{"id":11002,"date":"2009-03-01T14:00:00","date_gmt":"2009-03-01T13:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/der-bundestrojaner-ein-notwendiges-uebel\/"},"modified":"2021-08-30T15:40:31","modified_gmt":"2021-08-30T13:40:31","slug":"der-bundestrojaner-ein-notwendiges-uebel","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/185-vorgaenge\/publikation\/der-bundestrojaner-ein-notwendiges-uebel\/","title":{"rendered":"Der Bundestrojaner &#8211; ein notwendiges \u00dcbel?"},"content":{"rendered":"<p><b>I. Einleitung <\/b><\/p>\n<p>Nachdem Bundespr&auml;sident Horst K&ouml;hler &uuml;ber die Weihnachtsfeiertage das &uuml;ber Monate hinweg umstrittene BKA-Gesetz unterschrieb, stehen dem Bundeskriminalamt mit 1. Januar 2009 neben weit reichenden Erweiterungen seiner Kompetenzen im Kampf gegen den Terrorismus auch eine in der breiten &Ouml;ffentlichkeit als &#8222;Bundestrojaner&#8220; bekannte Ma&szlig;nahme zum &#8222;verdeckten Eingriff in informationstechnische Systeme&#8220; zur Verf&uuml;gung. Sollte dieses Gesetz auch vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bestehen, w&uuml;rde damit dem BKA ein Instrument zur Verf&uuml;gung gestellt, das ihm erlaubt, direkten Zugriff auf Computer von Verd&auml;chtigen zu erlangen, um damit terroristische Aktivit&auml;ten beobachten und potentielle Anschl&auml;ge bereits im Vorfeld verhindern zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Es stellt sich aber die Frage, wie effektiv eine solche Ma&szlig;nahme zur Terrorismusbek&auml;mpfung &uuml;berhaupt sein kann? Ist der Zugriff auf Computer durch Sicherheitsbeh&ouml;rden wirklich unerl&auml;sslich, um gegen den transnationalen Terrorismus vorzugehen oder gef&auml;hrdet diese Ma&szlig;nahme vielmehr B&uuml;rger- und Freiheitsrechte in nicht begr&uuml;ndbarer Weise? Um diese Fragen zu beantworten wird zun&auml;chst gekl&auml;rt, wie und zu welchem Zweck Terroristen das Internet nutzen. Aufbauend darauf soll erl&auml;utert werden, wie der &#8222;Bundestrojaner&#8220; funktioniert und wie dieser die terroristische Nutzung des Internets beeinflussen kann. In einem dritten Schritt wird dargelegt, wie potentielle Terroristen auf die Einf&uuml;hrung dieses Untersuchungsmittels mit hoher Wahrscheinlichkeit reagieren werden und abgeleitet davon wird analysiert, wie effektiv der verdeckte Eingriff in informationstechnische Systeme &uuml;berhaupt sein kann.<\/p>\n<p>Dieser Beitrag kommt zu dem Ergebnis, dass der &#8222;Bundestrojaner&#8220; ein unerl&auml;ssliches Mittel zur Bek&auml;mpfung terroristischer Bedrohungen ist. Dieser Befund wird jedoch eingeschr&auml;nkt durch die Erkenntnis, dass diese &Uuml;berwachungsmethode aller Voraussicht nach nur in seltenen F&auml;llen wirklich zum Einsatz kommen kann und dass eine gro&szlig;e Zahl potentieller Terroristen Mittel und Wege finden wird, um sich der digitalen &Uuml;berwachung zu entziehen. Es muss daher Ziel des Gesetzgebers sein, den Schutz vor missbr&auml;uchlicher Verwendung dieses Instruments so hoch wie m&ouml;glich anzusetzen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ii-terrorismus-und-internet\">II. Terrorismus und Internet <\/span><\/h2>\n<p>&Uuml;ber die Nutzung des Internets durch Terroristen wurde bereits viel geschrieben[1]. Es l&auml;sst sich festhalten, dass al-Qaida und &auml;hnliche Gruppierungen das Internet &#8222;lieben&#8220;.[2] Um diese Nutzung zu kategorisieren kann zwischen f&uuml;nf konkreten Anwendungsbereichen unterschieden werden: (1) Cyber-Terrorismus, (2) Propaganda, (3) Ressourcenallokation, (4) Informationsgewinnung und (5) Aufbau von F&uuml;hrungs-, Kommunikations- und Kontrollstrukturen.