gleich ob er will, gleich ob er kann &#8211; nachzugehen hat. Von einer Spaltung der B&uuml;rger in Erwerbst&auml;tige und BGE-Bezieher, wie h&auml;ufig eingewandt wird, kann deswegen gar keine Rede sein, weil alle durch das BGE die M&ouml;glichkeit erhalten, initiativ zu werden &#8211; sie m&uuml;ssen es aber nicht.<\/p>\n<p>Der Einwand ist jedoch aufschlussreich, er gibt zu erkennen, wie sehr wir in Deutschland glauben, dass der Zusammenhalt des Gemeinwesens &uuml;ber den Erwerbs- und damit den Einkommensstatus erfolgt, was allerdings mit unserer politischen Ordnung nicht &uuml;bereinstimmt. Der Einwand ist somit ein Beleg f&uuml;r einen Mangel, wir k&ouml;nnten auch sagen f&uuml;r ein Selbstmissverst&auml;ndnis, das das BGE aufhebt.<\/p>\n<p>Wer krank ist und therapeutischer Hilfe[8], wer besonderer F&ouml;rderung und Unterst&uuml;tzung bedarf, ist endlich davon befreit, wenn auch nur einen mittelbaren Beitrag zur Wertsch&ouml;pfung zu leisten. Einrichtungen z.B. f&uuml;r k&ouml;rperlich und geistig behinderte B&uuml;rger k&ouml;nnen sich ganz darauf konzentrieren, F&ouml;rderliches zu unternehmen, statt auch noch G&uuml;ter f&uuml;r den Markt zu erzeugen. Eine von uns geschaffene Behinderung ist dann von ihnen genommen.<\/p>\n<p>Eingewandt wird gegen das BGE oft, dass die Menschen arbeiten wollen, so auch von Daniel Kreutz, und wir deswegen das Streben nach Vollbesch&auml;ftigung nicht aufgeben d&uuml;rfen. Ein Einwand allerdings gegen das BGE ist das gar nicht, vielmehr eine Best&auml;tigung. Wenn das Bed&uuml;rfnis nach Engagement stark ist, und davon k&ouml;nnen wir ausgehen, dann werden die meisten sich engagieren, sei es erwerbsf&ouml;rmig, sei es ehrenamtlich, sei es in neuen Formen, die zu entwickeln sie frei w&auml;ren. Sie werden damit voll besch&auml;ftigt sein, ihren Interessen und Neigungen nachzugehen &#8211; ohne dass wir nach Vollbesch&auml;ftigung streben.<\/p>\n<p>F&uuml;r ein &#8222;Recht auf Arbeit&#8220; gilt dasselbe. Es ist der Forderung nach Vollbesch&auml;ftigung &auml;hnlich. Nimmt man es beim Wort, denn ein Recht muss einklagbar sein, dann bedarf es gewaltiger Besch&auml;ftigungsprogramme mit planwirtschaftlichen Ausma&szlig;en oder einer drastischen Umverteilung von Arbeitsstunden durch Arbeitszeitverk&uuml;rzung, um all die Arbeitspl&auml;tze zu schaffen, damit ein &#8222;Recht auf Arbeit&#8220; verwirklicht werden kann. Doch, wozu? Soll etwa der Einzelne sich bei einem Unternehmen in eine Anstellung einklagen k&ouml;nnen? Das k&ouml;nnte eine Konsequenz sein. Damit w&auml;ren nicht nur nach wie vor Leistung und Engagement auf Erwerbsarbeit verengt, sondern sogar der freie Vertragsschluss aufgehoben. Statt von dieser Fixierung abzur&uuml;cken, w&uuml;rden wir sie versch&auml;rfen. Das Arbeitshaus heutigen Zuschnitts w&auml;re noch &uuml;berboten. Ein BGE hingegen verschafft die Freir&auml;ume, sich mit dem zu besch&auml;ftigen, das man f&uuml;r wichtig und richtig erachtet. Jeder entscheidet selbst dar&uuml;ber &#8211; und er ist der einzige, der es seinen Neigungen gem&auml;&szlig; kann -, was er f&uuml;r gute Arbeit h&auml;lt und was nicht. Die Definitionsmacht dazu liegt dann in seinen H&auml;nden und nicht in denen von Interessenverb&auml;nden.<\/p>\n<p>Wir w&uuml;rden uns endlich davon befreien, uns an Konzepten zu orientieren, die die Vielf&auml;ltigkeit des Lebens nicht zulassen. &#8222;Arbeitslosigkeit&#8220; ist ein Kunstprodukt, weil nur Erwerbsarbeit als vollg&uuml;ltiges Engagement und damit als wichtige Leistung f&uuml;r unser Gemeinwesen gilt.[9] Mit einem BGE gibt es Arbeitslosigkeit in diesem Sinne gar nicht mehr, allenfalls findet der Einzelne niemanden, der seine Leistung in Anspruch nehmen will, f&uuml;r ein Angebot besteht im schlimmsten Fall also keine Nachfrage. Dann kann er sich &uuml;berlegen, weshalb das so ist und eine andere Leistung anbieten oder sich andere Wirkungsm&ouml;glichkeiten schaffen. Das Konzept von Arbeitslosigkeit und der ihm innewohnende Arbeitsbegriff l&auml;sst uns heute &uuml;bersehen, was jedem ins Auge stechen m&uuml;sste: Dass all die Leistungen, die au&szlig;erhalb dieses engen Verst&auml;ndnisses erbracht werden, f&uuml;r unser Gemeinwesen genauso wichtig sind, ja sogar seine Grundlage bilden. Wir anerkennen sie aber nicht, diesen Missstand beendet das BGE.<\/p>\n<h4><span id=\"das-bge-stellt-die-buerger-gleich-sichert-ihre-handlungsfaehigkeit-ab-nicht-aber-ihren-lebensstandard-damit-unterscheidet-es-klar-zwischen-oeffentlicher-und-privater-verantwortung\">Das BGE stellt die B&uuml;rger gleich, sichert ihre Handlungs&shy;f&auml;&shy;hig&shy;keit ab, nicht aber ihren Lebens&shy;stan&shy;dard. Damit unter&shy;scheidet es klar zwischen &ouml;ffent&shy;li&shy;cher und privater Verant&shy;wor&shy;tung.