{"id":2910,"count":0,"description":"<p>12.06.2008<\/p><h1>Rede der Preistr&auml;gerin Christiane Ernst-Zettl*<\/h1><div><div><span class=\"migrated-image\"><img class=\"migrate-image\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/e80be63085.jpg\"><\/span><dd class=\"csi-caption\"><p>copyright Humanistische Union<\/p><\/dd><\/div><div><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,\n<\/p>\n<p>lassen Sie mich mit Worten des Dankes beginnen:\n<\/p>\n<p>Ihnen sehr geehrter Herr Professor Dr. Hering danke ich f&uuml;r die freundliche, warme und pers&ouml;nliche Begr&uuml;&szlig;ung.\n<\/p>\n<p>Der Humanistischen Union danke ich f&uuml;r die Entscheidung, mich mit dem Preis &#132;Aufrechter Gang&#147; auszuzeichnen.\n<\/p>\n<p>Dir lieber Florian Pfaff, danke ich f&uuml;r die Worte, die in gewohnter Weise an Deutlichkeit sicher nicht zu &uuml;bertreffen und gelegentlich auch zu &uuml;berwinden sind.\n<\/p>\n<p>Ihnen sehr geehrter Herr Wolfgang Killinger danke ich f&uuml;r Ihre unendlichen M&uuml;hen in Vorbereitung und Gestaltung dieses Anlasses. \n<\/p>\n<p>Ich m&ouml;chte mich auch bei den Menschen, Organisationen und Vereinigungen bedanken, die mir bei meinem Anliegen, zur Seite stehen, mich unterst&uuml;tzen und begleiten.\n<\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,\n<\/p>\n<p>die Auszeichnung mit dem Preis &#132;Aufrechter Gang&#147; erf&uuml;llt mich mit gro&szlig;er Freude und zugleich empfinde ich sie auch als eine pers&ouml;nliche Verpflichtung. Denn einen Preis entgegenzunehmen bedeutet f&uuml;r mich auch Verantwortung zu tragen. \n<\/p>\n<p>Als ich erfuhr, dass die Humanistische Union mich f&uuml;r den Preis &#132;Aufrechter Gang&#147; ausgew&auml;hlt hat, war ich doch sehr &uuml;berrascht. Auch bin ich nachdenklich geworden. Die Humanistische Union hat wiederholt als Preistr&auml;ger einen Staatsdiener ausgew&auml;hlt. Staatsdiener - ob mit oder ohne Uniform - sind nun einmal nicht unabh&auml;ngig sondern weisungsgebunden. In meiner Berufung - als Soldatin der Bundeswehr - gilt das Prinzip: <b>Befehl mit dem Anspruch auf Gehorsam<\/b> (gem. &sect; 2 Nr. 2 Wehrstrafgesetz). Allerdings ist ein Befehl nur dann rechtm&auml;&szlig;ig, wenn er zu <b>einem dienstlichen Zweck unter Beachtung der Gesetze, der Dienstvorschriften und der Regeln des V&ouml;lkerrechts <\/b>erteilt wird. So schreibt es das Soldatengesetz gem. &sect; 10 Abs. 4 vor. Als Soldatin der Bundeswehr bin ich also verpflichtet, den Befehlen meiner Vorgesetzten Gehorsam zu leisten und in meinem Tun und Handeln an das Recht und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland gebunden.\n<\/p>\n<p>F&uuml;r mich ist diese Verpflichtung, die ich im Oktober 1991 eingegangen bin, kein leeres Lippenbekenntnis, sondern es bedeutet Verantwortung zu &uuml;bernehmen. Zu meinem Selbstverst&auml;ndnis geh&ouml;rt auch, dass ich keinen &#132;blinden Gehorsam&#147; leiste und das ich f&uuml;r die Einhaltung der Gesetze, des V&ouml;lkerrechts, der Menschenrechte und der Dienstvorschriften auch und besonders in den Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr <b>Sorge trage<\/b>. Ja, es ist genau diese Verantwortung, zu der wir uns verpflichtet haben, n&auml;mlich aus dem Erbe unserer deutschen Geschichte - des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges - in dem Deutschland den Menschen unendliches Leid zugef&uuml;gt und &uuml;ber die Welt gebracht hat.