{"id":10966,"date":"2009-09-01T18:30:00","date_gmt":"2009-09-01T16:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/ostdeutsche-und-westdeutsche-identitaet\/"},"modified":"2021-08-24T21:52:58","modified_gmt":"2021-08-24T19:52:58","slug":"ostdeutsche-und-westdeutsche-identitaet","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/ostdeutsche-und-westdeutsche-identitaet\/","title":{"rendered":"Ostdeutsche und westdeutsche Identit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber Gr\u00fcnde und Sinn einer Differenz;<\/p>\n<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 187, Heft 3\/2009, S. 85-93<\/p>\n<p>Knapp zwanzig Jahre nach dem euphorisch als &#8222;Wiedervereinigung&#8220; gefeierten Beitritt der DDR zur Bundesrepublik zeigt sich das vereinigte Deutschland als ein aufs Neue gespaltenes Land. Weder sind der westdeutsche und der ostdeutsche Bev\u00f6lkerungsteil eins geworden, noch haben sich in der Fl\u00e4che Ostdeutschlands die wirtschaftlichen Strukturen und Lebensverh\u00e4ltnisse den westdeutschen angeglichen. Es stellt sich also die Frage, woher die Unterschiede zwischen West-Identit\u00e4t und Ost-Identit\u00e4t kommen und wie sie sich heute reproduzieren. Wie ist die Situation in Ostdeutschland zu beschreiben? Welche Ressourcen bietet die ostdeutsche Identit\u00e4t beim Umgang mit historisch neuen Formen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schrumpfung?<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"i-westdeutsche-und-ostdeutsche-identitaet\">I. Westdeut&shy;sche und ostdeutsche Identit&auml;t <\/span><\/h2>\n<p><b>I.1. Zwei konkurrierende Leit-Erz\u00e4hlungen <\/b><\/p>\n<p>Die Frage, warum Deutschland nach der erfolgreichen friedlichen Revolution und seiner Vereinigung immer noch so spannungsvoll die &#8222;innere Einheit&#8220; diskutiert, verweist in ideologische und mentale Tiefenschichten und damit auf die Geschichte der beiden rivalisierenden deutschen Nachkriegsgr\u00fcndungen. W\u00e4hrend im Westen die Strukturen einer b\u00fcrgerlichen Gesellschaft rekonstruiert und die Westdeutschen mental und ideologisch entsprechend gepr\u00e4gt wurden, entwickelte man die ostdeutsche Konkurrenzgr\u00fcndung in eine andere Richtung. In der ostdeutschen Diktatur entstand eine arbeiterliche Gesellschaft, die auch die Mentalit\u00e4t nichtarbeiterlicher Schichten bestimmte. Die Leit-Erz\u00e4hlungen beider L\u00e4nder pr\u00e4gten mehrere West- und Ostdeutsche Generationen, insbesondere die &#8222;Kulturtr\u00e4ger&#8220;, also jene Menschen, die in Politik und Administration, in Kultur, Bildung, Wissenschaft und in den Medien arbeiteten. Obwohl nach dem Beitritt die materiellen und die sozialpsychologisch bestimmenden Strukturen der arbeiterlichen Gesellschaft verschwanden, obwohl das Bildungs- und Mediensystem die Deutungsmuster der ostdeutschen Leit-Erz\u00e4hlung nicht mehr unterst\u00fctzte, wirkte diese Sozialisation noch lange, auch transgenerationell, weiter. Das zeigt sich nicht nur an den anders codierten Werten und Sinnvorstellungen, sondern auch in der von den Westdeutschen abweichenden &#8222;subjektiven Schichteinstufung&#8220; der Ostdeutschen. Westdeutsche wie Ostdeutsche ordnen sich &#8211; im Vergleich zu objektiven soziologischen Schichtkriterien \u00fcberproportional oft &#8211; jener Schicht zu, die entsprechend der jeweiligen Leit-Erz\u00e4hlungen als <i>ehrbare St\u00fctze der Gesellschaft <\/i>galt und gilt. Im Osten war das die &#8222;Arbeiterklasse&#8220;, im Westen war und ist das der b\u00fcrgerliche Mittelstand.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"i2-kontur-und-differenz-der-unterschiedlichen-identitaeten-im-alltag\">I.2. Kontur und Differenz der unter&shy;schied&shy;li&shy;chen Identit&auml;ten im Alltag <\/span><\/h2>\n<p>In den Jahren nach dem Beitritt prallten die &#8211; bis dahin zumeist unreflektierten &#8211; westdeutschen und ostdeutschen Normalit\u00e4tsvorstellungen aufeinander. Das ist inzwischen in einer kaum noch \u00fcbersehbaren F\u00fclle von Erfahrungsberichten, Reportagen und wissenschaftlichen Studien aufgearbeitet worden. Sehr instruktiv ist die Analyse des Politikwissenschaftlers und Therapeuten Wolf Wagner. Er wechselte von West-Berlin an eine Fachhochschule nach Erfurt