{"id":11016,"date":"2008-12-31T15:30:00","date_gmt":"2008-12-31T14:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\/"},"modified":"2021-08-30T15:40:27","modified_gmt":"2021-08-30T13:40:27","slug":"wie-viel-politik-vertraegt-die-moral","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/184-vorgaenge\/publikation\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\/","title":{"rendered":"Wie viel Politik vertr\u00e4gt die Moral?"},"content":{"rendered":"<p>Der schmale Grat zwischen moralischer &Uuml;berlegenheit und Hypertrophie der Moral *<\/p>\n<p>Es macht wenig Sinn, das Verh&auml;ltnis von Moral und Politik abstrakt, gleichsam ahistorisch auszuloten, weil unter Moral und Politik abh&auml;ngig von ihrer Zeit und ihrem Ort inhaltlich sehr Verschiedenes gedacht wird. Dennoch m&ouml;chte ich einige allgemeine &Uuml;berlegungen voranstellen, dann aber auf die Nachkriegszeit, insbesondere auf 1968 bis zur Gegenwart eingehen. Mir geht es darum, aufzuzeigen, dass moralische Positionen genauso wie politische auf dem &ouml;ffentlichen Feld im Widerstreit, d.h. im Kontext eines Kampfes um kulturelle und politische Hegemonie stehen.<\/p>\n<p>Ein allgemeines Vorurteil besagt, dass Politiker es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen und dass demzufolge Politik weniger mit Wahrheit zu tun habe als vielmehr mit Skrupellosigkeit. Insofern t&auml;te es der Politik ganz gut, wenn ihre Akteure grunds&auml;tzlich eine moralische Haltung einnehmen, sich damit gleichsam einer Wahrheit moralisch verpflichtet f&uuml;hlen .<\/p>\n<p>Der Labour-Politiker Denis MacShane hat k&uuml;rzlich zehn Antworten auf die Frage gegeben, was mit der Sozialdemokratie los sei. Er sagte unter anderem: &#8222;Den Linken fehlt es an den richtigen Konzepten, um in diesem 21. Jahrhundert einen verst&auml;ndlichen und vern&uuml;nftigen Wertekanon zusammenzustellen, den die W&auml;hler mit einer demokratischen, linken Partei in Verbindung bringen k&ouml;nnen. Albert Camus schrieb einst: ,Die Werte waren f&uuml;r die Griechen jedem Handeln vorgegeben und gaben ihm genau die Grenzen an. Die moderne Philosophie stellt ihre Werte an das Ende der Handlung. Ersetzt man Philosophie durch Politik, bringt Camus&#8216; Anklage das Dilemma der modernen Linken auf den Punkt. Der New Labour- Ausspruch ,Alles, was funktioniert, ist gut&#8216;, leitet sich vom Dichter und Philosophen Alexander Pope ab, der sagte: ,Was immer ist, ist wahr.&#8216; Das wiederum war &uuml;ber Jahrhunderte der Leitsatz der britischen Konservativen. Tatsache ist, dass die demokratische Linke Werte braucht, die in einem sinnvollen Zusammenhang stehen.&#8220;[1]<\/p>\n<p>Die Politik kann also etwas mehr Moral vertragen im Sinne einer st&auml;rkeren Sensibilit&auml;t f&uuml;r Unterdr&uuml;ckung, Ausbeutung und Gewalt. Solch moralisches Politikverst&auml;ndnis ist politische Moral, &#8222;Nloral des politischen Verhaltens, des praktischen Widerstands, der Leistungsverweigerung&#8220; wie Oskar Negt der 68er-Protestbewegung als &#8222;Moral im eigentlichen Sinne&#8221; zuschreibt.[2] Die Bezeichnung &#8222;Moral im eigentlichen Sinne&#8221; hat mich bei Oskar Negt allerdings irritiert, weil sie so vage, beinahe spekulativ ist und doch eher dem Jargon entspricht. Deshalb mag ich auch nicht ganz zustimmen. Ich sehe einen wichtigen Unterschied zwischen &#8222;Moral im eigentlichen Sinne&#8221; und politischer Moral.<\/p>\n<h5><span id=\"moral-im-eigentlichen-sinne-und-politische-moral\">&bdquo;Moral im eigent&shy;li&shy;chen Sinne&rdquo; und politische Moral<\/span><\/h5>\n<p>Wie viel Politik vertr&auml;gt die &#8222;Moral im eigentlichen Sinne&#8221;, ohne Idiosynkrasie gegen-&uuml;ber ihr zu entwickeln, sie von sich zu weisen und stattdessen den Krieg als Fortsetzung der Politik mit ihren Mitteln zu bevorzugen?<\/p>\n<p>Verselbst&auml;ndigt sich die Moral in der Politik, zerst&ouml;rt sie das Politische. Nur als aufgehobene Einheit im Medium der Politik richtet Moral keinen Schaden an und begr&uuml;ndet zugleich emphatische Politik. Das bedeutet aber, dass in der Politik Moral nur vermittelt, niemals unmittelbar in Erscheinung tritt. In diesem Sinne spreche ich von politischer Moral, die ich von einer Politik der Moral, gleichsam einer moralisierenden Moral in der Politik abgrenze.<\/p>\n<p>In den westlichen Demokratien werden, wie Ernst Fraenkel in seinen sp&auml;teren Vortr&auml;gen und Aufs&auml;tzen herausarbeitete[3], in der politischen Sph&auml;re auf legitimer rechtlicher Grundlage partikulare Interessen vertreten. Es gelten als allgemeine Prinzipien Pluralismus, Kompromiss und Konsens. Demnach k&ouml;nnte man eine &Auml;u&szlig;erung wie von Peter Sloterdijk als antidemokratische Entgleisung verstehen, wenn er meint, Konsensualismus f&ouml;rdere die Sehnsucht nach Krawall. Er sagt au&szlig;erdem: &#8222;(&#8230;) in erster Linie ist der Konsensualismus schon eine Form von Geisteskrankheit in der Gesellschaft der Vern&uuml;nftigen, die heftigste Epidemien ausl&ouml;st. Ich w&uuml;rde gern in Zeiten leben, wo mehr Menschen miteinander kollidieren.&#8220;[4] &#8222;Moral im eigentlichen Sinne&#8221; ist kompromisslos und deshalb Z&uuml;ndstoff im politischen Kampf: Sie hat eine Affinit&auml;t zum absoluten Denken, f&uuml;hlt sich der (absoluten) Wahrheit verpflichtet, ist aber selbst auf dieser Ebene partikular, einseitige Parteinahme und subjektiv (Meinung, Vorurteil). Sie ist als Partikulares mit Entgegensetzungen konfrontiert und vertr&auml;gt deshalb nichts Partikulares oder Ambivalentes. Moral ist ungeduldig.