\n<\/p>\n<p>Es ist also nichts ungew&ouml;hnliches was ich tue. Ich tue es gern und wenn es sein muss, fordere ich diese Verpflichtung ein. Und dazu bedarf es nur zweier Dinge: sein Gewissen wahrzunehmen und Mut. \n<\/p>\n<p>Die Sorge und das Bem&uuml;hen um die Einhaltung des V&ouml;lkerrechts wurde f&uuml;r mich als deutsche Staatsb&uuml;rgerin und Sanit&auml;tsfeldwebel der Bundeswehr in Afghanistan besch&auml;mende Realit&auml;t. <br>Die Auffassung des Bundesverteidigungsministeriums, dass die Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr wegen ihres Charakters als &#132;Friedens- und Stabilisierungseins&auml;tze&#147; von Regeln der Genfer Konventionen befreit seinen, kann nicht akzeptabel sein. Sie widerspricht zutiefst den Grundideen des V&ouml;lkerrechts. N&auml;mlich, dass humanit&auml;re Grunds&auml;tze universal und in jedem Konfliktfall gelten m&uuml;ssen. Gerade bei Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr, in asymmetrischen Konflikten und in Situationen, wo es ohnehin schwierig ist, v&ouml;lkerrechtliche Prinzipien zur Geltung zu bringen, sollte der Nichtkombattantenstatus von Sanit&auml;ts- und Seelsorgepersonal uneingeschr&auml;nkt deutlich gemacht werden. \n<\/p>\n<p>Zitat: &#132;Soldaten der Bundeswehr beachten die Regeln des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts bei milit&auml;rischen Operationen in allen Arten bewaffneter Konflikte.&#147; Dazu war auch ich verpflichtet worden. Es geht also um ein unverr&uuml;ckbares Gebot. Nun mag mach einer unter uns meinen, dass dies doch selbstverst&auml;ndlich sei. Immerhin genie&szlig;t Deutschland nicht nur einen langj&auml;hrigen Ruf als v&ouml;lkerrechtsfreundliches Land sondern ist auch humanit&auml;r-v&ouml;lkerrechtliche Verpflichtungen eingegangen, wie eben beispielsweise in allen vier Genfer Konventionen von 1949 und deren Zusatzprotokolle. Auch sind die Soldaten der Bundeswehr auf den Grundlagen des Soldatengesetz und bekannter Dienstvorschrift (ZDv 15\/2) zur Einhaltung humanit&auml;r-v&ouml;lkerrechtlicher Grunds&auml;tze verpflichtet. Wenn solche Verpflichtungen allerdings nur auf dem Papier gelten und nun vom Bundesverteidigungsministerium - quasi mit einem Federstrich - aufgehoben werden, kann dies fatale Folgen besonders f&uuml;r die Opfer bewaffneter Konflikte und die Zivilisten nach sich ziehen. Und es ist in der Tat eine ungeheuerliche und erschreckende Vorstellung, dass Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr - nach den Vorkommnissen in Afghanistan - jetzt nur noch; Zitat: <b>&#132;Soweit praktisch m&ouml;glich...&#147; <\/b>die Regeln des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts bei milit&auml;rischen Operationen in allen Arten bewaffneter Konflikte beachten**.&nbsp; \n<\/p>\n<p><b>Sie sehen also, es gibt noch viel zu tun. Ich werde mein Bestes tun.<\/b>\n<\/p>\n<p>Mit einem Zitat aus dem Werk vom &#132;Mann in Wei&szlig;&#147; wie er einst auf dem Schlachtfeld von Solferino 1859 genannte wurde, m&ouml;chte ich abschlie&szlig;end auch an die Wurzeln meines Auftrages im Sanit&auml;tsdienst der Bundeswehr erinnern. Ihm [Henry Dunant], der &uuml;berzeugt von <b>der Idee vom Roten Kreuz <\/b>und Wegbereiter des humanit&auml;ren Gedanken war, verdanke auch ich als Sanit&auml;tsfeldwebel der Bundeswehr, unseren humanit&auml;ren Auftrag und den daf&uuml;r n&ouml;tigen <b>besonderen Schutz des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts<\/b>. Auch heute - im Jahr 2008 - sind die von der Bundesrepublik Deutschland ratifizierten Genfer Abkommen von 1949 g&uuml;ltig. \n<\/p>\n<p>Zitat: \" <i><b>... denn alle k&ouml;nnen auf die eine oder andere Weise, jeder in seinem Kreise und seiner Kraft gem&auml;&szlig;, irgend etwas zu diesem guten Werke beitragen.\"<\/b><\/i>\n<\/p>\n<p>Vielen Dank.\n<\/p>\n<p><i>Christiane Ernst-Zettl <\/i>\n<\/p>\n<p><br>* Christiane Ernst-Zettl ist Hauptfeldwebel der Bundeswehr. Sie ist Vorstandsmitglied des Arbeitskreises DARMST&Auml;DTER&nbsp; SIGNAL. Christiane Ernst-Zettl vertritt in diesem Beitrag ihre pers&ouml;nliche Auffassung.