{"id":10898,"date":"2016-12-21T17:18:00","date_gmt":"2016-12-21T16:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/auf-dem-weg-in-die-nationale-opposition-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:18","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:18","slug":"auf-dem-weg-in-die-nationale-opposition-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/216\/publikation\/auf-dem-weg-in-die-nationale-opposition-1\/","title":{"rendered":"Auf dem Weg in die \u201eNationale Opposition\u201c?"},"content":{"rendered":"<p>in: vorg&auml;nge Nr. 216 (4\/2016), S. 15-28<\/p>\n<p><i>Nach ihrer Niederlage bei der Bundestagswahl 1969 konnte die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) nicht mehr an ihre Landtagswahlerfolge der 1960er Jahre ankn&uuml;pfen. Dennoch schaffte die rechtsextreme Partei in den 1990er Jahren ein politisches Comeback. Seit 2013 erw&auml;chst der NPD in Gestalt der &#8222;Alternative f&uuml;r Deutschland&#8220; (AfD) eine parteipolitische Konkurrenz. Je st&auml;rker die AfD sich politisch nach rechts bewegt, umso mehr d&uuml;rfte sie auch f&uuml;r bisherige Anh&auml;ngerinnen und Anh&auml;nger der NPD attraktiv erscheinen. Zeitgleich mit dem Einzug der AfD in die Landesparlamente von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern verlor die NPD ihre dortigen parlamentarischen Vertretungen. <\/i><\/p>\n<h5><span id=\"der-niedergang-der-npd-und-die-radikalisierung-der-afd\">Der Niedergang der NPD und die Radika&shy;li&shy;sie&shy;rung der AfD <\/span><\/h5>\n<p>Am 4. September 2016 scheiterte die NPD mit einem Wahlergebnis von drei Prozent an der F&uuml;nf-Prozent-H&uuml;rde und verpasste damit den Wiedereinzug in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern (vgl. Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern 2016). Auch zwei Wochen sp&auml;ter, bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin, setzte sich der Abw&auml;rtstrend f&uuml;r die Partei fort. In der Bundeshauptstadt entfielen lediglich 0,6 Prozent der Zweitstimmen auf die NPD (vgl. Landeswahlleiterin Berlin 2016). Im Interview mit DS-TV, dem Internetmagazin der zentralen Parteizeitung Deutsche Stimme, machte Anfang Oktober 2016 der amtierende NPD-Parteivorsitzende Frank Franz in erster Linie die Berichterstattung w&auml;hrend der Wahlk&auml;mpfe f&uuml;r das schlechte Abschneiden seiner Partei verantwortlich und bem&uuml;hte sich um Schadensbegrenzung:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Dass es am Ende nicht gereicht hat, obwohl wir einen sehr intensiven und guten Wahlkampf gef&uuml;hrt haben, das ist zweifellos bitter. Aber wir sahen uns einem Trend gegen&uuml;ber, der leider nicht f&uuml;r die NPD war, sondern f&uuml;r die Konkurrenz. Aber ein Trend kann sich auch wieder umkehren und deswegen, wie gesagt, werden wir unvermindert und mit der gleichen Intensit&auml;t und mit der gleichen Kraft weitermachen. [&#8230;] Gescheitert sind wir schlussendlich an diesem besagten Trend. Die Medien waren im Grunde pausenlos damit besch&auml;ftigt, dem W&auml;hler zu suggerieren, dass sie eine erfolgreiche NPD w&auml;hlen k&ouml;nnen, indem sie ihr Kreuz bei der AfD machen. Das war ein Trend, gegen den wir schlicht und ergreifend machtlos waren. Dagegen konnten wir nichts ausrichten. Wir h&auml;tten doppelt soviel machen k&ouml;nnen, wir h&auml;tten doppelt soviel Plakate raush&auml;ngen k&ouml;nnen, doppelt soviel Geld ausgeben k&ouml;nnen, es h&auml;tte am Wahlergebnis nicht viel ge&auml;ndert. Insofern sehe ich kein Versagen im Wahlkampf der NPD.&#8220; (DS-TV 2016)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Im 62. Jahr ihres Bestehens hat die &auml;lteste Rechtspartei der Bundesrepublik Deutschland mit einigen Problemen zu k&auml;mpfen. In verschiedenen Regionen wenden sich einzelne Parteimitglieder und Aktivist_innen vom Kurs des intern umstrittenen Bundesvorsitzenden Franz ab und schlie&szlig;en sich den radikaler agierenden neonazistischen Kleinparteien Die Rechte bzw. Der III. Weg an (vgl. Puls 2015; Kopke 2016). Zudem scheinen eine desolate Finanzierung als auch das laufende Verbotsverfahren gegen die Partei vor dem Bundesverfassungsgericht eine breite Mobilisierung der eigenen Klientel und den Handlungsspielraum der NPD einzuschr&auml;nken.<\/p>\n<p>Demgegen&uuml;ber befindet sich die AfD seit ihrer Gr&uuml;ndung im Jahr 2013 auf einem anhaltenden Erfolgskurs. In den vergangenen zwei Jahren gelang es ihr, bedeutende bundesweite Wahlerfolge (Bundestagswahl 2013: 4,7 Prozent; Europawahl 2014: 7,1 Prozent) zu erzielen und in bislang 11 Landesparlamente einzuziehen. Einer Emnid-Umfrage vom 16. Oktober 2016 zufolge k&auml;me die Partei bei Bundestagswahlen derzeit auf bundesweit 13 Prozent und damit auf Platz drei hinter CDU und SPD und noch vor B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen (vgl. Reuters 2016). Kennzeichnend f&uuml;r die Partei ist ihre dynamische Entwicklung innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraums. &#8222;Die AfD von heute&#8220;, so der Sozialwissenschaftler Alexander H&auml;usler, &#8222;hat nicht mehr die gleiche Ausrichtung wie in ihrer Gr&uuml;ndungsphase. Sie hat im Laufe ihres dreij&auml;hrigen Bestehens einige Metamorphosen vollzogen&#8220; (H&auml;usler 2016a: 12). Sp&auml;testens ab dem Herbst 2014 k&ouml;nnen wir eine unter der Federf&uuml;hrung nationalkonservativer Protagonist_innen und Netzwerke forcierte zunehmende Radikalisierung der Partei nach rechts feststellen, die vornehmlich von den Vorsitzend_innen der ostdeutschen Landesverb&auml;nde betrieben wird. Hintergrund und Resonanzboden dieser Radikalisierung ist jene &#8222;seltsam b&uuml;rgerlich-fundamentalistische Protestbewegung [&#8230;], die sich&#8220; in den vergangenen Jahren &#8222;aus den antisemitischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sogenannter Montagsmahnwachen f&uuml;r den Frieden, PEGIDA-B&uuml;ndnissen, &#8218;Identit&auml;ren&#8217;, &#8218;Reichsb&uuml;rgern&#8217;, Anh&auml;ngern von Verschw&ouml;rungsmythen, ultranationalistischen Fu&szlig;ballfans, der Hooligan-Szene, rechtsextremen und neurechten Netzwerken sowie frustrierten &#8218;Wutb&uuml;rgern&#8217;&#8220; gebildet