<\/p>\n<p>Demokratie, das Bohren dicker Bretter (Max Weber), aber erfordert Geduld. Wo &#8222;Moral im eigentlichen Sinne&#8221; auf Politik st&ouml;&szlig;t, kann sehr schnell Verdrossenheit entstehen. Reine Moral hilft, die Welt in gut und b&ouml;se, in Freund und Feind einzuteilen: jedenfalls in klare Fronten. Darum ist auch immer dort, wo Krieg ist, eine Hypertrophie der Moral am Werk. Hypertrophie der Moral zerst&ouml;rt die Sph&auml;re des Politischen. Sie macht aus Gegnern Feinde und beginnt mit Verfolgung und Krieg.<\/p>\n<p>Ein existentieller Satz zur politischen Moral stammt dagegen von Albert Camus, dessen Buch &#8222;Der Mensch in der Revolte&#8221; in den sp&auml;ten 60er Jahre massenhaft gelesen wurde: &#8222;Ich emp&ouml;re mich, also bin ich&#8221;. Aber Camus ist ein Gegner des absoluten Denkens. Er ist ein Anh&auml;nger des so genannten &#8222;Mittelmeerischen Denkens&#8221;, das der G&ouml;ttin des Ma&szlig;es (Nemesis) die Ehre erweist. Das Ma&szlig; ist denn auch eine politische Kategoriejedenfalls seit Aristoteles. Es geht also darum, eine Hypertrophie oder Entropie, welcher Art auch immer, zu vermeiden.<\/p>\n<p>Nun habe ich einen Satz von Ulrich Kohlmann in seinem Aufsatz &#8222;Phantasie und Moral &#8211; Wegmarken einer kritischen Theorie der Moral&#8221; aus dem Band &#8222;Phantasie an die Macht? 1968 &#8211; Versuch einer Bilanz&#8220;[5] gelesen, den ich aus den bereits erw&auml;hnten Gr&uuml;nden sehr problematisch finde: &#8222;Moralisch w&auml;re Praxis einzig in ihrer unabl&auml;ssigen Beunruhigung dar&uuml;ber, nicht moralisch genug zu sein. Diesen Praxisbegriff theoretisch aufzuhellen, ist die zeitgem&auml;&szlig;e Aufgabe einer kritischen Theorie der Moral.&#8221;<\/p>\n<p>Hier wird ausgesagt, dass politische Praxis unaufh&ouml;rlich zu moralisieren habe und dass die Aufgabe einer kritischen Theorie der Moral nicht etwa in der Kritik der herrschenden Moral best&uuml;nde, wie es programmatisch Horkheimer und Adorno gesehen haben, sondern eben im Wetteifer quantitativer Moralisierung. Solche Ansichten bringen mich zunehmend auf den Zusammenhang zwischen Moralisierung und Gewalt: Eine allzu sehr moralische Politik f&uuml;hrt zur Politik der Moral, die mit politischer Moral nichts mehr zu tun hat, sondern mit eigensinnigem Eigend&uuml;nkel (Hegel), der ohne versittlichende Filterinstanzen zu sehr von Emotion und Mitleid oder Hass, aber weniger von Vernunft geleitet ist. F&uuml;hren bestimmte moralische Anspr&uuml;che auch zu einer Politik der Moral im Sinne eines d&uuml;nkelhaften Terrors? Dazu liefern neben Robespiere und der hochmoralischen RAF auch die Kirchengeschichte oder beide Parteien im aktuellen &raquo;Krieg gegen den Terror&laquo; einen reichen Fundus unerfreulicher Beispiele.<\/p>\n<p>Das moralische Gef&uuml;hl bestimmte Kant als &#8222;Empf&auml;nglichkeit der blo&szlig;en Achtung f&uuml;r das moralische Gesetz in uns&#8220;[6]. Der von ihm sehr abstrakt gehaltene kategorische Imperativ kann zwar als objektiv, das hei&szlig;t allgemeing&uuml;ltig genommen werden, aber aus ihm auf staatlicher und zwischenstaatlicher Ebene direkte Konsequenzen der Gewaltanwendung abzuleiten, wenn gegen das moralische Gesetz der Menschlichkeit versto&szlig;en wird, ohne dass zwischen Gef&uuml;hl, Moral und Tat objektivierende, im Hegelschen Sinne Sittlichkeit vermittelnde Rechtsinstanzen wirksam w&auml;ren, m&uuml;sste man als nicht kontrollierbare Justiz auf staatlicher Ebene bezeichnen, weil seine Verantwortlichen, die den Staats-, Polizei- oder Milit&auml;rapparat befehligen, mit dem Verstand nicht mehr weitergekommen sind und sich von moralischen Gef&uuml;hlen leiten lassen, die den Verstand weiter ausschalten. Oder mit Kant gesagt: &#8222;Gef&uuml;hl (&#8230;) hat jeder nur f&uuml;r sich, und kann es andern nicht zumuten, also auch nicht als einen Probierstein der Echtheit einer Offenbarung anpreisen, denn es lehrt schlechterdings nichts, sondern enth&auml;lt nur die Art, wie das Subjekt in Ansehung seiner Lust oder Unlust affiziert wird, worauf gar keine Erkenntnis gegr&uuml;ndet werden kann.&#8220;[7]<\/p>\n<p>Kant bestimmt zwar die Moral formal als Gesetzgeber, postuliert aber die Allgemeinheit des kategorischen Imperativs. Insofern gilt das Sittengesetz als &#8222;Grundnorm des Moralischen&#8221;.<\/p>\n<p>In der Jakobinerherrschaft (1793) hatte sich ein Partikulares zum Allgemeinen erhoben und gab sein besonderes Interesse als absolutes aus. Es war eine h&ouml;chst zentralisierte Minderheitsregierung gewesen, der zugleich ihrer sozialen Basis verlustig gegangen war.[8] F&uuml;r Hegel waren ihre Taten die der Tugend und Gesinnung, die alles und jeden verd&auml;chtigte, worin sie sich selbst, ihre eigene Gesinnung, nicht erkannte; es war ein Schrecken ohne gerichtliche Formen, der als Bestrafung einzig den Tod kannte.[9] Hegel schreibt: &#8222;Die Tugend hat jetzt zu regieren gegen die Vielen, welche mit ihrer Verdorbenheit und mit ihren alten Interessen oder auch durch die Exzesse der Freiheit und Leidenschaften der Tugend ungetreu sind. Die Tugend ist hier ein einfaches Prinzip und unterscheidet nur solche, die in der Gesinnung sind, und solche, die es nicht sind. Die Gesinnung aber kann nur von der Gesinnung erkannt und beurteilt werden. Es herrscht somit der Verdacht; die Tugend aber, sobald sie verd&auml;chtigt wird, ist schon verurteilt.&#8220;[lo]<\/p>\n<p>Hegel kritisierte, dass der Terror sich in einem bedeutungslosen Sterben ersch&ouml;pfte, in der Liquidation alles NichtIdentischen, worin die Gesinnung alles &Uuml;brige mit sich identisch machte. Die Allgemeinheit, die hier entstand, sei durch die sich terroristisch verhaltene Besonderheit erzwungen worden und deshalb unwahr. Das Schafott &#8211; Symbol der Freiheit &#8211; wurde zum sichtbarsten Zeichen der neuen Unterdr&uuml;ckung.