{"id":11043,"date":"2008-06-01T18:00:00","date_gmt":"2008-06-01T16:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/die-liberalisierungs-agenda-der-eu\/"},"modified":"2021-08-30T15:40:17","modified_gmt":"2021-08-30T13:40:17","slug":"die-liberalisierungs-agenda-der-eu","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/182-vorgaenge\/publikation\/die-liberalisierungs-agenda-der-eu\/","title":{"rendered":"Die Liberalisierungs-Agenda der EU"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen Konvergenzdruck, Widerstand und nationalen Entwicklungspfaden<\/p>\n<p>aus: vorg&auml;nge Nr. 182, Heft 2\/2008, S. 70-81<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"i-einleitung\">I. Einleitung <\/span><\/h2>\n<p>Seit den 1980er Jahren hat in den &ouml;ffentlichen Sektoren der EU-Mitgliedstaaten ein tiefgreifender Wandel stattgefunden: von umfassenden, staatsregulierten Sektoren, die in der Nachkriegszeit als wichtige Elemente der keynesianischen Wohlfahrtstaaten aufgebaut wurden (Bieling\/Deckwirth 2008) hin zu privatwirtschaftlichen M&auml;rkten mit freiem Wettbewerb als zentralem Leitbild. In den L&auml;ndern Mittel- und Osteuropas verlief die Reorganisation der &ouml;ffentlichen Infrastruktur besonders radikal.<\/p>\n<p>Die Rolle der europ&auml;ischen Ebene ist dabei von gro&szlig;er Bedeutung. Angesichts der massiven Privatisierungswelle der 1990er Jahre und der vertraglich festgelegten Neutralit&auml;t der EG\/EU gegen&uuml;ber der Eigentumsform (Art. 295 EGV), m&uuml;ssen noch weitere Triebkr&auml;fte identifiziert werden, die f&uuml;r den h&auml;ufig beobachteten Verlauf materieller Privatisierungen &ouml;ffentlicher Unternehmen verantwortlich sind. Neben direkten regulativen Vorgaben wie sektorale Liberalisierungsrichtlinien und Verordnungen der Kommission sind daher auch eher indirekte Einflussfaktoren von Relevanz. Besonders bedeutsam sind die Implikationen des EG-Binnenmarktes, der Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion (WWU) und der Finanzmarktintegration. Die Reorganisation &ouml;ffentlicher Dienstleistungen kann hierbei als politisches Projekt aufgefasst werden, dass zum einen der Vollendung des Binnenmarktes sowie der Durchsetzung eines finanzgetriebenen Akkumulationsregimes dient, und zum anderen durch Elemente anderer Projekte &#8211; z.B. den Sparvorgaben der WWU &#8211; &uuml;berlagert wird. Die Entstaatlichung[1] &ouml;ffentlicher Sektoren ist eingebettet in eine Reihe komplement&auml;rer politischer, gesellschaftlicher und &ouml;konomischer Umw&auml;lzungen: Globalisierung (und die damit verbundenen Umbr&uuml;che der kapitalistischen Funktionsweise), Wandel von Staatlichkeit und europ&auml;ischer Integrationsprozess. Im Fokus der nachfolgenden Darstellung stehen v.a. &ouml;ffentliche, netzgebundene Infrastrukturdienstleistungen wie Telekommunikation, Post, Bahn, Energie und Wasser.[2]<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ii-der-strukturwandel-der-europaeischen-integration-und-die-entstehung-einer-europaeischen-liberalisierungs-agenda\">II. Der Struk&shy;tur&shy;wandel der europ&auml;&shy;i&shy;schen Integration und die Entstehung einer europ&auml;&shy;i&shy;schen Libera&shy;li&shy;sie&shy;rungs&shy;-A&shy;genda <\/span><\/h2>\n<p>Der Zugriff auf die &ouml;ffentliche Infrastruktur durch europ&auml;ische Regulierungen ist eng verbunden mit einem Bruch in der Integrationsweise in den 1980er Jahren. Diesem &#8222;Strukturwandel der europ&auml;ischen Integration&#8220; (Ziltener 1999) liegt ein Verst&auml;ndnis zu Grunde, dass die EU als ein Teil einer mehrere Ebenen und Instanzen fassenden Staatlichkeit begreift, die in einem strukturellen Zusammenhang mit der Transformation von (National-)Staatlichkeit in Europa steht (Ziltener 2000: 74, 81). Der &Uuml;bergang von einer &#8222;Monnet&#8217;schen&#8220; zu einer &#8222;wettbewerbsstaatlichen&#8220; Integrationsweise markierte nicht nur den Wechsel von einem Regime, das nationale wohlfahrtsstaatliche Entwicklungsmodelle absicherte, zu einem Modernisierungsregime im Kontext eines &#8222;Schumpeterianischen Leistungsstaats&#8220; (Jessop 1995). Gleichzeitig war der Prozess das Startzeichen f&uuml;r die Entstehung und Durchsetzung einer europ&auml;ischen Liberalisierungs-Agenda. Der auf die Einheitliche Europ&auml;ische Akte (1986) folgende Integrationsschub bewirkte eine Ausdifferenzierung des europ&auml;ischen Mehrebenensystems, durch die europ&auml;ische Instanzen und Verfahren &#8211; und somit auch europ&auml;ische Liberalisierungsinitiativen &#8211; deutlich