<\/span><\/h4>\n<p>Bis heute halten wir es f&uuml;r selbstverst&auml;ndlich, dass die Systeme sozialer Sicherung den Lebensstandard absichern sollen, wenn Erwerbseinkommen ausf&auml;llt. Ist das tats&auml;chlich eine Aufgabe von &ouml;ffentlichem Interesse? Aus welchem Grund sollte das Gemeinwesen f&uuml;r die Erhaltung eines Lebensstandards verantwortlich sein, der &uuml;ber den Status einer allgemeinen Absicherung hinaus geht? Dass es eine Absicherung geben muss, die nicht nur die Existenz sichert, sondern auch erlaubt, sich zu bilden und am &ouml;ffentlichen Leben teilnehmen zu k&ouml;nnen, muss hingegen f&uuml;r uns selbstverst&auml;ndlich werden. Ein BGE in welcher H&ouml;he erlaubt das? Das ist im vorhinein nicht zu sagen, weswegen eine stetige Beobachtung der Entwicklung nach Einf&uuml;hrung und eine entsprechende Anpassung notwendig ist. Denn unser Gemeinwesen lebt davon, dass die B&uuml;rger selbstbestimmt ihren Lebensweg gestalten k&ouml;nnen. Die H&ouml;he des BGEs dient also der Selbstbestimmung &#8211; daran, ob es sie erlaubt, muss es sich messen lassen.<\/p>\n<p>Wer &uuml;ber diese Einkommensgarantie hinaus in besonderem Ma&szlig;e G&uuml;ter konsumieren will, kann nicht erwarten, dass das Gemeinwesen ihm dies erm&ouml;glicht. Die Mittel dazu muss er zus&auml;tzlich erwerben. Eine freiwillige Zusatzabsicherung ist denkbar, vergleichbar einer freiwilligen Rentenversicherung heute.<\/p>\n<h4><span id=\"das-bge-staerkt-familien-eroeffnet-ihnen-freiraeume-und-beendet-damit-jede-form-bevormundender-familienpolitik\">Das BGE st&auml;rkt Familien, er&ouml;ffnet ihnen Freir&auml;ume und beendet damit jede Form bevor&shy;mun&shy;dender Famili&shy;en&shy;po&shy;li&shy;tik.<\/span><\/h4>\n<p>Ein BGE pro Kopf erlaubt eine Familienpolitik, von der wir heute allenfalls tr&auml;umen k&ouml;nnen. Eine Familie mit zwei Kindern verf&uuml;gt &uuml;ber vier BGEs und ist versorgt. Nicht mehr dr&auml;ngen wir den Eltern bestimmte Lebensweisen auf, wie es mit dem heutigen Elterngeld und der &Uuml;berh&ouml;hung beruflichen Erfolgs geschieht &#8211; mit dem BGE ist es den Eltern &uuml;berlassen, wie sie ihr Leben und das ihrer Kinder gestalten wollen. Mit einem BGE im R&uuml;cken liegt es in ihren H&auml;nden, ob sie sich aus dem Berufsleben vor&uuml;bergehend oder auf Dauer zur&uuml;ckziehen, ob sie sich weiter mit weniger oder mehr Einsatz beruflich engagieren.<\/p>\n<p>Auch alleinerziehenden Eltern ist so geholfen, so verf&uuml;gt eine solche Familie (ein Erwachsener, zwei Kinder) &uuml;ber drei BGEs und ist gleicherma&szlig;en abgesichert. Gerade heute sind die Bedingungen f&uuml;r alleinerziehende Eltern besonders schlecht, da sie nur f&uuml;r eine begrenzte Zeit eine sanktionsfreie Unterst&uuml;tzung aus &ouml;ffentlichen Mitteln erhalten (Sozialhilfe). Ab einem bestimmten Alter des Kindes bzw. der Kinder, sind alleinerziehende Eltern verpflichtet, erwerbst&auml;tig zu werden. Damit werden gerade sie, die ohnehin in einer schwierigen Lage sind, besonders unter Druck gesetzt, ihre Kinder einer Betreuungseinrichtung zu &uuml;berlassen. Auch hier schr&auml;nken wir die Selbstbestimmungsm&ouml;glichkeiten ein, das BGE hingegen erweitert sie.<\/p>\n<p>Damit ersetzt das BGE keineswegs eine &ouml;ffentliche Infrastruktur wie oft behauptet wird &#8211; es geh&ouml;rt zu ihr dazu. Auch in Zukunft m&uuml;ssen wir uns fragen, wie viel wir in sie zu investieren bereit sind. Mit dem BGE jedoch werden mehr M&ouml;glichkeiten in die H&auml;nde der Eltern gelegt und wird ihnen mehr Verantwortung &uuml;bertragen.<\/p>\n<h4><span id=\"das-bge-ermutigt-jugendliche-dazu-ihren-neigungen-zu-folgen-und-herauszufinden-wofuer-sie-sich-interessieren-herauszufinden-was-der-einzelne-will-wird-zur-maxime\">Das BGE ermutigt Jugendliche dazu, ihren Neigungen zu folgen und heraus&shy;zu&shy;finden, wof&uuml;r sie sich inter&shy;es&shy;sie&shy;ren. Heraus&shy;zu&shy;finden, was der Einzelne will, wird zur Maxime.<\/span><\/h4>\n<p>Jugendliche werden heute von vielen Seiten unter Druck gesetzt. Die &ouml;ffentliche Diskussion fordert sie auf, bei der Entscheidung f&uuml;r einen Ausbildungsplatz nicht zaghaft zu sein. Hauptsache, sie haben &uuml;berhaupt einen. Wer studiert, dem wird keine Phase des Erkundens mehr zugestanden, um herauszufinden, ob das Studium &uuml;berhaupt das richtige ist. Ausbildungs- oder Studienabbruch werden nicht mehr als m&ouml;gliche vern&uuml;nftige Entscheidung erachtet, er wird zum Problem stilisiert &#8211; wer abbricht, so die Botschaft, versagt. Ein Abbruch darf nicht sein. Damit sagen wir den Jugendlichen und jungen Erwachsenen eines mit voller Wucht: Sucht nicht euren Weg, findet nicht heraus, was euch interessiert, denn das ben&ouml;tigt Zeit und verlangt unter Umst&auml;nden, Entscheidungen zu revidieren. Auf diese Weise f&ouml;rdern wir Anpassung und Konformismus, Unterwerfung unter Bestehendes statt Ermutigung dahingehen, zu neuen Ufern aufzubrechen. Verst&auml;rkt wird dieser Druck noch durch die verst&auml;ndliche Sorge der Eltern um die Zukunft ihrer Kinder.