{"id":10854,"date":"2017-11-10T10:33:00","date_gmt":"2017-11-10T09:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/menschenrechtskompatibler-einkauf-oeffentliche-beschaffung-als-mittel-zur-durchsetzung-von-menschen\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:33","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:33","slug":"menschenrechtskompatibler-einkauf-oeffentliche-beschaffung-als-mittel-zur-durchsetzung-von-menschen","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/219\/publikation\/menschenrechtskompatibler-einkauf-oeffentliche-beschaffung-als-mittel-zur-durchsetzung-von-menschen\/","title":{"rendered":"Menschenrechtskompatibler Einkauf &#8211; \u00d6ffentliche Beschaffung als Mittel zur Durchsetzung von Menschenrechten"},"content":{"rendered":"<p>in: vorg&auml;nge Nr. 219 (3\/2017), S. 85-90<\/p>\n<p><i>Global agierende Firmen auf die Einhaltung menschenrechtlicher Mindeststandards bei ihren Produktions- und Arbeitsbedingungen zu verpflichten, erscheint heute (noch) sehr schwierig durchsetzbar. Ein zentraler Hebel k&ouml;nnen jedoch Beschaffungsrichtlinien der &ouml;ffentlichen Hand sein, die bei ihren Anschaffungen entsprechende Vorgaben an die Hersteller machen kann. Auf welche v&ouml;lkerrechtlichen Grundlagen sich der deutsche Staat dabei berufen kann, und welche Grenzen diese Form der Durchsetzung menschenrechtlicher Standards aufweist, skizziert Kirsten Wiese im folgenden Beitrag.<\/i><\/p>\n<p>Unternehmen verletzen weltweit Menschenrechte, w&auml;hrend sie G&uuml;ter produzieren (lassen), die wir konsumieren. Das Smartphone zum Beispiel, das die meisten von uns t&auml;glich in den H&auml;nden halten, besteht aus vielen einzelnen Bestandteilen, die von &uuml;ber 100 Unternehmen mit Werkst&auml;tten vor allem in Asien produziert werden.[1] Die gesamte Produktionskette des Smartphones ist in hohem Ma&szlig;e von ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen gepr&auml;gt. Auch wenn es vereinzelt regionale Unterschiede gibt, &auml;hneln sich die Missst&auml;nde in den meisten Produktionsl&auml;ndern: hohe Jobunsicherheit, L&ouml;hne unterhalb des Existenzminimums, extensive Arbeitszeiten und der Zwang zu &Uuml;berstunden, Diskriminierung von Wanderarbeiter_innen und ein h&ouml;chst gewerkschaftsfeindliches Verhalten vieler Unternehmen. Zudem sind die Arbeitsschutzma&szlig;nahmen oft unzureichend, obwohl die Arbeiter_innen in der Produktion mit hochgiftigen Stoffen in Kontakt kommen.[2]<br \/>Was k&ouml;nnen Einzelne tun?<\/p>\n<p>Jede_r Einzelne kann beim Einkauf von digitalen und anderen Produkten Herstellungsbedingungen hinterfragen und die Hersteller_innen w&auml;hlen, die menschenrechtskonform entlang der Lieferkette produzieren (lassen) oder dies zumindest ernsthaft versuchen. W&auml;hrend es aber im Textilbereich zunehmend ethische Produktalternativen gibt[3], existiert im Bereich Informationstechnologie noch kein einziges Produkt, das g&auml;nzlich sozialverantwortlich hergestellt worden ist. Selbst Computerm&auml;use bestehen aus so vielen Einzelbestandteilen und Rohstoffen, dass es dem engagierten Unternehmen Nager IT e.V. bisher nicht gelingt, die Handelswege aller Bestandteile aufzuzeigen, geschweige denn eine solche Maus g&auml;nzlich fair herzustellen.[4] Deshalb kann der\/die sich global verantwortlich f&uuml;hlenden Einzelne durch bewusste Kaufentscheidungen (noch) nur sehr begrenzt Einfluss auf die Durchsetzung von Menschenrechten entlang der Lieferkette nehmen.