<\/p>\n<p>Die Angst, das Internet k&ouml;nnte f&uuml;r Cyber-Terrorismus missbraucht werden, stellt eine immer wiederkehrende Sorge dar. &Auml;hnlich wie &#8222;gew&ouml;hnliche&#8220; Hacker oder staatliche Einrichtungen, die sich auf den &#8222;Krieg im Cyberspace&#8220; konzentrieren, k&ouml;nnten Terroristen versuchen, &uuml;ber das Internet Daten zu stehlen, diese zu manipulieren oder durch gezielte Attacken auf ausgesuchte Seiten des Wirtschaftslebens, der Medien oder Politik das immer mehr vom World Wide Web gepr&auml;gte Leben massiv zu st&ouml;ren. Solche Szenarien k&ouml;nnen nicht ausgeschlossen werden, es gibt jedoch bis heute keine ernsthaften Anzeichen daf&uuml;r, dass potentielle Terroristen diese Art der Nutzung des Internets bevorzugen. Dar&uuml;ber hinaus scheinen die Sicherheitsvorkehrungen gegen Cyber-Terrorismus besser zu sein als vielerorts bef&uuml;rchtet.[3]<\/p>\n<p>Weitaus wichtiger scheint der Einsatz des Internets f&uuml;r Propagandazwecke zu sein. Wie Yariv Tsfati und Gabriel Weimann zeigen, versuchen Terroristen &uuml;ber Internetseiten vor allem Unterst&uuml;tzer und Sympathisanten zu erreichen und nutzen solche Webseiten daher prim&auml;r f&uuml;r Propagandazwecke.[4] Michael Whine geht sogar soweit zu behaupten, dass der Propagandazweck des Internets jenen f&uuml;r Kommunikation und F&uuml;hrungsaufgaben &uuml;bertrifft.[5] Es kann jedoch festgehalten werden, dass Terroristen durch das Internet nicht mehr nur auf traditionelle Medien wie Zeitungen und dem Fernsehen angewiesen sind. W&auml;hrend der internationale Terrorismus in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren darauf angewiesen war, dass dessen Aktionen im Fernsehen &uuml;bertragen und Botschaften durch Zeitungen Weiterverbreitung fanden, k&ouml;nnen die Terroristen von heute durch die Entwicklungen des Internets (Stichwort Web 2.0) ihre eigenen Inhalte relativ einfach und schnell selber erstellen und sie &uuml;ber diverse Homepages oder Videoportale nahezu der gesamten Welt zur Verf&uuml;gung stellen. Das Internet wird damit zu einem Propagandainstrument, mit dem Unterst&uuml;tzer mobilisiert und rekrutiert werden k&ouml;nnen und das zur Radikalisierung einer bereits extremistischen Sympathisantenschaft beitragen kann.<\/p>\n<p>Eng damit verbunden ist das Einwerben von finanziellen Mitteln, um terroristische Aktivit&auml;ten und Netzwerke zu finanzieren. Vergleichbar mit Pr&auml;sidentschaftskandidaten in den USA, versuchen Terroristen durch Spendenaufrufe im Internet Mittel zu lukrieren, sei dies nun direkt an das eigene Netzwerk oder &uuml;ber den Umweg von Wohlt&auml;tigkeitsorganisationen, die sowohl wissentlich als auch in manchen F&auml;llen unwissentlich dieses Geld diskret an die betreffenden Stellen weiterleiten. Dar&uuml;ber hinaus scheint die kriminelle Nutzung des Internets, durch Kreditkarten-, Onlinebanking oder Online-Auktionsbetrug (zum Beispiel dem Verkauf hochpreisiger Produkte via Ebay, ohne diese dann auch wirklich zu versenden) immer wichtiger zu werden. Daneben bieten Online-Banksysteme oder Online-Finanzservices wie PayPal die M&ouml;glichkeit, Gelder diskret und ohne viel Spuren zu verschieben.[6]<\/p>\n<p>Das Internet gibt Terroristen aber nicht nur die M&ouml;glichkeit zur vereinfachten Ressourcenallokation. Suchmaschinen wie Google oder Yahoo, Satellitenbilder &uuml;ber Google Earth oder Microsoft Virtual Earth, Webseiten von Regierungseinrichtungen und Polizeistellen dienen heutzutage nicht mehr nur dazu, um Bilder des Hotels f&uuml;r den n&auml;chsten Tunesienurlaub zu finden. Solche Hilfsmittel werden von Terroristen vor allem dazu verwendet, um Informationen zu sammeln und Anschl&auml;ge oft aus weiter Entfernung zu planen. Das Internet gibt diesen Akteuren somit eine Art nachrichtendienstliches Aufkl&auml;rungsinstrument, das in fr&uuml;heren Zeiten nur Staaten vorbehalten war, in die Hand. Das Ausma&szlig; an Informationen, die frei &uuml;ber das Internet f&uuml;r solche Zwecke gewonnen werden k&ouml;nnen, kann laut Aussagen des fr&uuml;heren US Verteidigungsministers Rumsfeld ungef&auml;hr 80 Prozent der vorhandenen Informationen umfassen.