{"id":10855,"date":"2017-11-10T10:29:00","date_gmt":"2017-11-10T09:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/gewalt-als-attraktive-lebensform\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:34","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:34","slug":"gewalt-als-attraktive-lebensform","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/219\/publikation\/gewalt-als-attraktive-lebensform\/","title":{"rendered":"Gewalt als attraktive Lebensform"},"content":{"rendered":"<p>in: vorg&auml;nge Nr. 219 (3\/2017), S. 91<\/p>\n<p>Die gewaltsamen Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel w&auml;hrend des G20-Gipfeltreffens sind derzeit noch Gegenstand juristischer wie politischer Aufarbeitungsversuche. Diese Ausschreitungen haben den Streit um den Sinn linken Protests gegen die G20-Treffen und deren politische Entscheidungen weiter vertieft. Monika Frommel beschreibt in ihrem Essay den Zusammenhang zwischen heutiger &#8222;linker Politik&#8220;, die sie in einer Sympathie-Falle sieht, und sinnlosen Gewaltexzessen.<\/p>\n<p>1. Einleitung<\/p>\n<p>Die Krawalle in Hamburg anl&auml;sslich der Blockade des G20-Gipfels haben &#8211; wie zu erwarten war &#8211; kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Im Folgenden soll davon eine ausgew&auml;hlt werden: die Neigung von Liberalen, &#8222;linke&#8220; und &#8222;rechte&#8220; Gewalt gleichzusetzen. Zwar liegt es aus der Perspektive einer politischen &#8222;Mitte&#8220; nahe, die gesellschaftlichen und politischen R&auml;nder als &#8222;gleich weit&#8220; weg vom eigenen Milieu und der eigenen &Uuml;berzeugung zu konstruieren. Ein Unterschied f&auml;llt aber sofort auf: &#8222;extreme Rechte wollen Fl&uuml;chtlinge vertreiben und Migranten das Leben schwer machen&#8220;. Die &#8222;interventionistische Linke&#8220; hingegen pflegt einen leeren Antikapitalismus. Gegen strukturelle Gewalt m&uuml;sse man &#8222;k&auml;mpfen&#8220;, und zwar mit &#8222;Gewalt gegen Sachen&#8220; (1). Da ist sie: die uns&auml;gliche und seit 50 Jahren rituell beschworene Unterscheidung zwischen der &#8222;Gewalt gegen Sachen&#8220; und der &#8222;Gewalt gegen Personen&#8220;, wobei Polizisten bemerkenswerter Weise nicht als Personen, sondern als Repr&auml;sentanten der Staatsgewalt umdefiniert werden. Kriminologen nennen das eine Neutralisierungstechnik, welche alles M&ouml;gliche &#8222;rechtfertigt&#8220;. Diese Strategie ist ziemlich alt. Schon 1967 legitimierten Gudrun Ensslin, Andreas Baader und zwei weitere Mitt&auml;ter im sog. Frankfurter Kaufhausbrand ihr Tun damit, dass die angez&uuml;ndete Matratze nur eine Sache und die Gefahr eines Brandes zu vernachl&auml;ssigen gewesen w&auml;re. Dennoch war diese Sache f&uuml;r die Brandstifter folgenreich; denn der Prozess brachte ihnen drei Jahre Gef&auml;ngnis ein und war wohl der Anfang vom Ende. 50 Jahre nach den Anf&auml;ngen der RAF fragt Wolfgang Kubicki, wie es w&auml;re, wenn es eine &#8222;Braune Flora&#8220; g&auml;be und fordert das Ende aller &#8222;rechtsfreien R&auml;ume&#8220; (2). Nun gibt es jede Menge &#8222;rechtslastiger&#8220; Einrichtungen, gesponsert mit viel Geld, etwa das Kolleg Weikersheim (3).<br \/>Die Geschichte der letzten Jahrhunderte ist voll von &#8222;rechtsfreien, braunen R&auml;umen&#8220;. Dennoch macht es keinen Sinn, inhaltlich Verschiedenes gleich zu setzen. Aber nicht minder ideologisch ist es, strukturelle &Auml;hnlichkeiten zu leugnen. Sie sollen im Folgenden Thema sein. Wenn also aus der Roten Flora nach diesem Debakel zu h&ouml;ren ist: &#8222;wir sind zwar radikal, aber nicht doof&#8220;, so muss dem widersprochen werden. Sie sind nicht &#8222;radikal&#8220;, sondern inhaltsleer, und &#8222;nicht doof&#8220; ist auch &uuml;bertrieben; denn dann h&auml;tten sie mehr Weitsicht gezeigt. Im Folgenden soll daher die Attraktivit&auml;t sinnloser Gewalt n&auml;her betrachtet werden. Was hat sich in den letzten 50 Jahren ge&auml;ndert, was ist vergleichbar geblieben?<\/p>\n<p>2. Attraktivit&auml;t von Gewalt als Lebensform<\/p>\n<p>Jan Philipp Reemtsma (4) untersucht die Attraktivit&auml;t von Gewalt als Lebensform oder &#8211; wenn sie episodisch auftritt &#8211; als &#8222;Gruppenerlebnis&#8220;. Er unterscheidet die uns besonders r&auml;tselhaft und sinnlos erscheinende ziellose Aggressivit&auml;t von dem meist zielgerichteten, kriminellen Verhalten eines R&auml;ubers oder Vergewaltigers. Die vordergr&uuml;ndig unverst&auml;ndliche Aggressivit&auml;t nennt er &#8222;autotelische Gewalt&#8220; (116). Sie folgt keiner instrumentellen Logik, wird also nicht zur Erreichung eines Ziels eingesetzt, kann ma&szlig;lose Machtdemonstration sein oder die Aktion eines meist jungen Mannes, der in der Hierarchie einer Gruppe eine attraktive Position erreichen oder sie zumindest halten will. An besonders eindrucksvollen Beispielen wie extremer Brutalit&auml;t in Kriegen und\/oder Terror zeigt Reemtsma, dass diese Ziellosigkeit ein wesentliches Ph&auml;nomen ist, das es zu erkl&auml;ren gilt. Dabei scheitern jedoch &#8222;Versuche, Terror nach Ma&szlig;gaben instrumenteller Logik zu verstehen&#8220; (411) schon daran, dass &#8222;die aktive Teilnahme an einem Terrorsystem so viel an psychischer Gratifikation mit sich bringt, dass das Risiko zu einem Opfer zu werden, wesentlich geringer wiegt&#8220; (413). Der Vorteil von Reemtsmas Perspektive ist, dass er nicht versuchen muss nach Inhalten zu unterscheiden, etwa zwischen &#8222;linkem&#8220; Protest, &#8222;islamistischer&#8220; (Verbreitung von Furcht und Schrecken) oder &#8222;rechter&#8220; Gewalt (wahllose Unterdr&uuml;ckung oder Zerst&ouml;rung von Menschen, die zu einer ideologisch als &#8222;minderwertig&#8220; abgewerteten Gruppe geh&ouml;ren). Auch bedarf es keiner &#8222;Gender&#8220;-Perspektive, um zu erkl&auml;ren, wieso zu allen Zeiten und in allen Kulturen junge M&auml;nner &uuml;berrepr&auml;sentiert sind. Derartige Hierarchien sind Relikte aus &#8222;kriegerischen Zeiten&#8220; und schon von daher nur f&uuml;r einen spezifischen Typus von &#8222;angestrebter M&auml;nnlichkeit&#8220; attraktiv. Reemtsma w&auml;hlt starke historische Beispiele, etwa den Terror der Bolschewiken, der Stalinisten oder der SA (Stichwort: Entmodernisierung durch Bandenbildung, 386 ff): &#8222;Ist das Klima revolution&auml;ren Terrors einmal etabliert, verliert Gewalt jegliche instrumentelle Logik&#8220; (311).