und rekonstruierte dort die Spannungen, die sich in den neunziger Jahren zwischen westdeutschen und ostdeutschen Kommunikationsstilen aufgebaut hatten. In &#8222;Kulturschock Deutschland&#8220; illustriert er an einfachen Beispielen, wie sich in den neunziger Jahren die Unterschiede zwischen ostdeutscher und westdeutscher Sozialisation ebenso pr\u00e4gnant wie konflikttr\u00e4chtig zeigten: W\u00e4hrend es im ostdeutschen Kulturraum \u00fcblich ist, sich beim ersten Treffen am Tage sowie bei der Verabschiedung die Hand zu geben, tut man das in der westdeutschen Kultur seltener. Dies f\u00fchrt in den allt\u00e4glichen interkulturellen Interaktionen zu Frustrationen. So meinten die Ostdeutschen, dass die Westdeutschen ihnen den H\u00e4ndedruck &#8222;verweigern&#8220;, dass jene arrogant, distanziert und unh\u00f6flich seien. Die Westdeutschen hingegen erlebten die Ostdeutschen, welche st\u00e4ndig &#8222;nach ihren H\u00e4nden griffen&#8220; als undistanziert, altmodisch und piefig. \u00c4hnliche Differenzen zwischen der westdeutschen und der ostdeutschen Sozialisation zeigen sich in der Art, wie in Gruppen Konflikte behandelt werden. W\u00e4hrend bei den Ostdeutschen die Tendenz zum stillschweigenden Ausgleich, zu Kompromissen aber auch zum \u00dcberdecken von Konflikten vorherrscht, orientieren sind die Westdeutschen st\u00e4rker am Modell von miteinander konkurrierenden Individuen. Die Austragung von Konflikten gilt hier nicht als St\u00f6rung, sondern als Normalit\u00e4t. Beim Zusammentreffen der beiden Kommunikationsstile nehmen die Ostdeutschen die Westdeutschen als aggressiv, dominant und egozentrisch wahr, w\u00e4hrend sie sich selbst als solidarisch, kompromissbereit und zum Blick aufs <i>gro\u00dfe Ganze <\/i>bef\u00e4higt beschreiben. Den Westdeutschen hingegen erscheinen die Ostdeutschen als feige, scheinheilig, konformistisch und verdruckst &#8211; w\u00e4hrend sie sich selbst als offen, mutig und authentisch bezeichnen.<\/p>\n<p>Es scheint also, dass westdeutsche Identit\u00e4t st\u00e4rker vom Streben nach Individualit\u00e4t und Selbstverwirklichung und mehr vom Konkurrenzverhalten gepr\u00e4gt ist. Ostdeutsche Identit\u00e4t hingegen zeigt sich Wagner zufolge eher darin, dass die Gemeinschaft und der Ausgleich \u00fcber Individualit\u00e4t (auch die eigene) gestellt wird beziehungsweise werden soll, und dass der Zusammenhalt und die &#8218;Gestimmtheit&#8216; des Kollektivs h\u00f6her angesetzt wird.<\/p>\n<p>Die oben beschriebenen Dissonanzen sind typisch f\u00fcr die Konflikte zwischen Angeh\u00f6rigen der ostdeutschen und westdeutschen Mittelschicht. Die gr\u00f6\u00dfte L\u00fccke zwischen Kommunikationsstilen und Selbstpr\u00e4sentationsformen tat sich zwischen Angestellten, qualifiziertem Fachpersonal und Akademikern auf. In der Welt der ostdeutschen Industriearbeiter hingegen zeigten sich andere West-Ost-Konflikte. Hier ging es weniger um Formen und Stile, sondern darum, dass die ostdeutsche Industriearbeiterschaft ihre Verhandlungsmacht, ihre in der DDR noch bestehende &#8222;passive St\u00e4rke&#8220; wie auch ihren symbolischen Status als wichtigste, als &#8222;f\u00fchrende&#8220; Klasse, verloren hatte. So beschreibt der Industriesoziologe Werner Schmidt nicht nur die \u00fcblichen Interessenskonflikte zwischen Arbeitern und Managern, sonder auch den Zusammenprall der durch die b\u00fcrgerliche und die arbeiterliche Gesellschaft sozialisierten Akteure. In seinen Studien zum Transformationsprozess in der Metall verarbeitenden Industrie entdeckte er bei den ostdeutschen Industriearbeitern eine so genannte &#8222;Ideologie der produktiven Arbeit&#8220;. Hierzu geh\u00f6re Schmidt zufolge &#8222;die schwer korrigierbare \u00dcberzeugung, dass die eigene Gruppe die einzig wirklich produktive, (&#8230;) und damit wichtigste sei, auf die niemand verzichten k\u00f6nne.&#8220;[1] Zugleich wurden nach dieser Ideologie die Gruppen definiert, <i>die nicht wirklich arbeiteten<\/i>: Nach unten grenzte man sich von den &#8222;Faulen&#8220;, den &#8222;Assis&#8220; und den Arbeitsscheuen&#8220; ab und in der anderen Richtung von dem &#8222;Wasserkopf&#8220; und den &#8222;Pfeifen da oben.