{"id":12728,"date":"2014-06-03T11:00:00","date_gmt":"2014-06-03T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/presse\/praesentation-des-grundrechte-reports-2014\/"},"modified":"2021-09-04T00:07:38","modified_gmt":"2021-09-03T22:07:38","slug":"praesentation-des-grundrechte-reports-2014","status":"publish","type":"presse","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/pressemeldungen\/praesentation-des-grundrechte-reports-2014\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4sentation des Grundrechte-Reports 2014"},"content":{"rendered":"<p><i>Am 3. Juni wurde der Grundrechte-Report 2014 durch die fr\u00fchere Bundesjustizministerin, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, in Karlsruhe pr\u00e4sentiert. Der von acht namhaften B\u00fcrgerrechtsorganisationen herausgegebene Report zieht f\u00fcr das Berichtsjahr 2013 eine kritische Bilanz zum Umgang mit den B\u00fcrger- und Menschenrechten in Deutschland.<\/i><\/p>\n<div><span class=\"migrated-image\"><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/grr2014s_01.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3644 size-medium\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/grr2014s_01.jpg\" alt=\"Pr&auml;sentation des Grundrechte-Reports 2014\" width=\"200\" height=\"306\"><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"news-single-imgcaption\">\n<\/div>\n<p><i>Schwerpunkte des alternativen Verfassungsschutzberichts sind die Folgen der NSA-&Uuml;berwachungsaff&auml;re, das demokratie- und rechtsstaatsfeindliche Agieren des bun-desdeutschen Verfassungsschutzes sowie der Umgang mit MigrantInnen &#8211; von der Zur&uuml;ckweisung an den europ&auml;ischen Grenzen bis hin zur mangelnden Aufnahme in den Kommunen. <\/i><\/p>\n<p>Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erkl&auml;rte anl&auml;sslich der Pr&auml;sentation des Berichts: &#8222;<i>Die Vorg&auml;nge um die NSA und den NSU zeigen, dass es im Kernbereich des Grundrechtsschutzes in Deutschland schlecht aussieht. Ein freiheitlicher Rechtsstaat kann es nicht dulden, dass die im Geheimen agierenden Dienste den einzelnen Menschen zum blo&szlig;en Objekt ihrer Informationsbegehrlichkeiten entw&uuml;rdigen. Der Grundrechte-Report analysiert dies schonungslos.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Die im Zuge der NSA-Aff&auml;re bekannt gewordenen Geheimdienstaktivit&auml;ten sowie die bisherige Verweigerung jeglicher rechtspolitischer Konsequenzen und Schutzma&szlig;nahmen durch Bundesregierung und Justiz bilden einen Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe. Rolf G&ouml;ssner beschreibt in seinem Einleitungsbeitrag die Folgen der ausufernden, grenzen- und verdachtslosen Massen&uuml;berwachung. Die geheimdienstlichen Datenexzesse &uuml;bertreffen nicht nur alle bisherigen Vorstellungen, sondern bef&ouml;rdern Selbstkontrolle und vorauseilenden Gehorsam. G&ouml;ssner spricht von einem &#8222;geheimen Informationskrieg&#8220; und einem pr&auml;ventiven Ausnahmezustand, in dem demokratische und rechtsstaatliche Regeln praktisch au&szlig;er Kraft gesetzt werden. Der Vizepr&auml;sident der Internationalen Liga f&uuml;r Menschenrechte stellt fest: &#8222;<i>Dieser Angriff auf Substanz und Selbstverst&auml;ndnis freiheitlicher Demokratien erfolgt nicht etwa von au&szlig;en, von &#8218;extremistischen&#8217; oder terroristischen Kr&auml;ften, sondern aus dem Inneren des Systems &#8211; wie eine aggressive, &uuml;berschie&szlig;ende Reaktion des Immunabwehrsystems.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Elke Steven vom Komitee f&uuml;r Grundrechte und Demokratie betont anl&auml;sslich der Pr&auml;sentation: &#8222;<i>Der Zustand der Verfassungswerte zeigt sich gerade am Umgang mit den Schw&auml;chsten in der Gesellschaft. Wie schlecht es darum bestellt ist, zeigen zahlreiche Fallbeispiele des aktuellen Reports.