{"id":10878,"date":"2017-08-17T09:00:00","date_gmt":"2017-08-17T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/erwiderung\/"},"modified":"2017-08-17T12:00:00","modified_gmt":"2017-08-17T10:00:00","slug":"erwiderung","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/218\/publikation\/erwiderung\/","title":{"rendered":"Erwiderung"},"content":{"rendered":"<p>auf Johann S. Ach: &#132;Zuwanderung und Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen &#8230;&#147; (vorg\u00e4nge Nr. 214), in: vorg\u00e4nge Nr. 218 (Heft 2\/2017), S. 148-152<\/p>\n<p><i>Johann S. Ach hat im vergangenen Jahr Michael Walzers &#132;Sph\u00e4ren der Gerechtigkeit&#147; unter dem Blickwinkel m\u00f6glicher moralphilosophischer Verpflichtungen zur Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen in den vorg\u00e4ngen besprochen. Seiner Argumentation eines \u00fcbergreifenden &#132;Prinzips der Hilfeleistung&#147; widerspricht Werner M\u00fcller-Pelzer. <\/i><\/p>\n<p>Der Essay von Johann S. Ach ist das Werk eines politischen Kosmopoliten, der den einzelnen Staaten im Hinblick auf eine zuk\u00fcnftige Weltordnung als &#132;politische Gemeinschaft&#147; (128) normativ nur mehr einen eingeschr\u00e4nkten moralischen Geltungsanspruch zubilligt: Er sieht &#132;die M\u00f6glichkeiten staatlicher Selbstbestimmung und auch deren Rechtfertigung in dem Ma\u00dfe schwinden, wie mehr und mehr unserer Probleme nach einer globalen L\u00f6sung verlangen&#147; (a.a.O.). Dem Autor kommt dabei nicht in den Sinn, dass im Vergleich zu den hoch entwickelten staatlichen Ordnungen des Westens die anvisierte Weltordnung allenfalls in ersten Ans\u00e4tzen existiert und haupts\u00e4chlich als Gedankending ihrer Propagandisten vorkommt. Gest\u00fctzt auf Ver\u00f6ffentlichungen von Peter Singer und unter Vorgriff auf die gew\u00fcnschte globale Ordnung bedient sich J.S. Ach des Themas der Migration, um die partikul\u00e4ren Interessen der Staaten in Europa gegen eine vermeintlich absolut bindende weltb\u00fcrgerlich-moralische Norm auszuspielen. &#132;Das moralische Prinzip der Hilfeleistung scheint Einschr\u00e4nkungen der Aufnahmeverpflichtung [&#133;] kaum zuzulassen&#147; (129).<\/p>\n<p>Diese Diskursstrategie f\u00fchrt einmal zu argumentativen Verzerrungen, wie unten zu zeigen ist. Zum anderen scheint sie f\u00fcr einen groben Versto\u00df gegen die wissenschaftliche Redlichkeit verantwortlich zu sein. Achs Er\u00f6rterung findet auf einer schiefen Ebene statt, weil er sich auf die 2. Auflage von Peter Singers Praktische Ethik von 1994 (im Original 1993 erschienen mit einem Kapitel \u00fcber Fl\u00fcchtlinge) bezieht, der Leser aber nicht erf\u00e4hrt, dass Singer in der 3. Auflage aus dem Jahr 2013 [1] das fr\u00fchere Kapitel 9 &#132;Insiders and Outsiders&#147; (so der Originaltitel) hat fortfallen lassen. Singer erkl\u00e4rt, er sei mit dem Kapitel &#132;in seiner urspr\u00fcnglichen Form unzufrieden geworden&#147;, weil er eingesehen habe, dass 1. seine Thesen eine negative Auswirkung auf Minorit\u00e4ten in manchen L\u00e4ndern (&#132;rassistische Gegenreaktionen&#147;) haben k\u00f6nnten, 2. die Unterschiede zwischen den in Frage kommenden L\u00e4ndern gr\u00f6\u00dfer als urspr\u00fcnglich vermutet seien, und 3. &#132;insbesondere weil es sich um ein Problem handelt, bei dem die Politik st\u00e4rker gefragt ist und individuelles Handeln weniger auszurichten vermag.