{"id":10897,"date":"2016-12-21T17:37:00","date_gmt":"2016-12-21T16:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/volksgemeinschaft-und-nationale-identitaet-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:18","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:18","slug":"volksgemeinschaft-und-nationale-identitaet-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/216\/publikation\/volksgemeinschaft-und-nationale-identitaet-1\/","title":{"rendered":"Volksgemeinschaft und nationale Identit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Geschichte und Entwicklung des Parteienspektrums rechts der Unionsparteien,  in: vorg&auml;nge Nr. 216 (4\/2016), S. 5-13<\/p>\n<p><i>Die Erfolge rechtsextremer, insbesondere rechtspopulistischer Parteien in Europa und Deutschland sind eine Herausforderung f&uuml;r Politik und Politikwissenschaft. Im folgenden Text ist die Geschichte und Entwicklung der Parteien rechts von CDU\/CSU der Ansatzpunkt zum Verst&auml;ndnis gegenw&auml;rtiger Entwicklungen. Vor diesem Hintergrund skizziert Hans-Gerd Jaschke drei Szenarien, erstens: Das Zur&uuml;ckdr&auml;ngen der AfD durch eine rechtsgerichtete Politik der Unionsparteien beruht auf historischen Vorbildern. Zweitens: Eine Stabilisierung des Rechtspopulismus in Gestalt der AfD w&uuml;rde von der Partei den schwierigen Weg von der Gesinnungs- zur Verantwortungsethik abverlangen. Und drittens: Eine Unterwanderung der AfD durch rechtsextremistische Kr&auml;fte ist durchaus denkbar, weil sie eine Magnetfunktion auf die rechtsextreme Szene aus&uuml;bt. Auch f&uuml;r diese Option, die zu einem Scheitern der Partei f&uuml;hren w&uuml;rde, gibt es historische Vorbilder.<\/i><\/p>\n<p>Jahrzehntelang galt der auf Franz-Josef Strau&szlig; zur&uuml;ckgehende, in den Unionsparteien bis heute gepflegte und gern &ouml;ffentlich beschworene Imperativ, rechts von der Union d&uuml;rfe es keine demokratisch legitimierte Partei geben. Das Erstarken der Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) als solche bedroht dieses Bekenntnis noch nicht wirklich, denn Rechtsau&szlig;enparteien wie die NPD, DIE REPUBLIKANER und andere haben immer wieder Wahlerfolge verzeichnet, wenn auch nur f&uuml;r wenige Legislaturperioden. Eine verl&auml;ssliche Prognose zur Nachhaltigkeit der AfD-Wahlerfolge ist aus heutiger Sicht kaum m&ouml;glich. Dennoch stellt sich die Frage danach mit gro&szlig;er Dringlichkeit, denn eine Reihe von zweistelligen Wahlergebnissen f&uuml;r die AfD in einigen Bundesl&auml;ndern m&uuml;ssen zu denken geben.<\/p>\n<p>Es sind zwei Entwicklungen, die ein l&auml;ngerfristiges oder gar dauerhaftes Erstarken einer ernsthaften Konkurrenz f&uuml;r die Unionsparteien rechts au&szlig;en m&ouml;glich machen k&ouml;nnten: Da ist zum einen der langanhaltende Erosionsprozess der etablierten Parteien, die an Mitgliedern und an W&auml;hlerstimmen einb&uuml;&szlig;en. Ihr Glaubw&uuml;rdigkeitsdefizit hat nachhaltige Z&uuml;ge angenommen und vielf&auml;ltige politische, aber auch gesellschaftliche Ursachen. Man denke etwa an Prozesse der Individualisierung, die auch anderen Gro&szlig;organisationen wie Kirchen und Gewerkschaften Probleme bereiten, weil Menschen heute weniger geneigt sind, sich l&auml;ngerfristig zu binden. Denn die naturw&uuml;chsigen politischen und sozialmoralischen Milieus, die lange Jahre die politischen Lager getragen haben, schmelzen dahin. Im Ergebnis hat auch die AfD davon profitiert: W&auml;hrend Rechtsau&szlig;enparteien bisher nur der Einzug in Kommunal- und Landesparlamente gelang, steht die AfD vor dem Einzug in den Deutschen Bundestag. Das ist eine Konstellation, die es seit den 1950er Jahren nicht mehr gegeben hat.