\n<\/p>\n<p>** Gerd Hankel, Die Politik der Taschenkarte - Mittelweg 36 2\/ 2008 \/ Bundesministerium der Verteidigung, R II 3, Druckschrift, Humanit&auml;res V&ouml;lkerrecht in bewaffneten Konflikten - Grunds&auml;tze -, DSK SF 009320187\n<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere Informationen:\n<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/begruessung\/\">Begr&uuml;&szlig;ung<\/a>\n<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/\">Festakt<\/a>\n<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/laudatio-fuer-christiane-ernst-zettl\/\">Laudatio f&uuml;r Christiane Ernst-Zettl<\/a>\n<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/ankuendigung-preis-aufrecher-gang-fuer-christiane-ernst-zettl\/\">Ank&uuml;ndigung und Begr&uuml;ndung<\/a>\n<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/div><\/div><div><\/div><p><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl\/\">Nach oben<\/a><\/p>","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl\/","name":"Rede der Preistr\u00e4gerin Christiane Ernst-Zettl*","slug":"rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl","taxonomy":"category","parent":2892,"meta":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.8 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Rede der Preistr\u00e4gerin Christiane Ernst-Zettl* Archive - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Rede der Preistr\u00e4gerin Christiane Ernst-Zettl* Archive - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"12.06.2008 Rede der Preistr&auml;gerin Christiane Ernst-Zettl*  copyright Humanistische Union  &nbsp; Sehr geehrte Damen und Herren, lassen Sie mich mit Worten des Dankes beginnen: Ihnen sehr geehrter Herr Professor Dr. Hering danke ich f&uuml;r die freundliche, warme und pers&ouml;nliche Begr&uuml;&szlig;ung. Der Humanistischen Union danke ich f&uuml;r die Entscheidung, mich mit dem Preis &#132;Aufrechter Gang&#147; auszuzeichnen. Dir lieber Florian Pfaff, danke ich f&uuml;r die Worte, die in gewohnter Weise an Deutlichkeit sicher nicht zu &uuml;bertreffen und gelegentlich auch zu &uuml;berwinden sind. Ihnen sehr geehrter Herr Wolfgang Killinger danke ich f&uuml;r Ihre unendlichen M&uuml;hen in Vorbereitung und Gestaltung dieses Anlasses. Ich m&ouml;chte mich auch bei den Menschen, Organisationen und Vereinigungen bedanken, die mir bei meinem Anliegen, zur Seite stehen, mich unterst&uuml;tzen und begleiten. Sehr geehrte Damen und Herren, die Auszeichnung mit dem Preis &#132;Aufrechter Gang&#147; erf&uuml;llt mich mit gro&szlig;er Freude und zugleich empfinde ich sie auch als eine pers&ouml;nliche Verpflichtung. Denn einen Preis entgegenzunehmen bedeutet f&uuml;r mich auch Verantwortung zu tragen. Als ich erfuhr, dass die Humanistische Union mich f&uuml;r den Preis &#132;Aufrechter Gang&#147; ausgew&auml;hlt hat, war ich doch sehr &uuml;berrascht. Auch bin ich nachdenklich geworden. Die Humanistische Union hat wiederholt als Preistr&auml;ger einen Staatsdiener ausgew&auml;hlt. Staatsdiener &#8211; ob mit oder ohne Uniform &#8211; sind nun einmal nicht unabh&auml;ngig sondern weisungsgebunden. In meiner Berufung &#8211; als Soldatin der Bundeswehr &#8211; gilt das Prinzip: Befehl mit dem Anspruch auf Gehorsam (gem. &sect; 2 Nr. 2 Wehrstrafgesetz). Allerdings ist ein Befehl nur dann rechtm&auml;&szlig;ig, wenn er zu einem dienstlichen Zweck unter Beachtung der Gesetze, der Dienstvorschriften und der Regeln des V&ouml;lkerrechts erteilt wird. So schreibt es das Soldatengesetz gem. &sect; 10 Abs. 4 vor. Als