{"id":10977,"date":"2009-06-01T20:05:00","date_gmt":"2009-06-01T18:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\/"},"modified":"2021-08-30T15:40:35","modified_gmt":"2021-08-30T13:40:35","slug":"internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\/","title":{"rendered":"Internationale Lehren aus der Wirtschaftskrise"},"content":{"rendered":"<p>Diagnose, Abhilfe, Vorbeugung;<\/p>\n<p>aus: vorg&auml;nge Nr. 186, Heft 2\/2009, S. 38-45<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"i-einleitung\">I. Einleitung <\/span><\/h2>\n<p>Die derzeitige Weltwirtschaftskrise stellt zum einen eine neue historische Konfiguration dar, insofern als sie durch Ausw&uuml;chse des neuerlichen Finanzialismus bedingt wurde. Sie gemahnt aber auch an die bereits bekannte empirische Evidenz und programmatische Vorstellungen zur Wirtschafts- und Sozialordnung. In Deutschland ist auff&auml;llig, dass Ideen zur sozialen Marktwirtschaft, zum &#8222;Modell Deutschland&#8220; oder &auml;hnliche Topoi wieder belebt werden, nachdem der &#8222;rheinische Kapitalismus&#8220; (Albert 1991) vor nicht allzu langer Zeit vorschnell abgefeiert worden war (Albert 1998). Als die bekanntesten Typologien werden die &#8222;sozial koordinierte Marktwirtschaft&#8220; und die &#8222;liberale Marktwirtschaft&#8220; einander gegen&uuml;bergestellt (Hall und Soskice 2001; Soskice 1999; vgl. auch Whitley 1992). &Uuml;ber derartige und verwandte Topoi werden Deutungen, Emotionen und Politikans&auml;tze mobilisiert. Die Sache liegt aber wesentlich komplizierter, wenn man sich einer vertiefenden Diagnose widmet und versucht, dabei die Chancen der Abhilfe und der k&uuml;nftigen Vorbeugung auszuloten. Dabei ger&auml;t notwendigerweise die Internationalit&auml;t des Lernens und der Vorbeugung in das Blickfeld.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ii-diagnose\">II. Diagnose <\/span><\/h2>\n<p>Zun&auml;chst sind Krisen wie die gerade zu erlebende nat&uuml;rlich immer kapitalistische Krisen insofern, als der zeitweise gegebene Tauschwert von Verm&ouml;gens- oder Anspruchstiteln sich vom langfristig haltbaren Gebrauchswert entfernt, die Kapitalverwertung ernsthaft gest&ouml;rt wird, und durch ein sich &auml;nderndes Konsumenten- und Produzentenverhalten weitere makro&ouml;konomische St&ouml;rungen entstehen. Diese Ursachen und Abl&auml;ufe sind verschiedenen Krisen gemein. Sie waren auch in der japanischen Krise der neunziger Jahre gegeben, die durch spekulative &Uuml;berbewertung von Immobilien entstand, sie waren bei der asiatischen Krise in deren Folge zu sehen, ebenfalls in der schwedischen Bankenkrise vor zehn Jahren: Tauschwertblasen entstehen und platzen.<\/p>\n<p>Jedoch w&auml;re es verfehlt, den liberalen Markt&ouml;konomien eine gr&ouml;&szlig;ere Neigung zu solchen Krisen zuzuschreiben. Japan wurde nie als besonders liberale Markt&ouml;konomie angesehen, sondern eher dem &#8222;rheinischen Kapitalismus&#8220; zugeordnet. In Japan wurde die Politik der Banken eher durch Industriekonzerne gesteuert als umgekehrt, und die Blase entstand nicht durch isolierte kapitalistische Spekulanten, sonder durch sozial &#8222;eingebettete&#8220; Akteure, welche die Blase sozusagen konzertiert und im politischen Konsens erzeugten. Ein &auml;hnlicher Ursprung ist auch bei der schwedischen Bankenkrise zu vermuten; auch Schweden ist ja beileibe keine Gesellschaft, in der zentrale Akteure in Regierung, Wirtschaft und Gesellschaft ohne Absprachen ihren individuellen Nutzen verfolgen. Die gerade erlebte Krise diskutiere ich anhand des Materials der unten angegebenen Internetquellen.