[7] Die Rolle, die das Internet in diesem Bereich spielt, kann daher nicht hoch genug eingesch&auml;tzt werden.<\/p>\n<p>Schlie&szlig;lich und endlich erleichtert das Internet die Kommunikation zwischen den und die F&uuml;hrung von Zellen und Akteuren eines oder unterschiedlicher Netzwerke. Dieser Umstand ist besonders seit der Zerschlagung der urspr&uuml;nglichen Strukturen al-Qaidas nach dem 11. September 2001 wichtig, galt es seitdem, die oft nur lose verbundene Zellen und Sympathisanten miteinander zu verkn&uuml;pfen. Das Internet nimmt hier einen nicht mehr wegzudenkenden Stellenwert ein. Es hilft diese unterschiedlichen Akteure miteinander zu verbinden, bietet ihnen eine Plattform, um Informationen untereinander auszutauschen (zum Beispiel durch das Bereitstellen von Handb&uuml;chern wie der &#8222;Enzyklop&auml;die des Jihad&#8220;) und erleichtert Kommunikations-, Koordinations- und Planungsaktivit&auml;ten. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die M&ouml;glichkeit, Kommunikation mittels Verfahren wie dem Verstecken von Nachrichten in Bildern, der Verschl&uuml;sselung von Emails (zum Beispiel mittels PGP[8]) oder dem Telefonieren via Internet (zum Beispiel durch eine AES-256 Verschl&uuml;sselung via Skype) vor der staatlichen Kontrolle geheim zu halten und damit den Erfolg geplanter Operationen zu sichern.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"iii-der-bundestrojaner-und-seine-wirkungsweise\">III. Der Bunde&shy;s&shy;tro&shy;janer und seine Wirkungs&shy;weise <\/span><\/h2>\n<p>Es stellt sich also die Frage, wie gegen die soeben beschriebene terroristische Nutzung des Internets effektiv vorgegangen werden kann? Das neue BKA-Gesetz versucht diese Frage zu beantworten, indem es den Zugriff der Beh&ouml;rde auf Computer von potentiellen Terroristen erm&ouml;glicht. Eine solche Neuregulierung wurde notwendig, nachdem der Bundesverfassungsgerichtshof im Februar 2008 das Vorgehen des nordrhein-westf&auml;lischen Verfassungsschutzes bei der Online-Durchsuchung von Computern als verfassungswidrig bezeichnete. Obwohl Karlsruhe das Mittel der Online-Durchsuchung nicht prinzipiell ausschloss, wurde das nordrhein-westf&auml;lische Vorgehen als eine Verletzung des durch das Grundgesetz gesicherten Pers&ouml;nlichkeitsrechts angesehen, da weder Vertraulichkeit noch Integrit&auml;t informationstechnischer Systeme gesch&uuml;tzt seien.[9]<\/p>\n<p>Der vom Innenministerium im Juni 2008 vorgelegte Entwurf &uuml;ber die Adaptierung des BKA-Gesetzes glaubte diesem Urteil Rechnung zu tragen und versuchte mit &sect;20k des neuen BKA-Gesetzes die Erkenntnis des Bundesverfassungsgerichts umzusetzen und damit die Verwendung von Online-Durchsuchungen zur Terrorismusbek&auml;mpfung auf ein gesetzlich sicheres Fundament zu stellen. Obwohl das Gesetz zun&auml;chst im Bundestag eine breite Mehrheit von CDU\/CSU und SPD erhielt, scheiterte es im ersten Anlauf am Widerstand des Bundesrates, da neben den Bundesl&auml;ndern, in denen FDP, Gr&uuml;ne und die Linke mitregieren auch die SPD-mitregierten Bundesl&auml;nder dem Gesetz ihre Zustimmung versagten. Erst nach Einberufung des Vermittlungsausschusses und substantiellen Nachbesserungen in wichtigen Passagen zum Schutz der B&uuml;rger- und Freiheitsrechte, erhielt das Gesetz eine knappe Mehrheit von 35 zu 34 Stimmen.