{"id":7150,"date":"1996-09-20T12:33:00","date_gmt":"1996-09-20T10:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/mythos-markt\/"},"modified":"2021-09-04T00:03:36","modified_gmt":"2021-09-03T22:03:36","slug":"mythos-markt","status":"publish","type":"thema","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/mythos-markt\/","title":{"rendered":"Mythos Markt"},"content":{"rendered":"<p><i>\u00dcber die \u0084sozialen Kosten der Marktwirtschaft\u0094<\/p>\n<p>aus : vorg\u00e4nge Nr. 135 (Heft 3\/1996), S. 105-13<\/i><\/p>\n<p><b>&#8222;<\/b>Unter den Bedingungen profitorientierter Investitionsentscheidungen wird der Produktionsproze\u00df &#8211; die Wahl der Produktionsfaktoren ebenso wie die Bestimmung dessen, was produziert werden soll &#8211; ohne vorherige Kl\u00e4rung tats\u00e4chlicher Kosten und Konsequenzen gelenkt. Diese Entscheidungslogik ist es, die in der Vergangenheit erhebliche Sozialkosten verursacht hat. Die mangelnde Absch\u00e4tzung sozialer Kosten hat nicht nur eine gesellschaftlich ineffiziente Ressourcennutzung zur Folge, sondern erm\u00f6glicht es einigen, durch den Schaden anderer Ertr\u00e4ge zu erzielen.&#8221; Provozierende, unzeitgem\u00e4\u00dfe S\u00e4tze: Unsere Marktwirtschaft, das System der freien Marktpreise, das Spiel von Angebot und Nachfrage &#8211; sie garantieren, so wird uns Tag f\u00fcr Tag versichert, mit axiomatischer Gewi\u00dfheit die &#8222;optimale Befriedigung der Bed\u00fcrfnisse&#8221;, die &#8222;rationale Allokation der Ressourcen&#8221;. Weil es in ihr zufiel Mangel und zugleich zu viel Vergeudung gab, ist die b\u00fcrokratische Planwirtschaft bankrott gegangen. Mangel und Vergeudung existieren aber auch in der bunten Welt freier M\u00e4rkte?<br \/>Ein Beispiel: Eine \u00fcberw\u00e4ltigende Nachfrage nach Autos trifft auf ein faszinierendes Angebot von Limousinen, Kombis, Gel\u00e4ndewagen usw. Das Gl\u00fcck ist aber nicht vollkommen, schlie\u00dflich kennen wir alle die &#8222;schwarze Seite&#8221; des motorisierten Individualverkehrs. Nur gehen die &#8222;Wohlstandverluste&#8221; durch Verkehrsunf\u00e4lle, durch Luftverschmutzung oder Landschaftszerst\u00f6rung &#8211; mindestens einige Dutzend Milliarden Mark j\u00e4hrlich in der Bundesrepublik &#8211; nicht oder nur unwesentlich in die Kostenrechnung des &#8222;Systems Auto&#8221; ein. Sind die Marktpreise unserer Autos, unseres Benzins eine Fiktion?<br \/>Ein anderes Beispiel: Asbest. 150 Jahre lang galt das unscheinbare Mineral als billiger, leicht zu verarbeitender Universalwerkstoff. Asbest steckte im Teppichboden und im Flugzeug, in der Trinkwasserleitung und im Toaster &#8211; und, vor allem als Spritzasbest, in unz\u00e4hligen Geb\u00e4uden. \u00dcber die Ungef\u00e4hrlichkeit dieses &#8222;unverf\u00e4lschten Naturprodukts&#8221; machte man sich keine gro\u00dfen Gedanken. Vor etwa 20 Jahren bemerkte man, da\u00df Asbeststaub Krebs verursacht. Kosten der weltweiten Asbestsanierung: unbekannt. Sicher hunderte, wahrscheinlicher tausende von Milliarden Dollar. Diese Kosten tragen nicht etwa die Asbest-Hersteller &#8211; die in den letzten Jahren meist auf andere &#8222;Produktlinien&#8221; umgestiegen sind &#8211;, sondern der Staat, die Wohnungswirtschaft, die &#8222;privaten Haushalte&#8221;.