{"id":11055,"date":"2008-03-01T21:00:00","date_gmt":"2008-03-01T20:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/sexualitaet\/"},"modified":"2021-08-24T21:51:17","modified_gmt":"2021-08-24T19:51:17","slug":"sexualitaet","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/sexualitaet\/","title":{"rendered":"Sexualit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Rede an die Nachgeborenen,<\/p>\n<p>aus: vorg\u00e4nge Nr.181, Heft 1\/2008, S. 37-46<\/p>\n<p>In Tom Wolfes j\u00fcngsten Roman &#8222;Ich bin Charlotte Simmons&#8220;, der das Treiben heutiger Studentinnen und Studenten an einem US Elite-College portr\u00e4tiert, wird Adam, ein Student, zu Professor Quat zitiert. Er betritt dessen Dienstzimmer, bunte Poster prangen an den W\u00e4nden, Bob Dylan, Grateful Dead, Pink Floyd, The Who usw. &#8222;Gefallen Ihnen meine Poster? Sagen Sie Ihnen was?&#8220;, fragt Quat. &#8222;Nicht so richtig, Sir. Sechzigerjahre?&#8220; antwortet Adam verunsichert. &#8222;Wie kommt es, dass Sie etwas \u00fcber die Sechzigerjahre wissen?&#8220;, wundert sich der Professor. <i>&#8222;F\u00fcr die meisten Studenten k\u00f6nnten die genauso gut im achtzehnten Jahrhundert stattgefunden haben&#8220;<\/i>[1].<\/p>\n<p>F\u00fcr Studentinnen und Studenten heute ist 1968 eine ferne und blasse Vergangenheit, die mit ihnen nur wenig zu tun zu haben scheint. Das aber ist eine falsche Annahme. Die Art und Weise, wie sie (und andere junge Leute) Ihr Liebesleben und ihre Beziehungen organisieren, die Art und Weise, wie sie sexuell handeln und in Fragen der Sexualit\u00e4t moralisch urteilen, ist ohne das, was man mit der Chiffre &#8222;68&#8220; bezeichnet, nicht denkbar, auch wenn ihnen die alten Helden ganz und gar unbekannt sind oder ein wenig verstaubt und komisch vorkommen. Ich will versuchen, den Bogen zu schlagen von der sexuellen Revolte der 1960er Jahre zu den Enkeln der &#8222;Sexuellen Revolution&#8220;.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr Jugendliche wie eine Zeitreise &#8222;ins achtzehnte Jahrhundert&#8220; sein mag, um Professor Quat noch einmal zu zitieren, ist f\u00fcr mich eine Reminiszenz an die gerade vergangene Gegenwart. Ich war 1968 30 Jahre alt und arbeitete schon seit einigen Jahren als junger Assistent an der Abteilung f\u00fcr Sexualforschung der Uni Hamburg. Ich war also nicht mehr Student, als die Studentenbewegung begann. Von meiner Generation sind nur diejenigen &#8222;68er&#8220;, die \u00fcber den zweiten Bildungsweg, also schon etwas \u00e4lter, an die Uni gelangten und 1968 noch studierten &#8211; wie zum Beispiel G\u00fcnter Amendt, Reimut Reiche oder Martin Dannecker, die zu den herausragenden Protagonisten des Sexualdiskurses der Studentenbewegung geh\u00f6ren. Doch sehr schnell wurden meine jungen Kollegen und ich in den Strudel hineingerissen. Das Thema &#8222;Sexualit\u00e4t&#8220; hatte eine hohe Valenz bei den Studentinnen und Studenten, unsere Seminare \u00fcber &#8222;Sexuelle Sozialisation&#8220;, &#8222;Sexualit\u00e4t und Aggression&#8220;, \u00fcber &#8222;Pornographie&#8220; und &#8222;Ungew\u00f6hnliche Sexualformen&#8220; waren \u00fcbervoll. Es wurde hitzig diskutiert und gestritten, und nie wieder habe ich erlebt, dass Dozenten zumindest ebenso viel von den Studierenden lernten wie diese von jenen. Damit ist des Schw\u00e4rmens von alten Zeiten genug. Nur noch soviel: Professionell wie pers\u00f6nlich brachten mich die Ereignisse auf einen anderen Weg, es war eine am eigenen Leib erfahrene und bisweilen durchlittene Zeitenwende.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"sexuelle-restauration-die-1950er\">Sexuelle Restau&shy;ra&shy;tion: die 1950er <\/span><\/h2>\n<p>Doch beginnen wir mit dem Vorabend der Ereignisse. Als ich in den 1950ern in das Alter kam, in dem man sich f\u00fcr Pr\u00e4servative interessiert, verschwanden (auf Grund einer Verf\u00fcgung der Bundesregierung) die klapprigen und rostigen Automaten mit der Aufschrift &#8222;M\u00e4nner, sch\u00fctzt Eure (!) Gesundheit&#8220; gerade aus den Pissoirs der Republik. Man wollte lieber die Moral der Jugendlichen sch\u00fctzen als ihre Gesundheit. Das war <i>meine <\/i>Begegnung mit der sexuellen Restauration der Adenauer-\u00c4ra.