&#8220;[2] Dieses arbeiterliche Selbstbewusstsein und die &#8222;Ideologie der produktiven Arbeit&#8220; kollidierten nach 1990 mit den neuen Abl\u00e4ufen und Hierarchien. Eine leitende ostdeutsche Angestellte in einem W\u00e4lzlagerwerk kommentiert die 19921994 asymmetrische eingef\u00fchrten Privilegien und den Abbau von Zuwendung an die Arbeiter so: &#8222;Wir haben also, wir haben immer gelernt: ein Mensch ist ein Mensch! Egal, ob der nun Werkleiter ist oder ein Kumpel an der Maschine, du hast die alle gleich behandelt. So. Und das ist hier (im nun westlich gemanagten W\u00e4lzlagerwerk &#8211; T.A.) nicht so.&#8220;[3]<\/p>\n<p>Beide Beispiele aus den neunziger Jahren zeigen schlaglichtartig, wie man sich die Resultate der Sozialisation in der arbeiterlichen Gesellschaft im Unterschied zur b\u00fcrgerlichen Gesellschaft &#8211; oder eben die Differenz zwischen westdeutscher und ostdeutscher Identit\u00e4t &#8211; vorstellen kann. Auch heute, zwei Jahrzehnte nachdem die DDR in der Bundesrepublik aufging, finden sich noch typische West-Ost-Unterschiede &#8211; vom Fertilit\u00e4tsverhalten bis zur Vereinbarkeit von Mutterschaft und Beruf. Ein weiteres Feld, wo sich West- und Ost-Identit\u00e4t unterscheiden, ist das gesellschaftsbezogener Werte. Insgesamt sind die Ostdeutschen etatistischer sowie st\u00e4rker auf Gerechtigkeit und Chancengleichheit hin orientiert.[4] Die Unterschiede zwischen Ostdeutschland entspringen aber nicht nur sozialstrukturellen, sondern auch ideologischen und kulturellen Differenzen. Das illustriert der Politikwissenschaftler Gunnar Hinck in seinem systematischen Vergleich zwischen westdeutschen, ostdeutschen und schwedischen Wertvorstellungen: \u00c4hnlich wie beispielsweise in Schweden definieren in Ostdeutschland deutlich mehr Menschen als in den alten Bundesl\u00e4ndern&#8220; <i>Freiheit <\/i>&#8222;als Freiheit von Not&#8220;; w\u00e4hrend im Westen umgekehrt und mit gleich gro\u00dfem Abstand zum Osten &#8222;Freiheit als Handlungsfreiheit&#8220; verstanden wird.[5]<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"i3-die-diskursive-konstruktion-westdeutscher-und-ostdeutscher-identitaet\">I.3. Die diskursive Konstruk&shy;tion westdeut&shy;scher und ostdeut&shy;scher Identit&auml;t <\/span><\/h2>\n<p><b><i>Die Ost-Diskurse <\/i><\/b><\/p>\n<p>Die Ost-Diskurse setzten 1990 ein und dauern bis heute an. Durch die \u00d6ffnung der Grenze zwischen der DDR und Bundesrepublik wurde die westdeutsche Bev\u00f6lkerung und ihre Medien gewisserma\u00dfen <i>\u00fcber Nacht <\/i>mit einem neuen Gegenstand konfrontiert: Ostdeutschland und die Ostdeutschen. Diese \u00fcberschwemmten wortw\u00f6rtlich die grenznahen St\u00e4dte. Neu war aber nicht nur der Besucherstrom, der ja auch bald abbebte. Nach der Grenz\u00f6ffnung und dem allm\u00e4hlichen Zusammenbruch der Diktatur war es nun auch m\u00f6glich, die Ostdeutschen in ihrer heimischen Umgebung ihr Land und dessen Institutionen ungehindert zu erforschen.<\/p>\n<p>Die Medien der Bundesrepublik n\u00e4herten sich diesem neuen Gegenstand, wie es Medien einer modernen Reflexionskultur immer tun: Das Fremde wurde vermessen, erforscht, interpretiert und dabei dem Eigenen gegen\u00fcbergestellt. So entwickelte sich eine diskursive Ko- Konstruktion westdeutscher und ostdeutscher Identit\u00e4t. In dem \u00fcber die Ostdeutschen &#8211; Fremde, Andere, vom Eigenen Abweichende &#8211; gesprochen wurde, sprach man implizite \u00fcber die eigene Identit\u00e4t. Alterit\u00e4t stabilisiert Identit\u00e4t. Seit November 1989 entfalteten sich lang anhaltende und von besonderen Rahmenbedingungen gepr\u00e4gte Diskurse, die Darstellungen \u00fcber die Ostdeutschen und deren Kultur liefern &#8211; die so genannten &#8222;Ost-Diskurse&#8220;.[6]<\/p>\n<p>Zu diesen Rahmenbedingungen geh\u00f6rten unter anderem der Transfer von Eliten und Fachkr\u00e4ften nach Ostdeutschland. Nachdem die kleinere DDR den Beitritt zur gr\u00f6\u00dferen (Alt-)BRD und die vollst\u00e4ndige \u00dcbernahme bundesdeutscher Institutionen und Normen beschlossen hatte, wurden die alten ostdeutschen Eliten, das Fach- und F\u00fchrungspersonal durch Sonderrecht, Abwicklungen und durch den Aufbau neuer Strukturen verdr\u00e4ngt. Ihre Stelle nahmen Westdeutsche oder deren neuen ostdeutsche Statthalter ein, zum Teil auch Angeh\u00f6rige jener ostdeutschen Subelite, deren Professionalisierung oder Aufstieg durch die Machthaber in der DDR verhindert worden war. Insgesamt blieben jedoch Ostdeutsche auf der Ebene der Eliten und der F\u00fchrungskr\u00e4fte deutlich unterrepr\u00e4sentiert.