an Bedeutung gewannen (Ziltener 2000: 90). Der neue Integrationsmodus trieb von nun an &#8222;die nationalen Reorganisationsprozesse nach Ma&szlig;gabe neoliberaler Deregulierungs- und Flexibilisierungskonzepte&#8220; voran (Bieling\/Deckwirth 2008). In der Folge erfuhr auch der Charakter &ouml;ffentlicher Infrastruktur eine Umdeutung: weg von der Gemeinwohlorientierung eines &ouml;ffentliches Gutes &#8211; politische Steuerung und soziale Versorgung &#8211; hin zu Profitorientierung. In diesem Zusammenhang ist ein Funktionswandel des Staates feststellbar, der sich in der Transformation des Leistungsstaates zum Gew&auml;hrleistungsstaat ausdr&uuml;ckt. Die Bereitstellung &ouml;ffentlicher Infrastruktur erfolgt dabei durch private Unternehmen, der Staat definiert lediglich Mindestleistungskataloge und &uuml;berwacht die Erbringung (ebd.).<\/p>\n<p>Was sind also die Triebkr&auml;fte, die diesen Prozess beg&uuml;nstigt haben? Eingebettet in die tiefgreifenden strukturellen Umbr&uuml;che seit den 1970er Jahren, haben zahlreiche Faktoren den Liberalisierungsprozess befl&uuml;gelt. Zum einen setzte sich nach dem Scheitern keynesianischer Krisenstrategien gegen&uuml;ber den Krisenph&auml;nomenen der 1970er Jahre ein neoliberaler Diskurs durch, der eine h&ouml;here Effizienz privater gegen&uuml;ber staatlicher Leistungserbringung postuliert. Die Verschiebung zu Angebots- und Austerit&auml;tspolitik ging letztlich zu Lasten von notwendigen Investitionen in die &ouml;ffentliche Infrastruktur (Deppe 2001: 56): Der Abbau von Staatsverschuldung bei hohen Zinss&auml;tzen unterwirft seitdem in zunehmender Weise soziale Sicherungssysteme und &ouml;ffentliche Sektoren der Rigidit&auml;t der Finanzm&auml;rkte &#8211; die Finanzierung &ouml;ffentlicher Aufgaben wird sukzessive eingeschr&auml;nkt (Aglietta 2000: 60ff.). Durch den teilweise (selbst herbeigef&uuml;hrten) maroden Zustand und das h&auml;ufig mangelhafte Serviceangebot &ouml;ffentlicher Infrastrukturdienstleistungen im Zusammenspiel mit einem hegemonialen neoliberalen Effizienz-Diskurs wurden Privatisierungen nun sowohl wissenschaftlich legitimiert als auch als dringend ben&ouml;tigte Modernisierungsprozesse gesellschaftlich akzeptiert.<\/p>\n<p>Zum anderen war die proaktive Rolle der Europ&auml;ischen Kommission von entscheidender Bedeutung, die als ein zentraler Akteur &#8211; unterst&uuml;tzt durch die wirtschaftlichen Interessen privater Anbieter &#8211; den Liberalisierungsprozess forcierte. Die Entwicklung des EG-Binnenmarkt-Projektes, in dessen Folge das Wettbewerbsrecht auf bislang gesch&uuml;tzte Bereiche ausgedehnt wurde, die wettbewerbsorientierte und integrationsfreundliche Rechtsprechung des EuGH sowie sp&auml;ter die Beitrittsbedingungen der Osterweiterung dynamisierten den Prozess (ebd.; Lippert 2005: 7, L&ouml;we 2003: 190f, 197f).<\/p>\n<p>Die Liberalisierung &ouml;ffentlicher Dienstleistungen unterliegt dar&uuml;ber hinaus einer Reihe eher als indirekt zu klassifizierender Einflussfaktoren. Hierbei spielen vor allem auf der supranationalen Ebene verankerte Projekte der &#8222;neuen europ&auml;ischen &Ouml;konomie&#8220; <br \/>&#8211; neben dem der EG-Binnenmarkt die WWU und die Finanzmarktintegration &#8211; eine bedeutende Rolle (Bieling\/Deppe 2003). Vor allem die Finanzmarktintegration ist Ausdruck eines neuen, finanzgetriebenen Akkumulationsregimes in der EU. Das Wettbewerbsregime der &#8222;neuen europ&auml;ischen &Ouml;konomie&#8220; hat einen Standortwettbewerb um ausl&auml;ndische Direktinvestitionen ausgel&ouml;st, der sich in einem Steuersenkungswettlauf &auml;u&szlig;ert und unter der Vorgabe strikter Haushaltsdisziplin den Privatisierungsdruck wesentlich erh&ouml;ht. Materielle Privatisierungen in Form von B&ouml;rseng&auml;ngen ehemals &ouml;ffentlicher Unternehmen sind dabei sowohl Ausdruck des finanzgetriebenen Akkumulationsregimes als auch ein Hebel zu seiner Durchsetzung, Dynamisierung und Stabilisierung: Der Verkauf von Infrastrukturdienstleistungsunternehmen hat zur Marktkapitalisierung erheblich beigetragen und den Aktienhandel weiter dynamisiert (Seikel 2008: 33, 37).[3] Privatisierungen in Form von Volksaktien sollten zus&auml;tzlich bei breiten Bev&ouml;lkerungsschichten f&uuml;r Zustimmung sorgen; Wertverluste der Aktienkurse in der Phase nach der ersten Privatisierungseuphorie d&uuml;rften diesen Effekt jedoch zumindest eingeschr&auml;nkt haben.