{"id":10848,"date":"2017-11-10T10:52:00","date_gmt":"2017-11-10T09:52:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/reichtum-ist-ein-scheues-wild\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:32","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:32","slug":"reichtum-ist-ein-scheues-wild","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/219\/publikation\/reichtum-ist-ein-scheues-wild\/","title":{"rendered":"\u201eReichtum ist ein scheues Wild.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ungleiche Verh&auml;ltnisse im neuen Armuts- und Reichtumsbericht. In: vorg&auml;nge Nr. 219 (3\/2017), S. 31-44<\/p>\n<p><i>Der &bdquo;F&uuml;nfte Armuts- und Reichtumsbericht&ldquo; der Bundesregierung wurde bereits &ouml;ffentlich diskutiert, bevor er ver&ouml;ffentlicht war. Es ging um die &Auml;nderungen, die im Rahmen der Ressortabstimmung der Ministerin Andrea Nahles abgerungen worden waren. Unabh&auml;ngig von den erfolgten Abschw&auml;chungen belegt der Bericht die gro&szlig;e Kluft zwischen den Armen und den Reichen in unserer Gesellschaft. Dies verdeutlicht die folgende Zusammenfassung und kritische W&uuml;rdigung des Berichts. Dabei zeigt der Autor auch, welche Folgen langfristige Armut haben kann.<\/i><\/p>\n<p><i>Reicher Mann und armer Mann standen da und sah&rsquo;n sich an,<br \/>und der Arme sagte bleich: &sbquo;W&auml;r ich nicht arm w&auml;rst du nicht reich.&rsquo;<br \/>(Bertolt Brecht, 1934: Alfabet, Buchstabe &bdquo;R&ldquo;)<\/i><\/p>\n<p>Die Frage der Sozialen Gerechtigkeit hat Konjunktur, nicht nur zur Wahlkampfzeit. Aufsehen erregte eine Meldung von Oxfam, dass die Nettoverm&ouml;gen der 36 reichsten Deutschen den Verm&ouml;gen der &auml;rmeren H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung entspr&auml;chen. (1) Dem DIW-Pr&auml;sidenten Fratzscher zufolge sei die Bundesrepublik gar &bdquo;&#8230; zu einem der ungleichsten L&auml;nder der Welt &#8230;&ldquo; geworden. (2) Dies weckt Bef&uuml;rchtungen: Die Ungleichheit von Ressourcen und Teilhabechancen tr&auml;gt zur Exklusion der Betroffenen bei, senkt die Partizipationsbereitschaft und kann Protest bewirken, auch bei der Stimmabgabe. Eine zunehmende Ungleichheit zwischen Arm und Reich konstatieren folgende Untersuchungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Parit&auml;tischer Gesamtverband: &bdquo;Menschenw&uuml;rde ist Menschenrecht. Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2017&ldquo; (2017)<\/li>\n<li>Friedrich-Ebert-Stiftung: &bdquo;Ungleiches Deutschland: Sozio&ouml;konomischer Disparit&auml;tenbericht 2015&ldquo; (2016)<\/li>\n<li>Hans-B&ouml;ckler-Stiftung: &bdquo;Verteilungsbericht 2016 &#8211; Soziale Mobilit&auml;t nimmt weiter ab&ldquo; (2016)<\/li>\n<li>Siebter Altenbericht der Bundesregierung mit dem Abschnitt: &bdquo;Ungleichheiten in der alternden Gesellschaft&ldquo; (BT-Drs. 18\/10210, S. 54-105; 2017).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein gemeinsames Problem dieser Berichte ist die schwache Datenbasis zu Verm&ouml;genden. Pr&auml;zisere Angaben hierzu sowie zur Entwicklung der Ungleichheit wurden nun vom &bdquo;F&uuml;nften Armuts- und Reichtumsbericht&ldquo; (ARB) (3) der Bundesregierung erwartet.<\/p>\n<h5><span id=\"i-berichtsauftrag-und-methode\">I. Berichts&shy;auf&shy;trag und Methode<\/span><\/h5>\n<p>Der Bundestag beschloss 2000, dass die Bundesregierung regelm&auml;&szlig;ig einen Nationalen Armuts- und Reichtumsbericht vorzulegen hat, um internationale Verpflichtungen einzul&ouml;sen und &bdquo;[&hellip;] eine wirksame Bek&auml;mpfung von Armut&ldquo; zu erreichen. (4) Hierzu sollten insbesondere Daten zur H&ouml;he und zur Entwicklung der Verm&ouml;gen gesammelt werden, denn: &bdquo;Reichtum ist ein scheues Wild&ldquo; (5). Die Berichte sollten &bdquo;[&hellip;] grundlegende gesellschaftliche Perspektiven und politische Instrumentarien zur Vermeidung und Bek&auml;mpfung von Armut entwickeln.&ldquo; Vorgesehen war eine Berichterstattung zur Mitte der Legislaturperiode, um sozialpolitische Reaktionen zu erm&ouml;glichen.<\/p>\n<p>Wie sein Vorg&auml;nger erschien auch der neue ARB erst zum Ende der Legislaturperiode. Eine gr&uuml;ndliche Befassung mit den 706 Seiten war den Abgeordneten somit nicht m&ouml;glich. Erkl&auml;rt wurde die Versp&auml;tung mit der Dauer der Ressortabstimmung zum Entwurf. Dabei kam es zu Streichungen ganzer Textpassagen. Aufsehen erregte die K&uuml;rzung eines Abschnitts zur h&ouml;heren Responsivit&auml;t der Politik gegen&uuml;ber den Interessen von Wohlhabenden: Die Wahrscheinlichkeit, Interessen politisch durchzusetzen, steige mit dem Einkommen und Verm&ouml;gen dieser Einflussreichen. Dies war das Ergebnis einer Studie (6), die f&uuml;r die Erstellung des 5. ARB beauftragt wurde. S&auml;mtliche Streichungen im Zuge der Ressortabstimmung sind auf den Internetseiten von LobbyControl (7) dokumentiert.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"der-erstellungsprozess\">Der Erstel&shy;lungs&shy;pro&shy;zess <\/span><\/h2>\n<p>Die Berichterstellung wurde durch ein Gutachtergremium und einen Beraterkreis begleitet, der sich aus rund 40 Personen der Wohlfahrtspflege, Spitzenverb&auml;nden und Interessengruppen zusammensetzt, sowie Vertreter_innen der Ressorts. 2015 wurden drei Symposien zur Konzeption und zu Arbeitsfortschritten durchgef&uuml;hrt sowie zwei Workshops des Gutachtergremiums zu Zwischenergebnissen. (8) Erst im Herbst 2015 wurde ein Expertenworkshop mit von Armut betroffenen Menschen zu folgenden Leitfragen veranstaltet: Was sind die Ursachen von Armut? Was bedeutet Armut f&uuml;r die Betroffenen? Welchen Beitrag leisten staatliche und nicht-staatliche Unterst&uuml;tzungsangebote bei der Bew&auml;ltigung eines Lebens in Armut? Die sp&auml;te Terminierung dieser Fachveranstaltung wurde kritisiert, da deren Ergebnisse nicht mehr in die Konzeption des Berichts einflie&szlig;en konnten. Stimmen aus dem Beraterkreis monierten weiter, dass die Ergebnisse kaum nachvollziehbar und nur indirekt in den Bericht eingingen. (9)<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"methodisches-vorgehen\">Metho&shy;di&shy;sches Vorgehen<\/span><\/h2>\n<p>Die Methodik des ARB wurde weitgehend in den vorangegangenen Berichten entwickelt. Grundlage sind u.a. Datenbest&auml;nde folgender statistischer Erhebungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS): Haushaltsbefragung (seit 1962) durch das Statistische Bundesamt etwa alle 5 Jahre zu Einnahmen und Ausgaben, Wohnsituation, Gebrauchsg&uuml;tern, Verm&ouml;gen oder Schulden.