{"id":10870,"date":"2017-08-17T13:30:00","date_gmt":"2017-08-17T11:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/wenn-niemand-sich-mehr-traut-den-mund-aufzumachen-ist-die-innere-fuehrung-als-leitbild-am-ende\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:29","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:29","slug":"wenn-niemand-sich-mehr-traut-den-mund-aufzumachen-ist-die-innere-fuehrung-als-leitbild-am-ende","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/218\/publikation\/wenn-niemand-sich-mehr-traut-den-mund-aufzumachen-ist-die-innere-fuehrung-als-leitbild-am-ende\/","title":{"rendered":"\u201eWenn niemand sich mehr traut, den Mund aufzumachen, ist die Innere F\u00fchrung als Leitbild am Ende.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Gespr&auml;ch mit Florian Kling vom Darmst&auml;dter Signal, in: vorg&auml;nge Nr. 218 (Heft 2\/2017), S. 79-83<\/p>\n<div><span class=\"migrated-image\"><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/florian_kling_passbild.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4725 size-medium\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/florian_kling_passbild.jpg\" alt=\"&#8222;Wenn niemand sich mehr traut, den Mund aufzumachen, ist die Innere F&uuml;hrung als Leitbild am Ende.&#8220;\" width=\"240\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/florian_kling_passbild.jpg 240w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/florian_kling_passbild-238x337.jpg 238w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"news-single-imgcaption\">\n<\/div>\n<p><i>Der Fall Marco A. hat offenbart, dass Bundeswehroffiziere mutma&szlig;lich Morde an deutschen Politikern planten und den Verdacht auf Fl&uuml;chtlinge lenken wollten. Damit wurde das &ouml;ffentliche Interesse wieder einmal auf die Existenz rechtsradikaler Gesinnungen in der Bundeswehr gelenkt. Die Bundeswehr-kritische Organisation &#8222;Darmst&auml;dter Signal&#8220; &#8211; &uuml;berwiegend von Bundeswehr-Angeh&ouml;rigen getragen &#8211; forderte bereits im September 2015 in einem Schreiben an Bundesverteidigungsministerin von der Leyen eine &#8222;st&auml;rkere demokratische F&uuml;hrungskultur&#8220; in der Bundeswehr. <\/i><\/p>\n<p><i>Wir fragen Hauptmann Florian Kling als Sprecher des Darmst&auml;dter Signals nach seiner Bewertung der Skandal-Vorkommnisse in der Bundeswehr.<\/i><\/p>\n<p><i>(vorg) Anlass Ihrer Forderung an die Bundesverteidigungsministerin war das seinerzeit erschienene Buch &#8222;Armee im Aufbruch&#8220; von jungen Offizieren der Bundeswehruniversit&auml;t. In ihm wird die Innere F&uuml;hrung infrage gestellt und ein neues Selbstverst&auml;ndnis f&uuml;r eine Profi-Armee gefordert. War das Buch bereits ein Symptom f&uuml;r die aktuellen rechtsradikalen Vorkommnisse in der Bundeswehr und f&uuml;r die Abkehr von der identit&auml;tsstiftenden Grundlage der Bundeswehr, wie sie das Bild vom Staatsb&uuml;rger in Uniform und der Inneren F&uuml;hrung vorsieht?<\/i><\/p>\n<p>(FK) Die Beitr&auml;ge in diesem Buch lieferten deutlich sichtbare Zeichen, dass das Konzept der Inneren F&uuml;hrung nicht mehr im Vordergrund der Ausbildung junger Offiziere steht. Bereits seit Gr&uuml;ndung der Bundeswehr wird innerhalb der Truppe mit dem eigenen Selbstverst&auml;ndnis gerungen und &uuml;ber andere Leitbilder nachgedacht. Die Soldaten haben richtig erkannt, dass sie in der Gesellschaft zu wenig wahrgenommen werden und die Auslandseins&auml;tze in den K&ouml;pfen der deutschen Bev&ouml;lkerung quasi nicht pr&auml;sent sind. Selbst