<\/p>\n<p><i>Privatisierungen als Folge und Mittel der Durchsetzung finanzgetriebener Kapitalakkumulation <\/i><\/p>\n<p>Grafik<\/p>\n<p>Die finanzgetriebene Kapitalakkumulation stellt den Kern einer neuen Regulationsweise und gleichzeitig einer neuen Gesellschaftsformation dar. Immer gr&ouml;&szlig;ere Bereiche der Gesellschaft, darunter auch &ouml;ffentliche Sektoren, werden in zunehmender Weise durch marktf&ouml;rmige Steuerungsmechanismen und Finanzkalk&uuml;le bestimmt. Die innere Logik und Dynamik dieses neuen Regimes geht aus der zentralen &ouml;konomischen Rolle der Finanzm&auml;rkte bei Festlegung von Niveau und Ausrichtung von Investitionen hervor (D&ouml;rre\/Brinkmann 2005: 98). Dabei forcieren vor allem Investmentfonds[4] als entscheidende Akteure eine weitere Liberalisierung der Finanzm&auml;rkte und eine Verbesserung der steuerlichen und gesetzlichen Anlagebedingungen. Gelingt die Durchsetzung, werden die Akteure weiter gest&auml;rkt. Die Deregulierung der Kapitalm&auml;rkte weist also einen selbstverst&auml;rkenden Effekt auf (Deutschmann 2005: 63). Die institutionellen Anleger dr&auml;ngen dabei auf Marktkapitalisierung weiterer Unternehmen, darunter in erster Linie auch &ouml;ffentliche Firmen in den Bereichen Energie, Telekommunikation und Transport, um diese als profitable Kapitalanlagem&ouml;glichkeiten zu erschlie&szlig;en.[5]<\/p>\n<p><i>Dynamik finanzgetriebener Kapitalakkumulation <\/i><\/p>\n<p>Grafik<\/p>\n<p>Der seit den 1980er Jahren in Europa beobachtete Prozess der &Uuml;bertragung wirtschaftlicher Kompetenzen auf die supranationale Ebene in Form einer marktliberalmonetaristischen Konstitutionalisierung trug zur Entstaatlichung und Entpolitisierung politischer Entscheidungen &#8211; tendenziell ohne demokratische Legitimierung &#8211; bei (Gill 1998). Aus strategischem Kalk&uuml;l greifen nationale politische Eliten h&auml;ufig auf die europ&auml;ische Ebene zur&uuml;ck, um innenpolitisch umstrittene Projekte durchzusetzen. Die europ&auml;ische Integration fungiert so als strategische Ebene der politischen Auseinandersetzung &#8211; mit einer auf wettbewerbsstaatliche Projekte ausgerichteten Selektivit&auml;t -, um den Staatsumbau auch gegen nationale Widerst&auml;nde voranzutreiben. Entlang dieser polit-&ouml;konomischen Rahmenbedingungen verl&auml;uft die Reorganisation &ouml;ffentlicher Dienstleistungen in der EU (Bieling\/Deckwirth 2008).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"iii-regulierung-oeffentlicher-dienstleistungen-in-europa-im-wandel\">III. Regulierung &ouml;ffent&shy;li&shy;cher Dienst&shy;leis&shy;tungen in Europa im Wandel <\/span><\/h2>\n<p>Zwar wurde bereits in den R&ouml;mischen Vertr&auml;gen (1957) die Liberalisierung des Dienstleistungsmarktes vorgesehen, doch folgten in der Praxis keine tiefer gehenden Integrationsschritte (Bieling\/Deckwirth 2008; Lippert 2005: 13). Erst mit dem Integrationsschub der 1980er Jahre begann ein dynamischer und umfassender Reorganisationsprozess.<\/p>\n<p>Grafik<\/p>\n<p>Seitdem ist die Reorganisation (Liberalisierung, Deregulierung, Kommerzialisierung und Privatisierung) &ouml;ffentlicher Infrastruktur zu einem Brennpunkt der Auseinandersetzung um ein europ&auml;isches Gesellschaftsmodell geworden (Bieling\/Deckwirth 2008). Unter den oben skizzierten staatstheoretischen und polit-&ouml;konomischen Rahmenbedingungen wurden nun auch verst&auml;rkt &ouml;ffentliche Infrastrukturdienstleistungen auf die europ&auml;ische Liberalisierungs-Agenda gesetzt. Dies &auml;u&szlig;erte sich in der Umwandlung von &ouml;ffentlichen Infrastruktursektoren in gro&szlig;e Wirtschaftsbereiche, so dass einerseits die Beziehungen zwischen &ouml;ffentlich und privat redefiniert und andererseits M&auml;rkte und Unternehmen neu konfiguriert wurden (Lippert 2005: 15). Konkret wurden mit Berufung auf Art. 86 EGV &ouml;ffentliche Monopolunternehmen dem Wettbewerb ausgesetzt sowie staatliche Beihilfen und wettbewerbsbehindernde Ma&szlig;nahmen untersagt.<\/p>\n<p><i>&#8222;Die Folge f&uuml;r die &ouml;ffentlichen Unternehmen ist, dass ihre Finanzierungsm&ouml;glichkeiten eingeschr&auml;nkt werden und sich dadurch der Druck zu (Teil-)Privatisierung und Ausgliederung von &sbquo;unrentablen&#8216; Unternehmen erh&ouml;ht.&#8220; (Deckwirth 2008: 110) <\/i><\/p>\n<p>Die Liberalisierung der Telekommunikation nahm diesbez&uuml;glich eine Vorbildfunktion ein. Der europ&auml;ische Arbeitgeberverband UNICE, die EU-Kommission und der EuGH dr&auml;ngten Ende der 1980er Jahre auf die Liberalisierung des Sektors, die schlie&szlig;lich 1998 vollendet wurde. Die nahezu durchweg positive Beurteilung der Ergebnisse &#8211; Wachstum des Telekommunikationssektors, aber vor allem sinkende Preise sowie Innovationen bei Endger&auml;ten und Mobilfunk &#8211; best&auml;rkte die Kommission, weitere sektorale Liberalisierungen (Post, Bahn, Elektrizit&auml;t, Gas) zu forcieren (Bieling\/Deckwirth 2008). Salopp ausgedr&uuml;ckt: Die Liberalisierungspolitik wurde beim Bezahlen sinkender Telefonrechnungen hegemonial.