&#147; (Singer (3)2013, 15) Es ist anerkennenswert, dass P. Singer diese Bedenken zu Protokoll gibt. Umso weniger ist zu verstehen, dass J.S. Ach den Lesern der vorg\u00e4nge vorenth\u00e4lt, dass die von ihm verwandten Singer-Argumente der 2. Auflage f\u00fcr die Aufnahme von noch mehr Fl\u00fcchtlingen seit 2015 in der referierten Form nicht (mehr) stichhaltig sind. Mehr noch: Das Problem der Migration wird von Singer ausdr\u00fccklich in den gr\u00f6\u00dferen Rahmen der politischen Interessensabw\u00e4gung zur\u00fcckverwiesen, was Ach in seinem Essay an Michael Walzer kritisiert.<\/p>\n<p>Nun zur Argumentation von J.S. Ach! Wie der Titel ank\u00fcndigt, sind f\u00fcr den Autor Zuwanderung und Hilfeleistung gegen\u00fcber Fl\u00fcchtlingen ein und dasselbe Thema:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#132;<i>Aus der Perspektive des moralischen Prinzips der Hilfeleistung muss man &#150; gegen Walzer &#150; der Auffassung sein, dass die Einwanderungspolitik von den Bed\u00fcrfnissen oder Interessen der Betroffenen auszugehen hat, und dass in F\u00e4llen, in denen, wie in der Frage der Zuwanderung, die Interessen verschiedener Gruppen miteinander in Konflikt geraten, die Interessen aller Betroffenen in gleichem Ma\u00dfe zu ber\u00fccksichtigen sind.<\/i>&#147; (125)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><b>Demgegen\u00fcber ist festzuhalten, dass zwischen Zuwanderung und Hilfeleistung zu differenzieren ist. <\/b>Die rechtsphilosophisch begr\u00fcndete, gesetzliche Zuwanderungsregelung eines Staates ist nicht mit der individualethisch begr\u00fcndeten Hilfeleistung gegen\u00fcber Fl\u00fcchtlingen in Not gleichzusetzen. Diese Differenz versucht J.S. Ach zu verwischen, indem er die in der analytischen Philosophie \u00fcbliche Unterscheidung zwischen moralisch h\u00f6herwertigen, sog. akteur-neutralen, und moralisch niedrigerwertigen, sog. akteur-relativen, partikul\u00e4ren Begr\u00fcndungen verwendet: Die Sorge um die Zukunft der eigenen Gesellschaft m\u00fcsse hinter der Sorge f\u00fcr Hilfsbed\u00fcrftige zur\u00fcckstehen. Demgegen\u00fcber ist festzuhalten: Die Hilfeleistung erfolgt, um aktuell gef\u00e4hrdetes Leben zu retten (z.B. im Fall des biblischen Samariters oder klassischerweise eines Schiffsbr\u00fcchigen). Diese humanit\u00e4re Verpflichtung begr\u00fcndet aber f\u00fcr den Geretteten kein weiteres Recht, als in einer sicheren Umgebung vor\u00fcbergehend medizinisch versorgt und angemessen ern\u00e4hrt zu werden.<\/p>\n<p>\u00dcberzeugte kosmopolitische Autoren wie Ach versuchen nun, das von Kant formuliere Weltb\u00fcrgerrecht auf Hilfeleistung zu einem einklagbaren, subjektiven Recht auf vollen B\u00fcrgerstatus weltweit umzudeuten. Dabei wird \u00fcbergangen, dass die globale, von unterschiedlichen Motiven gespeiste Migration nach Europa in vielen F\u00e4llen auf einen planvollen Missbrauch der Rettungspflicht hinausl\u00e4uft. Durch den Weg \u00fcber das Mittelmeer z.B., bei dem das Ertrinken als Risiko einkalkuliert wird, werden die planlosen europ\u00e4ischen Regierungen in die Rolle der humanit\u00e4ren Helfer gezwungen. Die Migranten haben dabei die (noch) berechtigte Erwartung, als Gestrandete nicht nur provisorisch versorgt zu werden, sondern eine endg\u00fcltige Zuwanderung erreichen zu k\u00f6nnen, denn die deutsche Politik hat dem selbstherrlich vorgegriffen: mit der von keiner rechtlichen oder moralischen Norm gebotenen Einladung zur Integration (&#132;Willkommenskultur&#147;). [2] Es ist nachvollziehbar, warum die Migranten unter diesem Vorzeichen der Aufnahme in die wohlhabendsten L\u00e4nder der EU dann ggf. auch mit brachialer Gewalt nachzuhelfen versuchen. Diesen Migranten aber generell das Motiv zu unterstellen, &#132;Teil der Reziprozit\u00e4tsgemeinschaft&#147; (127) des jeweiligen Ziellandes, also z.B. Deutsche, nicht aber Niederl\u00e4nder, Schweden, nicht aber Franzosen werden zu wollen, ist nicht nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>Die Vermischung von Zuwanderung und Hilfeleistung bei J.S. Ach erf\u00fcllt auch den Zweck, einen Weg zu finden, um die u.a. von M. Walzer vertretene These zu kritisieren, die Verwirklichung der gemeinsamen Lebensweise einer politischen Gemeinschaft habe Vorrang vor dem Aufnahmebegehren von Migranten. Es ist hier nicht der Ort, n\u00e4her auf Walzers Argumente einzugehen. Ach m\u00f6chte auch hier den Unterschied ausspielen zwischen moralisch h\u00f6herwertigen akteur-neutralen und moralisch niedrigerwertigen akteur-relativen, d.h. partikul\u00e4ren Begr\u00fcndungen, die nicht das &#132;Gesamtwohl f\u00f6rdern&#147; (125). Doch dieses abstrakte globale Gesamtwohl d\u00fcrfte kaum konkreter als etwa die Menschenrechte formulierbar sein; wie das Zusammenleben in den unterschiedlichen Kulturen der Welt angemessen zu gestalten ist, kann nicht von einem \u00fcberpers\u00f6nlichen rationalen Prinzip deduziert werden, sondern muss durch die Besinnung der Einzelnen auf die jeweiligen erprobten und neu zu pr\u00fcfenden Werte und Normen der betreffenden kulturellen und politischen Gemeinschaften ermittelt werden.[3] Eine wahllose Durchmischung aller V\u00f6lker miteinander f\u00fchrt angesichts unterschiedlichster sittlicher, \u00e4sthetischer, religi\u00f6ser, sozialer und kommunikativer Normen zu Konflikten und\/oder zu gegenseitiger &#132;bunter&#147; Gleichg\u00fcltigkeit, nicht aber zu einem Zusammenleben in diachroner Verantwortung. Da Ach &#132;einer globalen L\u00f6sung&#147; (128; Hervorhebung im Text) das Wort redet, \u00fcberrascht es nicht, dass der Autor den republikanischen Zusammenhalt politischer Gemeinschaften geringsch\u00e4tzt (&#132;Konglomerate&#147;, 128) und von kultureller Identit\u00e4t nur in Anf\u00fchrungszeichen (128) spricht. F\u00fcr Ach und andere kosmopolitisch gesinnte Autoren gilt es, den republikanischen, durch gemeinsame Herkunft, Sprache und Lebensstil entstandenen politischen Zusammenhalt weiter aufzul\u00f6sen zugunsten eines losen multikulturellen Verbandes unterschiedlicher, weitgehend die eigenen Traditionen pflegenden communities. Die L\u00e4nder seien, so sieht es Ach unbelastet von P. Singers Bedenken, im Sinne eines vermeintlich weltweiten moralischen Imperativs hinsichtlich der moralischen Aufnahmepflicht von Fl\u00fcchtlingen &#132;von den Grenzen ihrer Belastbarkeit noch immer sehr weit entfernt&#147; (129).<\/p>\n<p>Aufs\u00e4tze wie der von J.S. Ach sind Gradmesser f\u00fcr die Befindlichkeit eines intellektuellen Milieus, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die affektive Bindung der Europ\u00e4er an ihre Lebensart, ihre Sprachen, ihre Erinnerungskultur und die Nationalstaaten, in denen sie leben, zu ersch\u00fcttern sowie ihr Vertrauen in die F\u00e4higkeit zur Selbstbesinnung zu unterminieren.[4] Der hochfliegende Kosmopolitismus ignoriert durchg\u00e4ngig die Erfahrungen, die bereits mit Migration gemacht worden sind.