<\/li>\n<li>European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC): Europaweite Erhebung (seit 2005) zu international vergleichbaren Informationen &uuml;ber Einkommensverteilung, Armut und einzelnen Lebensbedingungen.<\/li>\n<li>Mikrozensus: Amtliche Erhebung (seit 1957) zu Arbeitsmarkt und Lebenslagen, wie Wohnsituation oder Gesundheit mit einer repr&auml;sentativen Stichprobengr&ouml;&szlig;e von 1% der Bev&ouml;lkerung.<\/li>\n<li>Sozio-oekonomisches Panel (SOEP): J&auml;hrliche L&auml;ngsschnittstudie (seit 1984) zu Personen- und Familiendaten von Haushalten, u.a. zu Erwerbsbiografien und Gesundheit. 2002, 2007 und 2012 wurden Erhebungen zur pers&ouml;nlichen Verm&ouml;gensbilanz durchgef&uuml;hrt (u.a. Geld-, Immobilien-, Betriebs- und Sachverm&ouml;gen inkl. Gold, Schmuck und Sammlungen).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Daneben wurden f&uuml;r den ARB weitere statistische Berichte herangezogen wie der Deutsche Freiwilligensurvey (2016), der Siebte Altenbericht (2016) die internationale Schulvergleichsstudie PISA (2012) und andere Studien. Zus&auml;tzlich wurden Forschungsauftr&auml;ge vergeben. So wurden f&uuml;r die Studie &bdquo;Hochverm&ouml;gende in Deutschland&ldquo; der Universit&auml;t Potsdam 130 Personen mit einem frei verf&uuml;gbaren Geldverm&ouml;gen von &uuml;ber 1&nbsp;Mio. Euro befragt. Aus den Datenbest&auml;nden aller Erhebungen wurden schlie&szlig;lich &bdquo;Kernindikatoren&ldquo; f&uuml;r den ARB gebildet.<\/p>\n<p>Zu ber&uuml;cksichtigen sind die spezifischen Schwerpunkte und Schw&auml;chen der Instrumente. So wird z.B. das Nettoeinkommen unterschiedlich erhoben: EVS und SOEP nehmen bei selbstgenutztem Wohnungseigentum fiktive Mieteinnahmen an, w&auml;hrend die eigene Wohnung in Mikrozensus und EU-SILC nicht ber&uuml;cksichtigt wird. Im Mikrozensus wird das Einkommen nur nach Klassen aggregiert erhoben. Solche Besonderheiten m&uuml;ssen bei der weiteren Aufbereitung der Daten ber&uuml;cksichtigt werden. Die unterschiedliche Systematik erfordert aufw&auml;ndige Umrechnungen und Gewichtungen, wie z.B. f&uuml;r einen Vergleich der Nettoeinkommen von Haushalten unterschiedlicher Gr&ouml;&szlig;e. Die genauen Rechenwege der durchgef&uuml;hrten Umrechnungen z.B. infolge der unterschiedlichen Erhebungstermine der Befragungen sind dem Bericht nicht zu entnehmen.<\/p>\n<p>Leitfragen des ARB richten sich neben der Verteilung und Entwicklung von Wohlstand und Armut insb. auf die Lebenslagen einzelner Bev&ouml;lkerungsgruppen: Kinder und Jugendliche, Alleinerziehende, Erwerbslose, Kranke, Menschen mit Behinderung und &Auml;ltere. Weitere Schwerpunkte sind die soziale Mobilit&auml;t, auch zwischen den Generationen, lokalr&auml;umliche Entwicklungen (Segregation) sowie die Auswirkungen von atypischer Besch&auml;ftigung, auch im langfristigen Bezug auf die Alterssicherung.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"gliederung-des-arb\">Gliederung des ARB<\/span><\/h2>\n<ul>\n<li>Berichtsteil A beschreibt die Konzeption des Berichts und die Rahmenbedingungen f&uuml;r das Spannungsfeld zwischen Armut und Reichtum. Untersucht werden langfristige Entwicklungen auf volkswirtschaftlicher Ebene sowie des Arbeitsmarkts. Ebenfalls behandelt wird die Datenlage zu den Hochverm&ouml;genden.<\/li>\n<li>Berichtsteil B analysiert Erfolgs- und Risikofaktoren f&uuml;r Teilhabe nach vier Lebensphasen: fr&uuml;he Jahre (bis 18 J.), j&uuml;ngeres (18-34 J.), mittleres (35-64 J.) und &auml;lteres Erwachsenenalter (ab 65 J.). Schwerpunkt des 5. ARB sind j&uuml;ngere Erwachsene (18-34 J.) und die &Uuml;berg&auml;nge von Schule in Berufsausbildung, Studium und Beruf.<\/li>\n<li>Berichtsteil C beschreibt 38 Kernindikatoren und deren Entwicklung seit dem vorherigen ARB (2013) f&uuml;r die gesamte Gesellschaft sowie f&uuml;r die Bereiche Armut und Reichtum. Hierzu z&auml;hlen beispielsweise Angaben zu Bev&ouml;lkerungsstruktur, Gesundheitszustand, Bildung, Erwerbst&auml;tigkeit, Wohnen oder politisches Interesse. Weitere Indikatoren untersuchen Auspr&auml;gungen von Armut und Aspekte zur Entwicklung des Reichtums.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kritische-anmerkungen-zur-methodik\">Kritische Anmerkungen zur Methodik<\/span><\/h2>\n<p>Eine systematische L&uuml;cke der Haushaltsbefragungen entsteht durch die Nicht-Einbeziehung gro&szlig;er Bev&ouml;lkerungsteile mit Bezug zur Armut. Hierzu geh&ouml;ren ca. 335.000 wohnungslose Menschen. Nicht erhoben wurden auch Angaben zu Menschen in station&auml;ren Einrichtungen; dies sind rund 764.000 Pflegebed&uuml;rftige und 200.000 Menschen mit Behinderung. Ebenfalls ausgenommen sind rund 185.000 Studierende in Wohnheimen sowie gefl&uuml;chtete Menschen in Aufnahmeeinrichtungen und Unterk&uuml;nften. (10) Faktisch ausgeschlossen ist auch der erhebliche Bereich verdeckter Armut oder die Nicht-Inanspruchnahme von Sozialleistungen, z.B. aus Scham. Das Ma&szlig; der Nicht-Inanspruchnahme von Leistungen wird vom Parit&auml;tischen Gesamtverband mit einem Anteil von ca. 40% der an sich Berechtigten eingesch&auml;tzt. (11) Weiter zu bem&auml;ngeln ist, dass Genderaspekte kaum thematisiert werden. Dies ist deshalb relevant, weil Frauen mit einer Armutsquote von 16,3% st&auml;rker von Armut betroffen sind; auch hat die Armutsbetroffenheit von Frauen seit 2011 stetig zugenommen. (12) Schlie&szlig;lich fehlt eine Untersuchung der langfristigen Entwicklungen von Armut bzw. Armutsgef&auml;hrdung f&uuml;r die Betroffenen, denn die Haushaltsbefragungen zeigen nur Momentaufnahmen.