{"id":10975,"date":"2009-06-01T21:30:00","date_gmt":"2009-06-01T19:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/wege-aus-der-wachstumsfalle\/"},"modified":"2021-08-24T21:52:33","modified_gmt":"2021-08-24T19:52:33","slug":"wege-aus-der-wachstumsfalle","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/wege-aus-der-wachstumsfalle\/","title":{"rendered":"Wege aus der Wachstumsfalle"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr eine Reform des Geldsystems und des Aktienrechts,<\/p>\n<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 186, Heft 2\/2009, S. 23-27<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-grenzen-des-wachstums\">Die Grenzen des Wachstums<\/span><\/h2>\n<p>Das stete Wirtschaftswachstum in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg &#8211; zuerst in Europa und in den USA, dann auf globaler Ebene &#8211; hat zu einer gro\u00dfen Vermehrung des Reichtums gef\u00fchrt, gleichzeitig aber auch zu einer beschleunigten Ausbeutung der nat\u00fcrlichen Ressourcen und zur Belastung der Umwelt durch Abf\u00e4lle und Emissionen. Da die Natur -und damit der Ressourcenvorrat und die Umweltkapazit\u00e4t -begrenzt ist, muss das \u00f6konomische Ziel der Reichtumsmehrung durch fortgesetztes wirtschaftliches Wachstum und das \u00f6kologische Ziel der Erhaltung der endlichen Natur miteinander unausweichlich in Konflikt geraten. Zwar hat man schon \u00fcber Jahrzehnte vielf\u00e4ltige Ma\u00dfnahmen ergriffen, um die Effizienz des Ressourceneinsatzes zu erh\u00f6hen und die Umwelt zu sch\u00fctzen, aber das wirtschaftliche Wachstum hat im Gro\u00dfen und Ganzen alle diese Ma\u00dfnahmen \u00fcberspielt. Eine echte Qualifizierung des Wachstums im Sinne der Nachhaltigkeit ist bisher nicht gelungen. Die quantitative Produktionsmenge ist st\u00e4rker gestiegen als der Ressourcenverbrauch pro Produktionseinheit gesunken ist, z. B. die Anzahl der Autos und die Fahrkilometer st\u00e4rker als die Reduktion des Benzinverbrauchs und damit der CO2-Emissionen pro Auto und Fahrkilometer. Viele Belastungen der Umwelt, insbesondere der Verbrauch von Boden f\u00fcr Siedlungen und Stra\u00dfen, haben sich sogar uneingeschr\u00e4nkt fortgesetzt. Will man den Ressourcen- und Umweltverbrauch bremsen, also von der Effizienz- zu einer nachhaltigen Suffizienzstrategie \u00fcbergehen, ist eine dauernde Senkung der Wachstumsraten notwendig.<\/p>\n<p>Eine solche Senkung schien bis vor Kurzem ein aussichtsloses Unterfangen zu sein, waren doch alle Bem\u00fchungen darauf ausgerichtet, ein m\u00f6glichst hohes Wachstum des so genannten &#8222;realen&#8220; Bruttosozialprodukts zu garantieren. Dies aber hat sich ge\u00e4ndert. Das Wachstum ist in eine spekulative Finanzblase ausgeartet, der Ans\u00e4tze f\u00fcr eine neue Inflationsphase vorausgegangen waren. Diese &#8222;Ausartung&#8220; des Wachstums hat man lange Zeit \u00fcbersehen. Das pl\u00f6tzliche Platzen der Finanzblase im Jahr 2008 und die daraus folgende Wirtschaftskrise haben aber deutlich werden lassen, dass das Wachstum des Sozialprodukts mit der Gefahr von Sch\u00e4den verbunden ist, die die Funktionsweise der Wirtschaft selbst betreffen. Will man diese Sch\u00e4den vermeiden, muss die einseitige Ausrichtung der Wirtschaft auf Wachstum schon aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden aufgegeben werden. Dazu sind durchgreifende Reformen notwendig, die die institutionellen Grundlagen der Wirtschaft, auf welchen diese einseitige Ausrichtung auf hohe Wachstumsraten beruht, ver\u00e4ndern (vgl. Binswanger 2006).