<\/p>\n<p>Andere traf es h\u00e4rter, zum Beispiel schwule M\u00e4nner. 1949 wurde nicht der \u00a7175 der Weimarer Republik, der homosexuelle Handlungen auch unter erwachsenen M\u00e4nnern unter Strafe stellte, ins Strafgesetzbuch der BRD \u00fcbernommen, geschweige denn der Paragraph aufgehoben, sondern ohne Scham der 1935 von den Nationalsozialisten noch einmal versch\u00e4rfte Paragraph rechtstaatlich legitimiert, obwohl die Alliierten alle nationalsozialistischen Strafgesetz\u00e4nderungen kassiert hatten. Und die Rechtspraxis folgte nun wieder dieser Gesinnung. Razzien in der Subkultur, die nach Kriegsende wieder ein wenig erbl\u00fcht war, mit zahllosen Verhaftungen und Denunziationen, standen auf der Tagesordnung.2 <br \/>Und zum Beispiel Frauen. Eine Familienpolitik, die die kleine Familie, vor allem bei den &#8222;besseren&#8220; Leuten, restaurieren wollte, erkl\u00e4rte die Erwerbst\u00e4tigkeit der verheirateten Frau, Kinderg\u00e4rten und Schulhorte zu einem absto\u00dfenden Spezifikum der &#8222;kommunistischen&#8220; DDR und des Bolschewismus. Hausfrauen- und Mutterrolle wurden systematisch gef\u00f6rdert &#8211; ideologisch, finanziell und durch das Austrocknen der M\u00f6glichkeiten, Kindererziehung und Arbeit zu verbinden3. Ehen sollten mit Staatsgewalt verl\u00e4ngert werden, Scheidungen wurde erschwert, sie waren gegen den Widerspruch eines Partners nun nicht mehr m\u00f6glich, auch bei amtlich festgestellter Zerr\u00fcttung nicht. <br \/>Die offizielle Moral von Kirchen und Staat trennten damals schon Abgr\u00fcnde von dem, was M\u00e4nner und Frauen dachten und machten. Nach der ersten &#8222;Umfrage in der Intimsph\u00e4re&#8220;, 1949 im Gr\u00fcndungsjahr der Republik von Allensbach erhoben, gingen schon damals 90 Prozent der M\u00e4nner und 72 Prozent der Frauen nicht mehr jungm\u00e4nnlich oder -fr\u00e4ulich in die Ehe; 85 Prozent der unter 30j\u00e4hrigen bef\u00fcrworteten ausdr\u00fccklich &#8222;intime Beziehungen zwischen unverheirateten Menschen&#8220;.4 Es war ein liberaler Vorm\u00e4rz, denn die Einstellungen wurden in den 1950ern noch einmal kurzfristig muffiger, eine Wiederholung der Allensbacher Befragung Anfang der 1960er Jahre zeigt das deutlich.[5]<\/p>\n<p>Trotz manch aufm\u00fcpfiger Gesinnung und unerw\u00fcnschtem Tun &#8211; die damalige Ahnungslosigkeit in Sexualfragen ist heute unvorstellbar. &#8222;Camelia gibt allen Frauen Sicherheit und Selbstvertrauen&#8220; &#8211; stundenlang habe ich als Junge \u00fcber diesen Slogan gegr\u00fcbelt und konnte sein Geheimnis nicht ergr\u00fcnden; M\u00e4dchen wurden massenhaft von ihrer Regel \u00fcberfallen und standen entsetzt im Blutbad; Abiturienten diskutierten allen Ernstes, ob ein Taschentuch, um den Penis geschlungen, nicht so n\u00fctzlich sein k\u00f6nnte wie ein Kondom, dessen Erwerb in der Drogerie J\u00fcngling wie Verk\u00e4uferin bodenlos peinlich war. Desinformation, Verdummung, sexuelle Behinderung und die Verschw\u00f6rung des Schweigens waren massiv, einerseits; andererseits hatte das Abschieben der Sexualit\u00e4t in den Untergrund aber auch etwas Aufregendes, ereignislos und bleiern waren die Zeiten keineswegs: Kindliche Sexualspiele, bei denen man sich nicht erwischen lassen darf, sind atemberaubender als sexualp\u00e4dagogisch vor- und nachbereitete Doktorspiele unter den wohlwollenden Blicken der Eltern; puberale Masturbation zwischen Verlangen, Angst, Schuld und Triumph \u00fcber Verbote ist aufw\u00fchlender als die auf- und abgekl\u00e4rte Nutzung einer Lustm\u00f6glichkeit des K\u00f6rpers, deren man sich bedient oder nicht. Alle Klischees \u00fcber die 1950er sind richtig: der Sex auf dem R\u00fccksitz des K\u00e4fers oder im Wald und auf der Heide, und wenn es schneite, eben im Schnee. Selbst wenn sie&#8217;s gedurft h\u00e4tten, ins &#8222;Kinderzimmer&#8220; der elterlichen Wohnung, mit Kaffee trinkenden Eltern in der K\u00fcche nebenan, wie heute \u00fcblich, w\u00e4ren sie mit ihrer Liebsten oder ihrem Liebsten damals nicht gezogen. Rebellion, Abgrenzung von der Erwachsenenwelt, auch die Verachtung f\u00fcr deren verkn\u00f6cherte Scheinheiligkeit, waren Stachel der Lust.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"1968-und-einige-folgen\">1968 und einige Folgen <\/span><\/h2>\n<p>Vor Ausbruch der Studentenbewegung war der Widerspruch zwischen der offiziellen Moral einerseits und der sexuellen Realit\u00e4t und Moral junger Erwachsener andererseits ins Groteske gewachsen und nicht mehr auszuhalten. Und genau zu diesem Zeitpunkt, 1966, machten wir unsere erste umfangreiche Studie zur studentischen Sexualit\u00e4t. Ich nehme schon einmal vorweg, dass wir von da ab die Sexualit\u00e4t der Studentinnen und Studenten nicht mehr aus dem Blick verloren und im Abstand von jeweils 15 Jahren 1981 und 1996 wieder untersuchten.