{"id":10881,"date":"2017-05-04T17:30:00","date_gmt":"2017-05-04T15:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/die-individuelle-religionsausuebung-ist-bisher-nur-partiell-gegeben\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:22","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:22","slug":"die-individuelle-religionsausuebung-ist-bisher-nur-partiell-gegeben","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/217-vorgaenge\/publikation\/die-individuelle-religionsausuebung-ist-bisher-nur-partiell-gegeben\/","title":{"rendered":"\u201eDie individuelle Religionsaus\u00fcbung ist bisher nur partiell gegeben\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Interview mit Riem Spielhaus, in: vorg&auml;nge Nr. 217 (Heft 1\/2017), S. 11-20<\/p>\n<div><span class=\"migrated-image\"><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/spielhaus2.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4736 size-medium\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/spielhaus2-360x450.jpg\" alt=\"&#8222;Die individuelle Religionsaus&uuml;bung ist bisher nur partiell gegeben&#8220;\" width=\"360\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/spielhaus2-360x450.jpg 360w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/spielhaus2-600x750.jpg 600w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/spielhaus2-768x960.jpg 768w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/spielhaus2-1229x1536.jpg 1229w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/spielhaus2-1639x2048.jpg 1639w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/spielhaus2-480x600.jpg 480w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/spielhaus2-270x337.jpg 270w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/spielhaus2.jpg 1729w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"news-single-imgcaption\">\n<\/div>\n<p><i><b>RIEM&nbsp;SPIELHAUS<\/b>&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1974, studierte Islamwissenschaften und Afrikawissenschaften an der Humboldt-Universit&auml;t zu Berlin. Nach ihrem Magisterabschluss war sie zun&auml;chst als Referentin der Bundesbeauftragten f&uuml;r Migration, Fl&uuml;chtlinge und Integration sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Islamwissenschaft an der Humboldt-Universit&auml;t t&auml;tig. Sie promovierte 2008 mit der Arbeit &#8222;Wer ist hier Muslim? Die Entwicklung eines islamischen Bewusstseins in Deutschland zwischen Selbstidentifikation und Fremdzuschreibung&#8220;. Es folgten Forschungsaufenthalte am Centre for European Islamic Thought an der Theologischen Fakult&auml;t der Universit&auml;t Kopenhagen sowie am Erlanger Zentrum f&uuml;r Islam und Recht in Europa (EZIRE) der Friedrich-Alexander-Universit&auml;t Erlangen-N&uuml;rnberg, wo sie u.a. zur rechtlichen Anerkennung des Islams in Deutschland arbeitete. Heute ist sie Professorin an der Georg-August-Universit&auml;t G&ouml;ttingen und leitet seit 2016 die Abteilung Schulbuch und Gesellschaft am Georg-Eckert-Institut in Braunschweig.<\/i><\/p>\n<p><i>Frau Spielhaus, Sie haben sehr viel geforscht und gearbeitet zum Selbstverst&auml;ndnis und zur Identit&auml;tsbildung von muslimischen Menschen in Deutschland. Wenn Sie die Entwicklungen der letzten Jahre auf einen Nenner bringen sollten: Was hat sich ge&auml;ndert?<\/i><\/p>\n<p>Als wichtigste &Auml;nderung ist zu nennen, dass Muslime in Deutschland &uuml;berhaupt als solche wahrgenommen werden. Alle, die einen sichtbaren Hintergrund in einem mehrheitlich muslimischen Land haben, m&uuml;ssen sich heute in Deutschland zum Islam positionieren &#8211; entweder als Muslime oder Ex-Muslime, als Juden oder Christen. Ein gro&szlig;er Anteil der Identit&auml;tsbildung von Muslimen erfolgt derzeit &uuml;ber Zuschreibungen. Das betrifft ganz stark Jugendliche in der Schule, aber auch Prominente, Unternehmer, Sportler, K&uuml;nstler. Und es hat dazu gef&uuml;hrt, dass wir pl&ouml;tzlich viele Muslime im Land haben.