hat (Botsch\/Kopke et al. 2015: 166). Die europ&auml;ische Krise der Fl&uuml;chtlingspolitik 2015\/2016 befeuerte diese Stra&szlig;enproteste zus&auml;tzlich. Sie bildeten nicht nur in Ostdeutschland die &#8222;Bugwelle rassistischer Mobilisierung&#8220; (Jentsch 2016:&nbsp;39). Im Kern richten sich die Forderungen der Demonstrierenden gegen die Aufnahme weiterer Asylsuchender und Migrant_innen sowie pauschal gegen &#8218;den Islam&#8217; und gegen Muslime im Allgemeinen, die vorwiegend als Bedrohung begriffen und dargestellt werden. In den gehaltenen Reden und Ver&ouml;ffentlichungen wird in diesem Zusammenhang eine Vielzahl von Ressentiments gegen Bundespolitiker_innen, insbesondere gegen Kanzlerin Angela Merkel, transportiert, die mit der (diffusen) Ablehnung des demokratischen Verfassungsstaates und der pluralistischen Gesellschaft der Bundesrepublik einhergehen. Kritische Berichterstattung wird undifferenziert als &#8222;L&uuml;genpresse&#8220; diffamiert. Einen innerparteilichen H&ouml;hepunkt fand dieser Radikalisierungsprozess mit dem Bundesparteitag am 4. und 5. Juli 2015 in Essen, in dessen Folge die wirtschaftsliberalen Kr&auml;fte um den AfD-Gr&uuml;nder Bernd Lucke von den nationalkonservativen Funktion&auml;ren um Frauke Petry und Alexander Gauland zuerst aus den F&uuml;hrungspositionen und schlie&szlig;lich ganz aus der Partei verdr&auml;ngt wurden (vgl. Botsch 2016a: 67; H&auml;usler\/Roeser et al. 2016b: 42ff.). Die Folge dieses anhaltenden Rechtskurses ist, so der Politikwissenschaftler Gideon Botsch, dass die &#8222;&ouml;ffentlich wahrnehmbaren Repr&auml;sentantinnen und Repr&auml;sentanten [&#8230;] sich immer &ouml;fters eines fundamentaloppositionellen, teilweise sogar v&ouml;lkischen Jargons [bedienen, Anm. d. A.], so dass die Abgrenzung vom Rechtsextremismus schwieriger wird.&#8220; (Botsch 2016a: 67).<\/p>\n<p>Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, ob angesichts der j&uuml;ngeren Entwicklung die AfD bereits als Teil jenes politischen Lagers betrachtet werden kann, das sich nach Botsch selbst als &#8222;Nationale Opposition&#8220; (vgl. Botsch 2016a) versteht. Wie eingangs umschrieben, k&ouml;nnen wir feststellen, dass die Wahlantritte der AfD konkrete Auswirkungen auf die bisher existenten Parteien am rechten Rand, allen voran auf die NPD, gehabt haben. Nach H&auml;usler zeigt sich dies &#8222;sowohl in W&auml;hler- und Mitgliederabwanderungen&#8220; wie auch darin, &#8222;dass in Wahlk&auml;mpfen &auml;hnliche Themen und Forderungen bedient worden sind. Eine Aufgabe f&uuml;r die k&uuml;nftige Forschung zum deutschen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus [liegt, Anm. d. A.] in der Untersuchung von m&ouml;glichen Korrelationen zwischen der realpolitischen Praxis der AfD mit Aktivit&auml;ten von Parteien des rechten Randes.&#8220; (H&auml;usler 2016b: 244).<\/p>\n<h5><span id=\"die-npd-partei-der-nationalen-opposition\">Die NPD &ndash; Partei der &bdquo;Nationalen Opposition&ldquo;<\/span><\/h5>\n<p>Im November 1964 gr&uuml;ndete sich in Hannover die NPD (vgl. u.a. Niethammer 1969; Hoffmann 1999; Backes\/Steglich 2007; Virchow\/Dornbusch 2008; Botsch\/Kopke 2009; Pfahl-Traughber 2009; Missy 2013). Somit ist die noch heute auftretende Partei zugleich eine der &auml;lteren Parteien der Bundesrepublik Deutschland. Die Gr&uuml;ndung der NPD erfolgte als ein Zusammenschluss von gro&szlig;en Teilen der Deutschen Reichspartei (DRP) und weiterer kleinerer Rechtsparteien. Ihr Aufstieg in den 1960er Jahren erinnert an den Erfolg der AfD der Gegenwart: In den Jahren 1966 bis 1968 gelang der rechtsradikalen NPD in dichter Folge der Einzug in eine Reihe von Landesparlamenten. So schaffte die Partei zun&auml;chst 1966 den Einzug in die Landtage von Bayern und Hessen, 1967 folgten Wahlerfolge in Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Nach der Wahl in Baden-W&uuml;rttemberg vom 28. April 1968 war die NPD in sieben Landesparlamenten mit insgesamt 61 Abgeordneten vertreten.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu der 1952 wegen ihrer allzu offenen Ankn&uuml;pfung an den Nationalsozialismus verbotenen Sozialistischen Reichspartei (SRP) oder gar im Vergleich zur historischen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) trat die NPD deutlich gem&auml;&szlig;igter auf. Hinsichtlich Struktur, Ideologie, Programmatik und taktischer Ausrichtung waren gravierende Unterschiede gegen&uuml;ber der NSDAP festzustellen, die verdeutlichten, dass die NPD &#8222;keine legal taktierende Ersatzorganisation der NSDAP&#8220; war (Niethammer 1969: 260). Der Politologe Kurt Sontheimer kennzeichnete damals das &#8222;Ideengut&#8220; der NPD als &#8222;eine an die Verh&auml;ltnisse der Bundesrepublik angepasste Neuauflage desselben diffusen Ideenkonglomerats, das die Weimarer Opposition von rechts gegen die Republik einsetzte&#8220; (Sontheimer 1971: 145). Nach dem f&uuml;r die NPD unerwarteten Scheitern an der F&uuml;nf-Prozent-H&uuml;rde bei den Bundestagswahlen 1969 geriet die Partei in eine tiefe Krise, aus der sie sich erst nach etwa zwei Jahrzehnten wieder relativ erholen konnte. Trotz in den 1970er Jahren erfolgter formaler Abgrenzungen gegen&uuml;ber dem entstehenden offenen Neonazismus, die freilich vor dem Hintergrund einer neu entstandenen neonationalsozialistischen (Jugend-)Szene seit den fr&uuml;heren 1990er Jahren unter dem Parteivorsitzenden Udo Voigt nach und nach zur&uuml;ckgenommen wurde, blieb die NPD immer Systemopposition. Selbst vor&uuml;bergehend erfolgreiche Parteibildungsprozesse, die eher einen &#8222;modernisierten Rechtsextremismus&#8220; (Fascher 1994) repr&auml;sentierten, der aus dem Schatten der NS-Vergangenheit hervortreten wollte, wie etwa die CDU\/CSU-Abspaltung DIE REPUBLIKANER (REP) (Vgl. Jaschke 1993) oder das zeitweilig von Teilen der NPD forcierte B&uuml;ndnisprojekt &#8222;Deutsche Liga f&uuml;r Volk und Heimat&#8220; konnten die Partei von dieser Ausrichtung nicht abbringen. Es war vor allem der damalige Parteivorsitzende und Chefstratege der NPD, Udo Voigt, der &#8222;dem rechtspopulistischen Weg einer Protestpartei eine bewusste Absage erteilt&#8220; hatte. (Botsch 2011: 