<\/p>\n<p>Kernst&uuml;ck des Gesetzes ist der Paragraph 20k mit der Bezeichnung &#8222;Verdeckte Eingriffe in informationstechnische Systeme&#8220;: Online-Durchsuchung ist nur dann gestattet, wenn es einen konkreten Hinweis darauf gibt, dass die Freiheit oder das Leben von Menschen oder die Grundlagen des Staatswesen gef&auml;hrdet sind. Die Ma&szlig;nahme dient somit ausschlie&szlig;lich der Abwehr schwerwiegender Gefahren und nicht zur Strafverfolgung per se. Angewandt kann diese Ma&szlig;nahme nur werden, nachdem der Pr&auml;sident des BKA oder sein Stellvertreter dies bei einem unabh&auml;ngigen Gericht beantragt hat. W&auml;hrend im zun&auml;chst vom Bundesrat abgelehnten Gesetz noch die M&ouml;glichkeit vorhanden war, dass in seltenen Ausnahmef&auml;llen, wenn unmittelbar Gefahr droht, die Zustimmung durch ein Gericht auch im Nachhinein (sp&auml;testens drei Tage nach Anwendung) erlaubt werden soll, ist im beschlossenen Gesetz die Genehmigung ausschlie&szlig;lich an eine zuvor eingeholte richterlicher Erlaubnis gebunden. Eine &Auml;nderung im Vermittlungsausschuss ergab sich auch bez&uuml;glich der &Uuml;berpr&uuml;fung des verfassungsrechtlich gebotenen Schutzes des Kernbereichs privater Lebensgestaltung. W&auml;hrend diese urspr&uuml;nglich von zwei weisungsgebundenen Beamten des BKA h&auml;tte erfolgen sollen, wurde dies mittlerweile auch einem Richter &uuml;bertragen. Im Kommentar zur Gesetzesvorlage werden zudem die technischen Besonderheiten der Ma&szlig;nahme detaillierter erl&auml;utert. Ziel des &#8222;Bundestrojaner&#8220; ist es, mittels spezieller &Uuml;berwachungsprogramme, die auf den fremden Rechnern zuvor installiert werden m&uuml;ssen, Zugriff auf die Festplatten von Computern potentieller Terroristen zu erhalten und mit Hilfe von so genannten &#8222;key-loggers&#8220; Tastatureingaben auszulesen. Explizit verboten ist dabei aber der Zugriff auf Webcams und Mikrophone, die an den Computer angeschlossen sind. Kurz zusammengefasst, dient dieses Programm also dazu, die auf der Festplatte Fremder gespeicherten Inhalte den Sicherheitsbeh&ouml;rden zug&auml;nglich zu machen und Eingaben in die Tastatur am Computer auszulesen, ohne dass diese vorher verschl&uuml;sselt werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Der &#8222;Bundestrojaner&#8220; versucht daher vor allem zwei Kategorien der terroristischen Nutzung des Internets zu bek&auml;mpfen &#8211; n&auml;mlich die Sammlung von Informationen und den Aufbau von Kontroll-, F&uuml;hrungs- und Kommunikationsstrukturen zur Anschlagsplanung. Er kann aber auch eingesetzt werden, um sowohl Cyber-Terrorismus als auch Propaganda und finanzielle Ressourcenallokation zu observieren und zu bek&auml;mpfen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"iv-rationalitaet-der-terroristen-und-effektivitaet-des-trojaners\">IV. Ratio&shy;na&shy;lit&auml;t der Terroristen und Effek&shy;ti&shy;vit&auml;t des &bdquo;Trojaners&ldquo; <\/span><\/h2>\n<p>Um die Effektivit&auml;t des &#8222;Bundestrojaners&#8220; bewerten zu k&ouml;nnen, muss zun&auml;chst gekl&auml;rt werden, wie Terroristen allgemein auf Gegenma&szlig;nahmen reagieren. Den in weiterer Folge beschriebenen Ansatz zur Erkl&auml;rung terroristischen Verhaltens bezeichne ich als die &#8222;Notwendigkeit des Erfolges&#8220;.<\/p>\n<p>Dieser Ansatz geht zun&auml;chst von der Annahme aus, dass es sich bei Terroristen nicht um Verr&uuml;ckte handelt, deren Verhalten auf erratische oder psychische Faktoren zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden kann. Eine Vielzahl von AutorInnen hat sich mit diesem Thema besch&auml;ftigt und es kann mittlerweile als gesichert angesehen werden, dass Terroristen rationalen Entscheidungsprozessen folgen und dass Terrorismus willentlich zur Erreichung politischer oder strategischer Ziele angewandt wird. Terrorismus ist sozusagen das Ergebnis einer kaltbl&uuml;tigen Abw&auml;gung von Kosten und Nutzen &#8211; solange die Durchf&uuml;hrung eines Attentats die Mittel wert sind und die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges gegeben ist, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es auch durchgef&uuml;hrt wird.