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-eigendynamik-des-wachstums\">Die Eigen&shy;dy&shy;namik des Wachstums <\/span><\/h2>\n<p>Der Wachstumstrend der modernen Wirtschaft gr\u00fcndet auf der unbegrenzten F\u00e4higkeit der Zentralbank zur Ausgabe von Banknoten, d. h. von Papiergeld, sowie der M\u00f6glichkeit der Banken zur Schaffung von Buchgeld, d. h. von Guthaben auf den Girokonten, welche die Nicht-Banken (Unternehmen, Staat und Haushalte) bei den Banken unterhalten. Das Buchgeld kann zwar in Papiergeld eingel\u00f6st werden, aber das Papiergeld nicht mehr in Gold oder Silber. Daraus ergibt sich das Potenzial zu einer im Prinzip &#8222;unendlichen&#8220; Kredit- und Geldsch\u00f6pfung aus dem &#8222;Nichts&#8220;.<\/p>\n<p>Die Erh\u00f6hung der Geldmenge und der Kredite ist attraktiv f\u00fcr die Banken, weil sie durch die Zinsen, welche die Nicht-Banken f\u00fcr die Kredite bezahlen, Gewinne erzielen, und zwar umso mehr Gewinne, je mehr sie die M\u00f6glichkeit zur Erh\u00f6hung der Kredit- und Geldmenge voll aussch\u00f6pfen und je niedriger die Zinsen sind, welche die Zentralbanken verlangen, wenn sie den Banken das von ihnen ben\u00f6tigte Papiergeld (nach)liefern.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Nicht-Banken ist die Erh\u00f6hung der Geldmenge durch Kredite ebenfalls attraktiv:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8226; f\u00fcr die Unternehmen, wenn sie mit dem zus\u00e4tzlichen Geld Investitionen t\u00e4tigen, um zus\u00e4tzliche G\u00fctermengen zu produzieren und diese mit Gewinnen verkaufen k\u00f6nnen, die h\u00f6her sind, als die von ihnen zu bezahlenden Zinsen, <br \/>&#8226; f\u00fcr die Haushalte, wenn sie mit dem zus\u00e4tzlichen Geld Verm\u00f6genswerte kaufen, von denen sie annehmen d\u00fcrfen, dass deren Wertsteigerung in der Zukunft gr\u00f6\u00dfer ist als der Zinssatz, <br \/>&#8226; f\u00fcr den Staat, wenn er mit dem zus\u00e4tzlichen Geld seine steigenden Ausgaben vorfinanzieren kann, in der Annahme, dass wegen der Erh\u00f6hung der Geldmenge und den daraus resultierenden h\u00f6heren Gewinnen der Unternehmen sowie wegen der h\u00f6heren Einkommen der Haushalte die Zunahme der Steuereinnahmen gr\u00f6\u00dfer sein wird als die Zinsen, die man den Banken schuldet. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Somit kommt alles auf dieses &#8222;wenn&#8220; an. Der &#8222;Zaubertrick&#8220; der modernen Wirtschaft ist nun, dass die Bedingung dieses Zaubertricks gerade durch die Nachfrage der Unternehmen nach zus\u00e4tzlichem Geld selbst gew\u00e4hrleistet ist, denn dann k\u00f6nnen die h\u00f6heren Produktionsmengen wegen der Zunahme der Geldmenge mit entsprechend h\u00f6heren Gewinnen abgesetzt werden und in der Folge auch die Verm\u00f6genswerte und die Steuereinnahmen weiter steigen. Warum? Weil sich die mit Hilfe der Geldvermehrung finanzierten Investitionen dadurch realisieren, dass zus\u00e4tzlich Produktionsleistungen &#8211; Arbeit, Energie, Rohstoffe -in den Produktionsprozess einbezogen werden und damit auch die Haushalte zus\u00e4tzliches Einkommen erhalten. Dabei geht der Einkommenseffekt der Investitionen dem Produktionseffekt voraus, denn die Leistungen der Haushalte m\u00fcssen heute bezahlt werden, w\u00e4hrend die Produktion Zeit beansprucht und die Produkte erst morgen verkauft werden k\u00f6nnen, nachdem sie hergestellt worden sind. Die