{"id":10869,"date":"2017-08-17T14:00:00","date_gmt":"2017-08-17T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/veteranen-nicht-mehr-lange-ein-deutscher-sonderweg-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:29","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:29","slug":"veteranen-nicht-mehr-lange-ein-deutscher-sonderweg-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/218\/publikation\/veteranen-nicht-mehr-lange-ein-deutscher-sonderweg-1\/","title":{"rendered":"Veteranen \u0096 nicht mehr lange ein deutscher Sonderweg?"},"content":{"rendered":"<p>in: vorg&auml;nge Nr. 218 (Heft 2\/2017), S. 65-78<\/p>\n<p><i>Mit der steigenden Zahl milit&auml;rischer Auslandseins&auml;tze stellt sich eine neue Herausforderung: Wie umgehen mit den Veteranen der Bundeswehr? Jenseits der (friedens)politischen Debatten um diese Eins&auml;tze verf&uuml;gen die ehemaligen Soldatinnen und Soldaten &uuml;ber eigene Erfahrungen und eigene Sichtweisen auf dieses Thema. Welchen Einfluss das auf die deutschen Sicherheitsdebatten haben kann, und was die Wissenschaft bisher &uuml;ber die Veteranen wei&szlig;, stellt Michael Daxner im folgenden Beitrag vor.<\/i><\/p>\n<h5><span id=\"1-praeludium\">1. Pr&auml;ludium<\/span><\/h5>\n<p>In Ang Lees &#8222;Die irre Heldentour des Billy Lynn&#8220; tourt ein Kriegsheld durch Texas von Massenfeier zu Massenfeier, um f&uuml;r die US Army zu werben. In seiner Filmbesprechung schreibt Philipp Stadelmeier:<\/p>\n<p>&#8222;<i>Am Ende wird Billy in den Katakomben des Stadions eine Begegnung mit einem Toten haben. Und dann ist da noch dieses Cheerleader-Girl, mit dem er flirtet: blond, zuckers&uuml;&szlig;, ein vulg&auml;rer amerikanischer Stereotyp gleichzeitig das einzige Versprechen wahrer Liebe. Als sei Billy im Irak gestorben, als sei die Heldentour eine Tour ins Paradies, als w&uuml;rde das Cheerleader-Girl in diesem Football-Tempel auf den gefallenen Krieger warten.<\/i>&#8220; (Philipp Stadelmeier: &#8222;Feuerwerk im Paradies&#8220;, SZ v. 3.2.2017: 11).<\/p>\n<p>In dieser Sequenz steckt viel Theorie und Problematik. In fr&uuml;heren Aufs&auml;tzen habe ich postuliert, der Veteran konkurriere mit dem toten Helden (Daxner2016a). George W. Bush, hauptverantwortlich f&uuml;r den Krieg der USA gegen den Irak, malt in seiner Altersfreizeit Gesichter von Veteranen, ein Akt der Anerkennung f&uuml;r ihre psychischen und physischen Leiden. Das ist die paradoxe Intervention eines Menschen, der sich dem Leiden anderer, das er selbst mitverursacht hat, annimmt, als Akt der Selbstreinigung.[1] Die Veteranenbilder wurden in allen Medien besprochen.<\/p>\n<p>Die nachgetragene Sympathie und Empathie f&uuml;r die &Uuml;berlebenden von Kriegshandlungen entlasten die T&auml;ter und anscheinend gleich auch die Opfer: wer sich so zu den Veteranen verh&auml;lt, wird nicht sagen &#8222;Selber schuld!&#8220;, wenn die Veteranen PTBS (Post-traumatische Belastungsst&ouml;rung, engl. PTSS) haben, invalide sind oder sonst wie unter den Folgen ihres Einsatzes leiden. Das &#8222;Selber schuld!&#8220; ist aber eine der h&auml;ufigen Reaktionen gegen&uuml;ber Veteranen von Seiten unkritischer Friedensbewegung und Kriegsgegner. Warum sich mit Einsatzr&uuml;ckkehrern und Veteranen befassen? Wissenschaftlich, weil es sich um eine f&uuml;r die deutsche Nachkriegsgesellschaft neue soziale Gruppe handelt; politisch weil sie ein ernstzunehmendes Problem f&uuml;r die Verteidigungspolitik und das institutionelle Gef&uuml;ge der Bundesrepublik sind; sozial, weil ihre steigende Zahl versicherungs- und besch&auml;ftigungstechnische Herausforderungen mit sich bringt. Das w&auml;ren schon Gr&uuml;nde genug. Hinzu kommt, dass die Veteranen zunehmend die Legitimations- und Wertediskurse der ganzen Gesellschaft in der &Ouml;ffentlichkeit (z.B. Bundestag, Bundeswehr) und im Privaten (z.B. Auswirkungen auf Familien und gesellschaftliches Umfeld) mit beeinflussen und einen Platz in der Deutung von Kriegen und Interventionen beanspruchen.<\/p>\n<p>Den einzelnen Begr&uuml;ndungen k&ouml;nnen gesellschaftliche Macht-Strukturen zugeordnet werden, die mit ihrer jeweiligen Definitionsmacht die Veteranen zu n&uuml;tzlichen oder gef&auml;hrlichen sozialen Elementen machen. F&uuml;r die Wissenschaft, die nicht von einer Interessengruppe beauftragt ist, sondern Grundlagen erforscht und &ouml;ffentlich macht, ist die Suche nach Bias und Subtexten wichtig.<\/p>\n<p>F&uuml;r mich ist der Gender-Aspekt besonders wichtig: die Zahl der weiblichen Veteranen steigt, aber sowohl pers&ouml;nlich als auch im Diskurs sind diese Frauen noch kaum sichtbar. Ich gehe davon aus, dass mit der steigenden Zahl weiblicher R&uuml;ckkehrer eine grundlegende Ver&auml;nderung der gesamten Gruppe eintreten wird.