<\/p>\n<p>Die Gestalt der Freiheit war also nicht abgeschlossen. F&uuml;r Hegel war es notwendig, dass der Geist verm&ouml;ge der Reflexion sich seiner selbst gewiss werde und von der Sph&auml;re der Moralit&auml;t und Legalit&auml;t, in ein neues Stadium der Freiheit &uuml;berginge. Die vollendete vern&uuml;nftige Freiheit sollte schlie&szlig;lich ihre Wirklichkeit in der Gestalt des b&uuml;rgerlichen Staates finden, der die Einhaltung des f&uuml;r alle geltenden Rechts garantieren konnte.<\/p>\n<p>Nun kann man nach Auschwitz &#8211; der &#8222;moralischen Katastrophe&#8216; (J&uuml;rgen Habermas) &#8211; nicht mehr wie Hegel so unkritisch gegen&uuml;ber dem b&uuml;rgerlichen Staat sein und an Hegels System der in den Institutionen sich versittlichenden Moral affirmativ festhalten, gleichsam darauf vertrauen, dass der Staat die Wirklichkeit der sittlichen Idee sei. Gerade im Nationalsozialismus dienten die gleichgeschalteten Institutionen zur Manipulation des Bewusstseins, gleichsam zur Internalisierung einer v&ouml;lkischen Moral. Die kosmopolitische Vernunft hat sich dagegen ins Besondere, ins Subjektive und Einzelne zur&uuml;ck-gezogen und &uuml;berlebt &#8211; insbesondere bei den wenigen, die gegen das Terror-Regime Widerstand geleistet haben und bereit waren, ihr eigenes Leben zu riskieren, um Hitler zu t&ouml;ten.<\/p>\n<h5><span id=\"wandelbarkeit-der-moral-nach-karl-otto-apel-universalisierung-der-moral\">Wandel&shy;bar&shy;keit der Moral nach Karl Otto Apel &ndash; Univer&shy;sa&shy;li&shy;sie&shy;rung der Moral?<\/span><\/h5>\n<p>Die Befreiung vom Faschismus erm&ouml;glichte im Rahmen der reeducation-Programme, so Karl Otto Apel, eine radikale Neuorientierung der Moral: eine Abkehr von der &#8222;Law and Order-Moral&#8221; und den &#8222;preu&szlig;ischen Tugenden&#8221; (Flei&szlig;, Gehorsam, Ordnungsliebe, Sorgfalt, Tapferkeit etc.), die auch das reibungslose Betreiben eines Konzentrationslagers erm&ouml;glichten, sowie eine Hinwendung zur so genannten &#8222;postkonventionellen Moral&#8221; (Humanit&auml;t, Universalismus, Kosmopolitismus), das hei&szlig;t zu ethischen Leitprinzipien, die sukzessive verrechtlicht werden und den objektiven Geist der gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen bestimmen (Rechts- und Sozialstaat, selbstbeschr&auml;nkte Friedensmacht).[11] &#8222;Nie wieder Krieg!&#8221; und &#8222;Nie wieder Auschwitz!&#8221; konnten als die Grunds&auml;ulen der moralischen Neuorientierung der Bundesrepublik gelten,[12] die sich als Rechtsnachfolgerin des &#8222;Dritten Reiches&#8221; verstand. F&uuml;r Konservative ist die &#8222;postkonventionelle Moral&#8221; nicht als neue Normalit&auml;t zu akzeptieren gewesen; f&uuml;r sie war Normalit&auml;t verbunden mit einer R&uuml;ckkehr zur traditionellen, das hei&szlig;t konventionellen Moral, das sind die preu&szlig;ischen Tugenden, die f&uuml;r den Nationalsozialismus nicht in Anschlag zu bringen seien. Vielmehr sei im Nationalsozialismus eine Abkehr von der konventionellen hin zu einer &#8222;v&ouml;lkischen Moral&#8221; erfolgt, die Konservative gerne als anormal und in diesem Sinne als postkonventionell bewerteten.[13] Die linksliberale Vorstellung von Normalit&auml;t zielte dagegen auf das Selbstverst&auml;ndnis Deutschlands als Friedensmacht. Erste Zugest&auml;ndnisse der Moral an den realpolitischen Zeitgeist fanden aber schon in der Adenauer&auml;ra, zum Beispiel mit der Wiederbewaffnung, statt, die von links zu verhindern versucht wurde.<\/p>\n<h5><span id=\"moralische-ueberlegenheit-der-68er\">Moralische &Uuml;berle&shy;gen&shy;heit der 68er?<\/span><\/h5>\n<p>Die Proteste der sp&auml;ten 1960er Jahre waren sehr moralisch motiviert. Im Kontrast dazu standen die Skrupellosigkeit und Korruptheit der herrschenden Eliten. Als Alexander Dubcek im August 1990 auf die Niederschlagung des Prager Fr&uuml;hlings zur&uuml;ckschaute, sprach er von einer &#8222;moralischen &Uuml;berlegenheit&#8221; des Widerstands: &#8222;Auf lange Sicht waren unser gewaltloses Verhalten und die moralische &Uuml;berlegenheit des tschechoslowakischen Volkes &uuml;ber den Aggressor von moralischer Bedeutung. R&uuml;ckblickend k&ouml;nnte man sagen, dass das friedfertige Verhalten zur Aufl&ouml;sung des aggressiven Blocks beige-tragen hat. (&#8230;) Meine &Uuml;berzeugung, dass moralische &Uuml;berlegungen ihren Platz in der Politik haben, ergibt sich nicht einfach aus der Tatsache, dass kleine L&auml;nder moralisch sein m&uuml;ssen, weil sie nicht in der Lage sind, sich gegen gr&ouml;&szlig;ere M&auml;chte zur Wehr zu setzen. Ohne Moral kann man nicht &uuml;ber internationales Recht sprechen. Moralische Prinzipien im Bereich der Politik au&szlig;er Acht zu lassen, w&uuml;rde einer R&uuml;ckkehr zu den Gesetzen des Dschungels gleichlcommen.&#8220;[14]<\/p>\n<p>Die Demonstration moralischer &Uuml;berlegenheit verliert aber ihre Authentizit&auml;t, wenn die Opfer von Gewalt selbst zur Gewalt greifen. Der moralisch-politische Protest der 68er stie&szlig; weltweit auf repressive Gewalt. Auch die US-amerikanische B&uuml;rgerrechtsbewegung (Luther King) verfolgte die Strategie der Gewaltlosigkeit. Man suchte sich allerdings Orte f&uuml;r Proteste aus, von denen man genau wusste, dass die Gegenreaktionen besonders heftig ausfallen w&uuml;rden. Die Erfahrung repressiver Gewalt sowie die mediale Inszenierung als Opfer von Gewalt konstituierten die internationale Protestbewegung wesentlich mit. Hier ging partiell die Eskalationsstrategie auf: die Maske des Staates wurde heruntergerissen und brachte die Fratze zum Vorschein (Ermordung Benno Ohnesorgs, Attentate auf Robert Kennedy, Martin Luther King und Rudi Dutschke).