Nachfrage der Haushalte steigt mit der Erh\u00f6hung der Einkommen, w\u00e4hrend die Unternehmen erst die Produkte der Vorperiode anbieten, die vor der neuen Investition produziert worden sind. F\u00fcr deren Herstellung haben sie also im Betrag der neuen Investition weniger Geld ausgegeben. Da Gewinne die Differenz sind zwischen den Einnahmen und den Ausgaben f\u00fcr die Produkte, aus deren Verkauf die Einnahmen erzielt werden, entstehen auf diese Weise gesamtwirtschaftlich st\u00e4ndig Gewinne. Diese sind wiederum die Voraussetzung daf\u00fcr, dass Investitionen get\u00e4tigt werden und damit das weitere wirtschaftliche Wachstum, das auf der Fortsetzung der Investitionen beruht, attraktiv bleibt. So h\u00e4lt sich der Wachstumsprozess selbst im Gange. Er wird zu einem <i>perpetuum mobile<\/i>.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"das-spekulative-wachstum\">Das spekulative Wachstum <\/span><\/h2>\n<p>In diesem Zusammenhang spielen die Aktiengesellschaften und der mit den Aktiengesellschaften verbundene Wachstumsdrang eine besondere Rolle. Sie sind der wichtigste Promotor eines &#8222;unendlichen&#8220; Wachstums, aber dadurch auch verantwortlich f\u00fcr die \u00dcberforcierung desselben. Der Wachstumsdrang ergibt sich daraus, dass die Aktiengesellschaft bzw. die Aktion\u00e4re, wenn sie schon das Risiko der Investition eingehen, nicht nur einen minimalen, sondern einen m\u00f6glichst gro\u00dfen Reingewinn erzielen wollen. Dieses Streben nach Gewinnmaximierung wird dadurch verst\u00e4rkt, dass sich der Wert des Eigenkapitals bzw. der Aktien, d. h. der Preis, zu dem eine Aktie an der B\u00f6rse verkauft werden kann, orientiert am Gegenwartswert der Summe der mit dem Zinssatz abdiskontierten <i>erwarteten <\/i>k\u00fcnftigen Gewinne; und weil die Gewinnerwartung und damit auch die Dividendenerwartung umso h\u00f6her ist, je gr\u00f6\u00dfer die Investitionen sind, je gr\u00f6\u00dfer also das Wachstum der Produktion ist.<\/p>\n<p>Der Wachstumsdrang macht aber nicht bei der Finanzierung des realen Wachstums halt. Vielmehr werden in der Dynamik der Geldvermehrung auch Bankkredite aufgenommen, die nicht der Finanzierung produktiver Investitionen dienen, sondern dazu, spekulative Verm\u00f6genswerte zu kaufen. Man kauft Aktien, weil man annehmen kann, dass sie im Preis steigen werden, wenn sich die Nachfrage wegen der st\u00e4ndigen Geldausweitung weiter erh\u00f6ht. Wenn man sie jetzt kauft, kann man daher ohne Anstrengung einen Verm\u00f6gensgewinn erzielen. Es lohnt sich daher, sich zu verschulden, also Kredite aufzunehmen und daf\u00fcr Zinsen zu zahlen, wenn der Zins niedrig und die erwartete Preissteigerung der Aktien h\u00f6her ist als der Zins.<\/p>\n<p>Diese Erwartung ist eine Spekulation. Sie ist allerdings &#8211; wie jede Spekulation &#8211; gef\u00e4hrdet und zwar insbesondere dadurch, dass die Zinsen, die man f\u00fcr die spekulativen Kredite aufgenommen hat, steigen k\u00f6nnen. Sie steigen, wenn die Zentralbank die Kredite f\u00fcr die Zurverf\u00fcgungstellung von Zentralbankgeld, die die Banken wegen der Ausweitung ihrer Kredite ben\u00f6tigen, nur noch gegen h\u00f6here Zinsen gew\u00e4hrt. Die Zentralbanken erh\u00f6hen die Zinsen, wenn sie wegen der spekulativen Geldvermehrung, die nicht mehr zu einer realen G\u00fctervermehrung f\u00fchrt, eine inflation\u00e4re Entwicklung bef\u00fcrchten m\u00fcssen. Dann kommt es, weil die Zinsen zu hoch werden, um die spekulativen Kredite zu rechtfertigen, zu einer Krise. Genau dies ist im Jahr 2008 geschehen.