<\/p>\n<p>Das Besondere an der gegenw&auml;rtigen Krise ist sicher einerseits ihr fataler Umfang und ihre Unumgehbarkeit. Selbst Banken oder L&auml;nder, die sich &#8222;sauber&#8220; von kontaminierten Papieren gehalten haben, sind aufgrund der Vertrauenseinbr&uuml;che im weltweiten Finanzsystem und durch die weltweiten konjunkturellen Effekte von den Folgen betroffen. Selbst wenn Deutschland kontaminierte Papiere an der Grenze h&auml;tte anhalten und von den Bilanzen einheimischer K&auml;ufer oder Anleger fernhalten k&ouml;nnen, so w&auml;re das Land doch &auml;hnlich hart von den Folgen zur&uuml;ckgehender Nachfrage nach Konsum- und Investitionsg&uuml;tern betroffen worden &#8211; gerade das Exportland Deutschland. Selbst wenn die EU durch eine fr&uuml;hzeitige Regulierung und Beaufsichtigung der Banken, Finanzintermedi&auml;re, Hedgefonds und der anderen Akteure kontaminierte Papiere, unter zeitweisem Verzicht auf die mit diesen Papieren und Gesch&auml;ftsmodellen verbundenen Ertr&auml;ge, h&auml;tte fernhalten k&ouml;nnen, selbst dann w&auml;re die EU von konjunkturellen Folgen nicht verschont geblieben.<\/p>\n<p>Das qualitativ Besondere an der gegenw&auml;rtigen Krise, welches das au&szlig;ergew&ouml;hnliche Ausma&szlig; erst m&ouml;glich machte, liegt zum einen in ihrer Verortung in einem globalen Kapitalismus begr&uuml;ndet, in dem die Finanzakteure durch einen wenig regulierten Rahmen kaum zur Vorsicht und Sicherheit angehaltenen wurden, zum anderen liegt es in einer grundlegenden, mehr oder weniger artikulierten Absprache zwischen den entscheidenden politischen Akteuren begr&uuml;ndet. Diese Absprache war eines der Mittel, mit der die letzte amerikanische und dann weltweite B&ouml;rsenkrise von 1988 behoben wurde. Sie f&uuml;hrte zu einer Politik niedriger Zentralbankzinsen, kombiniert mit dem Vertrauen auf die Produktivit&auml;tseffekte neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, auf optimale Kapitalverwertungsbedingungen und auf die Beg&uuml;nstigung zunehmender privater Verschuldung. Auf amerikanischer Seite steht hierf&uuml;r in erster Linie der Name von Alan Greenspan, des vormaligen Chefs des Federal Reserve Board.<\/p>\n<p>Dieses durchgreifende kapitalistische Konzept h&auml;tte allerdings nationalwirtschaftlich gar nicht etabliert werden k&ouml;nnen. Notwendig war vor allem die Kooperation der Politik Chinas und anderer L&auml;nder. Sie zeichneten zunehmend amerikanische Schulden quasi als Gegengesch&auml;ft f&uuml;r die ebenfalls schnell wachsenden Exportchancen auf dem amerikanischen Markt. Die relative Stabilit&auml;t des Dollars trotz eines schnell wachsenden Au&szlig;enhandelsdefizits der USA wurde durch diese Finanztransaktionen erm&ouml;glicht.<\/p>\n<p>Das mittelfristige weltwirtschaftliche Gleichgewicht im Wachstum ruhte somit auf drei Pfeilern: Auf dem Exportwachstum und der Industrialisierung Chinas, auf dem Verschuldungswachstum der USA und auf einem relativ stabilen Dollarkurs bei niedrigem Kurs der chinesischen W&auml;hrung. Der Dollar blieb die nach wie vor f&uuml;r weltweite Transaktionen und wirtschaftliche Kalk&uuml;le zentrale W&auml;hrung, auf deren Stabilit&auml;t die beteiligten Akteure vertrauen wollten und mussten. Sonst w&auml;re der nachhaltige Wirtschaftsaufschwung nicht so zustande gekommen. W&auml;re der Dollar entsprechend der Leistungsbilanzentwicklung der USA gefallen, so h&auml;tten andere L&auml;nder keine Schulden in Dollar aufgenommen. Dann w&auml;ren die USA auf einen Weg verwiesen worden, bei dem das Gleichgewicht durch einen Kursverfall der W&auml;hrung hergestellt worden w&auml;re, die Aussicht auf Konjunkturbelebung h&auml;tte sich aus den immer g&uuml;nstiger werdenden Exportbedingungen gespeist.<\/p>\n<p>Zumindest kurz- bis mittelfristig h&auml;tte dies aber Wachstumseinbr&uuml;che und erhebliche soziale Auseinandersetzungen bedeutet. Nach 1988 fu&szlig;te das amerikanische Konzept der Kapitalverwertung auf realwirtschaftlichen Ver&auml;nderungen mit der Aussicht auf nachhaltig h&ouml;heres Wachstum. Der Internetboom der neunziger Jahre hatte tats&auml;chlich realwirtschaftlich fundierte Produktivit&auml;tssteigerungen und Wachstum hervorgebracht, doch das war 2002 vorbei. Ab Anfang 2002 blieb nur noch der blanke makro&ouml;konomische Keynesianismus mittels Schuldenaufnahme im Ausland. W&auml;hrend der Keynesianismus in Europa eher staatswirtschaftlich ist oder war, beruhte er in den USA auf staatlich gef&ouml;rderter Privatverschuldung (wie in der letzten Zeit) oder auf einer Staatsverschuldung (unter Pr&auml;sident Reagan), die aus ideologischen Gr&uuml;nden nicht keynesianisch genannt werden durfte.