<\/p>\n<p><i>W&auml;hrend es vorher Nationalit&auml;ten waren?<\/i><\/p>\n<p>Genau. Dieselben Menschen wurden in den 1980er und 1990er Jahren als T&uuml;rken wahrgenommen &#8211; &uuml;brigens auch, wenn sie Araber waren. Fr&uuml;her dominierten ethnische und nationale Herk&uuml;nfte den Diskurs und die Wahrnehmung Eingewanderter, heute ist es die Religion. Mit der &Auml;nderung der Fremdwahrnehmung wurden neue Gruppen geschaffen: In den 1970er Jahren wurden die &#8222;S&uuml;dl&auml;nder&#8220; in einen Topf gesteckt &#8211; Griechen, Spanier, T&uuml;rken und Jugoslawen, die als Gastarbeiter nach Westdeutschland gekommen waren. Seitdem hat sich dieser &#8222;Topf&#8220; stark ver&auml;ndert. Die Italiener, die Griechen und die Spanier wurden in den &#8222;europ&auml;ischen Topf&#8220; integriert, w&auml;hrend die T&uuml;rken mit den Arabern und den Pakistanis in einem anderen &#8222;Topf&#8220; behandelt werden. Als Afrikaner Markierte werden in der Regel nicht als Muslime wahrgenommen, auch wenn viele der Senegalesen und Ghanaer in Deutschland sich als solche verstehen. Wichtig ist daher, sich bewusst zu machen, dass die Kategorisierungen nicht den Beziehungen der vermeintlichen Gruppen untereinander, ihrem Gemeinschaftsempfinden und ihrer Solidarisierung entsprechen, und dass sie auch nicht unbedingt mit der Selbstwahrnehmung der darin zusammengefassten Menschen &uuml;bereinstimmen.<\/p>\n<p><i>Wie wirken sich diese Fremdzuschreibungen auf die Selbstwahrnehmung der hier lebenden Migranten aus? Nehmen sie sich jetzt beispielsweise st&auml;rker als Muslime denn als T&uuml;rken wahr?<\/i><\/p>\n<p>Identit&auml;ten lassen sich nicht als &#8222;entweder oder&#8220; darstellen. Auf der pers&ouml;nlichen Ebene ist Selbstwahrnehmung manchmal ambivalent und meist vielf&auml;ltig. Identit&auml;ten haben ihre Konjunkturen, und ihre Bedeutungen k&ouml;nnen sich schnell verschieben. Menschen haben immer mehrere Identit&auml;ten und w&uuml;rden nicht unbedingt ihre muslimische als erste angeben &#8211; auch wenn sie vor allem &uuml;ber diese wahrgenommen werden. Zuschreibungen und Adressierungen als muslimisch f&uuml;hren dazu, dass mehr Menschen mit Migrationshintergrund als Muslime in der &Ouml;ffentlichkeit sichtbar werden und sich als solche in Debatten einbringen. Sie werden im Islamdiskurs ja auch immer wieder dazu aufgefordert, sich zu positionieren, werden zu Talk-Shows eingeladen und sollen auf Podiumsdiskussionen als Muslime sprechen.<\/p>\n<p>Dass solche permanenten Aufforderungen die Betroffenen nicht unber&uuml;hrt lassen, sehen wir beispielsweise am <i>i,Slam<\/i>, einem Poetry-Wettbewerb, der von als muslimisch markierten Jugendlichen initiiert wurde. Die Beitr&auml;ge spiegeln h&auml;ufig das Ringen mit der Identit&auml;t: &#8218;Bin ich jetzt eher dies, bin ich eher jenes, oder will ich etwas ganz anderes sein?&#8216; Oder DJane Ipek, die nach dem 11. September 2001 ein T-Shirt mit dem Spruch trug: &#8222;<i>Don&#8217;t panic, I&#8217;m islamic.<\/i>&#8220; Dieses Bild brachte es sogar auf die Titelseite eines Magazins. Ipek Ipekcioglu ist bekennend lesbisch und will vor allem als Musikerin wahrgenommen werden. Oder der Schriftsteller Navid Kermani, der sich lange Zeit gegen das Label &#8222;Berufs-Muslim&#8220; wehren musste. Ihm ist es gelungen, mit seiner professionellen Identit&auml;t als Schriftsteller sichtbar zu werden, die weit &uuml;ber die religi&ouml;se hinausgeht.<\/p>\n<p>F&uuml;r Menschen muslimischen Hintergrunds stellt die Islamdebatte mittlerweile einen schmerzhaften Kampf dar &#8211; in dem sie ihren eigenen Weg finden, sich positionieren und abgrenzen m&uuml;ssen, um ihre Identit&auml;t auszuhandeln. Die Islamdebatte ist ja in gro&szlig;en Teilen ein Abgrenzungsdiskurs. Einerseits wird Muslimen darin nicht selten die Zugeh&ouml;rigkeit zu Deutschland abgesprochen, andererseits sollen sie sich vom Terrorismus abgrenzen. Aber es reicht nicht zu sagen, was der Islam nicht ist. Muslime m&uuml;ssen diese Identit&auml;t gemeinschaftlich und individuell f&uuml;llen. F&uuml;r Jugendliche beispielsweise ist das eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe.<\/p>\n<p>Wenn man sieht, wie viele muslimische Jugendliche heute als Muslime aktiv sind, dann ist das ein gro&szlig;er Unterschied gegen&uuml;ber dem Stand vor 20 Jahren. Damals waren das kleine, marginale Gr&uuml;ppchen, die als muslimische Jugendliche aktiv waren. Heute sehen wir: Menschen die als Muslime angesprochen werden, antworten auch h&auml;ufig als Muslime.<\/p>\n<p><i>Teilen Sie die Kritik, dass speziell mit der Deutschen Islam Konferenz und den dort eingebundenen Verb&auml;nden die konservativen bzw. restriktiven Stimmen innerhalb der islamischen Community in Deutschland gest&auml;rkt wurden?<\/i><\/p>\n<p>Die Label &#8222;konservativ&#8220; und &#8222;liberal&#8220; sind f&uuml;r das muslimische Feld nur sehr schwer anwendbar. Die islamischen Organisationen sind &auml;u&szlig;erst vielf&auml;ltig sowohl in Bezug auf politische als auch auf religi&ouml;se Positionen. Was klar ist: bei den an der Islam Konferenz Beteiligten handelt es sich um organisierte Gruppen. Das Bundesinnenministerium hat zwar in der ersten Phase versucht, auch Stimmen der Nichtorganisierten zu integrieren. Das ist aber nur begrenzt gelungen und wurde von Anfang an stark kritisiert.<\/p>\n<p><i>Warum?<\/i><\/p>\n<p>Genau weil sie nicht &#8211; zumindest nicht in religi&ouml;sen Gemeinschaften &#8211; organisiert sind. So funktioniert eben die Demokratie in unserem Land: Um geh&ouml;rt zu werden und eine Stimme zu haben, muss man sich zusammenschlie&szlig;en und einen Verein oder eine Partei gr&uuml;nden. Die Einbeziehung der T&uuml;rkischen Gemeinde Deutschlands &#8211; einer entlang nationaler Linien organisierten Gemeinschaft &#8211; in die Islam Konferenz bildet dabei die gro&szlig;e Ausnahme. Wenn man die Menschen an einen Tisch holt, die sich entlang von Religionsfragen engagieren, sich &uuml;ber das Merkmal Religion zusammenfinden, dann hat man eine ganz bestimmte Gruppe einbezogen &#8211; und andere eben nicht. Sind diese Menschen nun konservativer als die anderen? Es sind vor allem diejenigen, die sich um die Gestaltung des religi&ouml;sen Lebens in diesem Land bem&uuml;hen.<\/p>\n<p>Wenn wir uns die Individuen anschauen, etwa so jemanden wie Aiman Mazyek[1]: der hat in den 1990er Jahren f&uuml;r die Liberalen als B&uuml;rgermeister kandidiert. Einige in Moscheegemeinden und Vereinen engagierte Musliminnen und Muslime sind Mitglieder in CDU oder SPD; schauen Sie sich den Arbeitskreis muslimischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten an. Es ist nicht davon auszugehen, dass Menschen automatisch konservativ sind, nur weil sie sich in einem religi&ouml;sen Verband engagieren, in dem es gewiss auch viele konservative Stimmen gibt. Die organisierten Muslime sind diejenigen, die sich die M&uuml;he machen, in einem Moscheeverein mitzuwirken, ihre Zeit einbringen und Geld daf&uuml;r zahlen, dass z.B. jeden Freitag das Gebet m&ouml;glich ist. Personen, die das Gebet unwichtig finden, sind vermutlich weniger in solchen Vereinen organisiert. Das unterscheidet islamische Organisationen von Kirchen, in denen &uuml;ber die Taufe auch Menschen Mitglied werden, die sich sp&auml;ter &uuml;berhaupt nicht f&uuml;r Religion interessieren.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Islam Konferenz ist es sicher nicht falsch, mit denen &uuml;ber Fragen der Bestattung zu reden, die wissen, wie eine Bestattung nach den islamischen Vorschriften durchzuf&uuml;hren ist. Solche Gespr&auml;che sind mit Menschen zu f&uuml;hren, die &uuml;ber eine religi&ouml;se Kompetenz in den Sachfragen verf&uuml;gen. Wie die Gr&uuml;ndung des Liberal-Islamischen Bundes [2] zeigt, organisieren sich auch dezidiert religi&ouml;s-liberale Stimmen innerhalb des Islam in separaten Strukturen.