<\/p>\n<p><i>&Uuml;bersicht &uuml;ber Liberalisierungs- und (De-)Regulierungs-Vorgaben der EG\/EU <\/i><\/p>\n<p>Tabelle<\/p>\n<p>Die oben angef&uuml;hrten Sektorrichtlinien sind der Kern der europ&auml;ischen Liberalisierungs-Agenda. Parallel dazu entwickelte die EU in den 1990er ein konsistenteres Dienstleistungskonzept, das auf zwei S&auml;ulen beruht. Die erste S&auml;ule bezieht sich auf das Konzept von &#8222;Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse&#8220; (DAWI). Dabei werden zwar &#8222;marktbezogene T&auml;tigkeiten, die im Interesse der Allgemeinheit erbracht und daher von den Mitgliedstaaten mit besonderen Allgemeinwohlverpflichtungen verbunden werden&#8220; (Europ&auml;ische Kommission 2001) von den Regelungen des Art. 86 EGV ausgenommen, doch wird diese Ausnahme letztlich wieder aufgehoben, sobald sie dem Interesse der Gemeinschaft entgegenl&auml;uft (L&ouml;we 2003: 189). Da DAWI ebenso von privaten Firmen erbracht werden k&ouml;nnen, also f&uuml;r &ouml;ffentliche Unternehmen keinerlei Sonderstellung besteht, gilt auch f&uuml;r die DAWI das Primat des Wettbewerbsrechts uneingeschr&auml;nkt. Tats&auml;chlich dient dieses Konzept nicht dem Schutz der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge; es stellt letztlich einen Beitrag zur &Ouml;konomisierung und Integration &ouml;ffentlicher Infrastrukturdienstleistungen in das Wettbewerbsregime der EU dar (L&ouml;we 2003: 190f).[6]<\/p>\n<p>Die zweite S&auml;ule bildet das Konzept der Universaldienste, dass 1996 in den Amsterdamer Vertrag aufgenommen wurde. Es garantiert ein &#8222;Mindestangebot an Diensten von bestimmter Qualit&auml;t, dass allen Nutzern und Verbrauchern gemessen an den landesspezifischen Bedingungen zu einem erschwinglichen Preis zur Verf&uuml;gung steht&#8220; (Europ&auml;ische Kommission 2001). Damit soll der Zugang zu qualitativ hochwertigen Dienstleistungen[7] w&auml;hrend des &Uuml;bergangs vom Monopolangebot zu vollem Wettbewerb sichergestellt werden. Die Regulierung &ouml;ffentlicher Dienstleistungen nimmt im Wesentlichen zwei Formen an:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8211; <i>Wettbewerbsregulierung<\/i>: vertikale Entflechtung von Monopolunternehmen <br \/>(&#8222;unbundling&#8220;), Regulierung des Netzzugangs f&uuml;r private Anbieter, Einf&uuml;hrung&nbsp;von Regulierungsbeh&ouml;ren\n<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&#8211; <i>Aufgabenregulierung<\/i>: flankierendes Korrektiv zur Wettbewerbsregulierung durch das Konzept des Universaldienstes <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Es findet jedoch lediglich punktuell eine Modifizierung durch marktkorrigierende Ma&szlig;nahmen statt (Bieling\/Deckwirth 2008).<\/p>\n<p>Im Rahmen der Lissabon-Strategie (2000) beauftragte der EU-Ministerrat die Kommission mit der Entwicklung einer Binnenmarkt-Strategie, die alle noch verbliebenen Schranken im Dienstleistungsverkehr beseitigen soll und den Bereich &ouml;ffentlicher Infrastrukturdienstleistungen mit einschlie&szlig;t; die &#8222;Binnenmarkt-Strategie 2003-2006&#8220; stellt eine weitere Verschiebung der Regulierung von der nationalen auf die europ&auml;ische Ebene dar. Sie soll den &Uuml;bergang zu einer dienstleistungsorientierten Wirtschaft in der EU unter Einschluss der netzgebundener Infrastrukturdienstleistungen f&ouml;rdern (Lippert 2005: 17f).<\/p>\n<p><i>Regulative Tendenzen im Reorganisationsprozess &ouml;ffentlicher Dienstleistungen <\/i><\/p>\n<p>Tabelle<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"iv-zwischen-konvergenzdruck-und-nationalen-entwicklungspfaden-konflikte-und-widersprueche-der-nationalen-reorganisationsprozesse-in-der-eu\">IV. Zwischen Konver&shy;genz&shy;druck und nationalen Entwick&shy;lungs&shy;pfa&shy;den: Konflikte und Wider&shy;spr&uuml;che der nationalen Reorga&shy;ni&shy;sa&shy;ti&shy;ons&shy;pro&shy;zesse in der EU <\/span><\/h2>\n<p>Der Liberalisierungsprozess hat mittlerweile die Dynamik verloren, die ihn noch in den 1990er Jahren auszeichnete. Zum einen sind bereits weite Teile der &ouml;ffentlichen Infrastruktur privatisiert, zum anderen behindern Widerst&auml;nde den Prozess. Konflikte und