<\/p>\n<p>Am Ende war die Erfahrung extrem repressiver Gewalt kein konstitutives Moment mehr f&uuml;r die Bewegung, sondern ein destruktives (Niederschlagung des Prager Fr&uuml;hlings, Pariser Mai, Massaker in Mexiko, Schwere Zusammenst&ouml;&szlig;e auf dem Konvent der Demokratischen Partei in Chicago (USA)).<\/p>\n<p>Wolfgang Kraushaar kritisiert an Rudi Dutschke, dass er die Fokus-Theorie von Che Guevara &uuml;bernommen und auf Westdeutschland &uuml;bertragen und damit eine gezielte Eskalationsstrategie verfolgt habe. Demnach k&ouml;nne der subjektive Faktor mittels punktueller Gewaltaktionen die objektiven Bedingungen f&uuml;r eine Revolution schaffen, indem von einer kleinen Gruppe bewaffneter Revolution&auml;re und deren Aktionen der Funke auf die Bauern, bzw. Arbeiter &uuml;berspringe. Zwecks dazu greife man das Herrschaftssystem an seinem schw&auml;chsten Glied an. Die Adaption der Guerilla-Strategie in den Metropolen (Stadtguerilla) f&uuml;hrte zur &#8222;Direkten Aktion&#8221; verm&ouml;ge derer die autorit&auml;ren Verh&auml;ltnisse offen gelegt werden. Gegengewalt sei bewusst eingeplant gewesen in der Hoffnung, das f&uuml;hre zur Politisierung der Bev&ouml;lkerung.<\/p>\n<p>Kraushaar behauptet mit seiner Kritik an Rudi Dutschke, dass die terroristische Gewalt der RAF eben kein Zerfallsprodukt von 68, sondern bereits im Entstehen der Protestbewegung angelegt gewesen sei: Das Konzept der Stadtguerilla, das in der Auseinandersetzung mit dem Befreiungskampf in der Dritten Welt entstanden sei, habe den revolution&auml;ren Terrorismus in den Metropolen zur Folge gehabt.<\/p>\n<p>Die &Uuml;bertragung der Fokus-Theorie (Guerilla-Taktik) auf die Metropolen kann durchaus den bewaffneten Kampf zur Folge haben, wenn man diese &Uuml;bertragung nicht nur auf symbolische Aktionen bezieht. Insofern liegt dann ein Fehlschluss zu Grunde: dass die Verh&auml;ltnisse in den Metropolen genauso barbarisch gewesen seien, wie in der Dritten Welt und also der bewaffnete Kampf auch hier moralisch geboten sei.<\/p>\n<p>Dutschke aber verabscheute Gewalt gegen Menschen, wie sein Weggef&auml;hrte Klaus Meschkat betont hat. Auf die Frage, ob der Zweck die Mittel heilige, h&auml;tte Dutschke ganz sicher wie sein Lehrer Ernst Bloch geantwortet: Nicht immer; manche Mittel entheiligen den Zweck!<\/p>\n<h5><span id=\"tendenzwende-und-geistig-moralische-wende\">Tenden&shy;z&shy;wende und geistig-&shy;mo&shy;ra&shy;li&shy;sche Wende<\/span><\/h5>\n<p>Auf die Protestbewegung der sechziger Jahre folgte Anfang der siebziger Jahre der linksextremistische Terrorismus. Der linke Terrorismus ist ein Zerfallsprodukt der 68er-Bewegung. Hochmoralisch ist die RAF ans Werk gegangen und nahm Menschen nur noch als Tr&auml;ger von Charaktermasken wahr: in der Person verschmolz der Mensch mit der Charaktermaske und wurde moralisch f&uuml;r schuldig befunden.<\/p>\n<p>Die Reaktion des von SPD und FDP regierten Staates folgte der Aufforderung von CDU\/CSU, auf den Terrorismus wesentlich h&auml;rter zu reagieren. Das gesellschaftliche Klima ging &uuml;ber in die so genannte &#8222;Tendenzwende&#8220;[15], die dem schwarz-gelben Regierungswechsel von 1982 und der von Helmut Kohl verk&uuml;ndeten &#8222;geistigen und moralischen Wende&#8221; vorausging.<\/p>\n<p>Apel konstatierte eine neopragmatische Abwiegelung der so genannten &#8222;postkonventionellen Moral&#8221;, die auf einem besonderen Lernerfolg nach Auschwitz beruht habe, und eine Reetablierung der traditionellen Moral. Habermas stellt eine ,semantische Enthemmung von Affekten [fest], die bis dahin unter der Decke eines dezidiert liberalen Meinungsklimas wohlt&auml;tig geschlummert hatten&#8220;[16]. Das betrifft nicht nur Konservative, sondern vor allem solche, die sich selbst als liberal bezeichnet haben und die liberalen Chiffren der &ouml;ffentlich-symbolischen Sprachregelung einge&uuml;bt hatten und nun im Wandel des Meinungsklimas enthemmt zeigen, wessen Geistes sie (geworden) sind. Das Erstarken von neokonservativen Denkweisen werde von Carl Schmitts Kritik an den un-erw&uuml;nschten Folgen einer Moralisierung der Politik von links, von Arnold Gehlens Kritik an einer vermeintlichen &Uuml;berforderung der Subjekte durch zuviel Autonomie und Freiheit sowie von Joachim Ritters und Hans Freyers Neuhegelianismus, der in Form einer postmodernen Theorie der Nachaufkl&auml;rung zurechtgemacht werde, beeinflusst. &#8222;Die Neue Rechte warnt vor der diskursiven Verfl&uuml;ssigung der Werte, vor der Erosion naturw&uuml;chsiger Traditionen, vor der Entm&auml;chtigung automatisch geltender Institutionen, vor &Uuml;berlastung des Subjekts und &uuml;berzogener Individuierung; sie m&ouml;chte die Modernisierung gern aufs kapitalistische Wachstum und den technischen Fortschritt begrenzt sehen und gleichzeitig den kulturellen Wandel, die Identit&auml;tsbildung, den Motiv- und Einstellungswechsel anhalten, den Traditionsbestand einfrieren.[17] Die &#8222;neukonservativen Erben&#8221; misstrauten den Errungenschaften der eigenen b&uuml;rgerlichen Emanzipation und beschworen die Liberalen, welche jene auch einmal waren, die b&uuml;rgerlichen Ideale nicht allzu w&ouml;rtlich zu nehmen.<\/p>\n<p>Als Gegenstrategie schl&auml;gt Habermas vor, die &#8222;Dimensionen einer unverk&uuml;rzten Rationalit&auml;t&#8221; in Erinnerung zu rufen, das hei&szlig;t, eine Kritik an der Einebnung des Aufkl&auml;rungsbegriffs zur instrumentellen Vernunft vorzunehmen, &#8222;auf deutschem (Blut &#8211; und) Boden haben wir schon einmal das Experiment einer auf Wirtschaftswachstum und technischen Fortschritt eingeschr&auml;nkten Modernisierung gemachti[18].