<\/p>\n<p>Zum anderen haben sich tiefgreifende Ver&auml;nderungen im internationalen Umfeld herausgebildet. Rechtsextreme, nationalistisch-fremdenfeindliche und rechtspopulistische Parteien haben gro&szlig;e und auch nachhaltige Erfolge in Skandinavien, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, &Ouml;sterreich und in Ungarn. Sie sind dort stabile Faktoren der Politik geworden, die, wie etwa die FP&Ouml; in &Ouml;sterreich oder auch der Front National in Frankreich, durchaus Chancen haben, Regierungspartei zu werden. Folgt man Minkenbergs Systematik der europ&auml;ischen Rechten seit 1990, dann haben rechtsextremistische Parteien in vier europ&auml;ischen L&auml;ndern dauerhafte Erfolge, ethnozentristische in sieben, rechtspopulistische in sieben und religi&ouml;s-fundamentalistische in einem (2013: 15). Bei all solchen Unterschieden ist die Ablehnung von Immigranten und Immigration ihr zentrales Thema und das entscheidende Motiv f&uuml;r ihre Wahlerfolge (Arzheimer 2008: 373ff.). Volksgemeinschaft und nationale Identit&auml;t, die zentralen Bezugskategorien des rechtsextremen Denkens schlechthin, scheinen in den 2000er Jahren wieder eine ungeahnte Bindekraft zu entwickeln. Beide Entwicklungen, Europa und die nachlassende Attraktivit&auml;t der etablierten Parteien, begr&uuml;nden die Sorgen vor einer dauerhaften Verschiebung des deutschen Parteiengef&uuml;ges nach rechts. Dies h&auml;tte tiefgreifende Folgen, nicht nur f&uuml;r Regierungsbildungen, sondern auch f&uuml;r politische Inhalte: Die etablierten Parteien m&uuml;ssen die W&auml;hlerschaft der Rechten bedienen, und sie tun es, indem sie deren Themen aufgreifen und Konzessionen machen.<\/p>\n<p>Es gibt jedoch auch gute Gr&uuml;nde, an der Langfristigkeit der rechten Wahlerfolge zu zweifeln. Ein Blick auf die Geschichte und Entwicklung rechter Parteien im Nachkriegsdeutschland legt die These nahe, dass Deutschland wieder einmal einen Sonderweg geht und ein dauerhafter Erfolg rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien unwahrscheinlich ist. Im Gegensatz zu europ&auml;ischen Nachbarn konnte der parteienf&ouml;rmige Rechtsextremismus in Deutschland aufgrund der Nachwirkungen des Nationalsozialismus nur zeitweilige und begrenzte Erfolge aufweisen. Das Stigma des Nationalsozialismus bewirkt starken Druck auf alle Parteien, die als rechts(extrem) gelten, und hat vielfach zu innerparteilichen Zerw&uuml;rfnissen gef&uuml;hrt, die das Scheitern dieser Parteien insgesamt eingeleitet haben. Neben dem &ouml;ffentlichen Druck waren gem&auml;&szlig;igt rechte Parteien immer auch Anziehungspunkte f&uuml;r extremistische Kr&auml;fte, so dass auch rechtspopulistische Parteien rasch in den Dunstkreis des Neonazismus gerieten und ihre Chancen bei Wahlen so geschm&auml;lert wurden. <br \/>&nbsp;Neben diesen historisch bedingten Legitimationsdefiziten und als Folge davon weisen Rechtsau&szlig;enparteien in Deutschland weitere strukturelle Begrenzungen auf: Das Organisations- und Professionalisierungsdefizit, sichtbar etwa in den Instabilit&auml;ten der Parteiengef&uuml;ge und amateurhaft auftretenden Abgeordneten, f&uuml;hrt zu permanenten internen Auseinandersetzungen. Schlie&szlig;lich: Das Programmdefizit, erkennbar am Lavieren zwischen Konservatismus und Nazismus, verst&auml;rkt eher noch interne Konflikte. Deshalb sind die Parteien bis heute im Kern Protest- und nicht Programmparteien, W&auml;hler dr&uuml;cken ihren Protest aus, nicht aber die Zustimmung zu tats&auml;chlichen politischen Alternativen.<\/p>\n<p>Die nachfolgenden &Uuml;berlegungen gehen diesen Thesen aus einem historischen Blickwinkel nach. Zun&auml;chst wird die Parteienlandschaft rechts der Unionsparteien nachgezeichnet, bevor dann drei Szenarien m&ouml;glicher k&uuml;nftiger Entwicklungen des Parteienspektrums rechtsau&szlig;en skizziert werden.