59). Im Gegenteil: Die NPD hat seit den 1990er Jahren verst&auml;rkt einen klaren Radikalisierungsprozess durchlaufen und ist heute als eine &uuml;berwiegend neonationalsozialistische Partei aufzufassen. Damit ist die NPD in erster Linie eine radikalnationalistische Weltanschauungspartei, deren wesentliche Grundlage ein rassistisches Verst&auml;ndnis von Volk als Abstammungsgemeinschaft und davon abgeleitet ein v&ouml;lkischer Nationalismus ist. Grunds&auml;tzlich verh&auml;lt sich die Partei dabei fundamentaloppositionell. Ihr parlamentarisches Wirken zielt (bzw. zielte) nicht auf konkrete Probleml&ouml;sungen, sondern diente vorrangig der Propagierung &uuml;bergeordneter Ziele und der &#8222;Demaskierung&#8220; herrschender Verh&auml;ltnisse. In der politischen Praxis orientierte sich die NPD in den vergangenen beiden Jahrzehnten stark auf Stra&szlig;enmobilisierung (&#8222;Aufm&auml;rsche&#8220;) und suchte den engen Schulterschluss mit den neonazistischen, formal unabh&auml;ngigen &#8222;Kameradschaften&#8220;. Diese junge aktivistische Klientel bildete zudem das Hauptreservoir zur Gewinnung neuer Mitglieder und Funktion&auml;r_innen.<\/p>\n<p>Der NPD gelang seit Mitte der 1990er Jahre auch bei Wahlen ein Wiederaufstieg, der ihr allgemein lang nicht zugetraut worden war. Dies schlug sich nicht nur bundesweit in einigen hundert kommunalen Mandaten nieder, sondern auch in der parlamentarischen Pr&auml;senz in den Landtagen von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Bei anderen Landtagswahlen scheiterte die NPD vergleichsweise knapp.<br \/>Parallel zum Aufstieg der AfD erfolgt nun offenbar der parlamentarische Niedergang der NPD. Zwar wurde die NPD schon oft verfr&uuml;ht f&uuml;r tot erkl&auml;rt, aber neben dem &uuml;blichen Gegenwind aus Politik und Zivilgesellschaft ist sie nun mit einer konkurrierenden Partei konfrontiert, die ihr ernsthaft den hegemonialen Platz im politischen Spektrum rechts von der Union dauerhaft streitig machen k&ouml;nnte.<\/p>\n<h5><span id=\"die-afd-der-weg-zur-fundamentaloppositionellen-bewegungspartei\">Die AfD &ndash; der Weg zur &bdquo;funda&shy;men&shy;ta&shy;l&shy;op&shy;po&shy;si&shy;ti&shy;o&shy;nellen Bewegungs&shy;partei&ldquo;<\/span><\/h5>\n<p>Zur Gliederung der eingangs erw&auml;hnten Metamorphose der AfD schl&auml;gt H&auml;usler eine Einteilung in f&uuml;nf Entwicklungsphasen vor, die hier kurz vorgestellt werden soll (vgl. H&auml;usler 2016a: 12ff.).<\/p>\n<p>In ihrer ersten Entwicklungsphase (von der Gr&uuml;ndung im Februar 2013 bis zum Herbst 2014) schaffte die AfD dank ihrer Selbstinszenierung als standortnationalistische und wirtschaftsliberale &#8218;Anti-Euro-Partei&#8217; unter der F&uuml;hrung des Wirtschaftsprofessors Bernd Lucke, welcher der Partei eine &#8222;hohe mediale Pr&auml;senz und den Anschein fachlicher Seriosit&auml;t&#8220; verschaffte, den politischen Aufstieg (H&auml;usler 2016a: 12). Im Au&szlig;enbild dominierte das neoliberale wirtschaftspolitische Profil. Die &uuml;berwiegende Mehrheit der Funktionstr&auml;gerinnen und Funktionstr&auml;ger setzte sich aus ehemaligen Mitgliedern der Unionsparteien CDU\/CSU, der FDP sowie aus einstigen Angeh&ouml;rigen rechtspopulistischer und rechtsradikaler Kleinparteien, wie den REP, dem Bund freier B&uuml;rger (BFB) oder der &#8218;Anti-Islam-Partei&#8217; Die Freiheit, zusammen. Politisch pr&auml;gten die AfD in jener Zeit &#8222;drei unterschiedliche Milieus, die politisch allesamt rechts der Unionsparteien zu verorten sind: ein marktradikales\/nationalliberales Milieu, ein nationalkonservatives Milieu und ein rechtsradikales Milieu&#8220; (ebd.).<\/p>\n<p>Die zweite Entwicklungsphase (Herbst 2014 bis Fr&uuml;hjahr 2015) wurde durch die Erfolge der AfD-Landesverb&auml;nde in Brandenburg, Sachsen und Th&uuml;ringen bei den Landtagswahlen Mitte September 2014 eingeleitet (vgl. u.&nbsp;a. Kopke\/Lorenz 2016: 221ff.). Sie zeichnete sich durch die innerparteiliche Auseinandersetzung &uuml;ber den Umgang mit der fr&uuml;heren, rechtsextremen Zugeh&ouml;rigkeit einzelner Parteimitglieder, das ambivalente Verh&auml;ltnis der AfD zu den Demonstrationen der Patriotischen Europ&auml;er gegen die Islamisierung des Abendlandes (PEGIDA) (vgl. Korsch 2016) und den sich konsolidierenden innerparteilichen rechten Fl&uuml;gel aus.<\/p>\n<p>Die dritte Phase (Fr&uuml;hjahr 2015 bis Anfang Juli 2015) kann als Phase des offenen &#8218;Fl&uuml;gelkampfes&#8217; bezeichnet werden. W&auml;hrend die Anh&auml;nger_innen des neoliberalen und pro-atlantischen Kurses um Lucke sich gegen eine Hinwendung zu radikalnationalistischen Positionen und gegen die Fokussierung auf das Thema (Anti-)Islam aussprachen, stie&szlig;en sie seitens des nationalkonservativen Fl&uuml;gels auf vehementen innerparteilichen Widerspruch. Gemeinsam mit dem AfD-Landesvorsitzenden von Sachsen-Anhalt, Andr&eacute; Poggenburg, initiierte der Th&uuml;ringer AfD-Vorsitzende Bj&ouml;rn H&ouml;cke Anfang M&auml;rz 2015 die Erfurter Resolution, um offen f&uuml;r innerparteiliche Unterst&uuml;tzung gegen den Kurs der Wirtschaftsliberalen zu mobilisieren. Dieses Grundsatzpapier forderte, dass sich die AfD in erster Linie &#8222;als Bewegung unseres Volkes gegen die Gesellschaftsexperimente der letzten Jahrzehnte (Gender Mainstreaming, Multikulturalismus, Erziehungsbeliebigkeit usf.)&#8220; sowie &#8222;als Widerstandsbewegung gegen die weitere Aush&ouml;hlung der Souver&auml;nit&auml;t und der Identit&auml;t Deutschlands&#8220; aufstellen sollte (Der Fl&uuml;gel 2015). Der medienwirksame Aufstieg der Partei, die vergangenen Wahlerfolge und die Sto&szlig;richtung der Erfurter Resolution n&auml;hrten zunehmend die Hoffnungen der Anh&auml;ngerinnen und Anh&auml;nger der jungkonservativen &#8218;Neuen Rechten&#8217; auf ein erfolgreiches Parteiprojekt rechts der CDU\/CSU, ohne dass der &#8218;Geruch des Dritten Reiches&#8217; an ihm haften w&uuml;rde (vgl. Kellershohn 2016). Verschiedene Akteur_ innen, Netzwerke und publizistische Projekte der &#8218;Neuen Rechten&#8217; (vgl. Langebach\/ Raabe 2016) verfolgten bis dato kritisch, jedoch wohlwollend die Entwicklung der AfD und versuchten, von au&szlig;en Einfluss auf sie zu nehmen. Vereinzelt traten Vertreter_ innen dieses Spektrums in die Partei ein und fanden sich dort mit Gleichgesinnten zusammen. Das Lucke-Umfeld reagierte, wenngleich weniger erfolgreich, mit der Deutschland-Resolution auf den Rechtstrend der Partei.