[5] Nichtsdestotrotz sind in meinen Augen solche bewussten Kaufentscheidungen Einzelner notwendig, um das Bewusstsein der Produzent_innen zu &auml;ndern und den Markt in kleinsten Schritten zu &auml;ndern.<\/p>\n<h5>Staaten m&uuml;ssen handeln<\/h5>\n<p>Umso wichtiger ist es, dass der deutsche Staat die Einhaltung von wirtschaftlichen und sozialen Menschenrechten in der Produktion einfordert &#8211; auch dann, wenn diese Menschenrechte nicht unmittelbar in Deutschland verletzt werden![6] V&ouml;lkerrechtlich sind Staaten zwar noch nicht ausdr&uuml;cklich verpflichtet, au&szlig;erhalb ihres Territoriums f&uuml;r ein menschenrechtskonformes Verhalten von &#8222;heimischen&#8220; Unternehmen zu sorgen, wenn diese selbst, durch Tochter- oder beauftragte Unternehmen im Ausland agieren. Laut den Leitprinzipien f&uuml;r Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen von 2011[7] sollen Staaten &#8222;klar die Erwartung zum Ausdruck bringen, dass alle in ihrem Hoheitsgebiet ans&auml;ssigen und\/oder ihrer Jurisdiktion unterstehenden Wirtschaftsunternehmen bei ihrer gesamten Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit die Menschenrechte achten&#8220; (Prinzip Nr. 2). Allerdings &#8211; so der Kommentar zu diesem Prinzip in den Leitlinien &#8211; &#8222;verpflichten die Menschenrechte Staaten grunds&auml;tzlich nicht, die extraterritorialen T&auml;tigkeiten in ihrem Hoheitsgebiet ans&auml;ssiger und\/oder ihrer Jurisdiktion unterstehender Unternehmen zu regulieren.&#8220;<\/p>\n<p>Insbesondere Nichtregierungsorganisationen, aber auch Wissenschaftler_innen fordern und konstatieren zunehmend, dass sich aus der staatlichen Schutzpflicht dem Grunde nach eine Pflicht zur Regelung von unternehmerischem Handeln bei Sachverhalten mit Auslandsbezug ergeben kann.[8] &Uuml;bereinkommen wie der Internationale Pakt &uuml;ber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte werden demnach so verstanden, dass die Unterzeichner-Staaten sich weltweit f&uuml;r den Schutz der in dem Pakt verbrieften Menschenrechte einsetzen sollen.[9] Zudem verpflichten einige Abkommen sie ausdr&uuml;cklich dazu, andere Staaten bei ihrer Durchsetzung zu unterst&uuml;tzen. Das gilt zum Beispiel f&uuml;r die &Uuml;bereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation gegen ausbeuterische Kinderarbeit (Nr. 182) und zur Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit (Nr. 29). Selbst UNO-Aussch&uuml;sse wie der f&uuml;r wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte sowie der f&uuml;r Kinderrechte fordern eine direkte staatliche Handlungspflicht, um den entsprechenden Rechtsschutz vor transnationalen Unternehmen auch extraterritorial sicherzustellen.[10]<\/p>\n<p>Das Grundgesetz bindet Deutschland auch im Ausland<br \/>Deutschland ist zudem durch das Grundgesetz gehalten, bei allem staatlichen Handeln (auch wenn es im Ausland stattfindet) Grundrechte zu beachten. F&ouml;rdert der Staat privates unternehmerisches Handeln im Ausland (zum Beispiel durch Exportkreditgarantien, sog. Hermes-B&uuml;rgschaften), ist der Staat auch hier an Grundrechte gebunden und m&uuml;sste beispielsweise vor der Kreditvergabe sorgf&auml;ltig pr&uuml;fen, ob das gef&ouml;rderte Unternehmen Menschenrechte im Ausland verletzt. Ebenfalls m&uuml;ssen staatliche Institutionen bei ihrem Einkauf bei privaten Unternehmen darauf achten, ob diese Unternehmen die v&ouml;lkerrechtlichen Arbeits- und Sozialstandards einhalten.