<\/p>\n<p>Was ist aber, wenn es keine Finanzkrisen geben w\u00fcrde? W\u00e4re dann alles in Ordnung? Nein, weil sich der Wachstumsdrang nur durchsetzen l\u00e4sst, wenn gen\u00fcgend nat\u00fcrliche Ressourcen vorhanden sind, aus denen die Rohstoffe und die Energie gewonnen werden, welche die Basis der Produktion bilden. Dabei gilt: Die Rohstoffe und Energietr\u00e4ger k\u00f6nnen der Natur entnommen werden, ohne dass der Eigent\u00fcmer etwas daf\u00fcr bezahlen muss; der Verbrauch der Natur ist f\u00fcr ihn gratis. Dies kommt einer Verschuldung gegen\u00fcber der Natur gleich, die man nicht begleichen muss. Das macht es lukrativ, sich m\u00f6glichst viele Ressourcen der Natur anzueignen und diese zu verwerten. Denn es entstehen dort die gr\u00f6\u00dften Gewinne, wo man etwas verkaufen kann, das man nicht gekauft hat, weil man es ohne Bezahlung in Besitz nehmen konnte.<\/p>\n<p>Trotzdem wird das Wirtschaftswachstum mehr und mehr mit der langfristigen Knappheit der Natur konfrontiert, weil die Eigent\u00fcmer der nat\u00fcrlichen Ressourcen in Voraussicht k\u00fcnftiger Engp\u00e4sse heute schon h\u00f6here Preise verlangen, die morgen zur Verteuerung der Produktion f\u00fchren. Daraus resultiert eine Inflationstendenz nicht nur wegen Erh\u00f6hung der Geldmenge, sondern auch wegen Verknappung der nat\u00fcrlichen Ressourcen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Energie und Nahrungsmittel. Deren Preise sind zwar infolge der Wirtschaftskrise wieder gefallen, d\u00fcrften aber schnell wieder steigen, wenn die Krise \u00fcberwunden werden kann.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-begrenzung-des-wachstums\">Die Begrenzung des Wachstums <\/span><\/h2>\n<p>Unter diesen Umst\u00e4nden ergibt sich schon aus rein \u00f6konomischen Gr\u00fcnden, d. h. sowohl zur Vermeidung der aus der Spekulationsanf\u00e4lligkeit sich ergebenden Krisen wie der Vermeidung von Inflation, die Notwendigkeit, das Wachstum in Grenzen zu halten. Mit der \u00f6konomischen Notwendigkeit zur Wachstumsbegrenzung \u00f6ffnen sich zugleich neue Chancen, um das Wachstum durch entsprechende Reformen auf ein Niveau zu senken und in der Struktur so zu \u00e4ndern, dass es mit den \u00f6kologischen Anforderungen kompatibel wird. Die Effizienzstrategie kann in eine Suffizienz- und Konsistenzstrategie \u00fcbergehen &#8211; nachhaltige Wirtschaft.<\/p>\n<p>Die Analyse der f\u00fcr das Wirtschaftswachstum ma\u00dfgebenden Bedingungen -des im Bankensystem enthaltenen Potenzials einer \u00fcberbordenden Kredit- und Geldsch\u00f6pfung sowie der Dominanz der auf st\u00e4ndige Erh\u00f6hung der B\u00f6rsenwerte der Aktien ausgerichtete Aktiengesellschaft -gibt an, wo die Reformen zur Kontrollierung des Wachstums ansetzen m\u00fcssen. Ich sehe zwei strategische Ansatzpunkte.<\/p>\n<p>Es geht zum einem und vor allem um eine Reform des Geldsystems. Ausgangspunkt k\u00f6nnte die Idee des 100-%-Geldes des amerikanischen \u00d6konomen Irving Fisher sein, die er nach der Krise von 1929 entwickelt hatte (Fisher 2007) und die wieder hoch aktuell geworden ist (Huber &amp; Robertson 2008). Danach erh\u00e4lt die Zentralbank das ausschlie\u00dfliche Recht zur Geldsch\u00f6pfung, indem die Banken verpflichtet werden, die Sichtguthaben, also das Buch- oder Bankgeld, zu 100 Prozent durch Zentralbankguthaben bzw. Banknoten zu decken. Damit kann eine Vermehrung des Geldes ins Uferlose, sei es in den Aufbau spekulativer Blasen und\/oder in eine inflation\u00e4re Preissteigerung verhindert und die Geldsch\u00f6pfung in \u00f6kologisch vertr\u00e4glichen Ma\u00dfen gehalten werden.