<\/p>\n<p><i>Noch einmal nachgefragt: Es gibt &Auml;u&szlig;erungen von DITIB-Vertretern, die beispielsweise die Gleichstellung der Geschlechter oder den umfassenden, auch das Recht der Nicht-Gl&auml;ubigen integrierenden Begriff der Religionsfreiheit, wie ihn unsere Verfassung enth&auml;lt, in Frage stellen. Die DITIB ist in der Islam-Konferenz vertreten, die lesbische DJane nicht. Ist es nicht ein Problem, dass ihre Positionen bei der Islam-Konferenz hinten unter fallen?<\/i><\/p>\n<p>Aber das ist nicht nur ein Problem der islamischen Vertreter in der Konferenz. Frauen waren auf beiden Seiten &#8211; also auch als Repr&auml;sentanten des deutschen Staates &#8211; kaum vertreten. Das hat sich in der zweiten Phase ge&auml;ndert, wo gerade auch Vereinigungen muslimischer Frauen einbezogen wurden und es explizit um Geschlechterrollenbilder ging.<\/p>\n<p><i>Sehen Sie einen strukturellen Konservatismus solcher Dialogformen?<\/i><\/p>\n<p>Jeder und jedem steht es frei, sich entsprechend zu organisieren. Die DJane k&ouml;nnte auch in diesem Umfeld aktiv werden und einen Verband f&uuml;r ihre Position begr&uuml;nden oder einem bestehenden beitreten. Wenn der Liberal-Islamische Bund w&auml;chst, wird er auch zunehmend politische Bedeutung erlangen und Geh&ouml;r finden. Vielleicht f&uuml;hlen sich viele Muslime in ihm heimischer als in den bisher bestehenden Verb&auml;nden &#8211; das kann gut sein. Die Vielfalt innerhalb einer religi&ouml;sen Szene muss sich allerdings selbst organisieren und darf nicht von au&szlig;en vorgeschrieben werden. Hier greift das Neutralit&auml;tsgebot des Staates. Ob eine DJane dann in der Islam Konferenz sitzen oder sich doch eher auf die Musik konzentrieren m&ouml;chte, ist dann noch eine andere Frage. Es gibt ja auch Muslime, die sagen: &#8218;Ich sehe mich im Bundestag vertreten, weil ich eine bestimmte Partei w&auml;hle oder sogar Mitglied bin &#8211; das ist meine demokratische Repr&auml;sentanz, auch im Hinblick auf die Islampolitik, aber nicht mein religi&ouml;ser Zugang.&#8216; Wo w&auml;ren wir denn, wenn wir Menschen verpflichten, sich in einem religi&ouml;sen Kontext zu organisieren? Und was w&uuml;rde es religionspolitisch bedeuten, wenn wir denen, die sich organisieren, absprechen w&uuml;rden, f&uuml;r ihre religi&ouml;sen Bed&uuml;rfnisse Lobbyarbeit zu betreiben und Vereinbarungen mit staatlichen Stellen zu treffen, z.B. f&uuml;r Bestattungen nach islamischem Ritus?<\/p>\n<p>Die Diskussion um die Repr&auml;sentativit&auml;t islamischer Organisationen ber&uuml;hrt nicht zuletzt immer wieder das Thema Zuschreibung, denn hier werden Menschen aus mehrheitlich muslimischen L&auml;ndern schnell mit Muslimen gleichgesetzt, die in Gespr&auml;che &uuml;ber den Islam einzubinden sind. Daran wurden Organisationen wie DITIB und Zentralrat immer gemessen: Vertreten sie die gesch&auml;tzten 4 Millionen Muslime im Land oder nicht? Nein, die repr&auml;sentieren sie nicht, weil sich viele von ihnen &#8211; so wie viele andere Menschen in Deutschland auch &#8211; die Freiheit nehmen, nichts mit Religion zu tun haben zu wollen. In der Islamdebatte ist aber der Druck hoch, sich zum Islam zu positionieren. Und die Debatte &uuml;bt Druck auf religi&ouml;se Organisationen aus, Menschen, die nichts mit Religion zu tun haben wollen, unter ihre Fittiche zu nehmen. Das l&ouml;ste in den letzten Jahren viele Spannungen aus. So haben 2005 DITIB-Vertreter erkl&auml;rt: &#8218;Nat&uuml;rlich sind wir bereit, alle Muslime in Deutschland zu vertreten.&#8216; Das wurde von Anh&auml;ngern anderer islamischer oder areligi&ouml;ser Gemeinschaften als &uuml;bergriffig zur&uuml;ckgewiesen. Ich bin nicht sicher, ob DITIB von Anfang an diesen Anspruch hatte. Sicher ist aber, dass den Vertretern der Dachorganisation immer wieder gesagt wurde: &#8218;Wenn Ihr nicht die Mehrheit der Muslime vertretet, nehmen wir Euch nicht ernst.