<\/p>\n<h5><span id=\"ii-die-armut\">II. Die Armut<\/span><\/h5>\n<p>Armut ist Armut an Gesundheitschancen, an Bildungschancen und fehlende Teilhabe am &ouml;ffentlichen Leben. Sie behindert die M&ouml;glichkeit der Information, Partizipation und der demokratischen Mitbestimmung. Die statistische Festlegung von Armut erfolgt &uuml;ber Definitionen der absoluten sowie der relativen Armut: Die absolute Armut liegt z.B. nach den Kriterien der Weltbank bei einer Kaufkraftparit&auml;t von unter 1,90 US-$ t&auml;glich. Weitere Indikatoren f&uuml;r das Vorliegen absoluter Armut w&auml;ren nach der International Development Association (IDA) ein Pro-Kopf-Einkommen unter 150 US-$ im Jahr, eine Nahrungsaufnahme von (je nach Land) t&auml;glich 2.160 &#8211; 2.670 Kalorien, eine durchschnittliche Lebenserwartung von unter 55 Jahren oder eine Kindersterblichkeit von mehr als 33 von 1000 Kindern. Der ARB definiert Armut anhand des Kriteriums materielle Deprivation (Entbehrungen). Ob diese vorliegt, wird anhand einer Liste von neun Bedarfskriterien ermittelt. (13)<\/p>\n<p>Relative Armut wird &uuml;blicherweise angenommen unterhalb von 60 Prozent des Mittelwerts (Median) aller Netto&auml;quivalenzeinkommen einer Bev&ouml;lkerung. Dieser Wert wird als Armutsrisikoquote (auch: Armutsgef&auml;hrdungsquote) bezeichnet. Kritisch festzuhalten ist, dass rechnerische Festlegungen relativer Armut nur bedingt aussagekr&auml;ftig sind. Sie h&auml;ngt von der Entwicklung aller Einkommen ab. Steigen die Einkommen in den oberen Einkommenssegmenten, w&auml;chst auch die relative Armut der unteren Gruppen. Armut ist aber auch relativ in Bezug auf die individuellen Lebenswelten. Neben Unterschieden der Lebenshaltungskosten zwischen Stadt und Land bestehen erhebliche regionale Unterschiede zwischen S&uuml;d- und Nord-, West- und Ostdeutschland. Zudem &uuml;bersieht ein prim&auml;r am Einkommen orientierter Armutsbegriff weitere Ressourcen, etwa vorhandenes Verm&ouml;gen, Wohnungseigentum oder die Ausstattung mit langlebigen Haushaltsg&uuml;tern. Umgekehrt ist zu bem&auml;ngeln, dass eine punktuelle Messung von Armut auch kurzfristige, vor&uuml;bergehende Armutsphasen erfasst, z.B. w&auml;hrend einer Pr&uuml;fungsphase bei sonst guter Berufsaussicht. Aus diesen Gr&uuml;nden verfolgt der ARB einen breiteren Ansatz zur Definition von Armut:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&bdquo;<i>Armut ist ein gesellschaftliches Ph&auml;nomen mit vielen Facetten. Sie ist im Wesentlichen ein Mangel an Mitteln und M&ouml;glichkeiten, das Leben zu gestalten. Als komplexes Ph&auml;nomen entzieht sie sich einer einfachen und eindeutigen Messung. [&hellip;] Die Bundesregierung orientiert sich daher an einem umfassenden Analyseansatz, der die Risiken f&uuml;r Armut und soziale Ausgrenzung in verschiedenen Lebenslagen beschreibt. Das Indikatorenset des ARB zur Feststellung von Armut umfasst elf Indikatoren aus verschiedenen Bereichen &#8230;<\/i>&ldquo; (ARB, S. 547)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Darstellung der Armut nach lebenslaufbezogenen Abschnitten und Dimensionen &ndash; wie Wohnen, Partizipation, Gesundheit oder Pflege &ndash; nimmt den gr&ouml;&szlig;ten Teil des ARB ein und bietet eine (&Uuml;ber-) F&uuml;lle von armutsbezogenen Daten und Aussagen zu unterschiedlichen Dimensionen der Armut. Die gilt auch f&uuml;r den Schwerpunktbereich des aktuellen ARB zu &Uuml;berg&auml;ngen von fr&uuml;hkindlicher F&ouml;rderung, vorschulischer und schulischer Bildung bis zur berufsbezogenen Ausbildung und zum Berufseinstieg junger Erwachsener. Die vielen Ergebnisse zu den im Einzelnen behandelten Dimensionen der Armut k&ouml;nnen hier nicht wiedergebgeben werden. Die Materialf&uuml;lle bietet aber zahlreiche Argumente f&uuml;r aktuelle Streitfragen der Armutspolitik.<\/p>\n<p>Nachfolgend werden einige allgemeine Berichtsergebnisse zum Bereich der Armut sowie zu einem ausgew&auml;hlten Beispiel (der Kinderarmut) dargestellt: Der ARB stellt f&uuml;r den Berichtszeitraum eine Stagnation der Armutsrisikoquote fest. Demnach wuchs diese Verh&auml;ltniszahl hierzulande vor allem von Ende der 1990er Jahre bis 2005 von rund 12% auf 14% und lag seither zwischen 14% bis 15% (ARB, S.&nbsp;548). Ein starker Anstieg von 14,5 auf 15,8 Prozentpunkte (also um rund 9%) im letzten Berichtsjahr 2016 wird teilweise durch methodische &Auml;nderungen, n&auml;mlich einer &Auml;nderung der Stichprobenkonzeption, erkl&auml;rt (ebd.).<\/p>\n<p>Zu den gr&ouml;&szlig;ten Personengruppen mit Einkommen unterhalb der Grenze relativer Armut z&auml;hlen lang Arbeitslose und Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche. Ein besonders hohes Armutsriskio besteht dabei f&uuml;r Personen mit geringeren Chancen auf Auswege aus der Armutsfalle: Hierzu geh&ouml;ren vor allem langzeitig erwerbslose Menschen. Eine weitere, besonders prek&auml;re Form von Armut ist die zunehmende und meist ausweglose Altersarmut, da im hohen Alter nur selten eine Erwerbsm&ouml;glichkeit besteht. Besonders h&auml;ufig von Armut betroffen sind auch Alleinerziehende und deren Kinder.<\/p>\n<p>Die Kinderarmut wird oft &uuml;ber fehlende Bildungs- und Ausbildungschancen &bdquo;vererbt&ldquo;. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, die in absoluter Armut (14) leben, betr&auml;gt um 5% (2013: 5,6%, 2014: 5,0%, 2015: 4,7%) und liegt damit deutlich &uuml;ber dem Anteil der Gesamtbev&ouml;lkerung (2013: 5,4%, 2014: 5,0%, 2015: 4,4%). (15) Dies bedeutet, dass hierzulande etwa 600.000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren in absoluter Armut leben! Die Armutsrisikoquote von unter 18-j&auml;hrigen wird je nach Berechnungsgrundlage zwischen 14,6% und 21,1% angegeben, (16) somit lebt etwa jedes F&uuml;nfte der knapp 13 Mio. Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren im Bereich relativer Armut! Dieser Anteil stieg sowohl nach Mikrozensus als auch nach SOEP in den letzten Jahren an. Nach aktuellen Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung auf Basis des Mikrozensus 2016 ist die Armutsrisikoquote im Jahr 2016 auf 20,3% (17) angestiegen. Nach diesen Berechnungen wirken sich hier auch die sehr hohen Armutsrisiken von unter 18-j&auml;hrigen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund aus (in Deutschland geboren: 28,2%; zugewandert: 54,2%).<\/p>\n<p>Als h&auml;ufigste Ursache f&uuml;r Kinderarmut wird die &bdquo;eingeschr&auml;nkte Erwerbst&auml;tigkeit&ldquo; der Eltern festgestellt (ARB, S. XXI). Eine etwas zynisch anmutende Handlungsempfehlung des ARB lautet deshalb: &bdquo;Gute und ausk&ouml;mmliche Erwerbsarbeit der Eltern tr&auml;gt somit wesentlich zur Verringerung von Kinderarmut bei.