<\/p>\n<p>Erst neuerdings wird in der Krisenpolitik &ouml;fter wieder ein Bezug zu Keynes offenbar. Aber in der Praxis (im Gegensatz zur Ideologie) waren die USA bereits seit den achtziger Jahren klar auf keynesianischem Kurs, zun&auml;chst unter Reagan durch Staatsverschuldung, zudem und danach durch private wie &ouml;ffentliche Auslandsverschuldung, gest&uuml;tzt auf eine internationale Gestaltung der W&auml;hrungskurse und des Zinssatzes der Zentralbank. Im Ma&szlig; der politischen Einbettung unterscheiden sich die Wirtschaftskonzepte der USA und Chinas im Prinzip nicht, wiewohl sie in der Ausgestaltung unterschiedlich und komplement&auml;r sind.<\/p>\n<p>Also war trotz weltweiter liberaler Finanzm&auml;rkte der Aufschwung vor der Krise in einer ganz zentralen Makroregulierung verankert. Diese Regulierung war sicher keine im Sinne der alten deutschen, ordoliberalen Schule, die ja die Machtkonzentration von Akteuren in Konzernen und Politik &uuml;ber das Marktgeschehen eingrenzen wollte. Wenn oft der Begriff &#8222;neoliberal&#8220; zur Kennzeichnung der Verh&auml;ltnisse am Ausgangspunkt der Krise gebraucht wird, so trifft dieser Begriff nur teilweise zu, denn Boom und Blase vor der Krise waren durch eine abgesprochene Beherrschung grundlegender Preise und Austauschbeziehungen gekennzeichnet. Sie waren h&ouml;chst originell in einer eigenwilligen Marktabsprache verankert, einer Absprache zwischen der chinesischen kommunistischen Partei und Regierung einerseits, die sich unter kontrollierten Bedingungen auf den weltweiten Kapitalismus einlie&szlig;, und andererseits den amerikanischen Regierungen Arm in Arm mit Greenspan, die durch eine Optimierung der heimischen Kapitalverwertungsbedingungen und eine steigende Verschuldung gegen&uuml;ber dem Ausland das Wachstum erzeugten, das f&uuml;r den sozialen Ausgleich und den eigenen politischen Rang in der Welt ben&ouml;tigt wurde. Davon profitierten nicht nur amerikanische Geldanleger, Konsumenten und Investoren in H&auml;user-, Renten- und andere Fonds, davon profitierten nicht nur chinesische Unternehmer und Arbeiter sowie auch deutsche Investitionsg&uuml;terhersteller, sondern auch &#8211; nicht zu vergessen &#8211; Politiker in verschiedenen L&auml;ndern, allen voran Pr&auml;sident Clinton und sein Nachfolger Bush. Genau dieses Kapitalverwertungskonzept eigenwilliger Art war es, welches Clinton brauchte, um seinen oft ger&uuml;hmten Ausspruch einzul&ouml;sen: &#8222;It&#8217;s the economy, stupid.&#8220; Es war in den USA ein in der Tat &uuml;ber Parteigrenzen hinweg praktiziertes Konzept &#8211; und jetzt stehen alle dumm da.<\/p>\n<p>Diesem in seinen Grundlagen hoch regulierten Kapitalverwertungskonzept ordnete sich die tats&auml;chlich sehr neoliberale internationale Finanzpolitik h&ouml;chst wirkungsvoll unter. Die Wirksamkeit der Verschuldung bei der Binnennachfrage in den USA beruhte einerseits auf einer sehr gro&szlig;z&uuml;gigen Kreditbereitstellung (Erleichterung des Konsumentenkredits und der Hypotheken oder Grundschulden auf Immobilien ohne Eigenkapital und mit staatlicher F&ouml;rderung). Die steigenden Werte der Immobilien und anderer Aktiva generierten einen Verm&ouml;genseffekt, der zus&auml;tzliche Nachfrage direkt oder durch weitere Verschuldung entfesselte. Auf diese Weise wurde Wachstum durch zunehmende Binnennachfrage in Gang gehalten. Andererseits, und hier kam die innovativ weiterentwickelte internationale Finanzwirtschaft ins Spiel, konnten die aufgenommenen Schulden verbrieft, ins Ausland weiter ver&auml;u&szlig;ert und durch neuartige Finanzpapiere gegen Kursverfall abgesichert werden. Absicherung war zumindest die Absicht, aber trotz bester &ouml;konometrischer Berechnungen hat es doch nicht funktioniert. Der neoliberale und h&ouml;chst effektive internationale Finanzmarkt diente, wie sich an seiner faktischen Nutzung ablesen l&auml;sst, vorrangig dem Zweck, den USA und ihnen folgenden L&auml;ndern wie Gro&szlig;britannien immer neue Verschuldung zu erm&ouml;glichen. Diese geschah auf Seiten des Staates vor allem durch von China und anderen L&auml;ndern gezeichnete Staatsanleihen, und auf Seiten der privaten Wirtschaftsakteure vermittels kompliziert geschachtelter Papiere (collateralized debt obligations und Derivate) an allen m&ouml;glichen Orten.