<\/p>\n<h5><span id=\"nazistische-und-neonazistische-parteien-srp-npd\">Nazistische und neona&shy;zis&shy;ti&shy;sche Parteien (SRP, NPD)<\/span><\/h5>\n<p>Es gab und gibt in der Geschichte der Bundesrepublik immer wieder Parteien, die sehr eng an Auftreten und Programmatik der NSDAP orientiert waren oder sind. Zu nennen sind zun&auml;chst die Sozialistische Reichspartei (SRP), die 1952 wegen ihrer Wesensverwandtschaft mit der NSDAP vom Bundesverfassungsgericht verboten wurde. In ihr hatten sich &#8211; wenige Jahre nach Kriegsende &#8211; ehemalige Aktivisten der NSDAP versammelt, die es noch einmal versuchen wollten. Das Verbot hatte beachtliche Wirkungen, denn es dauerte lange, bis es wieder nennenswerte Versuche geben sollte, eine NS-&auml;hnliche Partei in Deutschland zu formieren.<\/p>\n<p>Die zun&auml;chst deutschnationale NPD wurde 1964 gegr&uuml;ndet als erfolgreiche Sammlungsbewegung verschiedener kleiner Rechtsau&szlig;enparteien. Sie war keineswegs eine Partei der Modernisierungsverlierer: &#8222;Mehr als ein Viertel der Parteimitglieder (stammten) aus den Berufsgruppen Einzelh&auml;ndler, Bauern und Handwerker. Akademiker mit etwa 5 Prozent und der &ouml;ffentliche Dienst mit 7 Prozent waren leicht &uuml;berrepr&auml;sentiert, Berufssoldaten mit 3,3 Prozent elfmal so h&auml;ufig in der NPD zu finden wie in der Gesamtbev&ouml;lkerung&#8220; (Prasse 2010: 40). Die soziale Basis der NPD in den 1960er Jahren deutet darauf hin, dass zu dieser Zeit ein beachtliches autorit&auml;r-nationalistisches Milieu an den R&auml;ndern und rechts der Unionsparteien Unzufriedenheit mit der politischen Entwicklung und den demokratischen Reformen in der Bundesrepublik artikulierte.<\/p>\n<p>Die NPD entwickelte sich nach vielen innerparteilichen Krisen und Auseinandersetzungen seit Anfang der 1990er Jahre zu einer mehr und mehr offen nazistischen Partei. Ma&szlig;geblich hierf&uuml;r war die Wahl des Holocaust-Leugners G&uuml;nter Deckert zum Parteivorsitzenden 1991 und die &Ouml;ffnung der Partei f&uuml;r das gewaltbereite, NS-orientierte Milieu der Kameradschaften durch den Parteivorsitzenden Udo Voigt nach 1996 (Salzborn 2015: 41ff.). Ma&szlig;geblich f&uuml;r die innerparteiliche Radikalisierung war auch die jahrzehntelange Erfahrung parlamentarischer Misserfolge auf der Basis rechtskonservativ-deutschnationaler Konzepte. Seit 1996 ist die Partei gepr&auml;gt von NS-affinen Personen, Programmen und Strategien. Der Verbotsprozess am Bundesverfassungsgericht und die &ouml;ffentlichen Debatten dar&uuml;ber haben auch von au&szlig;en die Partei in der Ecke ganz rechtsau&szlig;en, eben au&szlig;erhalb der Verfassung stehend, &#8222;festgenagelt&#8220;. Obwohl sie &uuml;ber einige Jahre vor allem in Ostdeutschland als &#8222;K&uuml;mmerer&#8220;-Partei auftrat und auch von einem Teil der W&auml;hlerschaft so wahrgenommen wurde, kann sie heute nicht mehr als ernsthafte wahlpolitische Alternative auftreten. Nachdem die NPD in Sachsen zwei Legislaturperioden im Landtag vertreten war, schied sie im September 2016 mit 3 Prozent der Zweitstimmen auch in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Landtag aus. Damit ist die NPD auf ganzer Linie gescheitert: Sowohl der gem&auml;&szlig;igte deutschnationale wie auch der nazistische Weg sind keine Perspektive. Was bleibt, ist ein Beziehungsnetzwerk, das f&uuml;r den organisierten Rechtsextremismus immer noch bedeutend ist als Plattform, Medium und kommunikative Schnittstelle.