<\/p>\n<p>Wer der &Uuml;berzeugung ist, dass nur Erfolg haben kann, wer dem nachgeht, wovon er selbst &uuml;berzeugt ist, der gilt heute als romantisch oder gar idealistisch. Eltern, die ihren Kindern nahebringen wollen, ihren Weg zu suchen, sehen sich vehementer Kritik ausgesetzt. Unabh&auml;ngigkeit st&ouml;rt. Gerade in einer Zeit, da traditionell verl&auml;ssliche Wege unsicher geworden sind, da das Leben gr&ouml;&szlig;ere Autonomieherausforderungen an den Einzelnen stellt als je zuvor, sind wir offenbar der &Uuml;berzeugung, dass wir Jugendlichen gerade nichts zutrauen k&ouml;nnen &#8211; und Anpassung vor Autonomie gehen m&uuml;sse.<\/p>\n<p>Mit einem BGE kehrt sich diese Situation um. Herauszufinden, was einen interessiert, wird zur Maxime, einer Maxime, die Freir&auml;ume er&ouml;ffnet, aber jedem &uuml;berl&auml;sst, sie nach seinem Daf&uuml;rhalten zu f&uuml;llen. Die Chance, ein selbst- und nicht ein fremdbestimmtes Leben zu f&uuml;hren, wird dadurch gr&ouml;&szlig;er.<\/p>\n<h4><span id=\"bildung-ist-persoenlichkeitsbildung-sie-resultiert-aus-der-auseinandersetzung-mit-einer-sache-das-bge-verschafft-die-notwendige-musse-dazu\">Bildung ist Pers&ouml;n&shy;lich&shy;keits&shy;bil&shy;dung, sie resultiert aus der Ausein&shy;an&shy;der&shy;set&shy;zung mit einer Sache &ndash; das BGE verschafft die notwendige Mu&szlig;e dazu.<\/span><\/h4>\n<p>Mit einem BGE wird der Einzelne gest&auml;rkt. Bildung ist nicht, wie man allerorten h&ouml;rt, das Ergebnis von Wissens- oder Stoffvermittlung. Bildung kann nicht in das Individuum hineingeschaufelt oder durch Trichterp&auml;dagogik hineingeleitet werden, sie ergibt sich durch die Auseinandersetzung mit einer Sache, mit einer Problemlage. Genau das Gegenteil davon haben wir in den letzten Jahren angestrebt. Die F&auml;higkeiten des Einzelnen werden auf Wissensverwaltung reduziert. Nur aber wo eine echte Auseinandersetzung gewollt ist, wo also die Bereitschaft besteht, sich auf Unbekanntes einzulassen, und diese Bereitschaft auch gef&ouml;rdert wird, ist Bildung m&ouml;glich.<\/p>\n<p>Ein BGE wirkt mittelbar auch auf eine Ver&auml;nderung unseres Bildungswesens ein. Ein permanentes Bildungswettrennen &agrave; la PISA, in dem wir uns von internationalen Organisationen sagen lassen, wo wir hinzustreben haben (z.B. die OECD), wird dann der Vergangenheit angeh&ouml;ren. Bildung erh&auml;lt wieder den Zweck Selbstzweck, Bildung an einer Sache und dadurch auch Pers&ouml;nlichkeitsbildung zu sein.<\/p>\n<p>Pers&ouml;nlichkeitsbildung, dies sei hier erg&auml;nzend angemerkt, vollzieht sich in verschiedenen Lebensphasen auf unterschiedliche Weise. Ihr Verlauf h&auml;ngt wesentlich von der Familie ab, sowohl von einer stabilen Bindungserfahrung zu den Eltern als auch davon, welche M&ouml;glichkeiten zur Erfahrung der Welt den Kindern er&ouml;ffnet werden. Der Kindergarten bildet eine sehr fr&uuml;he Stufe und erg&auml;nzt die familiale Erziehung. Er hat keinen eigenst&auml;ndigen Bildungsauftrag und somit auch keinen Lehrplan. Er f&ouml;rdert eine gewisse Abl&ouml;sung von den Eltern und erlaubt ein spielerisches Erkunden der Welt um ihrer selbst willen. In der Grundschule hingegen, wenn auch noch immer stark spielerisch gepr&auml;gt, werden elementare Kulturtechniken angeeignet (Schreiben, Lesen, Rechnen usw.). Mit der Sekundarstufe I (5.-10. Klasse) tritt die Auseinandersetzung mit einer Sache ins Zentrum, wobei das Aneignen von Erkenntnissen in den verschiedenen F&auml;chern das Ziel ist. Erst in der Sekundarstufe II (11.-13. Schuljahr, Oberstufe) greift die Schule der methodischen Auseinandersetzung mit einer Sache um ihrer selbst willen, wie sie dann f&uuml;r die Universit&auml;t ausschlaggebend ist (sein soll), vor. W&auml;hrend in der Schule die Aneignung und Auseinandersetzung immer davon bestimmt bleibt, um ihrer selbst willen zu geschehen[10], gilt es in der Lehre, Berufsnormen und Techniken zur L&ouml;sung praktischer Probleme anzueignen. In Lehre und Studium findet die Auseinandersetzung mit einer Sache dann bezogen auf eine entweder berufliche Anforderung zur L&ouml;sung praktischer Probleme (Lehre) oder als Vorbereitung auf eine wissenschaftliche T&auml;tigkeit statt (Studium).<\/p>\n<p>Mit einem BGE &#8211; einem lebenslangen &sbquo;Baf&ouml;g&#8216; &#8211; im R&uuml;cken kann jeder sich bilden, der dazu bereit ist. Finanzielle Sorgen halten ihn davon nicht mehr ab.<\/p>\n<h4><span id=\"das-bge-ermoeglicht-vielfalt-im-bildungswesen-und-schafft-freiraeume-fuer-bildungsprozesse-wissenschaft-und-kunst-werden-gefoerdert-sie-auch-ausserhalb-von-einrichtungen-zu-betreiben-ist-viel-besser-moeglich\">Das BGE erm&ouml;glicht Vielfalt im Bildungs&shy;wesen und schafft Freir&auml;ume f&uuml;r Bildungs&shy;pro&shy;zesse. Wissen&shy;schaft und Kunst werden gef&ouml;rdert, sie auch au&szlig;erhalb von Einrich&shy;tungen zu betreiben, ist viel besser m&ouml;glich.