<\/i>&#8220; Dazu geh&ouml;ren Obdachlose, die von &ouml;ffentlichen Orten verdr&auml;ngt werden; Kinder, Jugendliche sowie psychisch auff&auml;llige Menschen, die in geschlossene Einrichtungen abgeschoben werden; MigrantInnen und Fl&uuml;chtlinge, die von der deutschen Politik und Gesetzgebung oft nur noch als Sicherheits- und Sozialrisiko wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Der Grundrechte-Report 2014 enth&auml;lt zahlreiche Beispiele f&uuml;r die zunehmende Perfektionierung der Ausgrenzung und Abschottung gegen&uuml;ber Fl&uuml;chtlingen: Das beginnt mit der &Uuml;berwachung und dem Zur&uuml;ckdr&auml;ngen von Fl&uuml;chtlingsbooten in internationalen Gew&auml;ssern beispielsweise vor Mauretanien und Senegal; reicht &uuml;ber die 340 Millionen Euro teure Aufr&uuml;stung des neuen Grenz&uuml;berwachungssystems EUROSUR &#8211; und endet noch lange nicht in der wahllosen Inhaftierung von Fl&uuml;chtlingen in Europa, f&uuml;r die sich niemand zust&auml;ndig f&uuml;hlt und denen selbst einfachste Unterk&uuml;nfte verweigert werden. Daneben werden zunehmend europ&auml;ische B&uuml;rgerInnen diskriminiert, denen in Deutschland Leistungen der Existenzsicherung verwehrt werden. Das zwingt sie in die Billiglohnarbeit und f&uuml;hrt sie in die Obdachlosigkeit. Martin Heiming vom Republikanischen Anw&auml;ltinnen und Anw&auml;lteverein: &#8222;<i>Europa will gegenw&auml;rtig der Ukraine `die Demokratie&acute; bringen, und muss doch selbst erst lernen, dass menschliche Solidarit&auml;t darin eine tragende S&auml;ule ist. Europa ist eine Sozialunion &#8211; oder &uuml;berfl&uuml;ssig.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Der j&auml;hrliche Report zur Lage der B&uuml;rger- und Menschenrechte in Deutschland bilanziert in insgesamt 42 Beitr&auml;gen kritisch die Verfassungswirklichkeit Deutschlands. Als &#8222;<i>wichtiges Instrument des Menschenrechts-Monitorings in Deutschland<\/i>&#8220; (Beate Rudolf) behandelt er die gesamte Bandbreite von Einschr&auml;nkungen der Grundrechte durch Gesetzgeber, Verwaltung und Justiz sowie durch private Unternehmen. Aktuelle F&auml;lle zur unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen Einschr&auml;nkung der Privatsph&auml;re, der Glaubensfreiheit oder des Streikrechts im Arbeitsleben sind ebenso vertreten wie die zahlreichen Beschr&auml;nkungen politischer Freiheitsrechte beispielsweise von Demonstrierenden und JournalistInnen. Die 18. Ausgabe des alternativen Verfassungsschutzberichts bietet deshalb einen ebenso umfassenden wie ern&uuml;chternden Blick auf den Zustand der B&uuml;rger- und Menschenrechte in Deutschland.<\/p>\n<p><i>Das <b>Inhaltsverzeichnis <\/b>und weitere Informationen zum Buch finden Sie <\/i><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/grundrechte-report\/2014\/\"><i>hier auf den Seiten des Grundrechte-Reports 2014<\/i><\/a><i>. <\/i><\/p>\n<p><i>Grundrechte-Report 2014 &#8211; Zur Lage der B&uuml;rger- und Menschenrechte in Deutschland. Herausgeber: T. M&uuml;ller-Heidelberg, E. Steven, M. Pelzer, M. Heiming, H. Fechner, R. G&ouml;ssner, U. Engelfried und S. Rotino; Preis 10,99 &#8364;; 240 Seiten; ISBN 978-3-596-03018-7; Fischer Taschenbuch Verlag; Juni 2014<\/i><\/p>\n<p><i><b>Herausgeber:<\/b> Der Grundrechte-Report 2014 wird gemeinsam herausgegeben von: Humanistische Union, vereinigt mit Gustav-Heinemann-Initiative&nbsp;&#8226; Komitee f&uuml;r Grundrechte und Demokratie &#8226; Bundesarbeitskreis Kritischer Juragruppen &#8226; PRO ASYL &#8226; Republikanischer Anw&auml;ltinnen- und Anw&auml;lteverein &#8226; Vereinigung demokratischer Juristinnen und Juristen &#8226; Internationale Liga f&uuml;r Menschenrechte &#8226;&nbsp; Neue Richtervereinigung<\/i><\/p>\n<p><i><b>Bezugsm&ouml;glichkeiten:<\/b> Der Grundrechte-Report ist im Buchhandel erh&auml;ltlich oder kann hier im <\/i><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/shop\/grundrechte_reporte\/\"><i>Online-Shop der Humanistischen Union <\/i><\/a><i>erworben werden.<\/i><\/p>\n<p><i><b>Rezensionsexemplare<\/b> ausschlie&szlig;lich zu Pressezwecken k&ouml;nnen &uuml;ber die Humanistische Union bestellt werden (s.o.). <\/i><\/p>\n<p><i>F&uuml;r <b>R&uuml;ckfragen oder Intervieww&uuml;nsche<\/b> wenden Sie sich bitte an <\/i><\/p>\n<p><i>Sven L&uuml;ders unter Telefon 01520 183 1627 bzw. E-Mail <\/i><a href=\"mailto:lueders%40humanistische-union.de\"><i>lueders@humanistische-union.de<\/i><\/a><i> oder <\/i><\/p>\n<p><i>Elke Steven unter Telefon 0177 762 1303 bzw. 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