[10] Sogar im Falle der extremsten Form terroristischer Anschl&auml;ge &#8211; dem Selbstmordattentat &#8211; kann die Entscheidung auf den R&uuml;ckgriff terroristischer Vorgehensweise durch strategische Logik und nicht durch psychische Faktoren erkl&auml;rt werden &#8211; Terrorismus wird angewandt, weil er sich aus Sicht der Terroristen bezahlt macht.[11] Diese Sichtweise wird unter anderem durch Studien von Marc Sageman, einem Terrorismusexperten und Psychiater, belegt, der nach dem Studium der Biographien von &uuml;ber 130 Terroristen zum Ergebnis kommt, dass diese durch ihre &#8222;Normalit&auml;t&#8220; bez&uuml;glich ihrer mentalen Gesundheit (im Vergleich zum Bev&ouml;lkerungsdurchschnitt) gekennzeichnet sind.[12]<\/p>\n<p>Andrew H. Kydd und Barbara F. Walter haben dar&uuml;ber hinaus gezeigt, wie diese Form der kalkulierten Gewalt dazu verwendet wird, um Strategien zu entwickeln und Ziele zu erreichen.[13] Auch wenn Max Abrahams bestreitet, dass Terrorismus das Ergebnis einer strategischen &Uuml;berlegung sei, um politische Ziele zu erreichen, sondern Terroristen als &#8222;social solidarity seekers&#8220; bezeichnet, unterstreicht er die Annahme, dass diese Akteure rational handeln und von einer Kosten-Nutzen-Abw&auml;gung geleitet werden.[14] Dieser rationalistische Ansatz wird zudem noch durch Studien wie jener von Lisa M. Cartan verfestigt, die zeigt, dass Terroristen Anschlagziele meiden, die zu gut bewacht sind und deren Erfolg daher in Frage gestellt wird.[15]<\/p>\n<p>Dar&uuml;ber hinaus k&ouml;nnen es sich Terroristen nicht erlauben, &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum hinweg keine Attentate durchzuf&uuml;hren, wollen sie nicht in Vergessenheit geraten. Terroristen sind daher gezwungen, ein Minimum an Pr&auml;senz zu zeigen, um effektiv bleiben zu k&ouml;nnen.16 Dies erfolgt jedoch immer nur unter Ber&uuml;cksichtigung des zuvor erw&auml;hnten Arguments, dass Anschl&auml;ge nicht um jeden Preis durchgef&uuml;hrt werden, sondern Terrorismus von einer Kosten-Nutzen-Abw&auml;gung geleitet wird.<\/p>\n<p>Wenn Terroristen sich also bestimmten Gegenma&szlig;nahmen durch Staaten gegen&uuml;bersehen und diese Gegenma&szlig;nahmen analysieren, haben sie prinzipiell zwei M&ouml;glichkeiten, darauf zu reagieren &#8211; entweder mit dem Terrorismus aufzuh&ouml;ren oder Mittel und Wege zu finden, um diese Gegenma&szlig;nahmen zu umgehen. Der erste Weg ist aus Sicht der Terroristen nicht wirklich realistisch, solange sie Terroristen bleiben wollen. Daher muss es ihnen gelingen, trotz der Gegenma&szlig;nahmen erfolgreich zu sein. Terroristen sind folglich dazu gezwungen, neue Anschlagsmethoden zu entwickeln, neue Waffen zu finden, ihre Ziele von st&auml;rker bewachten Zielen auf weniger stark gesch&uuml;tzte Ziele umzulenken oder neue Kommunikationsmittel und -kan&auml;le zu finden, um Anschl&auml;ge in aller Ruhe vorbereiten und durchf&uuml;hren zu k&ouml;nnen.[17] Solche Innovationen, die auch als &#8222;Substitutionseffekt&#8220; bezeichnet werden, sind notwendig, weil der h&ouml;here Preis eines bestimmten Anschlages durch die Konzentration auf ein neues, weniger stark gesch&uuml;tztes Ziel umgeleitet wird, um die Kosten geringer zu halten.[18] Dieser Befund wird durch Studien wie jene von Brynjar Lia und Thomas Hegghammer best&auml;rkt, die argumentieren, dass es so etwas wie strategische Studien bei Terroristen gibt. Ihnen zur Folge werden unterschiedliche wissenschaftliche Analysemethoden unter Jihadisten benutzt, um politische Konstellationen zu analysieren, Schwachpunkte der Gegenma&szlig;nahmen aufzudecken und dadurch die Effektivit&auml;t von Operationen zu steigern.