<\/span><\/h4>\n<p>Das BGE f&ouml;rdert mittelbar ein Verst&auml;ndnis von Bildung, das auf Vielfalt und nicht auf Einheit setzt. Bildung um ihrer selbst willen wird als eigenst&auml;ndiger Zweck anerkannt. Dann m&uuml;ssen wir auch unser Bildungswesen so umgestalten, dass es diesem Zweck gerecht wird und es daf&uuml;r einen Schonraum bietet.<\/p>\n<p>Wissenschaft und Kunst, die heute eng an Anstalten und Organisationen gebunden sind, die vom Gemeinwesen alimentiert werden (Universit&auml;ten, Hochschulen, Forschungsinstitute usw.), k&ouml;nnen dort stattfinden, wo Wissenschaftler und K&uuml;nstler sie praktizieren wollen. Sie sind nicht mehr von einer Anstellung abh&auml;ngig (man f&uuml;hre sich nur vor Augen, dass an deutschen Hochschulen in Forschung und Lehre nur ca. 13% Professoren in Daueranstellung t&auml;tig sind, w&auml;hrend ca. 80% der Mitarbeiter befristet angestellt werden). Wer hingegen heute jenseits solcher Anstellungen wissenschaftlich oder k&uuml;nstlerisch t&auml;tig sein will, kann dies nur selten in vollem Umfang. Er ist entweder auf Drittmittel oder Stipendien angewiesen, die nur befristet vergeben werden (1 bis 5 Jahre). Manche versuchen, durch Brotberufe ihren Unterhalt zu sichern, um dar&uuml;ber hinaus dem nachzugehen, was sie eigentlich interessiert. Das BGE befreit von dieser Unsicherheit; es bereitet auch dem ein Ende, dass Talente und Bef&auml;higungen verschwendet werden, nur weil sie nicht in Anstellungsverh&auml;ltnisse Eingang finden und die Betroffenen sich anders verdingen m&uuml;ssen.[11]<\/p>\n<h4><span id=\"unternehmen-und-mitarbeiter-treten-sich-auf-gleicher-augenhoehe-gegenueber-weil-das-bge-verhandlungsmacht-verleiht-und-beiden-entscheidungsmoeglichkeiten-verschafft\">Unternehmen und Mitarbeiter treten sich auf gleicher Augenh&ouml;he gegen&uuml;ber, weil das BGE Verhand&shy;lungs&shy;macht verleiht und beiden Entschei&shy;dungs&shy;m&ouml;g&shy;lich&shy;keiten verschafft.<\/span><\/h4>\n<p>Unternehmen wie Mitarbeiter sind frei in den Verhandlungen &uuml;ber Arbeitsvertrag, Urlaubsregelungen, Arbeitszeiten und Abfindungsregelungen &#8211; es sei denn wir w&uuml;rden all das dennoch regeln wollen. Mit einem BGE im R&uuml;cken haben Mitarbeiter Verhandlungsmacht. Zum ersten Mal w&auml;re der Arbeitsmarkt tats&auml;chlich ein Markt, in dem Mitarbeiter niemals aus Existenzgr&uuml;nden einen Vertragspartner w&auml;hlen, niemals eine Entscheidung defensiv treffen m&uuml;ssen. Unternehmen werden dann viel mehr als heute mit Bewerbern zu tun haben, die mitarbeiten wollen, nicht aber m&uuml;ssen, um Erwerbseinkommen zu erzielen. Sie sind frei in der Entscheidung, ob sie f&uuml;r ein Unternehmen arbeiten, genauso frei sind sie, diese Mitarbeit vertragsgem&auml;&szlig; zu beenden. Unternehmen werden also mehr um sie werben m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Annelie Buntenbach hat eingewandt, dass bei einem erheblichen Unterschied zwischen BGE und Erwerbseinkommen, das BGE gar keine R&uuml;ckendeckung f&uuml;r Verhandlungen verschaffe, es den Mitarbeiter also gar nicht st&auml;rke. Der Einkommensverlust sei zu hoch, so dass niemand von sich aus k&uuml;ndigen werde. Gehen wir von einem ausreichend hohen BGE aus, wie oben definiert, dann liegt es an jedem selbst zu entscheiden, was ihm wichtiger ist. Ob jemand Freir&auml;ume nutzen wird, ob er also eine Stelle aufzugeben und damit Einschr&auml;nkungen seines Lebensstandards in Kauf zu nehmen bereit ist, das h&auml;ngt auch davon ab, wie wichtig ihm Freiheit und Selbstbestimmung sind. Wer Freiheit st&auml;rker gewichtet, wird auch bereit sein, einen etwaigen Statusverlust in Kauf zunehmen; wer hingegen Statussicherung f&uuml;r wichtiger erachtet, der wird auch widrige Arbeitsbedingungen akzeptieren, ganz gleich wie viele Freir&auml;ume er hat. Wer die Freir&auml;ume, die das BGE ihm verschafft, nicht nutzen will, tut dies aus freien St&uuml;cken, nicht aber aus existenzieller Sorge.<\/p>\n<p>Das BGE macht, wie man hieran sehen kann, nicht vor den Werkstoren halt, es wirkt in die Unternehmen hinein und wird unsere Arbeitswelt ver&auml;ndern, indem es die Arbeitsbedingungen ver&auml;ndert. Was fr&uuml;her einmal als &#8218;Humanisierung der Arbeit&#8216; propagiert wurde, erreicht das BGE auf einfache Weise, indem es den Mitarbeitern Macht verleiht: durch Freiheit. Doch zur Freiheit geh&ouml;rt auch die M&ouml;glichkeit, diese Macht nicht einzusetzen &#8211; das zu akzeptieren, scheint manchen schwer zu fallen. Wer indes glaubt, zum Gl&uuml;ck m&uuml;sse der Einzelne gezwungen werden und sich deswegen anma&szlig;t, &uuml;ber die K&ouml;pfe der B&uuml;rger hinweg zu entscheiden, was f&uuml;r sie gut ist, f&ouml;rdert nicht Freiheit, sondern Bevormundung.<\/p>\n<p>Wo bleiben da die Tarifpartner, wird sich manch einer fragen?