suchen sie dann verst&auml;ndlicherweise auch nach anderem R&uuml;ckhalt f&uuml;r ihre T&auml;tigkeit. Unsere f&uuml;r die deutsche Demokratie angelegte Armee ist in einer tiefen Krise und Sinnsuche. Aber auch dem Verteidigungsministerium muss man vorwerfen, sich nicht aktiv um die St&auml;rkung der &#8222;Inneren F&uuml;hrung&#8220; bem&uuml;ht zu haben. Wenn es nur noch darum geht, die vielen Auslandseins&auml;tze in 16 verschiedenen L&auml;ndern zu best&uuml;cken, die massiven Probleme an Ausr&uuml;stung und Personalengp&auml;ssen zu bek&auml;mpfen, f&auml;llt allzu oft die Priorisierung der politischen Bildung im Dienst hinten runter.<\/p>\n<p><i>Bef&ouml;rdert der Rollenwechsel von der Verteidigungsarmee hin zu einer Einsatzarmee, die f&uuml;r au&szlig;en- und machtpolitische Interessen und zur Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen in Anspruch genommen wird, die Orientierung an falschen Vorbildern wie der Wehrmacht) Welche Rolle spielt eine Auslandseins&auml;tzen mehrheitlich kritisch gegen&uuml;berstehende &Ouml;ffentlichkeit, die den Soldaten insofern keine gesellschaftlich-politische Unterst&uuml;tzung gibt?<\/i><\/p>\n<p>Eindeutig sind politische Legitimation der Auslandseins&auml;tze und der Wunsch der Soldaten, etwas Gutes zu tun f&uuml;r ihre Gesellschaft und die hilflosen Menschen in den Krisengebieten, nicht mehr auf einer Linie. Neben der gesetzlichen Mandatierung und Legitimierung bedarf es immer auch der moralisch-wertgebundenen und sinnhaften Zielsetzung eines Einsatzes. Ein milit&auml;risches Eingreifen in einen Konflikt ist nur dann sinnvoll, wenn eine wesentliche Verbesserung der Lebensumst&auml;nde und das Ende der Gewaltherrschaft und kriegerischen Handlungen realistisch sind. In der Einsatzarmee sterben Soldaten, und die Hinterbliebenen fragen sich zu Recht, wof&uuml;r ihre Kameraden ihr Leben geben mussten.<\/p>\n<p>Am Afghanistan-Krieg zeigt sich beispielhaft, wie wenig erfolgreich die Stabilisierung und Friedensschaffung am Hindukusch war. Derzeit droht das Land, wieder in die H&auml;nde der Taliban und sogar des IS zu geraten. Wenn das passiert, ist faktisch auch der Einsatz gescheitert, und der Krieg wurde verloren. Die Soldaten stellen fest, dass ihnen in Deutschland das niemand gro&szlig;artig dankt und vielmehr sogar bereits vor vielen Jahren das echte Interesse an einer langfristigen L&ouml;sung in Afghanistan nachgelassen hat. Zudem hat ihr Einsatz dann leider keine dauerhafte Verbesserung gebracht.<\/p>\n<p>Die verantwortliche Politik geht der Feststellung dieses Scheiterns aus dem Weg und l&auml;sst die Soldaten mit dieser Erkenntnis alleine. Einige Staatsb&uuml;rger in Uniform versuchen jetzt, aktiv in der Politik Einfluss auszu&uuml;ben und fordern beispielsweise eine professionelle Aufarbeitung des ISAF-Einsatzes im Bundestag. Andere Soldaten wenden sich ab und suchen ihre Sinnstiftung und Motivation in anderen Konzepten &#8211; teilweise wie in der Wehrmacht in archaischen Vorstellungen von Ehre, Tapferkeit oder professionellem K&auml;mpfertum. Dazu bedarf es dann keiner demokratischen R&uuml;ckbesinnung mehr.<\/p>\n<p><i>Wie ausgepr&auml;gt ist dieser Hang zur falschen Traditionspflege, die von entw&uuml;rdigenden Initiationsriten und teilweise sadistischen Ausbildungsmethoden begleitet wird?