[6]<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zu 1966. Schon die Begleitumst\u00e4nde unserer Studie zeigten, dass sie in Zeiten des Umbruchs erfolgte. W\u00e4hrend der Rektor der Universit\u00e4t Freiburg unsere Bitte, auch an seiner Hochschule die Befragung durchf\u00fchren zu d\u00fcrfen, ebenso verbindlich wie klar mit dem Hinweis ablehnte, solche Fragen m\u00f6ge er seinen Student<i>innen<\/i> nicht zumuten, schickte der Pr\u00e4sident der Freien Universit\u00e4t Berlin eine Delegation des SDS-ASTAs nach Hamburg. Die Kommilitonen diskutierten mit den Sexualforschern lange dar\u00fcber, ob solche Erhebungen nicht neue Normen installieren und den Anpassungsdruck erh\u00f6hen w\u00fcrden, ob also hinter der liberalen Fassade des Unternehmens repressive Gefahren lauerten. Es gelang uns nur knapp, die Berliner f\u00fcr das Projekt zu gewinnen; dar\u00fcber hinaus hatten die Hamburger Forscher eine eindrucksvolle sexualpolitische Lektion erhalten und begannen, Herbert Marcuse zu lesen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse unserer Studie fassten Hans Giese und ich damals so zusammen (ich zitiere w\u00f6rtlich, weil ich den aus heutiger Sicht etwas antiquierten Sprachduktus nicht verhehlen will):<\/p>\n<p><i>&#8222;Die Studenten (gemeint waren Studenten und Studentinnen, G.S.) zeigen nicht nur Verhaltensweisen, die nach der offiziellen Moral als &#8218;unsittlich&#8216; oder &#8218;unz\u00fcchtig&#8216; gelten, sie bejahen sie zugleich: Das gilt insbesondere f\u00fcr die voreheliche Sexualit\u00e4t. Die &#8218;Verst\u00f6\u00dfe&#8216; gegen die offizielle Moral erfolgen ohne Bewusstsein einer Normverletzung. Die sexuelle &#8218;Devianz&#8216; (in Sachen traditioneller Moral) wird nicht einmal mehr als konflikthaft erlebt. Die offizielle Moral ist durch informelle Standards als normativer Bezugsrahmen l\u00e4ngst ersetzt, nach ihnen, nicht nach den \u00fcberkommenen Moralvorstellungen wird gewertet&#8220;.[<\/i>7]<\/p>\n<p>Zugleich machten wir eine Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten aus, das hei\u00dft, die Studentinnen und Studenten erlaubten sich viel mehr als sie tats\u00e4chlich taten. Mit ein wenig liberalem 68er Pathos fuhren wir fort:<\/p>\n<p><i>&#8222;Fast 50% der ledigen Studenten, Erwachsenen und seit Jahren geschlechtsreife Menschen, haben keine Koituserfahrung, das hei\u00dft, sie haben eine prominente Form und M\u00f6glichkeit zwischenmenschlicher Beziehungen nicht vollzogen. Diejenigen mit Erfahrungen, haben sexuelle Beziehungen mit geringen Frequenzen und beschr\u00e4nken ihre Aktivit\u00e4t in der Mehrzahl auf einen Partner&#8220;.<\/i>[8] (Die Missbilligung dieser Zust\u00e4nde ist un\u00fcberh\u00f6rbar.)<\/p>\n<p>Es gab einen doppelten Hiatus: Zwischen der offiziellen Moral und dem, was die Leute dachten einerseits und zwischen dem sexuellen W\u00fcnschen und sexuellen Machen andererseits Die 68er machten &#8211; neben vielem anderen &#8211; die sexuelle Heuchelei \u00f6ffentlich und fegten sie beiseite. Eine sexualpolitische und -moralische Ersch\u00fctterung ging durch <i>alle <\/i>westlichen Industriegesellschaften, und doch gab es deutsche Eigent\u00fcmlichkeiten. Die Wohlanst\u00e4ndigkeit der Eltern war in den Augen der Studentinnen und Studenten die Wohlanst\u00e4ndigkeit von Mitt\u00e4tern und Mitl\u00e4ufern der Nazis, die \u00fcber Sexualmoral t\u00f6nten, um nicht \u00fcber Kriegsschuld und V\u00f6lkermord reden zu m\u00fcssen. Ihre Fassade war besonders fadenscheinig.[9]<\/p>\n<p>Deshalb faszinierte die deutschen StudentInnen Wilhelm Reich viel st\u00e4rker als ihre US-amerikanischen oder europ\u00e4ischen Kommilitonen. Sie hatten auch das Gl\u00fcck, Raubdruck sei dank, Reich im Original lesen zu k\u00f6nnen und waren nicht auf seine verworrenen und verqueren im US-amerikanischen Exil entstandenen Revisionen angewiesen. Reichs &#8222;Massenpsychologie des Faschismus&#8220;[10] wurde so atemlos gelesen wie seine sexualpolitischen Werke aus den 1930er Jahren. In seiner Person verband sich das Nachdenken \u00fcber b\u00fcrgerliche Kleinfamilie, autorit\u00e4rem Charakter und Faschismus mit dem Nachdenken \u00fcber sexuelle Unterdr\u00fcckung und Befreiung. Seine Botschaft war verlockend einfach: Sexualunterdr\u00fcckung f\u00fchrt zum B\u00f6sen bis hin zum Faschismus; Sexualbefreiung erl\u00f6st vom \u00dcbel, von Aggression, sexuellen Verirrungen (f\u00fcr Reich geh\u00f6rte auch die Homosexualit\u00e4t dazu) und der Lust an der Unterwerfung. Sexualit\u00e4t war das Prim\u00e4re und darin steckt ihre Mystifizierung. Und diese teilten die Studenten mit ihren konservativen Widersachern: Letztere sahen in der Befreiung den Untergang des Abendlandes und beteten 1970 vor dem Bayerischen Kultusministerium in M\u00fcnchen gegen die Einf\u00fchrung der Sexualp\u00e4dagogik an den Schulen; erstere (die Studenten) erhofften von der sexuellen Befreiung die Geburt des neuen (und das hie\u00df: sozialistischen) Menschen und &#8222;beteten&#8220; auf ihren Demonstrationen f\u00fcr die Einf\u00fchrung nicht repressiver Sexualerziehung von der ersten Klasse an &#8211; nicht weil es vern\u00fcnftig, sondern weil es &#8222;heilsbringend&#8220; schien.