<\/p>\n<p><b>&Ouml;ffentliche Beschaffung als Mittel zur Durchsetzung von Menschenrechten<\/b><\/p>\n<p>Der &ouml;ffentliche Einkauf wird in Deutschland schon seit gut 10 Jahren als Instrument zur Durchsetzung von Menschenrechten in der Produktion verstanden und zunehmend st&auml;rker genutzt. In Deutschland kaufen ca. 30.000 Vergabestellen j&auml;hrlich Bedarfsg&uuml;ter vom Bleistift &uuml;ber den Computer bis zum Panzer in H&ouml;he von insgesamt ca. 350 Milliarden Euro ein.[11] Der Staat hat also eine gro&szlig;e Nachfragemacht. Es ist unstrittig, dass der Staat diese Nachfragemacht f&uuml;r die Durchsetzung von Arbeits- und Sozialstandards entlang der Lieferkette einsetzen darf.<\/p>\n<p>V&ouml;lkerrechtlich werden Arbeits- und Sozialstandards vor allem durch die &Uuml;bereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO bzw International Labour Organisation = ILO) festgelegt. Die IAO wurde 1919 als Unterorganisation der Vereinten Nationen gegr&uuml;ndet. Ihre Gr&uuml;ndung geht auf die Erkenntnis zur&uuml;ck, dass der Weltfriede auf Dauer nur auf sozialer Gerechtigkeit aufgebaut werden kann. &#8222;Nun bestehen aber Arbeitsbedingungen, die f&uuml;r eine gro&szlig;e Anzahl von Menschen mit so viel Ungerechtigkeit, Elend und Entbehrungen verbunden sind, da&szlig; eine Unzufriedenheit entsteht, die den Weltfrieden und die Welteintracht gef&auml;hrdet.&#8220;[12] In der IAO sind Regierungen, sowie Vertretungen von Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen vertreten, gegenw&auml;rtig insgesamt 185. Die Mitgliedsstaaten haben in &uuml;ber 100 &Uuml;bereinkommen Vorgaben f&uuml;r Arbeits- und Sozialstandards gemacht. Zu den wichtigsten z&auml;hlen die IAO-Kernarbeitsnormen, etwa die Abschaffung der Zwangsarbeit, die Vereinigungsfreiheit, die Entgeltgleichheit, die Diskriminierungsfreiheit, die Vorgabe eines Mindestarbeitsalters und das Verbot von schlimmsten Formen der Kinderarbeit.[13] Diese Normen gelten f&uuml;r alle Mitgliedsstaaten und zwar auch dann, wenn diese die &Uuml;bereinkommen selbst nicht unterzeichnet haben.[14] Aus diesen Kernarbeitsnormen ergeben sich die Grundprinzipien der IAO, die als V&ouml;lkergewohnheitsrecht f&uuml;r alle Staaten gelten. Dar&uuml;ber hinaus hat die IAO weitere Vorgaben zu Arbeits- und Sozialstandards gemacht, wie z.B. zum Arbeits- und Gesundheitsschutz nach den IAO-&Uuml;bereinkommen Nr. 155 und 170 sowie Mindestnormen der Sozialen Sicherheit im &Uuml;bereinkommen Nr. 102.<\/p>\n<p>Die Vergabe &ouml;ffentlicher Auftr&auml;ge unterliegt in Deutschland einem strengen Regime, dem Vergaberecht. Das Vergaberecht in Deutschland ist komplex, es setzt sich zusammen aus (europ&auml;ischem) Unionsrecht, aus dem Recht der Welthandelsorganisation, Bundes- sowie Landesrecht und kommunalem Recht. Oberhalb bestimmter Auftragswerte &#8211; den sogenannten EU-Schwellenwerten &#8211; wird die &ouml;ffentliche Auftragsvergabe ma&szlig;geblich vom Unionsrecht, unterhalb dieser Werte ma&szlig;geblich vom deutschen Haushaltsrecht bestimmt. Das Unionsrecht verbietet es den Mitgliedstaaten u.a., Angeh&ouml;rige anderer Mitgliedstaaten aus Gr&uuml;nden der Staatsangeh&ouml;rigkeit zu diskriminieren. F&uuml;r das europ&auml;ische Vergaberecht steht deshalb im Vordergrund das Ziel, m&ouml;glichst allen potentiellen Bieter_innen freien Zugang zu den &ouml;ffentlichen Beschaffungsm&auml;rkten in den Mitgliedstaaten der Union zu gew&auml;hren. Dadurch soll Wettbewerb hergestellt und der Binnenmarkt verwirklicht werden. Das Haushaltsrecht verpflichtet die K&ouml;rperschaften des &ouml;ffentlichen Rechts auf die Grunds&auml;tze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Ein Vergabeverfahren ist also grunds&auml;tzlich darauf gerichtet, dass die &ouml;ffentliche Verwaltung sparsam und wirtschaftlich einkauft und dass &#8211; sofern der &ouml;ffentliche Auftrag ein bestimmtes Auftragsvolumen &uuml;berschreitet &#8211; ein gemeinschaftsweiter Wettbewerb um diesen Auftrag m&ouml;glich wird.