<\/p>\n<p>DIE RECHTE, 2012 unter Federf&uuml;hrung von Christian Worch gegr&uuml;ndet, und &#8222;Der III. Weg&#8220;, 2013 aus Abtr&uuml;nnigen des NPD-Landesverbandes Rheinland-Pfalz gegr&uuml;ndet, sind neuere Versuche von Parteigr&uuml;ndungen in der Tradition der NSDAP. Man k&ouml;nnte versucht sein, beide schon jetzt als gescheitert zu betrachten, doch die skeptische, aber realistische Prognose von Wahlerfolgen im Promille-Bereich wird der Sache nicht gerecht. Plausibler erscheint die Annahme, dass nach den zahlreichen Vereinsverboten seit den 1990er Jahren nun Organisationsformen opportun sind, die eine &#8222;Ausweichstruktur f&uuml;r verbotene Kameradschaften&#8220; versprechen (Kopke 2016: 79) und allgemein eine &#8222;h&ouml;here Verbotsfestigkeit&#8220; aufweisen (Menhorn 2014: 210). Parteistrukturen er&ouml;ffnen militanten Gruppen derzeit bessere propagandistische Plattformen und Mobilisierungschancen als strukturarme Kameradschaften und Vereinigungen. Das verweist zur&uuml;ck auf die funktionale Bedeutung der NPD f&uuml;r den Rechtsextremismus insgesamt: Sie verf&uuml;gt &uuml;ber gewachsene Infrastrukturen, Kommunikations- und Mobilisierungsnetzwerke, und nicht zuletzt fungiert sie als Sozialisationsfaktor f&uuml;r rechtsextreme politische Karrieren.<\/p>\n<h5><span id=\"die-ewiggestrigen-dvu\">Die &bdquo;Ewig&shy;gest&shy;rigen&ldquo; (DVU)<\/span><\/h5>\n<p>Bed&uuml;rfte es weiterer Beispiele f&uuml;r das Konzept der &#8222;politischen Generationen&#8220; (Schelsky), so lie&szlig;e sich auf die Deutsche Volksunion (DVU) verweisen. Hier versammelten sich &uuml;berwiegend diejenigen, die das Dritte Reich als junge M&auml;nner erlebten, vom Nationalsozialismus angetan waren, Funktionen &uuml;bernahmen und das Kriegsende und die neue Bundesrepublik als Entt&auml;uschung, als von den Siegerm&auml;chten aufgezwungene Ordnung erlebten. Der M&uuml;nchener Verleger Gerhard Frey hatte in den 1950er Jahren mit der Herausgabe der National-Zeitung diese Klientel erfolgreich umworben und einschlie&szlig;lich Buch- und Devotionalienhandel ein kleines publizistisches Imperium aufgebaut, dem es inhaltlich und politisch darum ging, die Biographien der Ewiggestrigen reinzuwaschen. Erst sp&auml;t, 1987, gr&uuml;ndete Frey die DVU-Liste D als autorit&auml;re, von ihm selbst gef&uuml;hrte und finanzierte Partei. Sie erreichte den Einzug in die Landtage von Bremen (1991), Schleswig-Holstein (1992), Brandenburg (1999 und 2004) und ihr bestes Ergebnis mit 12,9 Prozent in Sachsen-Anhalt (1998). Neben den Ewiggestrigen war es zeitweise gelungen, auch die Gruppe der Wende-Verlierer anzusprechen. 2001 ging die DVU in der NPD auf, nachdem ihre Kern-Klientel nach und nach verstorben war.<\/p>\n<p>Die Arbeit der DVU-Abgeordneten in den Landtagen war gepr&auml;gt von &#8222;Politikunf&auml;higkeit, ihrer fachlichen Inkompetenz sowie ihrer rhetorischen Ausf&auml;lle&#8220;, Nicht-Beteiligung an der parlamentarischen Ausschussarbeit sowie Missbrauch von Fraktionsgeldern (Hoffmann\/Lepszy 1998: 8). Zerw&uuml;rfnisse in den Fraktionen waren an der Tagesordnung, die beiden in Bremen und Schleswig-Holstein zerbrachen bereits nach kurzer Zeit. Insofern best&auml;tigen sich hier besonders drastisch unsere Ausgangsannahmen von den Legitimations-, Organisations- und Professionalisierungsdefiziten von rechtsextremen Parteien in Deutschland.<\/p>\n<p>Die DVU war eine Besonderheit im parteif&ouml;rmigen deutschen Rechtsextremismus, denn sie bediente durch publizistisch-kulturelles Reinwaschen vor allem die Generation der &#8222;ewiggestrigen&#8220; Mitl&auml;ufer und Funktion&auml;re der NSDAP, die nach 1945 in der Mitte der Gesellschaft durchaus sozial integriert waren, von ihren Lebensgeschichten her sich gleichwohl ausgegrenzt und diffamiert f&uuml;hlten. Dabei handelte es sich nicht nur um eher unauff&auml;llige Angeh&ouml;rige des Kleinb&uuml;rgertums und der aufstrebenden Mittelschichten im Nachkriegsdeutschland, sondern auch um Angeh&ouml;rige von gesellschaftlichen Eliten wie ehemalige Reichswehr-Offiziere