<\/p>\n<h5><span id=\"2-was-wir-schon-wissen\">2. Was wir schon wissen<\/span><\/h5>\n<p>Ich fasse die bisherigen Forschungsans&auml;tze und -ergebnisse kurz zusammen. Die folgende &Uuml;bersicht (Tabelle 1) soll helfen, sich in die Komplexit&auml;t des anscheinend einfachen Themas einzufinden. Was wir mittlerweile wissen:<\/p>\n<p>[Tabelle 1: Dimensionen der Veteranenforschung]<\/p>\n<ul>\n<li>Deutsche Veteranen sind eine neue soziale Gruppe ohne weitreichende Narrative in die Vergangenheit und nur mit geringen Schnittfl&auml;chen zu &auml;lteren Traditionen (Weber 2017); Philipp Schultheiss (Marburg) und Eva Baumg&auml;rtel (FU Berlin) bereiten zur Zeit Forschungsarbeiten mit weitr&auml;umigen Befragungen von Veteranen und Politikern vor. Mit Robert C. Mann habe ich eine erste Auswertung bisheriger Erkenntnisse 2016 vorgelegt (Daxner\/Mann 2016):&nbsp; Die Identit&auml;ten der Veteranen zeigen noch nicht eindeutig in eine festgelegte Richtung. <\/li>\n<li>Die Veteranen beanspruchen &uuml;ber ihre Interessenverb&auml;nde und ihre Diskursstrategien Anteile an der Deutungshoheit deutscher Beteiligung an milit&auml;rischen Interventionen (weil sie praktische Erfahrung haben &#8211; Kampfpraxis versus Entsendungspraxis &#8211; bestehen sie auf &#8222;besserem Wissen&#8220; gegen&uuml;ber den Schreibtischkommandeuren in der Heimat. Noch wird die Gruppe maskulin bestimmt, aber die Risse im Geschlechtergef&uuml;ge sind wahrnehmbar. <\/li>\n<li>Unter den Veteranen gibt es harte und weiche Abgrenzungslinien:<br \/>&#8211; Selbstdefinition &uuml;ber Kampfeinsatz (Combat) versus Einsatzerfahrung out of area (K&uuml;chenhilfe im Feldlager);<br \/>&#8211; Partei ergreifend f&uuml;r das Einsatzziel oder diesem kritisch gegen&uuml;ber stehend versus Erledigung einer professionellen Dienstpflicht;<br \/>&#8211; Hierarchisierung der Beziehungswerte: Familie versus Kameradschaft;<br \/>&#8211; Erwartung von Dank (des Vaterlandes) versus Anerkennung (professionell).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Br&uuml;che zeigen sich in den Veteranenverb&auml;nden und in den Diskursen der Bundeswehr, aber auch zunehmend im &ouml;ffentlichen Meinungsbild zu Veteranen.<\/p>\n<p>Die Remythisierung des Soldatenberufs kommt mit den Auslandseins&auml;tzen, weil es nur dort Feindber&uuml;hrung gibt (im Englischen treffend &#8222;contact&#8220; genannt). Allerdings trifft die Annahme, dass dort, wo gek&auml;mpft wird, ein Feind sein m&uuml;sse, nicht unbedingt zu: Sind die Taliban in Afghanistan etwa unsere Feinde (also die Deutschlands oder der Bundeswehr)? Feind ist, wer angreift oder gegen den man sich verteidigt. Das widerspricht aber teilweise den gerade beschriebenen Abgrenzungslinien der Veteranen, die ja aus der Erinnerung eine bestimmte Wertung vornehmen: Die Erinnerung produziert einen mit anderen teilbaren Text, der sich zu kollektiven Narrativen zusammenschlie&szlig;en l&auml;sst. Teilweise werden diese Erz&auml;hlungen gegen&uuml;ber Erfahrungs&#8222;fremden&#8220; sogar abgeschottet, wie das z.B. die Veteranengruppe der Recondos explizit macht.[2]<\/p>\n<h5><span id=\"3-was-veteranen-repraesentieren\">3. Was Veteranen repr&auml;&shy;sen&shy;tieren<\/span><\/h5>\n<p>Die Existenz aus der R&uuml;ckschau ist eindimensional: Soldat-Sein ist in der Regel eine Statuspassage, die bisweilen durch den Tod, meist durch Abr&uuml;stung beendet wird. Soldat-Sein im Einsatzfall ist ein Sonderfall dieser Passage. Veteran ist man danach und f&uuml;r immer. Veteranen unterscheiden sich ebenfalls von einfach abger&uuml;steten Soldaten, besonders sichtbar in den Einsatzfolgen (Invalidit&auml;t, Traum, PTBS, Habitusverschiebungen). Kein Mensch wird als Soldat geboren, daher auch niemand als Veteran.<\/p>\n<p>Eine interessante Variante bietet &Ouml;sterreich: ein neutrales Land ohne nennenswerte milit&auml;rische Aufstellung. Der &ouml;sterreichische Kameradschaftsbund (&Ouml;KB) ist dennoch eine m&auml;chtige Lobby:<\/p>\n<p>&#8222;<i>Heute gibt es in &Ouml;sterreich 9 Landesverb&auml;nde mit insgesamt 250.000 Mitgliedern, wovon bereits &uuml;ber 80 % jener Generation angeh&ouml;ren, die erstmals im Bundesheer der 2. Republik Soldaten wurden.<br \/>Ist der Gedanke einer &#8222;Schicksalsgemeinschaft&#8220; traditionell besonders zu achten, so ist er in der Zwischenzeit dem Begriff einer &#8222;Gesinnungsgemeinschaft&#8220; bereits weitgehend gewichen. Tradition stellt somit die Weitergabe von Erfahrungen, F&auml;higkeiten, Kenntnissen und Einsichten an die Nachfahren dar.<\/i>&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.okb.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.okb.at<\/a>, ges. 27.4.2017)<\/p>\n<p>Das Milit&auml;r wird nicht mehr als Erfahrungsort von gewaltsamer Auseinandersetzung, sondern als Geschichtsinstitut verstanden, weil es f&uuml;r die Schicksalsgemeinschaft nicht mehr gen&uuml;gend Erinnerungen gibt.<\/p>\n<p>Die wenigen Studien, die das Ph&auml;nomen der Einsatzr&uuml;ckkehr in der Bundeswehr untersucht haben (Biehl 2012; N&auml;ser-Lather 2011; Seiffert\/Hess 2014) best&auml;tigen alle die gemachten Feststellungen Insgesamt aber ist die Verortung der Veteranen in einer gesellschaftlichen Ordnung noch wenig erforscht. Daf&uuml;r gibt es mehrere Gr&uuml;nde:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Politik will es gar nicht so genau wissen, auch nicht die Verteidigungspolitik. (Es gibt &#8211; wie oben aufgelistet &#8211; segment&auml;re Interessen, eine konstitutive Rolle der Veteranen f&uuml;r die Gesellschaft wird aber abgelehnt.) <\/li>\n<li>Die ablehnende Haltung der Friedensbewegung und der Kritiker der Bundeswehreins&auml;tze &uuml;bertr&auml;gt sich auf die Veteranen.<\/li>\n<li>Tats&auml;chlich konkurrieren schlichtes Nichtwissen und eine schmale Repr&auml;sentation des entstehenden kollektiven Ged&auml;chtnisses in der Gesellschaft und damit auch in der Erinnerungsproduktion der Veteranen. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Hypothese ist naheliegend, dass Veteranen ihren milit&auml;rischen Habitus und das damit verbundene Selbstverst&auml;ndnis aus ihrer objektiven Erfahrung und der subjektiven Deutung des Soldatenberufs beziehen, allerdings in breiter Varianz. Die Subjektivierung dieser Erfahrung spielt besonders dort eine Rolle, wo es keine Wieder-Eingliederung in das Soldatenleben, z.B. in der Kaserne oder Verwaltung gibt.<\/p>\n<p>Veteranen-Biographien beginnen im weitesten Sinn mit einer Sozialisation, die einen jungen Menschen entweder zum Wehrdienst oder zum Zivildienst f&uuml;hrt. Einmal in der Bundeswehr, kommt es auf Engagement und Berufsperspektiven an, die jemanden den professionellen Soldatenweg gehen lassen. Ob und wie dann eine Einbestellung zum out of area-Einsatz erfolgt, ist eine komplizierte Gemengelage von Freiwilligkeit, Gruppendruck, Push- und Pullfaktoren; aber es ist eine entscheidende Weichenstellung daf&uuml;r, wie jemand nach einem Auslandseinsatz als Veteran zur&uuml;ckkehrt und den Heimat-Begriff &uuml;berhaupt erst mit Gewicht versieht.<\/p>\n<p>Wir haben dieses Ph&auml;nomen erstmals f&uuml;r die Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr in den Studien zum Heimatdiskurs untersucht (Daxner\/Mann 2016; Daxner\/Neumann 2012; Herzog et al. 2012; Robotham\/Roeder 2012). In der Untersuchung zur legitimierenden Wahrnehmung der Bundeswehr im Interventionseinsatz haben wir vier funktionale Zuordnungen gefunden: Aufbauhelfer, K&auml;mpfer, Opfer und T&auml;ter. Wir haben diese Zuschreibungen auf die Veteranen &uuml;bertragen und ihnen eine f&uuml;nfte hinzugef&uuml;gt: Chronist (Daxner 2016b; Daxner\/Mann 2016).<\/p>\n<p>Wie also sieht sich ein Veteran oder eine Veteranin&nbsp; im R&uuml;ckblick auf das, was er oder sie erlebt hat und die Bedeutung, die dem zugemessen wird? Und wie werden die R&uuml;ckkehrenden wahrgenommen, von der engsten Beziehung &uuml;ber Freundschaften, Nachbarschaften, Umwelt und Umfelder im weitesten Sinn? Tragf&auml;hige Forschungsergebnisse stehen bislang noch aus. Ich m&ouml;chte aus der vergleichenden Literatur und einigen spezifisch deutschen Vermutungen drei Thesen aufstellen:<\/p>\n<p>1. Veteranen sind in Deutschland seit 1999 (Kosovo) dabei, als soziale Gruppe eine neue Tradition zu begr&uuml;nden. Die konkurriert bzw. vermengt sich paradoxerweise mit zunehmender Gr&ouml;&szlig;e und Zeitdauer wiederum mehr mit alten Traditionen. Es gibt hier in der Tat eine deutsche Sonderentwicklung, die nur begrenzt mit den Veteranentraditionen anderer staatlicher Armeen verglichen werden kann.[3]<\/p>\n<p>2. Der Prozess der Selbstwahrnehmung unterliegt einer starken Subjektivierung: in den Veteranen dr&uuml;ckt sich ein objektiv konflikthaftes Geschehen (Kriegshandlungen, Kampf, Soldatenhandwerk usw.) aus, das im Wortsinn verk&ouml;rpert wird. Der K&ouml;rper wird zu einem wesentlichen Bestandteil dieser Subjektivierung, ist aber mit Tabus im diskursiven Bereich belegt.<\/p>\n<p>3. Mit ihrem Anspruch auf Deutungshoheit verschieben die Veteranen das gesamte Feld der &#8222;Versicherheitlichung&#8220; und damit den Konflikt- und Friedensdiskurs der Gesellschaft.<\/p>\n<p>Ich werde diese drei Thesen kurz er&ouml;rtern.<\/p>\n<p>Zu 1) Mit zunehmendem Bewusstsein, man sei Veteran oder geh&ouml;re der Gruppe der Veteranen an, wird schon begrifflich ein Bezug zum kulturellen Ged&auml;chtnis &#8222;aller Veteranen&#8220; hergestellt. Der Begriff wird sonst dem Alter (Oldtimer-Autos) oder der Wertsch&auml;tzung (Partei-Veteran) zugeordnet. Weil die deutsche Veteranen-Tradition nicht ohne den Traditionsbruch aufgerufen werden darf, muss sie sozio-kulturelle Br&uuml;cken bauen: Wer heute Veteran wird, ist dies aus ehrenhaften Gr&uuml;nden (humanit&auml;re Mission, NATO-B&uuml;ndnistreue) und wurde bisher jedenfalls immer vom Bundestag abgesegnet. Die neuen Zeichen der alten Traditionen (Veteranentag, Auszeichnungen, auch der Kampf um die Deutung der Position von Veteranen in der Gesellschaft, s. Weber 2017) m&uuml;ssen sich geradezu abheben von den alten, denen sie nur gleichen, aber nicht gleich sind.<\/p>\n<p>Zu 2) Der physische und psychische K&ouml;rper als Tr&auml;ger der Person des Veteranen wird im &ouml;ffentlichen Diskurs vernachl&auml;ssigt. Auch in der breit publizierten R&uuml;ckkehrerliteratur spielt er explizit kaum eine Rolle, die Ausnahmen sind bemerkenswert und umstritten, z.B. Dirk Kurbjuweit 2011. Das ist umso bemerkenswerter, als in der amerikanischen Literatur (s.u.) der K&ouml;rper, Leiden, Folter und vor allem Sexualit&auml;t eine weit gr&ouml;&szlig;ere Rolle spielen. Die Tatsache, dass alle Soldat*innen einen K&ouml;rper haben und dass sie alle dem sexuellen Begehren unterworfen sind, ist schwer mit den normativen Bildern in Einklang zu bringen, mit denen die moderne, zeitgem&auml;&szlig;e, professionelle Armee beworben wird. Auch die Erotik des toten Heldenk&ouml;rpers geh&ouml;rt zu den wichtigen kulturellen Mythen.[4] Mit dem K&ouml;rper h&auml;ngen auch Invalidit&auml;t, PTBS und &#8222;abweichendes&#8220; Verhalten von Einsatzr&uuml;ckkehrer*innen zusammen, und damit nicht nur &ouml;ffentliche und private Anerkennung, Ausgrenzung oder Sonderbehandlung, sondern auch Fragen der Versicherungs- und Gesundheitspolitik und der milit&auml;risch-pr&auml;ventiven F&uuml;rsorge.