<\/i><\/p>\n<p>Der beschriebene Traditionalismus innerhalb der Truppe h&auml;ngt nicht zwangsl&auml;ufig mit den Verfehlungen und Skandalen zusammen. Zwar zeigen die zeitgleich bekanntgewordenen Vorf&auml;lle, dass auch hier der innere Kompass einiger Soldaten noch nicht ausgebildet ist und Erziehungsm&auml;ngel vorliegen, aber das hat mehr mit fehlender Dienstaufsicht durch Vorgesetzte und einzelnen Fehlern und Dummheiten junger Menschen zu tun. Wo junge Menschen zusammenkommen und alleingelassen werden, passieren solche Taten. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass vorbildhafte Vorgesetzte ein gutes und ehrliches Vertrauensverh&auml;ltnis zu ihren unterstellten Soldaten haben. Ihre Aufgabe ist es, in einer demokratischen Armee nicht am Schreibtisch zu sitzen und b&uuml;rokratische Arbeiten zu erledigen, sondern vor allem sich um die Ausbildung und Erziehung des ihnen anvertrauten Personals zu k&uuml;mmern. Dazu bedarf es aber auch von oben den notwendigen R&uuml;ckhalt und Verantwortungsspielraum f&uuml;r die Offiziere. Erst wenn ein Vorgesetzter auch Entscheidungen treffen darf und muss, wird er von seinen Soldaten ernst genommen und kann Vorbild sein.<\/p>\n<p><i>Unter Bundesverteidigungsministerin von der Leyen erfolgten &uuml;berwiegend technokratische Reformbem&uuml;hungen in der Bundeswehr, z.B. zur Einhegung des R&uuml;stungsbeschaffungs(un)wesens. Trifft es zu, dass dies zu Lasten ernsthafter Anstrengungen im Bereich Demokratisierung und Innerer F&uuml;hrung der Bundeswehr ging?<\/i><\/p>\n<p>Die ganz praktischen Probleme der Bundeswehr in Ausr&uuml;stung und Personal m&uuml;ssen selbstverst&auml;ndlich von jedem Ministerium angegangen und gel&ouml;st werden. Wir haben alle ein Interesse daran, dass unsere Soldaten bestm&ouml;glich gesch&uuml;tzt sind, wenn sie schon vom Parlament in ein Gefahrengebiet geschickt werden. Aber auch hier gilt die milit&auml;rische Devise, dass erst einmal die Grundlagen f&uuml;r ein milit&auml;risches Vorgehen geschaffen sein m&uuml;ssen. Grundlagen sind neben Ausr&uuml;stung und Personal vor allem auch eine Strategie und die Definition des Zielzustandes.<\/p>\n<p>Auch in Mali hat von der Leyen vers&auml;umt, von der Politik ein Mandat zu fordern, das genau definiert, was dort eigentlich erreicht werden soll und unter welchen Umst&auml;nden wir das Land wieder verlassen. Ohne Konzept und sicherheitspolitische Strategie war die Umsetzung der Inneren F&uuml;hrung nie wirklich m&ouml;glich, schlie&szlig;lich fordert gerade dieses Konzept dazu auf, dass die Soldaten von sich heraus wissen, wof&uuml;r sie k&auml;mpfen und einstehen. Erst durch einen aufgekl&auml;rten Dialog der Soldaten mit der F&uuml;hrung und der Politik kann das Beste entstehen, was eine demokratische Armee zu bieten hat &#8211; n&auml;mlich 200.000 Menschen, die alle an einem Strang ziehen und gemeinsam sinnvolle Ziele erreichen.<\/p>\n<p>Aus den Lehren der Vergangenheit wollen wir Soldaten, die Entscheidungen selbst durchdenken und nach ihrem Gewissen handeln, statt blindem Gehorsam zu folgen. Dieses Ziel ist mit immer mehr allt&auml;glichen Problemen und immer mehr Auslandseins&auml;tzen zu kurz gekommen.<\/p>\n<p><i>Wenn jetzt ein Mehr an politischer Bildung in der Bundeswehr gefordert wird, geh&ouml;rt dazu nicht auch, dass die Bundeswehr in ihrer Gr&uuml;ndungsgeschichte personell&nbsp; durchaus an die Wehrmachtseliten angekn&uuml;pft hat? Ist es nicht ein Zeichen von Orientierungslosigkeit, wenn das Foto des ehemaligen Bundesverteidigungsministers Helmut Schmidt, das ihn in Wehrmachtsuniform im Jahr 1940 zeigt, von der Bundeswehrakademie in Hamburg abgeh&auml;ngt wurde &#8211; in sich &uuml;berschlagender &#8222;Traditionss&auml;uberung&#8220;, die eigentlich viel tiefer und gr&uuml;ndlicher ansetzen muss?