oder auch angesehene Wissenschaftler. Ein besonders s&uuml;ffisantes Beispiel hierf&uuml;r ist der renommierte M&uuml;nchener Verfassungsrechtler und bekannte Grundgesetz-Kommentator Theodor Maunz. Nach dessen Ableben im Jahr 1993 offenbarte Gerhard Frey, dass Maunz seit Ende der 1960er Jahre sein Berater gewesen war und unter einem Pseudonym regelm&auml;&szlig;ig Artikel f&uuml;r die National-Zeitung verfasst hatte. [1]<\/p>\n<p>Der Fall steht exemplarisch f&uuml;r eine NS-belastete politische Generation, die im Nachkriegsdeutschland berufliche Karriere machte, gleichwohl aber den Verf&uuml;hrungen des Nationalsozialismus, die ihre Jugend gepr&auml;gt hatten, nicht oder nicht g&auml;nzlich widerstehen konnte. Dieser Teil des rechtsextremen Nachkriegsgeb&auml;udes scheint heute, generationsbedingt, mehr als bauf&auml;llig. Er ist Geschichte geworden.<\/p>\n<h5><span id=\"rechtspopulismus-republikaner-schill-partei-afd\">Rechts&shy;po&shy;pu&shy;lismus (REPUBLI&shy;KANER, Schill-&shy;Partei, AfD)<\/span><\/h5>\n<p>Bei den Landtagswahlen 2016 in Baden-W&uuml;rttemberg zog die AfD mit 15.1 Prozent und 23 Abgeordneten in den Landtag ein. Nur wenige Monate sp&auml;ter spaltete sich die Fraktion, nachdem der vom Vorstand beantragte Ausschluss des Abgeordneten Gedeon gescheitert war. 13 Abgeordnete folgten dem Fraktionschef und Co-Bundesvorsitzenden Meuthen und bildeten eine eigene, neue Fraktion. Hintergrund waren antisemitische &Auml;u&szlig;erungen und Publikationen Gedeons sowie Verharmlosungen des Holocaust, die der Gro&szlig;teil der Mehrheitsfraktion nicht hinnehmen wollte. Der Vorgang verdeutlicht, wie sehr eine rechtspopulistische Partei, der an Distanz zum offenen Rechtsextremismus gelegen ist, unter Druck ger&auml;t, wenn sie mit eben diesem Rechtsextremismus in Verbindung gebracht werden kann.<\/p>\n<p>Mehr als zehn Jahre zuvor hatte die Partei Rechtsstaatliche Offensive, besser bekannt als Schill-Partei, in Hamburg einen bemerkenswerten Aufstieg hingelegt. Bei den B&uuml;rgerschaftswahlen 2001 erreichte sie aus dem Stand 19.4 Prozent der Stimmen. Ihr Vorsitzender Ronald Schill, ein ehemaliger Amtsrichter, wurde Innensenator in einer Koalition mit CDU und FDP. Kernthema der Partei waren die harten Spr&uuml;che des als &#8222;Richter Gnadenlos&#8220; gepriesenen Schill. Doch der Niedergang der Partei kam relativ schnell. Neben innerparteilichen Grabenk&auml;mpfen, pers&ouml;nlichen Verfehlungen und unprofessionellem Verhalten waren es dauerhafte Unterwanderungsversuche aus dem rechtsextremen Lager, die der jungen Partei zu schaffen machten. Damit reihte sich die Schill-Partei ein in die Problematik deutscher rechtspopulistischer Parteien, n&auml;mlich &#8222;dass sie eine unwiderstehliche Sogwirkung auf Gruppierungen und subkulturelle Milieus im rechtsextremen Lager aus&uuml;ben. Selbst gem&auml;&szlig;igte Vertreter des Rechtspopulismus sind nicht davor gefeit, durch rechtsextreme Personen und Gruppen unterwandert zu werden, die auf diese Weise aus der politischen Isolierung heraustreten wollen&#8220; (Decker\/Hartleb 2006: 202).<\/p>\n<p>Die Probleme der AfD mit ihrem rechten Fl&uuml;gel und das Scheitern der Schill-Partei folgen einem Muster, das sich in der ersten bedeutenden rechtspopulistischen Partei in Deutschland in den Jahren 1989 bis 1994 abgezeichnet hatte. Die Republikaner waren eine Abspaltung aus der CSU, betrieben von Christsozialen, die mit dem von Franz-Josef Strau&szlig; eingef&auml;delten Milliardenkredit an die DDR unzufrieden waren und den Kurs der rechten Mitte seitens der CSU nicht teilten. Die Republikaner setzten auf die Bierzelt-Rhetorik ihres Vorsitzenden Sch&ouml;nhuber. Die fremdenfeindliche Programmatik hatte Erfolg: 1989 gelangen der Einzug ins Europ&auml;ische