<\/p>\n<p>Zu 3) Veteranen deuten ihre Einsatzerfahrung ex post, als w&auml;ren sie noch im Dienst, oder sie kritisieren die Rahmenbedingungen ihres Einsatzes. Dabei lassen sich drei verschiedene Leitideen ausmachen:<\/p>\n<p>a) Patriotismus, staatsb&uuml;rgerliche Pflicht, ideelle Werte: man war und ist gern Held oder Staatsb&uuml;rger in Uniform;<\/p>\n<p>b) Individuelle Kampf- und Einsatzwilligkeit: man war und ist gern Soldat;<\/p>\n<p>c) professionelle Unterordnung unter die Idee der Versicherheitlichung (&#8222;Securitization&#8220;): man war und ist gerne Instrument der Sicherheitspolitik und dient der Bereitstellung des wichtigsten &ouml;ffentlichen Guts.<\/p>\n<p>&Uuml;ber a) und b) gibt es viele Vermutungen[5], aber zur Sicherheit &uuml;berraschend wenig. Die Leitidee ist kurz gefasst folgende: Wenn die staatliche Aufgabe vor allem darin besteht, Sicherheit f&uuml;r die B&uuml;rger zu gew&auml;hrleisten, dann wird jeder Einsatz dahingehend gepr&uuml;ft, ob er dieser Aufgabe gen&uuml;gt. Erfolgt der Einsatz im Rahmen eines B&uuml;ndnisses, z.B. der NATO, dann muss heruntergebrochen werden, was er denn &#8222;uns&#8220; Deutschen n&uuml;tzt. Dabei umgeht man scheinbar die Klippen des Nationalismus und Patriotismus, und rechtfertigt die milit&auml;rische Aktion pragmatisch, professionell.[6] F&uuml;r die Soldaten ist die Sicherheit, f&uuml;r die Legitimation die Freiheit die wichtigere Dimension. Nun beruhen republikanische Gesellschaften, Demokratien zumal, auf einer notwendigen Unsicherheit nach Innen und Au&szlig;en insoweit, als ausgehandelte Ordnungsstrukturen niemals verfestigt und dauerhaft, sondern bestenfalls nachhaltig gemacht werden k&ouml;nnen. Wenn sich Veteranen auf die Sicherheit beziehen, die ihren Einsatz rechtfertigt, verbinden sie Patriotismus mit individueller Lebensaufgabe und ordnen beide einem politischen Imperativ unter: der Sicherheit. Solange legitime gegen illegitime Sicherheit ausgespielt werden kann, ist das sicheres Terrain und reflektiert gesellschaftliche Anspr&uuml;che auf jedes R&uuml;ckkehrerleben. Veteranen der Private Security haben hier mehr Probleme, genauso wie die F&ouml;rderer eben dieser privatisierten Sicherheitspolitik.<\/p>\n<h5><span id=\"4-veteranen-und-heimatdiskurs\">4. Veteranen und Heimat&shy;dis&shy;kurs<\/span><\/h5>\n<p>Veteranen sind Protagonisten des kollektiven Ged&auml;chtnisses bestimmter nationaler Politiken und Einwirkungen auf Konflikte. Ihre Deutungen m&ouml;gen widerspr&uuml;chlich sein und ihnen wird widersprochen, aber selbst darin ist ihr Anteil an dieser Konstruktion irreversibel.<\/p>\n<p>Veteranen kommen im Heimatdiskurs kaum vor. Bohnert und Schreiber haben ihre Anthologie wohl deshalb &#8222;Die unsichtbaren Veteranen&#8220; genannt (Bohnert 2016). Sie stellen eine theoriegeleitete Br&uuml;cke zwischen den Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr, ihren Diskursen in Deutschland (&#8222;Heimat&#8220;) und den Veteranen her. Wir d&uuml;rfen nicht vergessen, dass die meisten Berichte aus der Realit&auml;t der Interventionen (Kosovo, Afghanistan, Mali, Atalanta etc.) auf zwei Ebenen erfolgen: in ann&auml;hernd Echtzeit durch offizielle Verlautbarungen (d&uuml;rftig), Medien (meist detailliert und &uuml;berpr&uuml;fbar) und Spezialagenturen (im Falle Afghanistan unverzichtbar: Afghanistan Analysts Network, AAN); und in den nachholenden Erz&auml;hlungen der Veteranen. Die wiederum sind entweder bewusst ver&ouml;ffentlicht, haupts&auml;chlich in Form des neuen Genres der Heimkehrerliteratur; oder es handelt sich um private Dokumente einzelner Veteranen, die sich in pers&ouml;nlichen Kommunikationsnetzwerken verbreiten.<\/p>\n<p>Der Heimatdiskurs bezeichnet die &#8222;diskursiven Praktiken und Strategien, die sich mit der Legitimation, Anerkennung und Bewertung von Politik und Truppeneinsatz au&szlig;erhalb des nationalen Territoriums befassen&#8220; (Daxner 2012:29, in Daxner\/Neumann 2012). Hierbei ist wichtig, dass es sich um Auslandseins&auml;tze handelt, und keineswegs um Milit&auml;reinsatz generell. W&uuml;rde die Bundeswehr im Innern eingesetzt, g&auml;be es dann Veteranen? Unsere Theorie des Heimatdiskurses ist eine Grundlage daf&uuml;r, die Wahrnehmung der ver&auml;nderten Rolle Deutschlands als milit&auml;rischer Interventionsmacht zu analysieren und zu bewerten. In vielen L&auml;ndern sind die Veteranen Teil des milit&auml;rischen Selbstverst&auml;ndnisses, d.h. sie geh&ouml;ren zu einem &#8222;System&#8220;, in dem Einsatz und Einsatzfolgen f&uuml;r die milit&auml;rischen Akteure zusammengeh&ouml;ren. Das gilt beispielsweise f&uuml;r ehemalige Kolonialm&auml;chte und imperialistische Staaten wie Frankreich, Gro&szlig;britannien und die USA, aber auch f&uuml;r Russland als Nachfolger der Sowjetunion. Dar&uuml;ber hinaus hat jedes Land mit Auslandseins&auml;tzen, also auch kleine NATO-Mitglieder, seinen Heimatdiskurs. Der wird in den diskursiven Strategien der Veteranen explizit und kann nach den oben aufgelisteten Kriterien geordnet werden. Deutschland ist insofern ein Sonderfall, weil die Veteranengeschichte nach 1945 unterbrochen und mit der Bundeswehr wieder begonnen wurde. (Die Traditionserlasse und die deutschen Nostalgien sind daf&uuml;r genauso wichtig wie die historische Aufarbeitung des deutschen Militarismus. Die Wehrmachtsausstellung war z.B. eine wichtige Landmarke dieser Aufarbeitung.) Der gegenw&auml;rtige Hype um die rechtsradikalen Vorkommnisse in der Bundeswehr best&auml;tigt die These.