Soldatin der Bundeswehr bin ich also verpflichtet, den Befehlen meiner Vorgesetzten Gehorsam zu leisten und in meinem Tun und Handeln an das Recht und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland gebunden. F&uuml;r mich ist diese Verpflichtung, die ich im Oktober 1991 eingegangen bin, kein leeres Lippenbekenntnis, sondern es bedeutet Verantwortung zu &uuml;bernehmen. Zu meinem Selbstverst&auml;ndnis geh&ouml;rt auch, dass ich keinen &#132;blinden Gehorsam&#147; leiste und das ich f&uuml;r die Einhaltung der Gesetze, des V&ouml;lkerrechts, der Menschenrechte und der Dienstvorschriften auch und besonders in den Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr Sorge trage. Ja, es ist genau diese Verantwortung, zu der wir uns verpflichtet haben, n&auml;mlich aus dem Erbe unserer deutschen Geschichte &#8211; des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges &#8211; in dem Deutschland den Menschen unendliches Leid zugef&uuml;gt und &uuml;ber die Welt gebracht hat. Es ist also nichts ungew&ouml;hnliches was ich tue. Ich tue es gern und wenn es sein muss, fordere ich diese Verpflichtung ein. Und dazu bedarf es nur zweier Dinge: sein Gewissen wahrzunehmen und Mut. Die Sorge und das Bem&uuml;hen um die Einhaltung des V&ouml;lkerrechts wurde f&uuml;r mich als deutsche Staatsb&uuml;rgerin und Sanit&auml;tsfeldwebel der Bundeswehr in Afghanistan besch&auml;mende Realit&auml;t. Die Auffassung des Bundesverteidigungsministeriums, dass die Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr wegen ihres Charakters als &#132;Friedens- und Stabilisierungseins&auml;tze&#147; von Regeln der Genfer Konventionen befreit seinen, kann nicht akzeptabel sein. Sie widerspricht zutiefst den Grundideen des V&ouml;lkerrechts. N&auml;mlich, dass humanit&auml;re Grunds&auml;tze universal und in jedem Konfliktfall gelten m&uuml;ssen. 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Mit einem Zitat aus dem Werk vom &#132;Mann in Wei&szlig;&#147; wie er einst auf dem Schlachtfeld von Solferino 1859 genannte wurde, m&ouml;chte ich abschlie&szlig;end auch an die Wurzeln meines Auftrages im Sanit&auml;tsdienst der Bundeswehr erinnern. Ihm [Henry Dunant], der &uuml;berzeugt von der Idee vom Roten Kreuz und Wegbereiter des humanit&auml;ren Gedanken war, verdanke auch ich als Sanit&auml;tsfeldwebel der Bundeswehr, unseren humanit&auml;ren Auftrag und den daf&uuml;r n&ouml;tigen besonderen Schutz des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts. Auch heute &#8211; im Jahr 2008 &#8211; sind die von der Bundesrepublik Deutschland ratifizierten Genfer Abkommen von 1949 g&uuml;ltig. Zitat: &#8220; &#8230; denn alle k&ouml;nnen auf die eine oder andere Weise, jeder in seinem Kreise und seiner Kraft gem&auml;&szlig;, irgend etwas zu diesem guten Werke beitragen.&#8220; Vielen Dank. Christiane Ernst-Zettl  * Christiane Ernst-Zettl ist Hauptfeldwebel der Bundeswehr. Sie ist Vorstandsmitglied des Arbeitskreises DARMST&Auml;DTER&nbsp; SIGNAL. Christiane Ernst-Zettl vertritt in diesem Beitrag ihre pers&ouml;nliche Auffassung. ** Gerd Hankel, Die Politik der Taschenkarte &#8211; Mittelweg 36 2\/ 2008 \/ Bundesministerium der Verteidigung, R II 3, Druckschrift, Humanit&auml;res V&ouml;lkerrecht in bewaffneten Konflikten &#8211; Grunds&auml;tze -, DSK SF 009320187 &nbsp; Weitere Informationen: Begr&uuml;&szlig;ung Festakt Laudatio f&uuml;r Christiane Ernst-Zettl Ank&uuml;ndigung und Begr&uuml;ndung &nbsp;  Nach