<\/p>\n<p>Habermas bringt das Ph&auml;nomen des Konvertitentums Ende der 1970er Jahre mit Ver&auml;nderungen in der au&szlig;enpolitischen Konstellation in Verbindung. Die Neokonservativen in den USA haben die milit&auml;rische Niederlage in Vietnam, den R&uuml;ckzug der amerikanischen Truppen und die Entspannungspolitik von Henry Kissinger als eine auch in moralischer Hinsicht bedeutende Niederlage im Kampf gegen den Weltkommunismus empfunden.[19] Diese &#8222;moralische Entwaffnung&#8221; habe fatale innenpolitische Auswirkungen, da das gesellschaftliche und staatliche Institutionengefiige durch den ausdauernden Protest der Jugendbewegung bedroht werde. Habermas schreibt, die Neokonservativen entdeckten die Krisenursachen in &#8222;kulturell bedingten Legitimationsproblemen&#8221; sowie insgesamt in einem &#8222;gest&ouml;rten Verh&auml;ltnis von Demokratie und Kultur&#8221;, statt in der Funktionsweise der kapitalistischen &Ouml;konomie und des Staatsapparates. Die Neokonservativen seien davon &uuml;berzeugt, dass es einen Autorit&auml;tsverlust der zentralen gesellschaftlichen und politischen Institutionen gebe, was sie zur Beunruhigung veranlasse.<\/p>\n<p>Verdrehung von Ursache und Wirkung sei die entscheidende theoretische Schw&auml;che der Neokonservativen. &#8222;W&auml;hrend Neokonservative in Worten Umwelt, Menschenw&uuml;rde und Sittlichkeit verteidigen, tragen sie gleichzeitig durch ihre vorbehaltlose Verteidigung des existierenden Wirtschaftssystems und der bestehenden politischen Machtverh&auml;ltnisse zur Fortsetzung jener zerst&ouml;rerischen Dynamik bei, f&uuml;r die sie S&uuml;ndenb&ouml;cke aus dem Lager der linken Intellektuellen und der Anw&auml;lte des Wohlfahrtsstaates verantwortlich zu machen suchen.&#8221;<\/p>\n<p>Eine weitere Strategie der Neokonservativen bestehe in der Diskreditierung der Intellektuellen in Form konservativer Kulturpolitik, wodurch eine Desintegration aus der &ouml;ffentlichen Meinungsbildung erfolgen soll. Dies war auch der versteckte Sinn von Kohls &#8222;geistiger und moralischer Wende&#8221;, denn &#8222;postmaterielle Werte, vor allem die expressiven Bed&uuml;rfnisse nach Selbstverwirklichung und die kritischen Urteile einer universalistischen Aufkl&auml;rungsmoral, gelten als Bedrohung f&uuml;r die motivationalen Grundlagen einer funktionierenden Arbeitsgesellschaft und der entpolitisierten &Ouml;ffentlichkeit. Auf der anderen Seite soll die traditionale Kultur, sollen die haltenden M&auml;chte der konventionellen Sittlichkeit, der Patriotismus, der b&uuml;rgerlichen Religion und der Volkskultur gepflegt werden.&#8220;[21]<\/p>\n<p>&#8222;Kritische Linke wissen, dass Umwelt, Menschenw&uuml;rde und humane Beziehungen von Mensch zu Mensch nur wiederhergestellt werden k&ouml;nnen, wenn das bestehende Wirtschaftssystem und die von ihm gepr&auml;gten Machtverh&auml;ltnisse radikal ver&auml;ndert wer-<br \/>den. [22]<\/p>\n<h5><span id=\"kritik-an-habermas-diskursethik\">Kritik an Habermas&lsquo; Diskur&shy;sethik<\/span><\/h5>\n<p>als &#8222;moralisch-praktischer Verfahrensrationalit&auml;t&#8221;<br \/>An dieser Stelle muss aber auch eine Kritik an Habermas&#8216; Diskursethik, die mit einer &#8222;s&uuml;hnenden Erinnerung&#8221; der &#8222;moralischen Katastrophe&#8221; (Auschwitz) auf das engste verbunden ist, erfolgen.<\/p>\n<p>Jene Kraft der &#8222;s&uuml;hnenden Erinnerung&#8221;, die eine &#8222;Dialektik der Normalisierung&#8221; ausmache, vermag sich n&auml;mlich kaum allein gegen die fortgesetzten Anforderungen einer kapitalistischen Realit&auml;t durchzusetzen, welche die materielle Basis einer kapitallogisch-systematischen Normalisierung ausmachen. Die politisch-&ouml;konomischen Interessen bilden den Hintergrund f&uuml;r einen angestrengten Kulturkampf um Hegemonie in der &Ouml;ffentlichkeit (Gramsci), dem deshalb nicht allein mit den moralischen Prinzipien einer zivilen Diskursethik beizukommen ist. Als demokratische Diskursethik fasst Habermas eine &#8222;moralisch-praktische Verfahrensrationalit&auml;t&#8221;, die sich an die &#8222;Regeln eines fairen Ausgleichs von Interessen&#8221;, gleichsam an eine Ethik des Kompromisses h&auml;lt: &#8222;Kompromissbildung bestimmt in Systemen unseres Typs auf weite Strecken die politischen Entscheidungsprozesse (,..). Aber erst wenn diese Kompromisse nach Regeln eines fairen Ausgleiches von Interessen zustande kommen, sind sie auch rational im Sinne einer moralisch praktischen Verfahrensrationalit&auml;t.&#8220;[23]<\/p>\n<p>Die Diskursethik von Habermas scheint der Ungleichheit der Machtverh&auml;ltnisse, die demokratische Diskurse nicht egalit&auml;r ablaufen l&auml;sst, Kompromisse allzu oft zu erzwungenen oder gar erpressten Zugest&auml;ndnissen macht und letztlich das gesamte moderne Zeitalter der Aufkl&auml;rung als eine Geschichte erscheinen l&auml;sst, in der das vern&uuml;nftige Argument &#8211; wenn &uuml;berhaupt &#8211; nur in Zusammenhang vermittelter Autorit&auml;t und Macht sich durchsetzen konnte, keinen gro&szlig;en Stellenwert einzur&auml;umen. &#8222;Autoritas, non veritas facit legem&#8221; hatte Thomas Hobbes zum Beginn der Moderne treffend erkannt. Setzt man Habermas&#8216; Diskursethik in eine praktische Beziehung zu Adornos kategorischen Imperativ, wie er ihn in seiner &#8222;Negativen Dialektik&#8221; formuliert hat,[24] so m&uuml;sste man zu dem Ergebnis kommen, dass Habermas Adornos Imperativ von Marx abgeschnitten und auf Kantische Moralphilosophie reduziert hat. Eine zivilgesellschaftliche Moral ist f&uuml;r sich alleine genommen eine stumpfe Waffe, die gegen die politische &Ouml;konomie, von der sie ma&szlig;geblich beeinflusst wird, allein nichts wirklich zu ver&auml;ndern vermag.