&ldquo; (ARB, S. XXII). Wie bei allen anderen Armutsbereichen werden auch f&uuml;r den Bereich der Kinderarmut Gegenma&szlig;nahmen der Bundesregierung aufgef&uuml;hrt. Genannt werden z.B. Kindergeld, Bildungs- und Teilhabepaket, Wohngeld, Erh&ouml;hungen des Kinderzuschlags und des Unterhaltsvorschusses sowie des steuerlichen Entlastungsbetrags f&uuml;r Alleinerziehende, ElterngeldPlus und Partnerbonusmonate sowie der Ausbau der Kitabetreuung.<\/p>\n<p>Allerdings w&auml;re jeweils n&auml;her zu pr&uuml;fen, ob die aufgef&uuml;hrten Ma&szlig;nahmen tats&auml;chlich eine Vermeidung von Kinderarmut bewirken. F&uuml;r dar&uuml;ber hinausgehende konzeptionelle &Uuml;berlegungen w&auml;ren schlie&szlig;lich auch die sozialen Folgekosten der Kinderarmut zu bedenken: Mit Kinderarmut konnotiert sind Schwierigkeiten im Schul- und Bildungssystem, formal niedrigere Bildungsabschl&uuml;sse, h&ouml;here Abbruchquoten und der seltenere berufliche Aufstieg. Weitere Armutsfolgen sind h&auml;ufig eine schlechtere k&ouml;rperliche und psychische Gesundheit, ein ungesundes Wohnumfeld und ein geringeres Engagement in Vereinen. Bei armen Kinder werden h&auml;ufiger psychische Auff&auml;lligkeiten festgestellt und sie erfahren &ouml;fter h&auml;usliche Gewalt. (18) Hinzu kommt die f&uuml;r alle Altersgruppen von Armutsbetroffenen h&ouml;here Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Die Verfestigung bzw. leichte Zunahme der relativen Armutsquote unter Kindern und Jugendlichen best&auml;rkt insgesamt den Eindruck, dass das lange bekannte und im ARB st&auml;ndig berichtete Problem der Kinderarmut nicht ernsthaft angegangen wird.<\/p>\n<h5><span id=\"iii-der-reichtum\">III. Der Reichtum <\/span><\/h5>\n<p>Der ARB verwendet ein Indikatorenset aus sieben Messgr&ouml;&szlig;en zur Beschreibung von Reichtum, die hier kurz beschrieben werden:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Einkommensreichtum<\/strong>: Zur Ermittlung dieses Indikators werden die o.a. Erhebungen (EVS, EU-SILC, SOEP) herangezogen. Als einkommensreich gelten Personen, die &uuml;ber mehr als das Doppelte des Mittelwerts aller Netto&auml;quivalenzeinkommen verf&uuml;gen. Diese Messgr&ouml;&szlig;e wird als relative (Einkommens-) Reichtumschwelle bezeichnet. Der Anteil dieser Personengruppe nahm z.B. auf Basis des SOEP in knapp 20 Jahren von 6,1% (1995) auf 8,0% (2013) um rund ein Drittel zu. Die Bezieher hoher Einkommen lassen sich weiter differenzieren, z.B. nach Alter, Geschlecht, Erwerbsstatus, Haushaltstyp oder Wohnstatus.<\/li>\n<li><strong>Top-Verm&ouml;genseinkommensbezieher<\/strong>: Hierf&uuml;r werden j&auml;hrliche Eink&uuml;nfte aus Verm&ouml;gensbest&auml;nden, z.B. aus Immobilien oder Wertpapieren, von &uuml;ber 5.000&nbsp;Euro einbezogen. Dieser nach dem SOEP ermittelte Personenanteil liegt seit 1995 um 7&nbsp;%.<\/li>\n<li><strong>Top-Nettoverm&ouml;gende<\/strong>: Dieser Indikator bezeichnet den Bev&ouml;lkerungsanteil von Personen mit einem eigenen Nettoverm&ouml;gen von &uuml;ber 500.000 Euro. Die Berechnung wird auch f&uuml;r Haushalte durchgef&uuml;hrt. Da diese Daten nur alle 5 Jahre erhoben werden, k&ouml;nnen Entwicklungen nur in diesem groben Zeitraster dargestellt werden. &Uuml;ber das SOEP werden als Verm&ouml;gensbestandteile ermittelt: Bruttoverm&ouml;gen aus selbstgenutzten und weiteren Immobilien, Geld- und Anlageverm&ouml;gen sowie Betriebs- und Sachverm&ouml;gen. Verbindlichkeiten werden abgezogen. Darunter fallen z.B. Schulden durch Konsumkredite oder durch Hypothekenkredite. Der Indikator wird nach Geschlecht, Gebiet (Ost\/West), Alter, Haushaltstyp, Erwerbsstatus, Wohnstatus, Migrationshintergrund sowie dem Einkommen in den jeweiligen Gruppen differenziert.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/>Da keine offiziellen Registerdaten zu Verm&ouml;gen vorliegen, ist die Ungleichheitsforschung auf Stichprobenbefragungen als statistische Informationsquelle zur Verm&ouml;gensungleichheit angewiesen. Hierbei liegt vermutlich eine Untererfassung der Gruppe der Hochverm&ouml;genden vor, auf die jedoch ein betr&auml;chtlicher Teil des Gesamtverm&ouml;gens entf&auml;llt.<br \/>Der Anteil der festgestellten Top-Nettoverm&ouml;genden lag zwischen 2002 und 2012 durchgehend bei etwa 2,8% der Gesamtbev&ouml;lkerung. Eine Darstellung der Verm&ouml;gensverteilung nach Dezilen zeigt, dass die reichsten 10&nbsp;Prozent der Bev&ouml;lkerung &uuml;ber einen Anteil von 57,3% (2012, SOEP) des gesamten Nettoverm&ouml;gens verf&uuml;gen (ARB, S.&nbsp;506f.). F&uuml;r die obersten 20 Prozent wird ein Anteil von 76,4% (2012, SOEP) des Nettoverm&ouml;gens errechnet, f&uuml;r die obersten 30 Prozent sind es 88,3% (2012, SOEP). Die reichere H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung verf&uuml;gt fast &uuml;ber das gesamte Nettoverm&ouml;gen (2012: 99,0%; 2007: 99,8%; 2002: 99,3%; alles lt. SOEP); die Auswertung nach der EVS ergibt &auml;hnliche Anteile.<\/li>\n<li><strong>Einkommensteuerpflichtige mit H&ouml;chstsatz von 45 Prozent<\/strong>: Angaben hierzu stammen aus den Gesch&auml;ftsstatistiken zur Einkommensteuer des Statistischen Bundesamtes. Der H&ouml;chstsatz von 45% wurde ab 2007 festgelegt und gilt seit 2010 ab einem zu versteuernden Einkommen von 250.730&nbsp;Euro. Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen sind hierbei kaum enthalten, da sie im Wesentlichen bereits &uuml;ber die Abgeltungsteuer entrichtet wurden. Die Anzahl der Steuerpflichtigen in dieser Gruppe stieg von knapp 69.000 (2007) auf etwa 73.000 (2012). Die durchschnittliche H&ouml;he der von ihnen zu versteuernden Eink&uuml;nfte liegt seit 2007 bei knapp &uuml;ber 1 Million Euro j&auml;hrlich. Mit einem Anteil von 0,3% an allen Steuerpflichtigen leistete diese Gruppe im Jahre 2012 einen Anteil von 12,6% am gesamten Einkommensteueraufkommen.<\/li>\n<li><strong>Einkommensmillion&auml;re<\/strong>: Diese Auswertung erfolgt ebenfalls &uuml;ber die Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamts. Die Personenzahl dieser Gruppe nahm zwischen 2002 und 2012 stetig von ca. 9.500 auf 16.400 Personen zu; im selben Zeitraum stiegen die Eink&uuml;nfte dieser Gruppe von rund 26 Mrd. Euro auf 46 Mrd. Euro, dies entsprach 2012 etwa einem Siebtel des Bundeshaushalts. Durchschnittlich verf&uuml;gten die einzelnen Mitglieder dieser Personengruppe &uuml;ber Jahreseink&uuml;nfte in H&ouml;he von 2,8 Mio. Euro j&auml;hrlich.