[7] Insgesamt lag die Leitung des ,operativen Gesch\u00e4fts&#8216; der Beh\u00f6rden, der Wirtschaft, in Wissenschaft, Medien und Kultur der Neuen Bundesl\u00e4nder bei den sogenannten &#8222;Wessis&#8220;. Inzwischen reproduziert sich diese personelle und ideologische Struktur von selbst. So kann f\u00fcr das Jahr 2004 festgestellt werden, dass die Quote westdeutscher F\u00fchrungspersonen in Wirtschaft und \u00f6ffentlichem Dienst noch einmal angewachsen ist.[8] Zum anderen ist nach dem Ende der neunziger Jahre die erste Generation von ostdeutschen Journalisten, Sozialwissenschaftlern und Zeitgeschichtlern durch ihre westdeutschen Mentoren professionalisiert, promoviert und habilitiert worden, so dass sie nun selbst Einfluss auf die Ost-Diskurse aus\u00fcben. Insofern verliert die Frage ostdeutscher oder westdeutscher Herk\u00fcnfte etwas an Bedeutung. Statt ihrer d\u00fcrfte es in den folgenden Jahren mehr um Identifikationen gehen, also um die Frage, an welchen Werten und Leit-Erz\u00e4hlungen sich die neuen Angeh\u00f6rigen der &#8222;medienpolitischen Klasse&#8220; (Siegfried J\u00e4ger) orientieren werden.<\/p>\n<p>Durch die Verwestlichung der ostdeutschen Medienlandschaft sahen die Ostdeutschen sich, ihre DDR-Vergangenheit, ihre Kultur sowie ihre &#8222;Erfolge&#8220; oder ihr &#8222;Versagen&#8220; beim &#8222;Aufbau Ost&#8220; vor allem aus westdeutscher Perspektive beschrieben und bewertet. So vermissten viele Ostdeutsche abermals ein Forum, auf dem ihre Sichtweisen verhandelt wurden &#8211; ihre besonderen Ost-Erfahrungen im Transformationsprozess oder ihre neu gewonnenen Einsichten zur DDR und zum vereinigten Deutschland.[9] Damit war eine regelrechte Diskurs-L\u00fccke entstanden. Als Reaktionen darauf entwickelten sich verschiedene Formen von Ostalgie.<\/p>\n<p><b><i>Ostalgie als Reaktion<\/i><\/b><\/p>\n<p><i>Ersten: Ostalgie in der Werbebranche.<\/i> Paradigmatisch f\u00fcr eine kommerziell motivierte Nutzung dieser besonderen Diskurs-Situation ist die Werbekampagne f\u00fcr eine aus der DDR stammenden Cola-Marke. Im Jahr 1992 &#8222;verbr\u00fcderte&#8220; sich die <i>Club Cola <\/i>regelrecht mit den Ostdeutschen. Mit ihrem Slogan: &#8222;Hurra, ich lebe noch!&#8220; erkl\u00e4rte sie sich als eine der ihren. Die Cola wird als &#8222;Umbruchs-\u00dcberlebende&#8220; inszeniert. Der weitergehende Text der Anzeige &#8211; &#8222;Von einigen bel\u00e4chelt, ist sie doch nicht totzukriegen&#8220; &#8211; nimmt die Selbstverst\u00e4ndigungsgespr\u00e4che, die zu dieser Zeit in ostdeutschen Kantinen und Wohnzimmern gef\u00fchrten werden, auf. Der Text souffliert gewisserma\u00dfen: Wir haben es \u00fcberstanden, wir lassen uns nicht unterkriegen.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel f\u00fcr ostalgische Werbung ist die der ostdeutschen Elektronikmarke RFT. Sie versucht die Aufmerksamkeit und Sympathie der Kunden zu gewinnen in dem sie mit ihrem Slogan die dahin g\u00fcltigen Vorstellungen in ihr Gegenteil verkehrte: &#8222;ostdeutsch, daher gut.&#8220;[10]<\/p>\n<p><i>Zweitens: Ostalgie als Praktiken von Laien<\/i>. Ostalgie war auch ein Medium, mit dem bestimmte Milieus und Generationen in laienhafter Weise wichtige Br\u00fcche bearbeiteten. Mit dem Besuch oder der Organisation von Ostalgie-Partys nahm ein Teil der Ostdeutschen eine nachholende Verabschiedung der DDR und eine Selbstvergewisserung in der neuen Gegenwart vor. Eine Ostalgie-Party glich einem &#8222;historischen Karneval&#8220;: Die Kost\u00fcme waren DDR-typische Kleidungsst\u00fccke oder Uniformen, die R\u00e4ume dekoriert mit Fahnen, Politiker-Portr\u00e4ts und Transparenten, auf denen ironische Abwandlungen einstiger Propaganda-Spr\u00fcche standen. So, wie es ein karnevaltypisches B\u00fchnen-Repertoire gibt, gab es auch eines f\u00fcr Ostalgie-Partys: Honecker- und Ulbricht-Imitatoren pr\u00e4sentierten noch einmal das groteske Pathos und die sperrige Sprache der DDR-Selbstzuschreibungen, es gab Schlager und Popsongs aus der DDR zu h\u00f6ren, karikierende Fassungen der sozialistischen Hymnen und &#8222;Arbeiter- und Kampflieder&#8220; &#8211; und manchmal tanzten die Easty-Girls zu modernisierten Pionier-Liedern. Man war wehm\u00fctig und zugleich feierte man, dass die dargestellte Vergangenheit ihre Macht verloren hatte.