<\/p>\n<p>Und beide (Konservative wie Studenten) glaubten eintr\u00e4chtig und inbr\u00fcnstig an die transformative Kraft des Sexuellen: Sex war nicht nur Sex, sondern Aufbruch in eine bessere Welt oder Ruin der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Was die Studentinnen und Studenten taten, war dabei ganz weltlich. Sie rissen Mauern ein, doch sie schleiften eine Burg, die ohnehin nur noch Ruine war und st\u00f6rte: Die Burg &#8222;fr\u00fchkapitalistische Pr\u00fcderie und Triebverzicht&#8220;, genauer Konsumverzicht. Sie fegten Verbote beiseite, die in der entwickelten Marktwirtschaft, in der Demokratie der Konsumenten, l\u00e4ngst dysfunkional geworden waren und betrieben ein St\u00fcck b\u00fcrgerlicher oder kapitalistischer Modernisierung. Objektiv waren die 68er systemkonformer als ihre V\u00e4ter, die sich als Bewahrer und ihre S\u00f6hne und T\u00f6chter als Zerst\u00f6rer des Systems begriffen, denn sie, die rebellischen Studenten, initiierten systemsichernde Reformen. Die Studentinnen und Studenten begriffen das allerdings schnell und folgten nun eher Herbert Marcuse, der in seinem Werk &#8222;Triebstruktur und Gesellschaft&#8220;[11] wohl als Erster beschrieben hatte, wie <i>freigegebene Sexualit\u00e4t <\/i>&#8211; die orgastische Potenz Reichs hin und her &#8211; vereinnahmt und als Mittel gesellschaftlicher Kontrolle und kapitalistischer Effizienz genutzt werden kann. &#8222;Repressive Entsublimierung&#8220; war ein zentraler Topos in Reimut Reiches &#8222;Sexualit\u00e4t und Klassenkampf&#8220;[12], der theoretisch anspruchvollsten \u00c4u\u00dferung der 68er zum Thema &#8222;Sexualit\u00e4t&#8220;.<\/p>\n<p>Doch die sexuelle Modernisierung der sp\u00e4ten 1960er und 1970er Jahre, die bei aller Begrenzung und &#8222;Systemimmanenz&#8220; Ketten sprengte, war nicht nur eine Sache der Studentinnen und Studenten. Sie war schicht-, generations- und vorlieben\u00fcbergreifend. Jede Gruppe hatte ihre Agenten: <i>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, Studentinnen und Studenten <\/i>hatten G\u00fcnter Amendt und seine &#8222;Sexfront&#8220;[13], f\u00fcr mich der sch\u00f6nste, frechste und un-verklemmteste Beitrag der 68er zur sexuellen Frage. (Er sprach, wohl als erster, mit Ironie und Witz \u00fcber Sex, inszenierte ihn gelegentlich auch als Groteske und begr\u00fcndete eine Kommunikation \u00fcber Sexualit\u00e4t, die die Massenmedien heute l\u00e4ngst adoptiert haben.) <i>B\u00fcrgerliche Erwachsene<\/i> hatten Oswald Kolle, untere Ausbildungsschichten Beate Uhse. Und <i>Schwule <\/i>hatten Rosa von Praunheim, der mit seinem Film &#8222;Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt&#8220; die zweite Schwulenbewegung z\u00fcndete, und sie hatten Martin Dannecker und Reimut Reiche, die in einer gro\u00dfen und originellen empirischen Studie den &#8222;gew\u00f6hnlichen Homosexuellen&#8220;[14] beschrieben. Kolle und Uhse werden in ihrer Bedeutung gleicherma\u00dfen untersch\u00e4tzt: Kolle versuchte behutsam, Paaren das Sprechen \u00fcber Sexualit\u00e4t nahe zu bringen, und zwar solchen, denen die Studentenbewegung fremd und unheimlich blieb; Uhse besorgte mit Macht und Umsicht die Kontrazeption in der Republik, bis hin zur Entwicklung einer Kosten sparenden Trockenvorrichtung f\u00fcr ausgewaschene, wieder verwendbare Pr\u00e4servative.<\/p>\n<p>Bis Mitte der 1970er war der Prozess der Liberalisierung im Gro\u00dfen und Ganzen abgeschlossen. Unsere 1981er Untersuchung an Studentinnen und Studenten machte Ausma\u00df und Grenzen des Liberalisierungsprozesses empirisch beschreibbar und dokumentierte erhebliche Ver\u00e4nderungen innerhalb eines kurzen Zeitraums von nicht einmal eineinhalb Jahrzehnten. Wir res\u00fcmierten:<\/p>\n<p><i>&#8222;Das 1966 relevante Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen permissiven Einstellungen zur vorehelichen Sexualit\u00e4t und einer relativ geringen vorehelichen Koituserfahrung, besonders bei Frauen, ist 1981 nivelliert zu einer kongruenten Einstellungs-Verhaltens-Permissivit\u00e4t. &#8230; Die voreheliche Sexualit\u00e4t &#8230; ist in einem relativ kurzen Zeitraum zu einer ubiquit\u00e4ren Erscheinung geworden.