<\/p>\n<p>Als in den sp&auml;ten 1990er Jahren Nichtregierungsorganisationen begannen, die Ber&uuml;cksichtigung von Umweltstandards, sozialen Zielen wie der F&ouml;rderung von Arbeitslosen sowie Menschenrechten bei der &ouml;ffentlichen Auftragsvergabe einzufordern, wurden solche Kriterien zun&auml;chst mehrheitlich als vergabefremd abgelehnt. Mittlerweile haben fast alle Bundesl&auml;nder in ihren Vergabegesetzen die Pflicht statuiert, dass &ouml;ffentliche Stellen keine Waren einkaufen sollen, die unter Missachtung der IAO-Kernarbeitsnormen hergestellt worden sind.[15] Diese Regeln gelten insbesondere f&uuml;r Auftragsvergaben unterhalb der EU-Schwellenwerte, f&uuml;r Liefer- und Dienstleistungen demnach unterhalb 209.000 Euro.[16] Oberhalb der Schwellenwerte regeln das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschr&auml;nkungen (GWB) und die Vergabeverordnung (VgV), dass soziale und umweltbezogene Aspekte bei der Auftragsvergabe ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen (&sect;&nbsp;97 Absatz&nbsp;3 GWB).<\/p>\n<p>Zu solchen Regelungen getrieben wurde Deutschland vor allem von der Europ&auml;ischen Union. Bereits 1988 entschied der Europ&auml;ische Gerichtshof, dass eine Kommune bei der Erteilung eines Bauauftrages ber&uuml;cksichtigen d&uuml;rfe, ob das Bauunternehmen Langzeitarbeitslose einstelle.[17] In der Vergabekoordinierungsrichtlinie von 2004 lie&szlig; der Unionsgesetzgeber bereits zu, dass &ouml;ffentliche Auftraggeber soziale und umweltbezogene Anforderungen an die Auftragsdurchf&uuml;hrung stellen. In den Vergaberechtlinien von 2014[18], die Deutschland im GWB und der Vergabekoordinierungsrichtlinie umgesetzt hat, erweiterte der Unionsgesetzgeber diese M&ouml;glichkeiten zur Ber&uuml;cksichtigung sozialer und umweltbezogener Kriterien bei der Auftragsvergabe.[19] <br \/>Das Vergaberecht bietet &ouml;ffentlichen Auftraggebern in Deutschland demnach weitreichende M&ouml;glichkeiten, mit ihrem Einkauf auf die Einhaltung von Normen der Internationalen Arbeitsorganisation hinzuwirken. Von diesen M&ouml;glichkeiten machen bereits zahlreiche Auftraggeber In Bund, L&auml;ndern und Kommunen Gebrauch.[20] In der Praxis sto&szlig;en sie dabei auf manche Probleme: So sind tats&auml;chlich menschenrechtskompatibel hergestellte Produkte eventuell teurer und nicht f&uuml;r jedes Produkt ist &uuml;berhaupt eine menschenrechtskompatible Alternative vorhanden. Vor allem aber k&ouml;nnen nationale Auftraggeber die Einhaltung der Normen der Internationalen Arbeitsorganisation in fernen L&auml;ndern schwer &uuml;berpr&uuml;fen. Nur zu den wenigsten Produkten, die &ouml;ffentliche Auftraggeber beziehen, existieren Zertifikate; diese sind zum Teil nicht verl&auml;sslich. Trotzdem halte ich das Bem&uuml;hen von Beh&ouml;rden, sozialverantwortlich einzukaufen, f&uuml;r ein wichtiges Mittel bei der staatlichen Durchsetzung von Menschenrechten entlang der weltweiten Produktionskette, weil es langsam das Bewusstsein der Produzent_innen &auml;ndert.