[5] Dazu geh\u00f6rt insbesondere die Einsicht: &#132;<i>Die grundlegende Bestimmungsgr\u00f6\u00dfe der Migrationspolitik sollte nicht die Migrationsrate selbst sein, sondern das Ausma\u00df der Vielfalt.<\/i>&#147; (Collier (2)2016, 272) Bei J.S. Ach sind die Migranten einfach Mitb\u00fcrger, doch es macht einen erheblichen Unterschied, inwiefern sich das &#132;Sozialmodell&#147; (Collier) der Zuwanderer von dem der aufnehmenden Kultur unterscheidet. Einer sich ihrer spezifischen Finalit\u00e4t kontinuierlich versichernden Gesellschaft muss an der affektiven und intellektuellen Einbindung der aufgenommenen Menschen in die gew\u00e4hlte Kultur gelegen sein. Einwanderung ohne den Willen, sich die Sprache und die darin sedimentierten charakteristischen Verbindlichkeiten der gew\u00e4hlten Gemeinschaft, d.h. des &#132;Sozialmodells&#147; anzueignen und zu ihnen eine pers\u00f6nliche Affinit\u00e4t zu entwickeln, f\u00fchrt &#150; zumindest in Europa &#150; zu nicht w\u00fcnschbaren Parallelgesellschaften.[6] Die irrige Vorentscheidung, national verfasste Kulturen verf\u00fcgten \u00fcber einen geringeren moralischen Geltungsanspruch als die ertr\u00e4umte Weltgesellschaft, verleitet zu der schiefen Sicht, jenes vorauszusetzende aktive Bem\u00fchen der Zuwanderer um Zugeh\u00f6rigkeit verletze das Eigenrecht der Migranten und sei ein Zeichen von kulturellem Essentialismus sowie der Vorbote von Nationalismus, Eurozentrismus und Rassismus.[7] Diese Polemik l\u00e4uft aber ins Leere. Die affektive Verbundenheit mit meiner Sprache, meiner Heimat und meinem Land beschneidet niemandem das Recht, f\u00fcr sein Land, seine Sprache und seine Heimat dieselbe Verbundenheit zu empfinden. Bedenklich wird es erst, wenn sich die jeweilige Verbundenheit mit der &#132;<i>affektiven Bindung an das Thema der Macht<\/i>&#147; (H. Schmitz) vermischt und ein Volk sich \u00fcber das andere stellen will. Dann kann es zu kultureller Abschottung bis hin zu kriegerischen Konflikten kommen.<\/p>\n<p>Zuwanderer hingegen, die nach den Kriterien des jeweiligen Landes ausgew\u00e4hlt worden sind und eine diachrone Mitverantwortung f\u00fcr das jeweilige Land \u00fcbernehmen wollen, bringen die Elemente des Fremden mit, die vom Gastland aufgegriffen werden k\u00f6nnen. Im Interesse einer gemeinsamen kulturellen und politischen Zukunft erfolgt dann ein Ringen mit dem gemeinsamen Ziel, eine Fortentwicklung des Zusammenlebens zu erreichen. So k\u00f6nnen Zuwanderer z.B. die Bestrebungen verst\u00e4rken, den zum sozialen Autismus tendierenden westlichen Individualismus zu korrigieren. Statt also &#150; wie vom politischen Kosmopolitismus betrieben &#150; in den entwickelten L\u00e4ndern ein latentes Schuldbewusstsein zu z\u00fcchten [8], tun die Europ\u00e4er gut daran, sich auf die &#132;implantierenden gemeinsamen Situationen&#147; (H. Schmitz) zu besinnen.<\/p>\n<p><i>WERNER\u00a0M\u00dcLLER-PELZER\u00a0\u00a0 studierte Romanistik (Franz\u00f6sisch), Hispanistik, Philosophie und ev. Theologie an den Universit\u00e4ten Bonn, Aix-en-Provence und Salamanca. Seit seiner Promotion &#132;Leib und Leben. Untersuchungen zur Selbsterfahrung in Montaignes Essais&#147; ist er der Neuen Ph\u00e4nomenologie verbunden. Bis 2014 war er verantwortlich f\u00fcr den BA-Studiengang International Business (deutsch-franz\u00f6sisch und deutsch-spanisch) am Fachbereich Wirtschaft der FH Dortmund. Er ist Koordinator der internationalen &#132;Forschungsstelle f\u00fcr interkulturelle und europ\u00e4ische Studien&#147; und Herausgeber des eJournals impEct.