&#8220;[<\/i>15]<\/p>\n<p>Der Kern der &#8222;Sexuellen Revolution&#8220; l\u00e4sst sich in der Tat einfach benennen: Die Ehe verlor ihr Monopol, Sexualit\u00e4t zu legitimieren, eheliche und nichteheliche Sexualit\u00e4t wurden gleich gestellt. Dieser Prozess hat viele Erscheinungsformen: Verheiratete und unverheiratete Erwachsene unterschieden sich nun kaum noch in ihrer sexuellen Aktivit\u00e4t; nichteheliche Beziehungs- und Familienformen wurden h\u00e4ufiger und salonf\u00e4hig; schwule und lesbische Sexualit\u00e4t brachen aus dem Ghetto des Verbotenen und Abnormen und wurden zu &#8222;gesunden&#8220; Variationen menschlicher Sexualit\u00e4t; und Jugendsexualit\u00e4t wurde \u00fcblich und gesellschaftlich weitgehend akzeptiert. Der Umbruch jugendlichen Sexualverhaltens erfolgte Ende der 1960er, Anfang der 1970er, eben auf der H\u00f6he der &#8222;Sexuellen Revolution&#8220;. Die &#8222;Pille&#8220;, die in den 1960ern auf den Markt kam, trug zu dieser Entwicklung bei. Doch ihr Einfluss sollte nicht \u00fcbersch\u00e4tzt werden, denn nur jedes f\u00fcnfte M\u00e4dchen verh\u00fctete in den 1970ern beim ersten Verkehr mit der Pille. Die Liberalisierung war kein pharmakologisches Ereignis, wie gelegentlich behauptet wird. Seit den 1970ern ist im Hinblick auf das Alter beim ersten Geschlechtsverkehr \u00fcbrigens nicht mehr so viel passiert.[16] Die &#8222;Subjekte&#8220; der Jugendsex-Revolution sind heute gut 50 Jahre alt, also die Eltern der heutigen jungen Generation.<\/p>\n<p>Aus den Experimenten der Berliner Kommunen 1 und 2 entwickelte sich eine neue, solide Lebensform Jugendlicher und junger Erwachsener: die WG, in der heute gut 20 Prozent der Studentinnen und Studenten wohnen, ganz pragmatisch, ganz unideologisch, ganz un-promisk. In meiner Generation hatten nun (Anfang der 1970er) die meisten ihr Coming out gehabt oder sich aus ihrer Ehe verabschiedet, die in der Regel gar nicht zerr\u00fcttet war. Das Beziehungsparadigma wurde gewechselt: Es folgte nun, wie Zygmunt Bauman zufolge das Leben \u00fcberhaupt, dem Prinzip der Fitness, nicht mehr dem Prinzip der Gesundheit.[17] Bis dahin galt eine Beziehung als gut, solange sie nicht schlecht war, Langeweile und begrenzter Austausch, sexuell und emotional, galten nicht als &#8222;ungesund&#8220;. Nun aber fragten Mann und Frau sich, ob es nicht h\u00f6her und weiter ginge, ob irgendwo mehr Abenteuer, mehr N\u00e4he, mehr Intimit\u00e4t, mehr Aufregung, mehr Auseinandersetzung warteten. Lust und Drang sich umzusehen, nicht zu rosten, wurden gr\u00f6\u00dfer. Aus dem Paar, das ehemals durch Institutionen, basale Aufgaben und rollenbedingte wechselseitige Abh\u00e4ngigkeiten zusammengehalten wurde, wurde ein rekreatives und Erlebnisteam. Beziehungen wurden &#8222;pur&#8220;, ihnen fehlen seitdem \u00e4u\u00dfere Anker und sie bestehen in der Regel nur so lange sie f\u00fcr beide ein befriedigendes Ma\u00df an Intimit\u00e4t und Sich-Wohlf\u00fchlen gew\u00e4hrleisten. Sie sind potenziell periodisch und so wurde serielle Monogamie zur g\u00e4ngigen Verkehrsform. Zwischen den Monogamien ist man Single. Der Single entstand als neue Figur, Held und Heroine unabh\u00e4ngiger und unb\u00e4ndiger Sexualit\u00e4t &#8211; in der Phantasie und in den Medien; in der Realit\u00e4t meist ungl\u00fccklich, nur im Wartestand auf den N\u00e4chsten oder die N\u00e4chste, sexuell eher depraviert und missgestimmt, eine Nebenfolge serieller Beziehungen. Die Ehe verlor ihr zweites Monopol: das Monopol, Beziehungen zu definieren. Ein Paar ist nun dort, wo zwei Menschen sagen, dass sie eines sind, unabh\u00e4ngig vom Personenstand &#8211; und vom Geschlecht der Partner. Als Folge dieser Entwicklungen leben immer mehr Kinder in einem Kunterbunt von Lebens- und Familienformen, ihre famili\u00e4re Welt wird vielf\u00e4ltiger, un\u00fcbersichtlicher, fluider.[18]<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"entmystifizierung\">Entmy&shy;sti&shy;fi&shy;zie&shy;rung <\/span><\/h2>\n<p>Doch zur\u00fcck in die Vergangenheit. Ende der 1970er Jahre begann sich der Blues \u00fcber Liebeslandschaften zu legen. Sex und Beziehungen hatten sich ge\u00e4ndert, aber hohes Hoffen nicht erf\u00fcllt, das Gl\u00fcck &#8211; politisch wie privat &#8211; wollte sich nicht einstellen. Der Abgesang auf die &#8222;sexuelle Befreiung&#8220; wurde am sch\u00f6nsten in den von Volkmar Sigusch und Hermann Gremliza herausgegebenen Heften &#8222;Sexualit\u00e4t konkret&#8220; (19791986) [19] intoniert. &#8222;Erotik ist nur noch Alleinsein&#8220;, hie\u00df es dort ebenso kulturpessimistisch wie wehleidig, und Bod Dylan nuschelte im Hintergrund. Tieftraurig begann einwichtiger Prozess: die Entmystifizierung der Sexualit\u00e4t von ihrer \u00dcberfrachtung mit Bedeutungen.