<br \/>Noch ein Beispiel. Markt bedeutet Konkurrenz, Konkurrenz bedeutet Auslese, Auslese bedeutet &#8211; ziemlich oft &#8211; Vernichtung: von Kapital, von Arbeitspl\u00e4tzen. Ist von den Kosten der Arbeitslosigkeit die Rede, sind gew\u00f6hnlich die Ausgaben f\u00fcr Arbeitslosenunterst\u00fctzung gemeint. Tats\u00e4chlich schieben Unternehmen, die Arbeitspl\u00e4tze abbauen, die Folgekosten dieser Entscheidung auf die Gesellschaft ab. Die Gesamtwirtschaft wird aber durch die Aufwendungen f\u00fcr Arbeitslosenunterst\u00fctzung nicht \u00e4rmer, da es sich letztlich nur um eine Umverteilung konsumtiver Mittel von den Besch\u00e4ftigten zu den &#8222;Besch\u00e4ftigungslosen&#8221; handelt. \u00dcber f\u00fcnfzig Millionen Menschen sind gegenw\u00e4rtig in den westlichen Industriel\u00e4ndern ohne &#8222;regul\u00e4re&#8221; Arbeit. Eine Arbeitslosigkeit von zehn Prozent bedeutet f\u00fcr die Bundesrepublik eine &#8222;ausgefallene Produktion&#8221; von ungef\u00e4hr 300 Milliarden Mark pro Jahr. Diese &#8222;eigentlichen&#8221; Kosten der Arbeitslosigkeit erscheinen jedoch gar nicht erst in der &#8222;Gewinn- und Verlustrechnung&#8221; der Marktwirtschaft.<br \/>Die &#8222;entgangene Produktion&#8221; von G\u00fctern und Dienstleistungen ist nicht alles. Kosten im Gesundheitssystem oder im Sicherheits- und Justizbereich lassen sich ebenfalls der Arbeitslosigkeit &#8222;zurechnen&#8221;. Die &#8222;Freisetzung von \u00fcberz\u00e4hligen Besch\u00e4ftigten&#8221; beg\u00fcnstigt nicht nur Stre\u00df, Depressionen, psychosomatische Krankheiten, sondern auch &#8222;sozial unerw\u00fcnschtes Verhalten&#8221;, von der Drogensucht bis zur Kriminalit\u00e4t.<br \/>Seit der &#8222;kapitalistischen Revolution&#8221; der achtziger Jahre wird mit eindrucksvoller Selbstverst\u00e4ndlichkeit behauptet, der &#8222;freie Markt&#8221; sei konstitutives Element einer demokratischen Gesellschaft. Und \u00fcber den Tr\u00fcmmern des GULAG-Sozialismus leuchtet die Idee der Marktwirtschaft magisch auf.<br \/>Vor einem halben Jahrhundert schrieb in den USA ein Wirtschaftswissenschaftler \u00fcber die &#8222;sozialen Kosten der Marktwirtschaft&#8221;: &#8222;Es ist notwendig, das Prinzip der Wirtschaftlichkeit und der Leistungsf\u00e4higkeit so zu formulieren, da\u00df soziale Kosten und Ertr\u00e4ge mit ber\u00fccksichtigt werden. Mit anderen Worten, wenn die Begriffe ,Wirtschaftlichkeit&#8216; und ,wirtschaftliches Optimum&#8216; \u00fcberhaupt einen Platz in der \u00f6konomischen Diskussion haben sollen, dann m\u00fcssen sie die Gesamtgewinne und Gesamtverluste &#8211; auch im Sinne entgangener M\u00f6glichkeiten &#8211; einschlie\u00dfen.&#8221;<br \/>Zweifel an der Marktwirtschaft formulierten von der Mitte des 19. Jahrhunderts an vor allem marxistische \u00d6konomen. Ihnen ging es um das Thema Eigentum, um die Zusammenh\u00e4nge von wirtschaftlicher und politischer Macht, um die Ursachen sozialer Ungleichheit. Weniger bekannt ist, da\u00df es auch eine lange Tradition nichtmarxistischer Kritik an der &#8222;strukturellen Irrationalit\u00e4t&#8221; der Marktwirtschaft gibt &#8211; eine Kritik &#8222;von innen&#8221;\u00a0und und daher besonders spannend.<br \/>Der Autor der &#8222;Sozialen Kosten der Marktwirtschaft&#8221;, Karl William Kapp &#8211; geboren 1910, gestorben 1976 &#8211; war der vielleicht profilierteste Vertreter dieser wirtschaftstheoretischen &#8222;Gegenstr\u00f6mung&#8221;. Er besch\u00e4ftigte sich mit den &#8222;systemischen Wohlstandverlusten&#8221; durch Arbeitslosigkeit, durch &#8222;nichtinformative Werbung&#8221;, durch &#8222;chemiesierte Landwirtschaft&#8221; oder industrielle Luftverschmutzung. Fragen, die erst nach seinem Tod die Menschen in den &#8222;entwickelten Industriestaaten&#8221; heftiger bewegten. Er gilt heute als einer der wichtigsten Vorl\u00e4ufer der &#8222;gr\u00fcn-alternativen&#8221; \u00d6konomie, die in den sp\u00e4ten siebziger und fr\u00fchen achtziger Jahren entstand.