<\/p>\n<h5><span id=\"kapitalismus-funktioniert-nicht-nach-den-massstaeben-guter-moral\">Kapita&shy;lismus funktio&shy;niert nicht nach den Ma&szlig;st&auml;ben guter Moral<\/span><\/h5>\n<p>Heinrich Heine schreibt: &#8222;Was man erhinken muss, darf man nicht erfliegen wollen.&#8221; Und darum muss man der Wurzel auf den Grund gehen, das Ph&auml;nomen gleichsam radikaler angehen. Adorno schreibt in der &#8222;Negativen Dialektik&#8221;, dass Moral nur im &#8222;ungeschminkt materialistischen Motiv&#8221; &uuml;berlebe. Dem Kapitalismus unmaterialistisch, gleichsam blo&szlig; moralisch anzugehen, hie&szlig;e, ihm den &#8222;Schleier der Maja&#8221; anzuh&auml;ngen, unter dem wir dann leben und alles nur noch verschleiert wahrnehmen. Das soll hei&szlig;en: Der Kapitalismus funktioniert nicht nach den Ma&szlig;st&auml;ben guter Moral, da er wesentlich auf Ausbeutung und Profitmaximierung beruht.<\/p>\n<p>Moral ohne materialistisches Motiv findet sich in Kants kategorischem Imperativ, so zu handeln, dass das individuelle Handeln zur allgemeinen Maxime des Handelns werden k&ouml;nne. Kants allgemeines Sittengesetz f&uuml;hrt &#8211; konsequent, d.h. &#8222;ungeschminkt materialistisch&#8221; weitergedacht &#8211; zu dem von Marx in seiner Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie formulierten kategorischen Imperativ: &#8222;Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, dass der Mensch das h&ouml;chste Wesen f&uuml;r den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verh&auml;ltnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein ver&auml;chtliches Wesen ist.&#8221;<\/p>\n<p>Was hat Marx dazu veranlasst, den moralischen Imperativ an das Subjekt in einer praktischen Kritik des Kapitalismus aufzuheben? In seiner Kritik der politischen &Ouml;konomie zeigt er auf, dass die Kapitalisten auf Grund des Konkurrenzprinzips &#8222;bei Strafe ihres Untergangs&#8221; dazu gezwungen sind, den Menschen als blo&szlig;es &ouml;konomisches Mittel (Ware Arbeitskraft) und nicht zugleich auch als Zweck (Menschwerdung des Menschen) zu behandeln. Die Menschen versto&szlig;en im Kapitalismus gezwungenerma&szlig;en gegen Kants Sittengesetz.<\/p>\n<p>Man kann daraus folgern, dass der Kapitalismus sittenwidrig ist: Er appelliert an den &#8222;inneren Schweinehund&#8221;. Sein Prinzip der &#8222;Selbstverwertung des Wertes&#8221;, die permanente Zirkulation von Ware und Geld, ist die ewige Wiedergeburt des Kapitals &#8211; als ein &#8222;Schweinesystem&#8221;. Dagegen kommt gute Moral, geschweige denn gutes Karrna,[25] nicht an. Adorno hat es in den &#8222;Minima Moralia&#8221; ganz d&uuml;ster ausgedr&uuml;ckt: &#8222;Es gibt kein richtiges Leben im falschen.&#8221; Gegen dieses Verdikt mag man einwenden: Es gibt aber ein weniger falsches Leben im falschen. Dieses mag darin bestehen, im Bioladen einzukaufen oder darauf zu achten, keine Produkte zu erwerben, an denen das Blut oder auch nur der Schwei&szlig; von Kinderh&auml;nden klebt. Oder eine besondere Biersorte zu kaufen, um den Regenwald zu retten.<\/p>\n<p>Aber solche Konsumenten-Moral ist nur etwas f&uuml;r jene, die nicht nur willens, sondern finanziell auch in der Lage sind, faire, d.h. also h&ouml;here Preise f&uuml;r Waren zu bezahlen. Geiz ist selbstredend nicht geil. Aber wer auf dem Niveau von Hartz IV lebt &#8211; als Arbeitsloser oder Billigl&ouml;hner &#8211; kann sich von schlechtem Gewissen nicht beeindrucken lassen. Oder anders gesagt: Es gibt einen von Kausalit&auml;t zumindest beeinflussten Zusammenhang zwischen den gesellschaftlichen Verh&auml;ltnissen (&auml;u&szlig;eren Umst&auml;nden) und der F&auml;higkeit zum Gutsein. Bertolt Brecht hat das in seinem &#8222;Lied von der belebenden Wirkung des Geldes&#8221; trefflich so ausgedr&uuml;ckt: &#8222;So ist&#8217;s auch mit allem Guten und Gro&szlig;en \/ Es verk&uuml;mmert rasch in dieser Welt. \/ Denn mit leerem Magen und mit blo&szlig;en F&uuml;&szlig;en \/ ist man nicht auf Gr&ouml;&szlig;e eingestellt. \/ Man will nicht das Gute, sondern Geld \/ Und man ist von Kleinmut angehaucht. \/ Aber wenn der Gute etwas Geld hat \/ Hat er, was er doch zum Gutsein braucht.&#8220;<\/p>\n<h5><span id=\"neoliberale-moral\">Neoliberale Moral<\/span><\/h5>\n<p>Die Strategie der Neokonservativen, welche diese zur L&ouml;sung der vermeintlichen Probleme anboten, geh&ouml;rt heute zum hegemonialen Programm des weltumspannenden Neoliberalismus, der ein Analogon zum Neokonservativismus ist. Die Entsprechung liegt unter anderem in der Bevorzugung aristokratischer Werte, w&auml;hrend aber im Neoliberalismus diese als demokratische Werte verschleiert werden, werden sie im Neokonservativismus offen ausgesprochen. Profiteure sind jedoch stets die Reichen, die allein einen &#8222;schlanken Staat&#8221; bei gleichzeitigem &#8222;Gutmenschentum&#8221; sich finanziell leisten, aber ihre egoistischen Interessen gegen das soziale Gewissen und gegen das solidarische Prinzip des Gemeinwesens abdichten k&ouml;nnen. Die katholische Soziallehre findet darin keine Ber&uuml;cksichtigung mehr. Das Subsidiarit&auml;tsprinzip, das einmal in menschenrechtliche Auffassungen eingebunden war und soziale Gerechtigkeit herstellen sollte, wird Schritt f&uuml;r Schritt aufgegeben. &#8222;G&auml;be es in der Bundesrepublik noch eine wirksame Tradition katholischer Soziallehre, so w&auml;re es kaum denkbar, dass &#8212; wie es zurzeit geschieht &#8212; der Abbau des Sozialstaats unter Berufung auf das Subsidiarit&auml;tsprinzip schmackhaft gemacht wird.