<\/i><\/p>\n<p><b>Anmerkungen:<\/b><\/p>\n<p>1 Peter Singer (2013): Praktische Ethik. 3., revidierte und erweiterte Auflage, Stuttgart: Reclam.<\/p>\n<p>2 L\u00e4ngst ist erkannt worden, dass die selbstherrliche \u00d6ffnung der deutschen Grenzen im Jahr 2015 dreierlei vertuschen sollte: 1. das Vers\u00e4umnis einer vorausschauenden Einwanderungspolitik seitens<br \/>der Regierung, 2. das Vers\u00e4umnis einer wirtschaftlichen und politischen Einbeziehung des Mittelmeerraums durch die EU und 3. die Mitverantwortung der EU f\u00fcr die Migrationsursachen (z.B. die Destabilisierung nationaler \u00d6konomien durch eine skandal\u00f6se Exportpolitik und das Paktieren mit regierenden Autokraten).<\/p>\n<p>3 Vgl. Hermann Schmitz (2012): Das Reich der Normen. Freiburg\/M\u00fcnchen: Karl Alber.<\/p>\n<p>4 Aus der Perspektive eines radikalen Kosmopolitismus wird angesichts der Migration erwogen, in Deutschland die Gr\u00fcndung von Neu-Aleppo, Neu-Madaya (Syrien), Neu-Diyarbakir, Neu-Erbil, Neu-Dokuk (Kurdistan), Neu-Kandahar, Neu-Kunduz (Afghanistan) oder Neu-Enugu und Neu-Ondo (Nigeria) zu erm\u00f6glichen, wo die Zuwanderer gem\u00e4\u00df ihren angestammten Normen und Gewohnheiten leben k\u00f6nnten. Die Umfunktionierung Europas zu einem &#132;M\u00f6glichkeits- und Transitraum f\u00fcr<br \/>durchl\u00e4ssige Heimaten&#147; (Ulrike Gu\u00e9rot, 2016: Warum Europa eine Republik werden muss! Eine politische Utopie. Bonn, 250 f.; Hervorhebung im Text) w\u00fcrde die &#132;Kolonisierung Europas&#147; (so der<br \/>Philosoph Vlad Mure an, Universit\u00e4t \u015f Cluj) besiegeln.<\/p>\n<p>5 Vgl. Paul Collier (22016): Exodus. Warum wir Einwanderung neu regeln m\u00fcssen. Bonn: BPB.<\/p>\n<p>6 Vgl. Peter Sloterdijk: &#132;Es gibt schlie\u00dflich keine moralische Pflicht zur Selbstzerst\u00f6rung.&#147; In: Cicero, 28.01.2016, &#132;Das kann nicht gut gehen&#147;.<\/p>\n<p>7 Die Perspektive, die Ach u.a. gegen\u00fcber den Kulturen einnimmt, entspricht dem unbeteiligten &#132;Blick aus dem Nichts&#147; (Thomas Nagel). Von diesem kosmopolitischen Beobachterstandpunkt aus erscheinen alle Kulturen als gleichwertig. Um das Fortleben der eigenen Kultur zu gew\u00e4hrleisten, nehmen die Mitglieder jeder einzelnen Kultur hingegen den Standpunkt der Betroffenen ein. Sie sind in diesem Sinn &#132;dogmatisch&#147;, d.h. sie k\u00f6nnen sich dem affektiven Betroffensein durch den Appell des <i>Tua res agitur <\/i>nicht entziehen. Der Abschleifung der affektiven Verbundenheit mit der eigenen Herkunft zugunsten eines Vernunft-Kosmopolitismus aus der Beobachterperspektive ist deshalb zu widersprechen.<\/p>\n<p>8 Vgl. Henning N\u00f6renberg (2014): Der Absolutismus des Anderen. Politische Theologien der Moderne. Freiburg\/M\u00fcnchen: Karl Alber.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[281],"publikationen":[1089],"class_list":["post-10878","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-werner-mueller-pelzer","publikationen-1089"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Erwiderung - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/218\/publikation\/erwiderung\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Erwiderung - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"auf Johann S. 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