{"id":8277,"date":"2005-02-11T18:00:00","date_gmt":"2005-02-11T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/ii-berliner-gespraeche-zum-verhaeltnis-von-staat-und-religionsgemeinschaften\/"},"modified":"2021-09-04T00:05:31","modified_gmt":"2021-09-03T22:05:31","slug":"ii-berliner-gespraeche-zum-verhaeltnis-von-staat-und-religionsgemeinschaften","status":"publish","type":"thema","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/ii-berliner-gespraeche-zum-verhaeltnis-von-staat-und-religionsgemeinschaften\/","title":{"rendered":"II. Berliner Gespr\u00e4che zum Verh\u00e4ltnis von Staat und Religionsgemeinschaften"},"content":{"rendered":"<p><i>Mitteilungen Nr. 188, S.10<\/i><\/p>\n<p><i>Am 15. Januar 2005 fanden die zweiten Berliner Gespr\u00e4che zum Verh\u00e4ltnis von Staat und Religionsgemeinschaften statt. Die Humanistische Union hatte unter der \u00dcberschrift &#8222;Religionsgemeinschaften in Deutschland &#8211; ihre politische Ethik im Kontext der Verfassung&#8220; gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin zu der Tagung eingeladen, mit der die vor zwei Jahren begonnene Reihe fortgesetzt wurde. Die ersten Berliner Gespr\u00e4che widmeten sich Ende 2002 besonders dem Selbstbestimmungsrecht der Kirchen und den daraus abgeleiteten arbeitsrechtlichen Sonderregelungen f\u00fcr kirchliche Arbeitgeber. Eine Dokumentation der damaligen Beitr\u00e4ge ist im Buchhandel erh\u00e4ltlich. Es ist geplant, auch die zweiten Berliner Gespr\u00e4che zu publizieren. <\/i><\/p>\n<p>Strikte Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften oder vertrauensvolle Kooperation plus Finanzhilfen, darum ging es am Wochenende bei den zweiten &#8222;Berliner Gespr\u00e4chen&#8220;, die die B\u00fcrgerrechtsorganisation Humanistische Union in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung durchf\u00fchrten. Der ehemalige Vizepr\u00e4sident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Ernst-Gottfried Mahrenholz, wies in seinem einleitenden Vortrag den Gedanken einer Partnerschaft von Staat und Kirche zur\u00fcck. Gegenseitige R\u00fccksichtnahme hei\u00dfe auch gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit. Die d\u00fcrfe es zwischen Staat und Religionsgemeinschaften nicht geben. Er bekr\u00e4ftige aber den Anspruch der Religionsgemeinschaften auf Beteiligung an der \u00f6ffentlichen Meinungsbildung. Kirchenasyl und Unterst\u00fctzung von Kriegsdienstverweigerern durch die Kirchen nannte er als positive Beispiele f\u00fcr glaubensgeleitete Bet\u00e4tigungen. Der evangelische Theologe Prof. Dr. Hartmut Kre\u00df (Bonn) und Pr\u00e4lat Dr. Karl J\u00fcsten vom Kommissariat der deutschen Bisch\u00f6fe verteidigten die aus ihrer Sicht erfolgreiche Kooperation von Staat und Kirche, deren karitative Leistungen einen besonderen \u00d6ffentlichkeitsanspruch der Kirchen begr\u00fcnden. Dagegen erkl\u00e4rte Rabbiner Kai Eckstein (Hamburg) Religion zur Privatsache und auch Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach (Frankfurt\/M.) betonte, die Kirchen seien ein zivilgesellschaftlicher Akteur unter vielen.<\/p>\n<p>Die Vertreter der Glaubensgemeinschaften stellten sich anschlie\u00dfend den Fragen der mit ihnen am Runden Tisch sitzenden Vertreter von Weltanschauungsgemeinschaften, Staatsrechtlern und einem kritischen Publikum. Von verschiedenen Seiten wurde darauf hingewiesen, dass das bisherige Modell eines schulischen Religionsunterrichts angesichts der zunehmenden religi\u00f6s-weltanschaulichen Pluralisierung in Zukunft kaum mehr durchf\u00fchrbar ist. Wenn immer mehr Religions- und Weltanschauungs-gemeinschaften ein eigener Bekenntnisunterricht einger\u00e4umt werden m\u00fcsse, steigere dies nicht nur die Haushaltsbelastung des Staates, der diesen Unterricht finanziert, sondern werfe auch neue Probleme der gegenseitigen Toleranz und Integration in der Schule auf. Dies zeige die Auseinandersetzung um schulische Angebote islamischer Gruppierungen. Dr. Nadeem Elyas vom Zentralrat der Muslime stellte sich kritischen Fragen zur Scharia. Er unterstrich, dass die Mehrzahl der hier lebenden Muslime uneingeschr\u00e4nkt auf dem Boden des Grundgesetzes st\u00fcnden. Angesichts des zu erwartenden \u00dcberangebots an Religionsunterricht vertrat Prof. Dr. Ludwig Renck (M\u00fcnchen) die Auffassung, dass die L\u00e4nder &#8211; in Einklang mit Artikel 7 Absatz 3 Grundgesetz &#8211; bekenntnisfreie Schulen einrichten k\u00f6nnten, in denen Religionsunterricht kein ordentliches Lehrfach sei.<\/p>\n<p>Weitere Anst\u00f6\u00dfe zur Diskussion gaben die Referate von dem ehemaligen Richter des Bundesverfassungsgerichts Bertold Sommer zum islamischen Kopftuch und des Ex-Verfassungsrichters Dr. J\u00fcrgen K\u00fchling zum Gottesbezug in der EU-Verfassung.<\/p>\n<p>HU-Presseinformation vom 17. Januar 2005<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-8277","thema","type-thema","status-publish","hentry","category-staat-religion-weltanschauung"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>II. Berliner Gespr\u00e4che zum Verh\u00e4ltnis von Staat und Religionsgemeinschaften - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/ii-berliner-gespraeche-zum-verhaeltnis-von-staat-und-religionsgemeinschaften\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"II. 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