<\/p>\n<p>Zus&auml;tzlich muss die Europ&auml;ische Union aber dringend strengere Einfuhrregelungen f&uuml;r Produkte schaffen, die unter Verletzung von Menschenrechten hergestellt worden sind. Mit der Konfliktmineralienverordnung[21] vom Mai dieses Jahres ist die EU zumindest auf dem richtigen Weg. Danach m&uuml;ssen H&auml;ndler_innen, die Zinn, Tantal, Wolfram und Gold aus Konflikt- und Hochrisikogebieten in die EUeinf&uuml;hren wollen, die Herkunft dieser Mineralien genau belegen. Die Union sollte weder Blutdiamanten noch Zucker mit &#8222;bitterem Nachgeschmack&#8220; einen Markt bieten. Hierin ist der deutschen Generalanw&auml;ltin beim Europ&auml;ischen Gerichtshof, Juliane Kokott, zuzustimmen, die 2011 in ihrer Stellungnahme zu einer Klage der Kommission gegen ein niederl&auml;ndisches Vergabeverfahren feststellte: &#8222;Zwar schmeckt Zucker streng genommen nicht unterschiedlich, je nachdem, ob er fair oder unfair gehandelt wurde. Gleichwohl hinterl&auml;sst ein Produkt, das zu unfairen Bedingungen auf den Markt kam, bei einem sozial verantwortungsbewussten Kunden einen bitteren Nachgeschmack.&#8220;<\/p>\n<p><b>KIRSTEN&nbsp;WIESE<\/b><i>&nbsp;&nbsp; Dr. jur., Jahrgang 1972, Juristin, promovierte 2008 mit einer Arbeit zur Zul&auml;ssigkeit eines muslimisch motivierten Kopftuches im &ouml;ffentlichen Dienst. Sie lehrt gegenw&auml;rtig an der Hochschule f&uuml;r &ouml;ffentliches Recht in Bremen. Zuvor arbeitete sie in der Bremer Landesverwaltung unter anderem an der Reform der &ouml;ffentlichen Beschaffung mit. Kirsten Wiese ist Mitglied im Bundesvorstand der Humanistischen Union.<\/i><\/p>\n<p><b>Anmerkungen:<\/b><\/p>\n<p>1 Siehe List of Suppliers for the Fairphone 2, <a href=\"https:\/\/www.fairphone.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/List-of-Suppliers-June2017.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.fairphone.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/List-of-Suppliers-June2017.pdf<\/a>, Stand Juni 2017.<\/p>\n<p>2 WEED &#8211; Weltwirtschaft, &Ouml;kologie &amp; Entwicklung e.V. (Hrsg.): Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen: Potentiale der &Ouml;ffentlichen IT-Beschaffung f&uuml;r Soziale Nachhaltigkeit, Mai 2017, <a href=\"http:\/\/www.faire-beschaffung.de\/content\/uploads\/2014\/01\/kurzstudie_rlp_saarland_hessen_2017_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.faire-beschaffung.de\/content\/uploads\/2014\/01\/kurzstudie_rlp_saarland_hessen_2017_web.pdf<\/a><\/p>\n<p>3 S. u.a. Femnet, Faire Mode &#8211; Sch&ouml;ne Mode, 4. Aufl., 2017, <a href=\"http:\/\/www.saubere-kleidung.de\/images\/05_pdf\/2017\/2017-09-28%20Faire%20Mode%20schne%20.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.saubere-kleidung.de\/images\/05_pdf\/2017\/2017-09-28%20Faire%20Mode%20schne%20.pdf<\/a> und die Internetplattform<br \/>Utopia &#8211; Die besten Modelabels f&uuml;r faire Mode, <a href=\"https:\/\/utopia.de\/bestenlisten\/modelabels-fairemode\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/utopia.de\/bestenlisten\/modelabels-fairemode\/<\/a>.<\/p>\n<p>4 S. <a href=\"https:\/\/www.nager-it.de\/static\/pdf\/lieferkette.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nager-it.de\/static\/pdf\/lieferkette.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>5 S. Caspar Dohmen, Otto Moral Verbraucher, 2014.