Widerst&auml;nde &auml;u&szlig;ern sich dabei vor allem auf drei Ebenen: Auf der Ebene zwischen nationalen Regierungen und der EU kommt es zu Konflikten, die aus dem Spannungsverh&auml;ltnis zwischen Konvergenztendenzen und nationalen Pfadabh&auml;ngigkeiten sowie protektionistischen Interessen resultieren (Lippert 2005: 13). Ein Beispiel daf&uuml;r ist die Auseinandersetzung zwischen der spanischen Regierung und der EU-Kommission im Falle der &Uuml;bernahmeschlacht um den spanischen Energiekonzern Endesa durch den ehemaligen deutschen Staatskonzern E.on (Seikel 2008: 87f). Dieses Spannungsverh&auml;ltnis wird durch zunehmend pr&auml;zisere und verbindlichere Vorgaben aus Br&uuml;ssel zu Gunsten eines Prozesses struktureller Konvergenz der nationalen Reorganisationsprozesse verst&auml;rkt, der zwar die Unterschiede in der Regulierungsweise zwischen den Mitgliedstaaten tendenziell einebnet (Bieling et al. 2008a), aber auch Potenzial f&uuml;r weitere Konflikte birgt. Auf der Ebene der Infrastruktursektoren sind die Ergebnisse der Liberalisierung oftmals schlechter als erwartet, sieht man einmal vom Telekommunikationssektor ab. Der Wettbewerb hat sich sektoral nur allm&auml;hlich gesteigert; &ouml;ffentliche Monopolunternehmen wurden meist durch private Monopole oder Oligopole mit dominanter Marktstellung des vormals &ouml;ffentlichen Unternehmens ersetzt. Trotz der beabsichtigten Einf&uuml;hrung von Wettbewerb stiegen einige privatisierte europ&auml;ische Staatsunternehmen (z.B. E.on, EDF, Telef&oacute;nica) dank ihrer dominanten Marktstellung in ihren Heimatl&auml;ndern zu international agierenden Konzernen auf, die nun selbst aktiv auf eine weitergehende Markt&ouml;ffnung in anderen L&auml;ndern dr&auml;ngen. Sie haben sich im Prozess der Reorganisation &#8211; unterst&uuml;tzt durch eine z. T. protektionistische Regulierung &#8211; &auml;u&szlig;erst erfolgreich transnationalisiert. Inzwischen konkurrieren privatisierte transnationale Konzerne aus Europa direkt mit Unternehmen aus entwickelten Industriestaaten, investieren in gro&szlig;em Umfang in Mittel- und Osteuropa und erreichen bedeutende Marktanteile in Afrika und Lateinamerika (Bieling et al. 2008a).<\/p>\n<p>Zudem ist ein massiver Arbeitsplatzabbau bei sich verschlechternden Arbeitsbedingungen festzustellen (Atzm&uuml;ller\/Herrmann 2004: 52ff). Und schlie&szlig;lich lassen sich teilweise eine abnehmende Qualit&auml;t und Versorgungssicherheit sowie steigende Preise verzeichnen. Somit ger&auml;t der Liberalisierungs-Prozess hinsichtlich seiner Output-Legitimit&auml;t allm&auml;hlich in eine Krise. Die Folge ist, dass in einigen F&auml;llen Liberalisierungsschritte wieder r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht oder eingeschr&auml;nkt wurden. So wurde das britische Schienennetz &#8211; ein paradigmatisches Beispiel besonders marktradikaler Privatisierung &#8211; im Jahre 2002 an eine privatrechtliche Non-Profit-Gesellschaft &uuml;bertragen, die alle erwirtschafteten &Uuml;bersch&uuml;sse in das Streckennetz re-investieren muss. Zuvor war es zu schweren Unf&auml;llen auf Grund fahrl&auml;ssiger Missachtung von Sicherheits- und Qualit&auml;tsstandards durch den privaten Betreiber in Verbindung mit einer schwachen Regulierung gekommen.<\/p>\n<p>Eine &auml;hnlich bemerkenswerte Re-Regulierung hat es im britischen Wassersektor gegeben. Nachdem die Preise nach der Privatisierung real um 46 Prozent gestiegen waren und in der Folge zahlungsunf&auml;higen Haushalten die Versorgung gesperrt wurde, erhob die britische Regierung eine Steuer auf Privatisierungsgewinne, verbot die Sperrung der Wasserversorgung f&uuml;r Haushalte und f&uuml;hrte eine Preisobergrenze ein. Die sinkenden Gewinnmargen hatten zum Ergebnis, dass sich private Unternehmen seit 2000 sukzessive aus dem Wassersektor zur&uuml;ckziehen und die Infrastruktur tendenziell in die Verantwortlichkeit der &ouml;ffentlichen Hand zur&uuml;ckgef&uuml;hrt wurde (Drews 2008). Vergleichbare gegenl&auml;ufige Tendenzen sind auch in Estland zu beobachten: Im Jahre 2006 wurde die estnische Bahn f&uuml;nf Jahre nach ihrer Privatisierung renationalisiert (Heinrich 2008).<\/p>\n<p>Die Konfliktlinien auf der Ebene der Zivilgesellschaften verliefen je nach Land, Sektor und Phase des Prozesses unterschiedlich. In L&auml;ndern mit einem korporatistisch orientierten Kapitalismusmodell (Schweden, Deutschland, Niederlande) verlief die Reorganisation insgesamt relativ konsensual, w&auml;hrend es in einigen L&auml;ndern mit einem etatistischen Entwicklungsmodell (Frankreich, Spanien) zu z. T. heftigen gewerkschaftlichen Protesten kam (v. a. im Post- und Bahnsektor) (Bieling et al. 2008). Dies d&uuml;rfte eine Hauptursache f&uuml;r den unterschiedlich weit fortgeschrittenen Liberalisierungsgrad vergleichbarer Sektoren in verschiedenen Mitgliedstaaten sein.