<\/p>\n<p>3. Die Randale im Schanzenviertel in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 2017<\/p>\n<p>&Uuml;bertragen wir die Einsichten von Reemtsma &uuml;ber autotelische Gewalt auf dieses verst&ouml;rende Geschehen. (5) Zweifellos war es ein gewaltiges &#8222;Gruppenerlebnis&#8220;. Aber fragt man nach dem &#8222;Gewinn&#8220; f&uuml;r die als Blockierer angereisten Protest-Touristen und den Zielen der um die Rote Flora herum sozialisierten &#8222;interventionistischen Linken&#8220;, kann man allenfalls sagen, dass sie offenbar eine politische Machtfrage beantworten wollten: Kann ein Gipfel in einer Gro&szlig;stadt wie Hamburg abgehalten werden? Sollte das ihr Ziel gewesen sein, dann haben sie verloren. Verloren haben sie aber auch, wenn man &uuml;bergreifend fragt, was 50 Jahre nach 1968 die Zuschreibung &#8222;links&#8220; bedeuten kann. <br \/>Im Folgenden wird die These aufgestellt, dass sich das Streben nach mehr Demokratie, die Garantie von Grundrechten und die Verbesserung von Chancengleichheit nicht mehr als &#8222;linke&#8220; Ziele verstehen, sondern mehrheitsf&auml;hig geworden sind. Wer dagegen ist, gilt als &#8222;rechts&#8220;. Wer mit &#8222;links&#8220; eine fundamentale Kapitalismus-Kritik meint, muss zeigen, wie dieses Ziel umgesetzt werden soll. Wer meint, radikal sein zu m&uuml;ssen, geht in die Falle, die sinnlose Gewalt nun einmal darstellt. &Uuml;bertragen auf die Hamburger Krawalle passt zu Reemtsmas Diagnose, dass es ganz &#8222;normale&#8220; Partyg&auml;nger (Riot-Kids) waren, die in einer aufgeheizten und gewaltschwangeren Atmosph&auml;re jeden Hauch von Zivilit&auml;t verloren und ein sog. &#8222;linkes Viertel&#8220; demoliert haben, in dem Demonstranten Schlafpl&auml;tze bekommen hatten. Aber auch die martialische Aufmachung des Schwarzen Blocks und der Name seiner Demonstration (&#8222;welcome2hell&#8220;) zeigten schon, was zu erwarten war. Ein zielgerichtetes Verhalten kann bei keiner der beiden &#8211; in sich durchaus heterogenen Gruppen &#8211; erkannt werden. (6) Zwar behauptet die Organisatorin der &#8222;interventionistischen Linken&#8220; in Hamburg (7), die Politik-Studentin Emily Laquer (TAZ vom 13.7.2017), die &#8222;Linken&#8220; h&auml;tten den G20-Gipfel &#8222;behindern&#8220; wollen. Aber was ist das f&uuml;r ein Ziel, inhaltliche Kritik durch reine Blockade und Randale zu verdr&auml;ngen? <br \/>Es hat etwas von Tragik, dass au&szlig;erparlamentarische Aktivit&auml;ten in den letzten 50 Jahren meist nur der Verhinderung dienten. Selbst beim Protest gegen das Bahnhofsprojekt &#8222;Stuttgart 21&#8220; entstand kein ernsthaft arbeitender Runder Tisch. In mehreren St&auml;dten entstanden zwar kleine Parallelgesellschaften, wie in Hamburg die Rote Flora; aber konstruktive Gestaltung verlangt mehr. Eine derart vage Kritik an der Globalisierung verdeckt mehr, als sie erkl&auml;rt. Sie ist au&szlig;erdem v&ouml;llig voluntaristisch, denn sie folgt einer Ideologie der beliebigen Ver&auml;nderbarkeit und weitgehenden politischen Machbarkeit &#8211; alles sei m&ouml;glich, wenn man nur wolle. Das ist bei einem weltweit stattfindenden &ouml;konomischen Prozess geradezu absurd. Was wir in der Welt beobachten, verlangt eher nach einem Gipfel, auch und gerade in einer Weltstadt wie Hamburg. Globalisierung findet nun einmal statt, unabh&auml;ngig davon, ob das angeblich &#8222;links&#8220; Denkende wollen oder nicht. Die riesigen Nachteile, die dieser Prozess f&uuml;r ganze Regionen und auch in reichen L&auml;ndern f&uuml;r sog. Globalisierungsverlierer mit sich bringt, m&uuml;ssen diskutiert und nach M&ouml;glichkeit minimiert werden. Dass dies in manchen politischen Systemen &uuml;berhaupt nicht und insgesamt gesehen nicht angemessen geschieht, ist unbestreitbar. Aber h&auml;tte eine erfolgreiche Blockade des Gipfels irgendeinen Nutzen gehabt? Sicher nein &#8211; was zeigt, dass es um etwas anderes geht. <br \/>W&auml;re von den Demonstranten eine gehaltvolle internationale Gegen-Demonstration gewollt worden, dann h&auml;tte diese in der Roten Flora stattfinden und mit bunten Veranstaltungen und breiten Debatten internationale Aufmerksamkeit erregen k&ouml;nnen. Stattdessen wollte man sich offenbar nur mit Polizisten rangeln, also ausgerechnet den schlecht bezahlten Ordnungskr&auml;ften. Dass diese am Ende v&ouml;llig ersch&ouml;pft waren und das Schanzenviertel &#8222;opferten&#8220;, es aus ihrer Sicht opfern mussten, (8) kann man unterschiedlich deuten. Geplant war das sicher nicht, aber in Kauf genommen. Nicht nur fehlende Weitsicht, welches Ma&szlig; an Destruktivit&auml;t die &#8222;interventionistische Linke&#8220; einkalkuliert hat, sondern bereits die Priorit&auml;ten der Sicherheitspolitik (Teilnehmer des Gipfels sind zu sch&uuml;tzen) erkl&auml;ren, dass die Lage relativ fr&uuml;h nicht mehr beherrschbar war. <br \/>Der R&uuml;ckzug der Polizei &ouml;ffnete im Ergebnis f&uuml;r einige Stunden einen staatsfreien Raum und zeigte die ganze Paradoxie der Gipfel-Gegner. Eigentlich m&uuml;sste das Fehlen staatlicher &#8222;Willk&uuml;r&#8220; einer &#8222;Linken&#8220;, die f&uuml;r