<br \/>Kapps sozialwissenschaftliches Denken umfa\u00dfte einen ungew\u00f6hnlich weiten Horizont. Immer wieder pl\u00e4dierte er f\u00fcr die Beachtung der Komplexit\u00e4t sozialer Prozesse, f\u00fcr eine Integration von Wirtschaftswissenschaft, Politologie und Soziologie, er warnte vor der oft hinter der Eleganz mathematischer Modelle lauernden Beschr\u00e4nktheit und Inhaltsleere gerade \u00f6konomischer Theorie. Damit erinnert er an andere &#8222;Kritiker des Selbstverst\u00e4ndlichen&#8220; wie Gunnar Myrdal, Werner Hofmann oder Immanuel Wallerstein. Am Anfang der &#8222;Sozialen Kosten der Marktwirtschaft&#8221; hei\u00dft es: &#8222;Anstelle einer Pr\u00fcfung unserer Erkenntnisse durch den Versuch ihrer Widerlegung neigen wir dazu, sie gegen widersprechende Beweise zu verteidigen. Sozialwissenschaftler haben die Tendenz, unhaltbare Positionen durch Verfeinerung ihrer Definitionen oder den Einbezug zus\u00e4tzlicher Hypothesen zu retten. Wenn neue Daten zutage treten, werden oft energische Anstrengungen unternommen, um ihre Bedeutung und Konsequenzen herunterzuspielen.&#8221; Soll man sich nur auf Technologien einlassen, deren Folgen &#8211; und Folgekosten &#8211; man \u00fcberschauen kann? Und was \u00fcberschauen wir schon &#8211; die Chemie, die Atomtechnik, die Genmanipulation? Kapp sah &#8211; in den &#8222;Wirtschaftswunderjahren&#8221; mit ihrem naiven Fortschrittsglauben h\u00f6chst ungew\u00f6hnlich &#8211; die sich rasch akkumulierenden Umweltbelastungen, er tat f\u00fcr einen ,humanisierten&#8220; Wohlstandbegriff ein, der nicht allein Einkommen und Verm\u00f6gen umfassen sollte.<br \/>Auch wenn Kapp durchaus Karriere machte und seine B\u00fccher in gro\u00dfen Verlagen erschienen, so blieb er doch ein Au\u00dfenseiter im Wissenschaftsbetrieb.<br \/>Gerade in den USA gab es aber auch eine lebendige Tradition des politischen und kulturellen Nonkonformismus: etwa die Zivilisationskritik von Henry Thoreau oder Walt Whitman im 19. Jahrhundert, die Emanzipationsbewegung der Schwarzen oder die Anf\u00e4nge von &#8222;Women&#8217;s Lib&#8221;, die militanten Antitrust-Initiativen der Roosevelt- und Eisenhower-Jahre, deren einflu\u00dfreichster Vertreter der Senator Estes Kefauver war, und sie sich gegen die Konzentration wirtschaftlicher Macht oder &#8222;monopolitische Preisgestaltung&#8221; wandten oder die &#8222;Konsumismus&#8220;-Kritik von Vance Packard.<br \/>Oft bezog Kapp sich auch auf andere Pers\u00f6nlichkeiten am Rand der &#8222;etablierten&#8221; Sozialwissenschaft wie Max Horkheimer, Karen Horney oder Erich Fromm, deren Werke dann ebenfalls in den siebziger Jahren &#8222;neu&#8221; entdeckt wurden.<br \/>Nicht in allen Fragen war Kapp seiner Zeit voraus. Manches, auch die oft etwas &#8222;buchhalterische&#8221; Sprache, wirkt verstaubt, hinter dem Pl\u00e4doyer f\u00fcr gesellschaftliche Rationalit\u00e4t steht sicher auch die Sehnsucht nach einem &#8222;einfachen&#8221;, wenn nicht asketischen Leben.<br \/>So sehr er sich gegen autorit\u00e4res Denken, f\u00fcr eine Demokratisierung der Gesellschaft engagierte &#8211; geradezu fatal wirkt jene Passage seines Hauptwerks, wo er umstandslos Kinderarbeit und Berufst\u00e4tigkeit von Frauen auf eine Stufe stellt &#8211; nicht zuletzt wegen ihrer zerst\u00f6rerischen Wirkung auf die &#8222;Werte der Familie&#8221;.<br \/>Auch in den \u00f6kologischen und empirisch-\u00f6konomischen Details sind Kapps B\u00fccher heute zum Teil \u00fcberholt, die Forschungsmethoden sind differenzierter geworden. Seine Fragestellungen, seine Grundgedanken aber erscheinen verbl\u00fcffend aktuell: &#8222;Die grunds\u00e4tzlichen Ursachen der Sozialkosten liegen im Profitstreben mit der Minimierung der privaten Produktionskosten. Wir verstehen unter Sozialkosten alle direkten oder indirekten Verluste, die dritte Personen oder die Allgemeinheit als Folge einer uneingeschr\u00e4nkten wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t zu tragen haben &#8211; vorausgesetzt, da\u00df die M\u00f6glichkeit besteht, diese Verluste zu vermeiden.&#8220; Kapp zog die Effizienz der Marktwirtschaft generell in Zweifel. Das Interesse der neuentstehenden &#8222;gr\u00fcn-alternativen&#8221; Wirtschaftstheorie &#8211; genannt seien nur Ernst Fritz Schumacher, Barry Commoner oder Herman Daly &#8211; konzentrierte sich auf die Zusammenh\u00e4nge von Wirtschaftsweise und Umweltkrise.