<\/p>\n<p>Die &#8222;Heimat&#8220; ist ein st&auml;ndiger Topos aller Kriegsliteratur, Heimkehr die unwahrscheinliche Alternative zum (Helden)Tod in der Ferne. In der neuen deutschen Einsatzgeschichte wird diese Heimat neu konfiguriert, weil sie sich wenigstens nach Au&szlig;en, aber sicher auch durch Bewusstseinswandel, von der pathetischen Heimat des letzten Weltkriegs emanzipieren muss, um massiver Kritik oder Ablehnung zu entgehen. Mit den Landserheften (erschienen 1957-2013 bei Pabel-Moewig) und der euphemistischen Wehrmachtsliteratur (Konsalik u.a.) ist diese alte Heimat untergegangen, schon bei 08\/15 von H.H. Kirst (1954\/55) wird sie kritisch gebrochen (Kirst 1994). Es gibt danach eine L&uuml;cke, in der die Weltkriegspathetisierung (auch biologisch) abnimmt und es noch keine Auslandseins&auml;tze der Bundeswehre mit Gefallenen gibt. Das sollte sich erst nach dem Afghanistaneinsatz ab 2002 &auml;ndern. Textproben sollen in die Problematik einf&uuml;hren: Manchmal f&uuml;hrt der Titel in die Irre, aber er ist nie zuf&auml;llig gew&auml;hlt:<\/p>\n<p>Heike Groos: Ein sch&ouml;ner Tag zum Sterben. Als Bundeswehr&auml;rztin in Afghanistan, Fischer Taschenbuch 2009.<\/p>\n<p>O. Herz: &#8222;Hier in Deutschland war keiner auf die R&uuml;ckkehr von Bundeswehrsoldaten eingestellt &#8230; meine Familie verhielt sich abwartend, sie fragten sich (!), ob ich noch derselbe bin &#8230; ob ich mich bei jedem T&uuml;renknallen auf den Boden werfen w&uuml;rde.&#8220; (In: Ute Susanne Werner, Ich krieg mich nicht mehr unter Kontrolle&#8220;, Fackeltr&auml;ger-Verlag 2010, S. 37)<\/p>\n<p>Andreas Schmidt: &#8222;Aber ich m&ouml;chte wieder nach Afghanistan, um zu sehen, ob sich etwas ver&auml;ndert hat &#8230; ich will versuchen meinen Beitrag zu leisten, damit sich das Land weiterentwickeln kann.&#8220; (ebd., S. 127).<\/p>\n<p>Andreas Schindler, unter der &Uuml;berschrift &#8222;Ich habe einen Freund verloren&#8220;: &#8222;Ich war ein kritischer Soldat, aber ich war Soldat, auch wenn ich f&uuml;r mich selbst immer versuchte, diese Berufsbezeichnung zu umgehen.&#8220; (ebd., S.&nbsp;105)<\/p>\n<p>Andreas Timmermann-Levanas, der Gr&uuml;nder des Verbands deutscher Veteranen, schreibt mit Andrea Richter ein vielbeachtetes Buch: &#8222;Die reden. Wir sterben &#8211; wie unsere Soldaten zu Opfern der deutschen Politik werden&#8220; (Campus 2009)<\/p>\n<p>Jonathan Schnitt, Foxtrott 4 (Bertelsmann 2012): &#8222;Durch meine Zeit in Kunduz habe ich eine Ehrlichkeit und Wahrheit aus&nbsp; Sicht der Soldaten &uuml;ber den Afghanistan-Einsatz, den ich aus Statements von Politikern und selbst aus den aufrichtigsten und journalistisch hochklassigsten Berichten aus Afghanistan nicht kannte.&#8220; (S. 207)<\/p>\n<p>Brinkmann, Hoppe und Schr&ouml;der bringen es auf den Punkt: &#8222;Feindkontakt &#8211; Gefechtsberichte aus Afghanistan&#8220; (E.S. Mittler &amp; Sohn 2013).<\/p>\n<p>Die beiden BILD-Journalisten Julian Reichelt und Jan Meyer machen im Untertitel Politik, im Titel wenden Sie sich an die Toten: &#8222;Ruhet in Frieden, Soldaten! Wie Politik und Bundeswehr die Wahrheit &uuml;ber Afghanistan vertuschten&#8220; (Fackeltr&auml;ger-Verlag 2010).<\/p>\n<p>Marc Baumann und andere geben Feldpostbriefe deutscher Soldaten aus Afghanistan heraus (Baumann u.a. (Hrsg.), Feldpost. Briefe deutscher Soldaten aus Afghanistan, Rowohlt 2011). Einige kurze Ausz&uuml;ge von verschiedenen Verfassern: &#8222;Ich bitte um Entschuldigung, dass ich das heute in Form einer Sammelmail tue, aber die Verteidigung der deutschen Sicherheit am Hindukusch (Danksagungen nehme ich gerne entgegen &#8230;) erfordert meinen ganzen Einsatz.&#8220; (S.&nbsp;28); &#8222;&#8230; aber heute sollte es endlich soweit sein und ich meine Pistole anschie&szlig;en k&ouml;nnen. Tats&auml;chlich fahren wir mit Fuchs, Dingo und W&ouml;lfen raus, ich entscheide mich f&uuml;r den Vordersitz des Fuchs und bemerke erst sp&auml;ter, dass mein Fahrer eine blonde Fahrerin ist, mit der man sich angenehm unterhalten kann. Das Schie&szlig;en selbst ist auch sehr interessant &#8230;&#8220; (S.&nbsp;41); &#8222;Nachts ist nicht nur Krieg. Man darf nicht untersch&auml;tzen, was so eine Zeit zwischen M&auml;nnern und Frauen hier im Lager anrichtet &#8230; was h&auml;ufig auch seine Ausl&ouml;ser oder seine Folgen zuhause hat.&#8220; (S.&nbsp;173); &#8222;Hier ist es ja quasi wie im Ferienlager, nur mit ganz wenigen M&auml;dels.&#8220; (S.&nbsp;174)<\/p>\n<h5><span id=\"5-lebenslang-veteran-und-kamerad\">5. Lebenslang Veteran und Kamerad<\/span><\/h5>\n<p>Wenn man sich durch hunderte solcher Aussagen bewegt, best&auml;tigen sich die f&uuml;nf oben genannten Typen von Veteranen. Der Habitus der Veteranen &auml;hnelt sich global. Das ist kein Widerspruch, weil die Kategorien von Opfer, T&auml;ter, Chronisten und Krieger- zusammen mit der Professionalisierung des Soldatenberufs auch global auftreten. Meine Vermutung ist, dass sich die Traditionen der Veteranenl&auml;nder eher angleichen gegen&uuml;ber dem neuen, autonomisierten Distanzkampf (Drohnen), w&auml;hrend sich in Deutschland noch das Gegenteil entfaltet; wer wei&szlig;, wie lange noch.<\/p>\n<p>Die lebensgeschichtliche Subjektivierung der Erz&auml;hlung vom Krieg nimmt literarische Formen an, die sich an die Rezeptions&auml;sthetik einer breiten Leserschaft angleichen muss, um zum Genre werden zu k&ouml;nnen. Dirk Kurbjuweit macht mit Kriegsbraut (Kurbjuweit 2011) einen Neuanfang. Hier ist das Veteranenthema die H&uuml;lle f&uuml;r eine Pers&ouml;nlichkeitsentwicklung, die als Allegorie der deutschen Befindlichkeit nach der Vereinigung und durch den Afghanistaneinsatz gelten kann. (Im &Uuml;brigen ist das Buch eines der wenigen, die Sexualit&auml;t und Beziehungen jenseits des Kameradschaftsklischees ausarbeiten.)