Parlament und ins Abgeordnetenhaus von Berlin. Zwischen 1992 und 2001 war die Partei im Stuttgarter Landtag vertreten. Ma&szlig;geblich f&uuml;r den Niedergang der Partei waren innerparteiliche Konflikte um einen moderat konservativen oder eher rechtsextremistischen Kurs, aber auch das Verblassen des Asyl-Themas Mitte der neunziger Jahre. Die Bem&uuml;hungen der aus der b&uuml;rgerlichen Mitte kommenden Partei um b&uuml;rgerliche Akzeptanz wurden jedoch immer wieder konterkariert durch rechtsextreme Stigmata: Die Beobachtung durch den Verfassungsschutz seit 1992 r&uuml;ckte die Partei in das rechtsextreme Umfeld, dar&uuml;ber hinaus entwickelten auch die Republikaner eine Sogwirkung auf Rechtsextremisten. Sch&ouml;nhuber sagte beim Bundesparteitag 1988: &#8222;Aber als wir dann pl&ouml;tzlich drei Prozent hatten, da dr&auml;ngten eine Menge von Menschen in unsere Partei hinein, die davon ausgingen, nachdem sie bei anderen Parteien gescheitert sind, bei uns Staatssekret&auml;r wenn nicht gar Minister zu werden &#8230;&#8220; (Jaschke 1994: 88). Das Scheitern der Republikaner kann auf ein Muster zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden, mit dem alle Parteien rechts von der Union konfrontiert sind: Organisations-, Programm- und Professionalisierungsdefizite unter den Rahmenbedingungen einer Magnetfunktion f&uuml;r den organisierten Rechtsextremismus.<\/p>\n<h5><span id=\"wie-geht-es-weiter\">Wie geht es weiter? <\/span><\/h5>\n<p>Die Zukunft des Parteienspektrums rechts der Unionsparteien<br \/>Der Aufstieg der AfD einerseits und das Verschwinden der NPD aus den Landtagen von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern andererseits sind Meilensteine f&uuml;r die Entwicklung der Rechtsau&szlig;enparteien. Parteien der &#8222;Ewiggestrigen&#8220; wie die DVU k&ouml;nnen wohl historisch als erledigt angesehen werden, sie haben es nicht vermocht, eine neue Generation f&uuml;r die alten Themen zu rekrutieren. Dies steht aber auch f&uuml;r das allm&auml;hliche Verschwinden eines stabilen rechtskonservativ-nationalistischen politischen Milieus mit offenem Anschluss an den Nazismus. Innerhalb des politischen Lagers rechts von der Union erfolgt eine Verschiebung von offen rechtsextremen Inhalten und Taktiken hin zu populistischen Methoden. Inhalte und Botschaften haben sich jedoch kaum ver&auml;ndert: Volksgemeinschaft und nationale Identit&auml;t sind Bezugsrahmen sowohl von NPD wie auch von AfD. An die Stelle eines &uuml;berschaubaren rechtsextremen Milieus tritt eine Wechselw&auml;hlerschaft aus allen politischen Lagern, die ein Ventil suchen f&uuml;r Protest und Ressentiment. Vor diesem Hintergrund sind drei Szenarien einer k&uuml;nftigen Entwicklung denkbar.<\/p>\n<p>Der Ansatz von CDU und CSU betont seit Jahrzehnten, es d&uuml;rfe keine legitimierte Partei rechts der Union geben. Er war erfolgreich beim Zur&uuml;ckdr&auml;ngen kleiner rechtskonservativer Parteien (Deutsche Partei, Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten) bis zur Bundestagswahl 1961, als aus einem Mehrparteien- ein Dreiparteiensystem wurde (CDU\/CSU, SPD, FDP), das bis zum Aufstieg der Gr&uuml;nen nach 1980 Bestand haben sollte. Der Ansatz funktionierte ein weiteres Mal beim Zur&uuml;ckdr&auml;ngen der NPD nach 1969, als diese Partei mit 4,3 Prozent bei der Bundestagswahl scheiterte, aber dennoch in sieben L&auml;nderparlamenten vertreten war. Die Union &uuml;bernahm praktisch Themen und Deutungen der NPD, etwa in der scharfen Abgrenzung von der entspannungsorientierten Ostpolitik Willy Brandts. Auf diese Weise gelang es ihr, die verlorengegangenen W&auml;hler zur&uuml;ckzugewinnen und die NPD entscheidend zu schw&auml;chen. Heute ist es die CSU, die auf diesen strategischen Ansatz setzt. W&uuml;rde er intensiviert, indem auch die CDU ihm folgt, w&uuml;rde das einen Rechtsruck des gesamten politischen Spektrums bedeuten: Die AfD selbst w&uuml;rde wom&ouml;glich schw&auml;cher, aber zentrale Ideen wie etwa eine restriktive Fl&uuml;chtlingspolitik, ein abgeschottetes Europa und eine Politik der harten Hand in der inneren Sicherheit w&auml;ren die Folgen. Ein politisches Klima des weltoffenen Miteinanders sowie der Vielfalt und nicht zuletzt der Vorrang der Menschenrechte w&auml;ren in einem solchen Szenario deutlich in der Defensive.