<\/p>\n<p>Aber bevor wir uns wieder ausschlie&szlig;lich &uuml;ber den Neoliberalismus erregen, sehen wir uns die sozialhistorische Quelle der unzureichend gesicherten und staatlich gef&ouml;rderten Immobilienverschuldung an. Es war kein kapitalistischer Teufel, der die USA dort hineingeritten hat. Es fing alles im New Deal an, als die staatliche F&ouml;rderung des Eigentumserwerbs am eigenen Heim als popul&auml;res und zun&auml;chst &#8222;sozialdemokratisches&#8220; Konzept eingef&uuml;hrt wurde. Der Eigentumserwerb durch breite Volksschichten entsprach sehr verschiedenen Interessen und konnte von verschiedenen Parteien aufgenommen und vertreten werden. V&ouml;llig entgegen den neoliberalen Konzepten ging es um Subvention. Diese populistische politische Str&ouml;mung im Allparteienkonsens m&uuml;ndete in der Einrichtung von Fannie Mae und Freddy Mac, also staatlicher Kreditanstalten, die den Zweck hatten, von kommerziellen Banken vergebene Immobilienkredite aufzukaufen. Dies war der erste historische Schritt zur Bildung einer immer komplexer und tiefer gestaffelten Schuldenverflechtung. Man musste nur auf der jeweils niedrigeren Stufe Forderungen gegen&uuml;ber Schuldnern verbriefen und diese Verbriefung, zur Risikostreuung oder -gestaltung gegebenenfalls kombiniert mit anderen Forderungen, als Finanztitel neuer Art weiter ver&auml;u&szlig;ern. Ohne staatliche F&ouml;rderung w&auml;re diese Bewegung sicher nicht in der Breite und Tiefe entstanden. An der Wiege des financial engineering stand also, wie bei der damaligen Immobilienkrise in Japan, ein &#8222;sozial eingebetteter&#8220; und &#8222;koordinierter&#8220; Kapitalismus. Man h&auml;tte meinen k&ouml;nnen, die USA l&auml;gen dem rheinischen Kapitalismus &auml;hnlich nahe wie Japan.<\/p>\n<p>Von manchen &Ouml;konomen war die Inflation der Preise von Finanzanlagen und Immobilien bereits vor einiger Zeit aufgezeigt und kritisiert worden. Dass die auf diese Art erzeugte Blase irgendwann platzen w&uuml;rde, war ihnen ziemlich sicher. Die Frage war nur, wie hoch und wie weit verteilt der dadurch entstehende Schaden sein w&uuml;rde. Im Economist konnte man das klar und deutlich lesen (The Economist 15.1. 2001, S. 15- 16; 15.4. 2000, S. 13-14). Hierzu gab es keine verl&auml;sslichen Sch&auml;tzungen, da ja auch wegen der Schachtelung und weiten Verbreitung verbriefter Schulden und von Derivaten niemand verl&auml;ssliche Angaben machen konnte oder wollte. Niemand konnte oder wollte offenbar sagen, bis wohin das ver&auml;stelte Domino der Verbriefung und Derivierung reichte. Es brauchte nur einiger Anst&ouml;&szlig;e in den riskanteren Schuldensegmenten der USA (sog. sub-prime mortgages), um das Umfallen der Dominosteine in der Verschuldungskette in Gang zu bringen. Andere &Ouml;konomen haben diese Entwicklung, die kommen musste wie das Amen in der Kirche, jedoch nicht zu ber&uuml;cksichtigen vermocht. Die Spezialisierung der Wissenschaft ist so weit vorgedrungen, dass die einen Spezialisten mit den anderen (den Makro&ouml;konomen) nicht mehr verl&auml;sslich kommunizieren k&ouml;nnen. Zu vermuten ist auch, dass zuletzt der Mantel des Schweigens &uuml;ber das entstandene Risiko gebreitet wurde. Keine Zentralbank, keine kommerzielle Bank und kein anderweitiger Finanzintermedi&auml;r hat schlie&szlig;lich ein Interesse daran, durch negative Meldungen den Boom vorzeitig zu beenden, zumindest nicht, bevor man riskante Papiere durch Ver&auml;u&szlig;erung an Andere entsorgt hat. Aber selbst dann war zu erwarten, dass man durch negative Marktentwicklungen zu Schaden kommt, weil Misstrauen zwischen allen Marktteilnehmern um sich greift und zur Zur&uuml;ckhaltung in Investition und Konsum veranlasst. Wenn Wellen von Misstrauen und Zur&uuml;ckhaltung erst in die Realwirtschaft &uuml;bergreifen, dann werden auch Kreditgew&auml;hrung, Investition