<\/p>\n<p>Doch vorher gab es noch etwas anderes zu erledigen, und das nahmen die Frauen in die Hand: Die Zivilisierung des durch die Liberalisierung deregulierten freien Liebesmarktes und die Gleichberechtigung von M\u00e4nnern und Frauen auf diesem Markt. Feministinnen setzten auf den <i>liberalen Diskurs <\/i>der 1960er Jahre den Selbstbestimmungsdiskurs der sp\u00e4ten 1970er und 1980er. Sie thematisierten sexuelle Herrschaft und Gewalt von M\u00e4nnern und er\u00f6ffneten ein Thema nach dem anderen: Vergewaltigung, Prostitution, Kindesmissbrauch, Pornographie, sexuelle Bel\u00e4stigung und &#8211; allen voran Alice Schwarzer mit ihrem Buch &#8222;Der kleine Unterschied und seine gro\u00dfen Folgen&#8220;[20] &#8211; Machtaus\u00fcbung und -demonstration in der allt\u00e4glichen und herk\u00f6mmlichen Heterosexualit\u00e4t.<\/p>\n<p>In der Umgestaltung der Heterosexualit\u00e4t war der Feminismus schlie\u00dflich ein \u00fcberaus erfolgreiches Projekt. Die Gewaltdebatten brachten einen Sensibilsierungsschub bei Frauen, aber auch bei M\u00e4nnern, gegen\u00fcber Zwang und Herrschaftsaus\u00fcbung in der Sexualit\u00e4t hervor &#8211; und einen neuen Sexualcode, der die alten Verbote nicht wieder beleben, sondern den sexuellen Umgang ziviler machen wollte. Das Ergebnis habe ich Verhandlungsmoral, andere Konsensmoral genannt. Beurteilte die alte Moral <i>sexuelle Akte <\/i>&#8211; nichtehelichen Sex, gleichgeschlechtlichen Sex usw. &#8211; weitgehend unabh\u00e4ngig vom Kontext als &#8222;verwerflich&#8220;, so kommt es heute nicht mehr darauf an, <i>was <\/i>zwei (oder auch mehr) Partner miteinander machen, sondern <i>wie <\/i>es zu Stande kommt. Ob hetero-, bi- oder homosexuell, oral oder anal, zart oder ruppig, bieder oder raffiniert, normal oder pervers, mit Liebe oder ohne, ist moralisch ohne Belang. Von Belang ist, dass es vereinbart wird. Nicht \u00e4u\u00dfere Autorit\u00e4ten &#8211; der Staat, die Kirche &#8211; bestimmen das Richtig oder Falsch, sondern die Akteure. Insofern ist die Verhandlungsmoral demokratisch, sie ist eine Moral &#8222;von unten&#8220;, ein &#8222;Grassroots&#8220;-Ph\u00e4nomen. Auch Kondome und<i> safe sex <\/i>k\u00f6nnen ausgehandelt werden, und so wurde Verhandlungsmoral zu einem wichtigen Faktor der Vorbeugung von HIV-Infektionen und AIDS &#8211; und trug dazu bei, dass nach anf\u00e4nglichen Irritationen, \u00c4ngsten und katastrophistischen \u00dcbertreibungen der Gefahr f\u00fcr die gesamte Bev\u00f6lkerung Mitte der 1980er Jahre[21], die Bedrohung realistisch wahrgenommen werden konnte und dass die Krise das Sexualverhalten heterosexueller M\u00e4nner und Frauen hier zu Lande nur wenig beeinflusste.<\/p>\n<p>Das zeigte unter anderem unsere 1996er Studentenstudie. Die Verhaltens\u00e4nderungen zwischen 1981 und 1996 sind sehr viel geringer als die zwischen 1966 und 1981. Auf den ersten Blick erscheinen die 1996er wieder etwas konventioneller zu sein, so nimmt z.B. die Treueneigung in festen Beziehungen wieder leicht zu. Diese Ver\u00e4nderungen hielten wir eher f\u00fcr pragmatisch als f\u00fcr moralisch motiviert und argumentierten so:<\/p>\n<p><i>&#8222;Suchte man nach einer Formel f\u00fcr ihre (der 1996er Studenten\/innen, G.S.) Sexualit\u00e4t, so tr\u00e4fe &#8218;pragmatisch&#8216; und &#8218;folgenabgesch\u00e4tzt&#8216; die Verh\u00e4ltnisse wohl am besten. Sexualit\u00e4t wird als ein Bereich der Planbarkeit und Kommunikation konzipiert. Noch nie wurde so gut verh\u00fctet, noch nie gab es so wenige ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen, noch nie so wenige Geschlechtskrankheiten wie 1996. Die Sensibilit\u00e4t der M\u00e4nner &#8211; die der Frauen ohnehin &#8211; f\u00fcr sexuelle Grenzverletzungen ist gro\u00df&#8220;.[<\/i>22]<\/p>\n<p>Lange glaubte ich, eine solche Pragmatik im Sexuellen oder Konzepte wie die Verhandlungsmoral gr\u00fcndeten sich auf einen beinahe r\u00fchrenden Glauben an die Rationalisierbarkeit der Sexualit\u00e4t. Aber konfrontiert sie uns nicht vielmehr mit unserem r\u00fchrenden Glauben an deren Irrationalit\u00e4t? Ehrw\u00fcrdige Bilder und Konzepte unserer Kultur werden heute in Frage gestellt: Sexualit\u00e4t als Trieb und Wildheit, als schicksalstr\u00e4chtige Kraft, teuflisch verlockend und h\u00f6llisch gef\u00e4hrlich; Sexualit\u00e4t als letzter Hort unverstellter menschlicher Natur, als unb\u00e4ndige tabusprengende und transformative Kraft; Sexualit\u00e4t als ewiges Drama, als Verstrickung auf Leben und Tod. Diese alten Geschichten \u00fcber den Sex &#8211; jenseits von Gut und B\u00f6se, jenseits der Vernunft, jenseits von allem &#8211; sind keineswegs verschwunden, wir h\u00f6ren sie gelegentlich noch von der Psychoanalyse, bisweilen auch von der Sexualwissenschaft, wir sehen sie im Kino und wir lesen sie in der sch\u00f6nen Literatur. Die Autoren oder Regisseure sind meistens \u00e4ltere M\u00e4nner (man denke an Verhoevens &#8222;Basic instinct&#8220;, Stanley Kubricks &#8222;Eyes wide shut&#8220;, Roman Polanskis &#8222;Bitter moon&#8220; oder an Philip Roths letzte Romane), und ihre Geschichten wirken wie ein trauriges Hello and Good bye an die kulturelle Form der Erotik ihrer Jugend, an den Sexualmythos ihrer (und auch meiner und der 68er) Generation. Ich goutiere ihre Geschichten gerne und mit nostalgischem Schauer und wei\u00df doch, dass diese Form der Erotik wie der Protagonist in Roths Roman ein &#8222;Dying animal&#8220; ist. Wir haben uns l\u00e4ngst verabschiedet von dem schaurig-sch\u00f6nen, schwarzromantischen b\u00fcrgerlichen Drama der Sexualit\u00e4t, vom Mythos der Verdammung und Erl\u00f6sung durch den Sex, der Mythos, der die rebellischen Studenten und die Fundamentalisten so innig einte.