die Freiheit zu k&auml;mpfen vorgibt, freudiger Anlass zu konstruktiven Aktivit&auml;ten sein. (9) Stattdessen wurde der R&uuml;ckzug nur f&uuml;r Blockaden und Krawalle, f&uuml;r gegen die Bewohner gerichtete Aggressionen (Sachbesch&auml;digung, Raub, Brandstiftung) genutzt. Es ist dies eine &#8211; f&uuml;r Kriminologen erwartungsgem&auml;&szlig;e &#8211; Folge und zeigt die Leere des sich &#8222;links&#8220; nennenden Protests. Sobald sich wieder Polizisten sehen lie&szlig;en, ging es weiter mit der Gewalt gegen diese. Kein gutes Zeichen f&uuml;r eine Subkultur, die eigentlich dem freien Spiel der Kr&auml;fte Raum lassen will. <br \/>Um was also ging es den Organisatoren der Blockade eigentlich? Was hat eine sich &#8222;links&#8220; nennende Gruppe davon, die Kosten f&uuml;r einen Gipfel so hoch zu schrauben, dass er nur noch auf Orten wie Helgoland oder einer unzug&auml;nglichen Insel stattfinden kann? Abgesehen vom kurzfristigen Medienecho macht das keinen Sinn, da ohne die Anwesenheit der Welt-Presse auch der Protest weitgehend wirkungslos wird. Es ist also neben einer die unmittelbaren Realit&auml;ten verdr&auml;ngenden Gruppendynamik (10) noch ein weiterer Faktor zu bedenken: der in diesen Subkulturen &uuml;bliche &Uuml;berbietungswettbewerb innerhalb der Protest-Szenen (&#8222;links&#8220;, &#8222;linker&#8220;, am &#8222;linkesten&#8220; &#8211; wobei der Doppelsinn hier stehen bleiben kann).<\/p>\n<p>4. Historische Vorbilder<\/p>\n<p>War die RAF Teil einer &#8222;linken Protestkultur&#8220;?<\/p>\n<p>Wer sich &uuml;ber linke Protestkultur zu Zeiten der RAF informieren m&ouml;chte, der lese die im Auftrag der Bundesinnenminister gefertigten Arbeiten zu &#8222;Protest und Reaktion&#8220; (11). Es ist eine sorgf&auml;ltige Analyse aus dem Jahr 1984, deren &#8222;eigentliches&#8220; Ziel (im Sinne der Auftraggeber) darin bestand, &#8222;Analysen zum Terrorismus&#8220; zu gewinnen, um k&uuml;nftig besser pr&auml;ventiv und repressiv reagieren zu k&ouml;nnen. Die Studie bietet aber weit mehr als Politikberatung &uuml;blicherweise leistet. Allerdings sind auch deren Autoren Kinder ihrer Zeit. F&uuml;r sie ist die RAF Teil einer &#8222;linken Protestkultur&#8220;&#8211; eine Annahme, die uns heute eher fragw&uuml;rdig erscheint. Instinktiv hatten die Autoren das Gef&uuml;hl, dass sie sich auf einem unsicheren Terrain bewegen. Heinz Steinert u.a. beginnen ihre Studie mit einem &#8222;H&ouml;flichen Ersuchen, diese Arbeit nach M&ouml;glichkeit so zu lesen, wie sie gemeint ist&#8220;. Sie wollten aus einer Beobachter-Perspektive auf den Staat und seine Geschicke blicken. Sie meinen, der Terrorismus der RAF sei nicht &#8222;aus der Art der Taten zu erkl&auml;ren&#8220; (S. 394), sondern sei nur eine Reaktion. Es ist dies das Motiv vieler sich selbst als &#8222;links&#8220; verstehenden Kommentatoren, und zwar bis heute. Die Autoren fahren fort: &#8222;Der Charakter der terroristischen Bedrohung&#8220; liege im Auge des Betrachters (12), was im konkreten Fall bedeutet: in &#8222;der Herausforderung durch den Staat&#8220; (S.&nbsp;395). Die als Beobachtung etikettierte Bewertung wird sogar noch zugespitzt zu der These, dass &#8222;eine Erkl&auml;rung des &#8222;linken&#8220; Terrorismus mit einer Erkl&auml;rung der Jugend- und Studentenbewegung zusammengehen mu&szlig;&#8220; (S.&nbsp;409). <br \/>Schon damals bezweifelten andere, sich eher als &#8222;liberal&#8220; etikettierende Beobachter der RAF, wie etwa Heribert M&uuml;nkler, diesen Zusammenhang. Sie wiesen darauf hin, dass alle Akteure im Umfeld der RAF lediglich &#8222;Versatzst&uuml;cke marxistischer Theorie vergleichsweise willk&uuml;rlich zusammenklitterten&#8220;. Heinz Steinert widerspricht dem, kann aber das Gegenteil nicht belegen. Daher h&auml;lt er den theoretischen Hintergrund f&uuml;r irrelevant. &#8222;Theorie&#8220; und zweckrationale politische Konzepte zu verlangen, sei eine &#8222;Entpolitisierung&#8220; der RAF (407&nbsp;f.). Man messe sie am Politikverst&auml;ndnis von Berufspolitikern. Es sei ihnen und ihrem Umfeld um eine expressive Form des Protestes gegangen. Die Radikalisierung der RAF sei nur verst&auml;ndlich, wenn man den repressiven Charakter der staatlichen (und gesellschaftlichen) Rahmenbedingungen und Reaktionen bedenke. Die RAF h&auml;tte zur Entstehung zahlreicher Formen linken Protestes gef&uuml;hrt, der von den Autoren n&auml;her betrachtet wird. <br \/>Die These vom engen Zusammenhang zwischen RAF und Jugendbewegung ist denn auch das zentrale Thema der Studie. Heinz Steinert u.a. untersuchen nicht die Dynamik zwischen den Mitgliedern dieser Gruppen. Sie bestehen darauf, dass sie lediglich aufeinander reagieren, wie auch die sie umgebenden &#8222;Linken&#8220;. Zwar kann man aus heutiger Sicht zeigen, dass die 1. Generation der RAF noch vergleichsweise nachvollziehbar handelte, bei den Nachfolgern war das Morden noch sinnloser. Die erste Generation ging &#8211; von Horst Mahler abgesehen &#8211; nicht freiwillig in den Untergrund, sie waren nach verweigertem Haftantritt anl&auml;sslich der Verurteilung (1968) wegen der Frankfurter Kaufhaus-Brandstiftung zur Fahndung ausgeschrieben. Erst die n&auml;chsten Generationen waren reine &Uuml;berzeugungst&auml;ter. Die Auswahl der Mordopfer beschr&auml;nkte sich &#8211; im Gegensatz zu heutigen Islamisten &#8211; auf wichtige Repr&auml;sentanten der wirtschaftlichen Elite. Bedroht waren ferner alle hochrangigen Politiker, die aus Angst vor Attentaten nur noch mit einem engmaschigen Polizeischutz leben konnten.