und Konsum bei nicht direkt betroffenen Teilm&auml;rkten negativ beeinflusst. So kam es denn ja auch, von etwa 2007 an bis zum Herbst und Winter 2008-09. Die Optimisten unter den Analytikern sagen nun, dass die Talsohle auf den Finanzm&auml;rkte erreicht ist, w&auml;hrend die Pessimisten meinen, es schlummerten noch Mengen riskanter Papiere in den Portefeuilles der Banken. Was mit ihnen geschehe, sei ungewiss, und ebenso seien Zeitpunkt und Ausma&szlig; der konjunkturellen Erholung nicht verl&auml;sslich vorherzusagen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"iii-abhilfe-und-vorbeugung\">III. Abhilfe und Vorbeugung <\/span><\/h2>\n<p>Die &ouml;ffentliche und politische Diskussion, die nach dem H&ouml;hepunkt der Krise im Herbst 2008 losbrach, bekam schnell eine ungew&ouml;hnliche Breite. So wurden im Eifer der Analyse und Debatte verschiedene Aspekte zusammengetragen: Neue Zweifel am Kapitalismus an sich und am angloamerikanischen Finanzkapitalismus insbesondere, R&uuml;ckbesinnung auf die Tugenden der sozialen Marktwirtschaft und der europ&auml;ischen Sozialmodelle, Kritik am Verhalten der Banken und Banker im Allgemeinen und im Besonderen der &ouml;ffentlichen Banken, wie Sparkassen, Landesbanken und Industriekreditbank, Kritik der hohen Managementgeh&auml;lter und der Entlohnung durch Aktienoptionen, sowie Kritik am &#8222;neuen Geist des Kapitalismus&#8220; (Kasinokapitalismus, Kurzfristigkeit der Erwartungen, Frivolit&auml;t, Kultur der Verantwortungslosigkeit und der Schaumschl&auml;gerei).<\/p>\n<p>Zuf&auml;llig hatte der neue US-amerikanische Zentralbankpr&auml;sident Bernanke besonders die Fehler bei der Bew&auml;ltigung der Weltwirtschaftskrise 1929 erforscht und sich zu Herzen genommen. So ist es nicht verwunderlich, dass prompt Ma&szlig;nahmen zur Flutung der Banken mit Liquidit&auml;t und zur Garantie von eingegangenen Verbindlichkeiten durch die Regierungen verschiedenster L&auml;nder getroffen wurden. Innerhalb k&uuml;rzester Zeit wandelten sich die vorgeblich liberalen Markt&ouml;konomien &#8211; die USA und Gro&szlig;britannien allen voran &#8211; zu Interventionsstaaten in der Finanzwelt. So etwas galt in der Betrachtung der varieties of capitalism bislang als dubioses Reservat eines franz&ouml;sischen oder mediterranen Kapitalismus. Auch bundesdeutsche Wirtschaftswissenschaftler aller Richtungen proklamierten nun mit einer Stimme, das Schlimmste &uuml;berhaupt sei Deflation, und das Wichtigste sei, Liquidit&auml;t und Vertrauen zu schaffen. W&auml;hrend der Staat vorher eher aufgefordert wurde, sich nicht in wirtschaftliche Abl&auml;ufe zu dr&auml;ngen, da er zu Verschwendung und Suboptimalit&auml;t neige, wurde er nun als Nothelfer angerufen. In den USA wurde in kurzer Zeit eine Staatverschuldung betrieben, die in etwa den Anstrengungen im Zweiten Weltkrieg gleichkommt. Deutschland ist nunmehr eher im Mittelfeld der Staatsverschuldung, trotz der gewaltigen Vereinigungslasten, abgeh&auml;ngt durch die &#8222;liberalen Markt&ouml;konomien&#8220;, allen voran die USA.<\/p>\n<p>Auch der Weltwirtschaftsgipfel folgte diesem Trend und konzentrierte sich auf Liquidit&auml;tsschaffung, national aber auch durch den Internationalen W&auml;hrungsfonds. Entwicklungs- und Schwellenl&auml;nder waren ja bereits durch finanzielle Engpasse und &Uuml;berschuldung notorisch geplagt, entweder zyklisch oder langfristig strukturell. Noch schneller und st&auml;rker als Europa und Nordamerika waren Russland und Asien durch konjunkturelle Einbr&uuml;che betroffen. Die Funktionalit&auml;t der Liquidit&auml;tsschaffung ist wohl kaum zu bestreiten, selbst wenn man &uuml;ber den Umfang der neuerlichen Staatsverschuldung und der St&uuml;tzung von Unternehmen streiten kann oder muss.