&#8216;<\/p>\n<p><i>W&uuml;rden Sie der Einsch&auml;tzung zustimmen, dass es bei den kollektiven Religionsrechten (z.B. der Lehrerausbildung, den Staatsvertr&auml;gen, dem Moscheebau) gewisse Fortschritte zu verzeichnen gibt &#8211; trotz aller offenen Fragen?<br \/><\/i><\/p>\n<p>Ja, auch wenn diese den islamischen Religionsgemeinschaften vielleicht noch zu langsam gehen und auch wenn sie von Land zu Land unterschiedlich ausfallen und mancherorts bis heute nichts passiert.<\/p>\n<p><i>Gehen wir auf der anderen Seite &#8211; etwa im Umgang mit religi&ouml;ser Bekleidung &#8211; nicht gerade einige Schritte r&uuml;ckw&auml;rts?<\/i><\/p>\n<p>In den Debatten: ja &#8211; auf der juristischen Ebene: jein. Die Situation ist recht komplex. Die Forderung nach einem Burka-Verbot, das eigentlich Niqab-Verbot hei&szlig;en m&uuml;sste, scheint besonders in Wahlkampfzeiten immer wieder hervorgeholt zu werden. Insgesamt tendiert die &ouml;ffentliche Debatte eher in Richtung einer Reglementierung als die juristische. Auf gerichtlicher Ebene gab es 2015 eine zweite Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Frage der Lehrerin mit Kopftuch. Mit dieser Entscheidung st&auml;rkte das Gericht die Religionsfreiheit und speziell die Bekenntnisfreiheit von Lehrerinnen.[3] Es stellte fest, dass ein pauschales gesetzliches Verbot nicht zul&auml;ssig ist, sondern im Einzelfall entschieden werden muss. Au&szlig;erdem seien etwaige Konflikte so zu l&ouml;sen, dass das Recht der Lehrerin auf Bekenntnisfreiheit nicht vollkommen au&szlig;er Kraft gesetzt wird. Das ist ein starkes Votum f&uuml;r die Religionsfreiheit und die individuelle Religionsaus&uuml;bung. Die war 2003 &#8211; mit der ersten Kopftuch-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts &#8211; zun&auml;chst eingeschr&auml;nkt worden. Die Situation war vor 2003 deshalb nicht unbedingt freier &#8211; es gab einfach kaum Regelungsbedarf. In NRW unterrichteten damals nur vereinzelt kopftuchtragende Lehrerinnen an staatlichen Schulen. &Uuml;ber die Migrations- und Islamfragen tauchen solche Regulationsdiskussionen auf. Ich kann da aber keine einheitliche Tendenz festmachen.<\/p>\n<p><i>Derzeit ber&auml;t der Deutsche Bundestag &uuml;ber einen Gesetzentwurf der Regierung zum Verbot der Gesichtsverschleierung im gesamten &ouml;ffentlichen Dienst des Bundes, im Stra&szlig;enverkehr, bei der Bundeswehr etc. Und im Bereich der Rechtsprechung haben wir die Entscheidung des EGMR, der Kopftuchverbote f&uuml;r Arbeitgeber zul&auml;sst. Gerade im privaten Sektor verzeichnen Monitoringstellen seit Jahren eine starke Diskriminierung von Muslimen, etwa bei der Vermietung von Wohnraum &#8230; Sehen Sie keinen Widerspruch zwischen dem institutionalisierten Diskurs mit dem Islam einerseits und der Einschr&auml;nkung individueller Religionsfreiheit f&uuml;r Muslime andererseits? <\/i><\/p>\n<p>Ja, da geht es nat&uuml;rlich stark um die Bekleidungsgebote bzw. -verbote. Auf der Ebene der Religionspraxis gibt es letztlich aber nach meinem Eindruck wenige Beschr&auml;nkungen in Deutschland. Ich will einfach auf andere Felder hinweisen: etwa die Versammlungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r das Freitagsgebet, die M&ouml;glichkeiten, Moscheevereine zu gr&uuml;nden &#8230; &#8211; all das ist schon lange, seit Gr&uuml;ndung der Bundesrepublik m&ouml;glich und wird praktiziert. Ein Problem gibt es bei den Feiertagen mit dem Recht auf Beurlaubung. Diese Frage wurde in einigen Bundesl&auml;ndern per Staatsvertrag, in manchen Bundesl&auml;ndern (wie Berlin) durch die &Auml;nderung von Verordnungen gel&ouml;st. Das sind Fragen, die in manchen Bundesl&auml;ndern noch zu kl&auml;ren und f&uuml;r muslimische Menschen wichtig sind: Kann ich &uuml;berhaupt an religi&ouml;sen Feiertagen am Gebet teilnehmen und mein Familienfest begehen, wie Christen Weihnachten gemeinsam begehen k&ouml;nnen?