<\/p>\n<p>Kein &#8222;Trieb&#8220; treibt uns mehr zum Sex, sondern die Suche nach Affekten, Reizen, Vergn\u00fcgungen, &#8222;thrills&#8220;, Bedeutungen verlockt uns; nicht Befriedigung im Sinne von Ruhe oder Bed\u00fcrfnislosigkeit ist das Ziel, sondern das Spiel mit Erregungen, Erlebnissen und Empfindungen, die Nutzung der Ressource Sex. Zygmunt Bauman hat die Quintessenz zeitgen\u00f6ssischer, sp\u00e4tmoderner Sexualit\u00e4t besonders treffend formuliert: &#8222;Verlangen verlangt nicht nach Befriedigung. Im Gegenteil, Verlangen verlangt Verlangen&#8220;.[23] Die Studenten im Jahr 1966 h\u00e4tten mit diesem Satz vermutlich nichts anfangen k\u00f6nnen, wir beginnen ihn zu verstehen.<\/p>\n<p>&#8222;Sex ist so sch\u00f6n wie Skifahren, und das will was hei\u00dfen&#8220; schreibt ein Student unserer letzten Studie auf die Frage, was ihm Sexualit\u00e4t bedeute; &#8222;gehen wir ins Bett oder ins Kino&#8220;, erw\u00e4gt ein junges Paar und t\u00e4te beides gleich gerne. Oberfl\u00e4chlich und ein wenig banal, k\u00f6nnte man n\u00f6rgeln. Aber es ist entmystifizierter, entdramatisierter Sex. Entdramatisierung geht einher mit der Option, \u00fcber seine Sexualit\u00e4t verf\u00fcgen zu k\u00f6nnen, sie auf die Tagesordnung zu setzen und wieder runter, ihre Kosten und Gewinne pragmatisch und effektiv zu kalkulieren. Das designierte Verlangen ist die Metapher, die an die Stelle der alten Metapher des m\u00e4chtigen, irrationalen Triebes tritt. Und so scheint es, als h\u00e4tten wir die Sexualit\u00e4t zu Beginn des Jahrtausends gr\u00fcndlich entr\u00fcmpelt: von religi\u00f6sen Vorschriften, vom Patriarchat (fast) und von der schwarzen Romantik des B\u00fcrgertums und der Psychoanalyse. Das ist nicht wenig f\u00fcr einen Zeitraum von 50 Jahren. Und die 68er haben diesen Wandel, wenn nicht bewirkt, so doch kr\u00e4ftig beschleunigt.<\/p>\n<p>[1] Tom Wolfe. Ich bin Charlotte Simmons. Blessing, M\u00fcnchen 2005, S. 732 f.<\/p>\n<p>[2] Dieter Schiefelbein. Wiederbeginn der juristischen Verfolgung homosexueller M\u00e4nner in der Bundesrepublik Deutschland. Die Homosexuellen-Prozesse in Frankfurt am Main 1950\/51. Zeitschrift f\u00fcr Sexualforschung 5, 59-73, 1992.<\/p>\n<p>[3] Dietrich Haensch. Repressive Familienpolitik. Sexualunterdr\u00fcckung als Mittel der Politik. Rowohlt, Reinbek 1969.<\/p>\n<p>[4] Ludwig v. Friedeburg. Die Umfrage in der Intimsph\u00e4re. Enke, Stuttgart 1953.<\/p>\n<p>[5] STERN Nr. 45-50, 1963.<\/p>\n<p>[6] In den drei Erhebungen wurden jeweils zwischen 2000 und 3600 Studentinnen und Studenten von 12 bis 15 Universit\u00e4ten befragt (Geburtsjahrg\u00e4nge 1936 bis 1976); vgl. Hans Giese und Gunter Schmidt. Studenten-Sexualit\u00e4t. Verhalten und Einstellung. Rowohlt, Reinbek 1968; Ulrich Clement. Sexualit\u00e4t im sozialen Wandel. Eine empirische Vergleichsstudie an Studenten 1966 und 1981. Enke. Stuttgart 1986; Gunter Schmidt (Hg.) Kinder der sexuellen Revolution. Kontinuit\u00e4t und Wandel studentischer Sexualit\u00e4t.1966-1996. Psychosozial, Gie\u00dfen 2000.<\/p>\n<p>[7] Giese und Schmidt, a.a.O., S. 392.<\/p>\n<p>[8] ebd., S. 395.<\/p>\n<p>[9] Vgl. dazu Dagmar Herzog. Die Politisierung der Lust. Sexualit\u00e4t in der deutschen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts. Siedler, M\u00fcnchen 2005.<\/p>\n<p>[10] Wilhelm Reich. Massenpsychologie des Faschismus. Sexpol, Kopenhagen 1933.<\/p>\n<p>[11] Herbert Marcuse. Triebstruktur und Gesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1967.<\/p>\n<p>[12] Reimut Reiche. Sexualit\u00e4t und Klassenkampf. Zur Abwehr repressiver Entsublimierung. Neue Kritik, Frankfurt a. M. 1968.<\/p>\n<p>[13] G\u00fcnter Amendt. Sexfront. M\u00e4rz, Frankfurt a. M. 1970.<\/p>\n<p>[14] Martin Dannecker und Reimut Reiche. Der gew\u00f6hnliche Homosexuelle. Fischer, Frankfurt a. M. 1974.<\/p>\n<p>[15] Ulrich Clement, a.a.O., S. 76 f., S. 79.<\/p>\n<p>[16] BZgA (Hg.). Jugendsexualit\u00e4t. Wiederholungsbefragung von 14-bis 17-J\u00e4hrigenund ihren Eltern. Ergebnisse der Repr\u00e4sentativbefragung aus 2005. BZgA, K\u00f6ln 2006.