<br \/>Es ist nicht lange her, da galt noch jedes Wirtschaftswachstum, jede Zunahme von Produktion und Verbrauch als Steigerung der Lebensqualit\u00e4t. Mehr Spraydosen, mehr Autos, mehr Kraftwerke &#8211; das bedeutete neuen Wohlstand und nichts anderes. Inzwischen sp\u00fcren wir den &#8222;eisigen Schatten&#8221; des Fortschritts. Rechtfertigt der &#8222;Sieg \u00fcber die Zeit&#8221; die \u00fcber f\u00fcnfzehn Millionen Unfalltoten seit der Durchsetzung des &#8222;Prinzips Auto&#8221;? Und hinter der Umweltzerst\u00f6rung &#8211; im Grunde geht es ja weniger um die Natur als um unsere Gesundheit &#8211; taucht ein weiteres Gespenst auf: die Kosten der Zerst\u00f6rung. Die Vermutung: die Marktpreise registrieren diese Kosten unzul\u00e4nglich oder gar nicht. Fri\u00dft am Ende der Fortschritt den &#8222;Reichtum der Nationen&#8221; auf? Eine Antwort versucht die Theorie der &#8222;gesellschaftlichen Folgekosten&#8221;. Kapps Begriff &#8222;social costs&#8221;, der im Deutschen missverst\u00e4ndlich ist, weil man ihn leicht mit &#8222;Sozialleistungen&#8221; oder &#8222;Sozialausgaben&#8221; verwechselt, wird inzwischen oft durch &#8222;gesellschaftliche Folgekosten&#8221; ersetzt.<br \/>Eine Warnung vorweg: Eine exakte Berechnung dieser Kosten ist &#8211; darauf wies auch Kapp hin &#8211; kaum m\u00f6glich. Es gibt viele ungel\u00f6ste &#8211; und wom\u00f6glich auch nicht l\u00f6sbare &#8211; Probleme bei der Bestimmung von Ursache -\/Wirkungszusammenh\u00e4ngen und bei der finanziellen Bewertung der Verluste. Die errechneten Summen unterscheiden sich nicht selten um das Drei- oder selbst Zehnfache. Daher sind genaue Zahlen weniger interessant als die ungef\u00e4hren Gr\u00f6\u00dfenordnungen.<br \/>F\u00fcr die Bundesrepublik werden die gesellschaftlichen Folgekosten der Umweltzerst\u00f6rung pro Jahr auf mindestens einige Dutzend, wahrscheinlicher aber auf mehrere hundert Milliarden Mark gesch\u00e4tzt. Zum Vergleich: das Bruttosozialprodukt, die Summe aller produzierten G\u00fcter und Dienstleistungen, betr\u00e4gt etwa 3000 Milliarden Mark. Die ersten Ver\u00f6ffentlichungen zu diesem Thema in den achtziger Jahren wirkten entsprechend sensationell &#8211; &#8222;Die \u00f6kologischen Milliarden&#8221; von Lutz Wicke, &#8222;Die gro\u00dfe Vergeudung&#8221; von Winfried Schwarz oder &#8222;Die heimlichen Kosten des Fortschritts&#8221; von Christian Leipert.<br \/>Unumstritten ist die Tendenz: Die &#8222;ungewollten Folgekosten&#8221; des &#8222;modernen Lebens&#8221; wachsen deutlich schneller als das Sozialprodukt selbst. Mit anderen Worten: drei, zehn, vielleicht sogar \u00fcber zwanzig Prozent unseres volkswirtschaftlichen outputs, Jahr f\u00fcr Jahr mehr, erweisen sich als &#8222;produktivistische Illusion&#8221;. So unsicher die Berechnungen nach wie vor sind &#8211; sie haben die Einsicht durchgesetzt, da\u00df mehr Wirtschaftsleistung nicht ohne weiteres ein &#8222;besseres Leben&#8221; oder mehr Gestaltungsspielr\u00e4ume bedeutet. Auch das Bruttosozialprodukt, der scheinbar zeitlos g\u00fcltige Ma\u00dfstab f\u00fcr wirtschaftliche Leistung, wird heute in Frage gestellt. Schon in den siebziger Jahren, mit der Debatte \u00fcber den Begriff &#8222;Lebensqualit\u00e4t&#8221;, begann die Suche nach &#8222;Nettowohlfahrtsindikatoren&#8221;. Die Hauptkritikpunkte gegen die etablierte &#8222;Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung&#8221;:<br \/>eine blo\u00dfe Addition von Ums\u00e4tzen erlaubt keine qualitativen Aussagen;<br \/>unbezahlte Leistungen, vor allem &#8222;weibliche Reproduktionsarbeit&#8221;, erscheinen als \u00f6konomisch wertlos;<br \/>Ausgaben f\u00fcr die Reparatur von Umwelt- bzw. Gesundheitssch\u00e4den erscheinen als Wachstumsfaktor;<br \/>der Reichtum einer Gesellschaft l\u00e4\u00dft sich daher nur h\u00f6chst unzuverl\u00e4ssig am Sozialprodukt ablesen.