<\/p>\n<p><i>Drittens: Ostalgie als Gesch\u00e4ftsfeld.<\/i> Schon seit \u00fcber einem Jahrzehnt verdient eine ganze Branche in Ost und West daran, mit B\u00fcchern, Tontr\u00e4gern, Spielen, Kult- und Designprodukten ostdeutsche Erinnerungen zu moderieren. Mit Ostalgie-Produkten werden aber auch ganz neue Moden bedient. Denn inzwischen sind f\u00fcr viele Jugendliche die Symbole und Formen aus der DDR-Zeit willkommenes Material, um sich stilistisch von anderen abzuheben.<\/p>\n<p><i>Viertens: Ostalgie als marginalisierter Gegen-Diskurs.<\/i> Die Partys sind vor\u00fcber &#8211; geblieben ist eine Vielzahl laienhafter DDR-Museen, von denen einige wenige inzwischen auch an professionelle Standards heranreichen. Diese DDR-Museen folgten auch dem Impuls, einen Gegenentwurf zu den offiziellen und professionellen DDR-Museen zu liefern, in denen der Schwerpunkt auf der Darstellung der Unterdr\u00fcckung und Indoktrination sowie der \u00c4rmlichkeit und H\u00e4sslichkeit des DDR-Alltags liegt. Zum Gegen-Diskurs geh\u00f6ren au\u00dferdem etliche auflagenschwache Zeitungen, unterfinanzierte Journale und kleine Verlage. Sie bieten vielen, oft professionell wirkenden Akteuren jenes Forum, das ihnen in den etablierten Institutionen und Medien nicht gew\u00e4hrt wird.<\/p>\n<p>Die genannten Facetten von Ostalgie konturieren jedoch nicht nur &#8222;im Stillen&#8220; die ostdeutsche Identit\u00e4t. \u00dcber ihre mediale Bespiegelung konturieren sie immer auch die Identit\u00e4t der Westdeutschen, f\u00fcr die, die abweichende Ost-Identit\u00e4t eine wichtige Alterit\u00e4ts- Konstruktion darstellt. Die spezifische Verfasstheit der westdeutschen Ost-Diskurse, die in den neunziger Jahren die beschriebene Diskurs-L\u00fccke und die darauf reagierende Ostalgie hervorrief, scheint sich bis heute nicht gewandelt zu haben. Das zeigen Publikationen, die Medien-Diskurse j\u00fcngeren Datums analysieren.[11] Sie kommen zu dem Ergebnis, dass das mediale Bild von den Ostdeutschen nach wie vor &#8211; und bisweilen mit h\u00f6chst selektiver Faktennutzung[12] &#8211; dazu dient, westdeutsche Identit\u00e4ten zu st\u00fctzen. F\u00fcr Ostdeutsche bedeutet diese Konstellation, dass sie in einer (Medien-)Welt leben, in welcher der Fremdblick auf ihre Gruppe die vorherrschende mediale Darstellung ist. Entworfen wird dieser Fremdblick von westdeutschen Positionen aus, die, wie der Germanist Kersten Sven Roth \u00fcberzeugend nachweist, als &#8222;Normal Null&#8220;[13] fungieren. Das alles f\u00fchrt dazu, dass die aus der Zeit der deutschen Spaltung stammende Identit\u00e4tskonkurrenz nicht allm\u00e4hlich eingeebnet, sondern reproduziert wird.[14]<br \/>\u00a0<\/p>\n<p><i><b>Die Konstruktion von Identit\u00e4t durch Geschichtsdiskurse <\/b><\/i><\/p>\n<p>Auch die heutige Aufarbeitung der DDR-Geschichte vertieft bisweilen die L\u00fccke zwischen westdeutscher und ostdeutscher Identit\u00e4t. Im Wahl-Jahr 2009 geschah das durch die Forcierung der &#8222;Unrechtsstaat-Debatte&#8220;. Es schien dabei nun nicht mehr nur um ein gemeinsames Bekenntnis zu Demokratie und sozialer Marktwirtschaft zu gehen, sondern auch darum, die DDR &#8222;ohne Ausfl\u00fcchte&#8220; als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Sicherlich ist diese Art von Geschichtspolitik f\u00fcr die Westdeutschen identit\u00e4tsstiftend und integrierend &#8211; die Ostdeutschen allerdings desintegriert sie mehrheitlich. Denn das &#8222;normale Leben ohne Widerstand und Verfolgung&#8220;, das sich die Mehrheit von ihnen zuschreibt, wird in dieser Perspektive zu einem Leben mit wissender Zustimmung zu einem Terror- und Unrechts-System. Eine j\u00fcngst erstellte repr\u00e4sentative Bev\u00f6lkerungsumfrage in Th\u00fcringen zeigt dagegen, dass die \u00fcbergro\u00dfe Mehrheit der Ostdeutschen sich r\u00fcckblickend mit ihrem eigenen Verhalten in der DDR zufrieden zeigt.