<\/p>\n<p><i>Sind Staatsvertr&auml;ge der richtige Weg, um solche Fragen zu kl&auml;ren?<\/i><\/p>\n<p>Sie sind eine M&ouml;glichkeit. In manchen L&auml;ndern scheinen Gesetzes&auml;nderungen, Verwaltungsvorschriften und Einzelvertr&auml;ge &#8211; wie in Niedersachsen der 2011 zur Gef&auml;ngnisseelsorge geschlossene Vertrag &#8211; auszureichen, um offene Fragen zu regeln, in anderen wurden daf&uuml;r mehrere Themen umfassenden Vertragswerke gew&auml;hlt. Das ist abh&auml;ngig von den Gegebenheiten der einzelnen Bundesl&auml;nder, und h&auml;ngt nicht zuletzt von der religionspolitischen Geschichte des Landes ab. In jedem Fall braucht es eine langfristige und nachhaltige Kommunikation, also auf Dauer angelegte Gespr&auml;che mit den muslimischen Akteuren in dem jeweiligen Bundesland. Das ist die wichtigste Voraussetzung f&uuml;r die Erm&ouml;glichung der islamischen Religionspraxis. Die Frage ist also: Werden die verschiedenen Regelungen in einem Staatsvertrag gesammelt, oder handelt man das einzeln, in einzelnen Vertr&auml;gen oder Verordnungen ab? In Berlin etwa wurden 2005 zuerst die islamischen Feiertage und 2012 dann die Bestattungen geregelt, aber auf Landesebene existiert bis heute kein Vertrag mit islamischen Organisationen.<\/p>\n<p><i>Inwiefern hat nach Ihrer Ansicht die nicht-muslimische &Ouml;ffentlichkeit ein Recht, an der Aushandlung solcher Fragen beteiligt zu werden? Soll und darf der Staat solche Regelungen allein mit den betroffenen Religionsgruppen aushandeln?<\/i><\/p>\n<p>Hier sprechen sie eine Frage der Gleichbehandlung an. Mit welcher Begr&uuml;ndung sollten islamische Religionsgemeinschaften hier anders behandelt werden als christliche oder j&uuml;dische? Inwiefern tangieren die Regelungen die nicht-muslimische &Ouml;ffentlichkeit und m&uuml;sste diese daher an den Aushandlungen beteiligt werden? Und wenn ja, in welcher Form? Dahinter verbergen sich grundlegende Fragen zur <i>Governance<\/i> und Beteiligung der Bev&ouml;lkerung an Entscheidungsfindungen im gesellschaftlichen Zusammenleben. Im Land Berlin nehmen derzeit B&uuml;rgerplattformen, an denen viele zivilgesellschaftliche Akteure beteiligt sind, darunter auch Moscheegemeinden, sich der Anliegen von Musliminnen und Muslimen im Stadtviertel an. Im Bezirk Neuk&ouml;lln engagiert sich die Plattform seit Jahren daf&uuml;r, Grabfelder f&uuml;r innerst&auml;dtische islamische Grabpl&auml;tze zu finden, auch im Gespr&auml;ch mit christlichen Gemeinden. Wie bereits erw&auml;hnt ist Berlin ein Bundesland, in dem bisher Einzelregelungen favorisiert wurden. An diesem Beispiel kann man auch die Vor- und Nachteile eines solchen Vorgehens erkennen. In Ruhe kann und muss f&uuml;r jedes Problem separat eine L&ouml;sung gefunden werden. Insgesamt ist dieser Weg vom Engagement Einzelner oder &#8211; im Fall der B&uuml;rgerplattformen &#8211; Vieler abh&auml;ngig.<\/p>\n<p><i>Kritiker wenden gegen die Staatsvertr&auml;ge ein, dies sei kein demokratischer und transparenter Weg der Regelung religi&ouml;ser Fragen: Solche Vertr&auml;ge werden zwischen staatlichen Vertretern und den Betroffenen intern ausgehandelt &#8211; die &Ouml;ffentlichkeit bleibt, im Gegensatz zu normalen Gesetzgebungsverfahren, bei der Erarbeitung des Regelungsvorschlags au&szlig;en vor und auch das Parlament hat keinen Gestaltungsspielraum mehr, sondern kann dem Vertrag nur noch zustimmen oder ihn ablehnen.<\/i><\/p>\n<p>Das ist sehr davon abh&auml;ngig, wie die Vorbereitung solcher Vertr&auml;ge gestaltet wird: ob man hinter verschlossenen T&uuml;ren tagt, oder Parlament und B&uuml;rgerschaft durch Informationsveranstaltungen und Anh&ouml;rungen beteiligt. Angst vor Gegenwind ist hierbei sicher kein guter Ratgeber.