<br \/>Vergleicht man die einsch&uuml;chternden Effekte der RAF mit den heutigen, v&ouml;llig unvorhersehbaren Bedrohungen durch den Terror von Islamisten, f&auml;llt auf, dass mittlerweile nicht mehr &#8211; wie zu Zeiten der RAF &#8211; die Elite, sondern jedermann Opfer werden kann. Bezweckt wird von Islamisten eine diffuse Atmosph&auml;re von Furcht und Schrecken. Dennoch gleichen sich beide Formen des Terrorismus. Sie ersch&ouml;pfen sich in der Erzeugung von Furcht und zwingen zu einer Sicherheitspolitik, die ein freies und sorgloses Leben erstickt. Beide haben auch keine stringente Verbindung zu einem wie auch immer gearteten &#8222;bewaffneten Kampf gegen den Imperialismus&#8220; oder &#8222;Kampf gegen den Westen&#8220;. Das sind in beiden ideologischen Lagern nur noch leere Phrasen. Auch fehlt jede instrumentelle Logik. Erkl&auml;ren kann man dies mit Gruppenprozessen, die bei Mitgliedern und Sympathisanten eine eigene Realit&auml;t schaffen und die Wahrnehmung der Realit&auml;t v&ouml;llig vernebeln. Bei der RAF kam au&szlig;erdem noch ein &Uuml;berbietungswettbewerb innerhalb der damals entstehenden sog. &#8222;linken Bewegungen&#8220; hinzu. Heute erscheint uns das g&auml;nzlich irrational. <br \/>Was damals und heute &#8222;links&#8220; meinte oder zumindest meinen k&ouml;nnte, soll dennoch vorerst einmal dahin gestellt bleiben. Es scheint aber ein leerer Begriff zu sein. Leer sowohl f&uuml;r die &#8222;Linken&#8220; als auch f&uuml;r diejenigen, welche gegen &#8222;die Linken&#8220; polemisieren. Fragen wir also, was Menschen wie Gudrun Ensslin oder Ulrike Meinhof politisiert hat. Sie waren in ihrem Vorleben vor den ersten kriminellen Aktionen ernsthaft an einer Analyse interessiert. (13) Auch Horst Mahler war 1967 noch der prominenteste Anwalt der &#8222;linken&#8220; Szene und ging erst 1969 in den Untergrund. Anlass war der absurdeste aller Zivilprozesse: die Schadensersatzklage &#8222;Springer gegen Mahler&#8220; von 1968 (in gigantischer H&ouml;he von 506.996,71 DM). Mahler wurde von Josef Augstein und Otto Schily anwaltlich vertreten. (14) Springer &#8211; als Zeuge eindringlich befragt &#8211; litt unter der von ihm selbst provozierten Situation, zollte aber sp&auml;ter dem intensiv und zugleich fein nachfragenden Anwalt Schily h&ouml;chsten Respekt. (15)<\/p>\n<p>Attraktivit&auml;t und Elend der RAF-Mitglieder der ersten Generation<\/p>\n<p>a) Ausgew&auml;hlt wird im Folgenden Gudrun Ensslin. Sie war in den Augen ihres Anwalts Schily ernsthaft in der Lage, ihr politisches Ziel zu formulieren, so dass es sich f&uuml;r ihn lohnte, eine musterg&uuml;ltige Form der politischen Verteidigung zu erproben. Schily war 1968 ein noch unbekannter Strafverteidiger. Der Star der sog. linken Anw&auml;lte war damals Horst Mahler. Gudrun Ensslin musste sich am 14.10.1968 vor der vierten Strafkammer des Frankfurter Landgerichts wegen des 1967 zusammen mit Baader, Proll und S&ouml;hnlein ver&uuml;bten Kaufhaus-Brandes verantworten. Gebrannt hatte eine Matratze, angekohlt war ein Wandschrank. Es kam niemand zu Schaden, aber die Tathandlung war gef&auml;hrlich, da eine selbstgebastelte Bombe den Brand ausgel&ouml;st hatte. Protestiert werden sollte gegen &#8222;die Gleichg&uuml;ltigkeit&#8220; der Konsumgesellschaft und gegen den Vietnam-Krieg. Das Verhalten der Mitangeklagten im Prozess erinnerte an ein &#8222;agit-prop&#8220;&#8211;Theater. Das von Gudrun Ensslin gezeigte Verhalten war deutlich besser, aber dennoch sprunghaft und wenig &uuml;berlegt. Zun&auml;chst gestand sie, dann widerrief sie das Gest&auml;ndnis. Wie sollte Schily da plausibel verteidigen? Dennoch versuchte er sie als &Uuml;berzeugungst&auml;terin zu inszenieren, die aus Emp&ouml;rung &uuml;ber den Vietnamkrieg ein &#8222;Zeichen&#8220; setzen wollte. Er beantragte die Verlesung eines Textes von B. Russel. Doch der autorit&auml;re Richter (Gerhard Zoebe) erwies sich &#8211; dem damaligen Zeitgeist entsprechend &#8211; als &auml;u&szlig;erst begrenzt in seiner juristischen Denkweise. Er lie&szlig; die Verlesung des Russel-Textes nicht zu, interessierte sich nicht einmal im Ansatz f&uuml;r eine Kl&auml;rung der Schuld- und Strafzumessungsfrage. Schily versuchte dennoch in einem bemerkenswert emotionalen Schlusspl&auml;doyer den Vietnamkrieg als Schl&uuml;sselerlebnis seiner Mandantin darzustellen und sie als Gewissenst&auml;terin zu zeichnen. Das Urteil ging jedoch auf diese subjektive Seite der Tat mit keinem Wort ein und zielte auf Abschreckung: drei Jahre ohne Bew&auml;hrung. In der Revision kam Schily nicht weiter. Damit war &#8211; verk&uuml;rzt ausgedr&uuml;ckt &#8211; f&uuml;r die Verurteilten Baader und Ensslin der Weg in den Untergrund vorgezeichnet. <br \/>Aber welchen politischen Hintergrund hatte die Verurteilte damals? Im Unterschied zu Ulrike Meinhof war sie als Doktorandin der Germanistik eher literarisch gebildet. Wie Gerd Koenen (16) und die Biographin Ingeborg Gleichauf (17) zeigen, l&auml;sst sich Gudrun Ensslin weder als rigide noch als fundamentalistisch charakterisieren. Sie war offen f&uuml;r Neues. Allerdings ver&auml;nderte sich dies, was schon an ihrem Vokabular deutlich wird. Ihre Sprache verwahrloste. Die bis dahin komplex formulierende Frau begann mit der Beziehung zu Baader, nur noch im &#8222;Freund-Feind-Schema&#8220; zu reden und zu agieren. Sie begeisterte sich f&uuml;r Themen wie Kampf und Waffen, ihre Sprache verlor auch bei privaten Themen jede Empathie f&uuml;r andere (wie Briefe &uuml;ber die Beziehung zu den Eltern belegen). Ein politisches Konzept ist weder bei ihr noch bei Baader erkennbar &#8211; auch nicht in der R&uuml;ckschau. Vermutlich hatte ihr Anwalt Schily zum Zeitpunkt des Frankfurter Prozesses etwas in ihr gesehen, was sich zwar h&auml;tte entwickeln k&ouml;nnen, das aber v&ouml;llig &uuml;berlagert wurde. Seine Mandantin war zum einen eine literarisch gebildete, politisch interessierte junge Frau, zum anderen aber bereits v&ouml;llig von Baaders Brutalit&auml;t