<\/p>\n<p>[17] Zygmunt Bauman. \u00dcber den postmodernen Gebrauch der Sexualit\u00e4t. In Gunter Schmidt und Bernhard Strau\u00df (Hg.). Sexualit\u00e4t und Sp\u00e4tmoderne. Psychosozial, Gie\u00dfen 2001.<\/p>\n<p>[18] Vgl. zu dieser Entwicklung u.a. Gunter Schmidt, Silja Matthiesen, Arne Dekker und Kurt Starke. Sp\u00e4tmoderne Beziehungswelten. Report \u00fcber Partnerschaft und Sexualit\u00e4t in drei Generationen. Verlag Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006.<\/p>\n<p>[19] Volkmar Sigusch und Hermann Gremliza (in Verbindung mit Ingrid Klein) (Hg.). Sexualit\u00e4t konkret. Heft 1-7, konkret Verlag, Hamburg 1979 &#8211; 1986.<\/p>\n<p>[20] Alice Schwarzer. Der kleine Unterschied und seine gro\u00dfen Folgen. Fischer, Frankfurt a. M. 1975<\/p>\n<p>[21] Gunter Schmidt. Aids, Moral und Volksgesundheit. In ders. Das gro\u00dfe Der Die Das. \u00dcber das Sexuelle. Reinbek, Rowohlt 1988.<\/p>\n<p>[22] Schmidt (Hg.), a.a.O., S. 32.<\/p>\n<p>[23] Zygmunt Bauman, a.a.O., S. 20.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1938],"publikationen":[2818],"class_list":["post-11055","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-gunter-schmidt","publikationen-181-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Sexualit\u00e4t - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/sexualitaet\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Sexualit\u00e4t - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Rede an die Nachgeborenen, aus: vorg\u00e4nge Nr.181, Heft 1\/2008, S. 37-46 In Tom Wolfes j\u00fcngsten Roman &#8222;Ich bin Charlotte Simmons&#8220;, der das Treiben heutiger Studentinnen und Studenten an einem US Elite-College portr\u00e4tiert, wird Adam, ein Student, zu Professor Quat zitiert. Er betritt dessen Dienstzimmer, bunte Poster prangen an den W\u00e4nden, Bob Dylan, Grateful Dead, Pink [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/sexualitaet\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-24T19:51:17+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"22\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/181-vorgaenge\\\/publikation\\\/sexualitaet\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/181-vorgaenge\\\/publikation\\\/sexualitaet\\\/\",\"name\":\"Sexualit\u00e4t - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2008-03-01T20:00:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-24T19:51:17+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/181-vorgaenge\\\/publikation\\\/sexualitaet\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/181-vorgaenge\\\/publikation\\\/sexualitaet\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/181-vorgaenge\\\/publikation\\\/sexualitaet\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 181: Achtundsechzig\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/181-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Sexualit\u00e4t\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Sexualit\u00e4t - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/sexualitaet\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Sexualit\u00e4t - Humanistische Union","og_description":"Rede an die Nachgeborenen, aus: vorg\u00e4nge Nr.181, Heft 1\/2008, S. 37-46 In Tom Wolfes j\u00fcngsten Roman &#8222;Ich bin Charlotte Simmons&#8220;, der das Treiben heutiger Studentinnen und Studenten an einem US Elite-College portr\u00e4tiert, wird Adam, ein Student, zu Professor Quat zitiert. Er betritt dessen Dienstzimmer, bunte Poster prangen an den W\u00e4nden, Bob Dylan, Grateful Dead, Pink [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/sexualitaet\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-24T19:51:17+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"22\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/sexualitaet\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/sexualitaet\/","name":"Sexualit\u00e4t - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2008-03-01T20:00:00+00:00","dateModified":"2021-08-24T19:51:17+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/sexualitaet\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/sexualitaet\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/sexualitaet\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 181: Achtundsechzig","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Sexualit\u00e4t"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/11055","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=11055"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=11055"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=11055"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=11055"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=11055"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}