<\/p>\n<p>Ein zweites Szenario geht aus von einer dauerhaften Stabilisierung der rechtspopulistischen AfD, &auml;hnlich wie in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern. Immerhin ist die Partei nach der erfolgreichen Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18. September 2016 (14,2 Prozent) in zehn Landtagen vertreten. Eine Stabilisierung kann jedoch nur gelingen, wenn die AfD interne Konflikte &uuml;berwindet und zu Geschlossenheit findet, indem sie sich von einer Protest- zu einer Programmpartei entwickelt und indem sie Stammw&auml;hlerschaften wenigstens in Ans&auml;tzen bildet. Dies w&auml;re aber auch ein Weg von einer &#8222;Gesinnungsethik&#8220; zu einer &#8222;Verantwortungsethik&#8220; (Max Weber), indem die Partei ihre zentrale, aber nicht nachhaltige Ressource eines Protestforums gegen die &#8222;Alt-&#8222; oder auch &#8222;Systemparteien&#8220; erweitert zugunsten einer Regierungsalternative. Die Gr&uuml;nen haben f&uuml;r diesen Weg von einer Protestbewegung zu einer regierungsf&auml;higen Alternative viele Jahre gebraucht und viele Konflikte austragen m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Ein drittes denkbares Szenario geht aus von schweren innerparteilichen Krisen in der AfD, die zu einem Verschwinden von der politischen B&uuml;hne in die relative Bedeutungslosigkeit f&uuml;hren. Krisenmomente sind neben geringer politischer Erfahrung und mangelnder Professionalit&auml;t im parlamentarischen Gesch&auml;ft und im Umgang mit Medien vor allem die Magnetwirkung auf die nazistische Szene. Eine auch nur ansatzweise skandaltr&auml;chtige Unterwanderung durch Neonazis mit Gewalt-Biografien w&auml;re das Ende der AfD. Die Republikaner haben ein vergleichbares politisches Schicksal zu Beginn der 1990er Jahre erlitten. Bei dieser Perspektive unseres dritten Szenarios w&uuml;rden Parteien rechts von der Union zwar weiterhin einen kleinen Rand &uuml;berzeugter Rechtsextremisten vertreten, sie w&uuml;rden auch logistischer und organisatorischer Ansprechpartner f&uuml;r die rechtsextreme Szene werden oder bleiben, aber dieser Weg w&uuml;rde zu einem Erstarken des au&szlig;erparlamentarisch aktiven Rechtsextremismus f&uuml;hren.<\/p>\n<p>Welches der beschriebenen drei Szenarien der k&uuml;nftigen Entwicklung von Parteien rechts der Union nahekommt, kann hier nicht entschieden werden. Der zuletzt genannte Gedanke, eine St&auml;rkung der au&szlig;erparlamentarischen Rechten in Deutschland in den diversen Formen von Pegida, Hogesa, Identit&auml;rer Bewegung und diversen Internet-Aktivit&auml;ten, erscheint jedenfalls wahrscheinlich. Es geh&ouml;rt zu den Schattenseiten des Internets und der neuen Medien, dass rassistische und gewaltverherrlichende Inhalte weite Verbreitung finden und in kurzer Zeit mobilisiert werden k&ouml;nnen. Hier sind nicht nur die Instrumente der Sicherheitsbeh&ouml;rden gefragt, wenn es um Straftaten geht, hier ist die Zivilgesellschaft insgesamt herausgefordert, Gegen&ouml;ffentlichkeiten zu bilden und zu st&auml;rken.<\/p>\n<p><b>HANS-GERD&nbsp;JASCHKE<\/b><i>&nbsp;&nbsp; Prof.