[15] Das hei\u00dft nicht, dass sie im vereinigten Deutschland nicht angekommen sind. Eine wachsende Mehrheit der Ostdeutschen h\u00e4lt &#8222;die Einf\u00fchrung einer politischen Ordnung nach westlichem Vorbild&#8220;[16] f\u00fcr richtig und nur ein Bruchteil will &#8222;am liebsten die DDR wieder haben.&#8220;[17]<\/p>\n<p>F\u00fcr diese zufriedene Sicht der Ostdeutschen auf ihr Verhalten und ihre Leistungen in der DDR und in den beiden Transformationsdekaden gibt es in den Ost-Diskursen keinen systematischen Platz. So kommt es, dass die Formen der Erinnerung an die DDR auseinanderdriften. Der Historiker Martin Sabrow beschreibt drei Formen der Erinnerung an die DDR: <i>Erstens <\/i>ein staatlich privilegiertes und im \u00f6ffentlichem Gedenken vorherrschendes &#8222;Diktaturged\u00e4chtnis&#8220;, was die Unterdr\u00fcckung in der DDR, den Widerstand und dessen Erfolg hervorhebt. Daneben besteht <i>zweitens <\/i>ein &#8222;Arrangementged\u00e4chtnis&#8220;, das vom richtigen Leben im falschen wei\u00df und in Erinnerung ruft, wie man unter schwierigen Bedingungen den Alltag meisterte. <i>Drittens <\/i>schlie\u00dflich gibt es ein &#8222;Fortschrittsged\u00e4chtnis&#8220;, das vor allem von den Protagonisten der sozialistischen Idee am Leben gehalten wird. Strukturell erinnert diese Spaltung an die Zeit der SED-Diktatur: Heute h\u00f6rt man in Schule, Hochschule und im Wesentlichen auch in den Medien <i>das Eine <\/i>\u00fcber die DDR &#8211; und privaten und famili\u00e4ren Kreis <i>das Andere<\/i>.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ii-das-wieder-gespaltene-land\">II. Das wieder gespaltene Land <\/span><\/h2>\n<p>Wenn die Landkreise der Bundesrepublik auf den aktuellen Karten farblich markiert werden &#8211; beispielsweise nach dem durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Wanderungssaldo, nach der k\u00fcnftigen Entwicklung des Durchschnittsalters, der Besch\u00e4ftigtenzahl pro Betrieb, der Quote der erwerbsf\u00e4higen Frauen oder der Dichte der de.-domains &#8211; dann ersteht das Abbild der untergegangenen DDR wieder. Das vereinte Deutschland zeigt sich als ein abermals geteiltes Deutschland.[18]<\/p>\n<p>Die zur\u00fcckliegende Kolonisierung Ostdeutschlands hat diesen Landstrich um seine Zukunft gebracht. Junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich etwas zutrauen, die Karriere machen wollen, gehen zumeist in den Westen. Bekannterma\u00dfen reagieren junge Frauen am sensibelsten darauf, wenn Regionen an Attraktivit\u00e4t verlieren. Die Abwanderung der jungen M\u00fctter versch\u00e4rft wiederum langfristig den Trend der Entleerung und \u00dcberalterung Ostdeutschlands. Das f\u00fchrt zu einem R\u00fcckzug staatlicher Institutionen, beispielsweise durch das Zusammenlegen von Schulen und Verwaltungszentren, der Einsparung von Kulturangeboten, sowie zu einer durch wirtschaftliche Akteure zu verantwortenden Ausd\u00fcnnung von Handels-, Dienstleistungs-, und Freizeitangeboten &#8211; wie sich beispielsweise in der fehlenden Anbindung der Ost-Provinz an das &#8222;schnelle Internet&#8220; zeigt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"iii-ost-identitaet-und-die-neuen-problemen-ostdeutschlands\">III. Ost-I&shy;den&shy;tit&auml;t und die neuen Problemen Ostdeut&shy;sch&shy;lands <\/span><\/h2>\n<p>Erfahrungen sind Ressourcen bei der Bew\u00e4ltigung von aktuellen Problemen. Mit der Schrumpfung des staatlichen Institutionen Netzes und dem partiellen R\u00fcckzug wirtschaftlicher Akteure &#8211; sowohl in ihrer Eigenschaft als Arbeitgeber wie auch als Anbieter &#8211; zeigen sich in Ostdeutschland Prozesse, wie sie in Deutschland seit der Nachkriegswachstumsphase nicht zu beobachten waren. F\u00fcr den Umgang mit dieser Situation gibt es noch keine Rezepte und Richtlinien. Was werden die in ihren Regionen verbliebenen Ostdeutschen tun? Sie werden das tun, was ihnen ihre Ost-Identit\u00e4t, ihre Mentalit\u00e4t und Sozialisation erm\u00f6glicht &#8211; das, was schon bei der Bew\u00e4ltigung des problematischen DDR-Alltags dienlich war. Hierzu geh\u00f6rten die Bildung von &#8211; durchaus statusheterogenen &#8211; partnerschaftlichen, familien- und betriebsorientierten Netzwerken sowie die Pflege des &#8211; von westdeutschen Beobachtern einst als &#8222;Chaosqualifikation&#8220; beschriebenen &#8211; Improvisationsverm\u00f6gen. Es ist jene &#8222;Kombination von Familialismus und Deinstitutionalisierung&#8220;, die heute schon typisch ostdeutsche Muster sind, die Partner- und Elternschaft, die Berufst\u00e4tigkeit und den Familienkontext zu managen.