fasziniert. Schilys zeichnete das idealisierte Bild einer Gesinnungsethikerin, teilweise eine phantasierte Person. Ensslin h&auml;tte zwar &#8211; mit einem anderen Freund und unter anderen sozialen und politischen Gegebenheiten &#8211; so sein k&ouml;nnen, wie Schily sie gesehen hat; nicht aber in dem Milieu, das sie sich gew&auml;hlt hatte. Zweifellos ist ein wichtiger Faktor die &#8211; aus heutiger Sicht &#8211; bemerkenswerte Abh&auml;ngigkeit von Baader. Eigentlich dominierten Mahler und Baader die RAF. <br \/>Bei den sp&auml;teren Generationen der RAF verselbst&auml;ndigten sich deren Vorgaben v&ouml;llig. Schilys heftige Abneigung gegen die M&ouml;rder der n&auml;chsten Generationen spricht B&auml;nde &#8211; sie wird schroff ge&auml;u&szlig;ert gegen&uuml;ber Antje Vollmer, die ein Jahrzehnt sp&auml;ter den Dialog mit den Inhaftierten suchte, um die aufgeheizte Atmosph&auml;re zu entspannen; er zeigt dabei Zorn und eine wenig reflektierte, tief entt&auml;uschte Reaktion. Sein Biograf Reinecke deutet dies mit einer angeblichen Wandlung. Das erscheint fraglich. Schilys Motiv, rechtsstaatliche Strukturen zu verteidigen, ist glaubw&uuml;rdig durch sein ganzes Leben belegt. Er hatte offenbar gehofft, ein Kollege wie Mahler, den er ja als Verteidiger sehr gut kannte, und eine Gudrun Ensslin seien intellektuell in der Lage zu erkennen, dass selbst gutwillige Vertreter der Innenpolitik wie etwa der damalige Innenminister Baum und 20 Jahre sp&auml;ter auch Schily selbst nicht durch Morde und revolution&auml;re Spr&uuml;che beeindruckt werden k&ouml;nnen. (18) Gewalt verhindert nun einmal Kommunikation.<\/p>\n<p>b) Die RAF galt und gilt als die &#8222;Baader-Meinhof-Bande&#8220;. Dennoch soll hier nicht n&auml;her auf die einzige Person, die damals politisch ernst genommen wurde, eingegangen werden: die pointiert schreibende Journalistin Ulrike Meinhof. Der Grund ist einfach: wir wissen heute, dass ihre Kontakte zur Staatssicherheit der DDR sehr eng waren. Wie gro&szlig; der Einfluss der DDR auf Meinhof war, kann man ohne Kenntnis dieses Geheimdienstmaterials nicht plausibel einsch&auml;tzen. Dass diese Kontakte nicht ignoriert werden k&ouml;nnen, wird beispielsweise durch die Leichtigkeit best&auml;tigt, mit der Horst Mahler Waffen besorgen konnte. Diese Kontakte korrespondierten vermutlich mit dessen Bereitschaft zum Seitenwechsel. Wichtig war Mahler dabei nur, dass eine Position so &uuml;berzogen ist, dass sie seinem Drang nach Provokation entsprach. Ein Blick auf seine Bibliographie (19) zeigt die eigenartige Spreizung seiner Interessen. (20) Nach dem Zusammenbruch der sich sozialistisch nennenden Sowjetunion l&auml;sst er sich von Schily Hegels gesammelte Werke ins Gef&auml;ngnis bringen und sieht die deterministischen Kr&auml;fte der Geschichte pl&ouml;tzlich wieder bei der &#8222;Nation&#8220;. Dies erkl&auml;rt seine wachsende Neigung in Richtung NPD. Den Holocaust setzt er nun mit den bolschewistischen und stalinistischen Morden gleich, relativiert beides und &#8222;k&auml;mpft&#8220; gegen das Verbot der Leugnung des Holocausts, was ihm erneut Verurteilungen und schlie&szlig;lich auch eine Inhaftierung einbringt. <br \/>Die Leichtigkeit der Beschaffung von Waffen in seinem Leben als Terrorist erkl&auml;rt sich durch den engen Kontakt zum Berliner V-Mann Peter Urbach. Der war schon 1969 behilflich, in einer Zeit, in der Baader und Mahler in den Untergrund gingen und Schie&szlig;&uuml;bungen machten. R&uuml;ckblickend sind dies allerdings Gesichtspunkte, mit denen die Zeitgenossen der RAF in den 1970er Jahren noch nicht rechnen konnten. Heute wissen wir auch, dass der Berliner Polizist Kurras, der (nie bestrafte) M&ouml;rder von Benno Ohnesorg (1967), auch ein StaSi-Mann war. Welche Bedeutung derartige Kontakte hatten, wird vermutlich nie gekl&auml;rt werden. Aber eines ihrer Ziele ist nicht schwer zu erraten: die Destabilisierung der Bundesrepublik. Das war im Interesse der DDR, passte aber auch ins Weltbild westlicher Geheimdienstler sowie der RAF-Akteure und ihres Umfeldes. Sie alle erhofften sich von einer Destabilisierung der erstarrten und noch von Alt-Nazis gepr&auml;gten Verh&auml;ltnisse eine &#8222;Bewegung&#8220;. Es fragt sich nur, wohin? Aber so, wie die sich &#8222;radikal links&#8220; Nennenden es anstellten, verhinderten sie eher Reflexionen, als dass sie plausibel machten, dass man gegen &#8222;US-Imperialismus&#8220; k&auml;mpfen m&uuml;sse. Die Kampf-Parolen klangen zwar f&uuml;r M&ouml;chtegern-Linke besser als eine k&uuml;hle Politik der Destabilisierung der BRD, aber der Sache nach war es nichts anderes. Auch wenn derartiges im Interesse der DDR war &#8211; niemand wollte in Westdeutschland eine Planwirtschaft einf&uuml;hren oder h&auml;tte das als &#8222;Sozialismus&#8220; verkl&auml;rt. Schon damals l&auml;sst sich also die &#8222;frappierende Ziellosigkeit&#8220; feststellen, die Gerd Koenen heute bezogen auf die &#8222;interventionistische Linke&#8220; in Hamburg konstatiert.<\/p>\n<p>5. Was hei&szlig;t heute &#8222;links&#8220;?