<\/li>\n<li><strong>Einkommensanteile der Spitzenverdiener<\/strong>: Die Erhebung zu Top-Einkommensbeziehern erfolgt &uuml;ber die Datensammlung &bdquo;World Wealth and Income Database&ldquo; (WID) von Wirtschaftswissenschaftler_innen. Die Datensammlung basiert auf Forschungsergebnissen aus &uuml;ber 25 L&auml;ndern, darunter auch Deutschland (19), und erm&ouml;glicht Auswertungen zu den Durchschnittseinkommen dieser Personengruppe und deren Anteilen am Gesamteinkommen aller Haushalte (z.B. oberste 0,1%, oberste 1% usw.).<br \/>Das oberste Prozent der Einkommensbezieher_innen bezog 2012 einen Anteil von 11,4% aller Einkommen. Dies waren durchschnittlich rund 400.000 Euro. Die obersten 10 Prozent beziehen etwa 37% aller Einkommen; im Durchschnitt waren dies ca.&nbsp;122.000 Euro. Im mehrj&auml;hrigen Vergleich nehmen &ndash; nach R&uuml;ckg&auml;ngen in den Finanzkrisenjahren 2009 und 2010 &ndash; sowohl die H&ouml;he dieser Einkommen als auch deren Anteile am gesamten Einkommensvolumen wieder zu.<\/li>\n<li><strong>Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen <\/strong>(Erbschaften, Schenkungen): Weitere Angaben zu beg&uuml;terten Steuerpflichtigen erm&ouml;glicht die Erbschafts- und Schenkungssteuerstatistik des Statistischen Bundesamts. Allerdings werden die meisten Erbschaften und Schenkungen gar nicht erfasst, da diese je nach Erbenzahl und Verwandtschaftsverh&auml;ltnis unterhalb der Freibetragsgrenzen liegen.<br \/>Die veranlagten Verm&auml;chtnisse und Erbschaften umfassten 2015 eine Summe von knapp 38 Mrd. Euro. Diese Summe ist in neun Jahren seit 2007 (22 Mrd. Euro) um etwa 73% gewachsen. Die Summe der veranlagungspflichtigen Schenkungen &uuml;bertrifft inzwischen die Verm&auml;chtnisse und Erbschaften bei weitem. Sie hat sich zwischen 2007 (13 Mrd. Euro) und 2015 (64 Mrd. Euro) nahezu verf&uuml;nffacht. (20)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der ARB bietet relativ wenig Wissen &uuml;ber Hochverm&ouml;gende sowie die Bezieher_innen hoher und h&ouml;chster Einkommen in der Bundesrepublik. Einerseits ist dies durch die gezeigten erheblichen L&uuml;cken der Erhebung bedingt. So erfolgt die Einkommens- und Verbrauchstichprobe nur etwa alle 5 Jahre, ebenso die &uuml;ber das SOEP erhobene Verm&ouml;gensbilanz (2002, 2007, 2012). Andererseits ist zu vermuten, dass nicht alle Befragten alle erforderlichen verm&ouml;gensbezogenen Ausk&uuml;nfte geben.<\/p>\n<p>Diese vermutete Untererfassung wird im ARB n&auml;her konkretisiert: Nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank und des Statistischen Bundesamtes betrug das gesamte Nettoverm&ouml;gen der privaten Haushalte (Geld-, Immobilien-, Betriebs- und Gebrauchsverm&ouml;gen, inkl. der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck) Ende 2014 rund 11,7 Billionen Euro. (21) Laut ARB k&ouml;nnen Angaben zur Verm&ouml;gensverteilung privater Haushalte nach der EVS aber lediglich f&uuml;r gut 5 Billionen Euro berechnet werden. Diese Verm&ouml;gen sind nach den Vorgaben der EVS anders abgegrenzt; sie &bdquo;[&hellip;] umfassen im engeren Sinne das verzinsliche Geldverm&ouml;gen (Spar- und Bausparguthaben, Wertpapiere, Termingeld und angesammeltes Kapital bei Lebensversicherungen) und die Verkehrswerte von Immobilien (= Bruttoverm&ouml;gen) abz&uuml;glich Bau- und Konsumschulden (= Nettoverm&ouml;gen).&ldquo; (22) Lediglich diese Verm&ouml;gensbestandteile gehen in die Berichterstattung des ARB ein. Das dar&uuml;ber hinaus berechnete (Sach-)Verm&ouml;gen in einer sagenhaften H&ouml;he von etwa 6,7&nbsp;Billionen Euro (6.700 Milliarden!) wird im Rahmen des ARB indes nicht weiter ber&uuml;cksichtigt.<\/p>\n<p>Die aus den verf&uuml;gbaren Indikatoren berechneten Ausk&uuml;nfte zu Stand und Entwicklung des Reichtums zeigen f&uuml;r die meisten Indikatoren des Reichtums eine Zunahme:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Verm&ouml;gen der reicheren Bev&ouml;lkerungsanteile haben deutlich zugenommen.<\/li>\n<li>Der Anteil von Beziehern hoher Einkommen wuchs stetig von 6,1% (1995, SOEP) auf 8,0% (2013, SOEP), in diesem Zeitraum also um rund ein Drittel.<\/li>\n<li>Die Anzahl der Steuerpflichtigen mit einem H&ouml;chstsatz von 45% wuchs in 5 Jahren bis 2012 um 5,5% (von 69.000 auf 73.000).<\/li>\n<li>Die Zahl der Einkommensmillion&auml;re hat sich im Zeitraum von 2001 (9.500) bis 2012 (16.400) nahezu verdoppelt.<\/li>\n<li>Die Einkommen der Spitzenverdiener verzeichnen, nach kurzem R&uuml;ckgang in der (Finanz-) Wirtschaftskrise der Jahre 2009 und 2010, wieder eine leichte Zunahme.<\/li>\n<\/ul>\n<h5><span id=\"iv-die-ungleichheit\">IV.&nbsp; Die Ungleich&shy;heit <\/span><\/h5>\n<p>Die Entwicklungen zu Armut und Reichtum zeigen eine Zunahme der Ungleichheit: Dies lassen &ndash; trotz methodischer L&uuml;cken und Untererfassung der Verm&ouml;gen und Einkommen &ndash; bereits die beschriebenen Indikatoren zur Beschreibung des Reichtums vermuten: Die eine H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung verf&uuml;gt &uuml;ber rund 99% der Nettoverm&ouml;gen, die &auml;rmere H&auml;lfte &uuml;ber praktisch nichts. F&uuml;r die &auml;rmsten 10% werden wegen &Uuml;berschuldungen sogar Negativwerte in H&ouml;he von 1,2% (2013, SOEP) des gesamten Nettoverm&ouml;gens ausgewiesen. Der Anteil der Einkommensreichen, die mehr als das Doppelte des Durchschnittseinkommens (Median) beziehen, ist in 18 Jahren von 6,1% (1995) auf 8,0% (2013) gewachsen. Dies ist eine Zunahme um fast ein Drittel. Auch die Zahl der Einkommensmillion&auml;re hat sich in den zehn Jahren vor 2012 fast verdoppelt. Bei den Einkommensverm&ouml;gen sind leichte R&uuml;ckgange in den Jahren 2009\/2010 zu beobachten, was vermutlich mit Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise zusammenh&auml;ngt.