<\/p>\n<p>In l&auml;ngerfristiger Betrachtung ist aber festzuhalten, dass nun im Grunde dasselbe geschehen kann, wie nach 1988: Die Behelfe zur Behebung der damaligen B&ouml;rsenkrise, die bereits als auff&auml;lligste seit der Weltwirtschaftskrise 1929 ausgerufen worden war, hatten zwar von den USA aus die Wirtschaftsdynamik effektiv und nachhaltig belebt, aber sie hatten die bereits genannten offenen Flanken, &uuml;ber die eine neuerliche und noch schwerer wiegende Krise 2007-09 hereinbrach. Die gegenw&auml;rtigen Behelfe zur Wiederbelebung k&ouml;nnen dazu f&uuml;hren, dass grob gesagt zwar die &#8222;F&auml;ule&#8220; der Finanzanlagen aus den privaten Bilanzen entschwindet, aber in die Staatshaushalte eindringt.<\/p>\n<p>Staaten ziehen ja zurzeit Wechsel auf zuk&uuml;nftiges realwirtschaftliches Geschehen, von denen in keiner Weise klar ist, inwiefern sie gedeckt werden k&ouml;nnen. Die Drohung des Staatsbankrotts ist bereits jetzt akut, zum Beispiel in Island und in einigen osteurop&auml;ischen L&auml;ndern, und sie besch&auml;ftigt internationale Gemeinschaften wie die EU. Lernt man aus der Zeit zwischen 1988 und jetzt, dann fasst man die Lektion in die einfache Faustregel: Analysiere die weit offenen Flanken der jeweils aktuellen und zun&auml;chst unvermeidlich erscheinenden Behelfe, damit zeigen sich die Ursachen der n&auml;chsten Krise.<\/p>\n<p>Es ist auff&auml;llig, dass im Gegensatz zu der Schnelligkeit, mit der Staatseingriffe zur Liquidit&auml;tsschaffung und zur St&uuml;tzung von Unternehmen unternommen werden, die Vorbeugung einen geringen Raum einnimmt und z&ouml;gerlicher betrieben wird. Es ist in keiner Weise zu sagen, welche Ma&szlig;nahmen genau die Staaten und internationalen Gemeinschaften ergreifen werden, wie diese in die Praxis umgesetzt werden und was sie bewirken. Die allgemeine Tendenz im Diskurs ist, die Regulierung der internationalen Finanzm&auml;rkte zu intensivieren und national wie international die Spekulation einzugrenzen und die Sicherheit und Transparenz von Finanzanlagen und Gesch&auml;ften zu erh&ouml;hen. Wie das geschehen soll und wie wirksam die Ma&szlig;nahmen sein werden, bleibt die gro&szlig;e Frage. Zwar hat gerade Pr&auml;sident Obama im gro&szlig;en Stil eine neue und intensive Finanzaufsicht durch die Zentralbank angek&uuml;ndigt. Die EU hat auch Pl&auml;ne, aber der britische Finanzminister fordert mehr nationale statt europ&auml;ische Kompetenzen ein. Der Kompetenzstreit ist im Gange, aber klar scheint eines zu sein: Die Ausw&uuml;chse des Finanzialismus sind im Prinzip weder von koordinierten noch von liberalen Markt&ouml;konomien besser in den Griff zu kriegen. Der Finanzialismus erreichte erst seine vernichtende Kraft durch die Kombination sozialer Belange mit finanzkapitalistischer Raffinesse, von institutioneller Einbettung mit Gier. Reinen Kapitalismus gibt es gar nicht, nicht einmal in den USA, nur mit einem Gegensatz in national unterschiedlichen Formen kombinierte Kapitalismen. Die deutsche soziale Marktwirtschaft hat zwar gelernt, die &auml;rgsten Exzesse zu vermeiden oder zu mindern, aber die amerikanische soziale Marktwirtschaft hat das Gegenteil gelernt und selbst die japanische soziale Marktwirtschaft erzeugte ihre eigene Blase.<\/p>\n<p>Entweder Staaten entschlie&szlig;en sich zur Renationalisierung von Finanzfl&uuml;ssen, also zur nationalen Aufsicht und Regulierung. Wenn sie das wollen, m&uuml;ssen sie die internationale Ver&auml;u&szlig;erbarkeit von Finanzprodukten und die finanziellen Str&ouml;me genau so kontrollieren wie Warenstr&ouml;me: Man pr&uuml;ft an der Grenze, ob Importe Gift enthalten, und wenn sie das tun, dann h&auml;lt man sie fern, und zwar kompromisslos. Man kann nun zwar Finanzprodukte fernhalten, aber wenn der Rest der Welt sich darauf einl&auml;sst, wird man doch durch die konjunkturellen R&uuml;ckwirkungen ihres Platzens an weit entfernten Orten der Welt betroffen. Die andere Alternative ist eine effektive und auf klaren Kriterien beruhende Weltfinanzaufsicht. Auch diese ist kaum wahrscheinlich. Regulierung und Kontrolle sind bereits in den meisten Nationalstaaten unsicher und unzuverl&auml;ssig; im weltweiten Rahmen ist eher ein Ausbund an Komplexit&auml;t und Heuchelei zu erwarten. Zumal die USA haben als Leitbild der Weltwirtschaft gr&uuml;ndlich ausgedient. Zwar bilden sie weiterhin noch im Verein mit China den zentralen Anker weltwirtschaftlicher Stabilit&auml;t. Aber sie verk&ouml;rpern kein Wirtschaftsmodell mehr, das selbst nach eigenen Ma&szlig;st&auml;ben glaubw&uuml;rdig w&auml;re, geschweige denn, im Weltma&szlig;stab. Folgt man Robert Boyer, dann ist mit der letzten Krise auch dem amerikanischen Akkumulationsmodus der Boden entzogen, und ein neuer Akkumulationsmodus ist nicht in Sicht. Das ist der Standpunkt der Pessimisten. Folgt man Sigurt Vitols (in seinem Korreferat zu Boyer in der Vortragsreihe des WZB zur Finanzkrise), so besteht Aussicht auf Beilegung der Finanzkrise. Das ist der Standpunkt der Optimisten.