[19]<\/p>\n<p>Das alles sind apolitische, streng genommen, nicht einmal gesellschaftliche, sondern privatistische L\u00f6sungsans\u00e4tze &#8211; was den Ostdeutschen auch immer wieder angekreidet wird. Doch diese Kritik aus der westdeutschen B\u00fcrger-Gesellschaft, die im Gegensatz zur Ostdeutschen weiter ihren Wohlstand steigern konnte, geht an den Realit\u00e4ten in der verarmenden, arbeiterlich und kleinb\u00fcrgerlich gepr\u00e4gten Ost-Gesellschaft vorbei. Denn sie verkennt die besonderen Transformationserfahrungen der Ostdeutschen. Jene hatten in den letzten beiden Dekaden erlebt, dass famili\u00e4re und private Netzwerke oft mehr zur Problembew\u00e4ltigung beigetragen haben, als gesellschaftliche Institutionen oder west-dominierte Parteien. Insofern geh\u00f6rt f\u00fcr die Ostdeutschen die Mitarbeit in Parteien, Vereinen, der Aufbau von Stiftungen und ehrenamtliches, b\u00fcrgerschaftliches Engagement nicht zum Arsenal der erfahrungserprobten Instrumente. W\u00e4hrend sich die b\u00fcrgerliche Mitte des Westens als selbstbewusste Gestalterin ,<i>ihrer Gesellschaft&#8216; <\/i>versteht, ist <i>,die Gesellschaft&#8216; <\/i>f\u00fcr die eher arbeiterlich und kleinb\u00fcrgerlich orientierten Ostdeutschen viel mehr eine Gegebenheit, \u00fcber die man nicht selbst verf\u00fcgen, \u00fcber dessen Verfasstheit &#8222;die da oben bestimmen.&#8220; Deswegen konzentriert man sich kr\u00e4ftesparend auf die eigenen Netzwerke. So hat der ostdeutsche Kapitalismus ohne einheimisches Kapital, ohne regionale Eliten mit schwach ausgepr\u00e4gter b\u00fcrgerlicher Mitte die einst in der DDR gepr\u00e4gten Identit\u00e4ten prolongiert und reproduziert. Doch damit d\u00fcrften die Ostdeutschen besser &#8222;in die Zeit passen&#8220;, als manche denken, &#8211; vor allem jene, die immer noch erwarten, dass der Osten den Westen einholen k\u00f6nnte. Die kommende Phase der Schrumpfung, Entleerung und \u00dcberalterung, die partiell auch \u00fcber einige Regionen des Westens kommt, ist etwas Neues, ein <i>historisches Zwielicht<\/i>, in dem sich das &#8222;Nicht Mehr&#8220; mit dem &#8222;Noch Nicht&#8220; mischt. Hierf\u00fcr scheint die zusammenbruchserfahrene Ost-Identit\u00e4t eine geeignete Disposition zu sein.<\/p>\n<p>[1] Werner Schmidt, Klaus Sch\u00f6nberger: &#8222;Jeder hat jetzt mit sich selbst zu tun&#8220;. Arbeit, Freizeit und politische Orientierungen in Ostdeutschland. Konstanz 1999, S. 62f.<\/p>\n<p>[2] Schmidt\/Sch\u00f6nberger 1999, S. 59.<\/p>\n<p>[3] Werner Schmidt: Betriebliche Sozialordnung und ostdeutsches Arbeitsnehmerbewusstsein im Prozess der Transformation. M\u00fcnchen\/Mehring 1996, S. 79, siehe auch 301ff.<\/p>\n<p>[4 ]Thomas Bulmahn: Das vereinte Deutschland -Eine lebenswerte Gesellschaft? In: K\u00f6lner Zeitschrift f\u00fcr Soziologie und Sozialpsychologie 52 (2000) H. 3, S. 405-427.<\/p>\n<p>[5 ]Gunnar Hinck: Ostdeutsche Marginalisierung. In: Deutschland Archiv 40 (2007) H. 5, S. 808-814, hier S. 811.<\/p>\n<p>[6] Vgl. Thomas Ahbe: Ost-Diskurse. Das Bild von den Ostdeutschen in den Diskursen von vier \u00fcberregional erscheinenden Presseorganen 1989\/1990 und 1995. In: Kersten Sven Roth und Markus Wienen (Hrsg.): Diskursmauern. Aktuelle Aspekte der sprachlichen Verh\u00e4ltnisse zwischen Ost und West. Bremen 2008, S. 21-53; sowie: Thomas Ahbe, Rainer Gries und Wolfgang Schmale (Hrsg.): Die Ostdeutschen in den Medien. Das Bild von <i>den Anderen <\/i>nach 1990. Leipzig 2009 (i. E.).<\/p>\n<p>[7] J\u00f6rg Machatzke: Die Potsdamer Elitestudie &#8211; Positionsauswahl und Aussch\u00f6pfung. In: Wilhelm B\u00fcrklin und Hilke Rebenstorf (Hrsg.) Eliten in Deutschland. Rekrutierung und Integration. Opladen 1997. S. 35-69.<\/p>\n<p>[8] Gunnar Winkler (Hrsg.): Sozialreport 2004. Daten und Fakten zur sozialen Lage in den neuen Bundesl\u00e4ndern. Berlin 2004, 72.<\/p>\n<p>[9] Das zeigt auch eine Studie des MDR aus dem Jahr 2004. Vgl: Peer Pasternak: Wissenschaftsumbau. Der Austausch der Deutungseliten. In: Hannes Bahrmann und Christoph Links (Hrsg.): Am Ziel vorbei. Die deutsche Einheit &#8211; Eine Zwischenbilanz. Berlin 2005. S. 221-236, hier S. 224-225.