<\/p>\n<p>6 S. Wiese, Unternehmen verletzen weltweit Menschenrechte &#8211; Vereinte Nationen, Europ&auml;ische Union und Deutschland tun noch nicht genug dagegen, in: M&uuml;ller-Heidelberg u.a. (Hrsg.), Grundrechte-Report, Frankfurt\/M. 2015, S. 98 ff.<\/p>\n<p>7 S. <a href=\"https:\/\/www.globalcompact.de\/wAssets\/docs\/Menschenrechte\/Publikationen\/leitprinzipien_fuer_wirtschaft_und_menschenrechte.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.globalcompact.de\/wAssets\/docs\/Menschenrechte\/Publikationen\/leitprinzipien_fuer_wirtschaft_und_menschenrechte.pdf<\/a>; Zu den UN-Leitprinzipien f&uuml;r Wirtschaft und Menschenrechte s. den Beitrag von Sarah Lincoln in diesem Heft, S. 77ff.<\/p>\n<p>8 S. u.a. Klinger\/Krajewski\/Krebs\/Hartmann: Verankerung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten von Unternehmen im deutschen Recht &#8211; Gutachten im Auftrag von amnesty international und anderen<br \/>Nichtregierungsorganisationen, M&auml;rz 2016, <a href=\"https:\/\/germanwatch.org\/de\/download\/14745.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/germanwatch.org\/de\/download\/14745.pdf<\/a>; FIAN, For Human Rights beyond borders, <a href=\"https:\/\/fian.at\/media\/filer_public\/52\/c6\/52c6319fedd8-4d9a-92d4-648712392d6e\/eto-handbook_en-web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/fian.at\/media\/filer_public\/52\/c6\/52c6319fedd8-4d9a-92d4-648712392d6e\/eto-handbook_en-web.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>9 So verpflichtet sich nach Art. 2 Internationaler Pakt &uuml;ber wirtschaftliche soziale und kulturelle Rechte jeder Vertragsstaat dazu &#8222;[&#8230;] einzeln und durch internationale Hilfe und Zusammenarbeit, insbesondere wirtschaftlicher und technischer Art, unter Aussch&ouml;pfung aller seiner M&ouml;glichkeiten Ma&szlig;nahmen zu treffen, um [&#8230;] die volle Verwirklichung der in diesem Pakt anerkannten Rechte zu erreichen.&#8220;<\/p>\n<p>10 S. Klinger\/Krajewski\/Krebs\/Hartmann (Anm. 10), S. 18.<\/p>\n<p>11 S. Studie des Bundesverbandes Materialwirtschaft und des Forschungszentrums f&uuml;r Recht und Management der &ouml;ffentlichen Beschaffung an der der Universit&auml;t der Bundeswehr, Konzeption einer<br \/>&#8222;innovativen &ouml;ffentlichen Beschaffung&#8220; (I&Ouml;B), 2016, S. 28, <a href=\"http:\/\/de.koinno-bmwi.de\/system\/publications\/files\/000\/000\/350\/original\/Konzeption_I%C3%96B_13_01_2016_fertig.pdf?1453460681\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/de.koinno-bmwi.de\/system\/publications\/files\/000\/000\/350\/original\/Konzeption_I%C3%96B_13_01_2016_fertig.pdf?1453460681<\/a>. Die Zahlen &uuml;ber die &ouml;ffentlichen Beschaffungsvolumina sind aber schwer zu erfassen, da eingekaufte Dienstleistungen und Waren im Haushaltsplan nicht zusammengefasst aufgef&uuml;hrt werden.<\/p>\n<p>12 Verfassung der IAO von 1919 in der Fassung von 1955, <a href=\"http:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/---europe\/---ro-geneva\/---ilo-berlin\/documents\/genericdocument\/wcms_193725.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/&#8212;europe\/&#8212;ro-geneva\/&#8212;ilo-berlin\/documents\/genericdocument\/wcms_193725.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>13 &Uuml;bereinkommen 29: Beseitigung der Zwangs- oder Pflichtarbeit (1930); &Uuml;bereinkommen 87: Vereinigungsfreiheit und Schutz des Vereinigungsrechtes (1948); &Uuml;bereinkommen 98: Vereinigungsrecht<br \/>und Recht zu Kollektivverhandlungen (1949); &Uuml;bereinkommen 100: Gleichheit des Entgelts (1951); &Uuml;bereinkommen 105: Abschaffung der Zwangsarbeit (1957); &Uuml;bereinkommen 111: Beseitigung der Diskriminierung in Besch&auml;ftigung und Beruf (1958); &Uuml;bereinkommen 138: Mindestalter f&uuml;r die Zulassung zur Besch&auml;ftigung (1973); &Uuml;bereinkommen 182: Verbot und unverz&uuml;gliche Ma&szlig;nahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit (1999).