<\/p>\n<p>Die Reform des Geldsystems muss zum anderen durch eine Reform des Aktienrechts erg\u00e4nzt werden. Aktiengesellschaften sind eine Sch\u00f6pfung des Staates. Daher haben die Eigentumsrechte der Aktion\u00e4re nur bedingten Charakter &#8211; bedingt durch die Gesetzgebung des Staates. Es besteht somit im Grundsatz die M\u00f6glichkeit, durch \u00c4nderung der Gesetzgebung deren Inhalt zu ver\u00e4ndern. Dazu k\u00f6nnte eine Begrenzung der Geltungsdauer der b\u00f6rsennotierten Aktien &#8211; z. B. auf 20 oder 30 Jahre &#8211; geh\u00f6ren, mit R\u00fcckzahlung des urspr\u00fcnglichen Kapitaleinsatzes nach Ablauf der Geltungsdauer.<\/p>\n<p>Wie sich mathematisch zeigen l\u00e4sst, w\u00fcrde durch eine solche Begrenzung die Steigerung der Aktienwerte automatisch verringert -und damit auch der Wachstumsdrang, der sich aus der Aussicht auf eine st\u00e4ndige Steigerung des Aktienwerts durch das Wachstum der Wirtschaft ergibt. Damit w\u00fcrde nicht nur das Risiko verringert, dass sich immer neue Finanzblasen bilden, die nach kurzer Zeit wieder platzen; wegen der Minderung der Wachstumsrate w\u00fcrden auch der Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastung reduziert.<\/p>\n<p>F\u00fcr den langfristigen Umbau der Wirtschaft sollten daher Unternehmensformen geschaffen werden, die sich st\u00e4rker am Stiftungsgedanken und am Genossenschaftsgedanken orientieren. Stiftungen und Genossenschaften sind ihrem Zweck nach auf andere Ziele als auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. Sie sind nicht an der B\u00f6rse notiert und damit nicht spekulationsanf\u00e4llig. Sie haben daher auch eher die M\u00f6glichkeit, sich auf \u00f6konomische, soziale und \u00f6kologische Nachhaltigkeitsziele auszurichten.<\/p>\n<p>Mit Hilfe solcher Reformen &#8211; von Geldwesen und Aktiengesellschaft -sollten der Wachstumsdrang der Wirtschaft und das Wachstum des Sozialprodukts so weit reduziert werden k\u00f6nnen, dass eine echte Chance f\u00fcr eine nachhaltige Wirtschaftsweise entsteht.<\/p>\n<p><b>* <\/b>Vorabdruck eines Beitrages, der im &#8222;Jahrbuch \u00d6kologie 2010&#8220; erscheinen wird.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur <\/span><\/h2>\n<p><i>Binswanger, Hans Christoph,<\/i> (2006): Die Wachstumsspirale. Marburg.<\/p>\n<p><i>Fisher, Irving, <\/i>(2007): 100%-Geld. \u00dcbersetzt von Klaus Karwat. Kiel.<\/p>\n<p><i>Huber, Joseph &amp; James Robertson,<\/i> (2008): Geldsch\u00f6pfung in \u00f6ffentlicher Hand. Kiel.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1873],"publikationen":[2821],"class_list":["post-10975","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-hans-christoph-binswanger","publikationen-186-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Wege aus der Wachstumsfalle - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/wege-aus-der-wachstumsfalle\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Wege aus der Wachstumsfalle - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"F\u00fcr eine Reform des Geldsystems und des Aktienrechts, aus: vorg\u00e4nge Nr. 186, Heft 2\/2009, S. 23-27 Die Grenzen des Wachstums Das stete Wirtschaftswachstum in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg &#8211; 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