<\/i><\/p>\n<p>Zur Tradition der Bundeswehr geh&ouml;rt ein gesundes und vor allem aufgekl&auml;rtes Verst&auml;ndnis der Geschichte. Jeder wei&szlig;, dass die Bundeswehr nicht in einem Vakuum entstanden ist. Helmut Schmidt in Wehrmachtsuniform zeugt von dieser Geschichte. Geschichte l&auml;sst sich aber nicht ausl&ouml;schen und schon gar nicht s&auml;ubern, ohne dabei unsere eigentliche Identit&auml;t zu verleugnen und unsere demokratischen Grunds&auml;tze von heute &uuml;ber Bord zu werfen. Nat&uuml;rlich bietet die Wehrmacht keinen geistigen Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r unser heutiges milit&auml;risches Selbstverst&auml;ndnis. Auch milit&auml;risch l&auml;sst sich nur wenig &#8222;Handwerkszeug&#8220; aus der Geschichte f&uuml;r heutige Man&ouml;ver und Eins&auml;tze gebrauchen &#8211; und damit in die Bundeswehr &#8222;hin&uuml;berretten&#8220;. Aber heutige Mitglieder der Bundeswehr haben schon wegen ihrer sp&auml;ten Geburt mit der Wehrmacht nichts mehr zu tun, au&szlig;er der historischen Aufarbeitung der Geschichte und das Wissen um die Lehren, die unsere Vorfahren daraus gezogen haben. Wir sollten dazu kommen, endlich Tradition und Sinnsuche in der eigenen sechzigj&auml;hrigen Geschichte zu suchen und die Wehrmacht nur noch im Milit&auml;rgeschichtsunterricht behandeln. Dass Gegenst&auml;nde und Museumsst&uuml;cke der Wehrmacht in Kasernenzimmern nichts verloren haben, und wenn &uuml;berhaupt nur eingeordnet in den historischen Kontext, ist selbstverst&auml;ndlich.<\/p>\n<p><i>Was genau ist gemeint, wenn das Darmst&auml;dter Signal im Zusammenhang mit demokratischer F&uuml;hrungskultur von &#8222;struktureller Verantwortungslosigkeit&#8220; in der Bundeswehr spricht? Auf welchen Ebenen gibt es sie und wodurch ist sie entstanden?<\/i><\/p>\n<p>Derzeit herrscht eine Absicherungsmentalit&auml;t bei vielen Vorgesetzten, die selbst nicht mehr das Gef&uuml;hl haben, genug Vertrauen ihrer &uuml;bergeordneten F&uuml;hrung zu genie&szlig;en. Strittige Fragen und Entscheidungen werden, statt mutig getroffen zu werden, lieber nach oben weitergereicht oder an andere Stellen abgegeben. Durch dieses Vorgehen hat niemand einen Fehler begangen, und niemand muss sich f&uuml;r getroffenen Entscheidungen selbst verantworten &#8211; die eigene Karriere ist gesichert. Vorbilder f&uuml;r junge Soldaten bilden sich so leider nicht heraus. Wenn niemand sich mehr traut, den Mund aufzumachen, seine eigene Meinung zu vertreten, mutige Entscheidungen zu f&auml;llen und auch Fehler zu begehen, ist die Innere F&uuml;hrung als Konzept und Leitbild am Ende. Diese b&uuml;rokratische Mentalit&auml;t wird leider von ganz oben gef&ouml;rdert und gelebt. Kaum macht ein Soldat einen Fehler, l&auml;sst ihn die Ministerin aus dem Amt entfernen. Bei allen Skandalen der letzten Monate wurde das Mikromanagement des Verteidigungsministeriums immer wieder deutlich. Bis auf die kleinste Ebene wird durchregiert und entschieden. Damit nimmt die Ministerin den Vorgesetzten jede Luft zum Atmen und schafft ein Klima der Angst und blinden B&uuml;rokratie.<\/p>\n<p><i>Was muss begleitend zur angek&uuml;ndigten &Uuml;berarbeitung des sogenannten Traditionserlasses der Bundeswehr geschehen, um effektiv das Konzept vom Staatsb&uuml;rger in Uniform zu verwirklichen? Welche konkreten Ma&szlig;nahmen m&uuml;ssen getroffen werden, um die &#8222;Vorschrift zur Inneren F&uuml;hrung&#8220; (ZDv 10\/1) in der Truppe umzusetzen?