<\/p>\n<p>Die Frage ist schwer zu beantworten, da das BGE dem Einzelnen ganz andere M&ouml;glichkeiten bietet als heute und wir nicht wissen, wie er sie nutzen wird. Nehmen wir den konservativsten Fall an, dann bestehen Arbeitgeber- wie Arbeitnehmerverb&auml;nde einfach fort. Das halte ich f&uuml;r ziemlich unwahrscheinlich, weil das BGE der Tarifpartnerschaft ihre herausgehobene Stellung bestreitet. Im Unterschied zu heute k&ouml;nnen Verhandlungen vollst&auml;ndig auf betrieblicher Ebene stattfinden. Sollten die Tarifpartner noch weiter an Bedeutung verlieren, bleibt noch die M&ouml;glichkeit, sich neue Wirkungsfelder zu suchen z.B.: in der Beratung von individuellen und kollektiven Verhandlungen um Arbeitsbedingungen, vielleicht auch in der kollektiven Interessenvertretung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, wenn es sie zuk&uuml;nftig geben sollte. Wo es sie geben wird, werden die Tarifpartner sicher weniger Befugnisse haben als in der heutigen Tarifpartnerschaft. Sie werden in ihrer heutigen Stellung auch ohne Einf&uuml;hrung eines BGE nicht fortbestehen, das ist gewiss, wie sinkende Mitgliederzahlen, &Ouml;ffnungsklauseln in Tarifvertr&auml;gen und auch das Aufk&uuml;ndigen der Mitgliedschaft von Unternehmen in Arbeitgeberverb&auml;nden bezeugt. Darin sehen manche eine Bedrohung liebgewonnener Machtverh&auml;ltnisse, es ist tats&auml;chlich aber eine Chance, eine Chance, zu neuen Ufern aufzubrechen. Wenn die Gewerkschaften nicht erkennen, dass ihre heutige Haltung &#8211; ganz wie die der Arbeitgeberverb&auml;nde &#8211; unser Fortkommen hemmt, werden sie noch weiter an Bedeutung verlieren. Beide haben keine Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit, halten verzweifelt an alten Antworten fest und glauben, Rezepte von gestern taugen f&uuml;r die Zukunft.<\/p>\n<h4><span id=\"mit-einem-bge-wird-wertschoepfung-zum-ersten-zweck-von-unternehmen-erhoben-automatisierung-ist-dann-erstrebenswert-unternehmen-muessen-sich-vor-diesem-zweck-der-wertschoepfung-rechtfertigen-und-nicht-vor-solchen-die-das-gemeinwesen-zu-uebernehmen-hat\">Mit einem BGE wird Wertsch&ouml;p&shy;fung zum ersten Zweck von Unternehmen erhoben. Automa&shy;ti&shy;sie&shy;rung ist dann erstre&shy;bens&shy;wert. Unternehmen m&uuml;ssen sich vor diesem Zweck, der Wertsch&ouml;p&shy;fung, recht&shy;fer&shy;tigen und nicht vor solchen, die das Gemeinwesen zu &uuml;bernehmen hat.<\/span><\/h4>\n<p>Der Zweck von Unternehmen ist es, Dienste und G&uuml;ter zu erzeugen und anzubieten. Wo das ohne menschliche Arbeitskraft m&ouml;glich ist, sollte es geschehen. Automatisierung schafft Freir&auml;ume, wir gewinnen Lebenszeit zur freien Verf&uuml;gung zur&uuml;ck, die wir dort einsetzen k&ouml;nnen, wo Automaten unbrauchbar sind. Unproduktive Industrien und Wirtschaftszweige m&uuml;ssen dann nicht mehr aus &Uuml;berlegungen der Sozialvertr&auml;glichkeit aufrechterhalten werden. Die Aufgaben von Unternehmen und Gemeinwesen werden deutlicher getrennt als heute und sind damit transparenter.[12]<\/p>\n<h4><span id=\"das-bge-foerdert-strukturschwache-regionen-niemand-muss-um-einkommen-zu-erwirtschaften-aus-seiner-heimat-abwandern\">Das BGE f&ouml;rdert struk&shy;tur&shy;schwache Regionen. Niemand muss, um Einkommen zu erwirt&shy;schaften, aus seiner Heimat abwandern.<\/span><\/h4>\n<p>Regionen werden in ihren Eigenheiten anerkannt und gest&auml;rkt. Das BGE erlaubt es B&uuml;rgern, die heute aufgrund der schlechten Arbeitsmarktlage abwandern, in ihrer Heimat zu bleiben. Sie sind dann in der Lage, dort M&ouml;glichkeiten zu erdenken und zu erkunden, wie der Region gem&auml;&szlig; Probleme gel&ouml;st und neue Wege beschritten werden k&ouml;nnen. Im Unterschied zu zweckgebundenen Subventionen, die nur dann gezahlt werden, wenn der Empf&auml;nger sich auf bestimmte Zwecke und Ziele verpflichtet, &uuml;berl&auml;sst das BGE jedem, den Einzelnen wie den gew&auml;hlten Verantwortungstr&auml;gern, wozu die Freir&auml;ume genutzt werden.<\/p>\n<h4><span id=\"das-bge-befreit-vom-unsinn-lebensmittel-zu-erzeugen-weil-sie-subventioniert-werden\">Das BGE befreit vom Unsinn, Lebens&shy;mittel zu erzeugen, weil sie subven&shy;tio&shy;niert werden.<\/span><\/h4>\n<p>Seit langem schon wird die unsinnige Landwirtschaftspolitik beklagt, derzufolge aufgrund hoher Subventionen gewaltige Lebensmittelmengen hergestellt werden, um dann, zu Zwecken der Preiserhaltung, gro&szlig;e Teile davon wieder zu vernichten oder sie in anderen L&auml;ndern, z.B. Afrikas auf den Markt zu werfen. Mit einem BGE im R&uuml;cken sind Landwirte, um ihren Unterhalt zu sichern, nicht mehr von zweckgebundenen Subventionen abh&auml;ngig und k&ouml;nnen Entscheidungen auf dieser Grundlage anders treffen als heute.