<\/p>\n<p>Phase vier der Entwicklung (Juli 2015 bis August\/September 2015) begann mit dem Bundesparteitag Anfang Juli in Essen, der als entscheidende Wegmarke in die noch junge Parteigeschichte eingehen sollte. Im offen ausgetragenen Kampf um die F&uuml;hrungsrolle unterlag Bernd Lucke seiner Konkurrentin Frauke Petry deutlich bei der dort vollzogenen Kampfabstimmung. Petry und der neue Parteivorstand erlangten ihren Sieg &uuml;ber Lucke vor allem durch die Unterst&uuml;tzung des rechten Parteifl&uuml;gels, der sich vornehmlich aus dem F&uuml;hrungspersonal der ostdeutschen Landesverb&auml;nde rekrutierte. Diese Zeit ist durch einschneidende personelle und politische Ver&auml;nderungen innerhalb der Partei gekennzeichnet und kann &#8222;bislang als bedeutungsvollste Ver&auml;nderungsphase in der Geschichte der AfD gelten.&#8220; (H&auml;usler 2016a: 14). Die Notwendigkeit der Verdr&auml;ngung der (Wirtschafts-)Liberalen aus der Partei bezeichnete der Brandenburgische AfD-Abgeordnete und Landesvize Andreas Kalbitz in der R&uuml;ckschau als notwendigen und erfolgreichen &#8222;S&auml;uberungsprozess&#8220;. Der Fl&uuml;gel h&auml;tte &#8222;es damals geschafft, die U-Boote der Globalisierung, des Proamerikanismus aus dieser Partei zu entfernen [&#8230;], weil sonst die letzte M&ouml;glichkeit der demokratischen Opposition gegebenenfalls verloren gegangen w&auml;re.&#8220; (Kalbitz 2016). Auch Alexander Gauland, stellvertretender AfD-Bundessprecher und Parteivorsitzender in Brandenburg, w&uuml;rdigte die Erfurter Resolution als entscheidenden Schritt, denn<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;sie war der Weg zu einer neuen Bewegungspartei, die mit diesem Elend der Altparteien und dieser Schicht von Funktion&auml;ren Schluss macht! Und da bin ich ganz bei meinem Freund Bj&ouml;rn H&ouml;cke, wir m&uuml;ssen jetzt vorw&auml;rts marschieren und wir werden gemeinsam vorw&auml;rts marschieren!&#8220; (Gauland 2016).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das Ausscheiden des Lucke-Fl&uuml;gels infolge des verst&auml;rkten Rechtsrucks und der innerparteilichen Machtverschiebung leitete die f&uuml;nfte, anhaltende Entwicklungsphase (ab Sommer 2015), den Wandel hin zu einer nationalpopulistischen &#8222;Anti-Bundesrepublik-Partei&#8220; (Escher 2016: 181) ein. Im Sommer 2015 dominierten im Kontext der steigenden Zahl Gefl&uuml;chteter aus den Kriegsgebieten des Nahen und Mittleren Osten die Themen Flucht und Asyl die &ouml;ffentliche Debatte. Dieser medial aufgeregt gef&uuml;hrte Diskurs brachte eine zunehmende Polarisierung und eine breite Mobilisierung rassistischer und demokratiefeindlicher Ressentiments in Teilen der deutschen Bev&ouml;lkerung mit sich, die die AfD mit einer sogenannten &#8222;Herbstoffensive&#8220; gegen &#8222;Asylchaos und Eurokrise&#8220; im &#8218;PEGIDA-Format&#8217; (Demonstrationen, Kundgebungen) zu befeuern und f&uuml;r sich zu nutzen versuchte. F&uuml;r weitere Zuspitzungen und starke emotionale Aufladungen der Debatte sorgten die Anschl&auml;ge der Terrororganisation Islamischer Staat in Paris Mitte November 2015 und die Diskussion &uuml;ber die massiven sexuellen &Uuml;bergriffe in der Silvesternacht 2015\/2016 in K&ouml;ln.<\/p>\n<p>Das erst Anfang Mai 2016 verabschiedete, inkoh&auml;rente Grundsatzprogramm mit seiner &#8222;unsolidarischen und antiemanzipatorischen Programmatik&#8220; (Kurth\/Salzborn 2016: 52) l&auml;sst sich nach Botsch zusammenfassend als &#8222;reaktion&auml;r&#8220; (Botsch 2016b: 75) bezeichnen und offenbart deutliche Positionen eines ethnisch bis v&ouml;lkisch fundierten Nationalismus, der seinen Niederschlag bereits zuvor in den AfD-Programmen der Landtagswahlen in Baden-W&uuml;rttemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt im M&auml;rz fand (Vgl. Begrich\/Begrich 2016; Hensel\/Geiges et al. 2016). Hier zeigt sich, dass gleich der fr&uuml;hen NPD &#8222;auch die AfD deutlich in der &#8218;nationaldemokratischen&#8217; Tradition eines Vulg&auml;rdemokratismus verankert ist, der seinerseits mit zentralen Elementen der repr&auml;sentativen, parlamentarischen Demokratie im Sinne des Grundgesetzes in Spannung steht.&#8220; (Botsch 2016b: 71).<\/p>\n<p>Trotz der j&uuml;ngsten Wahlerfolge halten vor allem die Vertreter_innen der ostdeutschen AfD-Landesverb&auml;nde, allen voran Alexander Gauland, an der fundamentaloppositionellen Strategie, einer &#8222;Opposition aus Prinzip&#8220; (Otto Kirchheimer) fest. In seiner Rede auf dem &#8222;2. Kyffh&auml;usertreffen des Fl&uuml;gels&#8220; Anfang Juni 2016 bekr&auml;ftigte Kalbitz diesen Kurs:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Wir haben innerhalb eines etwas &uuml;berarbeitungsbed&uuml;rftigem parlamentarischen Systems diese Arbeit zu leisten, ohne uns zu korrumpieren, ohne uns selber zu korrumpieren, und deshalb ist es ganz klar: wir wollen keine gro&szlig;e Koalition! Es kann uns nicht darum gehen, m&ouml;glichst schnell mit den etablierten Parteien ins Bett zu springen, um irgendwelche P&ouml;stchen zu kriegen. Nein, wir wollen den Wandel, wir wollen den grundlegenden Wandel in unserem Land!&#8220; (Kalbitz 2016).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die AfD, die sich in erster Linie als &#8222;fundamentaloppositionelle Bewegungspartei&#8220; (H&ouml;cke zit. n. Bregrich 2016a: 5), als rechte Sammlungspartei versteht, besitzt ihrem Selbstverst&auml;ndnis nach eine tendenziell anti- und au&szlig;erparlamentarische Ausrichtung (ebd.). Insofern hat sie kein Interesse an konkreter, politischer Sacharbeit und Problembew&auml;ltigung. Die Landesparlamente haben f&uuml;r die AfD zuallererst eine instrumentelle Funktion. Gleich der NPD, werden Kommunalvertretungen und Landtage<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;vor allem als B&uuml;hne gesehen, um f&uuml;r die Menschen als Partei sichtbar zu sein und f&uuml;r die eigene Ideologie zu werben. Das Parlament wird als Kampfort verstanden, um die politischen Gegner und &#8218;das System der Altparteien&#8217; blo&szlig;zustellen. Zudem er&ouml;ffnen Landtage den Zugang zu vielf&auml;ltigen Ressourcen, wie etwa &ouml;ffentlichen Geldern, einer funktionierenden Infrastruktur oder &#8211; &uuml;ber das Instrument der Anfragen &#8211; Fakten und Daten zur Unterf&uuml;tterung ihrer aggressiven Propaganda.