[26]<\/p>\n<h5><span id=\"die-uebel-der-welt-werden-heute-moralisierend-verarbeitet\">Die &Uuml;bel der Welt werden heute morali&shy;sie&shy;rend verarbeitet<\/span><\/h5>\n<p>Ich hoffe, ich habe nicht den Eindruck erweckt, ein Gegner der Moral zu sein. Meine ganze Argumentation ist ja selbst moralisch, jedenfalls normativ gepr&auml;gt. Aber ich verstehe unter einem moralischen Ansatz Kritik: politische Moral als Kritik der herrschenden Moral.<\/p>\n<p>Moralische Sensibilit&auml;t wird heute &#8212; 40 Jahre nach 1968 &#8212; wieder durch Sachzwangideologie neutralisiert. Politische Praxis kommt deshalb ohne moralischen Impetus aus, verk&uuml;mmert deshalb auch zur kalten Technologie (Entropie der Moral). Wo Moral in der Politik dennoch eine Rolle spielt, wird sie bel&auml;chelt, oder sie steht in einem instrumentellen Verh&auml;ltnis zur Verschleierung von Herrschaftsinteressen.<\/p>\n<p>Der Germanist Georg Bollenbeck schrieb k&uuml;rzlich im &#8222;Freitag&#8221;: &#8222;Wie wichtig 68 ist, belegen die Deutungsk&auml;mpfe. Aber eine neue Studentenbewegung ist nicht in Sicht. Gewiss, die Zumutungen und Konflikte haben zugenommen. Aber sie werden heute durch Mitmach- und Einigkeitsdiskurse geschickter gemanagt. F&uuml;r die Selbstverwirklichung soll der Markt zust&auml;ndig sein. Die Autorit&auml;ten sind durch Sachzw&auml;nge ersetzt, die &Uuml;bel der Welt werden moralisierend verarbeitet. (&#8230;) Wer heute die Welt politisch ver&auml;ndern will, tut dies in einer durch die Vollzugsbeamten der Modernisierung ver&auml;nderten Welt. Und wer in diesen Folgen keinen Erfolg sieht und gar eine andere Welt will, der braucht das, was die Protestbewegung auszeichnete: den Reichtum der Vorstellungsmacht den langen Atem einer theoriegeleiteten Gesellschaftskritik und eine phantasievolle Widerst&auml;ndigkeit&nbsp;. So gesehen kann 68 f&uuml;r eine sich re-formierende Linke als Lehrst&uuml;ck wirken, von den man wei&szlig;, das was es darstellt Vergangenheit ist.[27]<\/p>\n<p>* Der Beitrag basiert auf einem Vortrag, gehalten auf dem Kolloquium &raquo;1968 &#8211; Fragen der politischen Moral&laquo; der ZEWW, Universit&auml;t Hannover, am 9.7.2008 im Leibniz Haus in Hannover.<\/p>\n<p>[1] Denis McShane: &#8222;Die Krise der Sozialdemokratie in Europa&#8221;, dokumentiert in: Freitag vom<br \/>6.6.2008.<br \/>[2 ]Vgl. Oskar Negt 1968 im Kursbuch.<br \/>[3] Vgl. Ernst Fraenkel: Deutschland und die westlichen Demokratien, Stuttgart 1968.<br \/>[4] Peter Sloterdijk: Interview, in: Jochen Gerz: Platz der Grundrechte Karlsruhe, S. 101.<br \/>[5] Berlin\/Wien 2002, S. 291-309.<br \/>[6] Immanuel Kant: &#8222;Die Religion innerhalb der Grenzen der blo&szlig;en Vernunft&#8221;, in: ders.: Werke, Bd.<br \/>VIII, Frankfurt am Main 1997, S. 649-879, B 18.<br \/>[7] Ebd., B 165 f,<br \/>[8] Das Zeitalter der europ&auml;ischen Revolution 1780-1848, Fischer Weltgeschichte Bd. 26, Hrsg.: Louis<br \/>Bergeron, Francois Furet und Reinhart Koselleck, Frankfurt 1969, S. 73.<br \/>[9] Vgl. Hegel: Vorlesungen &uuml;ber die Philosophie der Geschichte, Frankfurt am Main, S. 532f.<br \/>[10] Ebd.<br \/>[11] Vgl. Karl Otto Apel: &#8222;Zur&uuml;ck zur Normalit&auml;t? &#8211; Oder k&ouml;nnten wir aus der nationalen Katastrophe<br \/>etwas Besonderes gelernt haben? Das Problem des (welt-)geschichtlichen &Uuml;bergangs zur postkon-<br \/>ventionellen Moral aus spezifisch deutscher Sicht&#8221;, in: ders.: Diskurs und Verantwortung. Das Problem des &Uuml;bergangs zur postkonventionellen Moral, Frankfurt am Main 1990, S. 370&#8211;474; S.<br \/>424; vgl. Walter Resse-Sch&auml;fer: Karl Otto Apel zur Einf&uuml;hrung, mit einem Nachwort von J&uuml;rgen<br \/>Habermas, Hamburg 1990, S. 27 f.<br \/>[12] &#8222;Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! &#8211; das waren Parolen, die die politische Struktur der Gesellschaftsordnung ver&auml;ndern wollten, aber gleichzeitig darauf gerichtet waren, die Grundlagen der<br \/>Wirtschaft und des Systems gesellschaftlicher Arbeit so zu korrigieren, dass die M&ouml;glichkeit autorit&auml;rer Entwicklungen an ihrer Wurzel getroffen wird.&#8221; &#8211; Oskar Negt: Wozu noch Gewerkschaften? Eine Streitschrift, G&ouml;ttingen 2004, S. 56.<br \/>[13] Vgl. Apel: &#8222;Zur&uuml;ck zur Normalit&auml;t?&#8221;, a.a.O., S. 428.<br \/>[14] Alexander Dubcek im August 1990, zit, n. Mark Kurlansky: 1968. Das Jahr, das die Welt ver&auml;nder-<br \/>te, K&ouml;ln 2005, S. 320.<br \/>[15] Oskar Negt kritisiert den Begriff als Euphemismus. Genauer benannt w&auml;re die Phase als &#8222;Form der<br \/>pr&auml;ventiven, vorbeugenden Gegenrevolution&#8221;, die man auch als zweite Restaurationsphase (gekennzeichnet durch eine breite Polarisierung der gesellschaftlichen Kr&auml;fte) bezeichnen k&ouml;nne. &#8211;<br \/>Vgl. Negt: &#8222;Die Misere der b&uuml;rgerlichen Demokratie in Deutschland&#8221;, in ders.: Keine Demokratie ohne Sozialismus. &Uuml;ber den Zusammenhang von Politik, Geschichte und Moral, Frankfurt am Main 1977, S. 17 f. &#8211; &#8222;Gegenrevolution&auml;re Gewalt&#8221; (z. B. in Gestalt der Berufsverbote) komme in Deutschland pr&auml;ventiv zum Einsatz; es gebe Restaurationen ohne vorherige Revolutionen. &#8211; Vgl.<br \/>ebd., S. 35.<br \/>[16] Habermas: Stichworte zur geistigen Situation der Zeit, Frankfurt am Main 1979, Vorwort, S. 21.<br \/>[17] Ebd., S. 22.<br \/>[18] Ebd., S. 23.<br \/>[19] Vgl. Peter Glotz, zit. n. Habermas: &#8222;Die Kulturkritik der Neokonservativen in den USA und in der<br \/>Bundesrepublik&#8221;, in ders.: Die Neue Un&uuml;bersichtlichkeit, Frankfurt am Main 1985, S. 32.<br \/>[20] Vgl. ebd., S. 33.