<\/p>\n<h4><span id=\"das-bge-gewaehrt-eine-rente-auf-lebenszeit-und-fuehrt-dadurch-zu-veraenderungen-im-kapitalmarkt\">Das BGE gew&auml;hrt eine Rente auf Lebenszeit und f&uuml;hrt dadurch zu Ver&auml;n&shy;de&shy;rungen im Kapital&shy;markt. <\/span><\/h4>\n<p>Wie uns die Finanzkrise lehrt, ist eine Absicherung durch Investitionen im Kapitalmarkt mit einem gro&szlig;en Risiko f&uuml;r den Einzelnen verbunden. Statistisch betrachtet mag, es gering sein, wenn es aber eintrifft, schl&auml;gt es mit voller Wucht zu. Ein BGE in ausreichender H&ouml;he macht jede zus&auml;tzliche Altersvorsorge &uuml;berfl&uuml;ssig. Freiwillig kann in sie selbstverst&auml;ndlich investiert werden, notwendig ist es aber nicht. Geld, das heute aus Sorge um die pers&ouml;nliche Zukunft in Lebensversicherungen, privaten Altersvorsorgeprojekte und Immobilien angelegt wird, wird frei f&uuml;r Investitionen in der Gegenwart. Das reduziert die Mittel, die heute &uuml;ber Versicherungen und Anlagen in den Kapitalmarkt flie&szlig;en und leitet sie dorthin, wo sie hingeh&ouml;ren: in die Hand der B&uuml;rger.<\/p>\n<h4><span id=\"das-bge-stellt-die-frage-nach-dem-sinn-von-wachstum-wachstum-ist-nicht-laenger-selbstzweck-zur-erzeugung-von-arbeitsplaetzen-fragen-der-oekologie-erhalten-dadurch-mehr-gewicht\">Das BGE stellt die Frage nach dem Sinn von Wachstum. Wachstum ist nicht l&auml;nger Selbstzweck zur Erzeugung von Arbeits&shy;pl&auml;t&shy;zen. Fragen der &Ouml;kologie erhalten dadurch mehr Gewicht.<\/span><\/h4>\n<p>Das BGE macht ernst mit einer Politik, die den &ouml;kologischen Fragen unserer Zeit entspricht, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben. Wenn jeder B&uuml;rger jeden Monat ein BGE &uuml;berwiesen erh&auml;lt, dann wird transparent, dass seine Freiheit von der Solidarit&auml;t der B&uuml;rger abh&auml;ngt, von ihrer Bereitschaft sich einzubringen und zur Wertsch&ouml;pfung nach ihrem Daf&uuml;rhalten beizutragen. Zugleich ist die Frage aufgeworfen und jedem in die Hand gegeben, wozu Wachstum angestrebt werden, wozu der Wohlstand dienen soll, den wir erreicht haben. Das BGE macht die Handlungsf&auml;higkeit der B&uuml;rger in ihrer Vielfalt zum Selbstzweck, wesentliche Fragen erscheinen in einem anderen Licht.<\/p>\n<p>Leicht zu erdenken ist, wie das BGE sich auf den Berufs- und Pendelverkehr auswirken kann. Wer heute weite Pendelwege in Kauf nimmt, um ein Einkommen zu erzielen, wird sich das in Zukunft &uuml;berlegen. Auch hier wirkt das BGE mittelbar auf die Arbeitsbedingungen. Wom&ouml;glich wird Heimarbeit attraktiver. Welche Folgen der Pendelverkehr in &ouml;kologischer Hinsicht hat, liegt auf der Hand.<\/p>\n<p>Durch das BGE wird, indem es diese Fragen aufwirft, zugleich die Bedeutung ressourcenschonenden Konsums deutlicher erkennbar.<\/p>\n<h4><span id=\"das-bge-ermoeglicht-freiheit-und-mutet-sie-den-buergern-zu-die-verantwortung-des-einzelnen-fuer-das-ganze-und-des-ganzen-fuer-alle-wird-sicht-und-erfahrbar\">Das BGE erm&ouml;glicht Freiheit und mutet sie den B&uuml;rgern zu. Die Verant&shy;wor&shy;tung des Einzelnen f&uuml;r das Ganze und des Ganzen f&uuml;r alle wird sicht- und erfahrbar.<\/span><\/h4>\n<p>Freiheit ist eine Herausforderung. Wer sie f&uuml;rchtet, traut sich selbst nicht und schon gar nicht den anderen &#8211; die Folge: Bevormundung und Kontrolle. Heute legt sich dieses Misstrauen den Mantel der F&uuml;rsorglichkeit um. Doch, wer Besch&auml;ftigungsprogramme fordert, wer andere besch&auml;ftigen will und es nicht ihnen zu &uuml;berlassen bereit ist, womit sie sich besch&auml;ftigen, fordert auch Arbeitsverpflichtung. Das ist der direkte Weg ins Arbeitshaus &#8211; in ihm befinden wir uns heute.<\/p>\n<p>Wollen wir nicht das Fundament unseres Gemeinwesens und damit unseren Wohlstand untergraben, m&uuml;ssen wir darauf vertrauen, dass der Einzelne seinen Beitrag leisten will. Unser Gemeinwesen kann nur bestehen, wenn wir B&uuml;rger frei sind, uns zu entscheiden, darauf gr&uuml;ndet unsere freiheitlich-demokratische Ordnung &#8211; das BGE ist blo&szlig; ihre Fortentwicklung und hebt diesen Zusammenhang ins Bewusstsein.<\/p>\n<h3><span id=\"literaturhinweise\">Literaturhinweise<\/span><\/h3>\n<h4><span id=\"wissenschaftliche-beitraege-des-verfassers\">Wissen&shy;schaft&shy;liche Beitr&auml;ge des Verfassers:<\/span><\/h4>\n<p>Liebermann, Sascha (2002), Die Krise der Arbeitsgesellschaft im Bewusstsein deutscher Unternehmensf&uuml;hrer. Eine Deutungsmusteranalyse, Frankfurt: Humanities Online<\/p>\n<p>Liebermann, Sascha (2005), &#8222;Zur B&uuml;rgervergessenheit der deutschen Reformdebatte. Eine zeitdiagnostische Betrachtung&#8220;, in: sozialersinn, Heft 1\/2005, S. 131-143.<\/p>\n<p>Liebermann, Sascha (2006), &#8222;Eigenverantwortung oder Selbstbestimmung? &Uuml;berlegungen zur B&uuml;rgervergessenheit in der deutschen Diskussion&#8220;, in: Von der Statussicherung zur Eigenverantwortung? Das deutsche Sozialmodell im gesellschaftlichen Umbruch, Jahrbuch Arbeit, Bildung, Kultur, Bd. 23\/24, 2005\/06, hrsg. vom Forschungsinstitut Arbeit und Bildung (FIAB), S. 213-228.