<\/p>\n<p>14 S. die &#8222;Erkl&auml;rung &uuml;ber die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit&#8220;, angenommen auf der 86. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz.<\/p>\n<p>15 S. Ziekow, Rechtswissenschaftliches Gutachten zur rechtlichen Bewertung von IAO-Kernarbeitsnormen in das Vergabeverfahren, 5. Aufl., 2016, <a href=\"https:\/\/skew.engagement-global.de\/zehntes-netzwerktreffen-2016.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/skew.engagement-global.de\/zehntes-netzwerktreffen-2016.html<\/a>, zur Darstellung der landesrechtlichen Regelungen im Einzelnen.<\/p>\n<p>16 Delegierte Verordnung (EU) 2015\/2170 der Kommission vom 24. November 2015 zur &Auml;nderung der Richtlinie 2014\/24\/EU des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf die Schwellenwerte f&uuml;r Auftragsvergabeverfahren.<\/p>\n<p>17 EuGH 20.9.1988, Slg. 1988, 4635 &#8211; Beentje.<\/p>\n<p>18 Umzusetzen waren die RL 2014\/24\/EU &uuml;ber die &ouml;ffentliche Auftragsvergabe, RL 2014\/25\/EU &uuml;ber die Vergabe von Auftr&auml;gen in den &#8222;Sektoren&#8220; sowie RL 2014\/23\/EU &uuml;ber die Konzessionenvergabe.<\/p>\n<p>19 Zu den rechtlichen M&ouml;glichkeiten im Einzelnen s. Kr&ouml;nke, Sozial verantwortliche Beschaffung nach dem neuen Vergaberecht 2016, Rechtsgutachterliche Stellungnahme im Auftrag der Christlichen<br \/>Initiative Romero, 2016.<\/p>\n<p>20 S. u.a. Wiese, Sch&uuml;rzen, Blumen, Hardware. Recht und Praxis sozial-verantwortlicher Beschaffung in Bremen in: B&uuml;ndnis Eine Welt (Hrsg.): Sozial-nachhaltige Beschaffung in Schleswig-Holstein; Evermann, RHEINLAND-PFALZ, SAARLAND UND HESSEN: POTENTIALE DER &Ouml;FFENTLICHEN ITBESCHAFFUNG F&Uuml;R SOZIALE NACHHALTIGKEIT, 2017 und Christliche Initiative Romero und Stadt Romero: Sozial gerechter Einkauf &#8211; jetzt, 2016.<\/p>\n<p>21 Verordnung (EU) 2017\/821 zur Festlegung von Pflichten zur Erf&uuml;llung der Sorgfaltspflichten in der Lieferkette f&uuml;r Unionseinf&uuml;hrer von Zinn, Tantal, Wolfram, deren Erzen und Gold aus Konfliktund<br \/>Hochrisikogebieten.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[168],"publikationen":[1205],"class_list":["post-10854","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-kirsten-wiese","publikationen-1205"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Menschenrechtskompatibler Einkauf - \u00d6ffentliche Beschaffung als Mittel zur Durchsetzung von Menschenrechten - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/219\/publikation\/menschenrechtskompatibler-einkauf-oeffentliche-beschaffung-als-mittel-zur-durchsetzung-von-menschen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Menschenrechtskompatibler Einkauf - \u00d6ffentliche Beschaffung als Mittel zur Durchsetzung von Menschenrechten - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"in: vorg&auml;nge Nr. 219 (3\/2017), S. 85-90 Global agierende Firmen auf die Einhaltung menschenrechtlicher Mindeststandards bei ihren Produktions- und Arbeitsbedingungen zu verpflichten, erscheint heute (noch) sehr schwierig durchsetzbar. 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