<\/p>\n<p>Wenn ein politisch hinreichend kr&auml;ftiger Kern zur Durchsetzung neuer Kriterien und einer effektiven Aufsicht entstehen kann, dann wohl vor allem in der EU. Diese ist allerdings auch durch eine interne Verschiedenheit der Interessen gepr&auml;gt, und hier vor allem durch den britisch-nationalen Eigenwillen. Dar&uuml;ber hinaus hat sich nicht erst mit der letzten Europawahl eine eher euroskeptische Stimmung in der Bev&ouml;lkerung verbreitet. Es gab immer schon den mit der Ausweitung der EU verbundenen R&uuml;ckfall hinter die engeren Horizonte der Vergesellschaftung (Sorge 2005): eine defensive Reaktion gegen die neu erlebten Effekte der weitl&auml;ufigeren und weniger durchsichtigen und kontrollierten Verh&auml;ltnisse.<\/p>\n<p>Europa bietet durchaus die Chance der Konsolidierung eines Mittelweges zwischen offener und verbindlicher Regulierung, der in den anzustrebenden Multilateralismus der Welt ausstrahlen k&ouml;nnte. Aber die Nutzung dieser Chance ist angesichts eines defensiver und dumpfer werdenden europ&auml;ischen Volkssouver&auml;ns, der sich meistens gar nicht als integrierter Souver&auml;n sehen will, auch nicht wahrscheinlich. B&uuml;rger und Politiker rufen zwar wieder nach einem starken Staat, aber insofern sich dieser Ruf an den Nationalstaat wendet, ist er nostalgisch und unrealistisch. Politiker haben im Wahlkampf mit ihrem unfundiertem Gerede (vgl. Plehwe 2008) &uuml;ber die vorgeblich 80 Prozent der Gesetze, die aus Br&uuml;ssel stammen, sicher eher eine Abwehrhaltung gegen Europa verst&auml;rkt. Fest steht aber: Wenn es eine effektive Vorbeugung gegen die n&auml;chste Weltwirtschaftskrise gibt, die die bekannten Defizite entlang der nun neu ge&ouml;ffneten Flanken angeht, dann wird sie international kreativ zu definieren sein. Aber wie viele B&uuml;rger und Politiker sind bereit, der EU oder anderen supranationalen Instanzen Staatlichkeit zuzuerkennen? In der Abteilung Internationalisierung und Organisation des WZB w&uuml;rden wir sagen (Sorge 2009): Die Verwirklichung nationaler Belange ist unweigerlich auf diesen Weg verwiesen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur <\/span><\/h2>\n<p><i>Albert, Michel, <\/i>1991: Capitalisme contre capitalisme, Paris.<\/p>\n<p><i>Albert, Michel,<\/i> 1998: Die Zukunft der Sozialmodelle des europ&auml;ischen Kontinents; in: Streeck, Wolfgang (Hg.), Internationale Wirtschaft, Nationale Demokratie: Herausforderungen f&uuml;r die Demokratietheorie, Frankfurt a. M., S. 195 -209.<\/p>\n<p><i>Financial crisis <\/i>of 2007-09: <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Financial_crisis_of_2007%E2%80%932009\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Financial_crisis_of_2007%E2%80%932009<\/a>, download am 18.06.2009.<\/p>\n<p><i>Finanzkrise ab <\/i>2007: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finanzkrise_ab_2007\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finanzkrise_ab_2007<\/a>, download am 18.06.2009.<\/p>\n<p><i>Hall, Peter A.\/Soskice, David <\/i>(Hg.), 2001: Varieties of capitalism. The institutional foundations of comparative advantage, Oxford.<\/p>\n<p><i>Plehwe, Dieter,<\/i> 2008: Transformation Europ&auml;ischer Governance im Bereich der Verkehrspolitik; in: integration, Jg. 31, H. 3, S. 290-306.<\/p>\n<p><i>Sorge, Arndt,<\/i> 2005: The Global and the Local: Understanding the Dialectics of Business Systems, Oxford.<\/p>\n<p><i>Sorge, Arndt <\/i>(Hg.), 2009: Internationalisierung: Gestaltungschancen statt Globalisierungsschicksal, Berlin.