&#8220; (Begrich 2016a: 5).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Bevorzugt setzt die AfD auf die &#8218;Mobilisierung der Stra&szlig;e&#8217;. Dabei folgt sie neurechten &Ouml;ffentlichkeitsstrategien, die schlussendlich darauf abzielen, den &ouml;ffentlichen Diskurs insgesamt nach rechts zu verschieben, indem man sich als vermeintlicher Tabubrecher und als ehrliche Anti-Establishment-Partei inszeniert. Dies dr&uuml;ckt sich bspw. im Bem&uuml;hen aus, Begrifflichkeiten mit eindeutigem nationalsozialistischem bzw. rechtsradikalem Bezug oder Kampagnenthemen, die man bisher nur aus dem Lager der extremen Rechten kannte, mit teils vulg&auml;rem, teils aggressivem Duktus salonf&auml;hig zu machen (vgl. Kemper 2016). &#8222;Die AfD-Positionierungen erfolgen jeweils lautstark und medienwirksam und werden &#8211; wenn sie dann als rassistisch oder menschenfeindlich charakterisiert werden &#8211; nicht zur&uuml;ckgenommen, sondern nur relativiert und so in der Diskussion gehalten.&#8220; Dahinter verbirgt sich die Absicht: &#8222;Die Erringung einer kulturellen Hegemonie &uuml;ber das, was als diskutabel in einer Demokratie gilt&#8220; (Kurth\/ Salzborn 2016: 53). Dass diese Strategie der kalkulierten Provokation durchaus verf&auml;ngt, bemerkt auch Udo Past&ouml;rs, ehemaliger NPD-Bundesvorsitzender und &#8218;Hardliner&#8217; der Partei in Mecklenburg-Vorpommern, im Gespr&auml;ch mit einem Kamerateam des ARD-Politikmagazins Panorama w&auml;hrend des Landtagswahlkampfs 2016:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Die nehmen ja eins zu eins, was wir seit Jahrzehnten fordern und sind damit offensichtlich erfolgreich. [&#8230;] Schauen Sie sich die Reden von Herrn H&ouml;cke an. Der kopiert mich, ich geh daf&uuml;r ins Gef&auml;ngnis oder werde zumindest verurteilt daf&uuml;r, was ich sage, und der fischt mit seinen Reden irgendwo am rechten Rand ab.&#8220; (Past&ouml;rs zitiert nach: Panorama 2016).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Aktuell wird seitens der AfD der gezielte Versuch, das deutsche Volk durch ein anderes zu ersetzen, herbeifantasiert: diese &#8222;Umvolkung&#8220;, der &#8222;gro&szlig;e Austausch&#8220; &#8211; der &#8222;von oben verordnete Multikulti-Umsturz&#8220; (Thorsten Wei&szlig; zit. n. Roeser 2016) sei bereits voll im Gange. Es drohe der &#8222;gleichgeschaltete Einheitsmensch&#8220; (H&ouml;cke zit. n. Kemper 2016: 106). Damit wird erkennbar versucht, das 2015 entstandene Protestmilieu gegen die Fl&uuml;chtlingspolitik der Bundesregierung bzw. gegen die Ansiedlung Gefl&uuml;chteter in der N&auml;he der eigenen Wohnung anzusprechen und an sich zu binden. Vorneweg sind dabei die bereits erw&auml;hnten AfD-Landesvorsitzenden H&ouml;cke, Poggenburg und Gauland. Letzterer warf den Parteien im Bundestag im Sommer 2016 &ouml;ffentlich vor, sie vertr&auml;ten &#8222;eine Politik der menschlichen &Uuml;berflutung&#8220;. Es handle sich dabei um den &#8222;Versuch, das deutsche Volk allm&auml;hlich zu ersetzen durch eine aus allen Teilen dieser Erde herbeigekommene Bev&ouml;lkerung&#8220; (Gauland zit. n. F.A.S. 2016). Das Szenario des &#8218;ausgetauschten Volkes&#8216; h&auml;ngt mit einem der z&auml;hesten Mythen zusammen, dem die extreme Rechte seit Jahrzehnten nachh&auml;ngt und den sie immer wieder in verschiedenen Kompositionen neu kreiert: Es ist die Paranoia vor dem angeblichen &#8222;Volkstod&#8220;, dem biopolitischen Niedergang bzw. Aussterben des deutschen Volkes (vgl. Botsch\/Kopke 2016).<\/p>\n<h5><span id=\"fazit-und-ausblick\">Fazit und Ausblick<\/span><\/h5>\n<p>Die Prognose des heutigen NPD-Vorsitzenden Franz aus dem Jahr 2013, dass die AfD &#8222;eine Eisbrecher- und T&uuml;r&ouml;ffner-Funktion f&uuml;r die viel weitergehende EU-Kritik der NPD&#8220; &uuml;bernehmen, &#8222;die Rolle des n&uuml;tzlichen Wegbereiters&#8220; spielen und somit neue W&auml;hlerschichten f&uuml;r die Nationaldemokraten erschlie&szlig;en w&uuml;rde, erwies sich offenbar als Fehleinsch&auml;tzung (Franz zit. n. Sager 2016). Das Gegenteil trat ein. &#8222;Die NPD ist f&uuml;r uns eine konkurrierende Partei&#8220;, wehrte der AfD-Spitzenkandidat Sachsen-Anhalts, Andr&eacute; Poggenburg, die Vereinnahmungsversuche der NPD-Initiative &#8222;Erststimme AfD, Zweitstimme NPD&#8220; vor den Landtagswahlen im M&auml;rz 2016 auf ZEIT ONLINE-Nachfrage ab. Man habe zwar &#8222;&auml;hnliche Ziele, aber die L&ouml;sungsans&auml;tze sind andere.&#8220; (zit n. Steffen 2016). &Auml;hnlich der NPD misstraut auch die AfD &#8222;der Regierung weniger als den Parlamenten, der Verwaltung weniger als der Regierung und am wenigsten der Justiz, sofern diese aus den vermeintlichen Fesseln der Parteienmacht befreit sei.&#8220; (Botsch 2016b: 75). Gegen den demokratischen Verfassungsstaat und gegen die moderne, pluralistische Verfasstheit der bundesdeutschen Gesellschaft, die sie ver&auml;chtlich als &#8222;links-gr&uuml;n-versifftes 68er-Deutschland&#8220; (Meuthen zitiert nach Steffen&nbsp;2016a) bezeichnet, bringt sie ihren exklusiven Nationalismus in Stellung:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Volk, Liebe, Kunst, Kultur und Humor eines Volkes sind nicht im Grundgesetz ausgedr&uuml;ckt, sie sind das, was uns ausmacht, was uns in der Geschichte ausgemacht hat, und sie gehen weit &uuml;ber das hinaus, was eine Verfassung darstellt. Wir lieben nicht die Verfassung, wir lieben unser Volk. Aber wir wissen, dass die Verfassung richtig und n&uuml;tzlich ist, und wir stehen f&uuml;r sie ein, sie ist ein Kleid, das man ver&auml;ndern kann. Identit&auml;t, Nationales, Kultur kann man nicht ver&auml;ndern. Sie ist uns angeboren und sie ist etwas, was wir alle zum Leben brauchen.