<\/p>\n<p>Mit der zuletzt beobachteten Entstehung einer europ&auml;ischen Protestbewegung (Verfassungsvertrag, Bolkestein-Richtlinie) k&ouml;nnten Konflikte &uuml;ber die Zukunft &ouml;ffentlicher Infrastrukturdienstleistungen k&uuml;nftig auch auf der Ebene einer europ&auml;ischen Zivilgesellschaft ausgetragen werden. Erste Anzeichen f&uuml;r eine weitere Europ&auml;isierung der Proteste gegen die europ&auml;ische Liberalisierungs-Agenda f&uuml;r &ouml;ffentliche Dienstleistungen &#8211; im Sinne einer entstehenden transnationalen Zivilgesellschaft &#8211; existieren bereits: Der Dachverband der europ&auml;ischen Gewerkschaften European Trade Union Confederation (ETUC) hat bislang f&uuml;r seine Petition f&uuml;r &#8222;hochwertige &ouml;ffentliche Dienstleistungen f&uuml;r alle&#8220; etwa 525.000 Unterschriften gesammelt, um eine europ&auml;ische Gesetzesinitiative zum Schutz &ouml;ffentlicher Dienstleistungen auf den Weg zu bringen (<a href=\"http:\/\/www.petitionpublicservice.eu\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.petitionpublicservice.eu\/de<\/a>). ETUC wird dabei von einer Kampagne der European Federation of Public Service Unions (EPSU) unterst&uuml;tzt (Marcon\/Zola 2007).<\/p>\n<p>Das vorl&auml;ufige Ergebnis der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die europ&auml;ische Liberalisierungs-Agenda ist die Durchsetzung eines Markt- und Wettbewerbsmodells; jedoch wird es weiterhin durch zahlreiche (Re-)Regulierungen staatlich gest&uuml;tzt (Bieling et al. 2008). Die Aufgabe des Staates hat sich also gewandelt; bei der Schaffung und Regulierung neuer M&auml;rkte spielt der Staat dennoch nach wie vor eine wichtige Rolle. Die Liberalisierungs-Agenda der EU l&auml;sst sich aber letztlich nur im Kontext einer entstehenden, fragmentierten Form einer europ&auml;ischen Staatlichkeit verstehen.<\/p>\n<p>[1] Der Begriff &#8222;Entstaatlichung&#8220; trifft insofern zu, als das &ouml;ffentliche Unternehmen in privaten Besitz &uuml;bergehen bzw. durch die Ausdehnung des Wettbewerbsrechts einer politischen Steuerung entzogen werden. Auf der anderen Seite geht der Liberalisierungsprozess mit einer verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig dichten staatlichen Re-Regulation auf der nationalen Ebene einher. Der Staat beh&auml;lt also nach wie vor eine wichtige Rolle bei Entstehung von Marktstrukturen und der Regulierung der Leistungserbringung.<\/p>\n<p>[2] Die folgende Darstellung basiert auf den Resultaten eines vergleichenden Forschungsprojektes der Forschungsgruppe Europ&auml;ische Integration (FEI) an der Philipps-Universit&auml;t Marburg &uuml;ber die Reorganisation der &ouml;ffentlichen Infrastruktur in der Europ&auml;ischen Union. Dabei wurden die Liberalisierungsprozesse in den Bereichen Telekommunikation, Post, Bahn, Energie und Wasser in zehn L&auml;ndern &#8211; Gro&szlig;britannien, Schweden, Frankreich, Niederlande, Deutschland, Estland, Ungarn, Slowenien, Spanien und Portugal &#8211; untersucht (vgl. Bieling et al. 2008).<\/p>\n<p>[3] In S&uuml;deuropa haben Privatisierungen &ouml;ffentlicher Unternehmen mehr als die H&auml;lfte zur Marktkapitalisierung, also der an der B&ouml;rse gehandelten Unternehmenswerte, beigetragen (Bieling 2003: 53).<\/p>\n<p>[4] Die Bedeutung von Investmentfonds bei Privatisierungsprozessen scheint in letzter Zeit gestiegen zu sein. So spielten in der Vergangenheit Investitionen von Private Equity Fonds (PEF) zwar eine eher geringe Rolle bei Privatisierungen (Levanti 2007: 19), doch ist ihre Bedeutung zuletzt stark gestiegen. Im Jahr 2006 gingen 66% (27 Mrd. &euro;) aller Privatisierungseinnahmen in Europa auf das Engagement von PEF zur&uuml;ck, die nunmehr die wichtigste K&auml;ufergruppe darstellen. Ihre steigende Investitionst&auml;tigkeit erm&ouml;glicht ihnen st&auml;rkere Einflu&szlig;nahmem&ouml;glichkeiten auf die Corporate Governance privatisierter Firmen (Bortolotti 2007: 10). Laut Andrea Levanti (2007: 23), Executive Director von Stanley Morgan, werden PEF eine zunhemend wichtigere Rolle spielen: &#8222;We are these days witnessing the birth of Joint Ventures for instance in the sector of infrastructure funds, where the access to large infrastructures by the Governments is paired with the access to capital and to professional management by the PEFs. We believe there are many other opportunities in the healthcare, technology, transportation and security sectors [&#8230;]&#8220;<\/p>\n<p>[5] Da die Anlagen von verm&ouml;genden Schichten steigen, die durch hohe Renditeversprechen eingeworben werden, wird Druck erzeugt, immer neue Anlagem&ouml;glichkeiten zu finden (Deutschmann 2005: 65, 69). Deshalb lautet der Imperativ der Fondsmanager, neue Sph&auml;ren f&uuml;r Kapitalanlagen zu erschlie&szlig;en. Die Dynamik wird weiter verst&auml;rkt.