<\/p>\n<p>Im harten Kontrast zur Zunahme des Reichtums zeigen sich die Entwicklungen der Armut: Zum manifesten Bereich der Armut geh&ouml;ren zum einen alle Menschen, die von erheblichen materiellen Einschr&auml;nkungen betroffen sind. Dieser Anteil ist von 5,4% (2013) auf 4,4% (2015) gesunken. Vor allem betroffen sind Alleinerziehende (ca. 11,4%), Arbeitslose (ca. 30%) und Alleinlebende (ca. 10%). (23) Ebenfalls im Bereich der Armut leben Menschen, die auf Leistungen aus dem Mindestsicherungssystem angewiesen sind. Hierzu geh&ouml;ren Bezieher_innen von Arbeitslosengeld II (&bdquo;Hartz IV&ldquo;) nach SGB&nbsp;II inklusive &bdquo;Aufstocker_innen&ldquo;, von Sozialhilfe (SGB XII) oder von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Der Bev&ouml;lkerungsanteil dieser Gruppe lag zwischen 2008 und 2014 bei etwa 9%; 2015 stieg dieser Anteil auf 9,7% (24) &ndash; dies sind rund 8 Millionen Menschen! Den gr&ouml;&szlig;ten Anteil stellten 2015 wiederum die rund 4,2 Mio. Bezieher von Arbeitslosengeld II\/Hartz IV dar. Die Armutsrisikoquote als ein Ungleichheitsma&szlig; der Einkommensverteilung stieg von 1990 bis 2005 auf 14,7% und lag in 2015 bei 15,7% (Mikrozensus). (25)<\/p>\n<p>Die Prim&auml;reinkommen (Bruttoeinkommen aus Arbeit sowie Verm&ouml;gen, Vermietung und Verpachtung) entwickelten sich vor allem im Zeitraum zwischen Mitte der 1990er Jahre bis Mitte der 2000er ungleich. Als Ursache darf&uuml;r werden die Ver&auml;nderungen des Arbeitsmarktes identifiziert, etwa die Zunahme des Niedriglohnbereichs und atypischer Besch&auml;ftigungsformen, sowie Lockerungen der Tarifbindung. (26) Laut ARB hat sich die Ungleichheit der Einkommen seit etwa 2005 nicht mehr wesentlich ver&auml;ndert. (27) Da sich die relative Berechnung der Ungleichheit aus beiden Gruppen &ndash; arm und reich &ndash; ergibt, kann diese Stagnation zweierlei bedeuten: dass sich die Einkommen der Gesamtbev&ouml;lkerung &auml;hnlich entwickelten, oder aber das obere und untere Einkommensanteile gleicherma&szlig;en zunehmen (bei schrumpfenden Anteilen der mittleren Einkommen). Angesichts des insgesamt steigenden Wohlstandes hei&szlig;t eine stagnierende Armut nichts Gutes: Zu beachten sind hierbei auch die Wandlungen gro&szlig;er Bereiche des Arbeitsmarktes in den letzten Jahren, wie das Entstehen eines &bdquo;Dienstleistungsprekariats&ldquo; ohne ausk&ouml;mmliches Einkommen trotz Berufs (&bdquo;Aufstocker&ldquo;), vermutlich auch nach inzwischen erfolgter Einf&uuml;hrung des Mindestlohns.<\/p>\n<p>Insgesamt beschreibt der ARB lediglich allgemeine Arbeitsmarktentwicklungen, ohne dabei detailliert auf die problematische Zunahme von atypischer Besch&auml;ftigung, wie Leiharbeit, Teilzeit- und befristete Arbeitsverh&auml;ltnisse oder sonstigen Formen von Unterbesch&auml;ftigung im Niedriglohnbereich einzugehen. Neben der optimistisch dargestellten Entwicklung der Arbeitsmarktdaten (hier w&auml;ren z.B. die Effekte der Verrentung langfristig erwerbsloser Menschen zu beachten) und den sozialpolitischen Wirkungen arbeitsmarktpolitischer Ma&szlig;nahmen w&auml;ren hier auch die f&uuml;r den Bereich der Armut einschl&auml;gigen langfristigen Entwicklungen unter den Bedingungen von &bdquo;Hartz IV&ldquo; eingehender zu untersuchen.<\/p>\n<h5><span id=\"v-mehr-verteilungsgerechtigkeit-und-freiheit\">V. Mehr Vertei&shy;lungs&shy;ge&shy;rech&shy;tig&shy;keit und Freiheit!<\/span><\/h5>\n<p>Ein &bdquo;sportliches&ldquo; Verst&auml;ndnis von Ungleichheit, etwa verstanden als Antriebskraft im Leistungswettbewerb, mag f&uuml;r viele legitim sein. Langfristig von Armut Betroffene werden hierf&uuml;r wenig Verst&auml;ndnis aufbringen. Ungleichheiten bestehen sowohl in den Verm&ouml;gen als auch in den Einkommen. Die Ungleichheit der Einkommen hierzulande ist im internationalen Vergleich nicht auff&auml;llig. (28) Eine Ursache der Einkommensungleichheit wird in den seit 25 Jahren sinkenden Einkommen der Geringverdienenden gesehen. (29) Bei der Ungleichheit der Verm&ouml;gen nimmt Deutschland jedoch in der Eurozone eine F&uuml;hrungsrolle ein; (30) zu beachten ist hier die nach wie vor bestehende regionale Ungleichheit zwischen West- und Ostdeutschland. Einer Umfrage zufolge empfinden ca. 82% der Befragten die soziale Ungleichheit hierzulande als zu gro&szlig;. (31) Folgende Argumente sprechen f&uuml;r eine Verringerung der Ungleichheit:<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"1-ungleichheit-ist-teuer\">1. Ungleich&shy;heit ist teuer <\/span><\/h2>\n<p>Das Schrumpfen der mittleren Einkommens- und Verm&ouml;gensgruppen und die daurch zunehmende Polarisierung behindert das Wirtschaftswachstum, so der DIW-Pr&auml;sident Fratzscher. (32) Das DIW ermittelte &uuml;ber eine Modellrechnung eine langfristige Verz&ouml;gerung des Wirtschaftswachstums infolge gro&szlig;er Ungleichheit. (33) Die Ungleichheit wirke sich u.a. negativ aus auf Investitionen, kurzfristige Anreize, Sparquote sowie Ausbildungsstand und bewirke so einen R&uuml;ckgang der Produktivit&auml;t. Die ungleichheitsbedingten Einbu&szlig;en berechnet die Studie f&uuml;r 2015 auf rund 40 Mrd. Euro. (34) Auch einem Thesenpapier des IWF zufolge bewirkt eine m&ouml;glichst gleichm&auml;&szlig;ige Verteilung der Verm&ouml;gen ein schnelleres und nachhaltigeres Wirtschaftswachstum. (35)<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"2-ungleichheit-ist-unsozial-ungesund-und-wenig-menschlich\">2. Ungleich&shy;heit ist unsozial, ungesund und wenig menschlich<\/span><\/h2>\n<p>Der Vorsitzende des Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbandes Rolf Rosenbrock fasste zusammen: &bdquo;Gesellschaften, die eine weniger ungleiche Verteilung haben, sind ges&uuml;ndere und auch humanere und auch effektivere und effizienter funktionierende Gesellschaften.