[19]<\/p>\n<p>Es muss daher davon ausgegangen werden, dass Terroristen staatliche Gegenma&szlig;nahmen als solche identifizieren und &uuml;ber kurz oder lang Mittel und Wege finden werden, diese zu umgehen. Dies bedeutet nicht, dass Staaten im Kampf gegen den transnationalen Terrorismus chancenlos sind, weil es Terroristen immer gelingen wird Gegenma&szlig;nahmen zu antizipieren und zu analysieren und entsprechend dagegen vorzugehen. Es wird immer wieder F&auml;lle geben, wo dies nicht der Fall ist. Trotzdem m&uuml;ssen Staaten &uuml;ber die Auswirkungen ihres Handelns genauer Bescheid wissen und etwaige Konsequenzen mit bedenken.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"v-auswirkungen-des-bundestrojaners\">V. Auswir&shy;kungen des &bdquo;Bunde&shy;s&shy;tro&shy;ja&shy;ners&ldquo; <\/span><\/h2>\n<p>Welche Konsequenzen hat nun die Einf&uuml;hrung des &#8222;Bundestrojaners&#8220;? Es l&auml;sst sich zun&auml;chst zeigen, dass Terroristen, ohne die Anwendung solcher Ma&szlig;nahmen, einen gro&szlig;en Vorteil bei der Planung von Anschl&auml;gen und bei der Kommunikation untereinander haben. Solange sie es vermeiden in R&auml;umlichkeiten, die von Sicherheitsbeh&ouml;rden durch das Verwanzen unter Beobachtung stehen, &uuml;ber Anschlagspl&auml;ne zu sprechen und solche zu organisieren und wenn sie dar&uuml;ber hinaus auch noch Verschl&uuml;sselungstechniken benutzen, um ihren Internetverkehr unlesbar zu machen, haben staatliche Institutionen kaum M&ouml;glichkeiten, solche Aktivit&auml;ten umfangreich aufzudecken und dadurch m&ouml;gliche Anschl&auml;ge zu verhindern. Aus dieser Sicht ist der Einsatz des &#8222;Bundestrojaners&#8220; unabdingbar. Es darf Terroristen nicht erm&ouml;glicht werden, dass durch neue technische Entwicklungen wie dem Internet pl&ouml;tzlich Optionen offen stehen, die im Ernstfall der staatlichen Kontrolle entzogen sind.<\/p>\n<p>Der verdeckte Eingriff in informationstechnische Systeme erschwert daher nachvollziehbar die Nutzung des Internets f&uuml;r terroristische Zwecke, da die Wahrscheinlichkeit, bei dieser Nutzung observiert zu werden, steigt. Damit Terroristen durch diesen Eingriff ungest&ouml;rt weiterplanen und agieren k&ouml;nnen &#8211; und von diesem Wunsch muss ausgegangen werden &#8211; m&uuml;ssen sie Mittel und Wege finden, um der Kontrolle durch die Sicherheitsbeh&ouml;rden zu entkommen. Die Anwendung von Verschl&uuml;sselungsprogrammen scheint hier ein viel versprechender Weg zu sein, da vor allem mit steigender Verschl&uuml;sselungsrate die Dechiffrierung nahezu unm&ouml;glich gemacht wird. Der Einsatz der zuvor erw&auml;hnten &#8222;key-logger&#8220; durch den &#8222;Bundestrojaner&#8220;, die Kommunikation bereits vor der Verschl&uuml;sselung direkt nach Eingabe an der Tastatur abfangen, soll genau diesem Problem begegnen. Das explizite Verbot, mit dem Webcams und Mikrophone von der &Uuml;berwachung ausgeschlossen werden, verwundert aber. Hier glaubt man aller Voraussicht nach, durch bereits bestehende Methoden wie das Verwanzen der betreffenden R&auml;umlichkeiten zum gleichen Ergebnis zu kommen. Dies mag zwar bei Computern gelten, die immer am selben Standort stehen. Sobald ein potentieller Terrorist dies aber &uuml;ber ein Notebook an unterschiedlichen Orten tut, ist es nicht nachvollziehbar, warum zwar die Kommunikation &uuml;ber die Tastatur, nicht aber jene &uuml;ber Webcam und Mikrophon &#8222;abgeh&ouml;rt&#8220; werden soll. Gewichtiger wird dieser Umstand noch dadurch, dass Terroristen auf &ouml;ffentlich zug&auml;ngliche Computer wie zum Beispiel in Bibliotheken der &Uuml;berwachung ausweichen k&ouml;nnen. Es ist nicht anzunehmen und gesetzlich auch nicht gedeckt, dass das BKA pr&auml;ventiv alle frei zug&auml;nglichen Rechner in der Bundesrepublik mit diesem &Uuml;berwachungsprogramm versieht.<\/p>\n<p>Das gr&ouml;&szlig;te Problem besteht jedoch darin, dass der &#8222;Bundestrojaner&#8220; erst in solchen F&auml;llen zum Einsatz kommen wird, wo es bereits einen Verdacht auf die missbr&auml;uchliche Nutzung des Internets f&uuml;r terroristische Zwecke gibt. Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass diese Ma&szlig;nahme aufgeweicht und pr&auml;ventiv auf s&auml;mtlichen Computer angewendet werden soll, wie es die britische Regierung plant. Es soll nur verdeutlicht werden, dass der &#8222;Bundestrojaner&#8220; in begrenzten F&auml;llen durchaus n&uuml;tzlich sein kann, aber in einer Vielzahl der F&auml;lle keine Wirkung zeigen wird, weil er eben nicht angewendet (weil potentielle Terroristen nicht unter Beobachtung stehen) oder umgangen werden kann (durch Ausweichen auf andere Rechner). Wann immer es potentiellen Terroristen gelingt, das Augenmerk staatlicher Institutionen im Vorfeld eines Anschlages nicht auf sich zu lenken, und sie gleichzeitig bei der Nutzung des Internets ein gewisses Ma&szlig; an Vorsicht walten lassen (n&auml;mlich durch die Nutzung von Verschl&uuml;sselungsprogrammen etc.) oder auf &ouml;ffentliche Rechner ausweichen, wird der &#8222;Bundestrojaner&#8220; ein zahnloses Instrument bleiben.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"vi-resuemee-und-ausblick\">VI. Res&uuml;mee und Ausblick <\/span><\/h2>\n<p>Der &#8222;Bundestrojaner&#8220; bietet gegen&uuml;ber traditionellen &Uuml;berwachungsmethoden Vorteile, die von Seiten der Terroristen mit Hilfe von modernen und einfach anwendbaren Verschl&uuml;sselungsprogrammen umgangen werden k&ouml;nnen. Er wird in vielen Situationen keine Wirkung zeigen, weil nicht unter Beobachtung stehende potentielle Terroristen einfach nicht erfasst werden. Dar&uuml;ber hinaus ist anzunehmen, dass die Wirkung dieses &Uuml;berwachungsinstruments durch die Nutzung frei zug&auml;nglicher Computer ausgehebelt wird. Deshalb wird der &#8222;Bundestrojaner&#8220; nur in seltenen F&auml;llen wirklich zum Einsatz kommen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Es bedarf daher einer kritischen Auseinandersetzung mit diesem Instrument. Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Urteil vom Februar 2008 hier erste Ma&szlig;st&auml;be zum Schutz der Pers&ouml;nlichkeitsrechte gesetzt, die im Gesetz gro&szlig;teils auch ihre Widerspiegelung fanden. Vor allem die Betonung, dass der Einsatz dieses Instruments nur in Ausnahmef&auml;llen und nur mit richterlicher Genehmigung erfolgen kann sind wichtige Punkte. Gerade hier zeigte sich, wie produktiv sich das politische System der Bundesrepublik auf die Nachbesserung von Schwachstellen im Gesetz ausgewirkt hat. W&auml;hrend im Entwurf des Bundesinnenministers noch die M&ouml;glichkeit bestand, den Einsatz der Online-Durchsuchung vor&uuml;bergehend auch ohne richterliche Genehmigung durchzuf&uuml;hren und die &Uuml;berpr&uuml;fung einer m&ouml;glichen Verletzung der pers&ouml;nlichen Integrit&auml;t von zwei weisungsgebundenen BKA-Beamten erfolgen sollte, wurden diese Passagen auf Druck kritischer Stimmen im Bundesrat abge&auml;ndert. Die beschlossene Version des Gesetzes gew&auml;hrt somit den wohl h&ouml;chstm&ouml;glichen Schutz an B&uuml;rger- und Freiheitsrechten, ohne gleichzeitig die begrenzte Effektivit&auml;t dieses Instruments zu untergraben.<\/p>\n<p>Es bleibt abzuwarten, wie sich der Einsatz des &#8222;Bundestrojaners&#8220; nun wirklich auswirken wird.<\/p>\n<p>Die von mir vorgebrachten Argumente deuten aber darauf hin, dass der erhoffte Effekt vielerorts ausbleiben wird. Eine m&ouml;gliche Ausweitung auf unbeteiligte Computer oder der pr&auml;ventive Einsatz auf Rechnern in &ouml;ffentlichen R&auml;umen, wie in Gro&szlig;britannien gefordert, sollte aber auf jeden Fall verhindert werden.<\/p>\n<p>[1] Siehe u.a. Thomas, Al Qaeda and the Internet: The Danger of Cyberplanning, in: Parameters, 33\/Spring 2003, S. 112-123, Weimann, <a href=\"http:\/\/www.terror.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.terror.net<\/a>: How Modern Terrorism Uses the Internet, Special Report, Washington, DC March 2004.