<\/p>\n<p>[10] Vgl.: Abbildung der RFT-Werbeanzeige. Ver\u00f6ffentlicht in: Horizont. Zeitung f\u00fcr Marketing und Medien. Nr. 45, 6. November 1992, S. 40.<\/p>\n<p>[11] Vgl. hierzu Julia Belke: Das Bild der Ostdeutschen im \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehen. Eine Diskursanalyse des ARD-Politmagazins KONTRASTE in der Zeit von 1987 bis 2005. In Ahbe\/Gries\/Schmale 2009 (Anm.6), S. 135-180 sowie Juliette Wedl: Ein Ossi ist ein Ossi ist ein Ossi &#8230; Regeln der medialen Berichterstattung \u00fcber &#8222;Ossis&#8220; und &#8222;Wessis&#8220; in der Wochenzeitung <i>Die Zeit <\/i>seit Mitte der 1990er Jahre. In: ebenda, S. 113-134.<\/p>\n<p>[12] Bettina Radeiski und Gerd Antos: ,Markierter Osten&#8216;. Zur medialen Inszenierung der Vogelgrippe auf R\u00fcgen und am Bodensee. In: Roth\/Wienen (Anm. 6), S. 55-67.<\/p>\n<p>[13] Kersten Sven Roth: Der Westen als ,Normal Null&#8216;. Zur Diskurssemantik von &#8222;ostdeutsch&#8220; und &#8222;westdeutsch&#8220;. In: Roth\/Wienen (Anm. 6), S. 69-89.<\/p>\n<p>[14] Thomas Ahbe : Du probl\u00e8me de &#8220; l&#8217;unit\u00e9 int\u00e9rieure &#8220; dans l&#8217;Allemagne unifi\u00e9e. In : Hans Stark et Mich\u00e8le Weinachter (dir.): L&#8217;Allemagne unifi\u00e9e 20 ans apr\u00e8s la chute du Mur. Lille 2009, S. 71-89, siehe auch ders.: Deutschland &#8211; vereintes, geteiltes Land. Zum Wandel sozialer Strukturen und Meta-Erz\u00e4hlungen. In: Niels Beckenbach (Hrsg.): Fremde Br\u00fcder. Berlin 2008, S. 55-97.<\/p>\n<p>[15] 16% &#8222;sehr zufrieden&#8220;, 47% &#8222;zufrieden&#8220;, 29% &#8222;teils-teils&#8220;, 6% &#8222;weniger zufrieden&#8220;, 1% &#8222;unzufrieden&#8220;, 1% &#8222;wei\u00df nicht&#8220; &#8211; Jenaer Zentrum f\u00fcr empirische Sozial-&amp; Kulturforschung: Zur sozialen Lage der Opfer des SED-Regimes in Th\u00fcringern. Erfurt 2008 S. 52.<\/p>\n<p>[16] 1995 waren das 77 Prozent. Vgl.: Thomas Gensicke: Die neuen Bundesb\u00fcrger. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1998, S. 186. Im Jahr 2001 hielten 86 Prozent die Wiedervereinigung und 64 Prozent die Einf\u00fchrung der sozialen Marktwirtschaft f\u00fcr eine richtige Entscheidung. Klaus Schroeder: Die ver\u00e4nderte Republik. Deutschland nach der Wiedervereinigung. Stamsried 2006, S. 324.<\/p>\n<p>[17] Im Jahr 2002 und im Jahr 2006 sind das 10% der Ostdeutschen, vgl.: Gunnar Winkler (Hrsg.): Sozialreport 2002. Daten und Fakten zur sozialen Lage in den neuen Bundesl\u00e4ndern. Berlin 2002, S. 54 sowie: Klaus Schroeder: Der Preis der Einheit. Eine Bilanz. M\u00fcnchen 2000, S. 725.<\/p>\n<p>[18] Steffen Maretzke: Die Bev\u00f6lkerungsentwicklung in den Regionen Deutschlands. Ein Spiegelbild der vielf\u00e4ltigen \u00f6konomischen Disparit\u00e4ten. In: Insa Cassens, Marc Luy, Rembrandt Scholz (Hrsg.): Die Bev\u00f6lkerung in Ost-und Westdeutschland. Demographische und gesellschaftliche Entwicklungen seit der Wende. Wiesbaden 2009 S. 223-260, hier S. 240-247.<\/p>\n<p>[19] J\u00fcrgen Dorbritz; Kerstin Ruckdeschel: Die langsame Ann\u00e4herung -Demografisch relevante Einstellungsunterschiede und der Wandel in den Lebensformen in West- und Ostdeutschland. In: Cassens\/Luy\/Scholz (Anm. 21), S. 261-294, hier S. 279, S. 287.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1864],"publikationen":[2822],"class_list":["post-10966","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-thomas-ahbe","publikationen-187-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ostdeutsche und westdeutsche Identit\u00e4t - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/ostdeutsche-und-westdeutsche-identitaet\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Ostdeutsche und westdeutsche Identit\u00e4t - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"\u00dcber Gr\u00fcnde und Sinn einer Differenz; aus: vorg\u00e4nge Nr. 187, Heft 3\/2009, S. 85-93 Knapp zwanzig Jahre nach dem euphorisch als &#8222;Wiedervereinigung&#8220; gefeierten Beitritt der DDR zur Bundesrepublik zeigt sich das vereinigte Deutschland als ein aufs Neue gespaltenes Land. 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