oben\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/e80be63085.jpg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"CollectionPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/themen\\\/veranstaltungen\\\/buergerrechtspreise\\\/aufrechter-gang\\\/2008-aufrechter-gang\\\/rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/themen\\\/veranstaltungen\\\/buergerrechtspreise\\\/aufrechter-gang\\\/2008-aufrechter-gang\\\/rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl\\\/\",\"name\":\"Rede der Preistr\u00e4gerin Christiane Ernst-Zettl* Archive - 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Als Soldatin der Bundeswehr bin ich also verpflichtet, den Befehlen meiner Vorgesetzten Gehorsam zu leisten und in meinem Tun und Handeln an das Recht und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland gebunden. F&uuml;r mich ist diese Verpflichtung, die ich im Oktober 1991 eingegangen bin, kein leeres Lippenbekenntnis, sondern es bedeutet Verantwortung zu &uuml;bernehmen. Zu meinem Selbstverst&auml;ndnis geh&ouml;rt auch, dass ich keinen &#132;blinden Gehorsam&#147; leiste und das ich f&uuml;r die Einhaltung der Gesetze, des V&ouml;lkerrechts, der Menschenrechte und der Dienstvorschriften auch und besonders in den Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr Sorge trage. Ja, es ist genau diese Verantwortung, zu der wir uns verpflichtet haben, n&auml;mlich aus dem Erbe unserer deutschen Geschichte &#8211; des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges &#8211; in dem Deutschland den Menschen unendliches Leid zugef&uuml;gt und &uuml;ber die Welt gebracht hat. Es ist also nichts ungew&ouml;hnliches was ich tue. Ich tue es gern und wenn es sein muss, fordere ich diese Verpflichtung ein. Und dazu bedarf es nur zweier Dinge: sein Gewissen wahrzunehmen und Mut. Die Sorge und das Bem&uuml;hen um die Einhaltung des V&ouml;lkerrechts wurde f&uuml;r mich als deutsche Staatsb&uuml;rgerin und Sanit&auml;tsfeldwebel der Bundeswehr in Afghanistan besch&auml;mende Realit&auml;t. Die Auffassung des Bundesverteidigungsministeriums, dass die Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr wegen ihres Charakters als &#132;Friedens- und Stabilisierungseins&auml;tze&#147; von Regeln der Genfer Konventionen befreit seinen, kann nicht akzeptabel sein. Sie widerspricht zutiefst den Grundideen des V&ouml;lkerrechts. N&auml;mlich, dass humanit&auml;re Grunds&auml;tze universal und in jedem Konfliktfall gelten m&uuml;ssen. Gerade bei Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr, in asymmetrischen Konflikten und in Situationen, wo es ohnehin schwierig ist, v&ouml;lkerrechtliche Prinzipien zur Geltung zu bringen, sollte der Nichtkombattantenstatus von Sanit&auml;ts- und Seelsorgepersonal uneingeschr&auml;nkt deutlich gemacht werden. Zitat: &#132;Soldaten der Bundeswehr beachten die Regeln des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts bei milit&auml;rischen Operationen in allen Arten bewaffneter Konflikte.&#147; Dazu war auch ich verpflichtet worden. Es geht also um ein unverr&uuml;ckbares Gebot. Nun mag mach einer unter uns meinen, dass dies doch selbstverst&auml;ndlich sei. Immerhin genie&szlig;t Deutschland nicht nur einen langj&auml;hrigen Ruf als v&ouml;lkerrechtsfreundliches Land sondern ist auch humanit&auml;r-v&ouml;lkerrechtliche Verpflichtungen eingegangen, wie eben beispielsweise in allen vier Genfer Konventionen von 1949 und deren Zusatzprotokolle. Auch sind die Soldaten der Bundeswehr auf den Grundlagen des Soldatengesetz und bekannter Dienstvorschrift (ZDv 15\/2) zur Einhaltung humanit&auml;r-v&ouml;lkerrechtlicher Grunds&auml;tze verpflichtet. Wenn solche Verpflichtungen allerdings nur auf dem Papier gelten und nun vom Bundesverteidigungsministerium &#8211; quasi mit einem Federstrich &#8211; aufgehoben werden, kann dies fatale Folgen besonders f&uuml;r die Opfer bewaffneter Konflikte und die Zivilisten nach sich ziehen. Und es ist in der Tat eine ungeheuerliche und erschreckende Vorstellung, dass Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr &#8211; nach den Vorkommnissen in Afghanistan &#8211; jetzt nur noch; Zitat: &#132;Soweit praktisch m&ouml;glich&#8230;&#147; die Regeln des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts bei milit&auml;rischen Operationen in allen Arten bewaffneter Konflikte beachten**.