<\/p>\n<p>[6] Der Europ&auml;ische Rat von Lissabon 2000 gab den Ansto&szlig; zur Kl&auml;rung der rechtlichen Stellung &ouml;ffentlicher Dienstleistungen, die &#8211; unterst&uuml;tzt von kommunalen Interessenvertretern und Regierungsvertretern aus Belgien und Frankreich &#8211; in einer Rahmenrichtlinie f&uuml;r Dienstleistungen der Daseinsvorsorge m&uuml;nden sollte. Eine solche Rahmenrichtlinie, die tendenziell im Widerspruch zur auf Wettbewerbsf&auml;higkeit ausgerichteten Lissabon-Strategie st&uuml;nde, ist bis heute nicht entstanden (Deckwirth 2008: 108ff).<\/p>\n<p>[7] Die Kriterien, die von Universaldiensten erf&uuml;llt werden sollen, sind Kontinuit&auml;t in der Erbringung der Dienstleistung, Setzung von Qualit&auml;tsstandards (z.B. f&uuml;r die fl&auml;chendeckende Versorgung), Erschwinglichkeit der Leistung sowie Nutzer- und Verbraucherschutz (Lippert 2005: 16f).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur <\/span><\/h2>\n<p><i>Aglietta, Michel<\/i> 2000: Ein neues Akkumulationsregime, Die Regulationstheorie auf dem Pr&uuml;fstand, Hamburg.<\/p>\n<p><i>Atzm&uuml;ller, Roland\/Herrmann, Christoph<\/i> 2004: Auswirkungen der Liberalisierung &ouml;ffentlicher Dienstleistungen auf Besch&auml;ftigung, Arbeitsbedingungen und Arbeitsbeziehungen; in: Huffschmid, J&ouml;rg (Hg.): Die Privatisierung der Welt, Hintergr&uuml;nde, Folgen, Gegenstrategien. Reader des wissenschaftlichen Beirats von Attac, Hamburg, S. 51-58.<\/p>\n<p>Bie<i>ling, Hans-J&uuml;rgen<\/i> 2003: Die neue europ&auml;ische &Ouml;konomie, Transnationale Machtstrukturen und Regulationsformen; in: Beckmann, Martin et al. (Hg.): Euro-Kapitalismus und globale politische &Ouml;konomie, Hamburg, S. 41-67.<\/p>\n<p><i>Bieling <\/i>et al. (Hg.) 2008: Liberalisierung und Privatisierung in Europa, Die Reorganisation der &ouml;ffentlichen Infrastruktur in der Europ&auml;ischen Union, M&uuml;nster (im Erscheinen).<\/p>\n<p><i>Bieling <\/i>et al. 2008a: Die Transnationalisierung der europ&auml;ischen Dienstleistungsinfrastruktur: nationale und sektorale Strukturmerkmale; in: Bieling, Hans-J&uuml;rgen et al. (Hg.): Liberalisierung und Privatisierung in Europa, Die Reorganisation der &ouml;ffentlichen Infrastruktur in der Europ&auml;ischen Union, M&uuml;nster (im Erscheinen).<\/p>\n<p><i>Bieling, Hans-J&uuml;rgen\/Deckwirth, Christina<\/i> 2008: Die Reorganisation der &ouml;ffentlichen Infrastruktur in der Europ&auml;ischen Union &#8211; Einleitung; in: Bieling, Hans-J&uuml;rgen et al. (Hg.): Liberalisierung und Privatisierung in Europa, Die Reorganisation der &ouml;ffentlichen Infrastruktur in der Europ&auml;ischen Union, M&uuml;nster (im Erscheinen).<\/p>\n<p><i>Bieling, Hans-J&uuml;rgen\/Deppe, Frank <\/i>2003: Die neue europ&auml;ische &Ouml;konomie und die Transformation von Staatlichkeit; in: Jachtenfuchs, Markus\/Kohler-Koch, Beate (Hg.): Europ&auml;ische Integration, 2. Auflage, Opladen, S. 513-539.<\/p>\n<p><i>Bortolotti, Bernardo<\/i> 2007: Privatization Trends in Europe; in: <i>The PB Newsletter<\/i>, Jg. 2007, H. 6, S. 7-13. <a href=\"http:\/\/www.privatizationbarometer.net\/PUB\/NL\/3\/3\/PB_AR2007.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.privatizationbarometer.net\/PUB\/NL\/3\/3\/PB_AR2007.pdf<\/a>.<\/p>\n<p><i>Deckwirth, Christina <\/i>2008: Sonderfall oder Hoffnungstr&auml;ger? Die Privatisierung der Wasserversorgung in der Europ&auml;ischen Union im Kontext der wettbewerblichen Reorganisation der &ouml;ffentlichen Infrastrukturdienstleistungen; in: Wasserkolloquium (Hg.): Wasser. Die Kommerzialisierung eines &ouml;ffentlichen Gutes, Berlin, S. 102-119.<\/p>\n<p><i>Deppe, Frank<\/i> 2001: Neue Formation &#8211; neue Epoche &#8211; neue Politik? Anmerkungen zu einer offenen Debatte; in: Candeias, Marco\/Deppe Frank (Hg.): Ein neuer Kapitalismus? Akkumulationsregime &#8211; Shareholder Society &#8211; Neoliberalismus und Neue Sozialdemokratie, Hamburg, S. 48-66.