<\/p>\n<p>Armin Nassehi (s. Anm. 5) best&auml;tigt das, was hier eingangs unter Berufung auf Reemtsma dargelegt wurde: &#8222;Gewalt&#8220; ist attraktiv, aber mit einer instrumentellen Logik nicht zu verstehen. Er geht noch einen Schritt weiter und bezeichnet die heute g&auml;ngigen Ziele von Linken (im weiten Sinne) als Sympathie-Paradox: Es gibt nur noch wenige Menschen, die etwas gegen die Gleichberechtigung aller Menschen haben (notorisch Gleichheit genannt, was auf Ergebnisgleichheit hindeutet), niemand bef&uuml;rwortet die Kriege oder billigt die Armut in der Welt. Auch akzeptieren fast alle Beobachter der globalisierten Welt, dass die gegenw&auml;rtige Weltwirtschaft zwar Vorteile bringt, aber h&auml;ssliche Kehrseiten hat: Ausbeutung, versch&auml;rfte &ouml;konomische Ungleichheit und Naturzerst&ouml;rung. Da &#8222;links&#8220; nur beschrieben werden kann mit einem Blick auf &#8222;rechts&#8220;, analysiert Nassehi deren Dilemma. Verlautbarungen der extremen Rechten laufen auf eine &ouml;de Polemik gegen Europa, gegen Fremde, gegen eine offene Migrationspolitik hinaus, sie bejahen teilweise eine v&ouml;lkische Identit&auml;tspolitik und wehren sich gegen Vielfalt. Damit haben sie ein Antipathie-Paradox. Zwar k&ouml;nnen Realpolitiker die Probleme nicht l&ouml;sen, die von den extremen Rechten angeprangert werden; aber die Populisten k&ouml;nnen auch nicht sagen, wie denn illegale Migration einged&auml;mmt werden soll. Sie findet statt. Kluge Antworten sind schwierig. Was die &#8222;Linken&#8220; betrifft, so haben sich sp&auml;testens seit den 1980er Jahren (21) und dann ganz deutlich nach dem Ende des Kalten Krieges die Utopien ersch&ouml;pft (so Habermas 1985). Es geht nun darum, die komplexen Vor- und Nachteile konkreter politischer Schritte abzuw&auml;gen und offen zu sein f&uuml;r konstruktive Ideen und umfassende Dialoge. Marx ist als historischer Autor wieder interessant geworden, aber die politische Botschaft von Leninisten ist obsolet. Selbst die Kapitalismuskritik ist nur noch als Satire kommunizierbar: &#8222;Kein Kapitalismus ist auch keine L&ouml;sung&#8220; (so Ulrike Herrmann). <br \/>Was bedeutet es nun, wenn Aktivisten ank&uuml;ndigen, gewaltsam ein Gipfeltreffen zu blockieren? Dies ist ein &uuml;berholtes Ritual. Die Blockade soll Gruppenerlebnisse schaffen. Selbst wenn man das G20-Treffen als &#8222;politisches Theater&#8220; ablehnt, so gilt auch umgekehrt, dass eine Blockade v&ouml;llig sinnlos ist. Sie hat mit Demonstrationen wenig bis nichts zu tun. Kritik an den Folgen der Globalisierung ist wichtig; aber es ist unangemessenen, solche Gipfel verhindern oder erschweren zu wollen. In einer medial hochger&uuml;steten Welt ist auch &#8222;Theater&#8220; unvermeidbar. Die angek&uuml;ndigte Blockade war nicht mehr als ein Ritual. Dass es gewaltsam umgesetzt werden sollte, zeigt die Brisanz. Schon der Name der Demonstration &#8222;welcome2hell&#8220; zwang zu einem gro&szlig;en Polizeiaufgebot. Zu behaupten, die Gewalt sei &#8222;Gegengewalt&#8220; und der &#8222;Krawall&#8220; lediglich eine Folge von verfehlter Polizeitaktik, ist schief. Selbst wenn die Polizeistrategie verfehlt gewesen sein sollte, rechtfertigt das keine Nachsicht mit dem Ziel einer Blockade und der Taktik schwarzer Bl&ouml;cke.<br \/>6. Was war und ist so attraktiv an sinnentleerten Protesten?<br \/>Kommen wir zur Anfangsfrage zur&uuml;ck: Gibt es einen strukturellen Unterschied zwischen &#8222;rechtem&#8220; (PEGIDA) und &#8222;linkem&#8220; Protest? Offensichtlich sind nur die inhaltlichen Unterschiede. Aber kann man &#8211; jenseits der sympathischen oder unsympathischen Phrasen, also den grundlegend verschiedenen Inhalten, ferner den kulturell sehr verschiedenen Ritualisierungen und den inhaltlich &auml;u&szlig;erst gegens&auml;tzlichen &#8222;Systemkritiken&#8220; &#8211; Gemeinsamkeiten erkennen? Nach der bisher dargelegten Analyse sind es die fehlenden politischen Ziele und Konzepte. Wer sich in leerer Emp&ouml;rung ersch&ouml;pft, sollte seine Meinung zumindest friedlich &auml;u&szlig;ern. Aber was k&ouml;nnte durch leere Forderungen bezweckt werden? Wollen die Veranstalter von PEGIDA etwa der AfD zu hohen Stimmenanteilen verhelfen? Kurzfristig mag ein gewisses Medienecho dazu f&uuml;hren, aber dieser Effekt verpufft schnell. Letztlich gehen sie in die Antipathie-Falle. &Auml;hnlich sieht es bei der &#8222;interventionistischen Linken&#8220; aus. Ein Krawall wie in Hamburg (oder an anderen Orten) bringt f&uuml;r &#8222;Die Linke&#8220; sicher keine Stimmen. Ihre politischen Gegner &uuml;berschlagen sich nun mit reflexartig ge&auml;u&szlig;erten, aber letztlich ebenfalls ins Leere laufenden Gesetzesversch&auml;rfungen. Krawall und die anschlie&szlig;enden Debatten &uuml;bert&ouml;nen zun&auml;chst einmal jedes Argument. Blockade-Politik ist die mittlerweile v&ouml;llig veraltete Form einer &#8211; vor 50 Jahren gut nachvollziehbaren und tendenziell mehrheitsf&auml;higen &#8211; au&szlig;erparlamentarischen Opposition. Unter den Bedingungen einer moderaten institutionalisierten Politik, verfehlen solche Vereinfachungen die komplexen inhaltlichen Fragen, die sich in einer global vernetzten Welt stellen. <br \/>Was k&ouml;nnten die Lehren aus der Fehleinsch&auml;tzung der Hamburger Einsatzleitung sein? Mehr Repression ist sicher der falsche Weg, weil die einzelnen, eindeutig kriminell handelnden jungen M&auml;nner nicht diejenigen sind, die solche Szenarien zu verantworten haben. Es waren Akademiker und Veranstalter aus Hamburg, Anw&auml;lte wie die in Hamburg agierenden Andreas Blechschmidt (22) und Andreas Beuth, sowie die Organisatoren der Roten Flora. (23) Sie m&uuml;ssten eigentlich gesellschaftlich zur Rechenschaft gezogen werden. Es h&auml;ngt also davon ab, wie reflektiert die Hamburger B&uuml;rgerschaft k&uuml;nftig agiert. Mit Schuldzuweisungen kommt man jedenfalls nicht weiter, sondern nur mit einer klaren gesellschaftlichen &Auml;chtung von Phrasen wie &#8222;Kampf dem US-Imperialismus&#8220;. M&ouml;ge doch die Rote Flora in Kooperation mit Bildungseinrichtungen der Stadt Hamburg diese leere Formel f&uuml;llen. Gelingt ihr dies nicht, was fast zu vermuten ist, dann h&auml;tten alle Beteiligten gelernt, dass Politik mit widerspr&uuml;chlichen Wirkungen und paradoxen Effekten rechnen muss. <br \/>Eine internationale Datei derer, die auf Demonstrationen aufgefallen sind, scheint ebenfalls wenig geeignet, pr&auml;ventiv zu wirken. Noch weniger macht es Sinn, das Vermummungsverbot zu lockern. Jene, die friedlich demonstrieren wollen, m&uuml;ssen nach den Hamburger Ereignissen akzeptieren, dass die Organisationsform &#8222;Schwarzer Block&#8220; nicht toleriert werden kann. Aber auch diejenigen, welche eine &#8222;bunte Reaktion&#8220; suchen, k&ouml;nnten auf einem illusion&auml;ren Weg sein. Wenig Sinn macht &#8222;Rock gegen links&#8220;, wenn alle wissen, dass die linken Ziele ja eigentlich gut sind, aber &#8230; (24) Im Unterschied zur &#8222;extremen Rechten&#8220; befinden sich gem&auml;&szlig;igte &#8222;Linke&#8220; im Sympathie-Paradox. Man kann nicht &#8222;dagegen&#8220; sein, also auch nicht musikalisch gegen &#8222;Linke&#8220; ansingen. Alle, die an &ouml;ffentlichen Debatten teilnehmen, m&uuml;ssen sich also zwingen, etwas konkreter zu werden.