<\/p>\n<p>[2] Thomas, a.a.O., hier S. 112.<\/p>\n<p>[3] Siehe Weimann, Cyberterrorism: The Sum of All Fears? in: Studies in Conflict &amp; Terrorism, 28\/2\/2005, S. 129-149.<\/p>\n<p>[4] Siehe Tsfati und Weimann, <a href=\"http:\/\/www.terrorism.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.terrorism.com<\/a>: Terror on the Internet, in: &#8222;Ebenda 25\/5\/2002, S. 317-332.<\/p>\n<p>[5] Whine, Islamist organizations on the Internet, in: Terrorism and Political Violence, 11\/1\/1999, S. 123-132 hier S. 123.<\/p>\n<p>[6] Siehe Hinnen, The Cyber-Front in the War on Terrorism: Curbing Terrorist Use of the Internet, in: The Columbia Science and Technology Law Review, V\/2004, S. 1-42.<\/p>\n<p>[7] Zitiert nach Thomas, a.a.O., hier S. 118.<\/p>\n<p>[8] Unter PGP (Pretty Good Privacy) versteht man ein spezielles Verschl&uuml;sselungsprogramm. BVerfG, 1 BvR 370\/07, 27.02 2008, <a href=\"http:\/\/www.bverfg.de\/entscheidungen\/rs20080227_1bvr037007.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bverfg.de\/entscheidungen\/rs20080227_1bvr037007.html<\/a>.<\/p>\n<p>[9] Siehe Crenshaw, The Logic of Terrorism: Terrorist Behavior as a Product of Strategic Choice, in: Howard und Sawyer (Hg.), Terrorism and counterterrorism: Understanding the new security environment, Readings &amp; interpretations, Dubuque 2006, S. 54-66, Lake, Rational Extremism: Understanding Terrorism in the Twenty-first Century, in: Dialog-IO, 1\/1\/Spring 2002, S. 15-28.<\/p>\n<p>[10] Siehe Pape, The Strategic Logic of Suicide Terrorism, in: American Political Science Review, 97\/3\/August 2003, S. 343-361.<\/p>\n<p>[11] Siehe Sageman, Understanding terror networks, Philadelphia 2004, Sageman, Leaderless Jihad: Terror networks in the twenty-first century, Philadelphia. 2008.<\/p>\n<p>[13] Siehe Kydd und Walter, The Strategies of Terrorism, in: International Security, 31\/1\/2006, S. 49-80.<\/p>\n<p>[14] Siehe Abrahms, What Terrorists Really Want: Terrorist Motives and Counterterrorism Strategy, in: Ebenda 32\/4\/2008, S. 78-105.<\/p>\n<p>[15] Siehe McCartan, Masselli, Rey und Rusnak, The Logic of Terrorist Target Choice: An Examination of Chechen Rebels Bombings from 1997-2003, in: Studies in Conflict &amp; Terrorism, 31\/1\/2008, S. 60-79.<\/p>\n<p>[16] Siehe McCormick, Terrorist Decision Making, in: Annual Review of Political Science, 1\/6\/2003, S. 473-507 hier S. 496.<\/p>\n<p>[17] Siehe Faria, Terrorist Innovations and Anti-Terrorist Policies, in: Terrorism and Political Violence, 18\/1\/2006, S. 47-56 hier S. 48.<\/p>\n<p>[18] Siehe Jenkins, Defense Against Terrorism, in: Political Science Quarterly, 101\/5\/1986, S. 773-786 hier S. 777, Enders und Sandler, The Effectiveness of Antiterrorism Policies: A Vector-Autoregression-Intervention Analysis, in: &#8222;American Political Science Review&#8220;, 87\/4\/December 1993, S. 829-844 hier S. 831, Cauley und Im, Intervention Policy Analysis of Skyjackings and Other Terrorist Incidents, in: American Economic Review, 78\/2\/May 1998, S. 27-31 hier S. 27.<\/p>\n<p>[19] Siehe Lia und Hegghammer, Jihadi Strategic Studies: The Alleged Al Qaida Policy Study Preceding the Madrid Bombings, in: Studies in Conflict &amp; Terrorism, 27\/5\/2004, S. 355-375.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1897],"publikationen":[2820],"class_list":["post-11002","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-franz-eder","publikationen-185-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Der Bundestrojaner - ein notwendiges \u00dcbel? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/185-vorgaenge\/publikation\/der-bundestrojaner-ein-notwendiges-uebel\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Der Bundestrojaner - ein notwendiges \u00dcbel? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"I. 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