<\/p>\n<p>Liebermann, Sascha (2008), &#8222;Politische Vergemeinschaftung, Autonomie der B&uuml;rger und soziale Sicherung&#8220;, in: Jean-Michel Bonvin, Stefan Kutzner, Michael Nollert (Hrsg.): Erwerbsarbeit und Armut, Z&uuml;rich: Seismo-Verlag.<\/p>\n<h4><span id=\"verwendete-literatur\">Verwendete Literatur<\/span><\/h4>\n<p>Hardorp, Benediktus (2008), Arbeit und Kapital als sch&ouml;pferische Kr&auml;fte. Einkommen und Besteuerung als gesellschaftliches Teilungsverfahren. Schriften des Interfakultativen Instituts f&uuml;r Entrepreneurship an der Universit&auml;t Karlsruhe (TH), Band 16, Karlsruhe Universit&auml;tsverlag 2008 (auch online verf&uuml;gbar: <a href=\"http:\/\/digbib.ubka.uni-karlsruhe.de\/volltexte\/1000008461\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/digbib.ubka.uni-karlsruhe.de\/volltexte\/1000008461<\/a>).<\/p>\n<p>Schlecht, Michael (2006), &#8222;Die &Uuml;berfl&uuml;ssigen entsorgt&#8220;, taz Nr. 8115 vom 2.11., S. 11.<\/p>\n<p>Siebert, Horst (2007), &#8222;Gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen. Eine abstruse Idee mit starken Fehlanreizen&#8220;, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.6.<\/p>\n<p>Weber, Max (1988), &#8222;Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland&#8220;, Gesammelte politische Schriften, Mohr: T&uuml;bingen 1988.<\/p>\n<p>Werner, G&ouml;tz W. (2008), Einkommen f&uuml;r alle, mit aktuellem Nachwort, L&uuml;bbe.<\/p>\n<h4><span id=\"fussnoten\">Fu&szlig;noten<\/span><\/h4>\n<p>[1] Dieser Beitrag ist ver&ouml;ffentlicht in: Arbeit und Freiheit im Widerspruch? Bedingungsloses Grundeinkommen &#8211; ein gesellschaftliches Zukunftsmodell? Hrsg. von Hartmut Neuendorff, Gerd Peter, Frieder Otto Wolf , VSA-Verlag Hamburg 2009. F&uuml;r Anmerkungen danke ich Ute Fischer und Thomas Loer. Da es sich bei diesem Beitrag nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern um eine Stellungnahme als Mitglied der Initiative und von daher als B&uuml;rger handelt, sei f&uuml;r Interessierte auf wissenschaftliche Ausf&uuml;hrungen von mir verwiesen, siehe Literaturverzeichnis. Die Initiative, der bei ihrer Gr&uuml;ndung Ute Fischer (Unna), Axel Jansen (Frankfurt\/M.), Stefan Heckel (Bergisch Gladbach), Thomas Loer (Bergkamen) und der Autor angeh&ouml;rten, ist im Dezember 2003 mit dem Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens f&uuml;r alle B&uuml;rger an die &Ouml;ffentlichkeit getreten (<a href=\"http:\/\/www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.FreiheitStattVollbeschaeftigung.de<\/a>). Seither hat der Vorschlag erhebliche &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit erhalten, wozu besonders der Unternehmer G&ouml;tz W. Werner mit einer eigenen Initiative (<a href=\"http:\/\/www.unternimm-die-zukunft.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.unternimm-die-zukunft.de<\/a>) und die 2004 gegr&uuml;ndete Plattform f&uuml;r Grundeinkommensinteressierte, das Netzwerk Grundeinkommen (<a href=\"https:\/\/www.grundeinkommen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.grundeinkommen.de<\/a>), beigetragen haben. F&uuml;r umfangreiche Informationen und Dokumentation der Diskussion siehe auch das Archiv Grundeinkommen (<a href=\"http:\/\/www.archiv-grundeinkommen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.archiv-grundeinkommen.de<\/a>).<br \/>[2] Vgl. Schlecht 2006, S. 11. Vgl auch meine Diskussion mit Ulrich Busch in utopie kreativ Heft 176 (6\/2005), seine Replik in Heft 181 (11\/2005) und meine Antwort darauf in Heft 184 (2\/2006). Auch die spezifische Verdrehung der Marxschen Lehre zum Zweck der Kritik des BGE ist wiederholt kritisiert worden, z.B. von Karl Reitter, utopie kreativ, Heft 188 (6\/2006) und Friedrich Sixel, utopie kreativ, Heft 189-190 (7-8\/2006). Alle Beitr&auml;ge sind online verf&uuml;gbar.<br \/>[3] Es sei hier nur erw&auml;hnt, wie sehr das alte Bundessozialhilfegesetz von den Kritikern der Agenda 2010 verkl&auml;rt wird. Auch sein Zweck war, wie schon in &sect; 1 festgelegt, die R&uuml;ckkehr in den Arbeitsmarkt, also die Orientierung am Erwerbsideal. Was die Gesetze f&uuml;r moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt hervorgebracht haben, ist also lediglich eine Versch&auml;rfung dessen, was es schon gab.<br \/>[4] Vgl. z.B. Siebert 2007, S. 12.<br \/>[5] In dieser Verbindung von Staatsb&uuml;rgerschaft und BGE herrscht keineswegs Einigkeit unter den Bef&uuml;rwortern. Wir halten diese Verbindung f&uuml;r unerl&auml;sslich, von ihr abgeleitet kann auch Personen mit dauerhafter Aufenthaltsberechtigung ein BGE gew&auml;hrt werden, ganz so, wie es heute mit den Transferleistungen geschieht.<br \/>[6] Weitere Beispiele u.a. zu Unterhaltsrecht, Kinder- und Jugendhilfe, Mindestlohn, Leiharbeit in unserem Weblog <a href=\"http:\/\/freiheitstattvollbeschaeftigung.de\/blog\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/freiheitstattvollbeschaeftigung.de\/blog\/<\/a>.