&ldquo; (36) Ein steigendes Ma&szlig; an Ungleichheit kann dagegen gesellschaftspolitisch unerw&uuml;nschte Folgen zeitigen: Hierzu geh&ouml;ren durchaus nachvollziehbare Abstiegs&auml;ngste der unteren Mittelschicht, Neid auf die Besserverdienenden oder die Resignation der bereits &bdquo;Abgeh&auml;ngten&ldquo; sowie der Bewohner abgeh&auml;ngter Regionen und Bezirke. Hierin sind auch m&ouml;gliche Ursachen f&uuml;r den Zulauf zu rechtspopulistischen Bewegungen und die seit l&auml;ngerem beobachtete Zunahme eines &bdquo;Extremismus der Mitte&ldquo; (37) zu sehen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"3-ungleichheit-kann-die-freiheit-einschraenken\">3. Ungleich&shy;heit kann die Freiheit einschr&auml;nken<\/span><\/h2>\n<p>Auf das Verh&auml;ltnis zwischen Ungleichheit und Unfreiheit wies der Bundesverfassungsrichter Ernst-Wolfgang B&ouml;ckenf&ouml;rde bereits in seinem Sondervotum zur Aussetzung der Verm&ouml;genssteuer durch das BVerfG (38) im Jahre 1996 hin. Er formulierte: dass die Ungleichheit in der Gesellschaft &bdquo;[&hellip;] ein gewisses Ma&szlig; nicht &uuml;berschreiten darf, sonst geht sie &uuml;ber in Unfreiheit&ldquo;. Der Ausgleich gesellschaftlich begr&uuml;ndeter Ungleichheiten geh&ouml;re demnach zu den Kernaufgaben des demokratischen, sozialen Rechtsstaats und wenn die Ungleichheit sich &bdquo;ungez&uuml;gelt potenzieren&ldquo; k&ouml;nne, k&ouml;nne die verfassungsm&auml;&szlig;ige Ordnung insgesamt bedroht sein. Die Staatszielbestimmung des sozialen Rechtsstaats hie&szlig;e nicht, wachsende Ungleichheit hinzunehmen; sondern auch, die Sozialbindung des Eigentums zu sichern. Sie k&ouml;nne in Notsituationen sogar eine Befugnis zur Vergesellschaftung begr&uuml;nden. (39)<\/p>\n<h5><span id=\"vi-fazit\">VI.&nbsp; Fazit<\/span><\/h5>\n<p>Angesichts der beschriebenen Akkumulation gro&szlig;er Verm&ouml;gen bei relativ wenigen Haushalten &ndash; dem obersten Prozent geh&ouml;ren 32%, den obersten 10% geh&ouml;ren 60% des verf&uuml;gbaren Privatverm&ouml;gens &ndash; oder einer j&auml;hrlich durch Erbschaften und Schenkungen &uuml;bertragenen Verm&ouml;genssumme von rund 200 Mrd. Euro (40) erscheinen &Uuml;berlegungen einer h&ouml;heren Besteuerung dieser Gruppen legitim. Eine Wiedereinf&uuml;hrung der 1996 durch das BVerfG ausgesetzten Verm&ouml;genssteuer ist aus rechtlichen und tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden vorerst jedoch nicht absehbar. (41) Und eine Besteuerung hoher Erbschaften verspricht wenig Ertrag: Zwar fallen j&auml;hrlich rund 1.200 Erbschaften &uuml;ber 5 Mio. Euro an; diese 0,08% aller Erbf&auml;lle erfassen immerhin ein Siebtel des gesamten vererbten Verm&ouml;gens. Dennoch werden relativ wenige Erbschaftssteuern gezahlt, da meist Freibetr&auml;ge gelten. Hohe Verm&ouml;gen werden zudem meistens als Unternehmen vererbt, was wiederum Freistellungsm&ouml;glichkeiten er&ouml;ffnet. Nach einer Untersuchung erfolgten solche Erwerbe ab 20&nbsp;Mio.&nbsp;Euro zwischen 2011 und 2014 zu 93% erbschaftssteuerfrei. (42) Nach wie vor gilt somit die Feststellung: &bdquo;Reichtum ist ein scheues Wild.&ldquo; Um dieses aufzusp&uuml;ren und belastbare Erkenntnisse zum Bereich des Reichtums und der Entwicklung der Ungleichheit hierzulande zu gewinnen, muss die bestehende Untererfassung des privaten Reichtums der Verm&ouml;genden und der hohen Einkommen beseitigt werden. Dies ist Voraussetzung f&uuml;r die Wahrnehmung der wachsenden sozialen Ungleichheit als gesellschaftspolitisches Problem und f&uuml;r die &uuml;berf&auml;llige Debatte sozialpolitischer Strategien. F&uuml;r den Bereich der Armut ist zu fordern, dass die Materialf&uuml;lle der Armut- und Reichtumsberichterstattung zu den armutsbezogenen Lebenslagen systematisch ausgewertet werden sollte. Vor allem aber sind sozialpolitische Taten erforderlich, die eine armutsfeste Sicherung f&uuml;r die Risikogruppen erm&ouml;glichen, wie Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende oder von der Alters- und Kinderarmut Betroffene.<\/p>\n<p><i>TOBIAS BAUR&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1959, Diplom-Verwaltungswissenschaftler, t&auml;tig im Bereich der Sozial- und Gesundheitsverwaltung sowie als selbst&auml;ndiger Berater f&uuml;r die Entwicklung von Sozialorganisationen und soziales Unternehmensengagement. Mitglied im Bundesvorstand der Humanistischen Union mit den Arbeitsschwerpunkten Soziale Grundrechte (Sozial- und Gesundheitspolitik, Inklusion), Engagementpolitik und Partizipation.<\/i><\/p>\n<p>Anmerkungen:<\/p>\n<p>1 Oxfam-Factsheet zum Weltwirtschaftsforum 2017: Ein WirtschaftsSystem f&uuml;r Alle &ndash; Auswege aus<br \/>der Ungleichheitskrise, Januar 2017, S. 2.<\/p>\n<p>2 Fratzscher, Marcel zit. nach Der Spiegel: &bdquo;Die geteilte Nation&ldquo; vom 12.3.2016, S. 11.<\/p>\n<p>3 BMAS [Hg.]: Lebenslagen in Deutschland. Der F&uuml;nfte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. April 2017. Der Bericht sowie die fr&uuml;heren Berichte und weitere Materialien sind verf&uuml;gbar<br \/>unter: <a href=\"http:\/\/www.armuts-und-reichtumsbericht.de\/DE\/Bericht\/Der-fuenfte-Bericht\/fuenfter-bericht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.armuts-und-reichtumsbericht.de\/DE\/Bericht\/Der-fuenfte-Bericht\/fuenfter-bericht.html<\/a>. Alle weiteren Seitenangaben ohne Quelle beziehen sich auf diesen Bericht.<\/p>\n<p>4 Beschluss vom 27.1.2000 zu BT-Drs. 14\/999: &bdquo;Nationale Armuts- und Reichtumsberichterstattung&ldquo;.<\/p>\n<p>5 BT-Drs. 14\/999, S. 1.<\/p>\n<p>6 Sch&auml;fer, Armin: Systematisch verzerrte Entscheidungen? Die Responsivit&auml;t der deutschen Politik von 1998 bis 2015 Endbericht &#8211; Forschungsvorhaben im Auftrag des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit<br \/>und Soziales, Juni 2016 <a href=\"http:\/\/www.armin-schaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/endberichtsystematisch-verzerrte-entscheidungen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.armin-schaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/endberichtsystematisch-verzerrte-entscheidungen.pdf<\/a> (Zugriff 10.08.2017)<\/p>\n<p>7 <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/2017\/04\/armuts-und-reichtumsbericht-die-originaldokumente-zureichtum-und-einfluss\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.lobbycontrol.de\/2017\/04\/armuts-und-reichtumsbericht-die-originaldokumente-zureichtum-und-einfluss\/<\/a> (Zugriff: 08.08.2017)<\/p>\n<p>8 Dokumentationen der Symposien und Workshops sind abrufbar unter: <a href=\"http:\/\/www.armuts-und-reichtumsbericht.de\/DE\/Service\/Aktuelles\/aktuelles.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.armuts-und-reichtumsbericht.de\/DE\/Service\/Aktuelles\/aktuelles.html<\/a><\/p>\n<p>9 Dies berichteten z.B. der Deutsche Verein f&uuml;r &ouml;ffentliche und private F&uuml;rsorge und der Parit&auml;tische Gesamtverband.<\/p>\n<p>10 Parit&auml;tischer Gesamtverband (Hg.): &bdquo;Menschenw&uuml;rde ist Menschenrecht. Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2017&#8243; (2017). Die zitierten Zahlen sind bezogen auf den Mikrozensus, das Problem der Nicht-Erreichbarkeit betrifft jedoch alle Haushaltsbefragungen.<\/p>\n<p>11 Stellungnahme des Deutschen Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbandes &ndash; Gesamtverband e.V. zum Entwurf eines 5. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung (Stand: 04.01.2017), S. 6.<\/p>\n<p>12 S. Endnote 11.<\/p>\n<p>13 S. folgende Endnote 14.<\/p>\n<p>14 Die absolute Armut wird im ARB festgestellt &uuml;ber Kriterien erheblicher materieller Entbehrungen; Voraussetzung ist das Fehlen von vier Bereichen aus folgender 9-Punkteliste (EU-SILC): 1. Miete,<br \/>Wasser\/ Strom sowie Verbindlichkeiten bezahlen, 2. angemessene Beheizung der Wohnung, 3. unerwartete Ausgaben t&auml;tigen k&ouml;nnen, 4. eine Woche an einem anderen Ort verbringen, 5. jeden Tag eine warme, vollwertige Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder gleichwertiger Proteinzufuhr, 6. Auto, 7. Waschmaschine, 8. Farbfernseher, 9. Telefon (ARB, S. 572).<\/p>\n<p>15 5. ARB, S. 572.<\/p>\n<p>16 5. ARB, S. 248.<\/p>\n<p>17 WSI-Institut: Policy Brief 8\/2017: Armut und Einwanderung &#8211; Armutsrisiken nach Migrationsstatus und Alter &#8211; Eine Kurzauswertung aktueller Daten auf Basis des Mikrozensus 2016, S. 3 &#8211; WSI und<br \/>der Parit&auml;tische Gesamtverband bezeichnen die Armutsrisikoquote &uuml;brigens als &bdquo;Armutsquote&ldquo;.<\/p>\n<p>18 5. ARB, S. 278<\/p>\n<p>19 5. ARB, S. 590<\/p>\n<p>20 5. ARB, S. 592<\/p>\n<p>21 5. ARB, S. 614<\/p>\n<p>22 5. ARB, S. 614<\/p>\n<p>23 5. ARB, S. 572, basierend auf EU-SILC und weiteren Berechnungen.<\/p>\n<p>24 5. ARB, S. 563 f.<\/p>\n<p>25 5. ARB, S. 548.<\/p>\n<p>26 5. ARB, S. 53, Definition Prim&auml;r- bzw. Markteinkommen vgl. 5. ARB, S. 99.<\/p>\n<p>27 5. ARB, S. 124.<\/p>\n<p>28 SPIEGEL online vom 23.04.2017: &bdquo;Etwas ist faul im Kapitalismus&ldquo; mit Hinweis auf Thesenpapier des IWF: Ostry, Jonathan D.; Berg, Andrew; Tsangarides, Charalambos G.: &bdquo;Redistribution, Inequality<br \/>and Growth&ldquo; (2014, 30 S.).<\/p>\n<p>29 Fratzscher, Marcel: &bdquo;Republik ohne Chancengleichheit: Deutschland am Wendepunkt&ldquo; in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik, 04\/2016, S.91-100, S. 94.<\/p>\n<p>30 Fratzscher, Marcel: &bdquo;Das M&auml;rchen vom M&auml;rchen der Ungleichheit&ldquo; in ZEIT-online vom 17. Juli 2016.<\/p>\n<p>31 Mau, Steffen, Heuer, Jan-Ocko: Wachsende Ungleichheit als Gefahr f&uuml;r nachhaltiges Wachstum (FES-Schriftenreihe: &bdquo;gute gesellschaft &ndash; soziale demokratie&ldquo; (2017), S. 4 und S. 7.<\/p>\n<p>32 S. Endnote 29.<\/p>\n<p>33 Albig, Hanne; Clemens, Marius et. al.: &bdquo;Zunehmende Ungleichheit verringert langfristig Wachstum &ndash; Analyse f&uuml;r Deutschland im Rahmen eines makro&ouml;konomischen Strukturmodells&ldquo; (FES-Schriftenreihe:<br \/>&bdquo;gute gesellschaft &ndash; soziale demokratie&ldquo;) (2016) &#8211; Eine Zusammenfassung von 29 Untersuchungen zu wirtschaftlichen Effekten von Ungleichheit vgl.: Behringer, Jan; Theobald, Thomas; van Treeck, Till: &bdquo;Ungleichheit und makro&ouml;konomische Instabilit&auml;t &ndash; Eine Bestandsaufnahme&ldquo; (FES-Schriftenreihe: &bdquo;gute gesellschaft &ndash; soziale demokratie&ldquo;) (2016), S. 29 f.<\/p>\n<p>34 Albig, Hanne; Clemens, Marius et. al. (Endnote 33), S. 5.<\/p>\n<p>35 Zu diesem Ergebnis kommt ein Thesenpapier des IWF: Ostry, Jonathan D.; Berg, Andrew; Tsangari &#8211; des, Charalambos G.: &bdquo;Redistribution, Inequality, and Growth&ldquo; (2014, 30 S.), zitiert nach SPIEGEL online: &bdquo;Etwas ist faul im Kapitalismus&ldquo; vom 23.04.2014.<\/p>\n<p>36 Rosenbrock, Rolf: Gespr&auml;ch zur Er&ouml;ffnungsrede von Richard G. Wilkinson zum Kongress &bdquo;Armut und Gesundheit 2017&ldquo; in: Info-Dienst f&uuml;r Gesundheitsf&ouml;rderung Nr. 17\/ 2017, S. 8.<\/p>\n<p>37 Vgl. die etwa alle zwei Jahre erscheinenden &bdquo;Mitte&ldquo;-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung (erstmals: Oliver Decker, Elmar Br&auml;hler, Norman Gei&szlig;ler &bdquo;Vom Rand zur Mitte &#8211; Rechtsextreme Einstellungen<br \/>und ihre Einflussfaktoren in Deutschland&ldquo;, 2006); aktuelle Studie: Zick, Andreas: Gespaltene Mitte &#8211; Feindselige Zust&auml;nde &#8211; Rechtextreme Einstellungen in Deutschland, 2016: <a href=\"http:\/\/www.fesgegen-rechtsextremismus.de\/inhalte\/studien_Gutachten.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.fesgegen-rechtsextremismus.de\/inhalte\/studien_Gutachten.php<\/a> (Zugriff: 28.08.2017).<\/p>\n<p>38 BVerfGE 93, 121 (149ff.).<\/p>\n<p>39 Wikipedia, Eintrag: &bdquo;Verm&ouml;gensteuer (Deutschland)&ldquo; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verm%C3%B6gensteuer_%28Deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verm%C3%B6gensteuer_(Deutschland<\/a>) (Zugriff 24.07.2017).<\/p>\n<p>40 Beckert, Jens: &bdquo;Neid oder soziale Gerechtigkeit? Die gesellschaftliche Umk&auml;mpftheit der Erbschaftssteuer&ldquo;, in: Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung (Hg.): Aus Politik und Zeitgeschichte v. 6.6.2017 (S. 23-29), S. 23.<\/p>\n<p>41 Vgl. hierzu: Wieland, Joachim: Rechtliche Rahmenbedingungen f&uuml;r eine Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer &#8211; Rechtsgutachten, erstattet f&uuml;r ver.di (2003).<\/p>\n<p>42 Bach, Stefan; Mertz, Thomas (DIW, 2016) zit. nach Beckert, Jens: Endnote 40, S. 23.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[815,667],"autoren":[329],"publikationen":[1205],"class_list":["post-10848","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-armut","tag-vorgaenge-artikel","autoren-tobias-baur","publikationen-1205"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u201eReichtum ist ein scheues Wild.\u201c - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/219\/publikation\/reichtum-ist-ein-scheues-wild\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u201eReichtum ist ein scheues Wild.\u201c - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ungleiche Verh&auml;ltnisse im neuen Armuts- und Reichtumsbericht. 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