<br \/>&#8222;Die neuen Begriffe von Reichtum und Produktion werden so zu formulieren sein, da\u00df sie auch nicht in Geld zu bemessende Werte einschlie\u00dfen. Reichtum besteht nicht nur aus G\u00fctern und Diensten, die auf dem Markt gehandelt werden. Er umfa\u00dft auch Werte, die f\u00fcr die Gesellschaft notwendig und n\u00fctzlich sind, unabh\u00e4ngig davon, ob man sie tauschen oder privat aneignen kann.&#8221; So Kapp 1950.<br \/>Inzwischen ist in der Bundesrepublik die Bedeutung der Folgekostenkalkulation f\u00fcr den Umweltbereich auch &#8222;offiziell&#8221; anerkannt worden. Das Umweltbundesamt lieferte eine Reihe aufsehenerregender &#8222;Schadensrechnungen&#8221;. Beim Bundesumweltministerium entstand ein &#8222;Beirat Umwelt\u00f6konomische Gesamtrechnung&#8221;, das Statistische Bundesamt wurde mit entsprechenden Analysen beauftragt. Diese Arbeiten stecken freilich noch in den Anf\u00e4ngen.<br \/>Wie kommt man den marktwirtschaftlichen &#8222;Wohlstandsverlusten&#8221;, den \u00fcbersehenen &#8222;Kosten des Fortschritts&#8221; genauer auf die Spur? Zun\u00e4chst einmal mu\u00df man zwischen beabsichtigten und unbeabsichtigten Effekten unterscheiden. Beispiel Autoverkehr: Ziel des &#8222;motorisierten Individualverkehrs&#8221; ist der Gewinn an Zeit und Komfort. In der Regel kommt man mit dem Auto schneller, bequemer und prestigebewu\u00dfter zur Arbeit oder ins Kino als mit dem Fahrrad oder mit der Stra\u00dfenbahn. Gleichzeitig hat der Autoverkehr ungewollte, aber in Kauf genommene Konsequenzen, vom Frontalzusammensto\u00df bis zum Smog.<br \/>Auch in vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft gibt es kostspielige &#8222;Sekund\u00e4reffekte&#8221;, die der Markt ignoriert.<br \/>Sicher am wichtigsten: die Belastungen und Risiken durch die industrielle Produktion &#8211; der atomare Super-GAU, der vom Risiko zum Restrisiko umdefiniert wurde, der &#8222;Treibhaus-Effekt&#8221;, die Vergiftung er Fl\u00fcsse und Meere, Berufskrankheiten von der Allergie bis zum Krebs &#8211; und anderes mehr. Die Abgrenzung dieser &#8222;ungewollten Effekte&#8221; ist entscheidende Voraussetzung f\u00fcr eine m\u00f6glichst exakte Ermittlung der &#8222;gesellschaftlichen Folgekosten&#8221;. Und schon hier, vor den eigentlichen Berechnungen, fangen die Probleme an.<br \/>Besonders intensiv erforscht wurde der &#8222;tats\u00e4chliche Preis&#8221; des Autoverkehrs. Leicht addieren lassen sich etwa die Ausgaben f\u00fcr die medizinische Behandlung von Unfallopfern oder die Werkstattkosten nach Sachsch\u00e4den. Unbestritten ist, da\u00df Autoabgase Krankheiten verursachen oder verschlimmern &#8211; der Effekt des Katalysators wird durch die st\u00e4ndig &#8222;explodierenden&#8221; Verkehrsstr\u00f6me wieder aufgewogen. Aber Atemwegserkrankungen k\u00f6nnen nur in seltenen F\u00e4llen auf eine einzige Ursache, z.B. einen bestimmten Luftschadstoff, zur\u00fcckgef\u00fchrt werden, &#8222;nat\u00fcrliche&#8221; Prozesse sind nicht eindeutig von zivilisationsbedingten zu trennen. Daher l\u00e4\u00dft sich nur sch\u00e4tzen &#8211; etwa durch Vergleiche zwischen &#8222;verkehrsreichen&#8221; und &#8222;verkehrsarmen&#8221; Regionen &#8211;, f\u00fcr welche &#8222;Gesundheitskosten&#8221; der Autoverkehr verantwortlich ist. Bei Geb\u00e4udesch\u00e4den oder beim &#8222;Waldsterben&#8221;, die ohne Zweifel durch &#8222;verkehrsbedingte Emissionen&#8221; mitverursacht werden, ist es \u00e4hnlich. Schon aus diesen Gr\u00fcnden \u00fcberrascht es kaum, da\u00df die verschiedenen Berechnungsergebnisse f\u00fcr die Folgekosten des Autoverkehrs in der Bundesrepublik extrem weit auseinanderliegen. Sie reichen von weniger als 30 bis zu \u00fcber 200 Milliarden Mark pro Jahr. Fest steht: wir geben ma\u00dflose Summen aus, damit unser Auto eine Zukunft hat. Und: ein System \u00f6ffentlicher Verkehrsmittel &#8211; mit vergleichbarer Transportleistung und vergleichbarem Komfort &#8211; w\u00fcrde dramatisch niedrigere Gesamtkosten fordern.