<br \/>114&nbsp;vorg&auml;nge Heft 4\/2008, S. 103-114<br \/>[21] Habermas: &#8222;Die Krise des Wohlfahrtsstaates und die Ersch&ouml;pfung utopischer Energien&#8221;, in: ders.: Die Neue Un&uuml;bersichtlichkeit, a.a.O., S. 154.<br \/>[22] Iring Fetscher: &#8222;Bewahren zur Sicherung der Zukunft. Eine Aufgabe f&uuml;r die Linke&#8221;, in: Konservativismus in der Strukturkrise, hrsg. v. Thomas Kreuder und Hanno Loewy, Frankfurt am Main 1987, 5. 205&#8211;220; S. 216.<br \/>[23] J&uuml;rgen Habermas: &#8222;Was Theorien leisten k&ouml;nnen &#8211; und was nicht&#8221;, in: ders.: Vergangenheit als Zukunft, Z&uuml;rich 1990, S. 143.<br \/>[24] Vgl. Theodor W. Adorno: Negative Dialektik, Frankfurt am Main 1975, S. 358.<br \/>[25]Vgl. Marcus Hawel: &raquo;Unter dem Schleier der Maja. Eine philosophische Betrachtung eines Verh&auml;ltnisses zum Konsum, der sich Karma-Kapitalismus nennt&laquo;, Internetseite des Goethe-Instituts: <a href=\"http:\/\/www.goethe.de\/ges\/phj\/t1llpJdebJde253575\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.goethe.de\/ges\/phj\/t1llpJdebJde253575<\/a><br \/>.htm.<br \/>[26] Arno Kl&ouml;nne: Zur&uuml;ck zur Nation? Kontroversen zu deutschen Fragen, K&ouml;ln 1984, S. 127.<br \/>[27] Georg Bollenbeck: &raquo;Lehrst&uuml;ck mit viel Publikum&laquo;, in: Freitag 24 vom 13.6.2008.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1890],"publikationen":[1220],"class_list":["post-11016","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-marcus-hawel","publikationen-184-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Wie viel Politik vertr\u00e4gt die Moral? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/184-vorgaenge\/publikation\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Wie viel Politik vertr\u00e4gt die Moral? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der schmale Grat zwischen moralischer &Uuml;berlegenheit und Hypertrophie der Moral * Es macht wenig Sinn, das Verh&auml;ltnis von Moral und Politik abstrakt, gleichsam ahistorisch auszuloten, weil unter Moral und Politik abh&auml;ngig von ihrer Zeit und ihrem Ort inhaltlich sehr Verschiedenes gedacht wird. Dennoch m&ouml;chte ich einige allgemeine &Uuml;berlegungen voranstellen, dann aber auf die Nachkriegszeit, insbesondere [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/184-vorgaenge\/publikation\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-30T13:40:27+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"27\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/184-vorgaenge\\\/publikation\\\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/184-vorgaenge\\\/publikation\\\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\\\/\",\"name\":\"Wie viel Politik vertr\u00e4gt die Moral? - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2008-12-31T14:30:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-30T13:40:27+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/184-vorgaenge\\\/publikation\\\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/184-vorgaenge\\\/publikation\\\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/184-vorgaenge\\\/publikation\\\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 184: Der gl\u00e4serne Mensch\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/184-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Wie viel Politik vertr\u00e4gt die Moral?\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Wie viel Politik vertr\u00e4gt die Moral? - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/184-vorgaenge\/publikation\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Wie viel Politik vertr\u00e4gt die Moral? - Humanistische Union","og_description":"Der schmale Grat zwischen moralischer &Uuml;berlegenheit und Hypertrophie der Moral * Es macht wenig Sinn, das Verh&auml;ltnis von Moral und Politik abstrakt, gleichsam ahistorisch auszuloten, weil unter Moral und Politik abh&auml;ngig von ihrer Zeit und ihrem Ort inhaltlich sehr Verschiedenes gedacht wird. Dennoch m&ouml;chte ich einige allgemeine &Uuml;berlegungen voranstellen, dann aber auf die Nachkriegszeit, insbesondere [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/184-vorgaenge\/publikation\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-30T13:40:27+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"27\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/184-vorgaenge\/publikation\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/184-vorgaenge\/publikation\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\/","name":"Wie viel Politik vertr\u00e4gt die Moral? - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2008-12-31T14:30:00+00:00","dateModified":"2021-08-30T13:40:27+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/184-vorgaenge\/publikation\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/184-vorgaenge\/publikation\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/184-vorgaenge\/publikation\/wie-viel-politik-vertraegt-die-moral\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 184: Der gl\u00e4serne Mensch","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/184-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Wie viel Politik vertr\u00e4gt die Moral?"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/11016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=11016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=11016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=11016"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=11016"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=11016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}