&#8220; (Gauland 2016)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Daf&uuml;r setzt die AfD auf einen allgemeinen, mindestens mehrheitlich vorhandenen, einheitlichen Volkswillen, den sie durch direkt- und identit&auml;rdemokratische Politikvorstellungen verwirklicht sehen will. &#8222;Immerhin &#8211; und hier unterscheidet die AfD sich grundlegend von der NPD &#8211; l&auml;sst sich nicht erkennen, dass sie das Motiv der organischen, urspr&uuml;nglichen und auf gemeinsamer Abstammung basierenden Volksgemeinschaft programmatisch mobilisiert. Der Begriff der Volksgemeinschaft taucht im Parteiprogramm nicht auf.&#8220; (Botsch 2016b: 75). Programmatisch betrachtet ist die AfD momentan keine genuin rechtsradikale Partei. Die politische Praxis der AfD verlangt es hingegen, dass auch interne oder &ouml;ffentliche &Auml;u&szlig;erungen von Funktionstr&auml;gerinnen und Funktionstr&auml;gern Bestandteil der Analyse und Bewertung sein m&uuml;ssen. Ob und inwieweit die st&auml;rker im v&ouml;lkisch-identit&auml;ren Milieu verankerten Str&ouml;mungen der Partei, allen voran &#8222;Der Fl&uuml;gel&#8220; und die &#8222;Patriotische Plattform&#8220;, radikalnationalistische Vorstellungen tradieren, lie&szlig;e sich nur aus einer breiteren Analyse des programmatischen Materials der AfD erschlie&szlig;en (vgl. ebd.) Eine weitere Unterscheidung k&ouml;nnen wir auf der Ebene der Mitgliederrekrutierung feststellen: Im Gegensatz zur NPD entstand die AfD zun&auml;chst als eine Abspaltung von den Unionsparteien und gr&uuml;ndete sich nicht aus dem &#8222;nationalen Lager&#8220; heraus. Aktuell erinnert die Entwicklung der Partei in einigen Z&uuml;gen an den eingangs erw&auml;hnten Werdegang der NPD in den Jahren 1966 bis 1968 und an den Aufstieg der REP Ende der 1980er\/Anfang der 1990er Jahre (vgl. Jaschke 1993). Ein Vergleich mit der Entwicklung der REP bez&uuml;glich der politischen Sozialisation ihrer Mitglieder ist &auml;u&szlig;erst aufschlussreich. &#8222;Das Verhalten eines Gro&szlig;teils der Aktivisten&#8220;, so der Politikwissenschaftler Hans-Gerd Jaschke, &#8222;ist vorgepr&auml;gt durch die politische Sozialisation rechts von der Union, zumal in DVU und NPD.&#8220; (Jaschke 1993: 30). Sein Befund um die politische Strategie der damaligen REP offenbart Parallelen zur heutigen F&uuml;hrungsebene der AfD: &#8222;Sie wissen, welche Deutungen und Strategien zum politischen Abseits f&uuml;hren, und vermeiden sie nach Kr&auml;ften. Sie wissen, wie Signale und Botschaften zeitgem&auml;&szlig; zu verschl&uuml;sseln sind, um die Rechtsau&szlig;en-Klientel bei der Stange zu halten und neue, j&uuml;ngere W&auml;hlerschichten anzusprechen&#8220; und wissen &#8222;rechte Inhalte so zu verpacken, dass populistische, w&auml;hlerwirksame Effekte dabei herauskommen.&#8220; (ebd.).<\/p>\n<p>In der Anfangszeit bem&uuml;hte sich die AfD-F&uuml;hrung um eine deutliche Abgrenzung zum verfassungsfeindlichen Rechtsextremismus. Dies hat sich inzwischen ge&auml;ndert. Momentan, so der Gesamteindruck, steht die AfD auf der Schwelle zur &#8222;Nationalen Opposition&#8220;. Es hat den Anschein, dass ein Gro&szlig;teil der Partei darauf dr&auml;ngt, einen Schritt weiter zu gehen.<\/p>\n<p><b>CHRISTOPH&nbsp;KOPKE<\/b><i>&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1967, Diplom-Politologe, Dr. phil. Seit 2015 Professor f&uuml;r Politikwissenschaft und Soziologie an der Hochschule f&uuml;r Wirtschaft und Recht in Berlin. Letzte Ver&ouml;ffentlichungen u.a.: Kontinuit&auml;t des Antisemitismus: Israel im Blick der extremen Rechten, in: Olaf Gl&ouml;ckner\/Julius H. Schoeps (Hrsg.): Deutschland, die Juden und der Staat Israel. Eine politische Bestandsaufnahme. Hildesheim\/Z&uuml;rich\/New York 2016, S.&nbsp;285-313 (mit Gideon Botsch); Die extreme Rechte als Wahlkampfakteur, in: Fabian Virchow\/Martin Langebach\/ Alexander H&auml;usler (Hrsg.): Handbuch Rechtsextremismus. Wiesbaden 2016, S.&nbsp;225-256.<\/i><\/p>\n<p><i>ALEXANDER&nbsp;LORENZ&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1987, B.A., studierte Geschichte und Religionswissenschaften an der Universit&auml;t Potsdam. Redakteur der Online-Zeitschrift Medaon &#8211; Magazin f&uuml;r j&uuml;disches Leben in Forschung und Bildung. Freiberufliche T&auml;tigkeiten in der historisch-politischen Bildungsarbeit. Letzte Ver&ouml;ffentlichung u.a.: &raquo;Ich kenne keine Fl&uuml;gel, ich kenne keine Str&ouml;mungen. Ich kenne nur die Brandenburger AfD&laquo;. Die Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) in Brandenburg im Fr&uuml;hjahr 2015, in: Alexander H&auml;usler (Hrsg.): Die Alternative f&uuml;r Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Wiesbaden 2016, S. 221-235. (mit Christoph Kopke). <\/i><\/p>\n<h5><span id=\"literaturverzeichnis\">Literaturverzeichnis<\/span><\/h5>\n<p>Backes, Uwe\/Steglich, Henrik (Hrsg.) 2007: Die NPD. Erfolgsbedingungen einer rechtsextremistischen Partei, Baden-Baden.<\/p>\n<p>Begrich, Pascal 2016a: Fundamentaloppositionelle Bewegungspartei. Die AfD und ihr Verh&auml;ltnis zur Parlamentsarbeit, in: miteinanderthema, H.3, S. 5.<\/p>\n<p>Begrich, David\/Begrich, Pascal 2016: Volk &#8211; Nation &#8211; Identit&auml;t. Das Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt, in: miteinanderthema, H.3, S. 6-11.<\/p>\n<p>Botsch, Gideon 2011: Die extreme Rechte als &#8222;nationales Lager&#8220; &#8211; &#8222;Vers&auml;ulung&#8220; im lebensweltlichen Milieu oder Marsch in die Mitte der Gesellschaft?, in: Kopke, Christoph (Hrsg.): Die Grenzen der Toleranz. Rechtsextremes Milieu und demokratische Gesellschaft in Brandenburg. Bilanz und Perspektiven, Potsdam, S. 57-81.<\/p>\n<p>Botsch, Gideon 2016a: &#8218;Nationale Opposition&#8217; in der demokratischen Gesellschaft. Zur Geschichte der extremen Rechten in der Bundesrepublik Deutschland, in: Virchow, Fabian\/Langebach, Martin\/H&auml;usler, Alexander (Hrsg.): Handbuch Rechtsextremismus (= Edition Rechtsextremismus), Wiesbaden, S. 43-82.<\/p>\n<p>Botsch, Gideon 2016b: Wahre Demokratie und Volksgemeinschaft. Ideologie und Programmatik der NPD und ihres rechtsextremen Umfelds, Wiesbaden.<\/p>\n<p>Botsch, Gideon\/Kopke, Christoph 2016: Der &#8222;Volkstod&#8220;. Zur Kontinuit&auml;t einer extrem rechten Paranoia, in: Claus, Robert\/Lang, Juliane\/Peters, Ulrich (Hrsg.): Antifeminismus in Bewegung, Hamburg (im Erscheinen).