<\/i><\/p>\n<p>Lange Zeit war die Innere F&uuml;hrung ein Mittel f&uuml;r Stabsoffiziere, ihre Karriere aufzubauen und General zu werden. Das Zentrum Innere F&uuml;hrung in Bonn war der Elfenbeinturm einer kleinen Elite, die sich mit diesem Thema besch&auml;ftigte. Das muss sich &auml;ndern. Jede Einheit bis hinunter zur Kompanie braucht Kontakt mit der Inneren F&uuml;hrung und daf&uuml;r einen hauptamtlichen Offizier, der sich um die Politische Bildung und die Innere F&uuml;hrung k&uuml;mmert. Seine Aufgabe best&uuml;nde darin, sich intensiv auf Unterrichte vorzubereiten und die Einstellung der Truppe zu f&ouml;rdern, sowie mit den Soldaten &uuml;ber ihr Selbstverst&auml;ndnis zu sprechen. Bei gr&ouml;&szlig;eren Problemen und F&uuml;hrungsfehlverhalten in der Einheit muss dieser Offizier Alarm schlagen und im Ernstfall externe Teams des Zentrums einbestellen, um Probleme aufzuarbeiten und die Vorgesetzten bei der Umsetzung ihrer disziplinarischen T&auml;tigkeiten unterst&uuml;tzen. Das Leitbild der Bundeswehr darf nicht ausgelagert werden, sondern muss bei den Soldaten stattfinden &#8211; sonst wird es scheitern.<\/p>\n<p><i>Was kann eine B&uuml;rgerrechtsorganisation wie die Humanistische Union dazu beitragen, dass ein Dialog zwischen Bundeswehr und (Zivil-) Gesellschaft zustande kommt und welche Themen sollten aus Ihrer Sicht daf&uuml;r ma&szlig;geblich sein?<\/i><\/p>\n<p>Im Rahmen der Politischen Bildung oder in Kursen zur Inneren F&uuml;hrung b&ouml;te sich an, dass die zust&auml;ndigen Offiziere auch auf ein Referentenangebot der HU zur&uuml;ckgreifen k&ouml;nnen. Neben der Milit&auml;rseelsorge hat auch die Humanistische Union ihren Platz bei der Ausbildung des inneren Kompasses eines Soldaten und bei der Heranziehung von gefestigten Charakteren die wissen, was gut und schlecht ist. Das Zentrum Innere F&uuml;hrung sollte nicht nur im eigenen Saft k&ouml;cheln, sondern auch externe Angebote in die Bundeswehr holen. Der Blick &uuml;ber den Tellerrand tut den Soldaten gut &#8211; vor allem seitdem es die Wehrpflicht und damit die nat&uuml;rliche Verbindung mit der Gesellschaft nicht mehr gibt.<\/p>\n<p><i>Hat die Bundesverteidigungsministerin seinerzeit auf den Brief des Darmst&auml;dter Signals mit der Forderung nach &#8222;st&auml;rkerer demokratischer F&uuml;hrungskultur&#8220; eigentlich geantwortet?<\/i><\/p>\n<p>Wir haben keine Antwort erhalten.<\/p>\n<p><i>Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch!<br \/>Die Fragen stellte Werner Koep-Kerstin.<\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":4725,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[133],"publikationen":[1089],"class_list":["post-10870","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-werner-koep-kerstin","publikationen-1089"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u201eWenn niemand sich mehr traut, den Mund aufzumachen, ist die Innere F\u00fchrung als Leitbild am Ende.\u201c - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/218\/publikation\/wenn-niemand-sich-mehr-traut-den-mund-aufzumachen-ist-die-innere-fuehrung-als-leitbild-am-ende\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u201eWenn niemand sich mehr traut, den Mund aufzumachen, ist die Innere F\u00fchrung als Leitbild am Ende.\u201c - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Gespr&auml;ch mit Florian Kling vom Darmst&auml;dter Signal, in: vorg&auml;nge Nr. 218 (Heft 2\/2017), S. 79-83 Der Fall Marco A. hat offenbart, dass Bundeswehroffiziere mutma&szlig;lich Morde an deutschen Politikern planten und den Verdacht auf Fl&uuml;chtlinge lenken wollten. 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