<\/p>\n<p><i>Deutschmann, Christoph <\/i>2005: Finanzmarktkapitalismus und Wachstumskrise; in: Windolf, Paul (Hg.): Finanzmarkt-Kapitalismus, Analysen zum Wandel von Produktionsregimen, K&ouml;lner Zeitschrift f&uuml;r Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 45, S. 58-84.<\/p>\n<p><i>D&ouml;rre, Klaus\/Brinkmann, Ulrich<\/i> 2005: Finanzmarkt-Kapitalismus: Triebkraft eines flexiblen Produktionsmodells?; in: Windolf, Paul (Hg.): Finanzmarkt-Kapitalismus. Analysen zum Wandel von Produktionsregimen, K&ouml;lner Zeitschrift f&uuml;r Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 45, S. 85-116.<\/p>\n<p><i>Drews, Kathrin <\/i>2008: Privatisierung und Liberalisierung der &ouml;ffentlichen Infrastruktur in Gro&szlig;britannien: &#8222;TINA&#8220; oder Paradigma einer gescheiterten Reorganisation?; in: Bieling, Hans-J&uuml;rgen et al. (Hg.): Liberalisierung und Privatisierung in Europa, Die Reorganisation der &ouml;ffentlichen Infrastruktur in der Europ&auml;ischen Union, M&uuml;nster (im Erscheinen).<\/p>\n<p><i>Europ&auml;ische Kommission<\/i> 2001: Mitteilung der Kommission: Leistungen der Daseinsvorsorge in Europa, 2001\/C17\/04, Br&uuml;ssel.<\/p>\n<p><i>Gill, Stephen <\/i>1998: European Governance and New Constitutionalism, Economic and Monetary Union as Alternatives to Disciplinary Neoliberalism in Europe; in:<i> New political Economy<\/i>, Jg. 3, H. 1, S. 5-25.<\/p>\n<p><i>Heinrich, Mathis<\/i> 2008: Auf der &Uuml;berholspur in die EU: neoliberale Transformation und Reorganisation &ouml;ffentlicher Infrastruktur in Estland; in: Bieling, Hans-J&uuml;rgen et al. (Hg.): Liberalisierung und Privatisierung in Europa. Die Reorganisation der &ouml;ffentlichen Infrastruktur in der Europ&auml;ischen Union, M&uuml;nster (im Erscheinen).<\/p>\n<p><i>Jessop, Bop<\/i> 1995: Die Zukunft des Nationalstaats: Erosion oder Reorganisation? Grunds&auml;tzliche &Uuml;berlegungen zu Westeuropa; in: Europ&auml;ische Integration und politische Regulierung &#8211; Aspekte, Dimensionen, Perspektiven, FEG-Studie Nr. 5, Marburg, S. 9-47.<\/p>\n<p>Le<i>vanti, Andrea <\/i>2007: The Role of Private Equity Funds in Global Privatizations; in: <i>The PB Newsletter<\/i>, Jg. 2007, H. 6, S. 14-23. <a href=\"http:\/\/www.privatizationbarometer.net\/PUB\/NL\/3\/3\/PB_AR2007.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.privatizationbarometer.net\/PUB\/NL\/3\/3\/PB_AR2007.pdf<\/a>.<\/p>\n<p><i>Lippert, Inge <\/i>2005: &Ouml;ffentliche Dienstleistungen unter EU-Einfluss, Liberalisierung &#8211; Privatisierung &#8211; Regulierung, Berlin.<\/p>\n<p><i>L&ouml;we, J&uuml;rgen<\/i> 2003: &Ouml;konomisierung der &ouml;ffentlichen Wirtschaft und die EU-Wettbewerbspolitik; in: Harms, Jens\/Reichard, Christoph (Hg.): Die &Ouml;konomisierung des &ouml;ffentlichen Sektors: Instrumente und Trends, Baden-Baden, S. 183-200.<\/p>\n<p><i>Marcon, Giulio\/Zola, Duccio<\/i> 2007: European Unions of the People. Public Services in Europe: from privatisation to participation; in: <i>Eurotopia<\/i>, Jg. 2007, H. 4, S. 13-16. <a href=\"http:\/\/www.tni.org\/detail_page.phtml?&amp;act_id=16821\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.tni.org\/detail_page.phtml?&amp;act_id=16821<\/a>.<\/p>\n<p><i>Seikel, Daniel<\/i> 2008: Finanzialisierung, Europ&auml;isierung, Transnationalisierung: Die Reorganisation des &ouml;ffentlichen Sektors in Spanien, FEI-Studie Nr. 26, Marburg.<\/p>\n<p><i>Ziltener, Patrick<\/i> 2000: Die Ver&auml;nderung von Staatlichkeit in Europa &#8211; regulations-und staatstheoretische &Uuml;berlegungen; in: Bieling, Hans-J&uuml;rgen\/Steinhilber, Jochen (Hg.): Die Konfiguration Europas, Dimensionen einer kritischen Integrationstheorie, M&uuml;nster, S. 73-101.<\/p>\n<p><i>Ziltener, Patrick<\/i> 1999: Strukturwandel der europ&auml;ischen Integration, Die Europ&auml;ische Union und die Ver&auml;nderung von Staatlichkeit, M&uuml;nster.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1927],"publikationen":[1221],"class_list":["post-11043","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-daniel-seikel","publikationen-182-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Liberalisierungs-Agenda der EU - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/182-vorgaenge\/publikation\/die-liberalisierungs-agenda-der-eu\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Liberalisierungs-Agenda der EU - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Zwischen Konvergenzdruck, Widerstand und nationalen Entwicklungspfaden aus: vorg&auml;nge Nr. 182, Heft 2\/2008, S. 70-81 I. 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