<\/p>\n<p>PROF. DR. MONIKA FROMMEL&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1946, ist promovierte Rechtswissenschaftlerin und habilitierte 1986 mit einer Untersuchung &uuml;ber &#8222;Pr&auml;ventionsmodelle in der deutschen Strafzweck-Diskussion&#8220;. Nach einer Professur f&uuml;r Rechtsphilosophie und Strafrecht an der Universit&auml;t in Frankfurt am Main (1988 &#8211; 1992) erfolgte 1992 der Ruf an die Kieler Christian-Albrechts-Universit&auml;t, wo sie bis zu ihrer Emeritierung im September 2011 das Institut f&uuml;r Sanktionenrecht und Kriminologie leitete. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten geh&ouml;ren die Kriminologie aus feministischer Perspektive sowie das Sexualstrafrecht. Frommel ist Mitherausgeberin der Zeitschrift Neue Kriminalpolitik und Mitglied im Beirat der Zeitschrift Kritische Justiz sowie der Humanistischen Union.<\/p>\n<p>Anmerkungen:<\/p>\n<p>1 Die Bereitschaft dieser Gruppen zu massiver Gewalt ist der Hamburger Innenbeh&ouml;rde seit einigen<br \/>Jahren bekannt: <a href=\"http:\/\/www.hamburg.de\/innenbehoerde\/linksextremismus\/9100808\/autonomeszene\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.hamburg.de\/innenbehoerde\/linksextremismus\/9100808\/autonomeszene<\/a>&#8211;<br \/>organisatoren-welcome-to-hell\/.<\/p>\n<p>2 S. <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article166681695\/Hiesse-es-Braune-Flora-wuerdenalle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article166681695\/Hiesse-es-Braune-Flora-wuerdenalle<\/a>&#8211;<br \/>sagen-Schluss-damit.htm.<\/p>\n<p>3 S. <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20071219202123\/http%3A\/www.deutsches-kolleg.org\/hm\/forum\/re\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/web.archive.org\/web\/20071219202123\/http:\/\/www.deutsches-kolleg.org\/hm\/forum\/re<\/a><br \/>de3.html.<\/p>\n<p>4 Reemtsma, Vertrauen und Gewalt, 2009, S. 104-116.<\/p>\n<p>5 Vgl. hierzu Armin Nassehi, <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2017-07\/g20-linke-gewalt-kapitalismus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2017-07\/g20-linke-gewalt-kapitalismus<\/a><br \/>kritik-globalisierung-essay\/komplettansicht.<\/p>\n<p>6 Gerd Koenen, Frappierend ziellos, DIE ZEIT Nr. 29\/2017 vom 13.7.2017, S. 19.<\/p>\n<p>7 Derartige Gruppen gibt es in zahlreichen St&auml;dten, auch international vernetzt.<\/p>\n<p>8 <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article211218255\/G20-Gipfel-Alle-Gewalttaeter-vom-Dachschon\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article211218255\/G20-Gipfel-Alle-Gewalttaeter-vom-Dachschon<\/a>&#8211;<br \/>wieder-frei.html (download vom 13.07.2017). Nat&uuml;rlich hat die &Uuml;berforderung der vor Ort<br \/>t&auml;tigen Polizisten eine Vorgeschichte. Sie hatten langfristig den Schutz des Gipfels als Priorit&auml;t gesetzt<br \/>(s. <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/g-20-gipfel\/scholz-unter-druck-internes-polizeipapier-schutz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/g-20-gipfel\/scholz-unter-druck-internes-polizeipapier-schutz<\/a><br \/>-des-g-20-gipfels-hatte-vorrang-15106511.htm). Als dann die Frage nach der Priorit&auml;t akut wurde<br \/>und auch noch das Leben und die Gesundheit der Polizisten gef&auml;hrdet schien, entschieden die Einsatzleiter<br \/>zugunsten ihrer Leute. Aber dennoch hatte niemand mit einer derartig heftigen Blocka &#8211;<br \/>de gerechnet und solch tatkr&auml;ftiger Unterst&uuml;tzung durch eigentlich Nicht-Betroffene (etwa die<br \/>sog. Riot-Kids). Das kann man kritisieren, aber nicht in Form einer Schuld-Umkehr. Die T&auml;ter sind<br \/>klar. Die Kontrolle h&auml;tte allerdings &#8222;noch besser&#8220; sein k&ouml;nnen. Vgl. hierzu aus polizeitaktischer<br \/>Sicht Joachim Kersten: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/video\/g20-gipfel-in-hamburg-kriminologe-kritisiert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.spiegel.de\/video\/g20-gipfel-in-hamburg-kriminologe-kritisiert<\/a>&#8211;<br \/>polizeieinsatz-video-1781487.html (Abruf am 13.7.2017).<\/p>\n<p>9 Die Polizei erwartete Hausbesetzungen und hatte eine Vielzahl von Schl&uuml;sseln. Aber dass von den<br \/>D&auml;chern mit der Gefahr lebensgef&auml;hrdeter Verletzungen Geschosse auf Polizisten geworfen werden<br \/>k&ouml;nnte und bereits gehortet worden waren, mit so viel Zerst&ouml;rungswut rechnete sie nicht. Erst<br \/>ein paramilit&auml;risches SEK beendete diesen Irrsinn.<\/p>\n<p>10 Heinrich Popitz, Realit&auml;tsverlust in Gruppen, in: Pohlmann\/E&szlig;bach (Hrsg.), Soziale Normen,<br \/>Frankfurt\/M. 2006, S. 175 ff.