<\/p>\n<p>Die Kameradschaft hat globale Geltung als Antagonist zu famili&auml;ren Beziehungen und zum Tod. Die Veteranenhymne &#8222;Ich hatt&#8216; einen Kameraden&#8220; (von 1809; sp&auml;ter abwechselnd als Volkslied, Wehrmachtslied oder Soldatenlied weit verbreitet) zeugt von der sehr alten Tradition dieses Elements. Kameradschaft ist ein globaler Term, der etwas ausdr&uuml;ckt, was in den Erfahrungsbereichen (ehelicher) Bindungen oder&#8222;normaler&#8220; Freundschaften explizit nicht vorkommen; sie hat einen hohen Wert, ist st&auml;ndig prek&auml;r (das Sterben und der l&auml;cherliche, d.h. nicht heldenhafte Tod sind nahe) und passt in einen Erz&auml;hlungsrahmen, der gut auf verschiedensten Ebenen vermittelbar ist. Ich verzichte hier ausdr&uuml;cklich auf einzelne Beispiele, weil die Kameradschaft im Veteranendiskurs ubiquit&auml;r ist und jede Auswahl weitere hier unbearbeitete Probleme aufw&uuml;rfe.<\/p>\n<p>Vorbilder sind trans-sozial: Kameradschaft verbindet selbst ehemalige Feinde und l&auml;sst Feindschaften jenseits der Kriegerfriedh&ouml;fe verebben. Im Kameraden sind mehrere Elemente vereint, die nun dekonstruiert werden m&uuml;ssen. Die Verschiebung der Pathosformel der Pieta auf den sterbenden oder toten Kameraden im Arm des Kriegers macht Sinn erst in der Erinnerung oder der Wahrnehmung durch Dritte. Man muss es nicht erlebt haben, aber man muss es erz&auml;hlen und beschreiben. Die Innigkeit der Bindung hat zugleich etwas Erotisches und&nbsp; den Kitsch des nur als Krieger und K&auml;mpfer harten, aber im &#8222;Inneren&#8220; (Was ist das?) &#8222;weichen&#8220;, d.h. zu Empfindungen f&auml;higen Mannes. Bei Frauen wird noch nicht differenziert: In der Google-Bildergalerie kommen die gleichen Varianten der Darstellung vor wie bei M&auml;nnern.[7]<\/p>\n<p>Dass diese Kameradschaft nicht im Pathos erworbener Loyalit&auml;ten ersticken muss (Vaterland, Kampf der Guten gegen das B&ouml;se etc.), zeigt Sebastian Jungers hervorragendes Buch &#8222;War&#8220; &uuml;ber die vorgeschobene Kampfbasis &#8222;Restrepo&#8220; in Afghanistan (Junger 2010). Es stellt Freundschaft und N&auml;he als Antagonisten zum Kriegsgeschehen dar, die zur Basis politischer Kritik werden. Bei Junger geschieht das Notwendige, n&auml;mliche der Reflex auf die eigene Gesellschaft, im kleinsten, durch Subjektivit&auml;t gekennzeichneten Raum &#8211; und in st&auml;ndiger Lebensgefahr.<\/p>\n<p>Dem steht als extremes und m.E. negatives Vorbild Luttrells &#8222;Lone Survivor&#8220; entgegen. Hier wird buchst&auml;blich alles, Training, Privatethnologie, Elitestellung der Navy Seals, Ehrung durch den Pr&auml;sidenten, Vorbild f&uuml;r die Familie und ihr Umfeld, einem Kameradschaftsmodell des &#8222;Sieg oder stirb!&#8220; unterordnet; ein riesiger Publikationserfolg, dessen Spuren sich in etlichen deutschen Veteranenb&uuml;chern wieder finden.<\/p>\n<p>Europ&auml;isch und qualitativ h&ouml;chstwertig ist &#8222;Der menschliche K&ouml;rper&#8220; von Paolo Giordano (Rowohlt 2014), der f&uuml;nf italienische Afghanistan-Veteranen nach ihrer R&uuml;ckkehr begleitet und in die tiefsten psychischen Schichten und Subtexte einsteigt. Die wiederkehrende Problematik von Todesn&auml;he, K&ouml;rper, Sexualit&auml;t und Bindung wird hier genauestens ausgebreitet und differenziert. So ein Buch kann gar nicht massenwirksam werden, weil es Positionen verlangt, die schon im Einsatz schwer aufzubauen und nachzuvollziehen sind &#8211; daf&uuml;r ist es ein anspruchsvoller Beweis f&uuml;r die Notwendigkeit der Kunst als zus&auml;tzliche Instanz der Vermittlung gesellschaftlicher Probleme.<\/p>\n<h5><span id=\"6-veteranen-gibt-es-wir-sind-nicht-vorbereitet\">6. Veteranen gibt es, wir sind nicht vorbereitet<\/span><\/h5>\n<p>Vergleiche werden getroffen, um die eigene Position klarer zu sehen &#8211; oder zu verteidigen. Lange Zeit &#8222;litten&#8220; viele Bundeswehrsoldaten darunter, von den in viele K&auml;mpfe, Verwundungen und Todesf&auml;lle verstrickten Amerikanern als K&auml;mpfer nicht f&uuml;r voll genommen zu werden. Erst nach den skandal&ouml;sen Vorf&auml;llen von Kunduz (4.9.2009), bei denen die Deutschen ihre &#8222;Unschuld&#8220; verloren (Reuter 2010) und den Todesf&auml;llen der nachfolgenden Kampfperioden, f&uuml;hlten sich viele Bundeswehrsoldaten als &#8222;richtige&#8220; Krieger oder K&auml;mpfer am rechten Ort. Daraus resultiert auch die Spaltung der Veteranenverb&auml;nde: Der Bund deutscher Veteranen, urspr&uuml;nglich von Timmermann-Levanas gegr&uuml;ndet, benannte sich &#8222;auf Grund einer absehbaren offiziellen deutschen Veteranendefinition&#8220; im November 2016 in Bund Deutscher EinsatzVeteranen e.V.[8] um. Daneben gibt es die Combat Veterans[9], deren internationale Mitgliedschaft sich unter dem Wappenspruch &#8222;Von Veteranen f&uuml;r Veteranen&#8220; zusammengeschlossen hat; weitere Gruppen wie die Recondos (s.o.) pflegen die Arroganz der Ingroup-Sekten. Eine vergleichende Forschung zu den Veteranenkulturen steht noch aus. Sie sind komplizierter, als es der platten Zweiteilung der Kritik in Antimilitarismus und Anerkennung des Soldatenberufs genehm ist. Integration und Distanz einzelner Veteranen und ihrer gew&auml;hlten oder aufgedr&auml;ngten Umfelder ist ebenso notwendig wie eine kritische Entkrampfung des &ouml;ffentlichen Diskurses, der den Erz&auml;hlungen der R&uuml;ckkehrer Schuld oder Anerkennung an und f&uuml;r die jeweiligen Kampf- und Kriegseins&auml;tze zu geben bereit ist.