<br \/>Botsch, Gideon\/Kopke, Christoph 2009: Die NPD und ihr Milieu. Studien und Berichte, M&uuml;nster\/Ulm.<\/p>\n<p>Botsch, Gideon\/Kopke, Christoph\/Lorenz, Alexander 2015: Wie agiert die Alternative f&uuml;r Deutschland&#8220; vor Ort? Das Fallbeispiel Brandenburg, in: Zick, Andreas\/K&uuml;pper, Beate (Hrsg.): Wut, Verachtung, Abwertung. Rechtspopulismus in Deutschland, hrsg. von der Friedrich-Ebert-Stiftung von Ralf Melzer und Dietmar Molthagen, Bonn, S. 146-166.<\/p>\n<p>Escher, Clemens 2016: Die AfD als Anti-Bundesrepublik-Partei, in: Benz, Wolfgang (Hrsg.): Fremdenfeinde und Wutb&uuml;rger. Verliert die demokratische Gesellschaft ihre Mitte?, Berlin, S. 181-192.<\/p>\n<p>Fascher, Eckhard 1994: Modernisierter Rechtsextremismus? Ein Vergleich der Parteigr&uuml;ndungsprozesse der NPD und der Republikaner in den sechziger und achtziger Jahren, Berlin.<\/p>\n<p>Hensel, Alexander\/Geiges, Lars\/Pausch, Robert\/F&ouml;rster, Julika 2016: Die AfD vor den Landtagswahlen 2016. Programme, Profile und Potenziale (= OBS-Arbeitspapier 20), hrsg. von der Otto-Brenner-Stiftung, Frankfurt a. Main, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-shop.de\/uploads\/tx_mplightshop\/AP20_AFD.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.otto-brenner-shop.de\/uploads\/tx_mplightshop\/AP20_AFD.pdf<\/a> (Abruf v. 16.10.2016).<\/p>\n<p>H&auml;usler, Alexander 2016a: Die AfD: eine rechtspopulistische Partei im Wandel. Ein Zwischenbericht (= diskurs), hrsg. vom DGB-Bundesvorstand, Berlin.<\/p>\n<p>H&auml;usler, Alexander 2016b: Ausblick, in: Ders. (Hrsg.): Die Alternative f&uuml;r Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung, Wiesbaden, S. 239-245.<\/p>\n<p>H&auml;usler, Alexander\/Roeser, Rainer\/Scholten, Lisa 2016: Programmatik, Themensetzung und politische Praxis der Partei &#8222;Alternative f&uuml;r Deutschland&#8220; (AfD). Eine Studie im Auftrag der Heinrich B&ouml;ll Stiftung, Dresden, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.weiterdenken.de\/sites\/default\/files\/uploads\/2016\/08\/haeusler_roeser_scholten_afd_2016-08.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.weiterdenken.de\/sites\/default\/files\/uploads\/2016\/08\/haeusler_roeser_scholten_afd_2016-08.pdf<\/a> (Abruf v. 17.10.2016).<\/p>\n<p>Hoffmann, Uwe 1999: Die NPD. Entwicklung, Ideologie und Struktur, Frankfurt a. Main.<\/p>\n<p>Jaschke, Hans-Gerd 1993: Die &#8222;Republikaner&#8220; Profile einer Rechtsau&szlig;en-Partei, Bonn, 2. akt. u. erw. Auflage.<\/p>\n<p>Jentsch, Ulli (2016): Jeden Montag Deutschland retten. PEGIDA und Co. ver&auml;ndern das politische Klima, in: Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung (Hrsg.): Ideologien der Ungleichwertigkeit (= Schriften zur Demokratie, Band 42), Berlin, S. 37-44.<\/p>\n<p>Kellershohn, Helmut 2016: Risse im Geb&auml;lk. Fl&uuml;gelk&auml;mpfe in der jungkonservativen Neuen Rechten und in der AfD, in: H&auml;usler, Alexander (Hrsg.): Die Alternative f&uuml;r Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung, Wiesbaden, S. 181-200.<\/p>\n<p>Kemper, Andreas 2016: &#8222;&#8230; die neurotische Phase &uuml;berwinden, in der wir uns seit siebzig Jahren befinden&#8220; Zur Differenz von Konservatismus und Faschismus am Beispiel der &#8222;historischen Mission&#8220; Bj&ouml;rn H&ouml;ckes (AfD), hrsg. von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Th&uuml;ringen, Jena.<\/p>\n<p>Kopke, Christoph 2016: Der III. Weg. Personal, Auftreten und Inhalte einer neonazistischen Kleinpartei, in: Burschel, Friedrich (Hrsg.): Durchmarsch von Rechts. V&ouml;lkischer Aufbruch: Rassismus, Rechtspopulismus, rechter Terror (= Manuskripte &#8211; Neue Folge, Band 17), hrsg. von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin, S. 79-87.<\/p>\n<p>Kopke, Christoph\/Lorenz, Alexander 2016: &#8222;Ich kenne keine Fl&uuml;gel, ich kenne keine Str&ouml;mungen. Ich kenne nur die Brandenburger AfD&#8220; Die Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) in Brandenburg im Fr&uuml;hjahr 2015, in: H&auml;usler, Alexander (Hrsg.): Die Alternative f&uuml;r Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung, Wiesbaden, S. 221-235.<\/p>\n<p>Korsch, Felix 2016: &#8222;Nat&uuml;rliche Verb&uuml;ndete&#8220;? Die Pegida-Debatte in der AfD zwischen Anziehung und Ablehnung, in: H&auml;usler, Alexander (Hrsg.): Die Alternative f&uuml;r Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung, Wiesbaden, S.111-134.<\/p>\n<p>Kurth, Alexandra\/Salzborn, Samuel 2016: Die AfD als Herausforderung f&uuml;r die politische Bildung, in: Journal f&uuml;r politische Bildung, Jg. 6, H. 3, S. 50-55.<\/p>\n<p>Langebach, Martin\/Raabe, Jan 2016: Die &#8218;Neue Rechte&#8217; in der Bundesrepublik Deutschland, in: Virchow, Fabian\/Langebach, Martin\/H&auml;usler, Alexander (Hrsg.): Handbuch Rechtsextremismus (= Edition Rechtsextremismus), Wiesbaden, S. 561-592.<\/p>\n<p>Missy, Stefan 2013: Das politische Profil der &#8222;neuen&#8220; NPD: Organisatorischer Wandel, ideologische Radikalisierung und strategisches Konzept einer &#8222;systemfeindlichen&#8220; Partei. M&uuml;nchen ( = Diss. Phil.; LMU M&uuml;nchen).<\/p>\n<p>Niedermayer, Oskar\/Hofrichter, J&uuml;rgen 2016: Die W&auml;hlerschaft der AfD: Wer ist sie, woher kommt sie und wie weit rechts steht sie?, in: ZParl. Zeitschrift f&uuml;r Parlamentsfragen, Jg. 47, H. 2, S. 267-285.<\/p>\n<p>Niethammer, Lutz 1969: Angepa&szlig;ter Faschismus. Politische Praxis der NPD, Frankfurt a. Main.<\/p>\n<p>Pfahl-Traughber, Armin 2009: Die &#8222;alte&#8220; und die &#8222;neue&#8220; NPD. Eine vergleichende Betrachtung zu Gefahrenpotential und Profil, in: Braun, Stephan\/Geisler, Alexander\/Gerster, Martin (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten, Wiesbaden, S. 77-91.<\/p>\n<p>Puls, Hendrik 2015: &#8222;Die Rechte&#8220; als neue Bewegungspartei des Neonazismus, in: Forschungsjournal Soziale Bewegung, Jg. 28, H. 1, S. 160-165.<\/p>\n<p>Reisigl, Martin 2012: Rechtspopulistische und faschistische Rhetorik &#8211; Ein Vergleich, in: Totalitarismus und Demokratie, Jg. 9, H. 2, S. 303-323.