<br \/>Aber die Probleme der Folgekostenrechnung folgen nicht nur aus un\u00fcbersichtlichen Ursache-\/Wirkungszusammenh\u00e4ngen. Manchmal sind die Zusammenh\u00e4nge klar, aber die Minderung der Lebensqualit\u00e4t l\u00e4\u00dft sich dennoch nur schwer &#8211; oder gar nicht &#8211; monetarisieren. &#8222;System Auto&#8221;: Tod, k\u00f6rperlicher und seelischer Schmerz von Verkehrsopfern oder ihren Angeh\u00f6rigen sind ebenso wenig exakt zu kalkulieren wie die Trauer \u00fcber die Zerst\u00f6rung einer Landschaft oder den Stress, &#8222;am Puls des Verkehrs&#8221; zu wohnen.<br \/>Nicht wenige Wissenschaftler haben aber versucht, auch solche immateriellen Sch\u00e4den und Verluste zu monetarisieren. Eine Ann\u00e4herung an den wirtschaftlichen Wert menschlichen Lebens soll z.B. dadurch erreicht werden, da\u00df man das St\u00fcck Sozialprodukt berechnet, das ein Bauarbeiter noch erarbeitet h\u00e4tte, w\u00e4re er nicht an Asbest-Krebs gestorben. Eine andere M\u00f6glichkeit zur Berechnung immaterieller Werte: man l\u00e4\u00dft Menschen den Preis bestimmter G\u00fcter sch\u00e4tzen.<br \/>Wie problematisch solche Versuche sind, zeigt sich daran, da\u00df der Tod eines jungen Programmierers auf der Autobahn &#8222;gesamtwirtschaftlich gesehen&#8221; ein beachtlicher Verlust w\u00e4re, der Tod seines alten, chronisch kranken Vaters, der mit ihm fuhr, dagegen &#8211; so makaber es klingt &#8211; ein Gewinn: schlie\u00dflich spart der Staat hohe Gesundheitskosten und Rentenzahlungen.<br \/>Von den Bef\u00fcrwortern solcher Berechnungen wird das willk\u00fcrliche Moment nicht bestritten. Aber nur so k\u00f6nne eine wirtschaftliche Vergleichbarkeit, um die es ja beim Modell der gesellschaftlichen Folgekosten geht, erreicht werden. Die Mehrzahl der Expertinnen und Experten ist allerdings &#8211; wie auch Kapp &#8211; der Meinung, bestimmte Verluste und Risiken k\u00f6nnten nicht sinnvoll durch &#8222;Geldgr\u00f6\u00dfen&#8221; ausgedr\u00fcckt werden.<br \/>Fazit: Die Ausblendung \u00f6kologischer Kriterien aus der marktwirtschaftlichen &#8222;Erfolgsrechnung&#8221; sorgt nicht nur f\u00fcr billige G\u00fcter und Dienstleistungen, sie tr\u00e4gt auch zum Unterhalt vieler Menschen bei und nutzt so uns allen. Oder?<br \/>Eine Antwort der Folgekostentheorie lautet: die Reparatur von Gesundheits- und Umweltsch\u00e4den f\u00f6rdert tats\u00e4chlich wirtschaftliches Wachstum. Aber durch solche Reparaturausgaben &#8211; auch als &#8222;defensive Ausgaben&#8221; bezeichnet &#8211; wird kein neuer Wohl-stand geschaffen, sondern nur ein schon einmal erreichtes &#8222;Wohlstandsniveau&#8221; wiederhergestellt. Das &#8222;Unfallauto&#8221; endet in der Stahlschmelze, ein Neuwagen kommt in die Garage. Der Neuwagen ist nur Ersatz f\u00fcr das zerst\u00f6rte Auto, der gesellschaftliche Reichtum ist nicht gewachsen.<br \/>Kapp machte nicht nur auf die \u00fcbersehenen Folgekosten &#8222;marktg\u00e4ngiger&#8221; Technologien aufmerksam. Der zentrale \u00f6konomische Mechanismus des Markts, die Konkurrenz, fordert einen noch viel h\u00f6heren Preis. Dieser kritische Ansatz spielte, anders als Kapps Arbeiten zur Umwelt\u00f6konomie, f\u00fcr die &#8222;gr\u00fcne&#8221; Wirtschaftswissenschaft kaum eine Rolle.