<\/p>\n<h5><span id=\"7-conclusio-und-ausblick\">7. Conclusio und Ausblick <\/span><\/h5>\n<p>Die Zahl der Veteranen steigt, auf lange Sicht werden wir auch immer mehr weibliche Veteranen haben. Die Zahl der Einsatzr&uuml;ckkehrer*innen wird bald die der aktiven Bundeswehrangeh&ouml;rigen &uuml;bersteigen, ebenso wie die Zahl der ehemaligen Bundeswehrangeh&ouml;rigen, die jetzt in privaten Sicherheitsdiensten t&auml;tig sind. Sie bilden eine neue soziale Gruppe, mit Bindekr&auml;ften aus gleichartigen Erfahrungen und Interessen. Sie suchen ihre Identit&auml;ten zu fixieren und wollen Anerkennung erfahren, manchmal auch Dank f&uuml;r geleistete &ouml;ffentliche Dienste. Viele Veteranen bem&uuml;hen sich um Deutungshoheit &uuml;ber die Ereignisse, die sie in den Auslandseinsatz gebracht haben. Sie werden in die Curricula der Schulen, in die sozialen Netzwerke und in die politischen Debatten um die Bundeswehr, deren Einsatzbeteiligung und die nicht-milit&auml;rischen Alternativen eingreifen.<\/p>\n<p>Wir wissen noch nicht allzu viel &uuml;ber die l&auml;ngerfristigen Auswirkungen des Veteranendaseins nach der Statuspassage als Soldat*in. Aber wir k&ouml;nnen vorhersehen, dass Veteranen &uuml;ber ihre Interessenvertretung in der &Ouml;ffentlichkeit und ihre Umgestaltung ihrer Beziehungs- und Kommunikationsfelder auch die Kultur und Sozialstruktur unseres Landes beeinflussen. Dabei spielen oberfl&auml;chliche Erscheinungen wie die Forderungen nach Veteranentagen, Auszeichnungen und Anerkennungsritualen wohl weniger eine Rolle als die tiefgreifenden Verschiebungen im sozialen Raum, in dem eine neue Gruppe einen dauerhaften Anspruch auf Geltung erhebt. Es zeigen sich selbstverst&auml;ndlich auch alle Schattierungen von Kritik, selbst an der Behandlung des Themas &#8211; einschlie&szlig;lich Misstrauen gegen einen empathischen Zugang zu den Veteranen. Sicher ist es richtig, dass es ohne Milit&auml;r keine Veteranen g&auml;be. Aber wann wird es soweit sein? Eine ganz aktuelle und sensible Frage ist, ob der Habitus und die Verhaltensweisen ziviler R&uuml;ckkehrern aus Kriegs- und Gewaltzonen nicht sehr viele &Auml;hnlichkeiten mit den Veteranen zeigen.<\/p>\n<p>Ich bin sehr zur&uuml;ckhaltend und vorsichtig mit Prognosen f&uuml;r die Zukunft des Veteranismus in Deutschland. Soviel kann ich mit Sicherheit sagen: Die weitere Entwicklung der Bundeswehr zur professionellen Interventionsarmee wird nicht nur diese, sondern auch die Veteranen entscheidend pr&auml;gen. Und es wird einen Unterschied machen, ob dies im Rahmen der NATO, einer Europ&auml;ischen Verteidigungsstreitmacht oder als nationales Milit&auml;r geschieht.<\/p>\n<p><b>PROF.&nbsp;DR.&nbsp;MICHAEL&nbsp;DAXNER&nbsp;<\/b><i>&nbsp; geb. 1947, studierte Anglistik, P&auml;dagogik, Philosophie bzw. Geistes- und Sozialwissenschaften in Wien und Freiburg. 1970 wurde er Referent im &ouml;sterreichischen Bundesministerium f&uuml;r Wissenschaft und Forschung, 1972 promovierte er an der Universit&auml;t Wien mit einer Arbeit &uuml;ber Ernst Bloch. 1974 berief ihn die Universit&auml;t Oldenburg zum Professor f&uuml;r Hochschuldidaktik, von 1986 bis 1998 war er Pr&auml;sident dieser Universit&auml;t. Anschlie&szlig;end wechselte er auf eine Professur f&uuml;r Soziologie und J&uuml;dische Studien. Von 2000&#8211;2002 war Daxner zust&auml;ndig f&uuml;r Bildung und Wissenschaft bei UNMIK im Kosovo, ab 2003 beriet und forschte er in Afghanistan. Seit 2009 arbeitete Daxner bis zu seiner Pensionierung am SFB 700 der Freien Universit&auml;t Berlin zur Sicherheit und Entwicklung in Nordost-Afghanistan. Er ist Senior Fellow bei der Berghof-Stiftung.&nbsp;&nbsp; Blog: <\/i><a href=\"http:\/\/michaeldaxner.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>http:\/\/michaeldaxner.com<\/i><\/a><i>.<\/i><\/p>\n<p><b>Literatur: <\/b><\/p>\n<p>Baumann, Marc et. al (Hrsg.) 2011: Feldpost &#8211; Briefe deutscher Soldaten aus Afghanistan, Reinbek.<\/p>\n<p>Biehl, Heiko 2012: United We Stand, Divided We Fall?, in: Seiffert, Anja (Hrsg.): Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, Wiesbaden, S. 169-186.<\/p>\n<p>Bohnert, Marcel\/Schreiber, Bj&ouml;rn (Hrsg.) 2016: Die unsichtbaren Veteranen, Berlin.<\/p>\n<p>Brinkmann, Sascha\/Hoppe, Joachim\/Schr&ouml;der, Wolfgang (Hrsg.) 2013: Feindkontakt &#8211; Gefechtsberichte aus Afghanistan, Hamburg.<\/p>\n<p>Daxner, Michael 2016a: Afghanistan hat Veteranen produziert &#8211; was nun?, in: Bohnert, Marcel; Schreiber, Bj&ouml;rn (Hrsg.): Die unsichtbaren Veteranen, Berlin, S. 107-118.<\/p>\n<p>Daxner, Michael 2016b: Einsatzr&uuml;ckkehrer und Veteranen, in: Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung, in: <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/politik\/grundfragen\/deutsche-verteidigungspolitik\/220648\/veteranen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bpb.de\/politik\/grundfragen\/deutsche-verteidigungspolitik\/220648\/veteranen<\/a>.<\/p>\n<p>Daxner, Michael\/Mann, Robert C. 2016: Veteranen &#8211; eine neue soziale Gruppe, in: &Ouml;sterreichische Milit&auml;rische Zeitschrift 54: 5\/2016, S. 624-633.