&nbsp; Sie sehen also, es gibt noch viel zu tun. Ich werde mein Bestes tun. Mit einem Zitat aus dem Werk vom &#132;Mann in Wei&szlig;&#147; wie er einst auf dem Schlachtfeld von Solferino 1859 genannte wurde, m&ouml;chte ich abschlie&szlig;end auch an die Wurzeln meines Auftrages im Sanit&auml;tsdienst der Bundeswehr erinnern. Ihm [Henry Dunant], der &uuml;berzeugt von der Idee vom Roten Kreuz und Wegbereiter des humanit&auml;ren Gedanken war, verdanke auch ich als Sanit&auml;tsfeldwebel der Bundeswehr, unseren humanit&auml;ren Auftrag und den daf&uuml;r n&ouml;tigen besonderen Schutz des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts. Auch heute &#8211; im Jahr 2008 &#8211; sind die von der Bundesrepublik Deutschland ratifizierten Genfer Abkommen von 1949 g&uuml;ltig. Zitat: &#8220; &#8230; denn alle k&ouml;nnen auf die eine oder andere Weise, jeder in seinem Kreise und seiner Kraft gem&auml;&szlig;, irgend etwas zu diesem guten Werke beitragen.&#8220; Vielen Dank. Christiane Ernst-Zettl  * Christiane Ernst-Zettl ist Hauptfeldwebel der Bundeswehr. Sie ist Vorstandsmitglied des Arbeitskreises DARMST&Auml;DTER&nbsp; SIGNAL. Christiane Ernst-Zettl vertritt in diesem Beitrag ihre pers&ouml;nliche Auffassung. ** Gerd Hankel, Die Politik der Taschenkarte &#8211; Mittelweg 36 2\/ 2008 \/ Bundesministerium der Verteidigung, R II 3, Druckschrift, Humanit&auml;res V&ouml;lkerrecht in bewaffneten Konflikten &#8211; Grunds&auml;tze -, DSK SF 009320187 &nbsp; Weitere Informationen: Begr&uuml;&szlig;ung Festakt Laudatio f&uuml;r Christiane Ernst-Zettl Ank&uuml;ndigung und Begr&uuml;ndung &nbsp;  Nach oben","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl\/","og_site_name":"Humanistische Union","og_image":[{"url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/e80be63085.jpg","type":"","width":"","height":""}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"CollectionPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl\/","name":"Rede der Preistr\u00e4gerin Christiane Ernst-Zettl* Archive - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de"},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/rede-der-preistraegerin-christiane-ernst-zettl\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Veranstaltungen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"B\u00fcrgerrechtspreise","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"Aufrechter Gang","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"2008","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/aufrechter-gang\/2008-aufrechter-gang\/"},{"@type":"ListItem","position":5,"name":"Rede der Preistr\u00e4gerin Christiane Ernst-Zettl*"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories\/2910","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/taxonomies\/category"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories\/2892"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/presse?categories=2910"},{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/termin?categories=2910"},{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation?categories=2910"},{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/thema?categories=2910"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}