<br \/>In den zweihundert Jahren seit der &#8222;Industriellen Revolution&#8221; hat es gerade zwei Jahrzehnte &#8211; die f\u00fcnfziger und sechziger Jahre unseres Jahrhunderts &#8211; ohne gr\u00f6\u00dfere Krisen und mit ann\u00e4hernder Vollbesch\u00e4ftigung gegeben. &#8222;Normal&#8221; f\u00fcr die Marktwirtschaft sind offensichtlich st\u00e4ndig neue Disproportionen im &#8222;Kampf aller gegen alle&#8221; &#8211; der Zyklus von Boom und Rezession. Von den Kosten der Arbeitslosigkeit war schon die Rede. Werden die sozialen Vorteile des Konkurrenzmechanismus &#8211; Innovation und Angebotsvielfalt &#8211; ganz oder teilweise durch solche Defizite aufgewogen?<br \/>Kapp verwies auf die gesamtwirtschaftliche Vergeudung durch den Aufbau von \u00dcberkapazit\u00e4ten in der &#8222;Hochkonjunktur&#8221; und ihre anschlie\u00dfende &#8222;Entwertung&#8221; in der Krise. H\u00e4ufig werden moderne, technologisch konkurrenzf\u00e4hige Produktionsanlagen stillgelegt, weil andere Unternehmen billiger produzieren oder aggressiver verkaufen. Aber auch bei der Durchsetzung technologisch \u00fcberlegener Alternativen ist nicht sicher, da\u00df der &#8222;Wohlfahrtsgewinn&#8221; tats\u00e4chlich die gesellschaftlichen Folgekosten des Umbruchs aufwiegt. Eine aktuelle Frage, auf die es auch aus der &#8222;alternativen&#8221; Wirtschaftstheorie keine Antwort gibt: wieviel &#8222;Nettonutzen&#8221; bringt die &#8222;Globalisierung&#8221;? F\u00fcr die Folgen &#8222;destruktiver&#8221; Marktprozesse &#8211; Arbeitslosigkeit, Kapitalvernichtung, Niedergang ganzer Regionen &#8211; kommt die Gesellschaft auf. Kapp hatte schon in den f\u00fcnfziger Jahren versucht, die so f\u00fcr die USA entstandenen j\u00e4hrlichen Verluste &#8211; von der Dequalifikation von Arbeitskr\u00e4ften bis zum wachsenden staatlichen Haushaltsdefizit &#8211; zu berechnen. Seine Arbeiten l\u00f6sten nicht einmal Polemik aus, sie wurden einfach ignoriert. &#8222;Heute ist die privatwirtschaftliche Forschung vielfach so organisiert, da\u00df hochqualifizierte und knappe wissenschaftliche Ressourcen f\u00fcr parallele Projekte verwendet wer-den. Wettbewerbs- und Gewinnerw\u00e4gungen haben es unm\u00f6glich gemacht, zu einer Koordination der in den verschiedenen Konzernen in Gang befindlichen Arbeit zu gelangen. Tats\u00e4chlich tendiert die Industrieforschung zu \u00e4u\u00dferster Geheimhaltung, es gibt keinen Informationsaustausch \u00fcber die gerade untersuchten Probleme und die praktischen Resultate. Infolgedessen gibt es keine Gew\u00e4hr daf\u00fcr, da\u00df nicht kostspielige Doppelkapazit\u00e4ten auch in der Forschung aufgebaut werden.&#8221;<br \/>Kapp besch\u00e4ftigte sich nicht nur mit der &#8222;marktbedingten Entwertung&#8221; intakter Produktionsanlagen in der Rezession. Er kritisierte auch die vielen gesamtwirtschaftlich irrationalen &#8222;Parallelaktivit\u00e4ten&#8221; unter konjunkturellen &#8222;Gleichgewichtsbedingungen&#8221; &#8212; etwa in den Bereichen Marketing, Unternehmensverwaltung oder Industrieforschung.<br \/>Dabei bedeutet &#8222;gesamtwirtschaftlich \u00fcberfl\u00fcssig&#8221; etwa, da\u00df man stattdessen andere Produkte entwickeln und anbieten k\u00f6nnte. Kapp wies besonders auf das fast identische Leistungsangebot von Banken und Versicherungen hin. Wenn heute immer h\u00e4ufiger von den immensen &#8222;Synergieeffekten&#8221; bei Unternehmensfusionen gesprochen wird, dann sind gerade solche &#8222;Parallelaktivit\u00e4ten&#8221; gemeint.<br \/>Noch ein Satz zu den &#8222;Sozialen Kosten der Marktwirtschaft&#8221;: &#8222;Nur indem sie ihre Grundbegriffe des Reichtums und der Produktion neu formuliert und erweitert, wird die National\u00f6konomie endlich ein unvoreingenommenes und kritisches Verst\u00e4ndnis des Wirtschaftsprozesses erlangen.