<\/p>\n<p>Roeser, Rainer 2016: AfD-Nachwuchs auf dem Weg ins Parlament, in: blick nach rechts vom 30.09.2016, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.bnr.de\/artikel\/hintergrund\/afd-nachwuchs-auf-dem-weg-ins-parlament\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bnr.de\/artikel\/hintergrund\/afd-nachwuchs-auf-dem-weg-ins-parlament<\/a> (Abruf v. 18.10.2016).<\/p>\n<p>Sontheimer, Kurt 1971 [1968]: Antidemokratisches Denken in der Bundesrepublik, in Ders.: Deutschland zwischen Demokratie und Antidemokratie, M&uuml;nchen, S. 139-171.<\/p>\n<p>Virchow, Fabian\/Dornbusch, Christian (Hrsg.) 2008: 88 Fragen und Antworten zur NPD. Weltanschauung, Strategie und Auftreten einer Rechtspartei &#8211; und was Demokraten dagegen tun k&ouml;nnen, Schwalbach\/Ts.<\/p>\n<h5><span id=\"quellen\">Quellen <\/span><\/h5>\n<p>Der Fl&uuml;gel 2015: Erfurter Resolution, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.derfluegel.de\/2015\/03\/14\/die-erfurter-resolution-wortlaut-und-erstunterzeichner\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.derfluegel.de\/2015\/03\/14\/die-erfurter-resolution-wortlaut-und-erstunterzeichner\/<\/a> (Abruf v. 10.10.2016).<\/p>\n<p>Die Landeswahlleiterin\/Landesamt f&uuml;r innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern 2016: Landtagswahl am 4. September 2016, Kurz&uuml;berblick, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.mv-laiv.de\/Wahlen\/Landtagswahlen\/2016\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.mv-laiv.de\/Wahlen\/Landtagswahlen\/2016\/<\/a> (Abruf v. 15.10.2016).<\/p>\n<p>Die Landeswahlleiterin f&uuml;r Berlin 2016: Wahlen zum Abgeordnetenhaus 2016, Endg&uuml;ltiges Ergebnis, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.wahlen-berlin.de\/wahlen\/BE2016\/afspraes\/zweitstimmen_gemeinde-1-berlin_gesamt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.wahlen-berlin.de\/wahlen\/BE2016\/afspraes\/zweitstimmen_gemeinde-1-berlin_gesamt.html<\/a> (Abruf v. 10.10.2016).<\/p>\n<p>DS-TV 27-16 2016: Wie geht&#8217;s weiter? Herbstinterview mit dem NPD-Parteivorsitzenden Frank Franz, ver&ouml;ffentlicht am 07.10.2016, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=W8IRMJm6u5M\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=W8IRMJm6u5M<\/a> (Abruf v. 10.10.2016). Typoskript der Videoabschrift.<\/p>\n<p>F.A.S. 2016: Gaulands Rede im Wortlaut, in: FAZ.NET vom 05.06.2016, abrufbar unter: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/zum-nachlesen-gaulands-rede-im-wortlaut-14269861.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/zum-nachlesen-gaulands-rede-im-wortlaut-14269861.html<\/a> (Abruf v. 15.10.2016).<\/p>\n<p>Gauland, Alexander 2016: Rede des Landesvorsitzenden der AfD Brandenburg und Fraktionsvorsitzenden der AfD im Brandenburger Landtag Dr. Alexander Gauland anl&auml;sslich des 2. Kyffh&auml;usertreffens des Fl&uuml;gels am 4. Juni 2016, ver&ouml;ffentlicht am 07.06.2016, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=d1m_atNKRN4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=d1m_atNKRN4<\/a> (Abruf v. 16.10.2016). Typoskript der Videoabschrift.<\/p>\n<p>Kalbitz, Andreas 2016: Rede des stellv. Sprechers der AfD Brandenburg und Mitglied des Landtags Brandenburg Andreas Kalbitz anl&auml;sslich des 2. Kyffh&auml;usertreffens des Fl&uuml;gels am 4. Juni 2016, ver&ouml;ffentlicht am 14.06.2016, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=oRSOaacPsqA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=oRSOaacPsqA<\/a> (Abruf v. 16.10.2016). Typoskript der Videoabschrift.<\/p>\n<p>Panorama 2016: NPD und AfD: Original und Kopie?, Sendung vom 01.09.2016, Protokoll der Sendung abrufbar unter <a href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2016\/panorama6532.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2016\/panorama6532.pdf<\/a> (Abruf v. 15.10.2016).<\/p>\n<p>Reuters 2016: AfD in Umfrage drittst&auml;rkste Partei im Bund, in: ZEIT ONLINE vom 16.10.2016, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-10\/alternative-fuer-deutschland-afd-gruene-umfrage\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-10\/alternative-fuer-deutschland-afd-gruene-umfrage<\/a> (Abruf v. 17.10.2016).<\/p>\n<p>Sager, Tomas 2016: NPD im Sturzflug?, in: blick nach rechts vom 14.09.2016, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.bnr.de\/artikel\/hintergrund\/npd-im-sturzflug\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bnr.de\/artikel\/hintergrund\/npd-im-sturzflug<\/a> (Abruf v. 20.10.2016).<\/p>\n<p>Steffen, Tilman 2016: NPD dient sich der AfD an, in: ZEIT ONLINE vom 07.03.2016, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-03\/landtagswahlen-npd-afd-allianz-koalition-erststimme\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-03\/landtagswahlen-npd-afd-allianz-koalition-erststimme<\/a> (Abruf v. 17.10.2016).<\/p>\n<p>Steffen, Tilman 2016a: AfD gegen AfD gegen AfD, in: ZEIT ONLINE vom 06.07.2016, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-07\/alternative-fuer-baden-wuerttemberg-joerg-meuthen-wolfgang-gedeon-afd\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-07\/alternative-fuer-baden-wuerttemberg-joerg-meuthen-wolfgang-gedeon-afd<\/a> (Abruf v. 18.10.2016).<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[710,667],"autoren":[180,179],"publikationen":[1093],"class_list":["post-10898","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-rechtsextremismus","tag-vorgaenge-artikel","autoren-alexander-lorenz","autoren-christoph-kopke","publikationen-1093"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Auf dem Weg in die \u201eNationale Opposition\u201c? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/216\/publikation\/auf-dem-weg-in-die-nationale-opposition-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Auf dem Weg in die \u201eNationale Opposition\u201c? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"in: vorg&auml;nge Nr. 216 (4\/2016), S. 15-28 Nach ihrer Niederlage bei der Bundestagswahl 1969 konnte die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) nicht mehr an ihre Landtagswahlerfolge der 1960er Jahre ankn&uuml;pfen. 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