<\/i><\/p>\n<p>Dr. phil. habil., Jahrgang 1952, ist promovierter Politikwissenschaftler und habilitierte sich 1991 mit einer Studie &uuml;ber Streitbare Demokratie und Innere Sicherheit. Er lehrt nach der Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universit&auml;t Frankfurt (1979-1991) und am Frankfurter Institut f&uuml;r Sozialforschung (1992-1995), seit 1996 Politikwissenschaft am FB Polizei und Sicherheitsmanagement an der Hochschule f&uuml;r Wirtschaft und Recht Berlin. Zwischenzeitlich (2002-2007) war er Leiter des Fachbereichs Rechts- und Sozialwissenschaften an der Polizei-F&uuml;hrungsakademie bzw. Deutschen Hochschule der Polizei in M&uuml;nster. Im September 2016 &uuml;bernahm er die wissenschaftliche Begleitung des Berliner Landesprogramms Radikalisierungspr&auml;vention bei der Landeskommission Berlin gegen Gewalt.<\/p>\n<h5><span id=\"literaturverzeichnis\">Literaturverzeichnis<\/span><\/h5>\n<p>Arzheimer, Kai 2008: Die W&auml;hler der extremen Rechten 1980 &#8211; 2002, Wiesbaden.<\/p>\n<p>Botsch, Gideon 2016: &#8222;Nationale Opposition in der demokratischen Gesellschaft. Zur Geschichte der extremen Rechten in der Bundesrepublik Deutschland, in: Handbuch Rechtsextremismus, hrsg. von Fabian Virchow et al., Wiesbaden, S. 43-82, Wiesbaden, S. 191-215.<\/p>\n<p>Decker, Frank\/Hartleb, Florian 2006: Populismus auf schwierigem Terrain. Die rechten und linken Herausfordererparteien in der Bundesrepublik, in: Frank Decker (Hrsg.), Populismus, Wiesbaden.<\/p>\n<p>Hoffmann, J&uuml;rgen\/Lepszy, Norbert 1998: Die DVU in den Landesparlamenten: inkompetent, zerstritten, politikunf&auml;hig, Sankt Augustin.<\/p>\n<p>Jaschke, Hans-Gerd 2016: Strategien der extremen Rechten in Deutschland nach 1945, in: Handbuch Rechtsextremismus, hrsg. von Fabian Virchow et al., Wiesbaden, S. 115-134.<\/p>\n<p>Jaschke, Hans-Gerd 1994 (3. Aufl.): Die Republikaner. Profile einer Rechtsau&szlig;en-Partei, Bonn.<\/p>\n<p>Kopke, Christoph 2016: &#8222;Der III. Weg&#8220;, in: Friedrich Burschel (Hrsg.), Durchmarsch von rechts, Berlin, S. 79-87.<\/p>\n<p>Menhorn, Christian 2014: Die Bedeutung von Parteistrukturen f&uuml;r das neonationalsozialistische Spektrum, in: Jahrbuch f. Extremismus- und Terrorismusforschung 2014 (I), hrsg. von Armin Pfahl-Traughber, S. 207-239.<\/p>\n<p>Minkenberg, Michael 2013: Die europ&auml;ische radikale Rechte und Fremdenfeindlichkeit, in: West und Ost: Trends, Muster und Herausforderungen, in: Rechtsextremismus in Europa, hrsg. von Ralf Melzer und Sebastian Serafin, Berlin, S. 9-39.<\/p>\n<p>Prasse, Jan-Ole, 2010: Der kurze H&ouml;henflug der NPD, Marburg.<br \/>Salzborn, Samuel, 2015: Rechtsextremismus. Erscheinungsformen und Erkl&auml;rungsans&auml;tze, Baden-Baden.<\/p>\n<h5><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h5>\n<p>1 Vgl. die Hinweise in DER SPIEGEL 42\/1993 (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-13680349.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-13680349.html<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1838],"publikationen":[1093],"class_list":["post-10897","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-hans-gerd-jaschke","publikationen-1093"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Volksgemeinschaft und nationale Identit\u00e4t - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/216\/publikation\/volksgemeinschaft-und-nationale-identitaet-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Volksgemeinschaft und nationale Identit\u00e4t - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Geschichte und Entwicklung des Parteienspektrums rechts der Unionsparteien, in: vorg&auml;nge Nr. 216 (4\/2016), S. 5-13 Die Erfolge rechtsextremer, insbesondere rechtspopulistischer Parteien in Europa und Deutschland sind eine Herausforderung f&uuml;r Politik und Politikwissenschaft. 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