&#8221;<br \/>Die Folgekostenrechnung pr\u00e4sentiert den Preis unserer Lebensweise &#8222;auf lange Sicht&#8221;. Sie k\u00f6nnte uns auf jeden Fall helfen, Geld oder Arbeitszeit oder beides zu sparen &#8212; und vielleicht auch, &#8222;bewu\u00dfter&#8221;, mit weniger Stre\u00df, zu leben. Flucht aus der Wirklichkeit? Wenn wir mit dem Auto zur Arbeit fahren, sind wir jeden Tag &#8212; wenn gerade kein Stau ist &#8212; viel schneller als mit der Stra\u00dfenbahn. Gleichzeitig arbeiten wir jeden Tag ein oder zwei Stunden l\u00e4nger, um die h\u00f6heren Kosten des Autos und seine vielen Folgekosten zu bezahlen. Aber hei\u00dft Leben nicht verbrauchen, vernichten? Kapp hielt auch hohe Folgekosten f\u00fcr akzeptabel, wenn sie durch einen besonderen sozialen Nutzen aufgewogen w\u00fcrden. Selbst wenn man alle Folgekosten ber\u00fccksichtigt, deckt sich das wirtschaftliche eben nicht ohne weiteres mit dem sozialen oder technischen Optimum. Die Annahme, umweltvertr\u00e4gliche L\u00f6sungen erwiesen sich immer auch als billiger, w\u00e4re naiv. Dennoch: rationale Entscheidungen lassen sich nur treffen, wenn die Folgekosten m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig berechnet und in das Kosten-Nutzen-Kalk\u00fcl einbezogen werden.<br \/>Die Folgekostenrechnung kann nur ein Kriterium unter anderen f\u00fcr wirtschaftliche, technologische und politische Entscheidungen sein. N\u00fctzlich ist sie etwa, wenn Alter-nativen im Umweltschutz mit dem Hinweis auf unvertretbare Kosten blockiert werden. Das selbstverst\u00e4ndliche doublethink: jede Subvention f\u00fcr Busse und Bahnen (und damit f\u00fcr eine Verringerung der Umweltzerst\u00f6rung) erscheint als verd\u00e4chtig, die kolossalen indirekten Subventionen f\u00fcr den Autoverkehr und seine Folgen dagegen sind kein Thema. Oder: die unbezahlbaren Solarkraftwerke werden sofort wesentlich billiger, wenn man sie mit dem Preis der einen Katastrophe von Tschernobyl verrechnet. &#8222;Es gibt keine Gew\u00e4hr daf\u00fcr, da\u00df die Sozialkosten angemessen in den Unternehmen ber\u00fccksichtigt werden. Tats\u00e4chlich mu\u00df die Wirtschaft des freien Unternehmertums als eine Wirtschaft der unbezahlten Kosten bezeichnet werden, unbezahlt insofern, als ein erheblicher Anteil der tats\u00e4chlichen Kosten in den Kalkulationen des Unternehmers gar nicht erscheint. Diese Kosten werden auf Dritte oder auf die Gesellschaft abgew\u00e4lzt und auch letztlich von diesen getragen.&#8221;<br \/>Die Frage, wie eine alternative Wirtschaftsordnung aussehen k\u00f6nnte, lie\u00df Kapp offen. Ist eine \u00f6kologische Marktwirtschaft, in der alle Folgekosten &#8222;internalisiert&#8221;, also in die Preisrechnung der Unternehmen einbezogen werden, m\u00f6glich?<br \/>L\u00e4\u00dft sich &#8222;nicht-destruktive&#8220; Konkurrenz organisieren? Kann eine ann\u00e4hernd krisenfreie Marktwirtschaft durch &#8222;Staatsintervention&#8221; garantiert werden? Ist nach den trostlosen Ergebnissen sozialdemokratischer &#8222;Globalsteuerung&#8221; in den siebziger und fr\u00fchen achtziger Jahren nicht jede &#8222;Regulierung&#8221; der Marktwirtschaft diskreditiert? Erst recht: Kann man nach der katastrophalen Geschichte der Planwirtschaft sowjetischen Typs unbefangen \u00fcber Modelle einer &#8222;partizipativen&#8221;, demokratisch geplanten \u00d6konomie sprechen?<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-7150","thema","type-thema","status-publish","hentry","category-sozialpolitik"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Mythos Markt - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/mythos-markt\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Mythos Markt - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"\u00dcber die \u0084sozialen Kosten der Marktwirtschaft\u0094 aus : vorg\u00e4nge Nr. 135 (Heft 3\/1996), S. 105-13 &#8222;Unter den Bedingungen profitorientierter Investitionsentscheidungen wird der Produktionsproze\u00df &#8211; die Wahl der Produktionsfaktoren ebenso wie die Bestimmung dessen, was produziert werden soll &#8211; ohne vorherige Kl\u00e4rung tats\u00e4chlicher Kosten und Konsequenzen gelenkt. 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