<br \/>[7] F&uuml;r eine ausf&uuml;hrlichere Darlegung siehe den Beitrag von Thomas Loer in diesem Band.<br \/>[8] Nicht zu verwechseln mit &#8222;aktivierender Hilfe&#8220;.<br \/>[9] &sbquo;Arbeitslosigkeit&#8216; ist ein durch gesetzliche Bestimmungen definierter Zustand: &#8222;Die Zahl der bei den Arbeits&auml;mtern registrierten Arbeitslosen wird im Rahmen der Statistik der Arbeitsvermittlung und Arbeitsberatung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) seit 1950 monatlich nachgewiesen. Die Zahl basiert auf einer Ausz&auml;hlung von Verwaltungsunterlagen der Arbeits&auml;mter. Man spricht daher von &sbquo;prozessproduzierten Daten&#8216;. Der Begriff des Arbeitslosen ergibt sich aus &sect;&sect; 16 und 119 des Sozialgesetzbuches III (SGB III). Als arbeitslos gilt, wer<br \/>* keine oder nur eine weniger als 15 Stunden pro Woche umfassende Erwerbst&auml;tigkeit aus&uuml;bt, <br \/>* eine versicherungspflichtige Besch&auml;ftigung sucht und dabei den Vermittlungsbem&uuml;hungen der Agentur f&uuml;r Arbeit zur Verf&uuml;gung steht,<br \/>* sich pers&ouml;nlich bei der Agentur f&uuml;r Arbeit oder einem kommunalen Tr&auml;ger arbeitslos gemeldet hat,<br \/>* momentan nicht an Ma&szlig;nahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik teilnimmt.&#8220; <br \/>Vgl. die Interrnetseite des Statistischen Bundesamtes: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.destatis.de<\/a>. Hieran wird deutlich, wie sehr das Verst&auml;ndnis von Arbeitslosigkeit zum einen davon abh&auml;ngt, was unter Arbeit verstanden wird, n&auml;mlich nur Erwerbsarbeit, zum anderen davon, wie Erwerbst&auml;tigkeit definiert wird.<br \/>[10] Sie erfolgt allerdings noch in einem Alter, das von sozialisatorischen Prozessen gepr&auml;gt ist bis zur Adoleszenzkrise, deren Bew&auml;ltigung zugleich die Abl&ouml;sung von der Herkunftsfamilie bedeutet.<br \/>[11] Es sei hier nur daran erinnert, dass die Einf&uuml;hrung einer Zw&ouml;lf-Jahresregelung f&uuml;r befristete Arbeitsverh&auml;ltnisse an Universit&auml;ten auch eine dieser gut gemeinten Entscheidungen war und Wissenschaftler, die keine Professuren erhalten, vor dauerhafter Unsicherheit bewahren sollte. Um welchen Preis aber? Heute m&uuml;ssen sie nach zw&ouml;lf Jahren die Universit&auml;t verlassen und d&uuml;rfen nur noch in Drittmittelprojekten, nicht aber mehr auf Haushaltsstellen angestellt werden. In die &#8222;Besch&auml;ftigungszeit&#8220; wird auch die Zeit angerechnet, die f&uuml;r die Verfertigung einer Dissertation samt Begutachtung und Promotion ben&ouml;tigt wurde, aber gar kein Anstellungsverh&auml;ltnis vorlag. Da wurde der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Bislang schert sich keiner &#8211; nicht die Universit&auml;ten, nicht die Gewerkschaften noch sonst wer &#8211; darum, dass diese Regelung wieder aufgehoben wird.<br \/>[12] Wenn gefordert wird, Unternehmen sollten an den Lasten f&uuml;r die Sicherungssysteme beteiligt werden, sie m&uuml;ssten weiterhin parit&auml;tisch finanziert werden, dann wird eines &uuml;bersehen: Ganz gleich, wie viel Beteiligung man den Unternehmen aufb&uuml;rdet, die Lasten tr&auml;gt immer der Konsument. Denn alle Kosten (L&ouml;hne, Sozialabgaben, Steuern) werden in die Preise kalkuliert, da ein Unternehmen keine andere M&ouml;glichkeit hat, Kosten zu decken als &uuml;ber den Absatz. Insofern ist es konsequent, die Konsumsteuer als einzige Steuer beizubehalten, wie es G&ouml;tz W. Werner und Benediktus Hardorp vorschlagen, und sie ist es noch in anderer Hinsicht. Angesichts der Finanzkrise wird wieder viel &uuml;ber sogenannte Steueroasen diskutiert, auch daf&uuml;r b&ouml;te die Konsumsteuer eine L&ouml;sung: vor ihr kann man nicht weglaufen, da jede Transaktion, jeder Verkauf eines Gutes einen realen Ort hat, ganz gleich wo er stattfindet. Vgl. hierzu die Ausf&uuml;hrungen von Benediktus Hardorp (Hardorp 2008) und G&ouml;tz W. Werner (Werner 2008). Siehe auch den Beitrag von Ute Fischer und Helmut Pelzer in diesem Band.<\/p>\n<p>Axel Gerntke (IG Metall) und Dr. Sascha Liebermann (Initiative &#8222;Freiheit statt Vollbesch&auml;ftigung&#8220;) diskutieren auf Einladung der Humanistischen Union Frankfurt am 26. Mai 2011 &uuml;ber das bedingungslose Grundeinkommen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-7121","thema","type-thema","status-publish","hentry","category-sozialpolitik"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Vielfalt der M\u00f6glichkeiten ist bestechend - Chancen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/chancen-durch-ein-bedingungsloses-grundeinkommen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Vielfalt der M\u00f6glichkeiten ist bestechend - Chancen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Das bedingungslose Grundeinkommen ist kein arbeitsmarkt- und sozialpolitisches Instrument, sondern eines zur St\u00e4rkung der Freiheit. 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