<\/p>\n<p><i>Die bisher genannten Regelungen gehen davon aus, dass die Anerkennung des Islam vor allem &uuml;ber die Gleichbehandlung mit anderen Religionen verl&auml;uft, also das religionsrechtliche System gleich bleibt und nur ein neuer Akteur hinzu kommt. Die Integration des Islam k&ouml;nnte doch f&uuml;r eine Reform nicht mehr zeitgem&auml;&szlig;er religionsrechtlicher Grunds&auml;tze genutzt werden &#8211; weil beispielsweise der K&ouml;rperschaftsstatus als implizit oder explizit vorausgesetzte Organisationsform bei der heutigen Vielfalt religi&ouml;ser Gemeinschaften nicht mehr angemessen ist?<\/i><\/p>\n<p>Wir sehen, dass dies bereits passiert: Das Religionsverfassungsrecht ver&auml;ndert sich in seiner praktischen Anwendung. Zum Beispiel beim K&ouml;rperschaftsstatus vertraten Rechtswissenschaftler in den 1970er Jahren noch die Auffassung, dieser Status sei n&ouml;tig, um in der Schule Religionsunterricht anbieten zu k&ouml;nnen. Heute finden sich unter den Anbietern von Religionsunterricht Gemeinschaften, die nicht als K&ouml;rperschaft organisiert sind &#8211; und das betrifft nicht nur islamische Religionsgemeinschaften. Die &Auml;nderungen wurden nicht allein durch Muslime verursacht. Eine ganze Reihe kleiner Religionsgemeinschaften hat zu Ver&auml;nderungen des Religionsverfassungsrechts beigetragen, zum Beispiel die Bahai[4] und die Zeugen Jehovas[5], die die Bedingungen f&uuml;r den K&ouml;rperschaftsstatus ge&auml;ndert haben. Es reicht nicht, den Islam in Kirchenform zu pressen &#8211; die religi&ouml;se Vielfalt stellt komplexere Fragen.<\/p>\n<p>Eine Anpassung der islamischen Religionsgemeinschaften an das Niveau der Kirchen ist derzeit aber nicht abzusehen. Deren Sonderstatus ist bislang weitgehend unbestritten. Sie sind altkorporierte Religionsgemeinschaften, die bereits zur Zeit der Weimarer Republik K&ouml;rperschaftsstatus hatten und Jahrhunderte alte Vertr&auml;ge mit Bund und L&auml;ndern haben. In diesem Sinne wird es hierzulande auf absehbare Zeit keine Angleichung islamischer Strukturen an den Status der beiden Kirchen geben. Ich w&uuml;rde daher anders formulieren: Es geht derzeit um die Gew&auml;hrleistung der umfassenden Religionsaus&uuml;bung, denn die ist bis jetzt nur partiell gegeben.<\/p>\n<p><i>Aber welchen Stellenwert haben dann Gesetze zu Bekleidungsvorschriften, die per se nur einzelne Religionsgemeinschaften treffen, in denen die Kleidung eine Rolle spielt?<\/i><\/p>\n<p>Diese Frage stellt sich in der Tat. Insgesamt sollten wir uns meines Erachtens fragen: Wie gehen wir mit religi&ouml;ser Vielfalt in der Gesellschaft um? Diese Frage ist nicht allein gesetzlich zu regeln, sondern muss gesellschaftlich gekl&auml;rt werden. Das betrifft zum Beispiel den Bildungssektor: Wie wird religi&ouml;se Vielfalt in Schulb&uuml;chern thematisiert? Bisher geht es dort vor allem um Konflikte. Religi&ouml;se Vielfalt f&uuml;hrt aber nicht nur und nicht zwingend zu Konflikten, sondern hat auch andere Dimensionen. Der interreligi&ouml;se Dialog oder die kulturelle und spirituelle Bereicherung durch Religionen und Weltanschauungen kommen in aktuellen Schulb&uuml;chern allerdings kaum vor.<\/p>\n<p><i>Sehen Sie andere Bereiche, in denen staatlicher Handlungsbedarf f&uuml;r eine bessere Anerkennung des Islam besteht?<\/i><\/p>\n<p>Ein spannender Bereich ist momentan die Wohlfahrtspflege, da geht es um viel Geld. In diesem Bereich besteht auch ein gro&szlig;es Potenzial im Sinne einer Integration des Islams in das &ouml;ffentliche Leben. Die Generation der &auml;lteren Gastarbeiter hat das Rentenalter erreicht, deshalb brauchen wir schnellstm&ouml;glich religionssensibles Pflegepersonal und Einrichtungen &#8211; entweder durch eine starke religi&ouml;se und kulturelle &Ouml;ffnung der bestehenden Angebote, oder eben neue Angebote aus dem muslimischen Spektrum. Davon k&ouml;nnen Impulse f&uuml;r die Verortung der hier lebenden Muslime ausgehen.