<\/p>\n<p><i>Soskice, David, <\/i>1999: Divergent production regimes: Coordinated and uncoordinated market economies in the 1980s and 1990s; in: Kitschelt, Herbert\/Lange, Peter\/Marks, Gary\/Stephens, John D. (Hg.), Continuity and change in contemporary capitalism, Cambridge, S. 101-134.<\/p>\n<p><i>Whitley, Richard <\/i>(Hg.), 1992: European business systems, London.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1875],"publikationen":[2821],"class_list":["post-10977","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-arndt-sorge","publikationen-186-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Internationale Lehren aus der Wirtschaftskrise - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Internationale Lehren aus der Wirtschaftskrise - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Diagnose, Abhilfe, Vorbeugung; aus: vorg&auml;nge Nr. 186, Heft 2\/2009, S. 38-45 I. Einleitung Die derzeitige Weltwirtschaftskrise stellt zum einen eine neue historische Konfiguration dar, insofern als sie durch Ausw&uuml;chse des neuerlichen Finanzialismus bedingt wurde. Sie gemahnt aber auch an die bereits bekannte empirische Evidenz und programmatische Vorstellungen zur Wirtschafts- und Sozialordnung. In Deutschland ist auff&auml;llig, [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-30T13:40:35+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"20\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/186-vorgaenge\\\/publikation\\\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/186-vorgaenge\\\/publikation\\\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\\\/\",\"name\":\"Internationale Lehren aus der Wirtschaftskrise - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2009-06-01T18:05:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-30T13:40:35+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/186-vorgaenge\\\/publikation\\\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/186-vorgaenge\\\/publikation\\\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/186-vorgaenge\\\/publikation\\\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 186: Die Krisen hinter der Krise\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/186-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Internationale Lehren aus der Wirtschaftskrise\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Internationale Lehren aus der Wirtschaftskrise - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Internationale Lehren aus der Wirtschaftskrise - Humanistische Union","og_description":"Diagnose, Abhilfe, Vorbeugung; aus: vorg&auml;nge Nr. 186, Heft 2\/2009, S. 38-45 I. Einleitung Die derzeitige Weltwirtschaftskrise stellt zum einen eine neue historische Konfiguration dar, insofern als sie durch Ausw&uuml;chse des neuerlichen Finanzialismus bedingt wurde. Sie gemahnt aber auch an die bereits bekannte empirische Evidenz und programmatische Vorstellungen zur Wirtschafts- und Sozialordnung. In Deutschland ist auff&auml;llig, [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-30T13:40:35+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"20\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\/","name":"Internationale Lehren aus der Wirtschaftskrise - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2009-06-01T18:05:00+00:00","dateModified":"2021-08-30T13:40:35+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/publikation\/internationale-lehren-aus-der-wirtschaftskrise\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 186: Die Krisen hinter der Krise","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/186-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Internationale Lehren aus der Wirtschaftskrise"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/10977","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=10977"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=10977"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=10977"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=10977"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=10977"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}