<\/p>\n<p>11 Bundesminister des Innern (Hrsg.), &#8222;Analysen zum Terrorismus&#8220;, erschienen im Westdeutschen<br \/>Verlag, Opladen 1981-84. Zitiert wird hier aus Band 4\/2 (hrsg. v. Fritz Sack \/ Heinz Steinert, Protest<br \/>und Reaktion, Opladen1984), v.a. der Beitrag von Heinz Steinert u.a., Sozialstrukturelle Bedingungen<br \/>des &#8222;linken&#8220; Terrorismus der 70er Jahre (S. 388&#8211;601), der u.a. auch auf die Entstehung der<br \/>&#8222;Neuen Linken&#8220; eingeht (S. 512). Auftraggeber waren Werner Maihofer (Bundesinnenminister<br \/>1977) und sein sp&auml;terer Nachfolger Gerhard Baum. Beide wollten nicht nur eine polizeitaktische<br \/>Beratung, sondern auch verstehen, was die RAF so attraktiv machte f&uuml;r die Generation der sog.<br \/>Studentenbewegung 1968. R&uuml;ckblickend wundert sich Joachim Radkau (Geschichte der Zukunft,<br \/>2017, S. 321), wieso der Tod von Baader und anderen zu einem Ereignis wie den &#8222;Deutschen Her &#8211;<br \/>bst&#8220; 1977 stilisiert werden konnte. Viele der damaligen Linken empfanden dies als &#8222;tiefe Z&auml;sur&#8220;,<br \/>welche von &#8222;Nachgeborenen&#8220; nur schwer nachempfunden werden kann (etwa die B&uuml;rgerkriegs-<br \/>Stimmung und die Wut). Zweifellos entstand aber eine &#8222;Linke&#8220;, die auf &#8222;Authentizit&auml;t&#8220; Wert legte<br \/>und die Last der Theorien abstreifte.<\/p>\n<p>12 Henner Hess, Terrorismus: Quo vadis, in Kemmesies (Hg.) Terrorismus und Extremismus &#8211; der<br \/>Zukunft auf der Spur, BKA 2006, 105-150.<\/p>\n<p>13 Allerdings war Ulrike Meinhof auch eine Agentin der StaSi, die sich nicht zu schade war, Reich-<br \/>Ranicki auszuforschen, ob er im Warschauer Ghetto &#8222;kollaboriert&#8220; h&auml;tte, vgl. hierzu <a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/http%3A\/litera\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/litera<\/a> &#8211;<br \/>turkritik.de\/id\/7033.<\/p>\n<p>14 Vgl. den Bericht und das Foto der drei gepflegt auftretenden Herren bei Stefan Reinecke, Otto Schily,<br \/>2003, S. 106. Dieser Prozess d&uuml;rfte der Anfang vom absteigenden Zick-Zack-Weg des damals<br \/>noch angesehenen Anwalts Horst Mahler sein.<\/p>\n<p>15 Gerhard Mauz nannte das am 4.03.1970 &#8222;den Ritterschlag&#8220; f&uuml;r den Rechtsanwalt Otto Schily, vgl.<br \/>Reinecke (Anm. 14), S. 112.<\/p>\n<p>16 Gerd Koenen, Vesper, Ensslin, Baader, 2005.<\/p>\n<p>17 Ingeborg Gleichauf, Poesie und Gewalt. Das Leben der Gudrun Ensslin, 2017.<\/p>\n<p>18 Best&auml;tigt wird diese Einsch&auml;tzung, welche der Sicht von Reinecke widerspricht, durch die Debatte<br \/>zwischen Emily Laquer und Otto Schily nach der Hamburger Randale. Schily trennte immer sehr<br \/>genau zwischen politischer Kritik und der Wahl der Mittel. Au&szlig;erdem erkannte er, dass schon in<br \/>den 1970er Jahren nicht ein Systemwechsel (die ritualisierte Redeweise vom Sozialismus) das Thema<br \/>sein konnte, sondern konkrete Kritik an empirisch belegbaren Missst&auml;nden, s.<br \/><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article166301127\/Schily-laeuft-gegen-altkluge-Linksextremisti\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article166301127\/Schily-laeuft-gegen-altkluge-Linksextremisti<\/a><br \/>n-zur-Hoechstform-auf.html.<\/p>\n<p>19 Unter &#8222;G&uuml;nter Rohrmoser&#8220;, einem r&uuml;ckw&auml;rtsgewandten, sich als Hegelianer gebenden Philosophen<br \/>mit deutlich erkennbaren totalit&auml;ren Vorlieben (eher &#8222;rechts&#8220; als &#8222;links&#8220;), finden sich auf<br \/>Wikipedia die Schriften von Horst Mahler (abgerufen am 14.07.2017): <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/web.archive.org\/<\/a><br \/>web\/20071219202123\/<a href=\"http:\/\/www.deutsches-kolleg.org\/hm\/forum\/rede3.html\" rel=\"nofollow noopener\">http:\/\/www.deutsches-kolleg.org\/hm\/forum\/rede3.html<\/a><\/p>\n<p>20 Hier wurde nur die absurde Freundschaft zwischen Mahler und Rohrmoser ausgew&auml;hlt, um die<br \/>Neigung Mahlers zum Seitenwechsel zu belegen. Hinzugef&uuml;gt sei hier, dass in Weikersheim nun<br \/>viele Anh&auml;nger der AfD weilen. Rohrmoser war in diesem obskuren Umfeld bestens vernetzt:<br \/><a href=\"https:\/\/gaywest.wordpress.com\/2007\/04\/20\/weikersheim-rohrmoser-und-die-liberale-dekadenz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/gaywest.wordpress.com\/2007\/04\/20\/weikersheim-rohrmoser-und-die-liberale-dekadenz\/<\/a>.<\/p>\n<p>21 J&uuml;rgen Habermas, Die neue Un&uuml;bersichtlichkeit, 1985.<\/p>\n<p>22 S. <a href=\"http:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/innenpolitik\/id_81661532\/g20-gipfelanwalt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/innenpolitik\/id_81661532\/g20-gipfelanwalt<\/a>&#8211;<br \/>der-roten-flora-angezeigt.html<\/p>\n<p>23 Bezeichnend die uns&auml;gliche Stellungnahme am Ende der Krawalle von Emily Laquer: &#8222;Auch<br \/>Schwarz, also die Autonomen, ist ein Teil von Bunt.&#8220;<\/p>\n<p>24 S. <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/rechtsrock-event-eine-thueringische-kleinstadtschlaegt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/rechtsrock-event-eine-thueringische-kleinstadtschlaegt<\/a>&#8211;<br \/>alarm-15106844.html.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1575],"publikationen":[1205],"class_list":["post-10855","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-monika-frommel","publikationen-1205"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Gewalt als attraktive Lebensform - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/219\/publikation\/gewalt-als-attraktive-lebensform\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Gewalt als attraktive Lebensform - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"in: vorg&auml;nge Nr. 219 (3\/2017), S. 91 Die gewaltsamen Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel w&auml;hrend des G20-Gipfeltreffens sind derzeit noch Gegenstand juristischer wie politischer Aufarbeitungsversuche. 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