<\/p>\n<p><i>Aber was bedeutet das beispielsweise f&uuml;r das Leistungsspektrum in Krankenh&auml;usern? M&uuml;ssen wir dann mit weiteren Einschr&auml;nkungen beim Angebot von Schwangerschaftsabbr&uuml;chen oder Sterbehilfe rechnen, wenn neben Krankenh&auml;usern in kirchlicher Tr&auml;gerschaft auch muslimische Krankenh&auml;user solche Behandlungen ablehnen? Wie weit d&uuml;rfen Religionsgemeinschaften dar&uuml;ber entscheiden, was zul&auml;ssige Behandlungen sind und was nicht?<\/i><\/p>\n<p>Lassen Sie uns das diskutieren, wenn das erste islamische Krankenhaus im Aufbau ist. Derzeit sieht es so aus, als ob das noch einige Jahrzehnte brauchen wird. Sicher k&ouml;nnte das zu neuen Fragen und Problemen f&uuml;hren, die wir heute nicht voraussehen k&ouml;nnen. Der Islam ist in Bezug auf die ethischen Linien in einigen Lebensfragen ebenso wenig eindeutig und einheitlich wie das Christentum. Ein Blick auf mehrheitlich muslimische L&auml;nder zeigt ganz verschiedene Antworten und Praktiken. Von daher ist nicht so einfach vorauszusehen, welche Sichtweise innerhalb des Islam sich in Deutschland durchsetzen und wie sich muslimische Anbieter hierzulande verhalten w&uuml;rden. Zum Beispiel bei der Pr&auml;nataldiagnostik gibt es innerhalb des Islams sehr verschiedene Str&ouml;mungen und unterschiedliche Schulen.<\/p>\n<p>Indem Muslime in eine Verantwortung kommen f&uuml;r unsere Gesellschaft, stellen sich f&uuml;r sie Fragen, die sie hier wom&ouml;glich ganz anders beantworten werden als in &Auml;gypten oder in der T&uuml;rkei. Das bedeutet es, den Islam zu lokalisieren. Je mehr islamische Organisationen in die Pflicht genommen werden, solche Fragen mit zu entscheiden und dadurch eine Wertsch&auml;tzung erfahren, umso st&auml;rker werden sie sich mit dieser Gesellschaft auseinandersetzen &#8211; egal, ob es sich um Migranten handelt oder um Konvertiten, die schon seit mehr als drei Generationen hier leben. Damit werden sich sicherlich auch neue theologische und ethische Fragen stellen, die wom&ouml;glich anders beantwortet werden als bisher.&nbsp; Es verspricht au&szlig;erdem spannend zu werden, ob und wie es gelingen wird, das mit anderen Religionsgruppen auszuhandeln und nat&uuml;rlich auch mit den Humanisten.<\/p>\n<p><i>Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch!<br \/>Die Fragen stellte Sven L&uuml;ders.<\/i><\/p>\n<p><b>Anmerkungen<\/b><\/p>\n<p>1 Vorsitzender des Zentralrates der Muslime.<\/p>\n<p>2 Liberal-Islamischer Bund e.V., siehe <a href=\"https:\/\/lib-ev.jimdo.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/lib-ev.jimdo.com\/<\/a>.<\/p>\n<p>3 Ausf&uuml;hrlich zur Rechtsprechung in der Kopftuch-Frage s. den Beitrag von Berghahn in diesem Heft.<\/p>\n<p>4 S. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 5.2.1991 (2 BvR 263\/86 &#8211; BVerfGE 83, 341), in dem das Gericht objektive Kriterien f&uuml;r die Anerkennung einer Religionsgemeinschaft sowie den Schutzbereich der Vereinigung formulierte.<\/p>\n<p>5 S. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 30.6.2015 (2 BvR 1282\/11).<\/p>\n","protected":false},"featured_media":4736,"template":"","categories":[],"tags":[656,667],"autoren":[139],"publikationen":[1094],"class_list":["post-10881","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-religion","tag-vorgaenge-artikel","autoren-sven-lueders","publikationen-217-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u201eDie individuelle Religionsaus\u00fcbung ist bisher nur partiell gegeben\u201c - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/217-vorgaenge\/publikation\/die-individuelle-religionsausuebung-ist-bisher-nur-partiell-gegeben\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u201eDie individuelle Religionsaus\u00fcbung ist bisher nur partiell gegeben\u201c - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Interview mit Riem Spielhaus, in: vorg&auml;nge Nr. 217 (Heft 1\/2017), S. 11-20 RIEM&nbsp;SPIELHAUS&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1974, studierte Islamwissenschaften und Afrikawissenschaften an der Humboldt-Universit&auml;t zu Berlin. 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