<\/p>\n<p>Daxner, Michael\/Neumann, Hannah (Hrsg.) 2012: Heimatdiskurs. Wie die Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr Deutschland ver&auml;ndern, Bielefeld.<\/p>\n<p>FAZ 2010: Merkel nennt es Krieg, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.12.2010.<\/p>\n<p>Giordano, Paolo 2014: Der menschliche K&ouml;rper, Reinbek.<\/p>\n<p>Groos, Heike 2009: Ein sch&ouml;ner Tag zum Sterben, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Herzog, Laura\/Kobsda, Christian\/Neumann, Hannah\/Schulz, Anna-Lena 2012: von friedlichen Aufbauhelfern und professionellen K&auml;mpfern &#8211; Die Darstellung der SoldatInnen im Heimatdiskurs, in: Neumann, Daxner and (Hrsg.): Heimatdiskurs, Bielefeld, S.&nbsp;137-164.<\/p>\n<p>Junger, Sebastian 2010: War, London.<\/p>\n<p>Kirst, Hans Hellmut 1994: 08\/15, Klagenfurt.<\/p>\n<p>Kurbjuweit, Dirk 2011: Kriegsbraut, Berlin.<\/p>\n<p>Luttrell, Marcus\/Robinson, Patrick 2014: Lone Survivor, M&uuml;nchen.<\/p>\n<p>M&uuml;nkler, Herfried 2014: Helden, Sieger, Ordnungsstifter, in: IP 69: 3, S. 118-127.<\/p>\n<p>N&auml;ser-Lather, Marion 2011: Bundeswehrfamilien, Baden-Baden.<\/p>\n<p>Reichelt, Julian\/Meyer, Jan 2010: Ruhet in Frieden, Soldaten!, Berlin.<\/p>\n<p>Reuter, Christoph\/Mettelsiefen, M.\/Theiss, H. 2010: Kunduz, 4. September 2009. Eine Ausstellung, Kunstraum Potsdam, 04\/23-06\/13\/2010, unv. M.<\/p>\n<p>Robotham, Christopher\/Roeder, Sascha 2012: Die Bundeswehr in Afghanistan &#8211; Analysen an den Grenzen des Heimatdiskurses, in: Daxner, M. and Neumann, H. (Hrsg.): Heimatdiskurs, Bielefeld, S. 201-242.<\/p>\n<p>Schlichte, Klaus\/Veit, Alex 2010: Drei Arenen. Warum Staatsbildung von au&szlig;en so schwierig ist, in: Bonacker, Daxner, Free, Z&uuml;rcher (Hrsg.): Interventionskultur, Wiesbaden, S. 261-267.<\/p>\n<p>Schnitt, Jonathan 2012: Foxtrott 4, M&uuml;nchen.<\/p>\n<p>Seiffert, Anja\/Hess, Julius 2014: Afghanistanr&uuml;ckkehrer, (Juli 2014 ), Potsdam.<\/p>\n<p>Timmermann-Levanas, Andreas\/Richter, Andrea 2010: Die reden &#8211; Wir sterben, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Weber, Christian 2017: Veteranenpolitik in Deutschland (HSU Hamburg: Dissertation).<\/p>\n<p>Werner, Ute Susanne 2010: ,,Ich krieg mich nicht mehr unter Kontrolle&#8220;, Berlin.<\/p>\n<p><b>Anmerkungen:<\/b><\/p>\n<p>1 Vgl. u.a. Kane Farabaugh: Former President Bush Honors Veterans With, Portraits of Courage&#8216;,<br \/><a href=\"http:\/\/www.voanews.com\/a\/president-george-bush-portraits-of-courage\/3748579.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.voanews.com\/a\/president-george-bush-portraits-of-courage\/3748579.html<\/a> (ges. 26.4.2017); zur Rezeption in Deutschland s. &#8222;Selbstgemalte Portraits von George W. Bush sind ein Bestseller&#8220;, FAZ v. 20.3.2017.<\/p>\n<p>2 S. <a href=\"http:\/\/www.recondo-vets.de\/home.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.recondo-vets.de\/home.htm<\/a>, ges. 27.4.2017.<\/p>\n<p>3 S. &#8222;R&uuml;ckkehrende aus dem Einsatz&#8220;, Internationale Tagung 7.-9.7.2016 an der Philipps-Universit&auml;t Marburg am Zentrum f&uuml;r Konfliktforschung, <a href=\"https:\/\/www.uni-marburg.de\/konfliktforschung\/veranstaltungen\/tagungen\/rueckkehrer_innen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.uni-marburg.de\/konfliktforschung\/veranstaltungen\/tagungen\/rueckkehrer_innen<\/a> (ges. 26.4.2017).<\/p>\n<p>4 Vgl. die Piet&agrave;, einem oft gebrauchten Bild auch von Veteranen: Der Soldat h&auml;lt den verwundeten oder gar toten Kameraden wie Maria den Jesus.<\/p>\n<p>5 Z.B. in Zeitschrift Wissenschaft und Frieden Nr. 4\/2014.<\/p>\n<p>6 Das war im Afghanistan-Einsatz schon sehr fr&uuml;h eine wichtige Lesart von Strucks Satz, die deutsche Sicherheit w&uuml;rde am Hindukusch verteidigt. Diese Lesart macht verst&auml;ndlich, warum in hunderttausend Hits Sicherheit mit Freiheit vertauscht wurde. Der Satz des Ministers Struck, wonach &#8222;Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt&#8220; wurde tausendfach zitiert und abgewandelt. Das Original findet sich im Plenarprotokoll des Bundestags Nr. 15\/97,<br \/>S. 8601 (2004).<\/p>\n<p>7 S. <a href=\"https:\/\/www.google.de\/?gws_rd=ssl#q=weibliche+Veteranen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.google.de\/?gws_rd=ssl#q=weibliche+Veteranen<\/a> (ges. 27.4.2017).<\/p>\n<p>8 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bund_Deutscher_Veteranen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bund_Deutscher_Veteranen<\/a> (ges. 27.4.2017).<\/p>\n<p>9 <a href=\"https:\/\/www.combat-veteran.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.combat-veteran.com<\/a> (ges. 27.4.201).<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[418],"publikationen":[1089],"class_list":["post-10869","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-michael-daxner","publikationen-1089"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Veteranen \u0096 nicht mehr lange ein deutscher Sonderweg? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/218\/publikation\/veteranen-nicht-mehr-lange-ein-deutscher-sonderweg-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Veteranen \u0096 nicht mehr lange ein deutscher Sonderweg? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"in: vorg&auml;nge Nr. 218 (Heft 2\/2017), S. 65-78 Mit der steigenden Zahl milit&auml;rischer Auslandseins&auml;tze stellt sich eine neue Herausforderung: Wie umgehen mit den Veteranen der Bundeswehr? 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